22. Mai – Gedanken & Bilder …

…  zum 22. Mai  …

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Klimatisch ist der heurige Mai dem vorjährigen durchaus verwandt, doch ansonsten würde man wohl nicht tauschen wollen – Eine Berlin-Fahrt im „Wonnemonat“ wäre heuer undenkbar zu planen gewesen, die Beschränkungen hätten faktisch ALLES verunmöglicht – so auch die Wagner-Woche (- mangels spielbereiter Opernhäuser)DSCN7257 - KopieIMG_5064DSCN7256IMG_50772019-11-10 18.44.48-1

Im 1. Mai-Beitrag 2020 wurde schon darauf hingewiesen, dass der Mai eine ganz enge Verwandtschaft mit dem Monat November aufweist – Das wurde 2019 ganz deutlich:

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…  hier geht die Post ab  …

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„Herbst über Bayreuth“  –  am Weg nach Leipzig

DSCN7217Im letzten Jahr konnte man nach Bayreuth sogar noch Wagner-Tage im herbstlichen Leipzig dranhängen: Ein „Mauerfall-Tristan“ zum Jubiläum im November – Luxus pur !2019-11-10 20.00.10-1mauerfall tristan

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… und 30 Jahre davor  …

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2019-11-10 11.11.42-1In jener Stadt, in welcher der Meister am 22. Mai 1813 geboren wurde und u. a. auch die Schule besuchte  –  ein Gebäude, das heute ein Speiselokal beherbergt  …

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Eine Weltstadt der Kunst mit einer Genie-Dichte, die nur schwer zu übertreffen ist:   Von Bach, Telemann über Mendelssohn, Lortzing, Wagner bis hin zu den Schumanns  …  und natürlich Goethes Faust

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Manfred Pilsz

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Anfang Mai 2020 … E r i c h …

DSCN8402.JPGEin 1. Mai-Morgen in der Urfahraner Friedrichstraße  –  das Blumengeschäft hat nach zwei Corona-Monaten wieder geöffnet. Die Geburtstagsblumen für das Grab des Vaters waren aber bereits am Vortag zu diesem Feiertag gekauft worden. Eine eher ungewohnte Stille umfängt den Besucher des Friedhofs: Nur schwirrende Spatzen entlang der Hecke und das Gurren der Tauben. Normalerweise dröhnte hier voll hektisch in den ersten Maitagen der Urfahranermarkt mit blauem Dunst aus den Lautsprechern des Bierzelts, sowie roten Nelken samt Echo von Reden, Musik und Aufmärschen aus Richtung Hauptplatz  …

Urfahranermarkt seit über 200 Jahren (- erstmals: 1817)05-05-2020 10;59;23.jpg

Ein Mai der nachdenklich macht, zur Rückschau anregt:  Vor genau 75 Jahren am 5. Mai kurz nach 11 Uhr rollten amerikanische Panzer über die Nibelungenbrücke und wurden am Hauptplatz mit weißen Fahnen als sehnlichst erwartete Befreier von der Linzer Bevölkerung willkommen geheißen. us_truppen_in_linz_am_5__mai_1945_quelle_ooela.jpgFarbaufnahmen als Dokumente des Geschehens:Special_Film_Project_186_-_Hauptplatz_Linz_3.pngSpecial_Film_Project_186_-_Hauptplatz_Linz_1.png

75 Jahre danach mit den „Wächtern der Zeit“ im offenen Raum an der DonauWächter der Zeit.JPG

Bei einem kurzen Spaziergang vom AEC über den leeren Jahrmarktsplatz hinunter zum Flussufer kamen neue Gedanken ins Spiel  –  diesmal zu markanten Punkten im Jahreskreis, die sich durch starke Ähnlichkeit in Ursprung, Bedeutung und Brauchtum auszeichnen  …  Die Walpurgisnacht (am Übergang April/Mai) findet im ganz genauen Abstand eines halben Jahres zu Samhain statt:  Der 30. April und der 1. Mai sind quasi die Frühlingsausgabe des 31. Oktobers und 1. Novembers.

Der Gang zwischen zwei Walpurgisfeuern soll reinigen und Seuchen (!) fernhalten (Walpurgis gilt als Schutzheilige gegen Pest, Husten und Tollwut)  –  Wie siehts da mit Corona aus? – Vielleicht könnte im speziellen Fall aber auch unser aller Landespatron aushelfen, dessen Festtag ja auch den Mai-Anfang markiert  …

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( …  bis hierher war ich gekommen  … )

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Am 3. Mai jedoch beendete eine Mail von Prof. Jürgen Binder meine Gedankenspiele zum Mai 2020 und somit auch den inhaltlichen Schwerpunkt dieses BLOG-Beitrags:

> Erich hat uns für immer verlassen <

Liebe Filmfreundinnen und Filmfreunde,

ein unfassbarer Schmerz erfüllt mich zu dieser Stunde. Ein lieber Freund, ein herzensguter Mensch, ein kreatives Energiebündel, unser Obmann und Weg Begleiter auf unseren filmischen Wanderungen ist heute Nacht unerwartet verstorben und erfüllt diese Welt mit einer unvergleichlichen Leere.

Vor ein paar Tagen habe ich mit ihm auf der Terrasse meines Hauses noch ein Bier getrunken, das letzte für eine Ewigkeit.

