SCHLOSS WILDBERG – Johannisnächte, Pannonia, Musik, Film, Kabarett …

schloss.JPGPannonia Endfertigung Plakat_Page_1.jpgDas Riff schimmerte dunkel – Nebelschwaden umkreisen die offen einsehbare Fläche im Zentrum der Szene – unvermittelt löst aus dem unruhig waberndem Boden eine Gestalt in einem gelben Fischschuppenkleid  …  Doch nein – keine Fluss-Tochter im Rheingold ! – Nur eine kleine Seejungfrau auf der Flucht vor Wasserhexen, die sie mit Schlingpflanzen zu fangen trachten  …  „Stop ! Bitte noch mal – können wir diesmal mehr Nebel haben? – Meister Ingos Lichttunnel – erstmals angeregt in den 80ern durch Werner Herzogs Lohengrin-Ankunft, bei den Fadis erstmal im Einsatz bei einer Kabarettproduktion, gleich darauf bei der gelungenen Holländer-Visualisierung „Senta D“ (- damals noch mit einem Diagerät / Konzentrischer Lichtkreis) und schließlich bei der einleitend geschilderten Unterwasserszene von Pannonia“ (Musik von Helmut Rogl) mittels modernster Gerätschaft im MKH (Medienkulturhaus) Wels. Der untere Museumsraum (heute Kinosaal 1) war damals vollgestopft mit bunten, unterschiedlich großen Schaumstoffteilen.Pannonia 1.JPGLightdesigner Ingo Kelp (früher in seiner Schulzeit im Fadinger BRG bereits für die Kabarett-Technik verantwortlich) verwandelte diesen musealen Kunstraum mittels aufflammender Scheinwerfer und Nebel in eine phantastische Unterwasserwelt. Zu diesem Zweck musste allerdings das Notfallmeldesystem des Hauses abgeschaltet werden und ein beamteter Feuerwehrmann „eingeflogen“ werden – und das einen Tag vor Weihnachten. Am Vortag hatte Ingo sein Konzept in Theorie und Praxis den jungen Fadis im Rahmen der alljährlich traditionellen Welser Medienklausur vorgestellt, um es am nächsten Tag dann Projekt-bezogen umzusetzen. Alles waren vom Vorabend noch müde, da der 1. Tag mit einer schwierigen Treppenszene im MKH erst so gegen 21.30 zu Ende gegangen war. Ungeachtet dessen ging man am folgenden Morgen die Schaumstoff/Nebelszene äußerst konzentriert an, sodass man bereits nach etwa 3 Stunden alles im Kasten hatte: Aufnahmen im Lichttunnel und an dessen Rändern – sprich: Herausragende Neptun-Dreizacke und „gestikulierende“ Extremitäten  …DSC06132.jpg

picture-0017.jpg16-05-2011 19;20;50B.jpg1164860.jpg18-05-2011 06;52;47.jpg1164989.jpg

IMG_1788.JPGIMG_1472.JPGpannonia rundschau.jpgPannonia Volksblatt.jpgDSC_9645.JPGPannonia

In den folgenden Jahren kam es nach erfolgreicher Postproduktion und 1. Preisen bei vielen Wettbewerben zu 2 interessanten „hybriden“ Präsentationen, bei denen die nicht im Film vorkommenden Teile der Rogl-Komposition in Echt getanzt wurden, eingebettet in den Beginn und das Ende der Musik-Visualisierung, welche auf einen halbdurchsichtigen Nesselvorhang in Front der Szene projiziert wurde. Einmal geschah dies in dieser Form im Brucknerhaus anlässlich des 50. Geburtstags des Komponisten und ein weiteres Mal als Freilichtaufführung im Schloss Wildberg. Hier sind schon Jahre davor und auch danach Fadinger Produktionen entstanden und über die Bühne gegangen: Allein fünf Jahre lang (86 – 90) gabs als jeweils erste Veranstaltung des Musiksommers im Schloss – ein Stationentheater vom Hof bis zum Dachboden mit Gesang, Tanz, Film: Die legendären „Johannisnächte“ – R. Wagner-Kabarett vom Allerfeinsten – dargeboten von einem Spitzenteam aus Ex- & Aktiv-Fadingern  …28-11-2018 23;51;07.jpgJ2.JPG01-09-2016 16;36;021.jpg01-09-2016 16;42;541.jpg28-11-2018 23;51;07a.jpg29-08-2016 17;48;33102-07-2013 18;26;40.jpg07-12-2018 09;30;26.jpg02-07-2013 18;42;33.jpg

J3.JPG23-01-2018 13;00;08aJ1.JPG29-08-2016 17;45;47.jpg28-11-2018 23;51;07b.jpg

Arge Wetterkapriolen bereitete den Fadingern das Wildberger Klima bei der Musical-Produktion des „Neuen Jerusalems“ – „Coolen“ Proben und Aufführungen rund um die „Eismänner“ machten jeden Aufführungstermin spannend bis zur letzten Regenwolke – mit detaillierten Hörschinger Prognosen, genug Heizdecken und Zweitbesetzungen drückte man das Musikdrama im Schlosshof erfolgreich durch  …rundschau 2.jpgMRG Musical Premiere.2jpg.JPGrundschau 1.jpgwildberg.jpgTIPS 1.jpgwas ist los.jpglot cape chen 8.JPGWeitaus gelöster verliefen da die herbstlichen Filmaufnahmen zu „Lot Cape Chen“  (fernöstliche Variante von Rotkäppchen) und zum Horrorstreifen „Das Fest des Frosches“, wenngleich das Versinken eines Jaguars im Neuschnee zu heftigen Verunsicherungen führte, die jedoch zeitlich mit einem ausgiebigen Dreh sehr ergebnisreich überbrückt werden konnten  …

Der „Froschfilm“ beginnt nach 28 Min 30 in der obigen Sendung

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Wie oft hat Heinz Helmut Ecker in Wildberg mit seiner Pfeife in der Hand empfangen, im Schlosshof auf der Bühne rezitiert, im Rittersaal gelesen oder im Landesstudio des ORF moderiert und durch Sendungen geführt – weit über seinen zu frühen Tod hinaus haben seine Frau Heidi & Sohn Julius gemeinsam mit einem Leadingteam (- u. a. Herr der Technik Bühnenmeister & Lightdesigner Ingo Kelp) die Schlosskultur > hoch über Linz < weitergepflegt – nun geht eine Ära zu Ende  …

DSCN4816DSCN4812kl.jpg02-12-2018 19;23;49.jpghelmutecker_orf_300DSCN4817.JPG

Manfred Pilsz

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ZAPFEN-STREICH … „Habt (Weihn)-8 !“

                             Warum wurde der folgende Beitrag im Dezember 018 verfasst                                 Weil sich 2x kurz vor Weihnachten das Happyend eines Dilemmas abzeichnete  …

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„Sequel“ /Auslöser:  Februar 2016   –  „Vergatterung“ zur REHA

Der große Zeiger hatte eben erst unentschlossen und dann doch mit einem kleinem Hüpfer und leichtem Nachzittern die „5 vor 12 – Marke“ erklommen. Und genauso fühlte auch ER sich: Wie im 5 vor 12 -Bereich und selbst das nur mit viel Mühe. ER hatte kein Auge zugetan und war viel zu früh losgefahren. Die unbarmherzige Uhr unterstrich dies nachhaltig. Es war so ein typischer Zeitmesser Marke „Bahnhof“ – überdimensional groß, rund und dominant inmitten der dazupassenden Halle, im andauernd diffusen Schwebezustand zwischen Ankunft und Abfahrt. Überladene Gepäckswagen wurden hektisch und extra geräuschvoll durch den halligen Raum geschoben. Plötzlich eroberte eine Gruppe „Römischer Soldaten“ Bild füllend das Zentrum des Geschehens. Unter ihnen unverkennbar Julius Cäsar, der eben dem Aufzug unter der riesigen Uhr entstiegen war und nun imperatorisch laut grüßte. „Morituri te salutant“, dachte der müde Gast, als in seinem Blickfeld ein Pinguin auftaucht, der eben am Nachbartisch einen Cappuccino servierte. Würde der Vogel wohl auch zu ihm kommen, um eine Bestellung aufzunehmen? Ein Blick in die vor ihm liegende Speisenkarte ohne wirklich darin zu lesen führte nur dazu, dass er aufblickend feststellen musste, dass sich Alt-Rom verabschiedet hatte. Ein Römer hatte seine Krücken vergessen. Wunderschöne rote Krücken, die jetzt verloren im Eck bei der Aufzugtür lehnten. Ihm würden ja marineblaue Gehhilfen zusagen, statt der vom Spital zur Verfügung gestellten, öd grauen Krankenkassenvariante. Egal, das passte alles wunderbar zur Situation in der er sich befand: Faschingdienstag als Ankunftstag im „Revital Aspach“ – Beginn einer dreiwöchigen REHA in „Aspach Uralt“. Eigentlich hatte er gar keine Lust etwas zu bestellen, wusste aber, dass volle zwei Stunden (120 Min) totzuschlagen waren. Das hatte man ihm an der Rezeption mitgeteilt. Erst dann war mit der Zimmerzuteilung zu rechnen. Sein Blick schweifte, wie schon in den letzten Minuten immer wieder zu seinem Gepäckswagen auf dem sich das zusammengerollte Unterbett gegen die Decke wölbte. Als letztes Stück Heimat und möglicherweise eine, wenngleich zweifelhafte Garantie, dass die ihm zugewiesene Bettstatt in erträglicher Härte endlich wieder etwas Schlaf ermöglichen würde. Seit der Operation hatte sich Morpheus kaum mehr blicken lassen, außer in widerwilliger, durch kleine blaue Tabletten dazu genötigter Form. Und dies bedeutete Albträume in der Gestalt eines sich permanent mit sich steigernder Geschwindigkeit wiederholenden Horrortrips von wild kreisenden Zahlen, Terminen und permanent wieder und wieder zu erledigenden Aufgaben. Gefolgt von einem nicht zu beschreibenden Gefühl der totalen Erschöpfung am nächsten Morgen, aber begrüßt und kommentiert von einer allzu zufriedenen Nachtschwester der Patient und sein neues Knie hätten nachweislich laut und tief geschlafen.

2016-02-14 09.18.51.jpgDer Hinweis man haben ein Zimmer ohne Teppichboden am Telefon vereinbart und somit verbindlich gebucht, war eben erst gerade beim Gespräch mit der beamteten Rezeptionistin  im Strudel bürokratischer Willkommenskultur unreflektiert versickert. Ein zweiter zaghafter Versuch diesen essentiell wichtigen Punkt im Kontext des leider unvermeidlichen Aufenthalts mit der Dame zu klären scheiterte an der morgendlichen Stimmschwäche und am schwächelnden Kreislauf des Kandidaten. Ein Zimmer mit Teppichboden war atemtechnisch, schlafstrategisch und überhaupt ebenso wenig denkbar, wie Zimmer mit Katze. Letzteres war Gott sei Dank nicht im Angebot. Diese Teppich-Allergie schloss bei ihm schon seit ewig etwa 90 % der heimischen Hotellerie aus bei verzweifelten Buchungsattacken seiner Frau betreffend freie Quartiere für gemeinsame, ohnehin selten gestreute Urlaube.

Kasernenort im Salzburgischen.JPGNur die Grundausbildung war doppelt so lang & schlimmer  …

Erinnerungen werden wach:  1 9 7 3   –  45 Jahre danach

Drei volle Wochen inklusive ebensolchem Dienstplan mit bis zu 6 „Anwendungen“ täglich ! (- Tagwache um 6.00 mit Blutdruck messen, Unterwasserübung, Ergometer …) Ihm war schlecht vom Kreislauf. Er hatte in den Nächten davor kaum geschlafen. Also schloss er die Augen und dank der Gnade seiner Schwerhörigkeit verwandelte sich die so gedämpfte Hektik in artverwandte Bilder aus seiner Vergangenheit: Als er eine Woche nach seinem ersten Bayreuth-Besuch an einem viel zu sonnigem Tag in einem Bahnhof im Pongau ankam, um sich von dort aus möglichst zaghaft dem Haupttor des Kasernenareals zu nähern in der Hoffnung nie in ihm anzukommen. Dann betrat er doch im gleißenden, fahlen Licht die unheimliche Weite des Kasernenhofs. Kalte, ja feindliche Umwelt, fern der Linzer Heimat, getrennt von Vater und Mutter, entwurzelt, bedroht von einer langen, endlos scheinenden Verweildauer. Da brauchts kein Brom im Tee um einen Durchhänger zu haben, oder „flammende“ Reden des kommandierenden Oberstleutnants, der seine „Braven Buam“ gefährdet sah durch urbane Rekruten aus den östlichen Städten der Republik und daher oft Kontrollfahrten zu den Kuhfladen-„Gefechtsplätzen“ mit seinem Ford Mustang unternahm, auf dessen Kühlerhaube ein knochiger weißer Stierschädel montiert war. Wenn er dann damit eine Vollbremsung auf der „Sprung vorwärts Deckung – Wiese“ in Form einer Halbpirouette hinlegte & sich leicht texanisch, quasi mit Sombrero aus seinem Westernmobil wuchtete, wusste man sich „gut aufgehoben“ in dieser staatlichen Institution. Ebenso wenn der leider unfreiwillige „Kompanie-Schwejk“ die Übungshandgranate gegen, statt über die Schutz-Wand schoss, oder man wegen angeblicher, sogenannter „Anstiftung zum Kameradschaftsdiebstahl“ (sprich man hatte den Spindschlüssel irrtümlich im Schloss stecken gelassen) zum „Rapport“ befohlen wurde und man als Ergebnis einen blöden   SAmstagSOnntag Latrinendienst ausfasste – verbunden mit einer Streichung des Urlaubsscheins für dieses Wochenende …

Tagwache“  – „Links um – Rechts um !“ – schallt es schroff über den Kasernenhof  …

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ATOM-PIL(S)Z VON LINKs  –  Rechts schaut !

