Bruckner & Dorfer – 11. Oktober 021

Der 11. Oktober ist ein tolles Geburts-, aber ganz schlechtes Sterbedatum:

Am 11. Oktober geboren zu werden bedeutet, dass wahrlich ALLES in der WAAGE ist. Nach der, wie üblich heißen Sommerdepression ist man nun im Herbst-Highlife voll angekommen. Wenn die graue Donau morgendlich dampft und genüsslich in dicken Wattewölkchen im Flussbett vor sich hin gurgelt, wenn das Mühl4tel in satten „Indian Summer -Farben“ erstrahlt und die Gastgärten am Nachmittag ohne Sonnenschirme auskommen, meist abendlich mit Wärmeschwammerln und/oder -decken ausgestattet werden, dann ist es endlich wieder soweit. Jacke zu und den noch dünnen Schal ums Hälschen. Die Stadt versinkt in einer feinen Nebelsuppe, fehlen nur noch erste fette Schneeflocken und ein wenig Hausbrandgeruch (- olfaktorische Kindheitserinnerung der frühen 60er in Urfahr) Herrlich !!!

Diese Gnade wurde (allerdings zu Wien) dem begnadeten Kabarettisten Alfred Dorfer 1961 zuteil. Ich darf dem Fadinger Ehrenmitglied ganz herzlich auch im Namen der ehemaligen Kabarett-Gruppe unseres Gyms zum heutigen 60er gratulieren !!!

Radio FRECH-Mitglied Michi Baumgartner bei Fredi Dorfer 098 im Posthof

Dorfer gestattete den Jung-Kabarettisten in den 80ern Textfragmente seiner frühen Arbeiten zu verwenden. Zu mehrtägigen Workshops > wie mit Josef Hader < kam es leider nicht, aber immer wieder trafen Jung-Fadinger mit Fredi Dorfer zusammen – so auch bei der YOUKI in Wels, wo es zu einem legendären Interview von Radio FRECH mit ihm 2002 in einem Zirkuswagen vor dem GREIF kam:

Humorlosigkeit ist Intelligenzmangel

Zu jungen Menschen hatte Dr. Dorfer schon immer einen guten Zugang .

Zum Wiener Naschmarkt, zur Musik und immer wieder nach München zieht es Alfred Dorfer hin – ob er dort wohl seinen „Stiefzwilling“ („Wie sich die Bilder gleichen“ – siehe unten) Jonas Kaufmann besucht, oder gar mit ihm eine Opernproduktion plant? Fredi Dorfer hat sich jedenfalls als Klassik-Fan geoutet und zuletzt in Wien Mozarts „Figaro“ als Regisseur betreut …

Dorfer-Double Kaufmann“ war zuletzt in München als optimaler Tristan zu hören !

Vor nunmehr 125 Jahren

Apropos Richard Wagner: 13 Jahre nach Bruckners „Meister aller Meister“ verstarb ER selbst am 11. Oktober 1896 in Wien im Kustodenstöckl von Schloss Belvedere und wurde auf eigenen Wunsch in St. Florian unter seiner Orgel zu den Klängen von Parsifal in der Gruft beigesetzt.

Conrad Fischer verweist im Text seines berühmten Bruckner-Films darauf, dass das Leben am nämlichen Nachmittag des 11. 10. ungeachtet des Tods des bedeutenden Komponisten in den Straßen, Amtsstuben und Kaffeehäusern der Kaiserstadt völlig unbeeindruckt weiter von statten ging, als wäre nichts geschehen. Doch wenig später blendet die Bild-Regie über nach St. Florian und lässt die Kamera zum Te Deum nach oben entschweben …

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NEWS vom Tag danach:

60-PLUS: Helmut ROGL – die > I. <

ROGL nun auch offiziell 60

Kultur-Herbst Linz/OÖ 021

4. September 021 – Querung der Donau von Urfahr in Fahrtrichtung Ansfelden 

Kommend von der Linken Brücken-Straße geht es pfeilgerade über den (vor Kurzem eröffneten) Ersatz für die gute alte Eisenbahnbrücke. Die anmaßende Bezeichnung „Neue Eisenbahnbrücke“ verdient das neue Bauwerk schon auf Grund der (noch) fehlender Schienen (derzeit) nicht. Die leicht nach rechts versetzte Bus- und (spätere) Bahn-Spur irritiert den, von Urfahr kommenden Autofahrer: Man ist im Zweifel, ob es nicht besser wäre die derzeit leere Spur zu befahren, entscheidet sich aber dann der Bezeichnung „Linke Brückenstraße“ Folge zu leisten, in der Hoffnung nicht mittig doch noch zum eigenen Entsetzen als Geisterfahrer enttarnt zu werden …

Für den Bruckner-Fan ist es die Bruckner-Brücke, die nahe des Musentempels zum Brucknerhaus geleitet – parallel zur Nibelungenbrücke – ganz im Sinne unseres Genius Loci, der sich zu Lebzeiten ja als bekennender Wagner-Apostel geoutet hat !

Zum nunmehr 197. Geburtstag von Anton B sind es gerade mal nur noch 3 Jahre bis zum großen Jubiläum, das mit der Kulturhauptstadt Ischl 024 genial zusammenfällt …

Welch wunderbarerAltweiber-Sommer, oder ist es schon derGoldene Herbst– eine ideale Mischung aus 25 Grad am Tage und knappen 10 in der Nacht – Es schläft sich gut und die Natur greift (diesmal >Allergiefrei<) in die wunderbar leuchtenden Farbtöpfe ! So auch van Gogh in Gmunden: Der Fadinger Bühnenmeister & smarte Lightdesigner Ingo Kelp hat im dortigen alten Stadttheater den Maler als Titelfigur in einem Musical ins richtige Licht gesetzt und lässt so dessen geniale Bilderwelten für das staunende Publikum sichtbar werden.

Nur wenige Takte entfernt am benachbarten Attersee ging das Festival der Nationen im Programmkino Lenzing über die Bühne – eines der wenigen internationalen Filmfestivals, das es auch im covidalen Vorjahr 020 > leiwand < vor den Vorhang geschafft hatte …

„Winterreise“ im >Digitalen Früh-Herbst<

Bei der heurigen ARS durfte man/frau sich über gelungene Abende in Keplers Garden freuen. Die ARS-Eröffnung ging erstmals im Beisein eines Bundespräsidenten über die Bühne und wurde künstlerisch abgerundet mit einer derART noch nie dagewesenen „Winterreise“, auf die man sich einlassen musste – von der man aber im Verlauf (des auch klimatisch angenehm kälter werdenden Innenhofs des Auhof Schlosses) in eine sich aufbauende, stimmige Atmo immer stärker hineingezogen wurde – ein mutiges, feines Experiment !

„Naked Lunch“-Frontmann Oliver Welter und Pianistin Clara Frühstück führten anschließend ihre berührende, zeitgenössische Neuinterpretation von Schuberts „Winterreise“ auf, begleitet von den einfühlsamen Visualisierungen des Medienkünstlers Cori O’Lan.

Als Bühne der Eröffnung diente der „Zirkus des Wissens“ – Thema: Kreativität und Digitalisierung. Der Rektor der JKU sah dies als unverzichtbare Kombination & auch Präsident van der Bellen sprach nicht von ungefähr die Begrifflichkeit einer ARTificial Intelligence an. Der Linzer Bürgermeister erwähnte u. a. im Rahmen des nunmehrigen, pädagogischen Aufbruchs in Sachen Digitalisierung die Zweigausrichtung an einer Linzer AHS … An jenem 2. Abend kam es zur Umsetzung von Bruckners NEUNTER am Campus Areal der JKU – elektronisch verwoben mit experimenteller Musik. Das dabei notwendige Flanieren der Rezipienten sollte nur noch vom Erwandern der Dornhelm-Klangwolke getoppt werden – Die Vorgabe der berühmten 10.000 Schritt pro Tag wurde dabei vom Blog-Autor mit größter Wahrscheinlichkeit im Namen der Kultur ausnahmsweise erreicht – eine kontrollierende StepsApp am neuen smarten Senioren-Phone aber natürlich erfolgreich mit Eckel abgeschmettert;

Für Bruckner war es noch ganz normal den Tag per Pedes zu bewältigen (- ohne digitale Überwachung, für die es weder eine Notwendigkeit, noch gar technisches Knowhow gab …) Keine Ahnung wie viele Schritte der junge Anton absolvierte, als er einst nach Windhaag unterwegs war, oder später regelmäßig von Kronstorf nach Enns.

Als Unterlehrer bereitete er den größeren Kindern in der Sonntagsschule Freude, wenn er von der Natur erzählte, von den Blumen und Tieren und dass die Erde eine Kugel sei. Er erklärte ihnen die Gezeiten, zeichnete einiges auf die Tafel und erzählte der staunenden Schar von den Erdteilen. Das alles war nach den Schulvorschriften nicht erlaubt. Bruckners Vorgesetzter im Mühl4tel Oberlehrer Fuchs verurteilte diese schlimmen „Entgleisung“ scharf und kam nun öfters unversehens, um Bruckners Unterricht zu kontrollieren und hielt diesen an in seiner Freizeit dem Unterricht des Schulmeisters beizuwohnen …

Bruckner pflegte auch in der Wiener Zeit ganz spezielle Unterrichtsmethoden Bruckners und durchaus besondere Beziehung des zu seinen Schüler*innen. Die Autoritätsverhältnisse blieben dabei zwar strikt gewahrt, waren jedoch geprägt von einem teils außerordentlich engen privaten Umgang. Gemeinsam mit seinen zumeist jugendlichen Freunden, die als treue Anhänger und Unterstützer oft lebenslang für die Verbreitung und Durchsetzung seiner Werke eintraten, an deren Überarbeitung sie nicht selten beteiligt waren, unternahm der Konservatoriumsprofessor/Universitätslektor Ausflüge, besuchte Konzerte & das Wirtshaus.