Mit traurigen Grüßen, Jürgen

A F L    https://videoclub-linz.jimdofree.com/

E R I C H   R I E S S

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Erich Bild.JPG…  wie oft sah man Erich bei Bewerben dokumentierend mit der Kamera sitzen  …

In den frühen 90gern stand ein weiß gekleideter Mann barfuß in Sandalen im verschneiten Schulhof des Fadinger Gyms, um im Festsaal an einem Abend unseres Schülerfilmprogrammkinos teilzunehmen. Vital und niemals müde stemmte er die aufreibenden Ebenseewochen.

Ich kann gar nicht glauben, was ich vor wenigen Minuten lesen musste:  Unser immer aktiver, agiler, nie kranker Erich ist von uns gegangen. Immer wieder hat er in den letzten Jahren bei Vorstandssitzungen und zuletzt auch bei der Generalversammlung eingemahnt, dass sich der AFL den Kopf zerbrechen müsse, betreffend Obmann-Nachfolge  … und jedes Mal (auch zuletzt) wurde dieses Ansinnen von uns abgeschmettert:  „Erich – Du bist nicht ersetzbar / Dein rest- & rastloses Engagement in Sachen Film & AFL ist einzigartig – Du bist der personifizierte Linzer Filmklub – Filmvermittler & Klubchef auf Lebenszeit !“ – Und diese >Prophezeiung< hat sich dann nun so ja auch erfüllt !!!

IMG_6874.jpgDarüber hinaus war Erich Riess über Jahrzehnte verlässlicher Motor, Organisator/Notar und Begleiter des Festivals der Nationen (Landeskulturpreis und Konsulententitel waren Dank der Landeskultur), weiters Gründer und verlässlicher Betreiber des Festivals „OÖ im Film“ …

All seine Meriten sind ebenso groß, wie die Lücke, die er hinterlässt – unersetzbar als Intendant, Kulturvermittler, als Mensch & guter Freund

Alles Liebe    Manfred

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Fadinger LINKs zu Erichs Schaffen:

Gedenksendung im Radio unter:  https://cba.fro.at/457531 

https://cba.fro.at/353933                                          https://leologeslogbuch.blog/2017/11/20/30-jahre-ooe-im-film/                               https://leologeslogbuch.blog/2018/05/10/baerlinale-ebensee-in-3-tagen-bist-du-reif/

ebensee 06 c.JPGDem Medienzweig der Fadinger und auch den Musikfilmarbeiten hat Erich nicht nur eine entsprechende Plattform geboten  …

Europäisches-Video-Archiv:    https://www.xn--europisches-videoarchiv-z7b.at/cpg15x/index.php

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UNICA-Präsident DAVE WATTERSON:zu erich bild.JPGtext erich.JPG

vöfa logo.JPGV Ö F A :

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Dr. Paul Stepanek hat  Erich  R i e s s  in den Medien gewürdigt:

Bild Erich F.jpgEin Leben für die laufenden Bilder: Filmemacher, Juror und Organisator Erich Riess              © Josef Pfisterer

Erich Riess, in der oö. Kulturszene und darüber hinaus weithin bekannter Filmemacher, Juror und Organisator, ist in der Nacht von 2. auf 3. Mai im 73. Lebensjahr überraschend verstorben.

Riess, der 1947 in Zell am See geboren wurde und schon lange in Linz lebte und wirkte, trat speziell als umtriebiger Veranstalter von Filmwettbewerben wie „Festival der Nationen Ebensee“ (1989 –2012) und „Oberösterreich im Film“ (1988-2019) an die Öffentlichkeit, war von 1978 bis dato Obmann des Linzer Filmklubs „AFL“ und langjähriger höchstdekorierter Funktionär des Verbandes der österreichischen Filmautoren (VÖFA).

Mit seinem Klub AFL stand er in ständigem Kontakt zum OÖ. Volksbildungswerk und vielen anderen Kulturinstitutionen im Lande.

Seine Liebe zum Thema „Film“ fand auch Ausdruck im Aufbau eines „Europäischen Video-Archivs“ (EVA), das aktuell mehr als 20.000 Objekte umfasst und nun einer ungewissen Zukunft entgegengeht. Riess’ vielfältiges Wirken für kreative Filmkultur wurde mehrfach öffentlich gewürdigt, u.a. mit dem „Großen Landeskulturpreis für initiative Kulturarbeit“ für sein „Festival der Nationen“ und dem Titel „Konsulent der oö. Landesregierung für Kulturpflege“.

Nicht nur als Film-Enthusiast, sondern auch als stets hilfsbereiter, einfühlsamer und humorvoller „Lebensberater“ wird er vielen Menschen in diesem Land unvergesslich bleiben.

Bild von der gemeinsamen RusslandfahrtIMG_1052.JPG

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(hier oben abrufbar)

21-05-2020 09;13;3221-05-2020 09;34;1414-03-2017 21;08;45a„Amo. amas, amat …“

– so hat Erich immer den Status seines filmischen Tuns

  und des AFL in Reden eingeleitet – und es charakterisiert

  seine Liebe zum Film, seinen Einsatz als Kulturvermittler,

  sein authentisches Wirken als engagierte Persönlichkeit

  – ja einfach den Menschen Erich !

kulturberpcht erich

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Erich selbst verabschiedete sich am letzten April-Tag in einer seiner ganz typischen Wochen-Mail-Aussendungen u. a. mit diesen beiden Bildbotschaften und den Worten:

Ich wünsche Dir einen schönen Tag!                                                                                            Erich

1yJe.gif…  sein allwöchentliches Winke-Männchen

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