Auge am Astloch

Starke Scheite schichtet mir dort am Rande des Rheines zu Hauf‚“ – singt final die Lieblingstochter des Göttervaters. Und diese Scheite stammen? Von der Welt-Esche, altnordisch: Yggdrasil, die so den Untergang des Planeten, den Weltenbrand der Götterdämmerung befeuert …

Vor einem Jahr lud der begnadete Puppenspieler Nikolaus Habjan sein Publikum in Bayreuth an den Festspielteich, um dort quasi an Mimirs Brunnen, von dessen Quell der Obergott Weisheit trinken durfte, nachdem er zuvor dafür eines seiner Augen geopfert hatte, musikalisch Gericht zu halten. Und über jener Stätte thront obiger Weltenbaum … am Grünen Hügel war’s tatsächlich eine Esche, auf manch Terrassen: Ein nun herbstlich roter japanischer Fächerahorn …

Schon vor Jahren beschäftigte uns die Baum/Mensch-Klimathematik, als wir in den 90ern in einem Art Altpapier-Labyrinth der Linzer Fa. Bunzl & Biach ein Musikvideo dazu drehten … damals im Fadinger Filmteam: Claudia Langer, die nun schon seit Jahren mit Erfolg im Herbst ihre Schmuckpräsentationen in Enns über die Bühne gehen lässt …

Heuer geschah dies an einem Frei(a)tag (- Freia, die Hüterin der „Goldenen Äpfel“ der Jugend … quasi nordische Hesperiden …) – heute Aktionstag junger Klimaschützer …

Das >Yggdrasil-Amulett<

Richard Wagners Motto: Kinder, schafft Neues (- das ich all meinen SchülerInnen einst ins Stammbuch schrieb) ließ mich das Thema nun wieder aufnehmen: Diesmal sollte ein „Amulett“ entstehen – geschaffen im Rahmen eines Workshops in Enns bei Claudia & Friends … Wichtig war dabei speziell, ob die eigenen Ideen umsetzungsreif sind und so die Machbarkeit so gegeben ist ?!

Ein Weltenkreis (dem Ring des Alberichs nachempfunden) auf dem der Baum Yggdrasil sich rankt – verankert mit seinen 3 Wurzeln, an denen die Nornen – Schicksalsgöttinnen der Vergangenheit, Gegenwart & Zukunft – ihren Faden weben … unter der hohen Baumkrone, die oben den Reif berührt,  im Astloch, das der Obergott verschuldete, ist dessen Auge als roter Rubin zu erahnen

Nornenszene / Götterdämmerung: Von der Welt-Esche / brach Wotan einen Ast; / eines Speeres Schaft / entschnitt der Starke dem Stamm …“

Dies alles steckt in jenem Workshop-Schmuckstück !!!

C L Schmuck-Atelier

Nikolaus Habjan in Bayreuth – Musiktheaterfreunde Info Seite 16

T W O S O M E

Manfred Pilsz (Text zur Schmuckpräsentation 022)

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„Planet B“ – but how?

Planet B – A different life is possible – But how? Sollte die ARS 022-Schlussfrage nicht besser lauten: But WHY?

Keplers Garden als Planet B bei der Ars electronica 022 – eine Insel, eine Zuflucht im Meer scheint’s nicht enden wollender Krisen. Die Menschheit auf permanenter Flucht vor Krieg, Klimakatastrophe, Viren … und/oder vor sich selbst?

V. Export bei Forum Metall / „Alea iacta est“?

Wer A zu seinem Projekt macht, benötigt keinen Plan B

Jede(r) kennt diese Suche nach Planet B – Es beginnt mit kleinen Fluchten vor dem öden (?) Alltag, den man/frau nicht leben will (- aber muss), oder vor der Pension, die herbeigesehnt, nun aber zum bedrohlichen Loch des Leerlaufs mutierte. Und so werden diverse Kuren und Urlaubsreisen zu Fluchtmöglichkeiten in zeitlich begrenzte Scheinparadiese (- das böse Erwachen durch „Repatriierung“ per „umweltfreundlicher“ Airline nach 14 Tagen all inklusive). Reiseveranstalter schleppen die Flüchtigen in mega Pötten über die Meere in Gefilde, wo man in klimatisierten Resorts, das weite Land beschränkt auf 1 km Strand „erlebt“. Betreut von ausgesuchten (- meist schlecht bezahlten), schwitzenden Einheimischen, die dort arbeiten dürfen (?). Gut abgeschirmt von und inmitten einer Sahelzone u. a. der Menschlichkeit, wo wenige 100 Meter entfernt von Völlereien der Spaßgesellschaft im Paralleluniversum der Favelas der Hungertod minütlich seine Opfer findet. In Kolonien hat hier über lange Zeiträume eine wahrlich materielle „Aneignung“ und nie Wiedergutmachung stattgefunden – das ist das Thema und nicht die sogenannte „Kulturelle Aneignung„. Zum Unterschied von nur woken, wären dringend notwendige, echte Robin Hoods nicht nur diesbezüglich froh, den einen oder anderen Winnetou zur Seite zu wissen … Apropos Amerika: Je weiter entfernt eine Destination ist, desto toller kommt das vom Prestige auf „sozialen“ Plattformen des Inter-Netzwerks rüber. Superreiche wie Jeff & Elon legen beim ökologischen Fußabdruck in Flugkilometern da noch eins drauf und verlassen kurzfristig den Planeten, wenn auch derzeit (leider) nur für wenige Minuten …

O Superman“ (Laurie Anderson 1982) – vor genau 40 Jahren: 2. Platz GB-Charts

Ein Galaabend mit Laurie Anderson, DRD, oder die ARS-Eröffnung 022 mit Maki Namekawa waren Höhepunkte des heurigen Planet ARS und sind wie Klangwolke, Musiktheaterpremieren & Brucknerfest nachhaltige, weil längst traditionelle Planet B -Beispiele. Brucknerer & Bayreuth sind für den Blog-Autor ganz typische B Planeten. Aber auch das Fadinger BRG samt MRG, seine BSG Film- und Cabaretprojekte sind diesen persönlichen, himmlischen „Himmelskörpern“ zuzurechnen ….