Brucknerfest 2021 – Motto: „Mutige Impulse – Bruckner und seine Schüler*innen“

Bruckner ist nicht zu >Brahmsen< – seine Schüler jedoch schon:

Der Wagnerianer Bruckner und sein Widersacher Brahms trugen in Wien ihren offenen Kampf aus – dabei gerieten auch StudentInnen unseres großen Ansfeldners (wie Wolf oder Rott) in die Schusslinie:

Als Hans Rott im Jahr 1880 seine E-Dur-Symphonie für ein Staatsstipendium vorlegt, gerät er zwischen die Fronten. Die Kommission wird von Brahms und seinem Parteigänger, dem Kritiker Eduard Hanslick, dominiert. Brahms ist nicht nur Rotts ästhetischer Ansatz zuwider, er fühlt sich von dem jungen Komponisten obendrein arg verhöhnt, weil ein Thema der Symphonie offenbar ironisch auf ein Thema Brahms’ anspielt. Brahms und Hanslick demütigen Rott mit voller Absicht. Der ohnedies labile Komponist erholt sich davon nicht mehr, er steigert sich in einen Verfolgungswahn. Auf einer Bahnfahrt im Jahr 1881 erleidet er den endgültigen geistigen Zusammenbruch, er sieht überall Agenten von Brahms, die ihn verfolgen, glaubt, dass Brahms den Zug mit Dynamit vollgeladen hat, um ihn zu töten. Rott wird in die Niederösterreichische Landes-Irren-Anstalt überstellt, die Diagnose lautet: Verrücktheit, halluzinatorischer Verfolgungswahn. 1884 verschied Rott nach mehreren Suizidversuchen im Alter von 25 Jahren in der Irren-Anstalt (- fast 20 Jahre später stirbt hier auch Hugo Wolf). Gustav Mahler, Rotts Freund und Kollege in der Kompositionsklasse, greift die Ideen auf, zumindest seine Erste und Zweite Sinfonie sind deutliche, wenngleich nicht als solche ausgewiesene Hommagen an den Freund.

>>> Dieses und noch vieles mehr … Symposium 021 des Anton Bruckner Instituts Linz

Manfred Pilsz

Die Klangwolke 021 war diesmal ein gewaltiges Bild/Ton-Spektakel mit Filmmusik im symphonischen Hollywood-Stiel des 20. Jahrhunderts – da ließ sich auch Bruckner gut verpacken … Die Visualisierung im offenen Donauraum erinnerte an gute alte Zeiten, konventionelle Leinwand-Projektionen sorgten für Nähe – die etwas abgestandenen Experimente wie Bewegtbilder auf Sprühnebel funktionierten nur schemenhaft – da waren die Fadinger mit ihren Filmen bei Projektionen während des Donausommers 2004 auf schwimmenden Wasserwänden bereits mindestens so erfolgreich … Das künstlerisch entbehrliche, finale Feuerwerk wurde durch ebensolches, aufgesetztes Lasershowprogramm ersetzt summa summarum ist dem Klangwölkner Dornhelm samt Team aber zu gratulieren !

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Keplersalon Sept. 2021: https://www.youtube.com/watch?v=jWSK-x7Sx6U << >> (Rogl-Film ab Min. 9.30 …)

„Diskurs zum Ring“ – Bayreuth 021

Am letzten Tag des Leo-Sternzeichens kurz vor Festspielende:

Waber-lohendes-Götter-dämmerndes-Gespinst

Die Ausnahme-Festspiele Bayreuth 021 warteten nebst Holländer-Premiere mit einem feinen „Diskurs zum Ring“ auf: Der „Götterdämmerungs-Installation“ einer japanischen Künstlerin im Festspielpark, einem virtuellen Drachenkampf * in den Pausen zur konzertanten „Hermann Nitsch-Walküre“ und dem „Post-Prolog“ à la Rheingold mit Loge auf der Anklagebank … sprich: „Immer noch Loge“ (Text: Paulus Hochgatterer / Musik: Gordon Kampe)

Die 3 G für die 3 W

Geimpft – Gestestet – Genensen für Wide – Wagner Web

9.30 – in aller Festspielfrüh setzt sich ein Auto in Bewegung: Vom Hotel geht’s hoch zum Schnittpunkt Meistersinger-/Nibelungenstraße den > Grünen Hügel < hinan über die Tristan/Tannhäuser-Umfahrung bis zum Kneippbad – dem Registrierzentrum 021!

Gar so zeitig, denn es wird empfohlen 1 Stunde vor Vorstellung (11.00) alle Covid-Formalitäten erledigt zu haben. – Faktisch unmöglich, da sich nicht vor 10.00 die Tore zum Bayreuther Hochsicherheitstrakt öffneten und man erst dann im gemäßigtem „Eiltempo“ an jenem Vormittag gemeinsam mit Dr. Dr. Irene Jodl (RWV-Linz-Chefin) erfolgreich die Schleusen des Hügelbezirks passierte. Früher reichte es im Ring einen Feuerwall zu durchschreiten. Heute benötigen Helden des Publikums einen QR-Code, den Impf- & Reisepass, sowie eine personalisierte Karte, um rund um den kleinen Festspielteich auf vagen Plastikklappsesseln Platz nehmen zu dürfen, musste man der Park-Security nochmals alle Dokumente kredenzen, samt des Bandes, welches man Minuten davor in lichten Höhen erhalten hatte und das nun die Pfote zierte. „Und vorher setzen sie die Maske auf, die während der > Freiluft-Veranstaltung < aufzubehalten ist“ – im gemessenen Abstand zu ihrer Frau und dem Rest, mit der & dem sie eben noch unmaskiert & ungeniert heftig geplaudert haben. > Gesundheit hat Vorrang vor Wagner, aber man kann auch alles bis zur Sinnlosigkeit übertreiben !  Festspiele (siehe Salzburg 020) & andere Kulturveranstaltungen sind nun mal 150%ige Garanten für >Null Ansteckung<  auch ohne 8fache Absicherung ! 3 G im Freien sollte passen – speziell, wenn im selbigen Landkreis in Gasthöfen >Null G<  & die Telefonnummer reichen …

Mit Anstand im Abstand maskiert am Teichrand …

Löscht >Lex Lacke< Loge?

Punkt 11 Uhr begann es nicht nur kurz zu nieseln, sondern es brach auch heftig Bühnennebel herein. Auf einer Rampe vor dem Vorhang erschien Puppe Erda im Rollstuhl synchron zur einsetzenden Musik belebt durch Regisseur Nikolaus Habjan. Die tollen Gesangsstimmen erklangen perfekt abgemischt mit dem orchestralen Kammermusikensemble via Lautsprecherboxen. Versprochene Rheingoldanklänge sind in der Komposition Gordon Kampes nur sporadisch überdeutlich verpackt, unterstreichen so aber die Eigenständigkeit des kleinen. feinen Musikdramas, das gesamtkunstwerklich durch seine Bilder lebt: Wenn Rheintöchter durch den Teich pflügen, mit Fischen & Wasser spielen, Wotans Auge gefunden wird, das er hier an „Mimirs Brunnen“ dereinst für Weisheit geopfert hatte. Drei ganz hervorragende, textdeutliche Sänger leihen dabei den Puppen ihre Stimmen, um schließlich mit ihnen eins zu werden. So wurde nicht nur bei der Kinderoper mit Sängern erster Sahne besetzt, wie  Tristan Stephen Gould, auch am Tümpel durfte man mit Hügel-erfahrenen Leuten plantschen & ihnen lauschen: Mit Ausnahme von „Erda“ Stephanie Houtzeel (Waltraute der 021er Walküre), mussten sie daselbst ins Wasser. So auch Rheintochter Daniela Köhler (2020 als Brünhilde geplant gewesen), sowie der österreichische Bariton Günter Haumer als Feuergott, der hierbei zu erlöschen drohte, als die Damen an einem „Freitag for Nature“ nach der Götterdämmerung unter Yggdrasil über Loge zu Gericht saßen, umwabert vom Eschensterben, sowie dem Neid & der Asche der Götter & Helden …

Mit dem Ende des verdienten Beifalls setzte sich die Publikumskarawane in milder, mittäglicher Sonne, vorbei an mobilen Toilettenanlagen & ebensolchen Schließfächern, geschlossenen Buchläden & dichten Verpflegsstationen wieder rasch nach oben in Bewegung – diesmal bis hin zur „Bürgerreuth“, wo man im Gastgarten überraschend neben Maestro Markus Poschner zu sitzen kam …

Nur weitere 3 Stunden später hätte nach neuerlichem Registrierungsprozedere die Möglichkeit des maskierten Besuchs einer Walküren-Vorstellung bestanden. Beim Eintrittstest für einen 5minütigen 3D-Drachenkampf * in den Aktpausen, wäre man jedoch jenseits der erforderlichen 3 Gs & Co. ziemlich sicher an den, für diesen Zweck wahrscheinlich zu erhebenden Blutdruckwerten jämmerlich gescheitert …

Manfred Pilsz

Die anderen, obigen 2 sind wohl in Gmunden geblieben …

Bevor der Kultur-Herbst ausbricht schnell ein Rückblick auf die Sommerlektüre 021:

Richard D. Precht „Von der Pflicht(… u. a. zur Thematik „Ehrenamt“ am Übergang zur Pension)

Thomas Stipsits  „Kopftuchmafia“ (– Stinatz-Krimi – ein Jahr nach „Omama„- ebenfalls mit einem Oma-Rezept als Abschluss)

Man logierte in BT quasi in einem Johann Strauß -Hotel …

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Im Bayreuth-Delta 021

Jetzt bis Ende August * Loge im Leo-Festspielmonat

Der Festspielsommer 021 hat im Schatten derDelta-VarianteFahrt aufgenommen: Regional von Gmunden, über Steyr, Bad Ischl; Steinbach bis Linz …