St. Johann ließ ihn über 6 Wochen nicht los – unterbrochen von nur ganz kurzen bewilligten Fluchten nach Salzburg und Linz (!) nach erfolgreichem Schießen und Turmspringen vom 5er des örtlichen Schwimmbads. Der 3. Platz beim Schießen und „Acapulco für Arme“ brachten dem Rekruten immerhin 3 Extra-Tage ein an denen er das nervige Exerzieren am Appellplatz mit anschließender Übung auf der Kuhwiese vergessen konnte. Am Morgen und am späteren Nachmittag war ein junger, „wichtiger“ Leutnant und dazwischen ein recht solider Offizierstellvertreter [OffzStv] für die FuRV (Funkrichtverbindungskompanie) zuständig. Die „Höhepunkte“ ihrer Bemühungen gipfelten in der Verlegung eines fetten Postkabels auf einen Hügel durch die FuRV mit anschließender Coca Cola –Labung (Man glaubt gar nicht wie enorm schwer diese extradicken Kabeln sind – selbst wenn alle 50 cm ein Soldat damit beschäftigt ist) Die Angelobung, zu der die Eltern anreisten und die Abschlussübung inklusive 30 Km-Marsch mit partiellem Einsatz der ABC-Schutzmaske kombiniert mit grauer Antiatom- Regenpelerine ergänzten den ganz „normalen“ Wahnsinn  …  Hauptsache man war somit „vor dem bösen Atom geschützt“  und  „Neue Lage“: 120 Tage …

ABC Maske mit Regenschutz gegen Atombombe

Obiges war kein Ausschnitt aus einer Aufführung der Kabarettgruppe „Schlabarett“ – Diese schilderte perfekt 1 : 1 ihre „Militärerlebnisse“ – allerdings zu einer Zeit als man schon die Wahl hatte vor die Zivi-Kommission zu treten und man nicht automatisch bei der „Stellung“ mit damals noch 89 Kg Lebendgewicht als athletisch eingestuft und voll tauglich den Pionieren zugewiesen wurde und erst nach Bitten & Protest zum dann eigenen Entsetzen dem Funkrichtfunkverband (?) der „Gebirgsjäger“ im alpin bergigen St. Johann im Pongau zugwiesen wurde. Ein „Gebirgsjäger“ – der bereits bei einem Höhenunterschied von ganzen fünf Metern mit Schwindelgefühlen gesegnet war. Hindernisbahn sollte die Kaserne nach Möglichkeit auch keine aufweisen … Tja …

Unter der Regierung Kreisky II wurde auf Druck pazifistischer Verbände der Zivildienst eingeführt – inkl. gefürchteter Zivildienstkommission – Fredi Dorfer, Roland Düringer & Co hatten bereits das zweifelhafte „Vergnügen“  …

Genial: Atompilz von Links (obiges Video unbedingt anschauen !)06-07-2013 12;43;00kl.jpg06-07-2013 12;43;00akl.jpg08-12-2018 14;34;06.jpgEhrenfadinger Fredi Dorfer war so frei den Fadis zum 10er-Jubiläum seines „Schlabaretts“ eine Adaption des Atompilzes zu gestatten – eines der letzten Kabarettprojekte (siehe oben) in den 90ern im BRG Linz  …

06-04-2018 19;51;28kl.jpgSchulfreund Siegi Gressl (im Bild oben als Operettenbuffo später auch Tatort-Darsteller) war kurz davor beim Versuch eines Militärsender dabei gewesen, den man allerdings zwischenzeitlich wieder eingespart hatte …

Also konnte ein dahingehender Versetzungsantrag nicht bewilligt werden, sehr wohl aber wurde dann dem Begehr nach einer Linz-nahen Kaserne entsprochen, um es dem unbescholtenen Rekruten zu ermöglichen sein Gesangsstudium mit nun einsetzendem Herbst in „Angriff“ nehmen zu können (- nach bereits vor Einrückung erfolgter, recht erfolgreicher Aufnahmeprüfung)

So wurde aus dem irrtümlichen Schützen der FuRV-Kompanie der Gebirgsjäger im salzburgischen St. Johann noch im August ein Wehrmann der HZA (Heereszeuganstalt mit hohem ZivilistInnenanteil) in der oö. Panzer-Kaserne Wels. Der Start dort geriet geradezu grenzgenial in der etwas separierten Telefonzentrale inmitten einer Schar junger „Telefonfräulein“  …

„Jom Kippur“- Krieg

Der Krieg begann mit einem Überraschungsangriff Ägyptens und Syriens am 6. Oktober 1973, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, auf dem Sinai und den Golanhöhen, die sechs Jahre zuvor von Israel im Zuge des Sechstagekrieges erobert worden waren. In den Österreichischen Kasernen wurden Leute für UN-Einsätze angeworben und die Bereitschaft erhöht. Während sich in der zivillastigen Welser HZA niemand fand, der in Wüstenkriege verwickelt werden wollte, trudelte wenig später die Karte eines FuRV-„Kameraden“ aus Kairo ein …  Der telefonierende Wehrmann in Wels war mittlerweile in den Kommandoturm umquartiert worden & absofort in Soldangelegenheiten tätig und für die „Essenskarten“ der Kompanie zuständig. Auf die Art und Weise konnte er Kameraden glücklich machen, einem freundlichen, älteren, kränklichen Wachtmeister die Arbeit erleichtern und er hatte Ansprache durch den 2. Schreiber – einen eben fertigen Juristen, der die Welser Gepflogenheiten schon gut kannte. War der Vizeleutnant (Spieß) außer Reichweite gabs Coca Cola-Pausen beim Turmstübchen am Dach (- Lehnstühle & Kühlschrank inkl.) Der gemeinsame „Dienst“ beschränkte sich auf die periodisch notwendige, rituelle Verbrennung des Inhalts des Geheimpapierkorbs (- dazu natürlich hier keine Angaben) – Eine einmalige Indiskretion bescherte den beiden Soldaten allerdings ein dabei plötzlich einsetzender Herbststurm, der „anregendes“ in der Trafik gekauftes Bildmaterial des Majors über die Wiese wirbelte und so kurzfristig unter die Leute brachte  …  Das Welser Klima erwies sich als gut und beständig: Kein Auslandseinsatz – statt dessen mit ausbrechendem Herbst nun Beginn des Studiums, geblockt bzw. am späten Nachmittag und Abend. Das war möglich durch den täglichen Dienstschluss um 16 Uhr, am Freitag auch früher und bedingt durch die kurze Zeit dieses Zustands: Nach starken drei Monaten war der Spuk vorbei. Bis dahin hieß es aber täglich um einen Überzeitschein anzusuchen, der es ermöglichte den letzten Personenzug nach Kallham nehmen zu können, um so knapp vor Mitternacht das Haupttor zu passieren.

Auf Google Maps sieht der Welser Komandoturm aus wie dazumal.JPGGoogle-Maps machts möglich: Der Welser Kommandoturm wie dazumal  …

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Adjustierung verbessern !

Nachdem der Oberst (auch in seiner Funktion betreffend die Militärmusik) ab und zu Gäste empfing brauchte er einen „Pfeifendeckel“, der Speis & Trank servieren konnte ohne dabei gleich unangenehm aufzufallen – und so bediente er sich abwechselnd seiner Schreiber. Einem in der Panzergarage gemobbten Jungmann konnte man durch Kontakte zum Oberst und Dank eines guten Tags des Vizeleutnants einen gepflegten Reinigungsdienst im Turm verschaffen, was den Kameraden so glücklich machte dass er beschloss den Schreibern am folgenden Tag das Frühstück ans Bett zu bringen – so gut so schlecht: Denn im Moment dieser „Morgengabe“ tauchte aus dem nichts der OvT (Offizier vom Tag) in der Unterkunft auf – noch bevor das weiche Ei geköpft war. Der Spieß wurde verständigt und damit war der alte Wachtmeister 2 Tage mit seinen Rechnungen alleine beschäftigt, denn der Schreiber durfte in dieser Zeit einen großen Lastwagen ent- und beladen. Ein Schwielen förderliches Unterfangen, das sich wenig später fast wiederholte, als Wehrmann „Schreiber“ nach einem überknöchelten (!) Weekend in Hausschuhen zur Standeskontrolle erschien. Erst nach Rücksprache mit der SAN-Abteilung nahm der Vize von einer seiner drakonischen Strafen Abstand und beließ es bei einer Verwarnung. Noch glimpflicher ging ein letztlich doch nicht ganz so wirklich routinemäßiger, morgendlicher Besuch in der Kasernenküche über die Bühne. Längst hatte man sich dort auf ein eher unmilitärisches „Guten Morgen“ nach dem Parken des Dienstrades verständigt, als an einem Wochenbeginn im November-Grau unvermittelt mit lauter Stimme ein Unbekannter das freundliche, eher zivile Ritual des Frühaufstehers harsch unterbrochen wurde. Als der Mantel von den Schultern des aufgebrachten Mannes rutschte wurden drei Goldsterne sichtbar …  aus der edlen Zornesröte des erregten Offiziergesichts quoll ein fordernd angriffiges: „Machen sie eine Meldung Wehrmann – hat man ihnen das hier nicht beigebracht?! – Darauf ein eher zögerlich verhaltenes „Herr Hauptmann, Wehrmann  …“     – und dann ein Wunder: Ein Unteroffizier unterbrach die Szene: „Telefon Herr Hauptmann“!                                               

1385476339Waffenrad_H_1_freisteller_web_resized_960.jpgDer „Goldfasan“ eilte in den Gang neben der Küche und der Wehrmann entschwand nach einer kurzen Schrecksekunde durch die andere Tür an der Rückseite, startete eilends sein bereitstehendes Waffenrad und gelangte so im Zickzackkurs unentdeckt zum Kommandoturm – in der Hoffnung, dass ihn auf Nachfrage kein Küchenbulle enttarnt und es sich um keinen Gast des Herrn Oberst handelt. Denn auch zu Wels waren SAMSONe nicht sonderlich beliebt und äußerst gefährlich. Der nächtliche Flughafen war extrem spooky und der sonntägliche Beschuss der Panzergarage durch unbekannte Aggressoren konnte erst durch das beherzte Herbeitelefonieren des OvTs beendet werden. Jugoslawische Mitbürger hatten von ihrem Garten aus störende Vögel unter Beschuss genommen, sodass die Querschläger gegen die Glaswände des Vorbaus prasselten. Oberst sei Dank gabs für die „Retter des Vaterlandes“ keine quasi Anhebung des militärischen Rangs. – Schon beim sommerlichen 30Km-Marsch traute man sich in der Pause nicht mal durch Alle Neune auf der Kegelbahn aufzufallen und auch im Rahmen der unnedigen, tiefwinterlichen Gefechtsübung kurz vorm seligen Abrüsttermin war den Schreibern klar: Bloß keine „Kecks“ & damit eine Beförderung zum Gefreiten, Korporal oder gar schneidigen Zugsführer zu riskieren und schon gar nicht so kurz vor Weihnachten – sonst blühen später alljährlich ausgiebige Miliz- anstatt kurzer & überschaubarer Waffenübungen (insgesamt 60 Tage) …

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Aber war die Wehrdienstmedaille in Bronze der krönende Schlusspunkt?

Eiszelt Basislager am Pfenningberg

 Einberufungsbefehl nach nur wenigen Wochen im Schuldienst? – dem Administrator des Hauses war die zornige Enttäuschung im Tonfall deutlichst anzumerken – Nein, nein nur eine Waffenübung konnte den aufgebrachten Stundenplaner nur langsam beruhigen. Wenige Nächte später ein böses Erwachen: Eisige Kälte – es war rund um Nikolaus – stockdunkel, hartes Lager … erst beim Versuch aufzustehen realisierte der aus seinen Träumen Gerissene, dass er nicht zuhause war, sondern in einem Militär-Zelt, das hartgefrorenen sich wie Beton anfühlte, sich unter Garantie nicht öffnen ließ, da auch der Reißverschluss vereist war. Und so blieb dem nun wieder kurz Teilzeitsoldaten nichts anderes über, als die steife Behausung mit vollem Körpereinsatz aus der Verankerung zu lösen und durch den Spalt unten ins Freie zu kriechen. Die restliche Mannschaft hatte sich bereits in noch möglichen „Öffnungszeiten“ rund ums Feuer inmitten der Militär-Tipis versammelt und dämmerte so dem Morgengrauen entgegen. Den Panzer-„Angriff“ der nächtlichen Übung hatte man hier im Freigelände des TÜPl Treffling unterm Pfenningberg gut überstanden, zumal die ach so bedrohlichen Kettenfahrzeuge nur in den Köpfen der Übungsleiter existierten und der Beschuss ausschließlich durch erhellende Leuchtraketen erfolgte …  Schon in Kindertagen hatte der spätere „Soldat wider Willen“ diese Gegend bedrohlich als Mondlandschaft taxiert und seinen Vater bei einer Wanderung zur Umkehr bewogen …

Noch am Vormittag wurde zuerst die „Zeltstadt“ und schließlich in Ebelsberg die mehrtägige Übung abgebrochen. Der zivile Advent konnte ausbrechen – die Welt war wieder in Ordnung. Dieser Ausflug ins Grüne, das sich über Nacht in eine klirrend solide, schneebedeckte Eiswelt verwandelt hatte, war nach dem Grundwehrdienst der erste und zugleich letzte Einsatz (mit der Waffe) zur Erhaltung der immerwährenden Neutralität … Schuldienst und ein stärker werdendes Asthma beendeten die steile militärische Karriere des Wehrmanns …   (Antrag: 76 / Finale Entscheidung: 81)

Kompanie ruht ! – Wegtreten !

Manfred Pilsz   (Der unmilitärischte Schütze & Wehrmann – seit geraumer Zeit a D)

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FREMDLINGIN – Grete & Georg Trakl

… zum Todestag des Dichters

Georg Trakl (* 3. Februar 1887 in Salzburg / † 3. November 1914 in Krakau)

DAS FILMPROJEKT  „F R E M D L I N G I N

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Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 meldet  sich der Dichter Georg Trakl freiwillig als Sanitäter. Die erlebten Gräuel der Schlacht bei Grodek stürzen ihn in arge Verzweiflung

Es schwankt der Schwester Schatten durch den schweigenden Hain,
Zu grüßen die Geister der Helden, die blutenden Häupter;
Und leise tönen im Rohr die dunkeln Flöten des Herbstes.
O stolzere Trauer! ihr ehernen Altäre
Die heiße Flamme des Geistes nährt heute ein gewaltiger Schmerz,
Die ungebornen Enkel.

Trakl12.jpgtrakl 0 Kopie.jpgtrakl 2 Kopie.jpgEr wurde vom Versuch, sich zu erschießen, durch die Kameraden abgehalten und nach einem Fluchtversuch zur Beobachtung seines Geisteszustandes ins Militärhospital Krakau eingewiesen. Am Abend des 3. November 1914 starb er dort nach Einnahme einer Überdosis Kokain an Herzstillstand. Ob es sich dabei um einen Unfall oder um Suizid handelte, ist ungeklärt.