Bei Anton Bruckner kommt es rein „Initial“ zu einer Synthese von A & B Planeten

Digital pädagogisch auf Kurs sind nur wenige: Leuchtturm BRG Fadinger

Der Planet B der Bildung wäre wie die Kunst ein nachhaltiger Garant, gäbe es da nicht verantwortliche Organe, deren Versagen durch beratungsresistente > Praxis-ferne < Herangehensweise ALLES permanent behindern würde. So ist es nicht hilfreich Bildung auf Ausbildung zu reduzieren, sich utilitaristisch dieser Thematik zu nähern, Kreativität und Kunst in die Orchideen-Abteilung zu verpflanzen, überrascht die absehbaren Pensionierungswellen in den Konferenzzimmern auszublenden und die Lehramtsstudien alljährlich neu umzuschichten. – Eben waren es noch aufgeblähte 6 Jahre Studium an den PHs mit einer beruflichen Einsatzmöglichkeit an Schulen nach 8 Semestern – der Master kann dann bei Bedarf nebenher in 2 Jahren erledigt werden. Neuester Vorschlag: Insgesamt 5 Jahre und wegen des aktuellen Lehrermangels Schuldienst nach bereits 4 Semestern – der Master kann dann ja neben der vollen Lehrverpflichtung in 3 Jahren auf Eigenrisiko abgespult werden. Lehramtskandidaten für Philosophie & Altgriechisch können da in Neuen Mittelschulen derweilen Kochen und das Mangelfach Physik unterrichten. Das neue Digitalfach, das flächendeckend samt vagem Curriculum für Schulen nun zum Herbststart verpflichtend eingeführt wurde, wäre wohl speziell auch eine Option für Junglehrer, denen man locker noch diese Bürde aufs Aug drücken könnte … Wenn dann das bescheidene Gehalt mittel Heizkosten im Frühwinter halbiert wird, schwebt Planet Ü (- Übergewinn) hoch über dem, dann auch in ganz Europa, verteilt auf alle Berufs- & Gesellschaftsgruppen größer werdenen Fixstern A, wie Armut mit dessen, bis zuvor nur in der 3. & 4. Welt sichtbaren Monden: Hunger und Krankheit

Das Klanggewölk ließ wie immer alles offen – Mythos zw. Bruckner & „Barmusik“:
Epen & Mythen, wie Gilgamesch oder die Edda wissen wo besagter Planet B wohnt …

Mit Planet B ist es wie mit dem heiligen Gral: Eine erfolgreiche Suche hat nichts mit der Überwindung von Distanzen zu tun – es ist keine Raum/Zeit-Problematik, sondern ganz frei nach Andre Heller:

Der wahre Planet B ist im Kopf und ist er dort nicht, dann ist er nirgendwo

Abschließend möchte der BLOG-Autor die geschätzte LeserInnenschaft und alle anderen „Planetensuchenden“ vom > Kleinen Prinzen < (Insider Nr. 1) grüßen …

M P

Einer, der wie kaum sonst jemand die Natur seines Planeten kannte und liebte, ist leider viel zu früh von uns gegangen:

September 4-ever: „Happy Birthday“

September 4-ever ein absolutes Top-Datum & „Happy Birthday

Anfang September: Mit Ende der trägen Augusthitze kehrt endlich das Leben zurück ! Die Scheinwelten der Reiseveranstalter versinken, in den Innenstädten übernehmen wieder Bewohner statistisch die Oberhoheit, auch in den Gastgärten und drängen in die sich herbstlich öffnenden Kulturstätten. Linz ist eine glückliche Stadt: Wenn von Bayreuth über Bregenz bis Salzburg mit Ende der Sommer-Festspiele die Gehsteige hochgeklappt werden, bricht zu Linzen der Kulturherbst aus. Bisweilen auch ohne Rücksicht auf die geschätzten Abonnenten: Wenn nun schon „traditionell“ Musical-Premieren, ohne Rücksicht auf Verluste zeitgleich mit Klangwolken programmiert werden, nur weil unnotwendigerweise, ungesunde Konkurrenz (Stadt/Land) eine „verträgliche“, publikumsfreundliche, vernünftige Lösung scheint’s verunmöglicht?! Prinzipiell aber ist das überbordende Angebot natürlich ein Segen und bedeutet so mit Ausbruch des Monats eine wahre Neugeburt eben auch am Sektor Kunst/Kultur !!! Und direkt am Beginn des Freudentaumels steht am 4. September der Geburtstag von unser aller Meister Anton Bruckner <<<

Mit September öffnen sich auch die Schultore wieder – ein neues Schuljahr hebt ab – (für manchen Enkel ist es das ERSTE – das hat natürlich etwas BESONDERES) – „Altgediente“ SchülerInnen & LehrerInnen sehen das meist gelassener und sehr differenziert: Ferienende hat im zweiten Wortteil die Spaßbremse bereits eingebaut und bedeutet natürlich auch immer einen partiellen Neuanfang. Da werden die Karten nicht immer zu Gunsten aller Beteiligten neu gemischt – Neue Klassen, Lehrer, Umbau, Stundenpläne, neue Verordnungen, Zusammenlegungen usw. sorgen dafür dass dem „Neuanfang kein Zauber innewohnt„!

Zurück also von Hesse zu Genius Loci Anton Bruckner, dem wir heute, heuer zum nun schon 198. (!) Geburtstag gratulieren dürfen – das ganz große Jubiläum im dann „Salzkammergütlichen“ Kulturhauptstadtjahr 2024 lässt bereits heftig grüßen …

In alten Schulzeiten des Blogautors stand Bruckner speziell in der 1. Septemberhälfte im Zentrum des pädagogischen Wirkens: Ausgehend von ARS & Brucknerfest war Radio FRECH allerspätestens ab U19 und der Klangwolke im Einsatz. Das Blog-Projekt „Bruckner on Air“ begleitete jahrelang bis 11. Oktober das dicht bunte Festivalgeschehen. In den 1. Klassen war der Hauskomponist das Eröffnungsthema und im Verlauf des SchülerInnendaseins tauchte er im Jahreslauf bis zur Achten zwischen Moldau-, Zauberlehrling-, Vivaldi-Projekten, Glass, Mahler, Wagner … immer wieder auf – und sei es in Form von diversen Visualisierungen. Im Zuge von Musikvideoprojekten kam es vor heuer genau 35 Jahren zu einem 1. regen Austausch auch mit Übersee:

Das erfreuliche Feedback ließ nicht lange auf sich warten:

Es bedurfte über Jahre hin mehrerer Anläufe im Rahmen eines Schulprojekts der Umsetzung der Bruckner-Thematik in Musik & Bildern gerecht zu werden: „Reiner Tor / Roter Igel“ wurde im 100. Todesjahr final abgelöst durchAgnus Benedictus<<< (Video) // „Agnus B“ gab’s auch als Vortrag beim Brucknerfest 2002 (ABIL) …

Beide Bruckner-Filme der Fadingerschule waren große Schritte am Weg zur „Augenmusik

Bei den Österreichischen Filmtagen in Wels starteten erste Schulwerke als Vorfilme im Hauptprogramm und dienten so als Vorboten späterer eigenständige Jugendfestivals …

Bruckner bei einer Befragung durch das Linz09-Jugendradio FRECH

Bruckner-Symposium (ABIL) >>> Sendung

Manfred Pilsz

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Kurzer Nachtrag zum Begriff: „Klassische Klangwolke“

Vom sinnlichen Experiment für ALLE, über kontemplative Frischluftklassik für WENIGE zum niedrigpreisigen Status quo

Bei ihrem Start ’79 und in den 80er Jahren definierte sich die Linzer Klangwolke durch die Visualisierung „Klassischer Musik“ im frei zugänglichen offenen Raum – sprich: Bruckner, Mahler, Beethoven & Co. wurden im Donaupark in Bilder umgesetzt, bei freiem Eintritt für ein möglichst großes Auditorium. In der Folge wurde dann das ursprüngliche Experiment zu einer Institution, welche nunmehr als „Visualisierten Klangwolke“ firmierte – basierend auf Auftragskompositionen (meist verwoben mit Elementen der Klassik). Die ursprüngliche, sogenannte „Klassische Klangwolke“ wurde nur noch auf Leinwänden in Form der Übertragung eines Orchesterkonzerts für einen kleineren Kreis begeisterter ZuHÖRER in frischer Luft bebildert. Seit geraumer Zeit wird die „Klassische (nicht mehr) Klangwolke“ nur noch INDOOR (???) als 0815-Konzertangebot zum sozialen Einheitspreis von 5 Euro verkauft – ein zweifellos niederschwelliges Konzertangebot, das auch gerne angenommen wird, allerdings >Klangwolke< (per Definition) ist es garantiert keine mehr ! Es hat sich ausgewölkt – LEIDER !!!

Seht da den Herzog von Brabant“

„September-Jubiläumskind“ Werner Herzog feiert dieser Tage den 80er – Seine Regietätigkeit umfasst nicht nur das Filmwerk, sondern auch sein Wirken am Sektor Bühne – Insider erinnern sich sehr gern an dessen Bayreuther Lohengrin (’87 – also auch vor 35 Jahren)

(„zum Filmer sei er euch ernannt„)

L’autunno, Op. 8 Nr. 3, RV 293

Krachend landete der schwere Stab des Tanzmeisters am Parkettboden des Saals im Kaufmännischen Verein. Im selben Moment hob der 1. Satz von Antonio Vivaldis Frühling in Form einer Zuspielung ab und die erste von vier Reihen der probenden Eröffnungspaare setzte sich in Bewegung. Die anderen folgten auf Fingerzeig passend zur Musik des Anfangsritornells:  „Frühling marschiert ein“ (- samt Echos)

Der Frühling ist gekommen und freudig
begrüßen ihn die Vögel mit ihrem frohen Lied

Zum >Thema der Vögel< bewegten sich die Innenreihen wie im Slalom um die einzelnen Tänzer der Außenreihen um abschließend

während die Quellen unter Zephirs Atem

mit süßem Rauschen dahinfließen

gemeinsam auf die Seite der Ausgangsformation zurückzukehren

Die Luft mit einem schwarzen Umhang bedeckend

kommen Blitz und Donner, um ihn anzukünden

Es zogen schwarze Wolken auf und der Donner (schnelle Tonwiederholungen) grollt, während die Solovioline in den zuckenden Triolen den Blitz verkörpert, wird sie immer wieder vom Donnergrollen der tiefen Streicher unterbrochen. Choreographisch lief dazu der Tanzmeister im Rückwertsgang vor den 4 Reihen, die sich zu den Blitzen in „Zwergerlschritten“ eilig bewegten, um beim Donner zu erstarren und so abermals den Saal längsseitig zu queren. Den anwesenden MaturantInnen gefiel speziell diese eine Passage vorzüglich, da sie von LehrerInnen ausgeführt wurde, die dabei „putzig“ rüber kamen. Erinnerungen an das eigene Vivaldi-Projekt in der jeweils 5. Klasse (manchmal auch in der Siebten) wurden wach, als der Tanzmeister sie bei Proben im Festsaal des Fadinger Gyms oftmalig durchs Frühlingsgewitter manövriert hatte …

Die HERBSTBÄLLE der Fadis im KV waren LEGENDÄR – „Der jeweils ERSTE & BESTE“

„Die Vier Jahreszeiten“, das wohl bekannteste Werk von Vivaldi, der für 200 Jahre in der Versenkung verschwunden war und erst in den 30er – Jahren des 20 Jahrhunderts seine wohlverdiente Renaissance erlebt.

Die Vivaldische Konzertform zeichnet sich durch 3–Sätzigkeit aus:  Je einen raschen zu Beginn und am Schluss und einen langsamen oder mäßig bewegten Mittelsatz. Den Ecksätzen liegt zumeist ein Ritornell zugrunde, das, unterbrochen von 3- 5 Solostellen, die die Thematik der Tutti – Abschnitte aufgreifen und weiterführen, im laufe eines Satzes 4 – 6 mal, meist leicht verändert, wiederkehren. Vivaldis Mittelsätze hingegen heben sich von ihrer Umgebung in fast jeder Beziehung ab: Langsames Tempo, formale Geschlossenheit (zwei-oder dreiteilige Liedform), ein lyrisch – liebliches Spiel statt virtuosem, auf technische Effekte abzielendes Passagenspiel und der Verzicht auf die Tutti – Soli Folge zeichnen sie besonders aus.