Im „Bruckner-Jahr2024 ist rund um Ischl KULTUR das NEUE SALZ

In the Salzkammergut you can easily make merry, when the music plays, holdrio

In 3 Jahren wird es im Salzkammergut eine blühende, dann endgültig Corona-ferne Kulturhauptregion geben, aufgeteilt auf (derzeit noch 23) idealerweise dann ganze 24 Gemeinden (- vielleicht kann ja das >Kulturhauptstadtzentrum Trinkhalle< in Ischl das „doppelte Duzend“ komplettieren) – hier im Original ein 1. FRO(h)es Radiogespräch zur Kulturmetropole 2024 <<< (bitte links den LINK anzuklicken)

Am Linzer Domplatz ergab sich die Gelegenheit ein u. a. „Rheingoldiges Gespräch“ mit Nikolaus Habjan zu führen, das ebenfalls fürs Radio aufgezeichnet wurde: https://cba.fro.at/509728 <<< (- hier links die Radiosendung mit Habjan / Zappe)

Zitat Habjan: „2021 ist das Jahr Loges

Bei Nikolaus Habjan sitzen Erda & die 3 Rheintöchter am Teich im Festspielpark zu Gericht – laut Habjan soll es dort sogar noch eine Esche geben … „Yggdrasil – neben der Siegfried Wagner – Allee?“ – Habjan kam beim Gespräch über sein Ring-Nachspiel „Immer noch Loge“ zu ganz ähnlichen Überlegungen wie kürzlich der Autor dieses Blogs in seinem Beitrag: https://leologeslogbuch.blog/2021/06/17/loki-loge-yggdrasil/ <<<

LOGE ist der Intellektuelle/der „Kabarettist“ unter den Göttern ..

3 x während der heurigen BT-Festspielzeit wird es als Special Event ab 16.00 im Festspielhaus konzertante Walküren mit Malaktionen von Hermann Nitsch und davor als >Matinee< um 11.00 „Gerichtverhandlungen“ mit dem listigen Loge geben. Wie schwierig sich dabei wohl schon die Proben am Areal des Grünen Hügels anlassen dürften, ist den Hygiene-Regeln der Bayreuther Festspiele zu entnehmen – Ein banal Grüner Pass dürfte hier nicht reichen und den Nornen wäre beim Lesen des coronesken Regelwerks dabei wohl der Geduldsfaden gerissen ! – wie Berti Blockwardt in Graz:

Gegen den „Hügel-Schutzwall 021“ wirkt Wotans Waberlohe wonniglich

In den 80er Jahren war es ein unkompliziertes Vergnügen eine Festspielsendung für den ORF zu machen: Man erschien unangemeldet am Bayreuther Grünen Hügel um Zehn Uhr Vormittag – man grüßte im Vorbeigehen den Portier, ging vor zum Büro von Wolfgang Wagner – die Tür war offen, ER telefonierte, winkte dich herein und 1, 2, 3 los gings … Heute ist Bayreuth ein in sich geschlossener Hochsicherheitstrakt (seit den Terroranschlägen und jetzt Corona) – das spürt das Publikum durch Distanz sowie alle möglichen Unannehmlichkeiten und auch der Probenbetrieb wird sich wahrscheinlich verkompliziert haben (- u. a. aufgeteilter Chor, Testungen rund um die Uhr, usw.)

Obiges nennt man >Deutsche Gründlichkeit< !?

In Salzburg griff man 2020 in ungeimpften Zeiten mutig, aber konsequent, beseelt von der Überzeugung & dem Willen die Jubiläumsfestspiele unbedingt abhalten zu wollen, zu deutlich gelinderen Mitteln und hatte damit einen >Publikumsfreundlichen< Erfolg mit NULL Ansteckungen !!! Die heurigen Festspiele an der Salzach schließen im 1. Jahr des 2. Jahrhunderts ihres Bestehend nahtlos an das Jubiläumsjahr an !

Österreichischer Musiktheaterpreis für Tenor Heinz Zednik (Loge)

Steyr, 2. August.2021. Der gefeierte Tenor Heinz Zednik wird in diesem Jahr beim Österreichischen Musiktheaterpreis für sein Lebenswerk geehrt. Der Sänger sei „unbestritten einer der größten Künstler des Landes“ hieß es in der Ankündigung. „Mit seinem natürlichen Talent für Komik, Posse und Ironie und seiner schier grenzenlos flexiblen Stimme (Charaktertenor).hat er Musiktheatergeschichte geschrieben“, so die Begründung.

Kammersänger Heinz Zednik wurde am 21. 2. 1940 in Wien geboren. Er studierte am Konservatorium Wien und gab sein Debüt 1964 in Graz. Bereits im Jahr darauf wurde er Mitglied der Wiener Staatsoper, 2017 verabschiedete er sich dort von der Bühne. 1970 sang er erstmals in Bayreuth (ab 76 Chéreaus Loge, Mime), ab 1980 wirkte er bei den Salzburger Festspielen. Außerdem gastierte er unter anderem an der New Yorker Metropolitan Opera und an der Mailänder Scala. Zednik zählt weiters zu den führenden Interpreten des klassischen Wienerliedes und interpretierte auch Ernst Krenek oder Richard Strauss. 1980 wurde er zum Österreichischen Kammersänger ernannt, im Jahr 2000 wurde ihm das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse verliehen. 2016 der Goldenen Johann Strauss. Außerdem erhielt er zwei Grammy Awards.

  • obige geniale, kleine, feine Musiknummer gaben auch wir im Rahmen unserer Johannisnächte im Schloss Wildberg einst zum BESTEN …

W A G N E R * ONLY

Bayreuth hat mit der Ausschließlichkeit Wagnerscher Musikdramen ein Alleinstellungsmerkmal unter den Festspielen (nur das Rossini-Festival in Pesaro leistet sich ebenfalls den Luxus Werke nur eines Komponisten aufzuführen …)

Im Sternzeichen des Löwen ist alljährlich Festspiel-Time. In der Neuzeit waren nach antikem Vorbild die 1. Festspiele 1876 die Bayreuther „Ring-Aufführungen“ im Wagner-Theater am Grünen Hügel der Oberfränkischen Metropole. Im Delta dieses geglückten „Pilotversuchs“ blühten weitere Musiktheaterfestivals auf: in Österreich nach dem 1. Weltkrieg in Salzburg und nach 1945 in Bregenz, usw. …

75 Jahre Bregenzer Festspiele

Ein Jubiläum, das wie Salzburg auf große Erfolge zurückblicken kann:

Die Zauberflöte in der Regie von Jerome Savary, oder ein „Fliegender Holländer“ (mit Leuchtturm) in der Umsetzung von David Pountney, sowie der derzeitige Rigoletto:

Auch bei der heurigen Eröffnung wieder mit dabei Moderator Nikolaus Habjan …

Habjans Karl Böhm-Auftritt 018 war/ist legendär !

Manfred Pilsz

Bayreuth 021 auf Bayern Klassik

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Auch auf 3SAT fliegt der Bayreuther Holländer / 1. Kritik

Der Holländer 021 fliegt weiblich dirigiert / Senta D

Hermann Nitsch wird sich bei der Walküre nicht auf die Farbe ROT beschränken und Blut wird dabei keine Verwendung finden, zumal bei einer aktuellen Ausstellung in Salzburg durchgesickert sei, dass Wagner bei Nitsch BLAU-Töne auslöst ( – Lohengrin-Farbe) – es soll aber auch nicht „Blaublu(e)tig“ werden, sondern ein Regenbogen (von der Wintersturmstimmung zu Beginn bis zum finalen Feuerzauber …) Stimmen dazu aus Bayreuth (Kritik)

„Parsifal 023“ mit digitaler Brille

HADER ON ICE

2004 brachte er „Hader muss weg“ heraus und verließ damit als Creator die Kommandobrücke des österreichischen Kleinkunstkreuzers …

HADER MUSS WIEDER HER

Nach 17 Jahren ohne neuem Programm gibt’s statt Holiday … nun: Hader on Ice

Viel zu lang hatte Hader sein schaffendes, kabarettistisches Wirken auf Eis gelegt, doch jetzt ist er wieder aufgetaut und legt ein Kürprogramm hin, bei dessen ersten Schlittschuhschritten wir zuletzt im Herbst dabei sein durften: Diese Aufwärmphase fand (wie schon in früheren Zeiten) im Linzer Szenelokal „Alte Welt“ statt, kurz bevor der doppelte Endlos-Lockdown im November ausbrach  … Nur einem winzig kleinen Auditorium von 2x knapp über 10 Personen war es so vergönnt, das damals noch unfertige, neue Opus als „Work in Progress“ zu verfolgen

Alte Welt – Alles Wenzel (oder was?)