Komponist Klaus Schulze schuf 1994 eine Oper mit dem Titel „Totentag„, die sich mit dem letzten Tag des Dichters Georg Trakl befasst.

Salzburg-Georg-Trakl-Gedicht.jpgMayr_Richard_Gedenktafel.jpg.

Im Herbst jenes Jahres brach man an einem wunderbar nebelig kalten Herbsttag in aller Früh mit dem Zug und der Filmkamera nach Salzburg auf – wahrlich ideale Bedingungen um dort vor Ort an Originalschauplätzen Georg und Grete Trakl zu „treffen“.

Am Weg vom Bahnhof in Richtung Mozarteum kamen vage Erinnerungen an einen Wettbewerb der Stadt an der Salzach hoch: „Riesige Mozartkugeln rollen donnernd von der Salzburger Festung herab durch die engen Altstadtgassen bis in den Zwergerlgarten, wo sie letztendlich von den beiden Einhörnern von Mirabell aufgespießt werden“ – ein Video das nie gedreht wurde, dessen Konzept aber von der Jury gelobt worden war …  Doch zurück zum Trakl-Projekt:

Vorbei an dem beliebten Gasthof „Zum Fidelen Affen“ gings hier direkt beim „Ochs von Lerchenau“ (Gedenktafel für KS Richard Mayr) am Haus neben der guten, alten Engel-Apotheke (Trakl war hier Praktikant) scharf links in die wie ewig vertraute Linzergasse bis hin zum Sebastiansfriedhof, dessen Relief an der Kirchenmauer eine exorbitant stark inspirierende Wirkung für die filmische Umsetzung entwickelte (Der schöne, alte, „schmale“ Friedhof von St. Peter, der ursprünglich auch im Gespräch war konnte da nicht mithalten) – hier im dunklen Schatten des Kapuzinerbergs in unmittelbarer Nähe zur temporären „Giftküche“ zum „Weißen Engel“ …

Aufzeichnen10F.jpg1024px-Sebastianskirche_(Salzburg)_hl_Sebastian_an_der_Außenfassade.JPG     (Trakls zweiter Gedichtband Sebastian im Traum erschien im Frühjahr 1915 postum)

                           Der Literat Georg Trakl in einem Musikfilm des Fadinger-Gyms                             – wie soll sich das fügen?

Da ich nachtwandelnd an steinernen Zimmern hinging und es brannte in jedem ein stilles Lämpchen, ein kupferner Leuchter, und da ich frierend aufs Lager hinsank, stand zu Häupten wieder der schwarze Schatten der Fremdlingin und schweigend verbarg ich das Antlitz in den langsamen Händen.

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„Fremdlingin“ Grete ist die Brücke zur Musik

Grete war musikalisch sehr talentiert; das zeigte sich deutlich schon früh, als sie ihre Geschwister, die alle Klavierunterricht bekamen, spielend überflügelte. Ihr Umzug 1904 nach Wien, wo sie bis zum Ende des Schuljahres 1908/09 im Internat Notre Dame de Sion verblieb, ist mit ihrer späteren Ausbildung als Pianistin verbunden. In der Höheren Französischen Schule dieses Internats konnte sie musikalisch weiter ausgebildet werden. Im letzten Schuljahr (1908/09) wurde sie zugleich Studentin an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und wurde aufgrund ihres fortgeschrittenen Könnens sofort in das zweite Akademiejahr aufgenommen. Sie beendete dieses Jahr allerdings vorzeitig.

Zu ihrem vier Jahre älteren Bruder Georg hatte sie eine sehr enge Beziehung. Georg Trakl sah in ihr sein Abbild, in seiner Lyrik nahm er oft Bezug auf seine Schwester. In vielen Trakl-Biographien wird auch eine inzestuöse Beziehung vermutet.24-07-2014 16;51;22a.jpgtrakl 3 Kopie.jpg

Ab dem Herbst 1909, als sie 18 geworden war, lebte Grete selbständig in Wien, wo sie vermutlich von einem (bisher unbekannten) Privatlehrer unterrichtet wurde, eine übliche Praxis bei talentierten Pianisten. In diesem Jahr traf sie abends oft mit ihrem Bruder Georg und dessen Freund Erhard Buschbeck zusammen. Dieser besorgte ihr bei Gelegenheit immer wieder Opium.

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              Margarethe Trakl, ihrem Bruder Georg ebenso verfallen wie er ihr, ist in seiner                                                  Lyrik unsterblich geworden. Als Mensch blieb sie aber unsichtbar.                                       Eine Annäherung …

G r e t e  –  Sie ist das > Alter Ego < Georg Trakls, die „Schmerzverschwisterte“, sein Abbild, „Abglanz“, Süchten verfallen so wie er und so wie er früh gestorben durch eigene Hand. Er hat sie an die sechzig Mal in seinen Gedichten und Prosatexten angerufen, die „Jünglingin“, die „Fremdlingin„, die „Mönchin“, er hat sie verklärt und dämonisiert, und er kam nicht von ihr los, ebenso wenig wie sie von ihm.

T13.PNGTrakl13.jpgTrakl9TKlhJünglingin, Mönchin – hätte Trakl die Bundeshymne geschrieben – sie wäre wohl nicht „ein-zugegendern“ gewesen …  und das Dunkle, Jenseitige wäre sicher partiell dem österreichischen Naturell auch sehr entgegen gekommen …  so es denn diesbezüglich wirklich geTRAKLt hätte …

trakl 4 Kopie.jpgtrakl 5 Kopie.jpgTrakl Film.jpg24-07-2014 16;45;02a.jpgDie Linzer Dreharbeiten am spätherbstlichen Kreuzweg in St. Margarethen, einem halb verfallenen Maximilianischen Turm im Westen des Pöstlingbergs oder in einem schneebedeckten Linzer Friedhof gestalteten sich beschaulich und dank wärmender Kostüme auch vor der Kamera erträglich. Bildlich beflügelt durch eine Ausstellung im OK nahmen hier die Aufnahmen ihren Ausgang. Und von hier marschierte die im Leben unstete Grete mit ihrem Goldenen Koffer durch das vorweihnachtliche Grau dem Ende entgegen …

„Am Abend, wenn die Glocken Frieden läuten,
Folg ich der Vögel wundervollen Flügen,
Die lang geschart, gleich frommen Pilgerzügen,
Entschwinden in den herbstlich klaren Weiten.

Hinwandelnd durch den dämmervollen Garten
Träum ich nach ihren helleren Geschicken
Und fühl der Stunden Weiser kaum mehr rücken.
So folg ich über Wolken ihren Fahrten.

Da macht ein Hauch mich von Verfall erzittern.
Die Amsel klagt in den entlaubten Zweigen.
Es schwankt der rote Wein an rostigen Gittern,

Indes wie blasser Kinder Todesreigen
Um dunkle Brunnenränder, die verwittern,
Im Wind sich fröstelnd blaue Astern neigen.

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05-09-2017 21;03;10.jpgIm 95er Jahr war so das Literatur/Musikvideo „Fremdlingin“ entstanden (-die Welt Georg Trakls mit Musik von H. Rogl ) – anerkennende Rückmeldung durch den wissenschaftlichen Leiter der Trakl Gedenkstätte Salzburg (Präsentation vor Ort). Preise: Landesmeisterschaft Gold & Titel, Staatsmeisterschaft: Sonderpreis des Unterrichtsministeriums, Ebenseer Bär, DanubialeMedaille im Stift Göttweig – Innovationspreis des Unterrichtsministeriums sowie eine Medaille der Eurofilmer (Video EM in Südtirol)

24-07-2014 16;51;22c.jpg04-04-2018 11;50;15.jpg06-07-2013 13;28;38.jpg

Die Vorstellung des Films im Trakl-Haus in Salzburg erfolgte terminlich ziemlich in der Nähe des Geburtstags des Dichters. Anreise wieder per Bahn – diesmal auf der Flucht aus einem Skiort, wo man familiär in den Semesterferien wieder einmal mehr „sportlich kaserniert“ worden war …

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Das „Trakl-Haus“ trägt diese Bezeichnung seit der Eröffnung der Trakl-Gedenkstätte im Jahr 1973 – Im ersten Stock wurde von der Salzburger Kulturvereinigung in den Räumen der ehemaligen Wohnung der Familie eine Gedenkstätte eingerichtet. Der Freistädter Dr. Hans Weichselbaum ist Leiter dieser Forschungs- und Gedenkstätte.
Ein 3. Exkurs nach Salzburg fand gemeinsam mit dem Komponisten Helmut Rogl auf Einladung der Trakl-Gedenkstätte am Waagplatz statt – Kurze Präsentation des Films kombiniert mit einer Diskussion im Rahmen einer Tagung als glänzender Abschluss des erfolgreichen Projekts …

Manfred Pilsz

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„HALLOWEEN 1883“ – Marx & Wagner

                     …   Beitrag verfasst 2 Tage davor   …                           wagneriminternet116_v-ARDFotogalerie.jpg                           Karl Marx (* 5. Mai 1818 in Trier; † 14. März 1883 in London)                                          Richard Wagner (* 22. Mai 1813 in Leipzig; † 13. Februar 1883 in Venedig)

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Halloween 1883 im Himmel: „Richard macht sich einen Karl

Wirklich im Himmel?  – ist es im Jenseits von Marx & Wagner nicht etwas wärmer?

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„Wenn es [das Christentum] wirklich das seinem Glauben entsprechende Kunstwerk schaffen wollte, könne es nicht die sinnliche Schönheit der Welt, welche für den Christen ja eine Erscheinung des Teufels ist, darstellen.“ Weiter führt Wagner aus, dass sich die Kunst mehr und mehr „mit Haut und Haar“ verkauft habe:

„Ihr wirkliches Wesen ist die Industrie, ihr moralischer Zweck der Gelderwerb, ihr ästhetisches Vorgeben die Unterhaltung der Gelangweilten. Aus dem Herzen unserer modernen Gesellschaft, aus dem Mittelpunkte ihrer kreisförmigen Bewegung, der Geldspekulation im Großen, saugt unsere Kunst ihren Lebenssaft, borgt sich eine herzlose Anmut aus den leblosen Überresten mittelalterlich ritterlicher Konvention, und lässt sich von da – mit scheinbarer Christlichkeit auch das Schärflein des Armen nicht verschmähend – zu den Tiefen des Proletariats herab, entnervend, entsittlichend, entmenschlichend überall, wohin sich das Gift ihres Lebenssaftes ergießt.“

Die Kunst sei zu einer Ware verkommen, einzig zum Geld- und Ruhmerwerb, schreibt Wagner weiter, und vergleicht das künstlerische Handwerk, das dem schaffenden Künstler, dem das Produzieren seiner „Arbeit“ eine Freude macht und ihn befriedigt, mit der Tätigkeit des Handwerkers, der meist ohne Freude und mit dem Zwang, nämlich fremde Bedürfnisse gegen Geldzahlungen zu befriedigen, sein Tun nur als Mühe, als traurige, saure Arbeit sieht. Er könne auch mehr und mehr durch Maschinen ersetzt werden und wäre somit ein Sklave der Industrie, „deren Fabriken ein jammervolles Bild tiefster Entwürdigung des Menschen, ein beständiges, geist- und leibtötendes Mühen ohne Luft und Liebe; oft fast ohne Zweck“ uns zeigen.

 Wagner hat in seinen beiden Revolutionsschriften Formulierungen gefunden, die dem Manifest der kommunistischen Partei, das 1848 von Karl Marx veröffentlicht wurde, in nichts nachstehen. Mit der emotionalen Formulierung: „Unser Gott ist das Geld, unsere Religion der Gelderwerb“, verknüpfte er die allgemeine Sozialkritik mit der eigenen Kultur- und Kunstkritik, die er als „Geld-Erwerbsquelle“ immer wieder kritisierte. Wie er sich die Kunst nach einer Revolution vorstellte, verdeutlichte er in seinem nächsten Werk Das Kunstwerk der Zukunft.M & W.JPGDSCN2099.JPG2017-07-24 15.02.18.jpgWo ist Wagner nun also zu verorten? RECHTS – wo er vor 45 vereinnahmt wurde oder doch eigentlich LINKS, wenn man von obigen Zeilen ausgehtvielleicht aber auch mittig dazwischen?  –  W a g n e r  ist immer und überall …

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HALLOWEEN 018 wird im Marx-Jahr (* 5. Mai 1818) Klarheit schaffen:

Peter Androsch (*1963)
Himmel II Ein Totengespräch zwischen Richard Wagner und Karl Marx (2018) UAhalloween 018.JPG

PROGRAMMHEFT  Himmel II <— Hier Infos zum Abend

… weit und breit keine Marx Brothers

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Die komplette Sendung mit Peter Androsch hier unter –> https://cba.fro.at/376631 

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FAFNER:
Ich lieg‘ und besitz‘:
lasst mich schlafen!

Im RING (egal welcher Auslegung) wird es in Text & Musik deutlich …

 Der Anarchist und Hofkapellmeister Richard Wagner, der während der Dresdner Revolution 1848/49 persönlich eine beträchtliche Zahl Handgranaten beim örtlichen Gelbgießer Oehme bestellte, hätte vermutlich den verwandten Geist erkannt. Wagner und Castorf eint das tragische Bewusstsein, dass sie nicht an die historische Mission der Arbeiterklasse glauben. Aber sie nehmen sie ernst, ganz ernst.

 Aus der früheren Fassade des ZentrumWarenhauses strömten die DDR-Konsumbürger in ihrer ganzen Unschuld. Das „Zentrum“ als Fafners Hort: „Ich lieg und besitz, lasst mich schlafen“. Weltpause des Konsums, Unterbrechung der Selbstverwertung des Kapitals. Und zugleich: Geburt des Konsums als Utopie. 