Dieser schematische Aufbau kommt vor allem bei den Konzerten „Frühling“ und „Herbst“ voll zur Geltung. Der „Sommer“ und der „Winter“ weisen im Gegensatz dazu erhebliche Abweichungen vom Ritornellenprinzip auf, das hier nur eine rudimentäre Rolle spielt.

August und Sommer sind Geschichte: Morgendlich wunderbare Donau-Nebelbänke

Eine weitere hochinteressante Besonderheit sind die den Werken beigegebenen Sonette, die wahrscheinlich von Vivaldi selbst verfasst, anlässlich der Widmung an den Grafen von Morzin, nachträglich hinzugefügt wurden. Sofort drängt sich da natürlich die Frage auf, ob wir es etwa mit Programmmusik zu tun haben. Doch scheint dieser Begriff erst seit Hector Berlioz in der Musikgeschichte auf. Die „Jahreszeiten“ bieten weiters keine zusammenhängende Handlung. Sie bestehen aus lose aneinander gereihten musikalischen Bildern. Zweifellos aber nimmt das vorliegende Konzert in der Geschichte der Tonmalerei eine exponierte Stellung ein. Tatsächlich finden wir in den „Stagioni“ dann auch musikalische Nachahmungen wie: Wasser, Wind, Gewitter, der Hund des Hirten, Dudelsäcke, Wild, Jagdhörner und Flinten  auf der einen Seite; Torkeln, Gehen, Laufen, Schlafen, Ruhe und Mattigkeit auf den anderen Seite. Sieht man den Begriff Programmmusik aus dem Blickwinkel der deskriptiven Musik, so kann man Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ durchaus in dieses Genre reihen.

Den Sommer, den wir für heuer wieder endlich hinter uns haben, eröffnet Vivaldi mit dem musikal. Motiv der „Mattigkeit durch Hitze“ – überraschend, denn der Komponist lebte als Lehrer & „Prete Rosso“ (Roter Priester – Anspielung auf Vivaldis hellrote Haarpracht) in einem Venedig der „Kleinen Eiszeit„, das ihm auf Grund zugefrorener Kanäle die Idee eines Eisläufers lieferte:

Man geht auf dem Eis und zwar mit langsamen Schritt
aus Furcht, bei unvorsichtiger Bewegung hinzufallen.


Man geht schnell, rutscht aus und fällt zu Boden;
geht erneut auf dem Eis und läuft schnell,
bis das Eis kracht und zerbricht.


Man hört sie aus der eisernen Pforte heraustreten,
Südostwind, Nordwind und alle Winde im Krieg.
So ist der Winter, wie er Freude bereitet.

Diese Kleine Eiszeit hatte nicht nur ein kurzzeitig kälteres Klima, sondern auch eine etwas andere Flora anzubieten: Holz, das in dieser Form nur damals im Angebot war, als die großen, bis heute bedeutenden Geigenbauer in Oberitalien / Mitteleuropa einen Streicherboom auslösten und Instrumente in die Welt setzten, die bis heute als unnachahmlich gelten und u. a. aus diesem Grund einen hohen Wert besitzen.

Kommen wir damit zur Lieblingsjahreszeit des Blogautors:

Dem H e r b s t

Die Dorfleute feiern mit Tanz und Gesang
die Freuden einer ertragreichen Ernte,
und durch den Trank des Bacchus angeregt,
beenden viele die Freude im Schlummer.

Jedermann ist des Tanzens und Singens müde,
die milde, angenehme Luft
und die Jahreszeit laden jeden ein,
sich der süßen Last des Schlafens hinzugeben.

Am Beginn des Herbstes ist die Stimmung, wie im dritten Satz des „Frühlings“, im rustikalen Milieu angesiedelt. Dementsprechend sind auch die Eingangsritornelle von einer gewissen Ähnlichkeit. Das tänzerische Motiv drückt dieses Mal Erntefreuden aus. Auf – und absteigenden Triolen und die hin und her wogenden steilen 32 – Läufe vermitteln die Vorstellung des torkelnden Ganges von Betrunkenen.. Nach einer stark veränderten Reprise des Ritornells klingen diese beiden Zwischenspiele in zwei Takten noch einmal kurz durch, um sodann wieder motivisch an die Szene aus dem „Frühling“ angelehnt, die ausschlafenden Betrunkenen darzustellen. Die Zecher werden aber vom Tutti des Tanzliedes aufgeschreckt.

2. Satz: Adagio. In der dritten Schlummerszene der „Stagioni“ liegt das poetischste Stück des ganzen Zyklus vor. Getragen vom Cembalo

„Die vier Jahreszeiten“ (1573) – geschaffen vom genialen Guiseppe Arcimboldo

Zum 3. Satz gab es für das SchülerInnen-Team wieder eine Chorographie in der losen Grundaufstellung eines Kreises, der entgegen des Uhrzeigersinn die reitenden Jäger darstellen sollte, unterbrochen von diagonal laufenden Hornbläsern und letztendlich vom fliehenden Wild, das im Slalom durch die Jäger läuft, immer kürzer & kürzer, um letztendlich von Kugeln getroffen nieder zu sinken.

In der Morgendämmerung kommen die Jäger von der Jagd
mit Hörnern und Flinten und Hunden;
das wilde Tier flieht und sie folgen der Spur.

Ermattet und verschreckt durch den Lärm
der Flinten und Hunde versucht das verwundete Tier
zu fliehen, doch es erliegt seinen Wunden.

Das Ritornell dieses Jagdgemäldes hat als Zentralmotiv ein Quintsignal. Nach diesem Ritornell folgt das erste Zwischenspiel, das sich, ähnlich wie jenes im ersten Satz, motivisch an die Ritornellthematik – Auszug der Jäger – anlehnt. Hornrufimitationen durch die Streicher. Erst nach dem zweiten Ritornellabschnitt beginnt die eigentliche Jagd,  die aus drei Bildern (= Zwischenspielen) besteht. Zunächst stellt Vivaldi das fliehende Wild (Dreiklangstriolen der Solovioline).Flintenknall (Tonrepetitionen der Violinen, Violen und Celli) und die gierigen Hunde (Orchesterrauschen) dar. Im letzten Bild erreicht die Jagd ihren Höhepunkt: das getroffene Wild springt nicht mehr (keine Triolen, nur mehr Läufe), die Hundemeute ist ihm dich auf den Fersen. Antonio Vivaldi verdeutlicht dies durch das ständige Wechselspiel der Motive. Plötzlich stockt der Lauf – das verwundete Wild ist gestürzt. Wir „sehen“ den mühsamen, erfolglosen Versuch wieder Aufzustehen (Anstieg in Sekunden), doch das Tier verendet. Am Schluss wird das Ritornell, nun als Triumphlied für die heimkehrenden Jäger wiederholt.

