„Die 60er“: Linde, Titze, Sommerfrische

Damals in den „Boring Sixties“ (?) war der 6. 8. 2018 schlicht unvorstellbar:06-04-2018 19;02;19a.jpg

„When I’m 64” 

Give me your answer, fill in a form
Mine for evermore
Will you still need me, will you still feed me
When I’m sixty-four

Wie kann man bloß an einem 6. August Geburtstag haben? – Oder anders gefragt: Warum kommen gerade Eisbären im Sommer zur Welt? Weil es so super ist sich bei 30 Grad zum  40. Tauchgang vor lauter Fadesse kopfüber in den Attersee zu werfen und dabei mit der Stirn am Seeboden zu radieren, vor Schreck und Schmerz unter dem hohlen, alten Holzsteg aufzutauchen wo man im fahlen Licht der Ritzen über sich zwanzig fette Spinnen in ihren feuchten Netzen hängen sieht … Ein Schreckensbild aus frühester Kindheit wird virulent: Ein immer größer werdendes achtbeiniges Insekt das sich von der alten Uhr über dem Gitterbett abseilt – Panik wie damals lässt den jungen, angeekelten Taucher dank seiner Flossen zum Fisch werden – nur weg hier – Er sieht den Raddampfer „Unterach“ ablegen und versucht direkt hinter den Schaufeln am Heck auf der Höhe des Ruders abzuschlagen und dann gleich voll Übermut, beflügelt durch den Sog das andere Seeufer anzusteuern …  Wenn er nach kurzer Rast in Weyregg zurück schwimmt, erinnert er sich beim ersten Wadenkrampf zurück an schönere Momente der Sommer seiner Kindheit: An Spaziergänge mit dem Vater direkt nach einem kurzen, kühlenden Gewitter, den fetten Geruch der nassen Erde, an mehrfarbige, unterschiedlich lange & dicke Regenwürmer, die sich in einladenden Latschen ringeln … In jener Zeit als man nicht immer erfolgreich, aber begeistert versuchte speziell Elefanten und den Fliegenden Robert zeichnen …

flying-robertPaperino-Sigfrido disegnato da Giorgio Cavazzano.jpg

Als Kind lebte er nördlich des Donau-Limes. Hinter dem Pöstlingberg bei den Zwergen begann im kindlichen Kopf Nibelheim, denn ein Drache bewachte da die unheimliche Grottenenklave der nordischen Götterwelt, die unweit kurz vor der Giselawarte ihren Ausgang nahm. Ein kleines Gasthaus dort trug den verheißungsvollen Namen Asberg – ein nicht zu überhörender Hinweis auf den Göttersitz Asgard, der sich in den Wolken über dem Gis-Sender befinden musste. Von der Warte sollte man über die Regenbogenbrücke Bifröst  ohne Probleme dort hin gelangen …

Hier war man mit dem Vater unterwegs, der von diesen Sphären zu erzählen wusste in Sagen, Märchen und fiktiven Reiseberichten – Er selbst war kein Weltenbummler – eher so einer wie Karl May – eine Assoziation, die immer hochkam, wenn man in Alturfahr an der Donau bummelte und dabei an jener Villa vorbeikam die der Schöpfer Winnetous aufsuchte um einen Linzer Fotografen zu treffen. Die ach so geliebte Eisenbahnbrücke – Dresdens „Blaues Wunder“ zu Linz –  und die Nibelungenbrücke waren in frühen Kinderzeiten die verlässlich markanten Grenzposten all dieser Wunderwelten gegenüber der „feindlichen“ Stadt. Lange endeten hier die Spazierwege entlang des Urfahraner Ufers der Donau, wo direkt neben den dort ungefiltert sprudelnden, stinkenden Abwasserkanälen im bräunlichen Wasser gefischt wurde. Gleich hinter dem Pfenningberg mit dem Gasthof Daxleitner wurde das Schwarze Meer vermutet.

00077250.jpg.640.jpegLinz am Schw Meer lentopia.jpg

Als Kleinstkind führten Spaziergänge mit dem Vater wohl oft zum Waldspielplatz, wo sich in unmittelbarer Nähe auch die familiären Tiergräber im Unterholz befanden – Wellensittiche und Mäuse zur letzte Ruhe gebettet wurden. Am Weg dorthin lagen malerisch Wegaufheller und Kurzraststationen in kitschig putzigen Vorgärten – und so ging man von Zwergerlgarten zu Zwergerlgarten. Von Wasser bewegte, winzige Figuren, Minimühlräder und Windwerke von der Johann Babtist Reiter- bis zum Ende der Keplerstraße machten lange Wege ohne Gejammer und Protest möglich. Manchmal gelangte man so sogar bis zur Gründbergschleife. Zur Belohnung wurde für die Heimfahrt dort vom Vater der Bus vom „Jäger im Tal“ gechartert.Vögel.JPG    1976Ausflüge mit dem Vater hatten auch später fast immer Besonderheiten zu bieten:  So hatte man im Haselgraben hinter dem geliebten, kultigen Gründberg ein schreckliches Abenteuer zu bestehen: Eine endlose Viertelstunde war man mit der Abwehr der Attacken eines wilden, wölfischen Hundes im Wald beschäftigt, bis dieser ebenso plötzlich wie er aus dem Unterholz brach wieder verschwand. Doch nicht nur „Wunder und wilde Märe gibt es zu künden“ – auch kurios harmlose „Ausritte“: Als durch väterliches Zutun ein Kochlöffel sich im Mixer auflöste und das verheißene Früchteeis an der Decke der Wohnküche landete, war dringend Flucht und Ersatzprogramm angesagt und man unternahm eine Expedition durch die Traunauen zum Weikerlsee, wo es dann Papas einzigartige „Beamtenforelle“ gab.  

06-04-2018 19;22;17kl.jpgd0fb1z87oblv99now.jpgimg_0202oys41.jpgUnd dann gings zurück zum „Ende von Linz“ – dort wo sich die Florianer-Bahn & der E-Wagen in Ebelsberg fast trafen. Von hier wurde man mit letzterer Garnitur in 45 Minuten nach Urfahr verbracht, wo Mutter bereits schimpfend die letzten Erdbeerteile vom Plafond gekratzt hatte.  28042008amittel.jpgMangels eigenen Autos war man an manchen Sommer-Samstagen mit dem B-Wagen von der Biegung in Urfahr zum Bahnhof unterwegs und von dort mit dem Regionalzug nach Südlinz an den Pichlingersee – Zwischen 2 Badedurchgängen wurden neben Luftmatratze und Decke „leckere“ Tomatenfischkonserven geschlachtet und kombiniert mit je einer eher nicht ganz so reschen Semmel auf der Liegewiese direkt neben den Schienen der Westbahn gereicht …  

hering-in-tomatensauce-100__v-gseagaleriexl.jpgSpaunstr.jpgMeist nach dem 2.  oder 3. Güterzug fand die allernächste „Verwandtschaft“ Erwähnung.  Dem „Opa“ gehörten Teile der Westbahn. Er war ein großer Tierfreund, hatte im großen Haus beim Urfahraner Lindbauern in den Mauern riesige Aquarien in überdimensionalen Bilderrahmen, einen Affen und sogar ein Krokodil in der Badewanne – ein schräger Vogel und Glücksritter bei dem Geld keine Rolle spiele. Früher logierte man in der Haydenstraße beim Wasserwald. Hier wuchs Papa Fritz neben dem Blaue Elf –Platz als Ziehsohn bei dieser reichen Familie auf – seine Mutter hatte ihn aus Geldmangel nicht selbst aufziehen können – Als Dienstmagd in guten Häusern war sie in einem solchen von der sogenannten „Herrschaft“ geschwängert und dann fristlos entlassen worden …  An den wirklichen Großvater erinnert nur ein ganz intensiver Rosenduft, der bei einem Besuch mit dem Vater am Friedhof Kleinmünchen an einem Pfingsttag in der Luft lag, als er dessen Grab heimsuchte.

Mit seiner „Gastfamilie“ hatte er verdientermaßen großes Glück. Man ermöglichte ihm eine gute Kindheit und ebensolche Ausbildung inklusive HTL-Matura. Nach dem Krieg schlug er die Beamtenlaufbahn ein und hatte immer speziell zum Sohn der Familie einen guten Kontakt. „Onkel Toni“ war es auch der den Kleinen von Fritz mit seinem schnittigen Opel Rekord damals mit 4 Jahren zum ersten Urlaub auf die Turrach brachte. Hier am Rinsennock mit seinen Geröllhalden er- und überlebte man einen Felssturz: Ein schwerer Brocken flog über Mutter und Kind während man mit einer der vielen so tollen Aufstauungen und Bachbettverbauungen beschäftigt war. An anderen Tagen suchte man Wege durch den „Sink“ (– Kindermund für Sumpf) oder fing Kaulquappen auf der Mini-Halbinsel im Turrachersee – Mama und Papa wechselte sich betreffend Urlaub ab, um den Kleinen möglichst lang in der guten Gebirgsluft zu halten und quartierten sich in der, eine Spur günstigeren Dependance des Berghotels ein … Da wurde der kleine Häuptling „Adlerauge“ ein guter Freund – Er lebte im Entenhausener Wäldchen auch an einem See – gemeinsam mit Schwester Silberschlange …31-01-2018 19;05;36Micky.jpg  06-04-2018 19;32;29a.jpgDaheim war man damals gerade noch in der Altomonte-Straße mit mit ihrer alten Kokshandlung und dem dazugehörigen Froschteich. Dahinter erstreckten sich Felder bis zum Urnenhain. Die eigene Welt war noch extrem klein und befand sich im wesentlichen zwischen zwei Sandkisten. „Klein Adlerauge“ hieß dort Gerhard und dieser verteidigte heldenhaft dieses Hofterritorium zwischen dem versteinertem Nilpferd und dem Wasser spuckendem Seehund gegen „Mitbewerber“ aller Altersgruppen …  In diese Zeit fiel auch der Erstkontakt mit Feuerwasser: In einer Flasche Limonade versteckte sich ein Mund voll billiger Wein zum Kochen und im speziellen Fall: Verzweifelten Ausspucken …  374122_cms2image-frame-1024x1024_1pFOBc_sPfvfaDieses „Indianer-Gen“ und das Grausen, das sich nach ein paar Schluck „Fusel“ aus dieser „Saftflasche“ einstellte hielt bis heute an – allein der Geruch von Bier erzeugt Brechreiz – so intensiv wie fast jeder andere Alk auch, dass man selbst 10 Tage Russland trotz Bedrängnis durch die Gastgeber ohne Wodka locker überstehen konnte – beim Abflug prosteten die Genossen resignierend selbst mit Cola zu  …  Dieser amerikanischen Brühe war man lang sehr zugetan bis hin zu Ideen-Wettbewerben bei denen man für eine Verknüpfung von Oper und Coke in Form von „Cola di Rienzi“ sogar eine Wagenladung des beworbenen, braunen Zuckerwassers vor die Tür gestellt bekam. Nach mehreren Fruchtwasserversuchen ist man letztendlich bei H20 gelandet. Wer in einem Weingarten wohnt und einen Biernamen führt, tut jedenfalls gut daran nicht auch noch Alk zu trinken – egal welcher Provenienz … 

Nach diesem irrtümlichen, kleinkindlichen „Besäufnis“ hörte der 4-jährige auch gleich zu Rauchen auf – Der väterliche Kettenraucher gab > w. o.<  – für ein mittelschweres Asthma reichte es ! Dazu kam Eisenmangel, den Kinderarzt Dr. Berlek in seiner dunklen Ordination in der Hauptstraße mit gefürchteten Spritzenkuren bekämpfte. Viel lieber ging man zum Hautspezialisten der im Wartezimmer einen bunten Straßenteppich mit Autos hatte und sich immer kurz Zeit zum Spielen nahm – da ließ man sich gern Salben für lästige Juck-Ekzeme an den kindlichen Extremitäten verschreiben … Vielleicht wär alles auch anders gegangen, aber „Unverträglichkeit“ gabs damals noch nicht !  21-12-2017 21;46;55.jpgSo sah es aus als noch keine „Leonfeldnerstraße 42“ existierte, noch kein 1. Neubau inmitten der Karlhofsiedlung hochragte und dort noch viele, kleine Schrebergärten, Schlammpfützen und Gstätten mit jeder Menge Kleintiere das Terrain bestimmten – bis hin zu einer schmalen Linken Brücken-Straße und dahinter begannen die Felder des Bauern neben dem Urnenhain-Wäldchen, der alle Flächen bewirtschaftete, wo heute Autobahnzubringer und Prokaufpark das Bild bestimmen …  Die Wohnung in der Altomontestraße wurde aufgegeben. Nur die kleine Leihbücherei an der Ecke Linke Brückenstraße war noch bis zur Unterstufe alle Monate aktuell und dann faktisch ausgelesen. Freund Gerhard wurde aus dem Adlerauge verloren und Fredi trat auf den Plan: Dieser hatte, egal ob ein Zwergerlgartenspaziergang mit dem Vater oder eine Rodelpartie beendet worden war, zum Unterschied von allen anderen einen Kasperl-Pezi-tauglichen SW-Fernseher zur Verfügung inkl. jeder Menge Essen – besonders begehrt: Schinkenbutterbrote mit Gurkerl, Tomaten, Radieschen, Senf und Ei – ein Wahnsinn …Wenn seine Mama nicht gerade die 4 Söhne plus Freunde bewirtete, bediente sie auch sonst das klassische Frauenbild der 60er, wusch Wäsche und polierte im Hof die Fenster eines Autos. Unter dem Skoda lag der Vater von Fredi – Ölwechsel, Batterie, Zündkerzen, Bremsen oder einfach so mit Kontrollstab, Tuch und Schraubenschlüssel – inklusive: Autowaschen und Wasser nachfüllen – Highlight: Reifenwechsel und jeden Abend Schutzplane statt Sonnenschutz …  Auch geeignet speziell gegen Leder- und Federbälle einer feindlichen Kindermeute …   