Wirt & Fadinger Absolvent Thomas Wenzel begrüßte den Kabarett-Star in kleiner, handverlesener Runde / Ehren-Fadinger Hader im Gespräch mit Mag. Beate Wenzel (u. a. Mitglied der legendären Fadinger Cabaret-Crew)

In den 80er- & 90er-Jahren leitete Josef Hader Kabarett-Workshops im BRG Linz und trat gemeinsam mit den Jung-Fadingern im Festsaal auf (Ö1 Contra am Sonntag)

Wie in alten Tagen probte Josef Hader in der Alten Welt

„Josef und der Wolf“ – ein bitterböses Märchen

Haders neuer Monolog ist über weite Strecken eigentlich ein Dialog seiner Figur mit deren zweitem ICH – Lupus in Fabula: Ein Wolf(s) Rudl begleitet ihn wie ein Schatten seiner selbst durchs Programm (- Andere hatten einen Hasen). Hader on Ice kommt aus ohne doppelte Rittberger oder eingesprungene Axel als Pflicht oder Kür. Hader präsentiert uns einfach einen saturierten, alternden Kotzbrocken, der auf dünnem Eis durchs restliche Leben schlittert … kein edler Grauer Panther, sondern nur ein 0815 landläufiger Ok Boomer (Puma) …

Der Kabarett-I.C.E. Haders nahm mit der gefeierten Premiere > begleitet von Hymnen positivster Kritik < nun also wieder Fahrt auf: In Wien an 3 Spielstätten, im Herbst wird er in den Bundesländern und schließlich auch in Deutschland Erfolge feiern …

Hier dazu die Radiosendung „Interview mit Hader“: https://cba.fro.at/519598

Manfred Pilsz

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Nach dem Kabarett-Eisbrecher jetzt schnell ein Eisbecher

Dieser Beitrag entstand eine Woche vorm Johannistag (auch JohanniJohannisfest / Sommersonnenwende), dem Hochfest der Geburt Johannes’ des Täufers am 24. Juni. Dieser würde im Winterhalbjahr dem Heiligen Abend (24. Dezember) entsprechen. Die Johannisnacht ist die Nacht auf den Johannistag, vom 23. auf den 24. Juni, oder der 2. Akt bei Wagners Meistersingern bzw. war 5 Jahre lang der Fadinger Auftakt zum Musiksommer in Wildberg bei Linz

»Am Jordan Sankt Johannes stand, all Volk der Welt zu taufen …

Ganz selten, dass man uns rund um Weihnachten mit einer argen „Kältewelle“, oder etwa gar mit Schnee überrascht … SonnenanbeterInnen finden es aber ganz normal im Juni (- Dezember des Sommers) von einer Hitzewelle beglückt zu werden … Leute, was bitte haben 35 plus mit Schönwetter zu tun? – Schirm bleibt Schirm – egal, ob für Regen oder Sonne – Sauwetter kann saukalt, aber eben auch sauheiß sein … Uns >SchneelöwInnen< bleibt da nur ein Trost: In bereits einer Woche werden die Tage endlich wieder kürzer:

https://www.timeanddate.de/countdown/weihnachten

Jochanaan

LOKI – LOGE – Yggdrasil

Liebe LOKI-Fan-Gemeinde ! – Willkommen in der feinen Welt der guten, altbekannten, tradierten Mythen, Sagen & Musikdramen

Nach dem nicht enden wollenden LOCKdown (Kombiwelle 1 & 2 – seit November) steigt nun der hehre LOKI down von Asgards lichten Höhen durchs > worldwide < Internetz herab in unsere Niederungen – verkleidet als strahlender Serien-Superheld:

Zeitgleich brach Feuergott LOGE auf, um in Berlin in der neuen Ring-Inszenierung 021 im Rheingold die Fäden zu ziehen:

Götter machen sich auf den Weg (Ring Valencia):

Wagnerianern ist Loki bestens bekannt als Loge, der die Götterschar, samt Allvater Wotan (= Odin) & Donner (= Thor) am Faden hält:

Deiner Hand, Donner,
entsinkt ja der Hammer!

Die Walhall-Bewohner wissen, welch hinterfotzige Intelligenzbestie sie in ihrer Mitte haben und wissen, dass sie ihm nur partiell trauen können:

Loge heisst du,
doch nenn‘ ich dich
Lüge!

Der Schöpfer des Rings des Nibelungen konnte auf die Weisheiten der Edda zurückgreifen und dort lesen, was Hugin & Munin einst raunten …

Oben: MET OPERA NY RING und 2 Runensteine (Schweden)

Wagner ist immer und überall !

Bei LOKI, oder bei der „Spaceopera „Starwars: Ganz ohne Wagner geht die Chose nicht … Parallel-Universen im Verlauf der Story, bei Rollen/Personen im Stück und im Falle von John Williams im Einsatz von Musik (Leitmotivtechnik) Tolkin, der Herr der Ringe hat mit seiner Stoffbearbeitung eine filmische Umsetzung vor wenigen Jahren ermöglicht, welche die Thematik fürs neue Jahrtausend salonfähig gemacht hat:

Nun beglückt also als >Serienstar< LOKI einmal pro Woche seine heimische Screen-Community – und zwar weder am Tuesday (Tag des Tiu/Ziu/Tyr), noch am Friday (Tag der Frija/Frigg/Frigga), sondern am Wednesday (Wodensdag – Odin/Wotan/Wodan) – Der Donnerstag hat seinen Namen vom Leinwandkollegen Thor (Thor/Donar/Thunar), der u. a. im Resort Meteorologie & Klima tätig ist … und uns dabei oft blitzartig zeigt, wo der Hammer hängt …

In Ragnarök findet Thor wie die meisten anderen Asen sein Ende, bezeichnenderweise durch die Midgardschlange. Die Schlange greift Thor an und verpestet durch ihre Ausdünstungen das Meer und die Luft. Thor erschlägt sie mit seinem Hammer, wankt aber neun Schritte zurück und ertrinkt dann in den Giftströmen, die das öde Untier ausspeit … Das klingt verdammt nach altgermanischen „Verschwörungsmythen“. oder handelt es sich doch um real begründbare >Klimabedingte Weltuntergangsszenarien<, die heute die Frija-day for Future-AktivistInnen auf den Plan gerufen haben !

Bei einer Fadinger-Filmarbeit setzte man sich bereits in den Neunzigern mit der Umwelt-Thematik auseinander: Die Saga rund um die Weltesche Yggdrasil wurde damals bereits aufgegriffen. Heute spricht man aktuell davon, dass die Esche aus unseren Wäldern verschwindet (!) – kein wirklich gutes Zeichen im Verlauf der Klimakrise: In alten Schriften hieß es, wenn Yggdrasil zu beben (oder zu welken) beginnt, naht das Weltenende Ragnarök

Heimdalls Gjallarhorn

Ein 3 Jahre lang dauernder Fimbulwinter kündigt diese Apokalypse an. Die beiden Wölfe Skalli und Hati verfolgen die Sonne bzw. den Mond, um sie zu verschlingen. Daraufhin sollen Sterne vom Himmel fallen. In der Folge beginnt die Erde zu beben; alle Bäume werden entwurzelt, sämtliche Berge stürzen. Durch diese Beben kann sich der Fenriswolf von seiner Kette lösen, die Midgardschlange kommt an Land, welches überflutet wird. Die Überschwemmung macht das Totenschiff Naglfar aus Finger- und Zehennägeln der Toten wieder flott. Der Fenriswolf spuckt Feuer, die Midgardschlange versprüht ihr Gift, was Luft und Meer entzündet … Heimdall erhebt sich und stößt mit aller Kraft in sein Gjallarhorn …

Im Falle von >Wagner-rök< zeigt sich am Schluss (wenn es den Göttern dämmert) der Silberstreif eines Neuanfangs … Noch besser wär’s: Ragnarök würde einfach (wie sooft) mal wieder auf Übermorgen verschoben

Manfred Pilsz (LeoLoge) an einem Donarstag im Brachmond

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DEN RING MUSS ICH HABEN

https://www.dorftv.at/video/21488<— LINK zum Fadinger RING-Film

Kleines Nachwort für unsere Erderwärmungsleugner:

Komm, lieber Mai, und mache
die Bäume wieder grün,
und lass mir an dem Bache
die kleinen Veilchen blüh’n …

Heute erwartet man sich das frische GRÜN ungeduldig bereits im März und der Mai hat gefälligst erste 30 Grad -Tage zu liefern, was übrigens sogar heuer im angeblich ach so nasskalten Frühling 021 der Fall war … und nach Ostern gab’s noch ein paar Flocken Schnee: OJE

Zwar Wintertage haben
wohl auch der Freuden viel;
man kann im Schnee eins traben

Winter wird unter ganz besonderen Umständen toleriert rund um den 24. Dezember und während der eigenen Skiwoche …

Eine der heutigen Nornen: Greta – Skuld (?)

Feuergott LOKI hat erst in den 2000endern das Klima so erhitzt:

In den 70ern & 80ern wäre ein Frühling 021 gar nicht aufgefallen  – das war gängige Normalität ! – Im Juni gab’s bis in die 90er maximal einen Hitzetag – in Volksschulen der 60er kannte man sogar noch Hitzeferien. Das Kennzeichnendste des Sommers 1954 war der so kalte Juli mit Schneefällen bis auf die Talsohlen herab und mit sehr hohen Niederschlägen in NW-Österreich. Und dann im Hochwasser am 6. 8.:

In der ersten Augustwoche überschritten die Maxima sogar 30° (1954 – Sondermeldung)

Die gewünschte „Neue Normalität“ der 2000er Jahre scheint für manch unheilbare Sonnenanbeter  ein brütend heißer Sahara-Sommer in Mitteleuropa zu sein, den man dann aber eh nicht in Anspruch nimmt, sondern lieber per Billig-Flug gleich noch unwirtlichere, aber für Westler voll klimatisierte, abgeschottete Urlaubsresorts im prestigeträchtig fernen Ausland ansteuert – „Hallo neidige Instagrammeln“: Schaut her, was ich mir heuer locker leiste – Champagner-Grüße aus einem Swimmingpool im teuersten Emirat am persischen Golf … der Gruß geht an alle anderen, ähnlich besetzten Pools – die schicken dann wiederum ihre schicken Bilderchen. Mittels Fotobearbeitung wären häusliche Schwimmbadbilder jederzeit so gestaltbar, dass die hoffentlich schwerst betroffene Neidgenossenschaft glauben könnte, man würde in der ganz obersten Spielklasse bei Putin, Trump und Co plantschen & schmausen …  Photoshop käme da auch wesentlich kostengünstiger und ungemein umweltfreundlich zupass und könnte so das meist überflüssige, schädliche Teilzeit-Nomadentum etwas eindämmen …

Es soll Menschen geben, die in stillen Corona-Stunden beschlossen haben, fürderhin  ihren Reiseradius auf 500 Km einzugrenzen (Bahn JA / Flugzeug NEIN)

Ein ganz starkes Freiheitsgefühl überkam mich, wenn ich früher neben dem Wohnwagen des Schulwarts in den Sommerferien im Innenhof neben dem Festsaal parkte und von dort aus einen Gastgarten ansteuerte – nirgendwo sonst wird es deutlicher >Frei zu haben<, als direkt am Arbeitsort … ein Luxus, dem ich nun täglich frönen kann ,,, (- Vorstufen dazu waren im „halbleeren“ Haus: Der ruhige Samstags- und späte Nachmittagsunterricht)

Impfzwang NEIN / Handyzwang JA ???