Die Jäger heben das Wild hoch und tragen es aus den Saal …

Radio: https://cba.fro.at/571111 <<<

A L L E R S E E L E N

M P

BONUS-TRACK: Sommergewitter :

„Träumelein“ auf 3 Rädern

Ein älterer Mann, müde, unentschlossen, der dann jedoch plötzlich sehr zielorientiert sein betagtes Knie mit einem „Wundermittel“ behandelt, um anschließend unheimlich dynamisch in der hauseigenen Werkstatt an einem eigenen, verschütteten Traum für die Enkelin zu basteln …

– ein sehr emotional angelegter Werbeclip, der beim Blogautor zwar keine Kauflust bezüglich orthopädischer Erleichterung im Beinbereich auslöst, aber jedesmal Erinnerungen an die Motivation zur Erlangung des A-Scheins wachruft: Den Wunsch (wie weiland der „Fürst-Opa„) eine Beiwagenmaschine zu pilotieren – mit einem großen Hund als Beifahrer, dessen lange Ohren, nebst Fell und Schal im Fahrtwind wehen …

Das kurze Filmchen und der eigene Enkel haben zwar das Mitfahrtier relativiert, allerdings die alten Beiwagenambitionen wieder befeuert – wenngleich nur in Form von Erinnerungen an ein bronzefarbenes Matchbox-Modell, das der schreibende Knabe einst von seinem liebevollen Kindermädchen geschenkt bekam:

Ganz zu schweigen von verblichenen Bildern der Führerscheinprüfung mit argen Theoriefragen zum Salzburgring und der Zitterpartie beim praktischen Teil: Nur ein Kandidat schwindelte sich am Hindernis in der engen Kurve des Prüfungsparkours erfolgreich vorbei … der Rest landete hart auf der Schotterpiste, was den anwesenden Fahrlehrer so in Rage versetzte, dass er sich selbst auf das zweiräderige Gefährt schwang und akkurat letztendlich als einziger gegen die Ente (2CV) donnerte, die eben erst all seine Fahrschüler zu Fall gebracht hatte. Zuvor hatte sich der gestrenge Prüfer des zusätzlichen B-Scheinkandidaten beim Einsteigen den rechten Daumen im Rahmen der Beifahrertür eingezwickt, sodass er diesen permanent bis zuletzt nach oben streckte. Dermaßen abgelenkt irritierten den armen Mann die Fehler des Kandidaten nur peripher und standen somit dem Doppelerfolg des Autors dieser wahren Kurzgeschichte nicht im Wege …

Heute wäre der bedächtige PKW-Lenker allerdings nicht (mal mehr) in der Lage irgend ein Motorrad anzustarten – weder mit 2 noch/oder mit 3 Rädern !

M P

Zum 50er des „Festival of Nations“

Alljährlich im September findet in Venedig das älteste Filmfestival statt. Seit 1932 werden dort am Lido die begehrten Löwen von der Jury vergeben. Vom Alter her sind das einige Lenze mehr als beim Festival der Nationen – dort im Kinopalast Lenzing (Attersee) sind diese fast zeitgleich im September als Preise gefragt ... (- von bis zu 2000 * EinreicherInnen)

Fadinger Siegerfilm zur Halbzeit – Musikvideo zum 50er

Vor nunmehr genau 25 Jahren durften sich Manfred Pilsz und sein junges Filmteam vom Mediengym Fadingerstraße über die Jury-Auszeichnung >Bester Film des Bewerbs< und den gut dotierten Publikumspreis für das Musikvideo „Im Auge des Zyklopen“ (Otto M Zykan) beim „Festival der Nationen“ zum Ferienauftakt freuen.

Im Siegerfilm-Szenenbild 1997 ganz außen links: Sebastian Höglinger – Heute einer der beiden Chefs der Diagonale Graz (- vormals: Leitung der YOUKI Wels)

Heuer feiert das internationale Festival der Nationen im September seinen 50er

Seit das Filmfestival 1989 von Kärnten nach Ebensee übersiedelte, beteiligte sich die Linzer Fadingerschule alljährlich mit Videos und als Team aktiv bei der rundum Betreuung der Veranstaltung (Technik & Radio).

Auch nachdem Christian Gaigg von Erich Riess die Leitung übernahm und nun bereits >10< Jahre erfolgreich das Programmkino Lenzing bespielt, sind die Fadinger u. a. mit ihren Absolventen-Produktionen im Programm vertreten – so auch heuer, diesmal mit dem Musikhorrorvideo „Durch die Nacht zu dir“ (Franz Schuberts „Ständchen“) – als Linz-Repräsentanten unter 90 Filmen im gut besetzten internationalen Starterfeld der Jubiläumsausgabe (21. bis 26. Sept. 022) …

Publikum und Autoren aus der ganzen Welt sind beim internat. Festival vertreten

Ein vielfach großes Starterfeld * musste sich der Vorjury der Kurzfilmfestivals stellen. Die meisten Werke, die es in die finale Auswahl geschafft haben, stammen von 1A FilmstudentInnen. Der Block der Österreichischen Filmautoren umfasst 10 Videos.

Für die Tonspur dieser Visualisierung griff nicht (- wie obiges Bild vermeinen ließe) Liederfürst Franz Schubert daselbst in die Tasten, sondern es handelt sich um eine alte Konzertaufnahme aus den 80ern mit H. Rogl und dem Blog-Autor als Interpreten …

Zu Sommerbeginn (Juni 022) durfte das Fadinger Absolventenfilmteam der Mozart-Visualisierung „Post für Constanze“ (zuletzt in Lenzing gelaufen) über Silber und die Nominierung für einen der 10 Hauptpreise beim „Festival der Österreichischen Filmautoren“ in Tirol jubeln.

Manfred Pilsz

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Programm des Festivals 022 <<<

Für alle Herbstfreunde: Der August ist der Februar des Sommers ….