                                                                                         (Tagesspiegel zum „Castorf-Ring“)

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Hier bei „Fafners Neidhöhl“ hat die „Volksbühnen-Patina“ samt ihrem DDR-Mief Berechtigung, aber sonst ist die ideologische Überfrachtung von Wagners genialem Gesamtkunstwerk nur Ausdruck dessen, dass die Regie der Dramaturgie und Musik nicht vertrauen will, ja selbstverliebt sich und unausgegorene, eigene „Ideen“ ungeschickt einbringen möchte: Sinnlose Film-Zuspielungen und ebensolche Bildmetaphern pflastern bei Castorf in den vier Ring-Teilen alle Textinhalte und Gefühlsmomente möglichts unpassend wie nach einem völlig überflüssigen Zufallsprinzip ideo(un)logisch zu. Bei der Götterdämmerung wird so noch schnell der gute, alte Eisenstein ausgepackt – getreu dem Motto: „Einer geht noch“: Man muss kein Sowietpropagandstreifen-affiner Cineast sein um den auf der linken großen Steiltreppe herabplumpsenden Kinderwagen Marke 50er Jahre sofort als peinliches Zitat aus dem Kultfilm ‚Panzerkreuzer Potemkin‘ zu identifizieren …

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Nach diesem Siegfried, dem dritten Abend im Ring 2014, gehört eigentlich auch noch ein durchgestrichenes Hirn dazu: Denken verboten!

Denn wie Frank Castorf hier das alteingesessene Festspielpublikum auf den Arm nimmt, lässt sich nur dann einigermaßen ertragen, wenn man nicht nachdenken muss über Logik der Handlung, über dramaturgische Abläufe und über den Sinn des Ganzen. Denn dann hat das handwerklich geschickt gemachte Werk durchaus seine Reize. Dann passt auch wieder das Bühnenbild von Aleksandar Denić, der die Schmiedeszene im schon bekannten Wohnwagen Mimes spielen lässt, angesiedelt vor dem berühmten Mount Rushmore in den USA, nur mit dem Unterschied, dass nicht vier amerikanische Präsidenten in den Fels gehauen wurden, sondern die vier Hauptprotagonisten des Kommunismus Marx. Lenin, Stalin und Mao (der übrigens von der Physiognomie her sehr Gorbatschow ähnelt). Und damit ist Castorf in seiner DDR-Vergangenheit angekommen. Viele ostdeutsche Versatzstücke und Andeutungen kommen ins Spiel, als Österreicher bekommt man wahrscheinlich nur einen Bruchteil mit, wie es wohl den zahlreichen japanischen Besuchern ergangen ist?image-525079-galleryV9-rgso.jpg

Der Riese Fafner entpuppt sich als Zuhälter im Kreis seiner Miezen, sein „Ich lieg und besitz“ passt so gar nicht zu diesem Bild, am Berliner Alexanderplatz wird er schließlich von Siegfrieds Kalaschnikow hingemetzelt.         

(oben Auszug aus einer Kritik des Merkers)

Das Wiener Kabarett hat mit der Nummer „Volkseigener Wagner“ hörenswert Wagner in der DDR schon in den 60ern parodiert …   Heute „Wagnert“ es anders:c240f9c953d2d789f7138db5319ae46b_f159.jpgWho the Fuck.JPGDSCN3372.JPGR2W2.png  „Den RING muss ich haben“

Wenigen dürfte bekannt sein, dass R, Wagner rund um 1848 am Entwurf zu einem fünfaktige Drama Jesus von Nazareth arbeitete. – In letzterem agiert Jesus quasi als Sozialrevolutionär, der gegen den „Sündenfall“ kämpft, welcher darin bestünde, dass sich die Menschen im Laufe der Geschichte von der Natur entfernt und sich Eigentum und Gesetze geschaffen haben …   Kein Jota minder spannend ist, dass nicht allein Wagner, sondern auch Friedrich Engels seinen Rienzi geschrieben hat …

Gedanken zur Halloween-Veranstaltung Himmel II im Brucknerhaus zusammengestellt von

Manfred Pilsz

Hier —>  KRITIK zum Abend

Abschließende Randbemerkung für Karl & Richard: Halloween ist Weltspartag !

M Geburtshaus.JPGDSCN0814.JPGBeim privaten „Fotoshooting“ in Trier vor dem Marx-Haus (mit integriertem EuroShop) gabs heftige Verwechslungen als Touristen aus Vietnam auch ihre Fotogeräte zückten.

… aus Ken Russells „Lisztomania“ (- hier wahrlich ein „Halloween-Wagner„)

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SCHÄXPIR war & ist FRECH

13. Oktober –  am Premierentag von Macbeth (Shakespeare) in Linz

S C H Ä X P I R  1 0  –  das Jubiläum aus der Perspektive des FRECHen Festival-Radios

011 P7030098.JPGBACK TO THE … RATS   –   Ein „Tierisch“ gutes Festival wars immer schon …

Es hatte eigentlich ganz harmlos begonnen: Eine eher kurze Autofahrt endete am Parkplatz beim Petrinum, wo sich bereits einige, meist junge Leute beim Eingang der idyllischen Leisenhofgärtnerei eingefunden hatten. Als sich das Holz-Tor öffnete versammelte sich die Besuchergruppe im Glashaus, Säfte wurden gereicht und Gespräche begonnen, als dabei im Freien angelangt, plötzlich und unvermutet ein Orkan losbrach. Die Gäste wurden wild gestikulierend durch das Areal getrieben. Schlagartig hatte sich der Garten in eine Art von Schlachtfeld verwandelt. In den Uniformen, kleinen Wachtürmen agierten bewaffnete Mitglieder des Studios ORKA und machten dem Namen der Theatergruppe alle Ehre. Erst wenige Tage davor hatten sie als Geister in dem schmucken Schloss Wildberg das junge Schäxpir-Publikum in ihren Bann gezogen. In der Gärtnerei wähnten sich inzwischen die Zuseher in einer Wellblechhütte in Sicherheit, bis urplötzlich jede Menge Ratten auf der Bildfläche erschienen, um wenig später wie Schauspieler und Publikum dem FRECHen Radio Interviews zu gewähren … *  (siehe weiter dann unter Schäxpir 2011)

011 Radio-FRECH-Schäxpir-KiKu.jpg011 DSC03558.JPG011 P7030053.JPG011 Rattenscharfes Schäxpirradio.JPG                                                                       BACK 2 THE ROOTS:

1 9 9 8  wurden nicht nur Radiolizenzen vergeben, das Medien-Gym in der Linzer Fadingerstraße mit seinem FRECHen Radio und gedanklich die „YOUKI“ in Wels geboren, sondern es wurde auch Dr. Julius Stieber von LH Dr. Pühringer mit dessen Idee einer Kinderkulturinitiative konfrontiert. Mit Experten kam man schlussendlich überein ein Jugendtheaterfestival in OÖ zu installieren, der Name SCHÄXPIR wurde kreiert und 2002 zum ersten Mal in die Tat umgesetzt. Zum Festivalchef Julius Stieber gesellten sich Stephan Rabl als künstlerischer Leiter und Schauspieler Alfred Rauch hinter dem Vorhang als Produktionsleiter …  Sie garantierten über die Jahre optimale jeweils 11 Tage im Bereich der darstellenden Kunst für ein junges Publikum. Das Internationale Theaterfestival SCHÄXPIR holt seit 2002 Produktionen aus ganz Europa, aber auch aus Asien, Australien und Afrika nach Linz.

1 06 Mediendeck4kl.jpg1 011 DSC03492.jpg1 2015 Rabl Radio FRECH2.jpg06 Sch.JPGDie Fixpunkte bei Schäxpir wurden in einer Diplomarbeit (UNI Wien / auf Seite 27) wie hier folgt beschrieben:

Jedes 2. Jahr besteht SCHÄXPIR, dessen Festivaltreff sich im O.K, dem Offenen Kulturhaus befindet, aus mehreren Schwerpunkten: Das Lehrer/innenseminar, in dem Lehrberechtigte gemeinsam über Inszenierungen diskutieren und in Form von Workshops ihr Wissen vertiefen können, wie auch Schäxpir Theaterpädagogik, die Schulklassen in einer Unterrichtseinheit auf einen Theaterbesuch vorbereitet, sind seit 2002 fester Bestandteil des jeweiligen Festivalprogramms. Weitere Fixpunkte sind Schäxpir On Air, Schäxpir Video und Art Corner: Das Mediengymnasium Linz Fadingerstraße und das Kulturzentrum Hof nutzen das von ihnen geschaffene Radio Frech um Festivalnews bekanntzugeben. Somit besitzt das Internationale Theaterfestival SCHÄXPIR sogar einen eigenen Radiosender, der in der Nähe von Linz auf 105,0 MHZ und weltweit im Internet via Livestream abrufbar ist. Die Höhere Bundeslehranstalt für künstlerische Gestaltung Linz beschäftigt sich seit 2002 mit der Produktion eines Festivalvideos, das Aufschluss bezüglich der Entwicklung von SCHÄXPIR gab wie gibt und zur Unterhaltung dienen sollte. Bei Art Corner konnten Schulklassen ihre mindestens einen Monat vor Festivalbeginn eingereichten Stücke präsentieren. Unter dem Titel Nightline läuft bis heute das nächtliche Programm für Jugendliche und Erwachsene. Hier erhielten alle Altersgruppen die Möglichkeit nach dem Theaterreigen die Psyche zu entspannen, interessante und aufschlussreiche Gespräche miteinander oder mit diversen Schauspieler/innen zu führen und sich experimentellen wie auch altbekannten Musikklängen hinzugeben …  

                                                         SCHÄXPIR  – auch ON AIR ganze 10x08-12-2018 16;21;53.jpg02 Frech2kl.jpg

2 0 0 2 : Schäxpir trat im ersten Jahr nicht nur am Plakat als Figur in Erscheinung – Bühnenerfahrene FRECHe Schäxpir-Figuren aus den Reihen der Fadingerschule mussten täglich über eine Stunde in die Maske: Sabine Aigner & Michael Schreiner waren dann bis zum Abschminken am späteren Nachmittag im Kostüm unterwegs mit blauer Brille und roten Haaren …08-12-2018 16;21;53A.jpg02 Frech1.JPG        Sabine & Michael – die SchäxpirInnen 02 und FRECHen LangzeitmoderatorInnen

Das Festival widmete sich 2002 speziell den Themen: Nachwuchs, Aus- und Weiterbildung im österreichischen Theater für ein junges Publikum sowie Tanz …02 Schäxpir 02.jpg

04 bananas.JPG2 0 0 4 : Ein Highlight von vielen stellte das erstmals unter dem Namen „Frischwind“ erfolgende Theatertreffen der ASSITEJ Austria bei SCHÄXPIR 2004 dar. Auch die Fadinger brachten sich „theatralisch“ ein – und zwar mit der Zündstoffproduktion „Medea“ auf der für Schulteams eingerichteten Bühne am Hauptplatz. Die FRECHen agierten damals nicht nur „Radio-Aktiv“, sondern auch als „Festival-Bananen“ zwecks Werbung für „Swinging Bananas“ (Theater Artemis / NL) –  Junge „Schäxpirs“ liefen allerdings in diesem 2. Jahr keine mehr herum und bei den Fadingern spielte sich die mediale Festivalbegleitung von der täglichen Struktur langsam endgültig ein.                            04 Schäxpir Medea 6.JPG04 Sch1Kg.jpg

04 Schäxpir 04 704 Schäxpir 04 904 Schäxpir büro.JPG

Von FRÜH bis FRO

Ein ganz normaler Schäxpir-Tag begann so gegen Acht Uhr am Morgen im Schulhof. Spätestens um 8.15 war klar, ob das Reserveteam des Tages vom Unterricht befreit war, oder doch alle Eingeteilten dieses Privileg selbst in Anspruch nahmen. Ein kleine Prüfung wenige Stunden vor der Notenkonferenz konnte darüber in letzter Sekunde entscheiden – Krankheitsfälle waren da eher im Promillebereich angesiedelt … Geräte, Fragen und Stück-Infos, Fahrpläne und Schäxpirtaschen wurden ausgetauscht und das mittägliche „mEATing“ zeitlich und örtlich festgelegt. Kurz vor 9.00 rollte dann das Technikteam an, überreichte die fertige Sendung auf Mini-Disk und Stick, während sich die Cutter frisches Ungeschnittenes einverleibten, um sich je nach Festival-Jahrgang damit im Kulturzentrum Hof (Radio-Medienpartner) oder in späteren Zeiten in der Schule bzw. im OK zurückzuziehen. Inzwischen wurden die Esskarten organisiert, Verhandlungen geführt, neue Sendungen/Beiträge im Infobüro und am Hauptplatz abgeliefert, Interviews mit dem Festivalteam getätigt, Diskussionen besucht und aufgezeichnet. Ab 12.00 traf man sich beim OK-Mediendeck nach Verteilung der „Speisekärtchen“ zu Speis und Trank, Geräte und Material wurden gecheckt, Einsätze nach- und vorbesprochen, kleine Pauseninterviews mit Künstlern, die man nicht besuchen konnte geführt und neue Teams best möglich gebrieft. Nach dem Essen begaben sich die neuen Teams zu den Aufführungsorten und die Cutter lieferten neues fertiges Material … und dann plötzlich eine Anfrage durch das Schäxpir-Büro: „Habt ihr die Truppe im Phönix interviewt? FM4 hat den Termin verpasst und bräuchte aber ein paar „Sager“! Tja und das war dann ein Hammer: FRECH als ultimativer Retter der medialen Show mit fertig Geschnittenem oder Rohmaterial für FRO oder ORF nach Bedarf …

04 Schäxpir Tonstudio 3.JPG04 Schäxpir Tonstudio 8.JPGBis 17.00 trudelten die Nachmittagteams in der Schule zwecks Materialabgabe ein … Sonderschichten waren für Abendvorstellungen am Festival-Weekend eingeplant – das bedeutete für das jeweilige Team im Gegenzug eine Extra-Vormittagsfreistellung …04 Schäxpir büro 8.JPG04 Schäxpir Medea 804 Schäxpir 04 17.JPG       Vortragende und Gäste bei Podiumsdiskussionen aus allen möglichen Sparten …

06 schäxpir 020kl.JPGSCHÄXPIR  2 0 0 6 : Das am 28. 06. 2006 veranstaltete internationale Symposium „next generation“ von ASSITEJ International und ASSITEJ Austria widmete sich der Themenstellung „Nachwuchs in der darstellenden Kunst für junges Publikum.“ Eine „Schreibwerkstatt“ wurde eingerichtet. Auch in diesem Jahr war wieder eine Bühne für Schultheatergruppen am Hauptplatz eingerichtet. Diesmal agierte dort die jetzige Fadinger Direktorin S. Bäck mit ihrem 4C-Team. Erstmals war die 09Intendanz bei Schäxpir vertreten und hatte dabei auch die Möglichkeit den späteren FRECHen Jugendmedienpartner von Linz09 bei der Arbeit kennen zu lernen …