Am Servatiustag zur Himmelfahrt 021

Wenns an Pankratius friert, so wird im Garten viel ruiniert

Auch heuer haben die Eisheiligen bei 1. Gelegenheit die heißen Sommerentgleisungen der ausgehenden ersten Maihälfte 021 ausgebremst (- Vor Bonifaz kein Sommer) Normalität im herkömmlichen Sinn macht sich breit – ganz im Sinne des frohen Wiederaufsperrens von Österreich – und auch ganz nach dem Geschmack der 93jährigen Schwiegermutter … Als diese jedoch beim morgendlichen Aufschlagen der OÖN der folgenden Zeilen gewahr wurde, hatte sie die „Sopherl (- keine indische MuTante, sondern „Quoten“-Eisheilige) in ihrem Wohnzimmer ganz kalt erwischt:

> Code fotografieren, raufladen, fertig – Gilt 24 Stunden <

Geimpft, genesen oder getestet – das ist die Voraussetzung, um Gastronomie, Kultur und Tourismus ab 19. Mai in Anspruch nehmen zu können. Um das Testen noch einfacher zu gestalten, werden künftig auch die sogenannten Wohnzimmertests behördlich anerkannt …

Um Fälschungssicherheit zu gewährleisten, hat man sich für eine QR-Code-Lösung entschieden. Erster Schritt ist die Anmeldung auf selbsttest.ooe.gv.at. Zu jedem Selbsttest gehört ein Code, den man auf den Test kleben muss. Davon ist mit der Handykamera ein Foto zu machen, dann ein zweites Foto, nachdem man den Test entwertet hat. Beide Bilder müssen hochgeladen werden, danach erhält man einen Bestätigungslink.

Ab 18. Mai stellt das Land pro Person 20 zusätzliche Testkits zur Verfügung. Sie können gegen Vorlage der E-Card in den Apotheken abgeholt werden. Außerdem können auch fünf QR-Codes abgeholt werden, um Tests zu verwenden, die man bereits zu Hause hat  …

Code fotografieren, raufladen  …die Uroma war bereits nach diesem Teil der Headline mit dem Gesamttext fix & fertig – und alle anderen Digital Naivs dann wenig später … Nicht von ungefähr wurden zuerst die Senioren geimpft, denn impfen ist wesentlich einfacher, als testen ! Und selbst, wenn man das einschlägige Mega-Prozedere dazu, technisch und bürokratisch bewältigt, so stellt sich immer noch die Frage, ob das einen schnellen Mocca ermöglicht? Wenn man in der Stadt beim Eis-Greissler vorbeikommt, dann braucht man etwas Zeit (weil man sich anstellen muss), die „Covid-Schutzmaske“, Geld und schon kann man zu schlecken beginnen. Fürs nahe Cafe-Haus benötigst Du den Goldstandard- oder Wohnzimmer-Test, auch wenn Du bereits nach 20 Minuten zum nächsten Termin enteilst. Falls es Dich aber am folgenden Tag wieder spontan nach einem schnellen Mocca gelüstet, so geht dies nur innerhalb des 24-Stunden-Rahmens. Andernfalls ist der spätere Coffein-Boxenstopp bereits im morgendlichen Wohnzimmer einzuplanen und der Test in vollem Umfang zu zelebrieren  … Die 48-Stunden-Belohnung nach dem Besuch einer professionellen Teststraße erscheint da schon erfüllender, ist aber zeitlich etwas aufwändiger und spontan geht da eher gar nix. Bleibt noch die Apotheke am Eck oder direkt der Wirt an der Theke  …  Letzteres: Eigentlich am verlässlichsten, denn kein noch so toller QR-Code samt Foto in doppelter Ausgabe kann beweisen, dass die richtige Nase auch zum Testergebnis passt … Vertrauen ist gut (!), aber ist wirklich immer Kontrolle besser?

> Selig: Die Geimpften und Genesenen, denn ihrer ist der freie Gastgartenzugang <

Doch HALT, denn der „Grüne EU-Pass“ lässt bis Juli auf sich warten und auch die österreichische Schnellschuss-Variante ist erst ein Juni-Kind, sodass wir wohl (oder übel) auf den guten, alten „Gelben Impfpass“ haptisch zurückgreifen dürfen, wo die Hausärztin den erfolgreichen Covid-Erst-Stich vermerkt hat. Und dabei könnten wir es dann nach der Zweitimpfung analog auch belassen ! Warum braucht es unbedingt eine digitale Ausgabe mit QR-Code am Smartphon-Display? Weil es so schick ist? Uroma hat keines und auch andere brauchen und wollen sowas nicht !!!

Der Mensch ist ein analoges Wesen, ausgestattet mit analogen Sinnen – Das Digitale soll, wie die Medien im allgemeinen Hilfsmittel und Werkzeug sein, aber nicht bestimmend ! – Freiheiten ermöglichen, aber nicht beschneiden, nicht als ödes „Kontrollorgan“ zum Einsatz kommen, Gruppen ausschließen, oder isolieren, sondern verbinden und solidarisieren ! Seit Gründerzeiten am Linzer Mediengym war immer klar: Digitale Technik soviel wie notwendig zur Umsetzung von möglichst viel Kreativität – ganz im Sinne einer Kombination der ursprünglichen MINT-Ausrichtung des guten, alten Realgymnasiums Fadingerstraße mit dem künstlerischen Medienschwerpunkt: Naturwissenschaftliche MINT-Fächer & MEDIEN – also MINT & PEPPER – sprich: PEPPERMINT – allein nur diese funktionstüchtige FadingerDoppelmühle“ garantiert den Erfolg und die Nachhaltigkeit des GANZEN !

QRs lachen einem heute überall entgegen – die Fadinger hatten das schon beim Projekt Rudolf II im Linzer Landesmuseum mit Gerolf Nikolay QRs für Führungen im Einsatz, aber muss dies heute immer & überall, zu einer zwanghaften, allumfassenden Notwendigkeit werden? … Hochladen von Bildern auf LINKs & Mails schicken geht auch am PC, aber QRs / Grüne Pässe am immer eingepackten Laptop mitzuführen würde wohl erzwingen sich extra ein schlankes, smartes Ein- & Zutritts-Handy zulegen zu müssen (!) …

Bei „Distance Learning“ reagierte man zurecht befremdlich, „Distance Banking“ oder „Distance Shopping“ hingegen finden die Unbedarften unter dem Titel >ONLINE> cool, bequem, ja unerlässlich, obwohl es kommunikationsfeindlich, unpersönlich, unverbindlich (niemand kennt Dich, wenn es Probleme mit sensiblen Kontozahlungen / Bestellungen usw. gibt), alles bildet sich gläsern im Netz ab, bei allgemeinem Online Banking gäb’s auch im Ernstfall keine privaten Geldreserven mehr – eine >Rundum Abhängigkeit< und einen Persönlichkeitsstriptease bis zum letzten Feigenblatt …

Höchste und gute Zeit für das Ende von > Distance mEATing < !!!

Mit dem Traxl und der Alten Welt beginnt ein kulinarische Linzer Rundflug – hinter & unter uns die Talsohle eines halbjährigen Lockdown-Tunnels. Bis Mitte Juni sollte es jedenfalls angenehme, moderate Gastgarten-Temperaturen geben, bis in genau 30 Tagen im Juni Petrus flächendeckend die Klimaanlage einschaltet, denn dann ist kurz die Schafskälte dran !

Manfred Pilsz

Kostüm und Maske

PS.: Der glücklich geimpfte Blog-Autor darf nun mit seinem „Yellow Fellow“ auch wieder ins Theater, Konzert, Kabarett, Kino usw. … Wenn dort dann so nur Geimpfte, Genesene und gepflegt Getestete sitzen, sollte man 1) möglichst schnell allen Impf-Willigen den Schutz & diesen Status ermöglichen und sich 2) in BÄLDE die Frage stellen, ob es nicht NORMAL wäre alle Felder des Schachbretts im Publikumsbereich wieder besetzen zu können ! – Ohne jeden „Tunnelblick“ für den Kultur-Herbst … >>> Licht auf die Bühnen

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder …, die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !

Frühstück am 19. Mai:

LESENSWERTES ad: Covid, Corona & Co * „Negativ“ soll 2021 nicht positiv bleiben

Unmaskierte „Standesdünkel“ …

Der Gesundheitsminister, dem man (bloß) „vergessen“ hatte in Pandemiezeiten eine(n) Staatssekretär(in) unterstützend zur Seite zu stellen, durfte sich nach seinem Rückzug (wenige Wochen vorm nunmehrigen Erfolg seiner Bemühungen) als Dank für seinen Arbeitseinsatz mit populistischer Gülle anschütten lassen …

Dankenswerterweise übernahm (siehe oben) Dr. Christian Schacherreiter medial die Standesvertretung der GrundschullehrerInnen ! Es handelt sich bei dieser großen und für die Bildung der Kinder über die Maßen wesentlichsten Berufsgruppe um gar nicht so wenig WählerInnen, die die Botschaft sicher verstanden haben … Eine der vielen verzichtbaren mit plumpen, unmaskierten Inhalten überfrachteten, lauten „Büttenreden„, die als solche eigentlich im Parlament klar deplatziert sind, aber alle Bierzelte und Aschermittwochhallen sind ja derzeit noch aus pandemischen Gründen geschlossen … Für einen „Salzburger Stier“ werden solche Sager garantiert nie reichen – für einen beliebigen Hornochsen (am Spieß) aber vielleicht schon …

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Nicht nur OÖ. Minister wurden derart diskreditiert !