Hier nochmals ein alter Radiobeitrag zum Festival: https://cba.fro.at/374194 <<<

D A S * F E S T I V A L * 0 2 2

Auch heuer gab’s wieder jede Menge Promi-Beteiligung: Karikaturist Gerhard Haderer (Ehrenjuror) hielt die Eröffnungsrede, unter den Filmautoren fanden sich u. a. der Salzburger „Jedermann“ Philipp Hochmair, sowie Leni Gruber und unter den Schauspielern Simon Schwarz. Kammersänger Herbert Lippert samt Band war Act bei der „Bosna-Party“ am Attersee …

OÖN – WAS IST LOS:

Nach einer Vorbesprechung am vormaligen Drehort im Traxl ging’s am 23. 9. 022 zur Präsentation des neuen Films ins Programmkino Lenzing (Festival der Nationen)
Im Nachmittagsblock um 14 Uhr flimmerte das „Ex-Fadingerwerk“ erfolgreich dort vor gut besuchtem Haus über die Breitleinwand … Im Anschluss daran übernahm Maja V. (stellvertretend für das Absolvententeam) die Präsentation der gemeinsamen Arbeit – der Blogautor konnte sich genussvoll im Kinostuhl zurücklehnen

Teamplayer Maja konnte im Jurygespräch fast alle offenen Fragen im Dialog klären. Einhellige Meinung: Eine saubere Arbeit, die alle möglichen Facetten des weiten Horrorgenres und Szenen bekannter Filme anstupst und in eine logische, verständliche Auflösung mündet. Der Musikvisualisierung wurden abschließend im Publikumsdikurs u. a. durch die Vöfa-Chefjurorin Rosen gestreut. Neben der glasklaren Dramaturgie (!) wurde u. a. die Schauspielerische Leistung gelobt – speziell auch der Hauptdarstellerin (Cafe- & Finalszene)

Maja im guten Fachgespräch speziell mit Juryleiter Kai Widmo Meyer (Videodesigner in der Oper in Bremen & Darmstadt – also Insider in Sachen Musik & Bild)

Ungeachtet dessen ist uns Frau Dr. Wenger abgegangen (- derzeit Regie: „Tatort“)

GRATULATION AN CHRISTIAN GAIGG & SEIN TEAM

Landeskulturbericht OÖ Sept. 022

Der „Spät-68er“

Ideales Alter für ein Bild aus dem Jahre 1968?

Optimal, allerdings entstand das Bild erst 9 Jahre später:

Vor genau 45 Jahren bekam im Safaripark Gänserndorf der Löwe ein Löwerl unvermittelt in die Hand gedrückt („Tier-Wohl“?), es wurde zum Geburtstag gratuliert und man blickte 1977 so eher gedämpft „amused“ in die lauernde Kamera … Autobahnabschnitt Nürnberg Bayreuth 16. 8. 77 – Im Autoradio: Tod von Elvis

Ein halbes Menschenleben später überlassen gekrönte Häupter zum eigenen & runden Jubiläum die Sitzplätze gebrechlicheren, anderen alten Menschen …

Als August-Kind ist man im Klassenverband immer der Jung-spund – sprich 1968 grad mal schwache 14 ! Mindestvoraussetzung für einen gerade noch 68er: 4 Jahre älter – also ein glatter 50er Jahrgang oder noch besser für einen waschechten Revoluzzer: Als gestandener Mittvierziger im damaligen Kreißsaal … Das würde in der Hochrechnung in etwa 9 Jahre mehr bedeuten und somit dem ganz obigen Erscheinungsbild des jungen Manns im „Doppellöwenportrait“ entsprechen (- im spez. Fall aber eben leider nicht im 68er, sondern 77er Jahr).

Die Miniausgabe der Mao-Bibel glich dem „Latein-Schummler“ (- Motto: Muss haben, aber nicht lesen)

Man war schlicht zu jung für eine sogenannte > Bewegung <, oder dieUNI-Ferkelei ! Gut, mit der Bewegung hatte man’s nie so heftig und heutzutage noch weniger, denn mittlerweile ist man nun ein 68er der anderen Art – ein morsches Exemplar nach Jahresringen – siehe royales Bild (- oben davor …)

Abschließend lauschen wir in Richtung 1969 mit fiktionalem Blick schon mal auf 2525:

… ein zu 022 passend apokalyptisches Produkt des Jahres 1969 – In the year 2525

> 60 ist das neue 40 < ?

  • Würde bedeuten: 68 ist das neue 48 … Einem Test zufolge befindet sich der Kandidat biologisch gesehen allerdings maximal auf der Höhe eines 62ers, fühlt sich jedoch eher wie im 72 plus -Bereich … und mit Verlaub: Es ist auch total >Wurscht<, da all diese Spielereien ohnehin schwachsinnig sind:
  • Wenn 60 tatsächlich das neue 40 wäre, so müsste dann 40 das neue 20 sein und alle 20er dann logischerweise Nullen. Unter 20 hätten wir dann Personen mit „Pränatalem Uterus-Feeling“ vor uns …

Schluss mit „lustig“ und raus aus all den modernistisch kabbalistischen Spielen

… sagt ein 54er, der mit 14 noch kein 68er sein konnte, dies aber heuer an Jahresringen erreicht und so spät, aber doch noch am 6. 8. zu einem 68er mutiert …

Der Y g g d r a s i l -„Anhänger“

Der Weltenbaum samt Gottesauge

Der Jubilar „überraschte“ sich selbst mit einer Kreation, die er heuer gemeinsam mit Schmuckdesignerin Claudia Langer im Rahmen eines Workshops schuf : Das Amulett Yggdrasil – ein „schmuckes Fanal“ zur Klimaproblematik, unter deren Auswirkung speziell selbiger „Schneelöwe“ diesen Sommer 022 wieder heftig litt !!!

Offizielle Präsentation im Herbst am 23. 9. in Enns

Das Landestheater hatte beispielgebend für die Saison 021/22 die Überschrift Natur & Kunst gewählt. Die Fadinger haben bereits vor knapp mehr als 30 Jahren die Yggdrasil-Thematik verfilmt (Claudia Langer war schon damals dabei …)

Manfred P ( * 6. August 022 – auf 3SAT gibt’s da um 20.15 extra für den Schneelöwen: „Götterdämmerung“ – Bayreuth 022 im TV )

https://www.3sat.de/kultur/festspielsommer/bayreuther-festspiele-2022-goetterdaemmerung-100.html

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung (türkis ?) verstecken Infos, Bilder …, die durch einen linken „Maus-Klick“  im BLOG-Text aktiviert werden können !