01-08-2016 17;03;26.jpg9e09a69a0065f695ea2152c49bdb8305.jpgUnser „Altomonte-Migrant“ hatte sich an der Leonfeldner- / Ontlstraße schnell eingelebt: Im „Hof“ nannte man ihn den „Burgamaster“, nachdem er bei einer seiner auswendigen „Mickymaus-Lesungen“ die er für die gleich alten Fünfjährigen auf einer Bank neben dem Sandkasten abhielt gefragt wurde was er denn später einmal werden würde …  Seine Frau hatte sich zwar als Kind nach einem „Zirkusbesuch im geschätzten Beisein des Landeshauptmanns“ einen solchen  gewünscht – eine Stufe drunter war aber dann doch gerade noch ausreichend …

Dieser Tage hatte man allerdings andere Sorgen: Die wilde „Maridl“ aus der Ontlstraße und am Waffenrad ihr schrecklich gefährlicher Bruder – eine noch schiachere Ausgabe von Franck Ribéry … in der „Lehmgrube“ hatten alle vor diesen Geschwistern mehr Angst als vor Brennesselsträuchern, sowie allen Schlangen, Spinnen & Kröten. Im Ernstfall ab mit der roten Diesellock & dem Sittich Pipsi im Waggon in den Tunnel …mjt28KIG5TI1E_T5_cjTBcA.jpg960_-1671043908.jpgKleinbahn_H0_scale_model_railway_ÖBB_electric_locomotive_1280.jpg

In den 60ern – als man noch bei 28 Grad von Hitze sprach

Volksschule bedeutete damals in der 2. Klasse: Stehen bis es ruhig war, Hände auf den Rücken oder auf die Schulbank, Lami-Füllfeder mit Drehverschluss zwecks Ansaugens aus dem Tintenfass, Ziehen an den Ohren oder kurzen Haaren, Ecke stehen, ab 28 Grad „Hitzeferien“ … und dann endlich: „Große FERIEN“!!! – Täglich einfach nur SPIELEN mit Freunden aus dem „Hof“ …  Allerdings spätestens Mitte August kamen die Eltern auf die glänzende Idee sich einbringen zu müssen mit einem familiären Urlaubsangebot – da blieb dann anschließend meist nur noch eine Woche von den ersehnten Ferien übrig …

„Werden wir heuer wieder die ganzen Ferien mit Urlaub vertun?“ – fragte kürzlich ein kleiner Volksschüler seine staunenden Eltern. Ein schwer nachvollziehbarer Satz für trendige, junge, konsumorientierte Teilzeit-Nomaden, die von Kindesbeinen an selbst fremd bespasst brav im Rudel ihr Freizeitprogramm absolviert haben und wenig kontemplative Oasen für kreative Schübe benötigten – außer ab und an zwangsweise bei einschlägigen Managementseminaren …

JHM-1965-0487_-_Linz_tramway_(retouched).jpg5312i.JPGIn der Kindheit wäre dieses Bedürfnis nach Spielen gegeben – allein oder in Gesellschaft mit Dingen die scheinbar „keinen Sinn machen“ & nur in der eigenen Vorstellungswelt in jener Form existieren. Da wird ein Gitterbett zur „M-Linie“ mit ihren knarrenden Holzwaggons –  später ist es eine Holzschachtel, die über den Wohnzimmerboden geschoben wurde und im Kopf zu den alter Garnituren der Florianer– und Pöstlingbergbahn mutiert …  Später heißt es dann, wenn Ideen gewälzt oder im Kopf Texte und Bildeindrücke geordnet werden – sprich in kontemplativen, kreativen Momenten & Stunden: „Er sitzt bloß & schaut“ …  (- siehe nachfolgendes Video)

Ab St. Florian sind Impfungen notwendig“, warnt der ehemalige Jung-Linzer seine Zeitgenossen. Ägypten sieht ihn erst, wenn ein Eisberg den Nil hinunter treibt und wirkliche klimatische Zufriedenheit kann erst eintreten, wenn dies im Brücken-freundlichen Format auch auf der Linzer Donau passiert …  Jahrelang durfte er die eigenen Kinder nach Spanien, Griechenland und Italien begleiten – auf der jeweiligen Insel logierte man abgestimmt auf ihn jeweils an der Nordküste. Im Kinderlosen „Später“ drängte er zur Südküste – allerdings geschah dies jetzt in nördlicher Breite von Suomi bis Island …  Mittlerweile ist nur noch „Kerosin-armer Urlaub“ angesagt – sprich No Flight – Nahe – Nördlich, oder besser noch gar nicht ! – Es sei denn, es liegt ein Grund für die „Dislokation“ der eigenen Person vor: Festspiele, Festivals, Kultur … Die reisefreudige Gattin sieht das eher nach dem Motto: Jetzt hams mir terminlich die Kur so blöd bewilligt, dass sich die 2 Wellness-Wochen mit dem Afrika-Urlaub spießen …

oben: Mit „Urlaubsreif“ (Fadinger Kabarett im Posthof) machte er sich Luft …

Sommerfrische

In den späten 50er- & folgenden 60er Jahren war es mit dem Urlaub nicht ganz so arg wie heute bestellt: Man flog nirgends hin und schon gar nicht 4 oder 5 Wochen, sondern im „schlimmsten Fall“ 21 Tage – aber nicht ans Meer – das war doch für Freddy Quinn reserviert. Die Sippe wurde vom Neffen an den Attersee fahren – und das 15 volle Jahre lang …  selbst im „68er August“, als da der halbe „Warschauer Pakt“  nach Prag rollte …

Damit war man kaserniert als Kind in Nußdorf am Attersee, musste Tagebuch schreiben, der Lehrerin eine Karte schicken, täglich vorbei am stinkenden  „Pool“ der Lederfabrik zum Touristenmenü pilgern und man riskierte trotz Nivea veritable Sonnenbrände.

Aber dann ein unverhofftes Wunder: Plötzlich ein kurzer Kaltwettereinbruch in der zweiten August-Hälfte als es am Badeplatz für wenige Minuten nicht zu hageln, sondern zu schneien begann. Wenig später sorgte die durchbrechende Sonne wieder für das übliche Badewetter. Wunder 2: Als eine Welle einen Fünfjährigen in Ufernähe aushob, dieser dabei unters Wasser geriet, aber am flachen steinigen Seeboden nach wenigen Schritten in Richtung Strand wieder den Kopf aus dem Wasser bekam und zu seiner Mutter lief. In der nächsten Saison konnte er bereits schwimmen … Ein alter, pensionierter Schwimmlehrer kümmerte sich um alle Kleinkinder des Badeplatzes. Der Rest war: Schnorcheln, Tauchen und Mittelohrentzündung – ideal in Kombination mit Regenwetter – das bedeutete dann: Bettaufenthalt mit jeder Menge Micky-Maus-Hefterln aus der Ortstrafik und fieberfreies Tischtennis in der „Frühstückspension“…  Im Fernsehen lief „Orion“ und man durfte sich schon jetzt auf das ausnahmsweise ganztägige Rieder Messeprogramm der letzten Ferienwoche freuen: Kinderprogramm pur …

Tiere.JPGimages (4).jpgcowboys.JPG> Die damalige Stoffwindelgeneration trank „Kaba“, Omas und Tanten TITZE-Kaffee <   Linz war einstens die Ersatzkaffeehauptstadt Österreichs. Adolf Julius Titze gründete schon 1868 in Rottenegg (St. Gotthart im Mühlkreis) die „Erste oberösterreichische Feigenkaffee-Fabrik“. Im Jahr 1894 begann der Sohn Julius Theodor Titze, mit dem Bau einer Fabrik in Linz, 1895 erhielt er den Gewerbeschein zur Erzeugung von Feigenkaffee.  Hauptaktionär war damals bereits Karl Franck. Der Pöstlingberg in Linz wurde zur Schutzmarke des ab 1928 verkauften Feigenkaffees. Für Kinder bedeuteten diese Kaffeepackungen die Überraschungseier der 60er und so war dieses Getränk der Erwachsenen ganz wesentlich auch für die Kleinen. In alter Tradition wird noch heute im Traxl zwar echter Kaffee aber ohne Koffein bestellt … Allerdings gäbs nichtmal in einem Anfall von „Nostalgie pur“ dort Titze- oder Lindefiguren – und schon gar nicht in schönen großen Kaffee-Packungen, wie damals bei der Tante, als bei fortschreitendem Verbrauch plötzlich Plastik-Tiere und -Indianer heraus aperten …  Man stelle sich das vor bei Nespresso: Da gäbs maximal die 7 Zwerge, Mikroben und andere Einzeller …

esw-kleinalmerode01_gross.jpgimages Murmeln.jpg5722941827_8bc2b75766_b.jpgWas war damals alles „IN“? PEZ –Spender, mit Murmeln & Zehnerl „anmäuerln“, Räuber und Gendarm, Fix & Foxi, Tempelhüpfen, Gummispringen an der Klopfstange bei den Mistkübeln … dort fand auch der erste Kontakt mit der „Bühne“ statt: Im ORF lief damals in SW das Drama „Antigone“ (Burg) – Ein Sender – Ein Programm – Alle SpielkameradInnen hatten es gesehen ! Einige waren fasziniert und so nahm nach faktisch null Proben das Stück kindliche Gestalt an: „Die Antigone der Mistkübel“ – eine Art Initialzündung am Sektor Theater (- Bildungsauftrag erfüllt !)

 Fortsetzung: Ghetto-Bluster im Wohnzimmerfenster mit Klassik-Beschallung für den Hof an den langen Tagen des Vaters …  speziell ab 13 – zu Sommer-Festspielzeiten … musikschrank 50gerjahre nuss.JPG… schon der Sechsjährige lag mit dem Kopf im „Musikschrank“ – über ihm rotierte mit Geschwindigkeit 33 1/3 das Plattenteller – auf ihm eine dafür scheinbar zu klein geratene schwarze Scheibe – ein Mittelding zwischen einer noch kleineren Single (45) und einer ganz großen „Normalen“ (78) und es entfaltete sich neben dem brummenden Motorgeräusch des Spielers ein (nein nicht: „When I am 64“) immer lauter werdender, wohltuender voller Streicherklang des Intermezzos aus Cavallaria Rusticana oder ein späteres Leibstück: Die Bildnisarie der Zauberflöte (schon als Kind zum Mitsingen)     

 

19711109qh.jpgfaller autobahn 1.jpgDSC00667.JPGFaller-AMS-4857-Cadillac-Cabrio-mit-Blockmotor.jpg2d95857dde12647e8d6f0f9a3813f96b--scale-models-nice-things.jpg$_72.JPG

In dieser Zeit wurde die Kleinbahn abgelöst – Absolutes Muss: Faller-Häuser mit dem davor charakteristischen Nadelbaum und vor allem die Faller Autorennbahn mit rotem Opel, weißen Chevy und blauem Jaguar Sport …  Wolfi löste dabei langsam Fredi ab, denn der hatte zusätzlich eine Große Schwester und Girls wurden zusehends wichtiger … Was mit Gender-neutralem, anbiederndem Papierseviettensammeln begonnen hatte, trat nun in eine neue Phase: Aus der Herde (Wilde Steinbockspiele auf den   Schotterbergen der Dauerbaustelle) wurden gezielt gemischte Kleinstgruppen mit Irmi G & T, Sissi und Lotte, deren Vater Eugen ein gefürchteter und bekannter Ringer war, der ganz schnell auch mal eine Watsche andachte, Renate, die andere voll Inbrunst auch gegen berstende Glastüren drücken konnte, die große Monika mit ihrem ganz großen Bruder, der mit dem Spindler-Buam und dessen Kollegen Leitl schon in die Oberstufe ging …   da klopften erstmals zart aus der Ferne nicht nur die Hormone der 70er an. Wenig später drehte man zaghaft an der Wählscheibe des neuen Apperats, hatte genug Zeit in der Warteschleife des Viertelanschlusses wieder aufzulegen, um lieber doch ganz geheim vom Telefonhäuschen am Eck anzurufen. Und was man dabei ausmachte war fix und konnte bis mindestens übermorgen weder hinterfragt noch geändert werden. Daran sollten alle denken, die heute leichtfertig nach ihrem „Kommunikations-BMW“ greifen um ihre Termine zum x-ten Mal umzuändern …

 Eis 1965.JPG  Bazooka.JPGc3157f302e46ab0d09f360705bebc0f4--bazooka-gum-bubble-gum.jpg

1149354.jpg9783870703103-de.jpg

Neben dem Durchgang Ontlstraße gabs ein Lokal (später Videothek) mit Stollwerck, Bluna, Almdudler, Twinni (pfui Zitrone), Herzerl-Eis und Vanille-Schoko-Becher … Mit all diesen Köstlichkeiten buhlte man bei jeder Witterung um Beachtung – ganz COOL dabei:  Bazooka – geschmacklich ein Red Bull der eigenen Kindheit … Inhaltlich gings noch meist ums ORF-Programm mit Kulenkampff , Quiz 21, Vico Torriani,  „Was bin ich„, Western, Maigret, „Mit Charme, Schirm und Melone“ … aufmerksam beobachtet von der Hausmeisterin, der extrem ordinären, rauchenden Putzfrau im Erdgeschoss, den beiden netten, älteren Damen Kvikala und Winter, die alle Fensterplätze fußfrei hatten – ebenso wie der Omar Sharif-Verschnitt im Nachbarhaus, der dem Schulkollege Siegi G. täuschend ähnlich sah, der schon damals am Weg in Richtung Bühne war und hoffte, dass andere ihm folgen würden …

M.P.