Einfach hatten es OÖ. Grundschullehrer am glatten Wiener Parkett noch nie – wie das folgende Beispiel zeigt (ohne jetzt einen direkten Vergleich zwischen dem Politiker und einem berühmten Komponisten des 19. Jahrhunderts anstellen zu wollen …)

Die Kritiker Eduard Hanslick, Max Kalbeck, Gustav Dömpke:

Sie und andere hörten Bruckners Musik trotz ihres »Prälatenstils« als eine lemurische Spukhölle. Es bleibt ihnen ein Rätsel, »wie dieser sanfteste und friedfertigste aller Menschen im Moment des Komponierens zum Anarchisten wird«. Er komponiere »Hochverrat, Empörung und Tyrannenmord«. »Wie eine unförmliche, glühende Rauchsäule steigt seine Musik auf, bald diese, bald jene Gestalt annehmend.« Er sei unnatürlich, aufgeblasen, krankhaft und verderblich Halb Genie, halb Trottel, biete er antimusikalischen Blödsinn. Man glaube an seine Stegreifkomödien so wenig wie an den Sieg des Chaos über den Kosmos. Er taumle in haltlos zerfallenden, musivischen Formen. Das Credo seiner f Messe sei eine christliche Wolfsschlucht. Er komme aus den Nibelungen und gehe zum Teufel. Sein bengalisches Feuer hinterlasse keinen sonderlich feinen Geruch. Er komponiere wie ein Betrunkener. Der Modergeruch eines verwesungssüchtigen Kontrapunktes steige in die Nasen. Es dufte bei ihm nach himmlischen Rosen und stinke nach höllischem Schwefel. Man wendet sich von dem »hässlichen Gemisch von Rohheit und Überfeinerung«, vom »nackten Unsinn«. Man erliegt dem »verwirrenden Dunkel, der müden Abspannung, der fieberhaften Überreizung« im »traumverwirrten Katzenjammerstil hinauf- und hinablamentierender Schusterflecken«. »Man schmeckt aus den Tönen des anderthalbmal Närrischen Geselchtes mit Knödeln und Kraut. Noch dem Todkranken wirft man »mit fixen Ideen abwechselnde Gedankenflucht« vor, die »ewigen Verlegenheitstremolos, Rettungstonleitern, Angstpausen, Notsequenzen, Verzweiflungsfanfaren, das große Tschingdarassasa, Schnedderengteng und Bumbum«

Bis zu seinem Lebensende war Johannes Brahms davon überzeugt, dass es sich bei Bruckner um einen „Schwindel“ handele, „der in ein bis zwei Jahren tot und vergessen sein wird.“ Und 1885 hatte er (in dessen Nachlass sich im Übrigen sehr wohl Partituren Brucknerscher Werke fanden!) gespottet: „Alles hat seine Grenzen. Bruckner liegt jenseits, über seine Sachen kann man gar nicht reden. Über den Menschen auch nicht. Er ist ein armer verrückter Mensch, den die Pfaffen von St. Florian auf dem Gewissen haben

„Man sieht, daß Herr Bruckner über das Fach, das er lehren will, sich selbst nicht ganz klar ist, sondern nur über den Zweck, zu welchem das Ministerium ihm eine Lehrkanzel gründen soll, nämlich damit Herr Bruckner sich ungestört dem Componiren hingeben könne. (…) Noch viel weniger liegt gerade in der Persönlichkeit Bruckners ein Motiv für Creirung einer solchen Lehrkanzel, denn sein auffallender Mangel an jeglicher wissenschaftlicher Vorbildung lassen ihn gerade für eine Universität am mindesten geeignet erscheinen. Um diesen Punkt nicht weiter berühren zu müssen, erlaube ich mir die Bitte, das löbl. Professorencollegium möge der merkwürdigen Abfassung von Bruckners Gesuch seine Aufmerksamkeit schenken. (…)“ – soweit: Eduard Hanslick

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So wie jeder wissenschaftliche Zweig sich zur Aufgabe macht, seine Materiale durch
das Aufstellen von Gesetzen und Regeln zu ordnen und zu sichten, so hat ebenfalls
auch die musikalische Wissenschaft – ich erlaube mir, ihr dieses Attribut beizulegen –
ihren ganzen Kunstbau bis in die Atome seziert, die Elemente nach gewissen Gesetzen
zusammengruppiert und somit eine Lehre geschaffen, welche auch mit anderen
Worten die musikalische Architektur genannt werden kann.

Zitat aus der Antrittsvorlesung des Lektors Anton Bruckner (K & K Universität Wien, 1876)

»7. Nov. 1891: Promotion als Ehrendoktor der Philosophie an der Wiener Universität. 22. 11. beim Minister. 26. 11. beim Kaiser (äußerst huldvoll).«

Universitätsrektor Hofrat Exner beim Festkommers des akademischen Gesangvereins vor dreitausend Geladenen: »Wo die Wissenschaft haltmacht«, sagte er, »wo ihr unübersteigliche Schranken gesetzt sind, da beginnt das Reich der Kunst, welche das auszudrücken vermag, was allem Wissen verschlossen bleibt. Ich beuge mich vor dem ehemaligen Unterlehrer von Windhaag

M P

Bartlos, kurz geschoren in weiten Anzügen: Auf modische Kleidung gab A. Bruckner nichts. Er ließ nie Maß nehmen, sondern die neuen Kleider einfach nach dem Muster seiner alten anfertigen, die er noch aus Linz mitgebracht hatte. Dauerhaft und bequem musste sie sein, das war alles, was er von seines Leibes Fülle verlangte. Den kurzen Hals umschloss ein flacher weißer Umlegkragen mit schwarzem „Maschl“. Der dunkle Lodenanzug mit den kurzen, bis auf die Knöchel reichenden, überweiten Beinkleidern wurde durch derbe Halbstiefel aus Seehundsleder vervollständigt. Allem Zureden zum Trotz blieb Bruckner bis zu seinem Lebensende bei dieser Tracht.Gute Freunde ließen ihm einmal heimlich Maß nehmen und von einem ersten Wiener Schneider eine Reihe bester Anzüge nach neuestem Schnitt machen. Sie wurden als Christgeschenk unter den Baum gelegt. Bruckner aber tat nichts dergleichen und erschien nach wie vor in seinen berühmten bodenscheuen Harmonikahosen. Auf vorsichtige Erkundungen gab er die überraschende Aufklärung: „Das neumodische Ginkerlwerk hab i z´erst amal unterm Brunn fest einweichen lassen, damit die steifen Bügelfalten vergengan, dann hab i die viel z´langen Hosen unt´ abgschnitten und so werdn s´ jetzt kleinweis bequem die Anzüg!“ Turnschuhe hätten ihm sicher gefallen …

Klassenziel per Kreativität, Kunst …

Noch vor einiger Zeit war undenkbar, dass mediale Absurditäten wie der Moneymaker (- mittlerweile Geschichte) noch zu unterbieten wären – Eine unsägliche Werbung hat dies jedoch geschafft und es ist erfreulicherweise auch anderen so sauer aufgestoßen:

Nur Gold im Kopf

In einem Werbespot, der zurzeit im Fernsehen läuft, erhebt sich ein weiß gekleideter Mann am Morgen von seinem weißen Bett, das in einem weißen Raum steht, ein goldener Roboter mit starrem Frauengesicht begrüßt ihn und sagt, heute sei sein 150. Geburtstag, sein Vermögen betrage etliche Trillionen, und fragt, wie er das alles geschafft habe. Der Mann klopft der Puppe mit dem Knöchel gegen den Schädel und antwortet: „Ich habe wie du immer nur Gold im Kopf gehabt.“ 

Der kurze Spot ist ein finsteres Meister­werk: Er zeigt die absolute Sinnlosigkeit des Seins. Weniger als dieses Nichts gibt es nicht. Vor Entsetzen vergisst der Zuseher, wofür hier eigentlich geworben wird. Am Ende springt ein weiß gekleidetes Kind daher und ruft: „Papa!“ – Ich hätte mir so sehr gewünscht, das Kind würde sagen: „Papa, lass mich nach draußen in den Dreck, gib mir einen Stumpen Bleistift und einen Zettel Papier, ich möchte auf keinen Fall werden wie du, ich möchte nicht älter werden als achtzig Jahre, und jetzt will ich ein Gedicht über die rote Farbe schreiben, die von einem Schubkarren abbröckelt, der im Regen bei den weißen Hühnern steht, ein Sonett vielleicht oder auch nicht, ich weiß nicht, was mir einfällt, ein paar schöne Sätze, in denen das Wort Gold nur als Metapher vorkommt …

…  soweit Schriftsteller Michael Köhlmeier in der BÜHNE (- Kultur brauchen wir nicht. Kultur wollen wir !)

Die Gold-Thematik gehört nicht gewinnbringend dem Boulevard, sondern der Kunst:

Nach Golde drängt,
Am
Golde hängt
Doch alles. Ach wir Armen!

Goethe Faust I, (Margarete) Gounod

Nur wer der Minne Macht entsagt,
nur wer der Liebe Lust verjagt,
nur der erzielt sich den Zauber,
zum
Reif zu zwingen das Gold

Wozu hat Richard Wagner seinen RING-VorabendDas Rheingold“ geschrieben?

Ihrem Ende eilen sie zu,

die so stark in Bestehen sich wähnen.

Fast schäm‘ ich mich, mit ihnen zu schaffen

Im Finale der RING-Tetralogie ermöglicht wissende, weibliche Initiative in Gestalt personifizierter Liebe durch die Wiederherstellung der Ausgangssituation, mittels Rückgabe des Goldes in Form des Symbols des Rings (an die Natur), einen möglichen Neuanfang, nach dem Zusammenbruch einer patriachal dominierten „Weltordnung“ und der damit verbundenen Katastrophe:

Erst durch die KUNST erhält GOLD (nach dem Sündenfall) die Unschuld zurück:

Filmprojekt TWOSOME

Was aber tun, wenn der schnöde Mammon regiert?