Festspiele in den hitzigen Löwen-Monaten?

Wagner wirkte im klimatisch vergleichsweise kühlen 19. Jahrhundert. Sein damals, mit den Mitteln modernster technischer Erkenntnisse ausgestattetes Festspielhaus bräuchte heutzutage keine Klimananlage oder gar Erd(a)kühlung aus den Tiefen des grünen Hügels, denn der Meister hätte sich da wohl eher für einen Kulturherbst à la Linz, oder à la longue Wagners’sche Winterfestspiele Mitte Februar erwärmen können. Auch ein „Winterstürme wichen dem Wonnemond“-Festival rund um den 22. Mai wäre cooler als hochsommerlich tropische 35 Grad zur Premiere …

http://www.musiktheater.at/wp-content/uploads/2022/01/Vereinsmitteilungen-J%C3%A4nner_Februar-2022.pdf (Seite 16)

> „Ferragosto“ ist nah <

Für alle Herbstfreunde: Der August ist der Februar des Sommers ...

Endlich: Fadinger Internetauftritt NEU

Das Fadinger BRG im neuen Wikipedia-Glanz

Die allererste Eintragung bei Wikipedia betreffend BRG Fadingerstraße stammt von Anfang Jänner 2015 und beinhaltete einen Beitrag fast ausschließlich zum Thema Architektur: Die Fadingerschule als Gebäude …  In den folgenden Jahren entstand bis 2021 eine etwas umfangreichere Seite im Internet, deren Schulgeschichte allerdings in den 60iger des 20. Jahrhunderts abrupt endete:

Weiters beinhaltete der Wikipedia-Auftritt falsche Daten & Lücken u. a. beim Thema Direktionen:

Ein Abschnitt berühmter Lehrer des Hauses (wie bei anderen Schulen üblich) kam nicht vor und bei den Schülern glänzte man nebst dem Aushängeschild Wittgenstein zu 50% mit Kriegsverbrechern & einem nicht restlos geklärten Kriminalfall:

Das Potential an herzeigbaren Fadinger Absolventen ist riesig groß (- siehe oben: Leitl, Gusenleitner, Ty Tender …) und so forderte ich Fachleute auf diesen Schatz zu heben und endlich in die Auslage zu stellen. Natürlich kann man braune Schandflecke nicht einfach wegdiskutieren, oder im nachhinein gar verstecken, aber Anfang des heurigen Jahres kam die „Geschichte“ ins rollen …

Zuletzt hatte Dr. Sandgruber bei seinem neuesten Hitler-Buch darauf hingewiesen, dass auch Kaltenbrunner ein Fadinger Absolvent sei und er konnte sich dabei u. a. auf Internet-Eintragungen und ein Linz09-Projekt berufen, obwohl basierend auf exakten Recherchen vor geraumer Zeit ein Buch von Ex-Fadinger Dr. E. Bernauer erschienen war, welches dies klar widerlegte.

Oben: Präsentation, Vortrag & Diskurs im Keplersalon Anfang 022

Ein interessanter Abend mit abschließender Diskussion, die letztendlich am 7. Feber 022 nach der Übertragung im Internet dafür sorgte, dass es ganz im Sinne der Fadinger zu einer Korrektur der Falscheintragung auf Wikipedia kam: Kaltenbrunner wurde bei den Fadingern ausquartiert und wanderte im Internet in seine echte Stammschule: Das Khevenhüller Gym.

Motiviert durch diesen Eingriff stellten wir weitere Recherchen an und veranlassten mehrere Änderungen & Ergänzungen auf dieser doch sehr wesentlichen Fady-Seite im WWW. Als Orientierungshilfe dienten dabei sehr sauber gemachte Ergebnisse andere Linzer Schulen im Netz …

Der nun finale Wikipedia-Auftritt unseres Fadinger BRGs endet geschichtlich in der Jetztzeit, weist die richtigen Jahreszahlen auf und als Schüler neu u. a. auch den Komponisten Arnleitner, den Maler Brosch und die Unternehmer Andlinger sowie Sohmen. Lehrernamen, wie: Schaller, Strahammer, Eder de Lastra usw. tauchen mittlerweile hier auf … Statt der ursprünglich nur 4, gibt es nun ganze 27 belegte Einzelnachweise zum umfangreichen Text (- selbst das urspr. Start-Kapitel Architektur wurde ergänzt).

Signifikante PRs entfernt, Entfernung der zahlreichen nicht relevanten Direktornamen, Infos über Schulzweige sind de-facto 1:1 Kopien der Schul-Webside“

– begleitet von solchen & ähnlichen Wortspenden (siehe oben) haben „Wiki-Wächter“ (Roboter & menschl. Ordnungshüter) einen kleinen Teil (10%) unserer Arbeit wieder entsorgt, aber im Wesentlichen sieht der Internetauftritt unserer Fadingerschule bei Wikipedia nun seit Ostern 022 endlich rundum herzeigbar aus:

Hier zu sehen unter >>> https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesrealgymnasium_Linz_Fadingerstra%C3%9Fe

Dank des Einsatzes von OStR. Chr. Edhoffer ist dieser Eintrag so auch im wissenschaftlich angesehenen & oft verwendeten AUSTRIA FORUM zu finden: https://austria-forum.org/af/AustriaWiki/Bundesrealgymnasium_Linz_Fadingerstra%C3%9Fe

Manfred Pilsz

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung (türkis ?) verstecken Infos, Bilder …, die durch einen linken „Maus-Klick“  im BLOG-Text aktiviert werden können !