06 Eröffnung 6.JPG06 schäxpir 031.JPG06 schäxpir 030.JPG06 Feedback Dr. Stieber 06.jpg

08.JPG08 DSC03389.JPG08 Bild441 007.jpgZentral in Linz, aber auch in Wels, Gmunden und Steyr ging nun stets im Juni sowie in den ersten Tagen des Monats Juli im Zweijahrestakt Schäxpir mit nationalen und auch internationalen Projekten und Aufführungen über die Bühne. Die einzige Ausnahme stellte das Jahr 2 0 0 8 dar. Damals unterbrach das Festival seinen 11-Tage-Rhythmus, dauerte lediglich 9 Tage und widmete sich mit einigen Stücken & Workshops einem sportlichen Großereignis:

Im Juni 2008 waren Österreich und die Schweiz Austragungsorte der Fußball-EM und so sorgte SCHÄXPIR mit Kick & Stage für Produktionen, die sich rund ums Runde Leder drehen. Europas beste Robo-Kicker trafen sich in Linz und kämpften bei der Euroby 08 um den Titel des Europameisters. Einen weiteren Schäxpir-Beitrag zur Europameisterschaft stellte ein von erfahrenen Comiczeichnern entworfenes Plakat dar. In Workshops konnten junge Leute mit Hilfe von geübten Teams eigene visuelle Erzählungen zum Thema Fußball entwerfen. Einen neuen künstlerischen Höhepunkt des genannten Jahres stellte die Aufführung der drei Siegerstücke des „JUNGWILD 07 Förderpreises“ für junges Theater dar. Für viele begeisterte Manga- und Anime-Fans im Publikum gabs damals zum Weekend ein kleines, feines „Cosplay-Projekt“.   08 DSC03696.JPG08 Schäxpir Mitarbeiterkärtchen zum Umhängen.jpg08 DSC03793.JPG08 DSC03842.JPG08 DSC03872.JPG08 interview-schäxpir 010.jpg2008 gestaltete sich für Besucher/innen erstmals die Möglichkeit, ein SCHÄXPIR – Delegate Package zu buchen, welches entweder drei, vier oder fünf Tag Verpflegung, Übernachtung inklusive, Eintritt zu Inszenierungen und ein Überraschungsgeschenk beinhaltete. Dieses Package wurde im Kulturhauptstadtjahr abermals angeboten.08 schäxpir 009.JPG08 CIMG173008 DSC03893.JPG08 aus dem SCHÄXPIR Programm 08.jpg

Biennaler Verlauf: 2002 / 2004 / 2006 / 2008 – kein Jahr zum Durchschnaufen … Kulturhauptstadtknick: 2009 / 2011 / 2013 / 2015 / 2017 / 2019

Alle 2 Jahre erscheint Schäxpir also auf seiner Umlaufbahn Ende Juni den staunenden Jugendtheaterbesuchern  –  nur zwischen 08 & 09 dauerte es bloß 1 Jahr …

Schäxpir trifft Kepler

Im Kepler´schen Linz liegt allerdings der Verdacht nahe, dass es sich bei Schäxpir um ein Sonnensystem handelt mit bisher 9 neun entdeckten Planeten mit Umlaufbahnen im Abstand von 2 Jahren (Ausnahme Planet 4 & 5) – Alle warten gespannt auf die Ankunft von Nummer 10 im Jahre 2019 !

09 LINZ09_008-07_logo_FRIENDS.JPG  Zündstoff.JPGFRECH – Jugendmedienpartner von Linz09      Theater mit „Zündstoff“ im Vorfeld                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  09 DSC07921.JPG09 SCHAEXPIR-1_big 2009.jpg09 DSC0790309 DSC06599.JPG

09 schäxpir09-e.jpgDa Linz 2009 den Titel Kulturhauptstadt Europas erhielt, fand auch in jenem Jahr, obwohl es ein Jahr davor, also eben erst geSCHÄXPIRt hatte, neuerlich ein noch aufwändigeres Festival statt:

Im Zuge des fünften SCHÄXPIR Festivals 2 0 0 9 vergab ASSITEJ an SCHÄXPIR den Titel „Assitej International Festival“. Insgesamt erfolgte die Aufführung von sieben nationalen und internationalen Stücken, die SCHÄXPIR und auch Linz09 als ihre Kooperationspartner nennen durften. Als Kulturhauptstadt Europas war die Stadt auf Grund dessen Impulsgeber für mannigfache Projekte renommierter Gruppen wie Sgaramusch (CH) oder Kopergietery (B). Zudem beteiligte sich das Festival 2009 erstmals als internationaler Koproduzent an Produktionen – 16 Inszenierungen, die in Kooperation zweier oder mehrerer Theaterhäuser geschaffen wurden und „über Linzer Themen erzählen unter Einbindung von StadtbewohnerInnen“ – Verschiedene Produktionen wählten eher ungewöhnliche Aufführungsorte wie zum Beispiel eine Wohnung, ein Zelt oder das Wasser…  So wurde ein Ausflugs-Dampfer zum Stationen–Theater. Auf der „Schönbrunn“ wurde auch die PK gemeinsam mit der 09-Intendanz abgehalten …  09 egal wo & wie immer dabei: Das FRECHe 09Radio … Hier nun der Schäxpir-On-AirDoku-Beitrag09

09 DSC08112.JPG09 DSC0794209 DSC07764.JPG09 DSC07860.JPG    Von 9 Monaten bis 99 Jahren ist für jede Altersgruppe das passende Stück dabei …

Theater von 0 bis 5

Die Königsdisziplin des Interviews ist nicht die Befragung eines sprudelnden Künstlers oder Politikers, sondern die Befragung der Jüngsten im Publikum: „Wie war das Stück?“ – gehört da zu den verbotenen Fragen – hier waren Antwortangebote gefragt wie: „War die grüne oder die rote Fee lieb?“– schlicht und einfach eine Aufgabe nur für die Besten …  Selbst fremdsprachige Einsätze waren da vergleichsweise „easy cheesy“ …09 DSC08082.JPG09 DSC07837.JPG

011 DSC00210.JPG011 DSC03671.JPG2 0 1 1 fand SCHÄXPIR von 23. Juni bis 3. Juli zum sechsten Mal statt. Präsentiert wurden 48 Produktionen aus zehn Ländern. Erstmals wurden im Lehartheater Bad Ischl, dem GUGG Braunau, der Hofbühne Tegernbach und der Kitzmantelfabrik Vorchdorf Aufführungen programmiert. Schwerpunkt des Festivals lag aber wieder in der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz. Besucht haben das Festival gut 19.800 Menschen von klein bis groß.

011 DSC03513.JPG011 schaexpir_0.jpg

011 Radio-FRECH-bei-den-NIBELUN2011-Highlights: Die „Nibelungen“ mit Justus Neumann in einem Zelt vorm Dom – im Publikum haben da die FRECHen Ferry Öllinger entdeckt & auch vors Mikro geholt. Neue schräge Spielorte: Tabakfabrik, Schloss Wildberg und ein „Ratten-Loch“ … *             (- siehe auch: Einleitung)

011 P7040007.JPG011 DSC03482011 DSC03663.JPGDas SCHÄXPIR Festival setzt sich verstärkt aktiv für die Förderung des Theaters für junges Publikum in Österreich ein und richtete 2010 mit der „ASSITEJ Austria“ den STELLA Kunstpreis  für junges Publikum in Linz aus.

Bei den PKs davor und danach wurde diesmal nicht nur das Programm, sondern auch die neue Chefin präsentiert: 2010 übernahm Renate Plöchl die Festivalleitung von Julius Stieber.

011 DSC01975F.jpg „Den LH bei Bedarf auch am Gang“

PKs – sprich: Pressekonferenzen gabs vor und nach dem Festival. Mit der Frühjahrs-PK und einer Infoveranstaltung für Schulen begannen auch bei den FRECHen intensive Vorbereitungen für Schäxpir. Der Finanzpan und Besprechungen im Büro (gewünschte Einsätze, Teamgrößen des Fadinger Mediengyms, T-Shirts gegendert und in allen Größen, Taschen und Werbematerial) Auf die Schlussbesprechung, bei der u. a. die detaillierten Einsatzpläne besprochen und mit den dafür notwendigen Eintrittskarten abgestimmt wurden, folgte die Eröffnungs-PK mit dem OÖ. LH, der meist im Stress mitten drin den Sitzungssaal im Landhaus verließ und infolge dessen schnell am Gang vors FRECHe Mikro geholt wurde …  (Hier als Beispiel ein Gang-Interview aus dem Jahre 011 mit Landeshauptmann Dr. Pühringer)  013 schaexpirtrailer17.18-960x540.jpg

FRECHer „W.H.O.-Beitrag“ zu Schäxpir 013

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2 0 1 3 : Die siebte Ausgabe von SCHÄXPIR lief von 20. bis 30. Juni 2013 über die Bühnen. Insgesamt 24 Spielstätten in Linz sowie das Lehartheater Bad Ischl und das GUGG Braunau wurden bespielt. Über 230 Veranstaltungen wurden von fast 23.000 Menschen aller Altersstufen besucht. Die glanzvolle Eröffnung des Festivals fand im neuen Musiktheater Linz mit über 1.000 Gästen statt und war ein ganz besonderes Highlight. Ebenfalls erwähnenswert ist das zweite internationale ASSITEJ Meeting. Aus über 40 Ländern war Fachpublikum in Linz bei diesem wichtigsten und größten Treffen der Theater- und Tanzszene für junges Publikum. Ganz wunderbar die „Max und Moritz-Geschichte“ mit Texta & den genialen Puppen im Musiktheater (siehe Bild oben) sowie die Fußballoper auf der Tribüne im Phönix …013 DSC09275kl.jpg013 DSCN3719.JPG013 DSCN3596.JPG013 DSCN3449.JPG013 DSCN3570.JPG013 DSCN3607kl.jpgJustus Neumann hatte diesmal sein „Zelt des Vergessens“ mit dem Stück „Alzheimer Symphonie“ am Schlossberg aufgeschlagen …  Immer dabei: Schäxpir-On-Air

013 PK Landhaus.JPG013 SCHÄXPIR 2013 17;04;06B.jpg

013 DSCN3429.JPG2017-06-27 12.30.18.jpgZum tagtäglichen Schäxpir-Ritual gehört mittags das mEATing für alle Esskarten-Besitzer am Freideck des Offenen Kulturhauses. Für die FRECHen wurde dieser Treff organisiert durch ein Assistenzteam, das hier auch Interviews machte – sonst war man mobil unterwegs in den Schäxpir-Büros, hinter den Kulissen, oftmals auf Promijagd – spez. auch bei der Eröffnung …

013 IMG_9836.JPG013 IMG_9909.JPGWho is Who?

Am Eröffnungstag kamen meist vier Teams zugleich in Einsatz, da auch dort Promi-Interviews schnell über die Bühne gehen mussten. In Sekundenschnelle wurden je nach Hektik des anvisierten Opfers Positionen und Fragen getauscht, gestrichen oder ergänzt. Der FRECHe „Protokollchef“ verhalf dem jeweils (gerade wieder) freiem Team zu einer Kurz-Info (Name & Funktion) betreffend Interview-KandidatInnen – egal ob Bürgermeister, LH, Intendant oder Präsident: Schnell, spontan, präzise, informiert, weil recherchiert, witzig und FRECH !

2015 Kulturdirektor.JPG2015 Eröffnung Stieber.JPG2015 DSCN9922.JPG2015 DSCN9973.JPG2015 BildungsTV2.JPG

2 0 1 5 : Schäxpir ging von 25. Juni bis 4. Juli zum 8. Mal über die Bühne(en). Stolze 55 Produktionen aus elf Ländern waren zu sehen, darunter ganze fünf Uraufführungen und dreizehn Österreichpremieren. Neben den bewährten Spielstätten in Linz wurden beim Festival 2015 auch Klassenzimmer in ganz Oberösterreich zu SCHÄXPIR-Spielorten. Dabei wurde, wie auch schon in früheren Zeiten (herausragend mit der Zündstoffproduktion09 „komA) das Fadinger Gym zur Schäxpir-Bühne. Zu den originellen Höhepunkten im Programm gehörten u. a. eine Tanztheaterproduktion im Posthof und ein Stück mitten in freier Natur ausgehend vom Waldspielplatz in Urfahr …  Radio FRECH war auch  dazu ON AIR

2015 Schäxpir on Air Logo.JPG2015 DSCN0408.JPG2015 05-06-2015 20;01;49.jpg2015 DSCN0356.JPG2015 Radioplakette.jpg2015 DSCN0305.JPG

2015 28-04-2017 12;39;40.jpg

Ende des Festivals 2015 kündigte sich ein Generationswechsel statt: Cornelia Lehner, Kulturvermittlerin und Soziologin, wurde als Festivalchefin bestellt. Die beiden Regisseurinnen und Theatermacherinnen Julia Ransmayr und Sara Ostertag haben seither die künstlerische Leitung des Festivals inne.

2017 Schäxpir PK 2.JPG2017-04-25 10.21.29.jpg2017-06-22 17.33.25.jpg2017-06-22 17.21.15.jpg2017 PK 2017-04-25 10.16.36.jpg2017 PK 2017-04-25 10.42.04.jpgSCHÄXPIR fand 2 0 1 7 von 22. Juni bis 1. Juli statt: Das neue Leitungsteam konnte mit 17.000 beteiligten Besucherlnnen, über 250 Künstlerlnnen aus sieben Nationen und 35 Produktionen an 21 Spielorten den Erfolgskurs fortführen. Ein wahrlich vielfältiges, künstlerisches wie partizipatives Programm zeichnete dieses Festival aus.  Alles NEU – auch bei FRECHen: Hier übernahm die Projekt/Sendeleitung bravourös: Mag. Helene Siebermair, die auch gleich für eine  filmische Beteiligung der Fadinger in Form des Trailers 017 & eines Schäxpir-Doku-Videos sorgte …  Mag. Birgit Reisenberger & Co. (schon damals im FRECHen Team) halten bereits Ausschau nach Schäxpir 019 …2017-06-22 16.59.25.jpg2017-06-22 17.24.03.jpg2017-06-30 11.31.31.jpg2017-06-29 11.30.19.jpgcsm_IMG_0272_770a774358.jpg

Das Festival 2 0 1 9 vom 24. – 30. Juni bedeutet für SCHÄXPIR das 10er Jubiläum       Der nunmehr „X. Schäxpir“ lächelt schon festlich gespannt vom Plakat

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Manfred Pilsz

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WOLKE IN GUTER TRADITION

Fragment des Leserbriefs.JPGL E S E R B R I E F   O Ö N  <— Hier

KW.JPGHerzlichen Dank für den begeisterten OÖN-Wolken-Bericht. Wenngleich „akustisch angereichert mit Musik“ war sie nicht, sondern eine, wieder rein auf Musik basierende „Klangwolke“ – kein „Hörspiel“ …    Assoziative Bilder abgestimmt auf die Musik benötigen keinen Erzähler, sondern nur ein (wissendes), interpretationsfähiges, aufmerksames Publikum.

