Dschiribim …

Man nemmt on altes Zemmerl, ein paar uralte jiddische Witz
Was kommt heraus? – A neues Liedl!

Der Rabbi steht am Fenster, einen Jux will er sich machen
Er sagt: „Da unten tanzt ein Fisch, geh hin und du wirst lachen!“
Ich schrei: „Ein Wunder!“, alle Leut rennen in die Gassn
Da springt der Rabbi hintendrein – man will doch nix verpassn
Dschiribim…

Am Zoll fragt mich der Grenzer: „Was ist drin in dieser Taschen?“
„Geweihtes Wasser vom Wunderrabbi, nur a ganz a kleine Flaschen!“
Der Grenzer macht den Stöpsel auf, schluckt a Schlückerl runter
Das Wasser schmeckt nach Slibovitz – schon wieder so a Wunder
Dschiribim…

Ich frag, wo nimmt man Weisheit her? Der Rabbi sagt, da muss man
Heringsschwänze essen, er verkauft mir gern ein Dutzend
Ich kauf die Schwänz, ich ess sie auf und dann tu ich bemerken
Das war kein schlechtes Gschäft für’n Rabbi – das Mittel tut schon wirken
Dschiribim…

„Rabbi“, sag ich, „dein Profil ist doch von Gott verlassen
Besser steck zum Fenster raus den Hintern statt der Nasen!“
„Das wolln wir gleich versuchen!“, meint der Rabbi ziemlich sauer
Er tut es – und was sagn die Leut? „An guten Tag, Herr Brauer!“
Dschiribim…

ER war ein Universalkünstler, der sich auch selbst auf die Schaufel nehmen konnte – ausgestattet mit einer sympathischen, großen Portion intelligentem Humor …

Anfang der 70er war speziell an Wochenenden die Wohnung meist durchflutet von Brauer’schen Klängen – speziell das >Familienoberhaupt< lauschte (wenn bei ihm die Kassetten mit A. Rothenberger, R. Schock & Co. mal Pause hatten / am Sonntag nach Heinz Conrads) der Phantastischen Musik des ebensolchenRealisten„:

Strophen voll beinharter Aktualität (- auch, wenn hier von einer Stadt und nicht von einer griechischen Insel die Rede ist …)

Da zag i erm a Stadt aus lauter Fetzn und Scherbn
A Platz wo die Krankn im Rinnsal sterbn
Gros in da Schissl im G’sicht die Fliagn
Die Kinda habn an Wasserbauch und Gretzn am Hirn
Sie stinkn wia da Mist
damit’s as ned vergisst

Da sogt a:
Hinter meiner vurder meina links rechts güt nix
ober meiner unter meiner sich i nix
gspir nix hear nix und i riach nix
denk i nix und red i nix und tuar i nix
Wann da Wind a waht in die Gossn
Wann da Wind a waht am Lond
Wann da Wind a waht do steckt a
Sei Köpferl in Sand

Die Begeisterung für den Bild- & Musik-Brauer teilte der Sohn schon damals. Die Liebe zu surrealen Bilderwelten trug das ihre dazu bei: Heute hängt im Wohnzimmer neben einem Bild von Salvador Dali (aus dessem Tristan-Zyklus) Arik Brauers eher unerwartete Auseinandersetzung mit Wagners Ring

Beim kurzen Gespräch mit dem Meister (nach einem klassischen Konzert im Wiener Leopold-Museum) konnte sich dieser nur noch marginal an die Entstehung des obigen Nibelungen-Bildes (München) erinnern. Damals (7. Dez. 2014) erhob sich Brauer mit beneidenswert tänzerischer Leichtigkeit, eilte zum Lift, entschied sich dann aber für die lange, steile Treppe, über die er flugs entschwebte … (- Ausstellung zum 85er)

Nun im Jänner 2021 lässt Brauer uns mit seinen Traumwelten allein zurück …

„Es gibt eine Zeit, da lebt man, und es gibt zwei Ewigkeiten, da existiert man nicht.“ (Brauers letzte Worte) – In seinem Schaffen ist er jedoch unsterblich !

Manfred Pilsz

Hutter, Fuchs, Brauer – sie alle haben ihr großartiges bildnerisches Schaffen u. a. auch mit der Thematik > Musik < verbunden

Lohengrin-Plakat (E. Fuchs) im Vorraum neben dem häuslichen Archiv

27. Januar /// Mozart *-Tag

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder …, die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !

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