Kunst, geschweige denn Kunstvermittlung sind da (auch jenseits von Pandemiezeiten) scheinbar eher nicht wirklich „System-relevant“:

Die Gymnasien produzieren oft am Markt vorbei , meint die Wirtschaftsministerin

Welcher Markt?“, fragt Hopmann, der an der Uni Wien Professor für historische und vergleichende Schul- und Bildungsforschung ist. „Die Gymnasien waren nie berufsvorbereitend, sondern dienten der Einführung in die bürgerliche Welt und in Weisen des Selbstverstehens – sprachlich, mathematisch, ästhetisch, religiös. Der Kern dieser Schule war und ist eben nicht ausgerichtet an zukünftigen Arbeitsmärkten, sondern an der Vermittlung dessen, was man unbedingt wissen muss, um in die Welt einsteigen zu können.“ Darum sei die Idee einer „Schule 4.0“, die die „richtigen“ Absolventen für die Industrie 4.0 unter dem Regime der Digitalisierung aller Lebensbereiche liefern solle, illusorisch, warnt er: „Wenn diese Schüler fertig sind, leben wir schon in der Gesellschaft 6.0.“

…  nachzulesen im Standard

Katheder statt „ex cathedra“

Kann es sein, dass das Kapital „ex cathedra“ das Curriculum zur Erreichung einer Gewinnmaximierung vorgibt, oder ist nicht doch eigentlich das Klassenziel der AHS viel zukunftsweisender, denn es gilt nicht Roboter auszubilden – die werden nur gebaut und erledigen dann alles, wofür man nicht ausdrücklich Bildung benötigt? Mittels Kreativität & Kunst: Bildung statt Ausbildung poor …

Der Philosoph Richard David Precht hatte schon vor geraumer Zeit seinen ministerialen Diskurs in der Sendung „Im Zentrum“ (damaliges Thema „Digitalisierung)

Selbst 2021 gibt es deutlich weniger Virologen als sogenannte „Bildungsexperten“ *

Liessmann vs. Salcher *

Liessmann schiebt den schwarzen Peter für das Problem unserer „Unbildung“ weniger dem einzelnen Menschen zu – als wäre dieser zu faul, sich wirklich zu bilden – noch einer versagenden Bildungspolitik. Der Kern des Problems liege tiefer: in dem ökonomischen Strukturgefüge unserer Gesellschaft, die auch den Geist den Verwertungsinteressen des Kapitals unterwerfe; deshalb sei „Unbildung die notwendige Konsequenz der Kapitalisierung des Geistes“ und „unser aller Schicksal“ … (zu: Theorie und Praxis der Unbildung)

Aus der Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele 016:

Vermittelt Kunst nicht soziale und kreative Kompetenzen, die sich als Wettbewerbsvorteil erweisen könnten? Und wird die Kunst nicht aus diesen und ähnlichen Gründen, die mit ihr im Grunde nichts zu tun haben, in den Sonntagsreden so gerne beschworen? Welchem Politiker, gar welchem Bildungspolitiker geht es denn wirklich noch um die Sache der Kunst? Die zentrale Rolle, die Kunst und die Auseinandersetzung mit ihr einst in der bürgerlich-humanistischen Bildung gespielt hatte, ist längst obsolet geworden. Die klassische Literatur, ernste Musik, die Welt der Oper, die großen Werke der Malerei, die epochalen Texte des Theaters gehören seit langem nicht mehr zum Kerncurriculum Höherer Schulen.
Mit Fug und Recht könnte man sich auch einmal die Frage stellen: Wieviel Bildung braucht die Kunst, wieviel Kunst braucht die Bildung? Das gelungene Werk, auch in seiner Einfachheit raffiniert und anspielungsreich, immer auf Vergangenes zurück und auf Zukünftiges vorausweisend, stellt hohe Ansprüche. Hören, Lesen, Sehen sind in diesem Zusammenhang nicht nur rezeptive, sondern produktive Tätigkeiten, das Verstehen und der Genuss steigern sich mit Kenntnissen, Einsichten und Erfahrungen. Ästhetische Bildung als Modell für die Freiheit und Autonomie des Menschen kann sich nur in Auseinandersetzung mit der Kunst entfalten, ästhetische Urteilskraft, die Fähigkeit, das Gelungene vom Misslungenen zu unterscheiden, die Schulung einer kritischen Haltung können sich nur in Konfrontation mit den Werken der Tradition und der Gegenwart entwickeln. Ja, Kunst braucht Bildung in einem fundamentalen Sinn, sie braucht vielfältige Kenntnisse, braucht historisches religiöses, philosophisches und literarisches Wissen, braucht Erfahrungen. Welche Schule, welcher Bildungsplan will solches heute noch bieten?

Aber wieviel Kunst braucht die Bildung? Genügt es nicht, dass junge Menschen jene Kompetenzen erwerben, die sie fit für die Arbeitswelt der Zukunft machen? Und hat sich die Beschäftigung mit Kunst nicht auch dieser Maxime zu beugen. Sollte es sich herausstellen, dass das Hören von Mozartopern das innovative Denken befördert und bei der Gründung von Startups Vorteile verschafft, nun, dann wird man das tun; sonst eben nicht. Wer so denkt, denkt falsch. Bildung ohne ästhetische Erziehung ist keine Bildung. Denn die Kunst, und nur sie, kann – wenn auch im Imaginären – zeigen, was es heißt, mit den Widersprüchen und Abgründen des Menschen in einer menschlichen Weise umzugehen. Kunst gehört, neben der Wissenschaft, zumindest für Friedrich Schiller zu den „edelsten Werkzeugen“ des Menschen, die es ihm erlauben, sich im „Reiche der vollkommensten Freiheit“ zu bewegen. Bildung als Menschwerdung des Menschen kann sich deshalb nur an und mit diesen beiden großen Errungenschaften entfalten.
Das Reich der Freiheit, auch und gerade der ästhetischen Freiheit, ist aber nicht ohne Fallstricke. Freiheit heißt auch, sich aus dem Bann des Kollektivs und des kollektiven Denkens zu lösen und zu einer wirklichen Individualität zu gelangen. Hier liegt ein irritierendes Problem, vor das uns die Kunst stellt. Kunst ist mit unseren, im Bildungswesen aus guten Gründen geforderten Gleichheits- und Gerechtigkeitsvorstellungen nicht vereinbar. Kunst ist letztlich eine Sache des Einzelnen. Und dies nicht im Sinne eines falschen Elitenbewusstseins, auch nicht im Sinne eines überzogenen Geniekults, sondern im Sinne einer existentiellen Erfahrungsmöglichkeit. Für diese kann in einem Schulsystem wohl der Boden bereitet, sie kann aber weder verordnet, noch verlangt, noch als Kompetenz definiert, geprüft und zertifiziert werden. Es kann auch niemand dazu gezwungen werden. Ein Bildungssystem, das die Chancen von Kunst ernst nähme, eine Bildungsministerin, der es darum ginge, jungen Menschen die Welt der Kunst zu erschließen, setzte deshalb weniger auf Kompetenzorientierung oder Output-Optimierung, sondern schlicht auf Lehrer, die für die Kunst, für die Literatur, für die Musik begeistern können, und die wissen und wissen dürfen: wenn sie damit auch nur eine einzige jugendliche Seele erreichen und enthusiasmieren – dann haben sie das ihrige getan. Und mehr bedarf es nicht.

                                                                    Konrad Paul Liessmann

Wertgeschätzte, künstlerische Teamarbeit an der Schule mit öffentl. herzeigbaren Ergebnissen (!) ist dabei das NonPlusUltra eines nachhaltigen Erfolgs – Kabarett, Musiktheater, Filme, Bilder usw. kreieren!!! Kunst wird so im Unterricht selbst aktiv erlebt und die Werk-Hintergründe sowie Intentionen des Schöpfers (Bio) werden dabei sicht- & spürbar …

Da hilft Lehrenden sicher weder ein theoretisches, pädagogisches 2, 3, noch 4 Säulenmodell, sondern nur echte, eignene Begeisterung für die Sache, Neugier und HUMOR !

Das sind auch Top-Voraussetzungen für kreative Gedanken und ebensolches Tun in passender Atmosphäre. Der Ort, an dem man arbeitet, soll vertraut sein: Für manche die offene Weite eines „Festsaals“ in größerer Gruppe oder die eigene Wohnung – hier kann in Ruhe etwas entstehen – manchmal  nur im Dasitzen & Schauen oder durch sinnliche Eindrücke in der Frische des morgendliches Erwachens  … aber auch bei Spaziergängen, beim Duschen, vielleicht auch bei, oder durch Gespräche  …  sicher aber nicht durch Sachbücher und „Seminare“ zum Thema Kreativität  … Bestens funktionierender Kreativpool bei den FadingernGestern wie HEUTE: >>>>>>>>> Das MRG !

Schule soll Spaß machen – dieser Satz im regionalen ORF-TV OÖ. bescherte dem Blogautor 1998 im Zuge der Präsentation des damals neuen Medienzweigs jede Menge böser Post von nicht wohlmeinender Zuseherschaft  …

Kreativität und Humor sind eng miteinander verbunden. „Lachen befreit“- so können Denk- und Kreativitätsblockaden durch Lachen und Humor vermindert werden. Kreative und humorvolle Menschen sind eher dazu in der Lage, ihre gewohnten Bahnen zu verlassen, „Aberwitziges“ zu denken und überraschende Verbindungen herzustellen.