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder … , die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !

 

 

 

 

 

 

HELD AUS DEM TRAFO – Bayreuth 2018

Was bringt den Leipziger Maler Leo Rauch und dessen Frau Rosa Loy dazu ihren Bayreuther Lohengrin in Bühnenbild und Kostümen „Blau“ auszustatten? Nun, die Synästheten Thomas Mann und Wagners Lebensabschnittsapostel Friedrich Nietzsche hatten wie Rauch bei dieser Musik die Assoziation „Blau“ – untermauert durch Wagners Begleit-Schrift aus dem Jahre 1853 zum Vorspiel der Grals-Oper: „Und im hellsten Licht des blauen Himmels verschwinden nun die Engel, so, wie sie sich zu Beginn genaht hatten“

Bayreuth 2018 aBayreuth 2018 b

Beim Bayreuther Lohengrin 2018 passiert allerdings gerade beim Vorspiel von dem sich diese Farb-Empfindungen herleiten optisch genau gar nix ! Das „Blaue vom Himmel“ zeigt sich erstmals in der folgenden Szene in der König Heinrich in der Aufmachung eines tapferen Schneiderleins auf versprengten Porzellanisolatoren vor einem verschmorten Teil (Gerichts-Linde?) im „Auenland“ an der Schelde (?) vor einem nicht (mehr) intakten Trafo bei Zähler-Stand Null zu Gericht sitzt – Perfekt in Spiel und Stimmführung der oft bewährte Georg Zeppenfeld . Das Bühnenbild (- ein Stimm-tragender Rundhorizont) nährt dabei gewisse Gedanken an flämische Malerei des 17. Jahrhunderts, allerdings mit einem inhaltlich kontrastierenden Interieur surrealer Wirkung, wie beispielsweise einem alten, aufgelassenen Umspannwerk. Romantik trifft auf Technik …  Metropolis-Ästhetik erscheint im Land „Blauen Blume“ …  Wer käme bei dieser obigen Beschreibung (ohne Einleitung) sofort auf die Idee, es könnte sich um Lohengrin handeln. „Elektra“ wäre namentlich wohl eher angesagt. Spätestens beim dreifachen Heroldsruf wäre man sicher beim richtigen Richard gelandet, wenngleich dieser diesmal eigentlich bereits deutlich vor den Festspielen laut erschallte:

 Wer hier im Gotteskampf zu „singen“ kam
für Elsa von „Bayreuth“, der trete vor,
der trete vor!

15620ecbc1906c71611665ffe003618a.jpg

JA an der Elbe – NEIN am Main

 Beim ersten Ruf von Maestro Thielemann beließen es Anna Netrebko und Piotr Beczala bei einer Elb-Erscheinung in Dresden. Man reüssierte zwar vor begeistertem Publikum in der Sächsischen Semper-Oper, aber Bayreuth 2018 wurde von den beiden Stars vorerst negiert, zumal man sich sprachlich nicht genug firm wähnte.

Beim 2. Ruf kniff 3 Wochen vor der Premiere Roberto Alagna – Ihm fehlte der III. Akt & auch ihm mangelt es an Deutsch-Kenntnissen. In früheren nicht so „trüben Tagen“ wäre in solchen Fällen ein ohnehin am Grünen Hügel die Walküre dirigierender Domingo spontan eingesprungen, aber heutzutage müsste man da schon einen ordentlichen Mangel an Telramund haben …

 „Siegreicher Mut“

 Der 3. Ruf spülte mit leichter Verzögerung nun doch Piotr Beczala am roten Main ans Land. So im Festspielbezirk angelangt, hatte er gerade mal drei Wochen Zeit sich in der heurigen Bayreuther Neuinszenierung mittels intensiver Proben einzugewöhnen – ein mutig, hehres Unterfangen. Als ihn einst der Schwan zur Karriere abholte war seine erste Station das Landestheater Linz. Hier sang er  u. a. den Werther, Belmonte (Die Entführung aus dem Serail) oder Lenski (Eugen Onegin) …

2019 soll Anna Netrebko mit ihm am Hügel mindestens 2x die Elsa geben …   Zum heurigen Auftakt war es die geniale Anja Harteros, die den „Retter von Bayreuth“ mit seinem italienischen Charisma in der Stimme erfolgreich herbei flehte.

Neo Rauch taucht Bühnenbild von Lohengrin in Blau  Bayreuther Festspiele.jpg

WAGNER AUS DER STECKDOSE

                      „Er ist der geheimnisvolle Fremde, der auch der Künstler sein könnte.                                                                      Ein Energielieferant, der am Ende scheitert“

Obiges Zitat stammt von Neo Rauch – Sein Lohengrin trägt eine Montur, die ein Elektriker in den 30er Jahren hätte tragen können. Nach Neuenfels´ „Rattengrin“ der letzten Bayreuther Schwanenritter-Inszenierung (auf Ratten) heuer also ein „Free Electric Man“im „Blaumann“ – Zum Jubiläum der Bayreuther Bühnenelektrik 1888 (?)

Er kam mit seinem „Ars Electronica-Schwan“, sah die leeren Akkus des flügellahmen Elfenvolks der Brabanter und siegte im Luftkampf als Ritter des Digitalen gegen den recht analogen Telramund, dem er dabei seinen Rechten Flügel kappte – eine insgesamt sehr kindliche Bühnenlösung (Märchen wäre hier eine billige „Ausrede“ / Anime eine glatte Übertreibung) – Die Regie schafft es auch immer wieder nicht nur technisch absolut illusionsbefreite Szenen-Übergänge zu kreieren … (Wechsel bei vollem Licht)

Christian Thielemann komplettiert mit seinem vorzüglichen Lohengrin-Dirigat den vollen Kanon der am „Grünen Hügel“ üblichen 10 Werke. Nach Felix Mottl (1856 bis 1911) ist er der Einzige, der das bis dato geschafft hat. Nur bei Chor/Solisten-Ensemble am Schluss des ersten Akts wirkte die „Apotheose“ musikalisch wenig homogen und drohte zu zerflattern …

Über dem Nachtstück des 2. Akts liegt die Nesselvorhang –Projektion Rauchs wie Elektro-Smog. Der Trafo wird in der Folge zum Techno-Tempel. Manchmal (speziell im 3. Akt) etwas schrill, die sonst perfekte, in ihrer Karriere leider letzte Ortrud Waltraud Meiers.

O r t r u d  f i r s t: „Entweihte Götter“

1993 war sie die Isolde in jener Heiner Müllers Tristan-Inszenierung, die jetzt im Herbst im Linzer Musiktheater zu erleben ist. Sie vermisst heftig die gute, alte Bayreuther Atmosphäre: Als man sich noch ohne Probleme ganz familiär zu einer Orchesterprobe im Festspielhaus jederzeit einfinden konnte – heute ist das Gebäude ein Hochsicherheitstrakt …  und Waltraud Meier eine Idealbesetzung wie eh und je …

Es folgte fast „Regie-befreit“ die „Münster-Szene“ – sprich: Trafo mit orangem „Vorzelt“ (Oranje ?)  30 Minuten lang werden zum hochzeitlichen Interruptus Blumen gestreut. Das entsprach  nicht unbedingt den Ansprüchen, die man an die Regie eines Achim Freyer Schülers Yuval Sharon stellen darf. Hatte er doch 2016 Erfolg an der Wiener Staatsoper mit Péter Eötvös’ „Tri Sestri“. Der Probelauf für Bayreuth war die Walküre in Karlsruhe.

„Tesla-grin“

Im III. Akt holte die Regie auch noch die „Me-too“-Debatte ins schon schwankende Schwanenboot: Die Liebesnacht mit dem hinreißend gesungenem Duett von Elsa und ihrem Ritter findet elektrisch aufgeladen („Sei meines Herzens Glühen nah“) im Trafo-Häuschen statt, mit einer „Kabel-Fesselung“ Elsas – spätestens hier brennen die inszenatorischen Sicherungen durch   (- garniert mit einem kurzen Stromausfall bei Vorstellung 2 der Serie) – Der nicht geerdete Telramund verbrutzelt ante portas …  „Motten-grin“ legt die Flügel ab, die man ihm zwecks Integration im Elfenreich verpasst hatte, deklariert sich souverän mit einer 1A-Gralserzählung inklusive verglimmender Chor-Deko (Glühwürmchenstandarten geht langsam der Saft aus). Die mittlerweile nicht mehr blaue, sondern orange Elsa bekommt für Bruder Gottfried einen farblich abgestimmten mit Horn, Ring und Schwert ausgestatteten „Schulranzen“ umgehängt, bevor dieser als Inkarnation des seligen Raumflugschwans in Gestalt eines putzig elektrifizierten Grünen Männchens (neue Farbe) die Bühnenmitte erleuchtet. Vom Outfit bestens qualifiziert als kleiner grüner Kaktus von Brabant wird er von der großen Schwester Hand in Hand in den Kindergarten der Umsetzungen gebracht – auch die Kugeln aus der „Mottenkiste“ dürften nun Wirkung zeigen: Alle strecken endgültig die Flügel …  und wenn sie nicht gestorben sind, dann singen sie in diesem Ambiente auch nächstes Jahr wieder so herrlich – und allein dafür zahlt es sich schon aus !

Edle „Leihgaben“ unseres Musiktheaters

Neben „Lohengrin für die Kleinen“ gabs auch noch R. Strauss für Erwachsene mit 2 aus dem derzeitigen Linzer Musiktheater-Ensemble: Matthäus Schmidlechner und Mathias Frey agierten ganz hervorragend im Judenquintett der sensationellen „Salome“ an der Salzach – unter der formidablen Stabführung von Franz Welser-Möst („Global-Linzer“) Herzlichen Glückwunsch

 Zwei „Linzer“ in Bayreuth:

Neben dem „Linzer“ Piotr Beczala war Stephen Gould, der mit seinem fabelhaften
Tannhäuser an der OÖ. Donau seine Wagner-Karriere begann, am Grünen Hügel vertreten. Auch heuer reüssierte er wieder als Bayreuther Tristan und als gefeierter Siegmund in der „Domingo-Walküre“. Apropos Dirigat – Es ist kein Greis im grauen Gewand, wenn gleich es manchmal etwas müde, extrem langsam und leise daher kommt … Gefühl für Sänger ist angesagt. Schluss des 1. und Beginn des 2. Aufzugs verliefen nicht ganz friktionsfrei, was auch das Publikum mit einem doch leichten Schlussmurren kund tat. Hauptproblem war aber sicher das Ankämpfen gegen Castorfs Bilder und sinnentleerte Bühnenaktionen: Russische SW-Propagandafilme an jeder nur unpassenden Stelle („Wotans Abschied“ mit Zündschnur & deplaziert frühem „Feuerzauber“ ), marode Erdölpumpen, die sich asynchron ins Geschehen reklamieren – Regie, die weder der Musik, noch der Wagnerschen Dramaturgie vertraut  – eine „Dekonstruktion“ ohne die Konstruktion je verinnerlicht zu haben … Es sei hier ein Zitat der Regie bemüht: Da kriege ich das Kotzen !

  46-106178229.jpgWalküre-Feuerfelsen.jpg

Dagegen und mit 34 Grad Außentemperatur im Backofen Festspielhaus hatte der Maestro zu kämpfen – als passenden „Höhepunkt“ gabs von der Regie noch eine brennende Riesentonne als wärmenden Flammenring – „Hundstage in Bayreuth“ – Nur eines will ich noch: Das Ende !

launchy-view-1374505742878_1374512948029810.jpg– Und Wotan wurde erhört: Man stieg heuer nur noch in den rudimentären „Baku-Rest-RING“ von Frank Castorf (Rohöl-gold, Crocodile Siegie und Odessa-dämmerung waren bereits eingemottet) – der zeitlose, Ideologie-offene Revoluzzer Wagner wird es zu danken wissen …

Manfred Pilsz

Wetterzauber.JPGGanz wesentlich am Hügel indoor : Donners „Wetterzauber-Fächer“ 

Klimaerwärmung oder doch ein Irrtum:

 22-01-2018 11;54;17.jpg

PS.: Die 1. Festspiele ohne den viel zu früh verstorbenen Karikaturisten Klaus Häring

25-04-2018 10;26;20.jpgwalhalla heute.jpg… grüß auch die holden Wunschschesmädchen …

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder … , die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !

„NIE SOLLST DU MICH BEFRAGEN“ (!?)

„Wer nun dem Gral zu dienen ist erkoren“

LOHENGRIN – Welch Wunder „SCHWANt“ den Staunenden?

Aus fragiler Stille höchster, sphärischer Streicherklänge sammeln sich Töne zu schwellenden Klangwogen, die am Höhepunkt der Apotheose sich über dem Auditorium wie aus einer übervollen Schale segensreich ergießen – so auch an diesem Nachmittag im Dunkel eines Saals. Die langsam anschwellende Musik hatte eben das leicht Knarren des Holzbodens geschluckt, als aus der ersten Bankreihe eine Mädchenstimme leise Blau sagte – „Ich empfinde es als Blau“  Ein dankbares Lächeln war dem Bartgeflecht des Gesichts das sich in Richtung der Wortmeldung umdrehte zu entnehmen – ein junger Mensch hatte signalisiert scheints am Auftritt des Wunders Teil haben zu können. Meist hapert es anfangs allein an der Bereitschaft, oder dem Selbstvertrauen sich dem Unbekannten der hehren Kunst auszuliefern und gar noch die schier unbezwingbare Schwelle sich verbal zu veräußern, zu überwinden. Früher konnte man den drängenden, inneren, missionarischen Auftrag wesentlich häufiger erfolgreich wahrnehmen und hat dabei positive Bestätigung erfahren: Da wurden gut gebuchte Busreisen für Interessierte zu den Opernhäusern an Wochenenden nach Wien und München organisiert, kombiniert mit Einführungsvorträgen an langen Nachmittagen im Schulhaus. In den 2000er Jahren konnte man die Oberstufe in Klassenstärke im Musiktheater meist nur noch bei Hauptproben im Rahmen des Vormittagsunterrichts antreffen. Am Abend war es eine Hand voll Leute bei Heulern wie „La Boheme“ oder „Rigoletto“ …   Ein paar Jahre davor erschien der Gralsritter wenigstens noch einer kleinen Gruppe von 12 Wagemutigen konzertant im Linzer Brucknerhaus …   Wie kann man sich dem Licht des Grals entziehen? Dem fürs ganze Leben wonnig infizierten Lehrer schien dies unverständlich, doch lag es auf der Hand: Die musikalische Sozialisierung durch das Elternhaus fand nicht mehr wie in den 60er, 70er und ab und an in den 80er Jahren noch meist klassisch geprägt oder neugierig offen statt, sondern ganz anders oder gar nicht. „Trendige“, analoge „Zeitgeist-Medien“ sprangen ein und letztendlich das Internetz – das gab den wenigen missionarischen „Einzelkämpfern“ nur noch wenig Chancen & Freiräume …  – „Mission Impossible“?

Der Trojanische Schwan.JPG„Trickreiche Missionierung“

So mutet das zarte Blau aus dem Off als wahres Wunder an. In diesem Fall ist es egal, ob der Rest im Dunkel des Saals aus Hausübungsmachern, Handy-Interessierten oder „Lernen für Prüfung“-Leuten besteht …  es wird aber wahrscheinlich auch weitere Probanden geben, die sich ebenso auf die Aura des Grals eingelassen haben und die mittels Zeichnungen zu anderen erfreulichen und für sie durchaus genauso richtigen Visualisierungen kommen, aber diese EINE hat eben das ultimativ wahlverwandte Farbempfinden Blau geäußert und das lässt alles andere in duftigem Rosa erscheinen … „Blau, von opiatischer, narkotischer Wirkung“ empfand diese Musik einst auch Wagners Lebensabschnittsapostel Friedrich Nietzsche …

Neuschwanstein.jpgUnd was schreibt der Dichterkomponist selbst zum Lohengrin-Vorspiel? Hier nun also Richard Wagner dazu in einer Schrift aus dem Jahre 1853:  Aus einer Welt des Hasses schien die Liebe verschwunden zu sein: in keiner Gemeinschaft der Menschen zeigte sie sich mehr als Gesetzgeberin. Aus der Sorge um Gewinn und Besitz sehnte sich das Liebesverlangen des menschlichen Herzens endlich wieder nach Stillung, da es in dieser Wirklichkeit nicht mehr zu erfüllen war. Die Vorstellungskraft gab diesem unbegreiflichen Liebesdrang eine Gestalt außerhalb der Wirklichkeit. Unter dem Namen „Heiliger Gral“ glaubten, ersehnten und suchten die Menschen eine tröstende Vorstellung, die als wirklich vorhanden und doch unnahbar fern galt. Dies war das kostbare Gefäß, aus dem einst der Heiland den Jüngern den letzten Abschiedsgruß zutrank, und in welchem dann sein Blut, als er am Kreuze aus Liebe litt, aufgefangen wurde. Dieses Gefäß wird bis heute als Quell unvergänglicher Liebe verwahrt. Schon war der Heilskelch der unwürdigen Menschheit entrückt, als eine Engelschar ihn aus höchsten Himmelshöhen wieder herabbrachte, ihn unter die Aufsicht reiner Menschen stellte, um sie so zu irdischen Streitern für die ewige Liebe zu machen. Diese wunderwirkende Niederkunft des Grales im Geleite der Engelschar und seine Übergabe an hochbeglückte Menschen, wählte sich der Tondichter des „Lohengrin“ als Einleitung für sein Drama aus, um dieses Bild – diese Erläuterung möge mir erlaubt sein – dem Hörer in Tönen vorzuführen:

 Zu Beginn verdichtet sich als Ausdruck überirdischer Liebessehnsucht der klarste blaue Himmel zu einer kaum wahrnehmbaren, zauberhaften Erscheinung. In unendlich zarten Linien zeichnet sich mit wachsender Bestimmtheit eine Engelschar ab, die sich aus lichten Höhen unmerklich herabsenkt, indem sie in ihrer Mitte den Gral mitführt. Sobald die Erscheinung deutlicher wird und sichtbar der Erde zuschwebt, entströmen ihr süße, berauschende Düfte: sie wallen wie goldenes Gewölk nieder, und nehmen die Sinne des Betrachtenden bis in die Tiefe seines Herzens gefangen. Bald verspürt er lustvolle Schmerzen, bald beglückende Lust. Der Zauber der Erscheinung weckt in ihm mit unwiderstehlicher Macht alle unterdrückten Liebesbedürfnisse. Sie steigern sich ins Unermessliche, so dass er von der gewaltigen Sehnsucht fast zerstört wird. Noch nie empfand ein menschliches Herz solche Hingebungs- und Auflösungstriebe. Und doch beglückt den Betrachter diese Empfindung. Vor seinen überwältigten Sinnen breitet sich die göttliche Erscheinung aus. Und als endlich der Gral enthüllt wird und dem Blick des Gewürdigten nicht mehr verborgen ist, sendet er aus seinem Inneren Sonnenstrahlen höchster Liebe, leuchtet er weithin sichtbar wie ein himmlisches Feuer und alle Herzen erbeben im Flammenglanz seiner ewigen Glut. Da schwinden dem Betrachter die Sinne; wie ohnmächtig sinkt er nieder. Doch über ihn gießt der Gral seinen Segen aus, mit dem er ihn zu seinem Ritter weiht. Die leuchtenden Flammen dämpfen sich zu mildem Glanz ab. Dieser verbreitet sich wie ein Atemhauch und erfüllt den Anbetenden mit unglaublichem Entzücken. Lächelnd schwebt die Engelschar wieder in die Höhe. Den Ursprung der Liebe, den „Gral“, der auf Erden versiegt war, brachte sie von neuem zu uns zurück. Sie stellte ihn unter die Aufsicht reiner Menschen, in deren Herzen er segnend wirkt. Und im hellsten Licht des blauen Himmels verschwinden nun die Engel, so, wie sie sich zu Beginn genaht hatten. Alles löst sich in sphärischem Pianissimo auf …

Hier nun die Entsprechung der Erscheinung dieses Wunders im Bühnenweihefestspiel:

(aus dem anderen „Gralsmusikdrama“ Parsifal)

Guremanz

Ihm neigten sich in heilig ernster Nacht
dereinst des Heilands sel’ge Boten:
daraus der trank beim letzten Liebesmahle,
das Weihgefäss, die heilig edle Schale,
darein am Kreuz sein göttlich Blut auch floss,
dazu den Lanzenspeer, der dies vergoss
der Zeugengüter höchstes Wundergut,
das gaben sie in unsres Königs Hut.
Dem Heiltum baute er das Heiligtum.
Die seinem Dienst ihr zugesindet
auf Pfaden, die kein Sünder findet,
ihr wisst, dass nur dem Reinen
vergönnt ist, sich zu einen
den Brüdern, die zu höchsten Rettungswerken
des Grales Wunderkräfte stärken.
 

Lohengr.II.Akt_L54t.c9c0b7cd.jpgLohengrin 1954 (7. August)

Thomas Mann, der sich mit den Werken Wagners intensiv auseinandersetzte und künstlerisch darauf reflektierte wie u. a. in seiner Novelle „Wälsungenblut“)  präzisiert den empfundenen Farbton, wenn er von seinem „Lohengrin in seiner blau-silbernen Schönheit“ spricht … in einer Rundfunksendung, die im Frühsommer 1954 ausgestrahlt wurde … in zeitlicher Nähe zu den Bayreuther Festspielen, die am 7. August. den „Schwanenritter“ am Spielplan hatten. Es wäre das erste Wagnersche Werk gewesen, das Menschen, die am Tag zuvor geboren wurden dort hätten erleben können …  der 6. August selbst war 1954 extra spielfrei gehalten worden …  und am Vortag hatte man „Parsifal“ (Regie: Wieland Wagner) angesetzt. Sein Bruder Wolfgang war für den „Lohengrin“ zuständig – ausgestattet mit einem sensationellen Sängerteam in dem in „Neu-Bayreuth“ neben Windgassen und Nilsson auch schon Theo Adam vertreten war, den der damals Neugeborene Jahre später in Linz interviewen durfte (siehe Bild) …

22-01-2018 09;34;46.jpgIm Gespräch mit KS Theo Adam 

Alljährlich naht vom Himmel eine Taube

 Ein Gralsdrama, eine Pfingstoper mit Taube und Schwan – Stichworte, die auch den Parsifal charakterisieren. Eingeleitet mit einer ätherische Ausgabe des wogenden Tristan-Vorspiels … einer instrumentalen Kurzfassung des Stückinhalts: „Das Wunder kommt in die Welt und entschwindet wieder“ …  anschwellend bis zum Höhepunkt – Da müsste sich Tor schließen, sollte die Musik bei der „Verabschiedung“ des Autors im Kreise der Trauernden erklingen …

Lohengrin – das WUNDER, an das man GLAUBEN sollte und das durch HinterFRAGEN zerstört werden kann … das sich in diesem Fall auflöst und so wieder entschwindet …

Lohengrin – das FREMDE aus einer anderen (besseren) Welt, das eindringt in eine Gemeinschaft wie Parsifal, wie der Holländer … erlöst wird und/od. Erlösung bringt …

  „Lohengrin ist blau“, sagt also auch der nicht unbedeutende Maler der Gegenwart Neo Rauch – Doch ist BLAU allein genug? Nun, die Neuinszenierung in der Regie von Yuval Sharon („Schüler“ von Achim Freyer) wird es uns zeigen …

Flügelstürmer statt Flügelhelme <– Hier Infos

                     … Schwan, Taube, zuletzt in Bayreuth: Ratten & heuer „Insekten“ (?)                                        – in jedem Fall ein tierisch gutes Stück !

22-01-2018 09;42;15.jpgmedia.media.f678d240-2971-4dd8-b1f1-ff3d501a05db.original1024.jpglohengrintherm-logo.jpeg

Wann geht der nächste Schwan?

Herzog Lohengrin.jpg

Das waren noch Zeiten als Werner Herzog den Gralsritter hier durch einen Laser-Tunnel auftreten, oder Günther Ücker ihn von seiner rotierenden Nagel-Scheibe ausspucken ließ …

Manfred Pilsz

– ein ansonsten eher anaLOGEr Wagner-„Influencer“                                                           (früher gern auch; „Apostel“ oder „Apologet“)

Althea Bridges                         Manfred Pilsz                     Margit HaiderORF Sendung  10 Jahre RWV Kl.jpg

Liebesduett III. Akt Lohengrin (Ausführende im Bild) mit sensationellem Tasten-Orchester, strahlender Elsa und Blut-schwitzendem Blogger – hier: Kritik & Bilder

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder … , die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !

 

 

„FLEXIBILITÄT“ & DIGITALISIERUNG …

stress-arbeitszeit-678x381.jpgEines der wesentlichen, höchst aktuellen Streitthemen betrifft zurecht die höchst notwendige „Flexibilisierung“ der Arbeitszeit, die allerdings in Good Old Austria kurzsichtig total rückwärts orientiert ausgelegt wird: Im analogen Denken „Neo“-„liberaler“ Greise heißt es:  Es sei ein Gebot der Stunde(n), dass Mitarbeiter (weitere)  zwei Stunden („freiwillig“) länger arbeiten („dürfen“) müssen, wenn es ab und zu eine sogenannte betriebliche „Notwendigkeit“ gibt – Soweit die eine Sicht der Wirtschaft – sanktioniert von nicht unwesentlich bestimmenden Teilen der hiesigen Politik.

Flexibel in Guten wie in Schlechten Zeiten – sprich: Freiwillig 12 Stunden wenns floriert kompensiert durch zwangsweise „Freizeit-Blöcke“ bei flautenbedingter Kurz-Arbeit …  Dabei könnte man genauso gut Leasing-Arbeiter in rosigen Phasen zum Zug kommen lassen, anstatt tatsächliche und angeblich„Freiwillige“ zu Zuschlagfreien Extrastunden zu nötigen. Wohin soll das ganze führen: Arbeiten bis 100 und das möglichst 25 (!) Stunden am Tag – aber natürlich: Freiwillig (!), sonst: Kündigung als einzige „Aufstiegschance“ …

20030826_Rente_EintrittsalterWeniger Geld für Kindergärten vom Bund !(?)

Herzfreie Kopfgeburten jenseits von zu umgehenden Betriebsvereinbarungen und ausgeschalteten Gewerkschaften mit teils unmenschlichen Familienperspektiven …Extrembeispiel: Eine allein erziehende Mutter (funktioniert aber auch mit Eltern, die als  Vollzeit-Doppelverdiener in Erscheinung treten müssen) ist von dann 8 bis 20 Uhr im Job   (- hierbei sind zeitlich die „zumutbaren“ An- & Abfahrtswege noch nicht eingerechnet !)   – Kindergärten haben dann längst geschlossen und sollte es sich um Schulkinder handeln, so hat auch die Ganztagsbetreuung da längst das Handtuch geworfen (- natürlich könnte man diese gesellschaftlich wirtschaftlich verordnete „Zertrümmerung“ von Kinder-Elternbindung im Sinne einer opti- und maximalen „Aufrechterhaltung“ der Wirtschaft ja auch noch bis in die Nacht-Stunden verlängern oder gleich „Internate“ einrichten. Und in den „passenden“ Phasen des „Zeitausgleichs“ kann dann ohnehin ausreichend „qualitativ“ (?) auf die „Bedürfnisse“ der Kinder und so „eingegangen“ werden … Dass sich SchülerInnen (Nomen est eh schau wissen) da gerade möglicherweise im Unterricht befinden, könnte stören (!) – aber nur solange nicht auch hier die Wirtschaft per Politik abgestimmte Stundenpläne herausgibt und sich ein-bildet am besten gleich selbst vorgeben zu müssen wie „nützliche“ Aus-Bildung auszusehen hat ! Besserwisser werden hier anmerken: „Lächerlich – Was würden denn da seit Jahren die Leute im Schichtdienst machen? Antwort: Wenn Schichten 12 Stunden oder länger dauern wäre die gelieferte Qualität der Arbeit zu hinterfragen. In jedem Fall ist die Gesundheit gefährdet ! Schichten verlaufen im Normalfall geordnet und nicht überfallsartig „flexibel“ …

Bei soviel „Freiwilliger“ Arbeit bleibt dann aber wohl keine Zeit mehr für „Freiwillige Feuerwehr“, diverse Rettungsdienste und all die anderen für den Staat bis dato so billigen Hilfsdienste für die eigentlich eben dieser zuständig wäre und in der Folge à la longue gesehen auch dann selbst wird dafür gerade stehen müssen. Schon jetzt sind private Kulturinitiativen, Kulturvereine dem Pensionistenstand überantwortet, da Jugend und arbeitende Bevölkerung schon jetzt über keine freien Zeit-Ressourcen mehr verfügen –es bleiben ja kaum mehr als 8 Stunden Schlaf.

Wer unbedingt geblockt mehr arbeiten will, der konnte dies auch schon bisher tun – besser bezahlt, ohne „Gewissenszwang“ und Auskunftspflicht (- Gründe fürs >Warum Nicht<)

Hamsterrad-verlassen-Sprueche-Mensch-Arbeit-Job-raus-aus-dem-Systembe80c9fde8c269a1da72787d579aec34

… und das ALLES in der DIGITALEN Morgendämmerung …

 Nun wogt der Streit zwischen „Flexi-billig-sierung“, erlaubt geblockter Freizeit, „Selbstbestimmung“ & gewerkschaftlichen Schlagworten wie „Lohnraub“ im „Hier & Jetzt“ sinnlos wild hin & her. Eins werden mit der Firma – quasi eine Ehe eingehen mit dem Arbeitgeber, wie in Japan und Südkorea (Suizid-Rate) – wo allerdings jetzt ein zukunftsorientiertes Umdenken in Richtung der Reduktion von Arbeitszeit einsetzte    (- siehe auch Anhang: Dr. Mara / OÖN). In der Alpen-Republik an der Donau hingegen werden Jahrzehnte alte Forderungen „endlich“ im „Sinne“ der Wähler umgesetzt.

Dabei „denkt“ und agiert man allerdings total an den Anforderungen und Problemen unserer Zeit vorbei. Man kann nicht 5 vor 12 in Sachen der Digitalisierung einen möglichen 12-Stunden-Tag auch nur ansatzweise als Lösung von Zukunftsproblemen am Sektor Arbeit abfeiern. In kürzester Zeit wird uns der Segen der digitalen Welt nicht nur unliebsame Arbeiten abnehmen und uns vielleicht sogar ein zuviel an unerfüllter Freizeit schenken. Da wird es diesmal dann nicht reichen für andere Versäumnisse ersatzweise oder als Ablenkung Routen zu schließen. Die böse „Wirtschaftsmigration“ käme diesmal eruptiv von innen – mit viel Glück nicht revolutionär, sondern kanalisiert durch eine unverzichtbare, typisch österreichische Sozialpartnerschaft.

roboter-job-digitalisierung-branche.jpgNicht Flüchtende (aus welchen Gründen auch immer) sondern Roboter aller Art werden uns Arbeitsplätze kosten – aber nicht nur am „Fließband“ wie einst, sondern hinauf bis in die „oberen“ Etagen. Denn im Unterschied zur Industriellen Revolution werden sich als Ersatz nur eher ganz kleine, hochqualifizierte Arbeitsfelder auftun, wo nur einige wenige durch „Umschulung“ in den dann raren Genuss neuer Betätigungsmöglichkeiten kommen werden.

180622-1744-948-0900-148999-230609sanduhr.jpgUnverzichtbar sicheren Banken am Beschäftigungssektor werden sind dann die derzeit noch schlecht bezahlten Sozialberufe wie Pfleger, das Schulwesen oder Kreativjobs, Denkfabriken und die Computer-Welt … Anstatt engagierte, talentierte Kindergärtnerinnen und das gute Pflegepersonal zwangsweise zu „akademisieren“ wäre es vernünftig wirklich dafür Begeisterte einfach so wesentlich besser zu bezahlen – beseelte, gute Pflege benötigt nicht unbedingt einen „Bachelor“ am Krankenbett. Man wird auch beim Pensionsalter umdenken müssen und es senken: Für Schwerarbeiter ein Segen – allerdings für schwerverdienende Schreibtischtäter unverständlich – für Sesselklebende Politiker egal – die könnens eh bis zum Abwinken aussitzen als Mandatare oder in „Aufsichtsräten“ …  In jedem Fall müsste hier die Politik ansetzen und nun rasch Lösungen anbieten, die Gesellschaft und ihre eingefahrenen Denkmuster umstrukturieren und die Menschen dringend und umfassend darauf vorbereiten. Die letzten Landtagswahlen sind längstens vorbei …Man sollte nicht zu langsam, aber um so sicherer die wesentlichen Themen -formuliert im „Neusprech“- auf Augenhöhe fokussieren, diese schleunigst implementieren und das verdammte Momentum nutzen, um so dann sagen zu können zwar spät, aber vielleicht    doch noch bevor sich irgendjemand radikalisiert, fast alles richtig gemacht zu haben !

robotermenscharbeit.jpgDa wäre vor allem Flexibilität im Denken angesagt:

Gerade in der jetzigen > Übergangsphase < zur Digitalisierung erscheint eine Flexibilisierung in Richtung einer Ausweitung von möglicher Arbeitszeit extrem kontraproduktiv. Vielmehr müsste man sich im Sinne der gerechten Aufteilung der dann noch vorhandenen Arbeit von der täglichen Dauer eher an (je nach Bedarf immer kürzer werdenden) Teilzeit-Modellen orientieren – natürlich bei vollem Lohnausgleich – gesichert durch den, durch Digitale Umstellung erwirtschafteten Mehrwert der Betriebe (Effizienzgewinne) und die dann hoffentlich endlich bezahlten Steuern & diesbezüglich eingetriebenen Schulden von globalen Großkonzernen

Angesichts der totalen Umstrukturierung von Gesellschaft & Arbeitswelt bedingt durch die Digitalisierung wird ein > Bedingungsloses Grundeinkommen < eine vernünftige und so unabdingbar notwendige Konstante darstellen …

Hier weitere Infos zur Thematik DIGITALISIERUNG UND ARBEIT

M P

Nicht viele Menschen haben das Privileg wie der Autor dieser Zeilen einen Beruf zu haben, der als totale erfüllte Berufung empfunden und gelebt werden darf. Da bereiten Wochenenden, Abendstunden, Ferien und Urlaube angereichert mit tatsächlich freiwilliger Arbeit keine Pein. Unzählige, unglückliche Arbeitnehmer hingegen warten sehnsüchtig auf den nächsten Urlaub und letztendlich auf die Pension – aber nicht weil sie nicht arbeiten wollen, sondern wegen der Rahmenbedingung begleitet von Unsicherheit und daher permanenten Existenzängsten. Gepaart mit fortschreitendem Alter kann speziell auch bei körperlicher Arbeit das erlösende Ziel nur das Ende des wackeligen Hamsterrads Arbeit sein:  Der Ruhestand …

07-07-2018 11;14;02a.jpg07-07-2018 11;14;02.jpg

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder …, die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !

20 Jahre FRECHes MRG

20 Jahre F… ganz unabhängig von der Medien-Enquete im Juni …

2018 gibt es viele denkwürdige 8er-Zahlen – Das Fadinger Filmteam – dokumentiert vom  Radio des Hauses (und umgekehrt) – war im Verlauf der letzten 20 Jahre und davor immer wieder auch jenseits von Gedenkjahren medial bei Geschichtsprojekten im Einsatz: Schon in den 80er Jahren entstand ein Super-8-Film im Steinbruch von Mauthausen zu Texten von Paul Celan. In der Folge drehte man vor Ort bei einer Gedenkveranstaltung mit Kompositionen des Fadinger Absolventen Dr. Helmut Rogl (Memento) eine Dokumentation. Dessen Musik spielte auch bei einer Veranstaltung am 5. Mai 2000 (zum 55. Jahrestag der Befreiung) am Linzer Hauptplatz eine ganz wesentliche Rolle – „Mit Pauken und Trompeten“ (Musik und Krieg) – Ein Film dazu wurde im ORF Landesstudio Linz zur Aufführung gebracht. In Kooperation bediente sich der ORF zuletzt für eine Sendung zur „Pogrom“-Nacht am Tonmaterial eines Films den die Fadinger zu dieser Thematik 2008 für Linz09 gedreht hatten.