                                                              Bilder von Tom MesicKW1.JPGTechnik im Sinne der ARS, kreativ genutzt durch La Fura dels Baus, 100%ig abgestimmt auf einen ganz hervorragend ausgewählten Klangteppich verwoben zu einer Wolke wie in alten Zeiten, auf die gleich zum Auftakt die VIII. Bruckners (Ur-Wolke 79) hinwies. Ganz gezielt auch sonst die Musikauswahl: Richard Strauss war dabei an seinem Todestag ebenso präsent wie der Volksmusik-affine Gustav Mahler. Der Einsatz der Aperschnalzer zu dessen Musik war ganz im Sinne Mahlers orchestraler Klangexperimente. Auch Gustav Holsts filmische Musik „Mars, the Bringer of War“ (Ken Russell) hat bestens gepasst. Bei den „Zeitgenossen“ hätte Bruckner allerdings sicher „Seinen Richard“ aus Bayreuth vermisst …  (aber vielleicht ja dann beim nächsten Anlauf  im 40. Wolkenjahr 2019 …    1. Klangwolke & ARS 1979  <— Hier)

Bei der Umsetzung wurden angenehme Erinnerungen an die Musiktheater-Eröffnung wach, Bild-Zitate wie das Rad (damals bei Hoffers Carmina-Wolke 1991) sorgten für ein weiteres willkommenes Déjà-vu, so wie bei der Konzertnacht der ARS bei der tollen „Symphonie Fantastique“, wo man sehr gelungen an Bilder der Titus Leber-Verfilmung erinnert wurde …   Äußerst angenehm beim Wolkenfinale: Das wirklich Musik-synchrone, unvermeidliche, imposante Feuerwerk. – Mahlers I. („Titan“) konnte sich dabei wunder- und hörbar durchsetzen …                                                                                      A3.JPGA nima.JPGA2.JPG

KW2.JPGDass es ab und an nicht ganz so saubere Übergänge und brummende Basslautsprecher gab, erinnerte an Zeiten des Klanglabors eines präzisen Walter Haupt, der hier Abhilfe und neue Hör-Perspektiven geschaffen hätte …  Diese kleinen Mankos können aber den positiven Gesamteindruck der Wolke 018 in keinster Weise trüben !

Manfred Pilsz                                                     mehr dazu unter:

1)  „Vorwärts zu Bruckner“
2)  „Agnus Benedictus“
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ZUEIGNUNG – „Habe Dank“

anlässlich des  8. September1 Still 3Fkl.jpgDSCN2394k.jpgMUSIKVIDEO-PROJEKT  2 0 1 81 Still Titel.JPG

Leises Knistern des Kaminfeuers. Eine junge Frau sitzt versonnen vor ihrem Laptop. Ihre Finger schweben über der Tastatur. Dann plötzlich bricht es aus ihr heraus. Kaum ist die Botschaft eingegeben, springt sie in innerer Ungeduld auf und eilt zum Fenster. Ihre Bitte an einen „Richard“ lässt sie dort in dunkler Regennacht nervös verharren. Und siehe da irgendwo im nächtlichen Gewitter greift eine geheimnisvolle Lady in die Tasten. Wenige Augenblicke später vermeldet leise ein „Rosenkavalier-Motiv“ die eben eingegangene Botschaft und erlöst so die Wartende. Am Schirm erscheint und ertönt die inbrünstig erhoffte „Zueignung“ …

DSCN2477.JPG1 Strauss Still 2.JPGScreen 3.JPG…  jener ersehnte „Richard“ hat also geantwortet – welche Wonne …  „Habe Dank“!     Selig sinkt die so Bedachte in Traumbilder zurück … der volle Becher – ein Füllhorn des Glücks – doch für wen? Denn eine dritte Person – ein junges Mädchen segnet den Trank mit seinem Dank … 1 Still 11.JPGDSCN2608kl.jpgDSCN2387Bklsk.jpg

Letzter DREH 2.JPGDer Freudentaumel der beiden Adressantinnen wird jäh unterbrochen, als die Lady im Netz ihnen eine finale Nachricht zukommen lässt … 1 Still 18F.jpgScreen 8.JPG1 Still 19.JPG

2019 jährt sich der Todestag zum 70. Mal  –  Richard Strauss  †  verstarb 1949 am            8. September in seiner Villa in Garmisch. Er hinterlässt ein umfangreiches, komplexes Werk – darunter seine Kunstlieder …

R S Jung                       R S

„Habe Dank“

Der junge Richard Strauß hätte das erste seiner acht frühen Lieder seiner Tante Johanna widmen – also „zueignen“ sollen. Der 21-jährige Richard entschied jedoch entgegen des Wunsches seines Vaters diese „Zueignung“ Heinrich Vogl, dem Tenor der Münchner Hof-Oper zu widmen. Die orchestrierte Fassung der „Zueignung“ dedizierte Richard Strauss dann Viorica Ursuleac – einer seiner Lieblingssängerinnen. Tante Johanna musste sich mit anderen Werken zufrieden geben – darunter das allererste (Weihnachts)Lied des Sechsjährigen …

Richard-Strauss-als-Kind-mit-seiner-Schwester-Berta-Johanna.jpgDer kleine Richard mit seiner Schwester Hanna

DSCN1240.JPGDSCN2619.JPGDSCN2479.JPGDSCN2357.JPG1 Still Titel 2.JPG

Von den > Acht Liedern, op.10 < 1885 (aus „Letzte Blätter“ / Hermann von Gilm – Linz) Reihenfolge: 1. Zueignung   2. Nichts  3. Die Nacht  4. Die Georgine   5. Geduld   6. Die Verschwiegenen  7. Die Zeitlose  8. Allerseelen ist somit nun das erste und letzte Werk visualisiert worden. 2017: „Wie einst im Mai“ (Allerseelen) wurde sowohl beim OÖ- Landesbewerb als auch bei den Eurofilmern mit Preisen bedacht …  DSCN3853kl.jpg

  „ZUEIGNUNG“ – Konzertaufnahme mit dem BLOG-Autor als Sänger (80er Jahre)

Manfred Pilsz

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AGNUS BENEDICTUS

BLOG-Beitrag zum 4. September15-04-2018 14;56;14b.jpg

G N U S    E N E D I C T U SAgnusBenedictus_03

Hornruf gleich zu Beginn & „zizibe“-Motiv deutlich ab: 2.43

Und jetzt schaun wir noch nach oben in den Symphonien-Raum – Bruckners „Romantische“ Satz 1: „Mittelalterliche Stadt, Linz, Morgengrauen, Hornruf, es öffnen sich die Tore … eine Jagdgesellschaft taucht ein in die umliegenden Auwälder – empfangen vom „zizibe“-Motiv … Mit dieser Durchsage verließ man die Vitrine mit der Wagner-Büste – nicht ohne Hinweis, dass es sich dabei um eine Leihgabe aus eigener Sammlung handelt und begibt sich einen Stock höher im Bruckner-Geburtshaus. Jedes Jahr wurden die 7. Klassen zum Abschluss des Schuljahrs nach Ansfelden geladen . exklusiv in Verbindung mit einer persönlichen Führung, einer ausführlichen Info zu Beginn im Schulraum neben dem Eingang und einem finalen Besuch in der benachbarten Konditorei …  

Jahresbericht Ansfelden.JPGAK Ansfelden.jpg

Nun könnte man ganz schlau die Frage stellen: Warum nicht zu Schulbeginn? – Nun, Anton Bruckners Geburtstag am 4. September und auch der Todestag am 11. Oktober würden sich anbieten – das ja, aber der 4. fiel alljährlich in die Großen Ferien und war im engen Konnex mit dem ARS-Radio-Projekt und später mitBruckner-On-Air verquickt und bei Ten-Eleven war die ungesunde Hektik des Schulbeginns gerade meist am Überkochen …

FROsinn w.jpg Das Geburtshaus war lange Zeit total abgekoppelt von Brucknerfest und wurde nur von wenigen eingefleischten, Pilgerreisenden BrucknerianerInnen und Schulklassen besucht …  Im Stadt- und Landeskulturbeirat wurde darauf hingewiesen, dass diese für OÖ. und Linz doch sehr bedeutende Musiker-Gedenkstätte finanziell, sowie von Ausstattung und Bedeutung total im Eck ist. Jedoch erst rund um Linz09 raffte man sich zu einer Generalsanierung auf …  Und steht das Haus nun im neuen, bereits wieder verglühenden Glanz …   Eine flächendeckend wirkliche touristische Nutzung und Belebung wie bei der Wagner-Villa „Wahnfried“ ist nicht einmal angedacht …  Auch die „Linzer Mozartkugel“ in der geschmacklich noch wesentlich besseren Variante der sogenannten „Brucknernote“ ist nach dem stillen Aus der Konditorei Bruckmüller bedauerlicherweise mittlerweile auch schon Geschichte …

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Im Fadinger Gym war Bruckner absolutes Pflicht- und Kürprogramm im ME/Med-Unterricht:  Von der 1. Klasse weg wurde der Genius Loci in kleinen, verdaulichen Häppchen gereicht – dabei wurde speziell für die Unterstufe auch voll in die Anekdotenkiste gegriffen: Vom begeisterten Taucher Bruckner der im Salzkammergut mit einem Trick seine Studenten schockierte, bis hin zur kruden Geschichte mit den beleuchteten Bachkrebsen die er am Friedhof Windhaag los schickte und damit den ganzen Ort in Angst und Schrecken versetzte …

agnus 3 Kopie.jpg13-04-2018 16;34;11A.jpgagnus 2 KopieAgnusBenedictus_32.jpgagnus 10 KopieAgnusBenedictus_35Der Linzer Hauskomponist und Wagner-Jünger Bruckner nahm im Unterricht immer eine Sonderstellung ein: Im 74er Jahr gabs zum Auftakt der Lehrtätigkeit gleich das einschlägige Jubiläum des 150. Geburtstags kombiniert mit der Eröffnung des Linzer Brucknerhauses – bei der Gelegenheit war man per „Zufall“ mit der Führung des Herrn von Karajan in St. Florian auf Tuchfühlung geraten und konnte so in der Gruft einen Wimpernschlag lang Bruckner in seinem Sarg erahnen …  Ab 79 war man bei allen Klangwolken vertreten – während des Aufbaus fand zu Zeiten Walter Haupts der Unterricht im Donaupark statt. Rund um die Kulturhauptstadt war man 5 Jahre lang nicht nur auf der Homepage des Hauses, sondern auch mit Radio FRECH unter dem Titel „Bruckner On Air“ ( – in den Folgejahren war man „nur“ noch)Radio-aktiv !DSC04411kl.jpgBruckner on-air LOGO Neu

26-08-2016 14;49;40.jpgBSG Kalender9.jpg29-08-2016 20;06;36klkl.jpgVon den späten 70ern bis 1996 unternahm man dreimalig Versuche einer ihm angemessenen Visualisierung: Es entstanden dabei die „Collage Anton Bruckner“ (Super-8), die Annäherung „Reiner Tor – Roter Igel“ und schließlich die mehrfach preisgekrönte, filmische Umsetzung „Agnus Benedictus“, die im Brucknerjahr 96 im Linzer U-Hof und im Alten Kino St. Florian im Rahmen von „Bruckner zum Schauen“ präsentiert wurde. Die Arbeit wurde mit Landes-Gold, Gold beim beim Festival in Ebensee und beim Staatsbewerb, dem Preis der Jury und schließlich mit dem Gesamtsieg beim Eurofilmbewerb (Video-EM) ausgezeichnet.

Feedback zu und Auftritte von „Agnus Benedictus“

10-01-2017 15;15;28.jpgNach einer Würdigung durch den Bruckner-Spezialisten Erwin Horn (Würzburg) und die UNI Leipzig lud das Anton Bruckner Institut Linz beim Brucknerfest 2002 zum Vortrag beim Bruckner-Symposion mit dem Thema „Bruckner – ein Projekt im Musik/Medienunterricht“ („Medienimpulse„) – Bereits während der Entstehung des Films hatte man eng mit dem ABIL (Frau Dr. Elisabeth Maier) kooperiert und so fühlte man sich ganz im Sinne des eigenen Vermittlungsmottos: „Bilder hören –Töne sehen“ im Rahmen von „Musik ist eine bildende Kunst“ gut aufgehoben.24-07-2014 18;18;20.jpg

Bei Linz09 hatte „Agnus Benedictus“ bei der Ausstellung „Augenmusik“ in Form einer Installation im Foyer des Brucknerhauses von Sept. bis Okt. einen nochmaligen Auftritt. Hier nun aber Bilder aus dem Bruckner-Jahr 96 …27-03-2018 15;57;17.jpg15-04-2018 14;47;47.jpg15-04-2018 14;54;44.jpgAgnus Benedictus im Linzer U-Hof, in St. Florian, bei den Filmtagen in Wels

AGNUS BENEDICTUS  –  DAS VIDEO

Immer wieder gab es Musik/Medien-Projekte mit dem Bruckner-Orchester

Manfred Pilsz       (- der alle Brucknerfesteröffnungen & Klangwolken erleben durfte)DSCN0113.JPG                                     Vor genau einem Jahr  …  „Vorwärts zu Bruckner

Passend zum Bruckner-Monat September  hier rechts eine  —>  R a d i o s e n d u n g

Rondo-Comic 10.2 -Bruckner.jpg Arbeit zu Bruckner von Klaus Häring (- genialer Bayreuther Karikaturist)

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PUBLIC TRISTAN & ISOLDENS ODEN …

Am 28. 8. zum alljährlichen Finale (Tristan & Walküre) der Bayreuther Festspiele       kurz vorm Todestag von „Mathilde“ in Altmünster  –  31. August 1902Banner.jpgRichards „Isolde“ hatte dort am Traunsee 1878 eine Wagnergrotte errichtet und eine Villa gekauft, die der Meister aber wahrscheinlich nie gesehen hat … 

                   Nach dem GRÜNEN Hügel in Bayreuth:                      Im GRÜNEN GARTEN zu Linz 

 25 Jahre nach der Premiere in Bayreuth erleben wir ab September hier in Linz             (an der Donau) Heiner Müllers Tristan-Inszenierung (*1993)

                                      MarkusPoschner im Gespräch zu „(Public) Tristan“  (FRO)                                                                          („Ohren auf, Zeit mitbringen & warm anziehen“)PV_Slider_web.jpgIm Musiktheater und am 15. 9.  im Rahmen eines Public Viewing –Events: Eine gratis Freiluft-Aufführung, wie bei der Klangwolke ganz im Sinne des antiken Theaters frei zugänglich für alle Bürger. So war es auch bei der Uridee der Festspiele gedacht und in Wagners vertraulicher Mitteilung an seine Freunde vom September 1850. Er wolle die Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ nicht irgendeinem Theater zur UA überlassen:“ Im Freien auf einer Wiese werde er ein einfaches Theater aus Brettern und Balken errichten lassen, die Sänger einladen, den Chor und das Orchester zusammenstellen, in den Zeitungen Einladungen ausschreiben. Der Eintritt sei natürlich gratis. Drei Aufführungen sollten stattfinden, und anschließend werde das Theater abgerissen.“

1876 sollten eintausend Patrone durch den Kauf von Patronatsscheinen zu je 300 Talern die notwendige Summe aufbringen und dafür freien Eintritt zu den geplanten Aufführungen erhalten …  Also ganz so gratis wars dann wohl wieder nicht, aber immerhin ! Und das Festspielhaus wurde auch nach drei Aufführungen nicht wieder weggerissen …  So gesehen sollte auch in Linz der >Public Tristan< friktionsfrei über die Bühne gehen. Allerdings im speziellen Fall:  Kann ein Nachtstück wie Tristan und Isolde auch bereits am „Öden Tag“ (ab 17.00)   „Dem Land, das Tristan meint, der Sonne Licht nicht scheint“ im Garten des Volks funktionieren?