Eine Schüler-Befragung innerhalb einer Studie dazu ergab ein klares Votum für mehr Humor – Die Schüler wünschen sich mit Mehrheit einen humorvolleren Unterricht (– und wirklicher Humor ist deutlich mehr als bloß Witze zu erzählen  …)

Bei den Fadingern führte ein diesbezüglicher Wunsch der SchülerInnen Mitte der 70er Jahre zur Gründung der Kabarettgruppe (BSG). Ein Quantum schauspielerisches Talent ist in jedem Fall für Lehrpersonen garantiert kein Nachteil …

Abschließend 2 Zitate eines kundigen 100Jährigen:

Die Zukunft, die wir wollen, muss erfunden werden. Sonst bekommen wir eine, die wir nicht wollen

Die einzig revolutionäre Kraft ist die Kraft der menschlichen Kreativität – die einzige revolutionäre Kraft ist die Kunst

Joseph Beuys

M.P.

Radio Beitrag zum Klassenziel per Kreativität/Kunst:

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder …, die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !

ANHANG (NEWS & OÖN) – Nach den „Religionswächtern“ im Morgenland, sind seit geraumer Zeit nun scheint’s „Kulturwächter&Innen“ im Abendland auf der Bühne erschienen …

Über-Brücken …

…  Über sieben Brücken musst du gehen
Sieben dunkle Jahre überstehn …

7 dunkle Jahre … eigentlich wäre 1 Pandemie-Jahr völlig ausreichend – und das bitte erst wieder im üblichen Abstand eines Jahrhunderts (- zuletzt: Spanische Grippe) – In Linz kennt man diese Usancen und so war mit einer frisch renovierten Pestsäule 2020 bestens auf Covid19 vorbereitet. Mit den 7 Brücken über die Donau wird’s da schon schwieriger (selbst wenn man die Steyregger Übergänge mit einrechnet) … Nun, im Normalfall reichten bisher für alt eingesessene Kernbewohner der Stadt vor der Biegung des Flusses (Lentos) 3 davon völlig aus:

Ende der 80er Jahre wurde er in Linz als ein sogenannter Volkslauf ins Leben gerufen

> Seit 2004 begleitete Radio FRECH den 3-Brücken-Lauf des Kulturzentrums Hof <

Die einzigen FRECHen Sportbeiträge

Alljährlich (meist kurz nach Ostern) begaben sich die Fadinger Medienleute zum Start dieses 6 Km Laufs vors Brucknerhaus für Vorher- und anschließend eilig zum nahen Kulturzentrum für die Nachher-Interviews. Mitglieder des Fadinger MRG-Teams gab’s aber auch unter den Streckenposten & manchmal waren Interviewerinnen auch mit Startnummern zu sehen …

Nach einem bedenklichen Schrumpfen der Zahl einsatzfähiger Brücken hätte man ganz zuletzt die Veranstaltung auch Nibelungenlauf nennen können, da neben dem Wegfall der Eisenbahn-, auch die Voest-Brücke zeitweise nur noch eingeschränkt benutzbar war. 2021 wird es Ende April einen virtuellen Lauf geben (auch für Walker)

Blonde Engel (oben) sind da rein von der Bodenhaftung klar im Vorteil …

DIE NAMENLOSE NEUE

Die Dresdener haben nach wie vor ihr „Blaues Wunder“ – die Linzer haben ein Fluss-überspannendes Wahrzeichen 2016 endgültig verloren

Pontifexe aller Schattierungen haben mittlerweile die Brücken-Dichte zu Linzen wieder deutlich erhöht: Die Voest-Brücke hat so operativ entlastende Bypässe bekommen, beim Freinberg könnte man in geraumer Zeit von einer Hängebrücke huldvoll auf die Westringbrücke darnieder blicken. Das derzeit aktuelle Projekt ist allerdings der frisch eingeschwommene Eisenbahnbrückenersatz, für dessen Taufe bereits ein Name gesucht wird. Nicht nur laut Quotenregelung wäre ein weiblicher Name angedacht: Eine Dohnal-Donauquerung sei da politisch im Fluss – Prinzipiell OK, aber mit wenig Linz-Bezug (- Wien od. das Wein4tel wären da biographisch besser geeignet). Eine Fussenegger-Furt“ wäre hier (OÖ) regional deutlich abgesicherter – mal sehen

Alles auf Schiene ?

Logisch wäre im ehrfürchtigen Gedenken * sowie im direkt kausalen Zusammenhang die Bezeichnung: > Neue Zug-Brücke < (- Ein sehr pfiffiger Vogel unter dem eigenen Dach raunte mir dies zu) – Originell, leitet sich vom Namen der geliebten Vorgängerin her und ist in seiner Doppeldeutigkeit herrlich irreführend … zur Not wäre auch eine Bahn-Brücke (- Gender-Form zu „Zug“) eine Lösung, „Eisenbahn-“ hingegen ein wahres > Sakrileg <* ! (- da fährt die nämliche …bahn drüber)

Aus Urfahraner Sicht war die alte Eisenbahnbrücke immer (völlig bar eines jeden ideologischen Hintergedankens) der linke und die Nibelungenbrücke der rechte Donauübergang. Die Linke Brückenstraße führte hier seit immer schon und ewig zur Eisenbahn-Donauquerung  …     So gesehen könnte man also auch die Taufe einer Linke(n) Brücke ins Auge fassen.

Die anschaulich alliterierende „Bruckner-Brücke“ wäre leicht merkbar und würde wiederum allen Genius-Loci-Fans gefallen, die noch dazu auf die direkte Nähe zum Konzerttempel verweisen könnten und auf das 2024 bevorstehende Jubiläum des Haus & Hof-Komponisten !

Das frisch gebackene Neoexemplar kopiert das charmante Original mit seinen nun ebenfalls 3 Bögen in moderner Form – so entstand u. a. die Idee sie nach den blauen „Donauwellen“ zu nennen … Seefahrer jedoch wissen von Monsterwellen zu berichten, den sogenannten „3 Geschwistern“ – Nun, Pandemien (- wie zuletzt vor 100 Jahren) weisen auch dieses 3 Wellen-Phänomen auf – so gesehen vielleicht doch keine gute Idee ein solches Bauwerk damit zu punzieren …

Warum haben Voest & Nibelungen eine Brücke in Linz?

Einfache Antwort: Warum nicht?

Bei der Voest-Brücke gab es stahlharte Argumente sie so zu benennen. Sollten enttäusche Köglberger-Fans mit dem Ansinnen die neue Brücke nach ihrem Idol zu benamsen scheitern: An Voest wird sicher eisern festgehalten – schon aus LASK-Gründen

Und wie siehts mit Nibelungen aus? Hier haben keine Zwerge über die Donau gesetzt  …

Und auch keine Burgunder … die sind in der Ebelsberger Gegend laut Sage in Richtung Rüdiger von Bechelaren (Bechelaren = Pöchlarn) unterwegs gewesen.

Der Bedarf an Zwergen ist regional völlig abgedeckt durch die Pöstlingberg-Besatzung inklusive (des fahrbaren) Drachen-Angebots  …  – migrantische Nibelungen würden da „Grotten-schlecht“ aussehen

Anmerkung der Redaktion: Für Wagnerianer sind die Nibelungen Untertanen des Zwergenkönigs Alberich. Im Nibelungenlied jedoch bezeichnen sich ab Beginn des 2. Teils (Kriemhilds Rache) die in Worms ansässigen Burgunder als Nibelungen und ziehen über die Donau bis ins „Heunenland“ des König Etzel (- samt finalem Gemetzel)

Man bewahre uns vor einer Burgunder Brücke  … bloß keine „Nibelungen-Noth“!

Wir belassen es einfach beim Namen der nunmehr 80 Jahre alten Brücke, die exakt dort über die Donau führt, wo ab 1500 eine Verbindung zwischen den beiden Ufern bestand.  Kriemhild und wenig später Hagen hatten keine Lust solange zu warten und querten bereits 1200 den Fluss in Oberbayern: Hagen & Co taten dies in Großmehring (nachdem obiger in Pförring wüst den Fährmann erschlagen hatte). In OÖ nächtigte Kriemhild wahrscheinlich in der Schaunburg. Schon vor Eferding zweigte der Weg von der Donau ab und führte in etwa 70 Kilometer direkt – unter Umgehung von Linz (!) – über die Traun zur Enns

Den Nibelungen ist es also nie gelungen nach Linz zu gelangen …

Nihil trotzquam hat obiger Taufname (vom ihrem Täufer einmal abgesehen) seine historische Berechtigung: Bis in die 80er Jahre glaubten viele, die an der Nord/Süd-Achse Linz im Schritttempo gemach passierten, dass es sich hier wohl um eine Nebel-Lungen-Brücke handeln müsse, da man speziell im Winterhalbjahr an vielen Tagen & Nächten kaum die eigene Hand erkennen konnte … > In Linz, da stinkt’s, man riecht, aber sieht es nicht < … wo der Nebel daheim ist: Nibelheim – Lebensraum der Nibelungen …

Nibelheim hier

Durch bleiche Nebel

Was blitzen dort feurige Funken

… das klingt nach Hochöfen, Schlacke und Schmiedehämmern, ist aber aus dem Libretto zu „Rheingold“ und auch Siegfrieds Schmiedelieder wären durchaus passend …

Während Linz09 wurde auf der Nibelungenbrücke eine > Weltrettungshaltestelle < eingerichtet, wo ursprünglich mit dem Projekt „Gefallene Helden“ ein Zeichen gesetzt hätte werden können – Beides wäre möglich gewesen …

VOR GENAU 40 JAHREN:


Im Jahr der 81er Renovierung war die „Traumreichsbrücke“ Drehort für den Fadinger Kubin-Film (oben)Die andere Seite“  (5 Jahre davor war in Wien die Reichsbrücke in die Donau gestürzt)

Was passiert nun eigentlich mit den wunderschönen Bögen der alten Brücke?

Manfred Pilsz

hier ein weiterer Beitrag zur Thematik <<<

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PS.: > 1600 Jahre Venedig <