Ebenfalls NEU im Netz: Teile der RWV-Homepage:

http://www.wagnerverband-linz.at/ueber_uns

http://www.wagnerverband-linz.at/stipendiaten

Start in die heiße 5. Jahreszeit 022

F E S T S P I E L Z E I T * 0 2 2

Unser aller Chefdirigent Markus Poschner dirigierte bei 35 Grad mit überwältigendem Erfolg die Eröffnungsvorstellung der Bayreuther Festspiele 022:

Im Spiegel der Kritik:

https://www.diepresse.com/6170082/einhelliger-jubel-fuer-tristan-in-bayreuth

https://www.br.de/mediathek/video/bayreuther-festspiele-premiere-mit-tristan-und-isolde-av:62decfd54a8acd0009c80bd4

Die Regie zur Tristan-Musik:

Mit Stephen Gould sind gleich 2 „Linzer“ am heurigen Bayreuther TRISTAN beteiligt … schon davor hatte sich Poschner in Gmunden mit dem „Linzer“ Piotr Beczała (Bayreuther Lohengrin der letzten Jahre) aufgewärmt

FRORadiogespräche mit Maestro Poschner: https://cba.fro.at/408719 * https://cba.fro.at/384643

LeoLoge zu Tristan <<< hier anklicken

Schon vor Poschner dirigierte der späte „Linzer“ Dennis Russell Davies in Bayreuth (Kupfer Holländer)

Erste R I N G -Feedbacks:

https://www.br.de/nachrichten/kultur/kinder-rafft-neues-rheingold-bei-bayreuther-festspielen,TD9UgvK

https://www.br.de/nachrichten/kultur/wagner-on-the-rocks-siegfried-bei-bayreuther-festspielen,TDQsTLA

https://www.3sat.de/kultur/festspielsommer/bayreuther-festspiele-2022-goetterdaemmerung-100.html

Who the Fuck is Grane? (- stund auf Gunthers T-Shirt) bei der „Pooldämmerung“ 022 (siehe oben)

Tolle Werbung für schnöde, überteuerte Einheits-Bratwürstel

Und auch an der Salzach hat man nach einer Woche offiziell eröffnet:

Wissen Sie, was Kunst ist. Es ist die seltene Gelegenheit, ihr Handy auszumachen„, sagt Trojanow und erntet auch dafür Applaus

Liebe Zuhörende, die Sieben, die Drei und das Ass. In einer Oper von Tschaikowsky sind das die drei Karten, die am Spieltisch stets Gewinn garantieren …

Desertieren wir also aus der Eintönigkeit des Krieges in die Vieltönigkeit der Kunst!

M P

Töchter in der Abseitsfalle?

Die tolle Frauen-EM wirft die Frage auf: Warum soll Fußball Männersache sein?

> Sportliches Matriarchat statt Prekariat <

Heimat großer Töchter und Söhne

G – wie Gender & Gehalt – Wie wär’s mal mit GENDERN in Geldangelegenheiten? (und-das-nicht-nur-beim-„Runden-Leder“, sondern-auch-in-anderen-Lebensbereichen)

Warum bekommt ein Männlein aus der 3. Liga 3x mehr als eine Topspielerin aus der Bundesliga? Wie ist es möglich, dass Männer aus der selben Spitzenklasse das 50- bis 200fache kassieren? Und das jenseits einer Taliban-HERRschaft ! Oder anders gefragt: Was können Profifußballerinnen um soviel besser, dass sie daher deutlich weniger verdienen?

Frauen spielen gleich gut bis besser, in jedem Fall engagierter, präziser, nicht minder entschlossen, laufen mehr, schinden weniger Zeit, machen keine, oder weniger Fouls, foulen faktisch nie schwer, akzeptieren Schiedsrichterinnenentscheide, machen kaum auf wehleidig, reklamieren nicht permanent Elfer, setzen ausgemachte Strategien um, sind höchstens Opfer einer „Abseitsfalle“ … spucken weniger bis kaum auf den Rasen, reißen sich nicht nach jedem Treffer die Wäsche vom Leib, um „muskuläre Nabelschau“ zu betreiben, tauschen selten ungustiös verschwitzte Leiberl, geben qualitätvollere Interviews, schütten so gut wie nie blöd mit Bier herum … und es gibt bei femininem Fußball auch weniger (!) Eitelkeiten: Stars haben intern & bei Trainerinnen Nachrang, sodass Frauschaften die deutlich teamfähigeren Mannschaften sind !!! (- Das Finalspiel wurde der Aufzählung dann leider in manchen Punkten nicht ganz gerecht …)

Selbst Auswirkungen auf das Erscheinungsbild des Fan-Publikums waren mehr als erfreulich, zumal keine zu Ausschreitungen bereite, testosteron-schwangere Machos in den Weiten der Stadionovale während der Frauen-EM anzutreffen waren …

M P

Obiger Text strotzt vor Vereinfachungen, ist provokativ, allerdings auch so gedacht. Differenziert abwägen sollen andere, die dann auf die strukturelle Problematiken im Detail eingehen können, Entwicklungen im Sportgeschäft abklopfen, medialen und wirtschaftlichen Profit, sowie Wechselbeziehungen in die Bewertung einfließen lassen – und ja, wie immer: Die Nachfrage bestimmt den Wert <<<

Der Textschreiber wurde innerfamiliär soziologisch ob seiner Oberflächlichkeit & Unbedarftheit in der Herangehensweise abgemahnt und auch darauf hingewiesen, dass es um die Situation bei anderen Sportarten diesbezüglich noch weitaus schlechter bestellt sei und man sich zB. bei Formel 1 noch wesentlich mehr ins Zeug legen müsste, bzw. die eigene Wahrnehmung erst durch die mutige Einkaufspolitik des ORFs in Richtung Frauen-EM kanalisiert wurde. Da der LeoLogeAutor im Normalfall auch immer pure Anlassreaktionen in Medien und Politik verabscheut, sowie knappe Vereinfachungen und platte SW-Lösungen ablehnt, gibt er der Kritik völlig recht, bleibt aber beim Sinn & Zweck des kurzen, lauten Aufschreis, verspricht jedoch im selben Moment die Sportbühne auch gleich wieder zu verlassen. Sollen sich lieber schlaue Spezialisten damit beschäftigen und noch schlimmer dotierte Sportarten in den Blick rücken, beider- (oder mehrerlei) Geschlechts, denn ich hätte auch nichts gegen gute, gerechte Gagen für männliche Synchronschwimmer. Apropos Frauendominanz: Ist eigentlich bekannt, dass Jasmin Ouschan einen jüngeren Bruder hat, der am Tisch auch keine so schlechte Figur macht?