Isolde noch im Reich der Sonne!
Im Tagesschimmer
noch Isolde!

Spätesten wenn der 2. Aufzug anhebt, soll und wird sich langsam das Dunkel der „Liebesnacht“ über dem Public Viewing-Gelände des Parks vor dem Musiktheater ausbreiten …  Garten mit hohen Bäumen vor dem Gemach Isoldes, zu welchem, seitwärts gelegen, Stufen hinaufführen. Helle, anmutige Sommernacht. An der geöffneten Türe ist eine brennende Fackel aufgesteckt. – Jagdgetön. Brangäne, auf den Stufen am Gemach, späht dem immer entfernter vernehmbaren Jagdtrosse nach. Zu ihr tritt aus dem Gemach, feurig bewegt, Isolde.  

O sink hernieder,
Nacht der Liebe,
gib Vergessen,
dass ich lebe;
nimm mich auf
in deinen Schoss,
löse von
der Welt mich los!

Vermissen wird man bei der Wagnerschen Theater-Klangwolke den Schutz der Nacht im 1. Akt bei der Trank-Szene / am Schluss und vor allem am Beginn beim Vorspiel zum Drama:   Der Musiker, der dieses Thema sich für die Einleitung seines Liebesdramas wählte, konnte, da er sich hier ganz im eigensten, unbeschränktesten Elemente der Musik fühlte, nur dafür besorgt sein, wie er sich beschränkte, da Erschöpfung des Themas unmöglich ist. So ließ er denn nur einmal, aber im lang gegliederten Zuge, das unersättliche Verlangen anschwellen, von dem schüchternsten Bekenntnis, der zartesten Hingezogenheit an, durch banges Seufzen, Hoffen und Zagen, Klagen und Wünschen, Wonnen und Qualen, bis zum mächtigsten Andrang, zur gewaltsamsten Mühe, den Durchbruch zu finden, der dem grenzenlos begehrlichen Herzen den Weg in das Meer unendlicher Liebeswonne eröffne. Umsonst! Ohnmächtig sinkt das Herz zurück, um in Sehnsucht zu verschmachten, in Sehnsucht ohne Erreichen, da jedes Erreichen nur wieder neues Sehnen ist, bis im letzten Ermatten dem brechenden Blicke die Ahnung des Erreichens höchster Wonne aufdämmert: es ist die Wonne des Sterbens, des Nichtmehrseins, der letzten Erlösung in jenes wundervolle Reich, von dem wir am fernsten abirren, wenn wir mit stürmischster Gewalt darin einzudringen uns mühen. Nennen wir es Tod? Oder ist es die nächtige Wunderwelt, aus der, wie die Sage uns meldet, ein Efeu und eine Rebe in inniger Umschlingung einst auf Tristans und Isoldes Grabe emporwuchsen?. « Richard Wagner an Mathilde Wesendonck – Brief vom 19. Dezember 1859

7216638620_5d6d8c39c8_z.jpgWagner lernte die Muse Mathilde Wesendonck 1852 in Zürich kennen, wo sie als Frau des wohlhabenden Seidenhändlers Otto Wesendonck lebte. Die damals 23-Jährige und Wagner waren voneinander fasziniert, doch zu einem Höhepunkt kam ihr Verhältnis erst in den Jahren 1857/58. Sie trafen sich, schrieben keineswegs nur „platonische“ Briefe und widmeten viele Gespräche der Gedankenwelt Schopenhauers. Die offensichtlichste Auswirkung von Wagners Beziehung zu Mathilde sind die Wesendonck-Lieder. Wagner komponierte diese nach Texten von Mathilde für Klavierbegleitung und instrumentierte das Lied „Träume“ für kleines Orchester.  – Vorstudien zu Tristan: Deutlich zu hören, wenn aus dem Lied „Träume“ das Liebesduett des 2. Aktes hervorquillt und Tristans Erzählung vom „weiten Reich der Weltennacht aus dem Treibhaus-Lied hervorschimmert:

Ich war,  
wo ich von je gewesen,  
wohin auf je ich geh‘  
im weiten Reich  
der Weltennacht.  
Nur ein Wissen  
dort uns eigen:  
göttlich ew’ges  
Urvergessen! 

1. Oktober 1857

So, lieber Freund, da haben Sie auch Ihren ersten Mietzins von mir. Mit der Zeit hoffe ich’s dahin zu bringen, Ihnen die wirkliche Mietentschädigung bieten zu können: vielleicht ist’s nicht gar fern mehr; dann sollen Sie sagen –

„Hei, unser Held Tristan,
wie der Zins zahlen kann!!“
 –

Und so für heute, wie für immer, noch meinen herzlichsten Dank für alles Gute und Freundliche, was Sie mir erwiesen!

Ihr Richard Wagner800px-Villa_Wesendonk_und_Asyl.jpg

Pikanterie: Der Dritte im Schweizer Bunde war Mathildes Gatte Otto Wesendonck – über Jahre Wagners wichtigster Sponsor. Nicht nur stellte er ihm das so genannte „Asyl“ am Züricher „Grünen Hügel“ zur Verfügung, ein Gartenhaus in direkter Nachbarschaft zur Villa Wesendonck, er half dem stets von Geldnöten geplagten Komponisten auch immer wieder mit großen Summen aus. Das Verhältnis zwischen den dreien verewigte Wagner im Tristan im wirklichen Leben war er der Titelheld, Mathilde die Isolde und der betrogenen Otto mimte König Marke – eine klassische Dreierkonstellation: wie im 1. Akt Walküre: Siegmund, Sieglinde und Hunding …  jenes Vorspiel ist versehen mit den Initialen G.S.M. – „Gesegnet sei Mathilde“.  Wagners Frau Minna beendete die Züricher „Dreierbeziehungen“ nachdem sie einen Brief ihres Mannes (die „Morgenbeichte“) abgefangen hatte und drohte alles auffliegen zu lassen. Wagner setzte sich nach Venedig ab …  wo er innerhalb von 6 Monaten den 2. Akt komponiert     iw-caffa-florian-20-665x304.jpg

Im Juli 1857 schrieb Wagner aus Zürich an Julie Ritter, eine mütterliche Freundin, die den Künstler jahrelang mit der Zahlung einer Rente unterstützte: „Lassen Sie sich die Andeutung genügen, daß ich im Begriff stehe, mit großer Überwindung den ,Siegfried‘ auf ein Jahr im Walde allein zu lassen, um mir mit einem ,Tristan und Isolde‘ Luft zu machen.“ Mitte September schließlich war die Dichtung vollendet, dann machte er sich an die Komposition. „Ich hoffe, den Theatern mit diesem Werke eine leicht zu überwindende Aufgabe zu überweisen.“ Da aber hatte sich Wagner wohl geirrt. Zwei Jahre später schrieb er an Mathilde Wesendonk: „Kind! Dieser ,Tristan‘ wird was Furchtbares! Dieser letzte Akt!!! Ich fürchte, die Oper wird verboten – falls durch schlechte Aufführung nicht das Ganze parodiert wird: nur mittelmäßige Aufführungen können mich retten! Vollständig gute müssen die Leute verrückt machen, ich kann’s mir nicht anders denken. So weit hat’s noch mit mir kommen müssen! O weh!“

Nirgends, ach nirgends
find ich Ruh‘:
mich wirft die Nacht
dem Tage zu,
um ewig an meinen Leiden
der Sonne Auge zu weiden.
O dieser Sonne
sengender Strahl,
wie brennt mir das Hirn
seine glühende Qual!
Für diese Hitze
heisses Verschmachten,
ach, keines Schattens
kühlend Umnachten!

Am 6. August 1859 lag die Partitur des „Tristan“ vollständig vor. Alle Versuche aber, das Werk in Szene zu setzen, scheiterten. Mehrere Städte waren für Uraufführung angedacht: Karlsruhe, Paris, Wien, Dresden, Weimar … sogar eine Aufführung in Rio de Janeiro in italienischer Sprache wird in Aussicht genommen. Der Kaiser von Brasilien, Dom Pedro, sollte der Widmungsträger sein. In Wien schließlich begannen nach langen, schwierigen Verhandlungen die Proben. Nach vielem Hin und Her aber und nach Intrigen des Kritikers Hanslick, der die Künstler gegen Wagner einnehmen konnte, wurde die geplante Aufführung nach 77 Proben endgültig abgesagt. Zur Jahreswende 1863/64 war Richard Wagner am Ende.

Er saß in Wien in einer Villen- Etage   in Penzing am Schönbrunner Schlossgarten, die er sich nicht leisten konnte. Über München, wo er am Karfreitag ziellos die Stadt durchstreifend in  einem Schaufenster das Bildnis des kurz zuvor auf den Thron gestiegenen 18-jährigen König Ludwig II. erblickte, ging es über den Bodensee nach Mariafeld, dem Landsitz der Familie Wille in Meilen, 15 Kilometer südlich von Zürich am Ostufer des Sees gelegen. Richtig willkommen war er der Freundin Eliza Wille nicht, das Ehepaar Wesendonck wollte ihn überhaupt nicht sehen. Ein Brief an Mathilde Wesendonck, mit der ihn genau zehn Jahre zuvor leidenschaftliche Gefühle verbunden hatten, die den „Tristan“ inspirierten, ging ungeöffnet an ihn zurück.  Altmünster_Villa_Traunblick.JPG29-08-2016 18;44;36.jpg                                                                                                           Musik Gedenkstätten in OÖ.

„Ich bin anders organisiert, habe reizbare Nerven; Schönheit, Glanz und Licht muss ich haben! Die Welt ist mir schuldig, was ich brauche ! Ich kann nicht leben auf einer Organistenstelle wie Ihr Meister Bach! – . Ist es denn eine unerhörte Forderung, wenn ich meine, das bisschen Luxus, das ich leiden mag, komme mir zu? Ich, der ich der Welt und Tausenden Genuss bereite?“  In einem Brief an Cornelius rief er aus: „Ein gutes, wahrhaft hilfreiches Wunder muss mir jetzt begegnen; sonst ist’s aus!“

Und das „Lohengrin-Wunder“ geschah – es erschien zwar kein Schwan, aber der Sekretär Ludwig des II. überreichte Wagner in Stuttgart einen Ring, ein Bild des Königs und überbringt ihm die Einladung, unter dessen Schutz in München  ausschließlich seinem Werk zu leben. Ein neues Kapitel in Wagners Biografie beginnt. Ohne den jungen bayerischen König, darüber gibt es keinen Zweifel, wären nicht so bald die Uraufführungen von „Tristan und Isolde“ (1865) und den „Meistersingern“ in München über die Bühne gegangen.

Tristan-und-Isolde-01.jpgAm 15. April 1865, dem Tag der ersten Orchesterprobe, wurde Cosimas und Richards erste gemeinsame Tochter, Isolde, geboren. Wieder eine dieser interessanten Dreier-Konstellation: Sie wurde im Taufregister als eheliche Tochter von Hans und Cosima von Bülow eingetragen, Richard Wagner fungierte als Taufzeuge. Der Tag der Uraufführung begann für Richard Wagner mit der Pfändung seiner Möbel, nachdem er am Vortag vom bevorstehenden Sterben seiner Frau Minna, die in Dresden weilte, erfahren hatte. Schließlich stand Ludwig Schnorr von Carolsfeld vor seiner Tür und gestand ihm unter Tränen, dass seine Frau Malvina infolge ihrer Heiserkeit, verschlimmert durch ein Dampfbad am Vorabend, keinesfalls an diesem Tag singen könne. Das Sängerpaar reiste nach Bad Reichenhall zur Kur und die extra aus halb Europa angereisten Premierengäste reisten wieder aus München ab. In der Münchner Boulevardpresse blühten die Spekulationen über den wahren Grund der Absage. Wagner ermutigte seine beiden „Löwen“, fallweise auch als sein „vielgeliebtes Hummelpaar“ bezeichnet, unermüdlich mittels Briefen, und so konnte am 10. Juni 1865 die Uraufführung tatsächlich unter der Stabführung von Hans von Bülow stattfinden …   eines Werkes, das wie kein anderes Epoche gemacht hat. Mit dem berüchtigten „Tristan“-Akkord begann die musikalische Moderne …

Erstaufführungsdirigent in Bayreuth 1886 war Felix Mottl – Opfer böser Satire:

Was gehst du nur in Mottls Tristan
und hörst dir dieses Trottels Mist an?
Schaff lieber dir ein Drittel Most an,
sauf dir mit diesem Mittel Trost an!