05-09-2017 20;04;53kFFile_008KFkl

Jenseits der Aufarbeitungen rund um die Schulgeschichte der „Fadinger“ soll davon losgelöst  hier nun aber das Jahr 1998 Erwähnung finden: Damals wurden die beiden Schul-Zweige MRG (Medienreal-Gym) & NRG (Naturwissenschaftliches Realgym) ins Leben gerufen. An der Wiege dieser teilw. neuen Ausrichtungen der ursprünglichen „Mathematischen Realschule“ in der Linzer Fadingerstraße standen übrigens fast ausschließlich NaturwissenschafterInnen wie Prof. Turnwald, die das NRG belebte und am Dampfen hielt – gemeinsam mit den Professoren Brehm (Leitung), Deisinger und Prof. Lenz beim MRG, der einerseits die Nähe des Einsatzes technischer Medien zum Realgymnasialen Profil hervorhob, sowie die Bezüge zu DG & Informatik bzw. andererseits auf die langjährige Medienarbeit im Haus verwies. Weiters sei hier vor allem Prof. Edhoffer erwähnt, die sich in die MRG-Zweigleitung mit vollem Impetus einbrachte und Prof. Sturm, sowie die nunmehrige Direktorin Prof. Bäck, die die Print-mediale Abteilung abdeckten. Absolvent Ingo Kelp gab & gibt technischen Support …        

MRG FRECH Radio Frech F.JPG

Hier ein FRECHes Gespräch Dr. Helmut Sohmen (berühmter Absolvent):

Nach 20 Jahren Kontinuität (- ein ganz wesentliches Erfolgsrezept !) kann das MRG nicht nur auf viele Preise & Lob zurück blicken, sondern befindet sich auch jetzt in den besten Händen: Prof. Siebermair und ihr junges Team mit Prof. Reisenberger & Co. sind sichere Garanten für die Zukunft dieses Schwerpunkts und von Radio FRECHDauerpräsenz, Teamgeist, Kreativität, Netzwerken, verlässlicher Einsatz … sorgen wie in früheren Tagen auch jetzt für optimalen Output, mediales Feedback, Anerkennung, viele Pokale, Spaß, attraktive Kooperationen usw. …

tumblr_p94y21S7YA1vvi1fko3_1280.jpgDSCN1479.JPGgaleriebild

Zahlreiche AbsolventInnen des MRGs und der Vorfeld-Gruppierung BSG (in den 70er bis 90er Jahren) sind mit ihrem einschlägigen beruflichen Erfolgen Zeugen für die Effektivität auch des praktischen Angebots dieses Schwerpunkts in Sachen Medien an einer AHS. Als ALLES begann war sie weit und breit im allgemein bildenden Bereich die einzige Schule die diese Ausrichtung anbot und man war bar erstaunt in welcher Größenordnung und über welche Zeiträume Langzeitprojekte hier verwirklicht wurden – ohne Paragraphenreiterei und ohne Angst auch jenseits des Stunden- und Lehrplans aktiv zu werden – auch an Wochenenden und in den Ferien – mit und ohne Segen den „Obrigkeit“ – „Kultur-NGOs“ (Schüler wie Lehrer)

05-09-2017 20;06;33aLinz09 agentin Tipps zu tarek leitner.jpgWie hieß es früher immer bei LSR: „Toll was ihr macht – weiter so, aber erzähl uns keine Details“ – wohl wissend, dass VIELES nur möglich war jenseits des SCHUGs …  Eine „Österreichische Lösung“ kann hier durchaus hilfreich sein, wenn man mit etwas Risiko, Ruhm und Ehre statt Geld zufrieden ist und sich nicht wirklich fürchtet unter diesen Umständen auch zu scheitern …02-09-2016 17;56;57Speziell noch in der Ära Präsident Riedl wurden für den LSR viele Doku-Arbeiten am Film- und Radio-Sektor erledigt – man war Mitglied beim Medien-Arbeitskreis des LSR und auch bei Institutionen wie dem „Filmring der Jugend“ vertreten (- Video „50 Jahre Filmring“  –  der Film beginnt bei 36.30)

1994 hatte man knapp vor 100 J. Film das Schülerfilmprogrammkino SFPK gegründetSFPKMRG FRECH DSC06776

Seit den 70er Jahren wurden Kabarettvorstellungen zur eigenen Freude und später auch für Gäste & Medien (Kabarettsendung am Sonntag in Ö1) akustisch und in der Folge sogar mit Kameras aufgezeichnet. Tonbänder waren nicht so teuer und man konnte damit umgehen, hatte man doch in der eigenen Schulzeit schon einen eigenen Tonbandklub gegründet (inkl. Hörspielideen usw.) – Film war hingegen teuer (3 Min Super-8: über 7.- Euro) – das bedingte nur kurze Ausschnitte aus den Kabarett-Programmen und meist etwa max. 15 Minuten dauernde Musikfilme. Im dann ausbrechenden Videozeitalter wurde es nicht bloß billiger, sondern auch das Synchronisieren und Schneiden einfacher. Erste Preise stellten sich ein …   09-07-2013 00;12;21.jpgDie Fadis als x-fache Landesmeister, direkt zum fulminanten Zweigstart dann auch noch Staatsmeister („Isoldens Oden an die Nacht“). Kleiner Landeskulturpreis für initiative Kulturarbeit    (1x für Film 97 & 1x für Radio 2000). Im Zuge der eigenen Tätigkeit als „Freier Mitarbeiter“ beim ORF Landesstudio OÖ. (Musikabteilung / Chef: W. Winkler) kam es u. a. zur Betreuung der Sendung „Kinderradio“ (Nachrichten verfasst und gelesen von Unterstuflern unterschiedlicher Schulen / fix natürlich dabei: Die Fadis) – später folgte für Oberstufler „Soundcheck“ (Lieblingsbands für Ö3). Jeder Einsatz von Musik musste nach Sekunden und Interpreten genau aufgelistet für die Verwertungsgesellschaft dokumentiert werden (- bei eigenen Sendungen konnten Freie Mitarbeiter nicht auf ein Sekretariat zurückgreifen – ein immer wieder eher mühsames Unterfangen). Weiters gab es detaillierte Vorgaben („Sendeuhr“ sowie „Blattlinie“). Geschnitten wurde bis in die 90er mit der Schere analog – die Bandabfälle landeten in Papierkörben. Die Musik suchte man sich mit Einkaufskörbchen im Schallarchiv zusammen, oder brachte sie von zu Hause auf Platten, Tonband und Musikkassetten mit.

> FROh zu sein bedarf es wenig und wer FROh ist, ist ein König <FROsinn.JPG07-07-2013 08;27;24kl.jpg04-04-2018 12;21;25.jpgAls man 1998 beim Startschuss des Zweigs auf der Suche nach einem praktischen Betätigungsfeld für das geplante MRG-Radio war, stellte sich sehr schnell heraus, dass auch bei den frisch mit Rundfunklizenzen ausgestatteten neuen Stationen wie LIFE oder Arabella nur wenige Themen-gebundene Minuten pro Woche für ein echtes „Schülerradio“ im Angebot wären. Welch ein Segen, als über den Ex-Fadinger Michael Rammer (damals Ziwi bei HOFe) eine Kooperation mit dem Kulturzentrum HOF zustande kam. Dort wiederum war man froh für die feinen Sendestunden bei FRO („Umkehrfunktion“ v. ORF), die das Land OÖ. anteilsmäßig gekauft hatte, jemanden                           gefunden zu haben, der das auch leisten wollte und konnte …                                                                                        FRO war & ist für die Fadis OPTIMAL !                                               Fehlte nur noch ein zündender, passender Name fürs Radio, der dann an einem längeren Nachmittag im schattigen Gastgarten der „Hofkneipe“ bei einem echt intensiven „Pago-Marathon“ gefunden wurde:

 FadingerRadioEducationCooperationHof

MRG frech_radioMRG FRECH Studio I kl07-07-2013 09;08;27b„Der Start von Radio FRECH war für unser Team der Maturaklasse ein spannendes Erlebnis, da wir erstmals in Audiotechnik geschult wurden. Ich erinnere mich, wie wir im Kulturzentrum Hof Studio den Jingle aufgenommen haben und wie oft wir die Aufnahme wiederholen mussten, bis es dann endlich gut genug war. Mein Highlight war, dass ich als 17-Jährige Star-Kabarettist Alfred Dorfer interviewen durfte – unvergesslich. Ich bin sicher,   dass Radio FRECH und das MRG dazu beigetragen haben, meine Karriere als Journalistin                 zu beginnen. Danke an Manfred Pilsz und das Fadinger-Team für alle Erfahrungen!“                 (Mag. Michaela Baumgartner, Alaska / 1998 im Pilotteam der FRECHen)

HMS MRG Fadinger 1.JPGAm 20. Oktober 1998 knallte nach dem Läuten der Schulglocke am Nachmittag im Festsaal des Fadingergyms ein Sektkorken. Das junge Radioteam, das erst vor den Großen Ferien im Kulturzentrum Hof akribisch gecastet worden war, hatte soeben der Ausstrahlung der ersten Sendung ihres FRECHen Radios beigewohnt. Damals war es noch der Dienstag, an dem vierzehntägig die jeweils neueste Ausgabe von FRECH >on air< stolz präsentiert wurde …

DSCN6551.JPG         Seither werden pro Jahr etwa 24 Sendungen (per 60 Min) produziert = 1 Tag                  Das macht in 20 Jahren 20 volle Tage Radio (- über CBA: jederzeit & weltwelt)          Hier dazu der LINK: https://cba.fro.at/247851
FRECHe-Radiotorte

15 Jahre FRECH.JPGFRECH jetzt Mittwoch um 16 Uhr auf FRO (105,0) oder jederzeit auf CBA

16-03-2017 20;06;42a05-09-2017 20;00;48

Der Werbewert fürs Haus ist laut PR-Spezialist Gerry Wahl (Ex-Fadi): Sechsstellig !!!                             (-speziell wenn man die Öffentlichkeitsarbeit samt Aktivitäten des MRGs mit einrechnet …)

MLA 12MLA 08-11-2012 19;30;57DSCN3490MLA Teaching Award DSCN9560        3 Awards für Radio & Video („Teaching-Award“ exklusive) beim internat. MLA            (> media literacy award <) des Unterrichtsministeriums

TraumFabrik (Musikvideo / Greul & Team)

2012: Wenzl-Preis des Landes OÖ für Radio FRECH

MRG WenzlpreisIMG_6843kl

2009 war FRECH offizielles Jugendmedium der Kulturhauptstadt

Linz09 DSC09986a.jpgLinz09 OÖN BLOG09 FRECH TEAM.jpgMit eigenem BLOG war man 2009 bei den OÖN (- 54 Wochenbeiträge) vertreten

Bereits 2006 war das FRECHe Radio für den ORF Tirol bei den Festspielen Erl tätigTIPS 8.8.ERL Eröffnung 16

IMG_5159.JPGKrmpf Krmpf Studios in Gold – bei der ARS

DSC09019.JPG„Augenmusik“ – Fadinger Installation beim Brucknerfest09

                                                        „BOA – Bruckner On Air“:                                                                                      5 Jahre lang (2008 bis 2012) gab es bei Brucknerfest/ARS einen FRECHen BLOG

File_075.jpgMRG FRECH auf der Titelseite Ministerium klMRG FRECHMinisterin 19 10 BM Ö1

                        ORF  –  10 Jahre SCHÜLERRADIO des Ministeriums mit FRECH (auf Ö1):                  

05-09-2017 20;04;53kl 2001 feierte man im „Rausch“ der damals Neuen Zweige eng verknüpft mit dem Comenius-Projekt das Jubiläum 150 Jahre BRG

ORF Radio OÖ zum Jubiläum:

150.JPG

festakt_1916-03-2017 12;31;11.jpg

claudiakreiner_wasistlos

Hier das Medien-Feedback zu 150 Jahre Fadinger

Für Spezial-Projekte wie bei der Ausstellung Rudolf der II. (Landesmuseum) oder mit der ARS, dem Brucknerorchester („Baba Jaga“ & „Zauberlehrling“ <– hier Video & Konzert) war das MRG immer zu haben …  und wenn der ORF (meist das Landesstudio) oder ein Printmedium rief war selbst die Unterstufe im Voll-Einsatz …

20x war man mit Radio & Videos bei der YOUKI in Wels vertreten (x Preise)youki.JPG

FRECHes Festivalradio bei „Schäxpir (seit Anbeginn / 2002)

28-04-2017 12;39;40.jpg2017-06-22 16.59.34

Radio & Rundum-Betreuung beim internat. „Festival der Nationen“ (Ebensee) bei dem die Fadis auch viele „Gold-, Silber- & Bronze-Bären für ihre Videos abholten und einmal sogar mit Im Auge des Zyklopen“ den Siegerfilm stellten !Zyklop.JPGDen Intentionen des Österr. Musikfilmpapstes Titus Leber und dem Motto „Bilder hören – Töne sehen“ folgend, schafften es die Fadis mit ihrem Bruckner-Film „Agnus Benedictus“ (96) und dem Phil Glass-Video „Die 5. Dimension“ (2003) bei den Eurofilmern 2x die „Video-EM“ (Goldenes Filmband) zu gewinnen …5. Dimension Glass.jpgProjektion des Fadinger Phil Glass-Videos beim Donausommer auf eine Wasserwand

2000 gabs die UNICA-Ehren-Medaille des FilmweltverbandsUNICA Medaille.jpg

Viele Siegerfilme bei OÖ im Film – zuletzt: Herbst 2017

MRG Vorher Nachher.JPGMRG Film ernst eder  mrg logo.jpg

Hier der FRECHe Trailer – von Max MatschinerLinz09 P3120006MRG Nachspann LOGO Kopie.jpg                    MRG  ProjektFeedback (Startphase) und  FRECHe Begegnungen (Bilder)                         In abgespeckter Form ist ALLES auch im Jahresbericht 2017/18 nachzulesen …

Manfred Pilsz

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder …, die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !

 

 

 

Mathe / Matura als Spitze des Eisbergs

29-05-2018 09;18;14a.jpg29-05-2018 09;18;14b.jpg29-05-2018 09;18;14c.jpg

Dr. Schacherreiter spricht in seinem Gastkommentar zur Zentralmatura (nicht nur betreffend Mathematik) völlig zurecht von einem Käfig aus Regeln und Richtlinien, von einem Korsett   – gedacht (wahrscheinlich) als Konstrukt aus Haltgriffen, die aber auch jenen aufgezwungen werden die sie nicht brauchen und so nun seither in streng verordneter „Selbstbeschränkung“ (re)agieren müssen – Schüler, wie Lehrer

Karikatur-Frage

Kreatives Potential wird somit leider bereits allzu bald erstickt in der engmaschigen Vorbereitungsphase der Oberstufenklassen – Abgestimmte Schulbücher und Lehrplan geben hier keinen Spielraum. Auch Interessen und besondere Begabungen bleiben auf der Strecke …

„Das ist nicht mein Kaffee“

Reife Leistung-thumb-1024xauto-146102.jpg

Aus einem verzweigten Netz von Bildungs-Autobahnen (Education-Highways) wurden enge Hohlwege und nervige Einbahnen durch die nun mittlerweile Navi-Abhängige durchgelotst werden. Dabei kommt es natürlich sofort zu Problemen in Baustellen-Abschnitten (und von denen gibt es viele im System) bei und am Weg zur „Neuen Matura“. In „verfahrenen“ Situationen vermeldet das Navi: „Bitte wenden“ – und dem sollte man Folge leisten. Aber nicht mit Gegen- oder neuen Reformen, sondern durch vorsichtiges Sanieren, da sonst ein Kreisverkehr ohne Ausfahrt entsteht, der dann endgültig alles zum Erliegen bringen könnte. Mögen viele Navi-befreite „Selbstfahrer“ wieder „Freie (!) Fahrt“ aufnehmen (dürfen) – speziell im Sinne der „Kreativ-Fächer“ auch bei der mündlichen Matura !

Manfred Pilsz

L e s e r b r i e f

image

 

MAHLERS WINTERREISE

Mahler_Cover Vorderseite.jpgWinterreise?“ – Was hat das mit Mahler zu tun? Ja, natürlich ist es ein „Liederzyklus“, aber doch wohl von Franz Schubert und nicht von Gustav Mahler ! – Gibt es Parallelen zwischen den „Liedern eines fahrenden Gesellen“ und dem Schubert´schen Werk?

 Bereits das Mahler-Protokoll 1997 hatte sich beim Festival Toblach mit dem Thema „Mahler und Schubert“ beschäftigt und 2009/10 war nicht der erste Anlauf gewesen die 4 Lieder Mahlers zu visualisieren. Initialzündung waren die Arbeiten von Ken Russell und Titus Leber mit seiner Version der Kindertotenlieder. Bereits Ende 80 entstand das Video „Was mir der Tod erzählt“, das dann wenig später 1990 als Coverstory des Film+Video-Magazins zu bewundern war …

25-04-2018 09;58;08.jpg

mahler alt Kopie     Zitat Aufmacher.JPG

LINZER GUSTAV MAHLER VISUALISIERUNG ZUM 100. TODESJAHR

Zum Mahler-Doppeljubiläum 2010/11 (150. Geburtstag / 100. Todestag) entstand in den Studios des Fadinger Mediengyms Linz eine Visualisierung der „Lieder eines fahrenden Gesellen“. Das junge Team konnte einen Großteil der Videoaufnahmen in optimalen Winterlandschaften und im dafür extra präparierten Festsaal erfolgreich abwickeln. Die musikalische Ausgangsbasis bildete eine alte Konzertaufnahme des BLOG-Autors, der auch die Regie bei den Filmarbeiten übernahm.

Begonnen hatte man mit dem Mahler-Projekt in der Erschöpfungsphase des sich in seligem Wohlgefallen auflösenden Linz09-Jahres. So beendete ein plötzlich einsetzendes Schneetreiben die Lateinstunde der „Tödin“ Hannah. Sie und Mahler-Darstellerin Astrid drehten bereits eine halbe Stunde später in der Kirche beim Aloisianum, um wenig später am Pöstlingberg vor der Mariengrotte im winterlichen Wald weiterzumachen. Eine ältere Pilgerin mit Kerze sorgte für die erste Drehpause bevor es wenig später weiterging ins Mühlviertel, wo die Stifter-Linde in Kirchschlag für die Todesszene und später noch einmal im Mai für das „Lindenbaummotiv“ im vierten Gesellenlied des Komponisten herhalten musste …

Der erste Drehtag endete mit der Erkenntnis den so wunderbar gedrechselten Wanderstab auf einer eiskalten Wiese liegen gelassen zu haben, was eine sofortige zweite Fahrt vor der schnell anbrechenden, Dezember bedingt frühen Dämmerung ins Mühlviertel notwendig machte.

Mahler kl.jpg

Das Ende der Filmaufnahmen im Sommer zeichnete sich dann zeitgerecht bei den letzten beiden Szenen in einem Park am Linzer Bauernberg ab: Der doch abrupte „Drehschluss“ erfolgte direkt nach dem Sprung einer Darstellerin von einem Baum auf den rechten Vorderfuß der Regie – Diagnose: „Ruptur der Vene“ …   – Kein wirkliches Problem für den dann folgenden Filmschnitt …

Die vier Lieder schildern die Gefühle & Gedanken eines Gesellen, der in der Zeit seiner Wanderschaft versucht, eine unglückliche Liebschaft zu verarbeiten. Das Sujet des Liederkreises weist insoweit Ähnlichkeiten mit Franz Schuberts Zyklen Die schöne Müllerin und Winterreise auf, die vom Komponisten beabsichtigt sind.

„Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh’ ich wieder aus“ – mit diesen Versen beginnt die „Winterreise“, einer der bekanntesten Liederzyklen der Romantik, mit dem Schubert eine Darstellung des existentiellen Schmerzes des Menschen gelang. Im Verlauf der Lieder wird der Hörer immer mehr zum Begleiter des Wanderers, der zentralen Figur der Winterreise. Dieser hat nach einem Liebeserlebnis, das bereits vor Beginn des Liederkreises abgeschlossen ist, Liebe und Geborgenheit bewusst und aus eigener Entscheidung hinter sich gelassen und zieht ohne Ziel und Hoffnung hinaus in die Winternacht. Eine Reise in das NICHTS? In die Kälte des Todes …

Der Lindenbaum

 Ich mußt’ auch heute wandern
Vorbei in tiefer Nacht,
Da hab ich noch im Dunkel
Die Augen zugemacht.

Und seine Zweige rauschten,
Als riefen sie mir zu:
Komm her zu mir, Geselle,
Hier findst Du Deine Ruh!

 DSC00648.JPG

Das lyrische Ich fühlt sich stark zum Baum hingezogen und muss beim Vorbeiwandern die Augen schließen und sich zwingen, sich nicht umzudrehen, da der Lindenbaum eine ungeheure Anziehungskraft auf es auswirkt. Der Vers Du fändest Ruhe dort lässt sich als Todessehnsucht ausdeuten …

Schuberts Lied und Zyklus hat aber auch spätere Komponisten inspiriert. So sind Gustav Mahlers Lieder eines fahrenden Gesellen sowohl von der textlichen Intention als auch in kompositorischen Details deutlich von der Winterreise bzw. Dem Lindenbaum (viertes Lied bei Mahler: „Auf der Straße stand ein Lindenbaum, da hab ich zum ersten Mal im Schlaf geruht …“) beeinflusst    –  siehe auch 1. Symphonie / im 3. Satz:                           

Auf der Strasse steht ein Lindenbaum,
Da hab‘ ich zum ersten Mal im Schlaf geruht!
Unter dem Lindenbaum, der hat
Seine Blüten über mich geschneit,
Da wusst‘ ich nicht, wie das Leben tut,
War alles, alles wieder gut!
Alles! Alles, Lieb und Leid
Und Welt und Traum

(Gesellenlied 4 – Mahler)

Text mit Sängerin.JPG

O Augen blau, warum habt ihr mich angeblickt?
Nun hab‘ ich ewig Leid und Grämen.
Ich bin ausgegangen in stiller Nacht
Wohl über die dunkle Heide.
Hat mir niemand Ade gesagt.
Ade! Mein Gesell‘ war Lieb‘ und Leide!

 (Mahler – Lied 4)

Kassel_Palais_Bellevue_012009IMG_2830.jpg Die Recherchearbeit zum Film führte die Regie zum kleinen Mahler-Theater nach Bad Hall und nach Kassel, wo bei der „Documentanix im Tourismusbüro dokumentiert war über den ehemaligen Kapellmeister, obwohl man über die „Mahler-Treppe“ vom Documenta-Gelände aus dorthin vordringt: „Theater – welches Theater“? – erst über eine Google-Anfrage konnte dieses Mysterium gelöst werden: Das ehemalige Theater versteckt sich heute in einem Museumsbau …  Dabei handelt es sich aber nicht um das berühmte Grimm-Museum, wo die Fadinger ihre fernöstliche Rotkäppchen-Variante „Lot Cape Chen“ präsentieren durften,   sondern um das Naturkundehaus neben dem neuen, heutigen Staatstheater.

MRG kl.JPGMP sommerempfang LT1 b Kopie a.jpgmahler m Kopie.jpg125 Jahre später begibt sich ein junger weiblicher Mahler-Fan gekleidet wie sein Vorbild auf eine letzte Winterreise, startet das Auto und lauscht der Lieblings -CD …  „Die Lieder eines fahrenden Gesellen“ lassen den Lärm des Gefährts ebenso wie das Grau des Alltags hinter sich und lösen eine Flut von Bildern aus, die sich synchron zur Musik immer mehr verdichten – die “Fahrt der Gesellin” durch die fahle Mahler-Welt zu ebensolcher Musik des verehrten Meisters und ihr letales Ende sind Gegenstand der Fadinger  Visualisierung zum 100. Todesjahr 

toblach-mahler-saal_big.jpgFESTWOCHEN  TOBLACH

Was für ein Mahler-isches Gefühl: Man kommt gerade vom einsamen Toblacher „Komponierhäuschen“, geht auf das „Grandhotel-Festspielhaus“ zu, das in der Abendsonne rötlich erstrahlt – es flattern knatternd die Fahnen mit dem Konterfei des Komponisten und plötzlich steht man vor großen Litfaßsäulen auf denen der eigene Film angepriesen wird …

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

HIER  DAS  V I D E O:

Feedback Dr. Partsch.JPG

P7290134.JPGIm Radio-Gespräch mit Maestro Roberto Paternostro

Vor einem Jahr hatte man noch beim und im OÖ. Komponierhäuschen auf dem Areal des Gasthofs Föttinger in Steinbach am Attersee gedreht. – Das Sommerdomizil des „Ferial-Komponisten“, der sich dort bedingt durch seine „Lärmempfindlichkeit“ von der Umwelt abschottete, um die Naturstimmung einzufangen und für die Nachwelt in der 3. Symphonie zu konservieren. Heute befindet sich dieses „Refugium“ auf einem arg hektischen Campingplatz …  –  „Was mir die Blumen auf der Wiese erzählen“ … (?)

steinbach mahlerDSC00583.JPGsteinbach mahler 3Radio FRECH SteinbachDSC00422.JPGKomponierhäuschen – Gasthof zum Höllengebirge/Föttinger –Steinbach am Attersee   

47032_123874057665880_2511517_n.jpgSo stand die Filmkamera zwischen Wohnwägen, Luftmatratzen und Surfbrettern. Tage davor war die Suche nach einem duftig gelb leuchtenden Rapsfeld positiv verlaufen: Unterhalb des Freibergsenders war man fündig geworden und so konnte Tödin Anna dort ihren gewundenen „Wanderstab“ statt einer Sense durchs morgendlich taufrische Gras streifen lassen.

mahler 0 Kopie               „Ging heut morgen übers Feld, Tau noch auf den Gräsern hing“                                (Mahler – Lied 2)DSC00020-web.jpg

Mahler Forschung.JPGMahler Visualisierung.JPGPremiere von „Mahlers Winterreise“ am OK-Mediendeck

Wie so oft fand auch beim Mahler-Film die Erstpräsentation am OK-Mediendeck statt: Claudia Werner (Absolventin / damals Pressesprecherin im Brucknerhaus) – eine sehr gefragte Moderatorin und exzellente Medienfrau führte durch den AbendMahler Spezialauswahl -2.jpgmahler t Kopie.jpg                                    – hier einige Eindrücke in:  B i l d   &   T o n

Short Version of MAHLERs WINTER JOURNEY in English

DSCN0432Medien-Feedback zum Film

Manfred Pilsz  (- im Gedenken zwischen Geburts- & Todestag Mahlers)

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder …, die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !

 

 

 

 

 

 

GRILLEN im NEO-BIEDERMEIER

Wenn jemand seinen „Weber“ aus dem Haus holt bedeutet dies nicht unbedingt, dass eine Freischütz-Aufführung („Grillen sind mir böse Gäste“) bevorsteht – die dabei zu befürchtende „Wolfsschlucht“-Szene lässt sich da dann auch zumeist ganz anders an:

Tangahöschen, Schürze, Bier, nackter Oberkörper, oder im „todschicken“ Unterhemd und um die Körpermitte dem teuren, eigenen Weber´schen Kugelgrill asymptotisch stark angenähert, schwitzend inmitten eher leicht angekohlter Fleischbatzen – die Ergebnisse bewegen sich zwischen blutig(er Anfänger), medium & so richtig durch  …                                                          je nach „Grillgut“ mit & ohne Stinkkäse

 

076_grillenVom Kühler(?)-Grill zur „Macho-Küche“ …

Bei etwa 25 Grad Außentemperatur erliegt Mann dem Zwang direkt nach dem Verstauen der Audi-A8-Winterreifen den Griller anzuwerfen – selbst in veganen Haushalten. – Da gibt’s halt für den eigenen Verzehr etwas mehr Gemüse – die Tierleichen bringen die Gäste selbst mit und in jedem Fall spielt sich das Ritual im geschützten Bereich von Balkonien oder besser noch im sicheren Geviert der eigenen Gartenhecken ab, aber selbstvernatürlich sichtbar für die direkten, hoffentlich neidischen Nachbarn und bildreich dokumentiert (Mann + Kochschürze schmiedet Essen an urzeitlicher „Esse“) für die immer brav likende eigene „Internetz-Blase“!

images (1).jpgtrolle-100-resimage_v-variantSmall24x9_w-768 Aber was posten Ida & Peggy da unter ihren Nicknames „Chili“ & „Grill-Zange“ (Nomen est omen) heftig wichtig zappe(l)nd im Inter-Netz kurz vor der drohenden Gartenparty, als man sich entschließt erst bei Eintreffen des kühlenden Kernschattens das rauschig hitzige Festmahl zu beglücken:

Warum kommt er erst später? Er dreht eine Runde um den Pleschingersee? Da wünsch ich ihm viel Spaß beim Slalom am „Balkangrill“ ! Wenn er Pech hat kriegt er das „Schächten“ hinter den Büschen hautnah mit … Selber schuld – hab extra gestern den Pool eingelassen … von wegen See …Wer braucht denn so was? Demnächst geht er womöglich ins Parkbad …

Für die 2, die ihren Body in der Sonne grillen bis die Haut den passenden Braunton aufweist, und ihr Solarium jahreszeitlich jede Existenzberechtigung verliert. Jene 2,      die sich generell & ausschließlich im sicheren, eigenen Pool abzukühlen (- öffentliche Badeplätze und Seen sind doch nur was für … richtig: Kommunikative !) können mangels auch nur geringster Außen- & Eigenerfahrung da zwar nicht ernsthaft mitreden, aber für die eigene Netz-Blase jederzeit und immer mit vollem Genuss sinnentleert und selbstgerecht posten !

Peggy ist deutsch sprechende Trump-Wählerin mit texanischem (- upps – hoppala …) Migrationshintergrund -auch wenn sie das nicht gerne hört & wie Ida mit einem austriakischen Griller verehelicht …

Aber hier nun: Die Prawda – sprich Wahrheit zum obigen Posting-Anfall:

Am ganzen Seeufer zu Plesching steigt kein Wölkchen auf, keine Opfertiere, keine Schlächter, weit und breit keine einzige Grillstation mit Minarett – keine Spur von flächendeckendem Halāl – keine nur wie immer geartete „ausländisch anmutende Kochstelle“ im Freien – ja nicht einmal eine teutonische HarāmSchweinerei. Jenseits der Seerestaurationen weit und breit kein zu beanstandendes „Ham Ham“ …  Ähnlich klingend höchstens da und dort im See ein angedeutetes, allerdings untypisch, weil gemischtes Hamam ohne auch nur den zartesten Hauch von Burkini, sondern alles „ordentlich“ westlich in faden Badehosen und Bikinis. Alles ist zwar deutlich verhüllter als im FKK-Bereich, aber es erscheint dem neutralen Betrachter schier „Schleier-haft“ wofür man wegen nix in „Good Old Austria“ eigene Gesetze braucht …  Blauer Dunst JA – Grillduft NEIN … ?

71-113444639--null--09-03-2017-19-27-42-380-.jpgh15g1101-jpg.jpg

Kurz ein nachgelegtes, geiferndes Solo-Posting-Intermezzo von Ida:

Der wird nix verstehen und kein einzig deutsches Wort hören … Nun, die ersten Wortfetzen die in „Strandnähe“ aus einer südostländisch anmutenden (sprich: dunkelhaarigen) Kleinst-Gruppe zu vernehmen waren lauteten: Hearst Oida -na frage nicht- heit pfeifts gscheid owa vom Pfenningberg – des brauch i net – Oarsch koit is, oba echt ! – Das klingt vorsichtiger Einschätzung eher nicht wirklich nach „Bosporus“… Auch in der Folge blitzten während der Gewässerumrundung immer wieder solch „einheimische Sätze“ inmitten einer bunten Welt der Worte auf. Und das war wahrlich keine „pfingstlich babylonische Sprachverwirrung“, sondern deutlich hörbar gelebte Vielfalt, die im wahrsten Sinne des Wortes u. a. für die geschätzte Kulturhauptstadt Linz09 spricht. Ein Faktum das die Angsthasen hinter ihren scheuklappenartigen Gartenhecken eher noch mehr verschrecken wird und sie werden die Deckung ihrer „Blasen“ wohl weiterhin nur maximal für Momente zwecks Abholung der kleinformatigen Sonntags-Krone beim Verkaufsentnahmebeutel des Zeitungsständers (Standl) direkt neben dem eigenen Gartentürl riskieren …

images.jpg

Volles „Risiko“ gibt’s de facto allerdings zu Ferien- respektive Urlaubszeiten: Mit dem Mut der Verzweiflung und im scheinbar sicheren Sog der Blasen-Lemminge werden abgesichert durch rücktrittstaugliches Reisestorno-Vollkasko heimische Fluglinien für den Transfer in einen Hochsicherheitshotelkomplex gebucht. Man erobert so mittels Booking.com ferne, fremde Länder, wo Leute leben, die man im Blasen-Zuhause eher keinesfalls antreffen möchte – oder?

„Reisen bildet … ?“

Man lernt also Land und Leute quasi zB. in Ostafrika in Person des Ex-Ost-Deutschen Kai-Uwe aus Karl-Marx-Stadt kennen. – Alles läuft faktisch wie daheim – die „Urlaubs-Blase“ ist gesichert und der Rest ist wie sooft Internet: So a Frechheit – gestern ham doch tatsächlich die Frauen von da Reisegruppn in dera Moschee an Fetzen drüber ziagn miassn – wo kumman ma denn da hin? – vorläufiges Endergebnis dieses Eintrags auf „Fakebook“ bis dato gezählte: 12 Daumen & 4 Muslimische Smilies …  (- von wem bloß?) …

FacebookPosting200.jpg„Biedermann/frau als Brandstifter“

– Ein eher dürftiges Ergebnis, aber die „Ultraharten“ der Blase verstehen gar nicht, dass man dort überhaupt hinfahren kann – und das ist u. a. die > Blasen-Schwäche < – wenns in der sogenannten Fan-Gemeinde rumort … Denn bereits die allerkleinsten Abweichungen von der scheinbar veröffentlichten „Meinung“ reichen aus um über plötzlich gegenläufige Aktivitäten der Algorithmen die „Mitte“ zu verlieren – bei Pech fliegt man aus der angestammten Blase, landet aber eh in einer dann wieder kurzfristig passenden, neuen welchen …  und mit den Urlaubsfotos im Netz und einem Grillabend bei Rückkunft wird alles sowieso wieder besser – falls das Fotobuch dann auch schon fertig ist …

… und noch ein Sager der farblich auf Grillkohle getrimmten „Seelen“ der Blase          Peg & Ida:

Falls er heute wieder später kommt, weil er noch an irgend einem Ufer herum spazieren will: Grillen ist mittlerweile in Plesching & am Donaustrand in St. Margarethen verboten …

DSCN3059.JPGKorrektiv desPostfaktischen“: Die „Grill-Route“ wurde nicht komplett geschlossen – Im ganz äußersten Zipfel des Lidos von St. Margarethen existiert ein kleines Fleckchen in Uferzone – gewissermaßen ein  „Gallisches Dorf“ des offiziell weiterhin erlaubten Grillens. Durch einen Schilderwald als Demarkationslinie (à la DDR) ist der nunmehr menschenleere Westen vom ach so nahen Osten hermetisch abgeriegelt – aktuell feiertäglich „zugeraucht“ durch einen einzigen Griller ! – Standort: Ein Meter auf östlicher Seite – gegessen wurde aber in lustiger Runde frech auf  westlicher Wiese … vielleicht wird man ja daraufhin zusätzlich einen Wachturm installieren …

Download.jpgDSCN3067.JPGDSCN3068.JPGwoman-with-headscarf.png

„Latscht der schau wieder um irgend a Latschn?“

Nein – Der heutige Spazierweg schlängelt sich durch den sommerlichen Linzer Hafen: Auf der asphaltierten Seite der „christlichen“ Seefahrt mit Wikingern und Nibelungen qualmt es munter in den umzäunten Klubarealen. Alle 100 Meter steht eine „Grillage“ mit Besetzung im Unterhemd (- oder auch komplett ohne) und brutzelt voller Inbrunst Schweinsbratwürstel oder ähnliches, während gegenüber am Linz09-Schotterstrand nur zwei kleine Feuerstellen hart am Ufer und ohne Kochvorrichtung (Kein Hammel – kein Bammel …) deutlich weniger versprengte, bunte Kopftücher als fleckig duftende Unterhemden auf der anderen Seite versammeln …

Hallo Bläschen: Wo ist euer Problem?

Können die Retter des Abendlands nicht akzeptieren, dass man auch im Morgenland mit dem Grillspieß &-gabel hantiert – ist das etwa gar eine Spur Integration zuviel … ?

                                              Einfach weniger >Scharf anbraten<                                                        „Leute es ist SommerDas ist schlimm genug !“

 Entspannt euch: In Erinnerung an den in Alois Brandstetters Roman zum Grillen verurteilten Primus Feuerbach und dessen finalen „Feuerbestattung der Käsekreiner“ sei etwas Literatur zum „Cool-Down“ in der frühsommerlichen Posting-Hitze empfohlen …  Entspannt LESEN statt geifernd POSTEN …  (- vielleicht gibt’s ja auch „Post von Karl-Heinz“!)

DSCN3041

Ein nicht postender, weder an permanenten Poolspielen,                                                        noch Grill-heißer Gartenisolation interessierter Schattensucher                                             (- mit hingeworfenem Grillhandschuh …)

  wenn_grillen_grillen_grillen_2259865Hinter zirpend Grillen grillenden Grillen, grillen Grillen Grillen am Griller

Begeisterte, beseelt glückliche Grillen, GrillerInnen & GRILLER, die sich in diesem BLOG-Beitrag nicht wiederfinden, sei gratuliertInhalte & handelnde Personen sind natürlich (nach eigenen „Beobachtungen“ … fast) frei erfunden

 

POWERPOINT – Pleonasmus „poor“

PP1.JPGPP2.JPG

Und wieder hat Frau Dr. Mara wie sooft recht mit ihrem erfrischenden Beitrag zur scheinbar unvermeidlich grassierenden Seuche „Powerpoint“. Selbst immun bin ich früher in wahre Begeisterungsstürme ausgebrochen, wenn SchülerInnen speziell im Medienunterricht bei anfallenden Referaten (od. VWAs) unkonventionelle Formen der Präsentation wählten und in Retro-Manier womöglich dem Primärmedium der >Freien Rede< den Vorzug gaben, sparsam garniert mit Bildern, Animationen und Kurzfilmen aus eigener Küche – Endlich wieder ein solider Vortrag ohne optisch akustischen Tautologien / Pleonasmen zur 3. Potenz – sprich: 3.0 Powerpoint-Orgien, wo wir sehen was wir lesen können und es uns zum Überdruss auch noch anhören müssen … bis zur allerletzten Folie – eine Begrifflichkeit die noch vom guten alten „Overhead“ übrig geblieben ist …

PP Zitat.jpg

Die Intention wäre eine Verstärkung des Gesagten durch Visualisierung des Inhalts zu erreichen, ohne nur Schlaf anregend plump zu verdoppeln und so jede Form vager Anteilnahme und Aufmerksamkeit im zartesten Keim zu ersticken. So lässt es sich an, wenn Medien nicht als Mittler oder Beiwerk Verwendung finden, sondern mit Blick auf Laptop-Screens für die ablesenden Vortragenden zu „Autocues“  und somit also zu unverzichtbaren Haltegriffen werden. Ohnehin einfachst verständliche Inhalte sind dabei im Vermittlungsangebot bekömmlichster „Vollkoffer“-Varianten der Rezeption wie auf RTL 2  und anderen Dudel-Dödel-Medien …

PP1200.jpg

Wie wohltuend wäre hier die sonst speziell bei Doku-Filmen oft gescholtene „Bild-Tonschere“ mit diesmal nur scheinbar unpassenden Bildbezügen, die dann aber als Metapher betrachtet im Zusammenhang mit dem Text durchaus Sinn ergeben und so wenigstens anspruchsvollere, betrachtende Zuhörer zum Mitdenken anregen und bei der Stange halten kann … Man wird es zu danken wissen …

gekürzter Leserbrief

Manfred Pilsz