Legendär: Die Proben mit Karl Böhm (Bayreuth – 1962, Wieland Wagner)

Eine der berührendsten Inszenierungen: 1981, Regie, Bühne, Kostüme: Jean-Pierre Ponnelle, (Kollo mit „Labeflaschen“ in den Kulissen), Dirigent: Daniel Barenboim

Tod im Liebesduett. Den „Tristan“-Mythos nährt noch das traurige Faktum, dass der erste Tristan der Operngeschichte, Ludwig Schnorr von Carolsfeld wenige Wochen nach der Uraufführung starb. Er war erst 29 Jahre alt. Damit nicht genug der mysteriösen Schicksalsschläge: Felix Mottl, einer der bedeutendsten Dirigenten des Fin de Siècle, bricht 1911 während des zweiten „Tristan“-Akts im Haus der Uraufführung, dem Münchner Nationaltheater, zusammen und stirbt wenig später. 1968 ereilt den Dirigenten Joseph Keilberth im selben Haus dasselbe Schicksal – nahezu an derselben Stelle wie zuvor Mottl: „So starben wir, um ungetrennt, ewig einig, ohne End‘“, singen Tristan und Isolde. 1200px-Joseph_Albert_-_Ludwig_und_Malwine_Schnorr_von_Carolsfeld_-_Tristan_und_Isolde,_1865eAn der MET NY teilte man einst nach Erkrankung des Heldentenors in der Not die Partie des Tristans auf 3 Sänger auf: Akt 1 meisterte ein lyrischer, Akt 2 ein italienischer Tenor und das mörderische Finale wurde einem „Jugendlichen Helden“ überantwortet …

Garanten für das Linzer Projekt sind Ensemble und Gäste

      Sprich: Heiko Börner und Annemarie Kremer in den Titelrollen, D. Nekel (Marke),          M. Achrainer (Kurwenal), K. Lerner (Brangäne), M. Schmidlechner (Melot) …

                                  Inhaltliche Übereinstimmung ist der Nullpunkt jeder Kommunikation                       —  Liebende schweigen

„Musik als Weiterdenken des Textes“ übertitelt Intendant Schneider seine Gedanken zu „Tristan und Isolde“ in der heurigen Sommerausgabe der Mitteilungen der „Freunde des Musiktheaters“ – „Im Schweigen, besser in der Musik liegt die Wahrheit“- und dann lässt     er abschließend den Philosophen Wittgenstein zu Wort kommen:  „ …  wovon man nicht sprechen kann, davon muss man schweigen“- Der prominente Fadinger-Schüler Wittgenstein stellt mit diesem Satz die philosophische Rede schlechthin in Frage (Tractatus logico-philosophicus). Präziser drückt Wagner die „Sprachlosigkeit“ im Tristan mit seinem Parsifal-Zitat aus: „Das sagt sich nicht“ (- Frage nach dem Gral – aber auch hier anwendbar …)

Bei der quasi „halbkonzertant“ eher statischen Heiner Müller-Inszenierung, in Linz originär umgesetzt von dessen damaligem Assistenten und jetzigen Schauspielchef Stephan Suschke, im Bühnenbild von Erich Wonder und ins Licht gesetzt von Altmeister Manfred Voss, wird die geniale Musik Wagners in der Interpretation von Markus Poschner mit dem Brucknerorchester Linz zum wesentlichen Träger und Gestalter des Gesamtkunstwerks. Die „Handlung in ihren drei Aufzügen“ ist > Durch-komponiert < und lässt den Rezipienten nie los – von der 1. Note des Vorspiels bis zur letzten des Liebestods !

In dem wogenden Schwall,  

in dem tönenden Schall, 

in des Welt-Atems  

wehendem All – 

ertrinken,  

versinken – 

unbewußt –   

höchste Lust!

      

Wagners Musikdrama Tristan und Isolde wäre ohne Novalis’ Hymnen an die Nacht undenkbar. Vor allem die Umdeutung der Nacht von Chaos und Bedrohung hin zu einem transzendentalen Raum utopischer Liebeserfahrung spielt eine wesentliche Rolle. solareclipse-TA.jpgDSC00109.JPG220px-Photo_of_Gustav_Mahler_by_Moritz_Nähr_01.jpgalfred-roller-tristan-buehnenbild-richard-wagner-100__v-img__16__9__xl_-d31c35f8186ebeb80b0cd843a7c267a0e0c81647.jpgTöne, zum Bild geronnen!

In der Wiener Hofoper wird am 21. Februar 1903 Bühnengeschichte geschrieben – mit einer überwältigenden Neuinszenierung von Wagners „Tristan und Isolde“. Allein die Besetzung mit Anna von Mildenburg und Erik Schmedes unter dem Dirigat vonGustav Mahler verspricht ein Ereignis der besonderen Art! Doch was den Zuschauer optisch erwartet, übertrifft alles bisher Dagewesene: Raum, Farbe und Licht sind eins mit Musik, Wort und Gestik – ganz im Sinne von Wagners Idee des Gesamtkunstwerks. „Roller hat gefühlt, dass die Dekoration als Ausdruck der seelischen Stimmung sich erst zeigen darf, wenn durch den szenischen Verlauf das Gefühl des Zuschauers so weit ist, dass es jetzt drängt, sich im Bilde zu sehen.“ – Der Linzer Schriftsteller Hermann Bahr (Gatte der Mildenburg) bringt es auf den Punkt.

DSCN3187.JPGDer Bayreuther Meister hat mit seinem Gesamtkunstwerk u. a. die Kunstrichtung Film vorausgeahnt – Es sollte aber eigentlich nicht „Wagner goes Hollywood“ sondern „Hollywood goes Wagner“ lauten. Der orchestrale Wagner-Sound der Filmmusik in L.A. bestimmt nach wie vor trotz digitaler Evolution ihre „Mach-ART“ bis heute ! Kino und Video haben sich ihrerseits mit vielen Visualisierungen und Zitaten bedankt – allein, wenn man sich nur diesbezüglich den Tristan „ansieht“:

A visualization of an experience within music by Ron Hays 1975

„Liebestod“ from Tristan und Isolde aus dem Musikfilm „Aria“ Franc Roddam 1987     Melancholia – ein Endzeitfilm des Regisseurs Lars von Trier aus dem Jahr 2011 …  usw.

 

Isoldens Oden an die Nacht  (Projekt am MRG Linz)    – hier das RWVI-Feedback 22-01-2018 09;48;26DSCN3524.JPGMusik/Medien-Projekte

Nach einem ersten Versuch unter dem Titel „Mathilde“ in den 80ern wagte man sich am MRG in der Linzer Fadingerstraße 10 Jahre später wieder an die Umsetzung der Musik in Bilder heran und hatte nachhaltig großen Erfolg: Mit der Visualisierung der Wesendonck-Lieder unter dem Titel Isoldens Oden an die Nacht gelang es dem Medien-Gym die Jury zu überzeugen und Österreichische Film-Staatsmeisterwürden in Innsbruck 1999 zu erlangen …   „20 Jahre Medien-Gym“

 Plakat.JPGRadiosendung: Isa Stein / Linzer Tristan  <— Hier

Wagner Forschungsstätte Haus Wahnfried zu „Isoldens Oden“

Gesang: Lieselotte Brehm / Klavier: Helmut Rogl / Regie: Der BLOG-Autor

dali_castell_pubol-1.jpg16952_11.jpg84551-01.jpgVisualisierung muss nicht unbedingt in bewegten Bildern stattfinden, wenngleich Musik selbstverständlich unverzichtbar wie der Film eine zeitliche Komponente aufweist. Beispiele, dass es auch anders geht belegen der surreale Wagnerianer Salvador Dali & und der Bayreuther Leibfotograph Siegfried Lauterwasser, dem  heuer im Zuge des Herbstlichen Tristans eine Ausstellung gewidmet hätte werden sollen – ausgerichtet vom „Linzer“ Wagnerspross Verena Lafferentz …   Nun gibts Filmisches zu Wieland Wagner

8071156c0438a0db9ff3709cace894fd.jpgFile_065.JPGWieland Wagner „Tristan“ in Neu-BayreuthWieland 52Wieland 62 a

> Public Tristan < hier rechts auch als 2. Beitrag einer  —>   R a d i o s e n d u n g

                                   M a n f r e d    P i l s z

DSCN1075.JPGP T F.jpg

Den Beitrag findet man auch unter: Freunde des Linzer Musiktheaters sowie RWV Linz

… und Maestro Poschner hatte recht:

Was sich beim RING (ab 2013) schon deutlich abzeichnete ist seit dem heurigen TRISTAN nun endgültig Gewissheit:  LINZ ist eine WAGNER-STADT !!!

Inszenatorisch ließ der ehemalige Heiner Müller-Assistent (jetziger Schauspielchef) Stephan Suschke bei der gelungenen „Wiederbelebung“ der Bayreuther Produktion vergleichsweise zu 1993 zwischen den Protagonisten scheints mehr Nähe zu – die Erinnerung an den damaligen Hügel-Tristan ist nach 25 Jahren allerdings trügerisch …

Das Allerwesentlichste dieses sensationellen Erfolgs hat aber die musikalische Seite dazu beigetragen: Wie so oft (und diesmal ganz besonders) wäre „Wagner-Apostel“ Bruckner stolz auf sein Orchester gewesen, das mit Markus Poschner am Pult abhob zu einem wahren Höhenflug in des Welt-Atems wehendem All …  Dabei waren auch die hervorragenden Solisten bei ihm bestens aufgehoben: Heiko Börner & Annemarie Kremer sensationell als Tristan und Isolde, aber auch Brangäne Dshamilja Kaiser und Kurwenal Martin Achrainer konnten sich hören und sehen lassen. Insgesamt ist die Leistung des gesamten Linzer Ensembles (inkl. Chor) mehr als bewundernswert ! Nach 25 Jahren den Bayreuther TRISTAN in dieser Perfektion auf der größer dimensionierten Linzer Bühne (4:3 auf 16:9) erleben zu dürfen, sprengte alle noch so hohen Erwartungshaltungen – DANK DENN ALLEN ! ALLEN DANK !!!  DSCN3797.JPG         Durchgehend hervorragendes mediales Feedback zum Linzer Tristan und ein                                                       unnötiger „Ausrutscher“ in der „Presse“

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder … , die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !

„ÜBERSOMMERN“

700_FO55451332_b684eb00da6892c3c85140326f050977.jpgUnbenannt

In schlimmen Zeiten jenseits guter, alter „Sommerfrische

Liebe Frau Rohrhofer ! Welch ein erfrischender Beitrag in den OÖN zum ultimativen Ende dieser elendigen Hitzeperiode ! – OÖ mit „Regenmengen“ knapp über dem „Death Valley“…  „Ferragosto“ das Fest des Augustus als Wendepunkt – am 15. August bricht der Sommer: „Ab sofort wird die 30-Grad-Marke immer schwieriger zu erreichen sein“, sagt irgend ein Wetterexperte …  Oh wie schrecklich, da wird sich die Wetterfee/Hexe aber wieder grämen, wenn sie ihrer ach so hitzebeständigen Klientel „Tiefstwerte“ von 29,5 Grad „verklopfen“ muss  …  „Die Sonne verliert zunehmend an Energie“ (?) – Wohl eher nicht und überhaupt: Also rein statistisch gab es in den seligen 60er Jahren Sommer mit einem einmaligen (!) „Hitzerekord“ von ganzen 28 Graden und „Hitzeferien“ schon unterhalb des heutigen sommerlichen „Mindestgebots“ einer 30er Marke (Hitzefrei dann erst ab 45 Grad ???)maiol-5721-wetterhahn-wetterfahne-hexe.jpeg

…  und dann begann es zu regnen – endlich war das Scheißwetter zu ENDENature___Mountains_Rainbow_over_the_forest_in_the_mountains_109583_.jpgSunset-Neuschwanstein-Kopie.jpgAlso keine Angst: Sie sind nicht allein mit ihrer Herbstvorfreude. Es gibt ganz viele KollegInnen die ebenfalls heftig an pollenbedingter Frühlings- und seit Wochen an „tropenübernächtiger“ Sommerunverträglichkeit leiden – All jene sehnen ab Ostern den September herbei mit den immer längeren und kühlen Nächten. Den ach so armen „Herbstdepressiven“ wünschen wir schon jetzt einen „guten“ Flug in ihren Kerosin-Bombern durch den winterlicher Dauersommer mit eiskalten, austrocknenden, also schädlichen Klimaanlagen. In diesem Zusammenhang auch fetten „Dank“ für den permanenten Beitrag zur allgemeinen Klimaerwärmung. Wir hinwiederum hoffen auf eine bunten, Kürbisreichen Herbst, weiße Weihnachten, Schnee bis in den März und dass dann trotz des unnedigen Zutuns der immer sonnenhungrigen Freizeitnomaden unsere nächstjährige (Hoch-)„Sommer Depression“ möglichst kurz ausfallen möge.

Wetterhaus_FUWH_827_Wi.jpgLiebe „Teilzeit-Nomaden“ auf euren Kreuz- und Querfahrschiffen

Im Herbst und Winter gibt es keine wie immer gearteten klimatischen „Fluchtgründe“ für Einheimische,  wenn es in der Alpenrepublik endlich wunderbare Temperaturen hat, von denen Menschen im sonnigen Süden, wo man schon an der zu heiß, feuchten Luft fast ertrinken könnte, ein ekeliger Dauerschweißfilm zur Hautoberfläche gehört intensiv träumen und nur ein Ziel haben: Bloß weg aus dem höllischen „Paradies“, um endlich in frischer Brise frei atmen, sowie echten Schnee sehen & spüren zu dürfen …

Ist „Schönwetter“ wirklich schön?

Nicht das „Überwintern“, sondern ÜBERSOMMERN ist unser Thema ! Wem es zu kalt ist: An- oder Überziehen kann man immer noch was ! Aber bei Hitze: Irgendwann ist das letzte Hemd weg …  und dann? Übernachten bei offenem Gefrierfach? Wie wärs mit Schließen einer Route für heiße Luft – diesmal direkt aus der Sahara …images (1).jpgHitzewelle-A.jpgKlimapolitik wäre gefragt  – „Hirn first“ !!!  Uns bleibt in Zeiten wie diesen leider nunmehr nur noch das Aufsuchen von Zonen auf diesem Planeten, wo wie in bis in die 70er noch „Sommerfrische“ angesagt war – also: im „Gemäßigten“ Klima über 1500 Meter oder innerhalb nördlicher Bandbreite zwischen Alaska, Is- und Grönland, sowie Hammerfest, Murmansk bis Ostsibirien …

Das waren noch Zeiten als Rudi Carrell aus gegenteiligen Gründen sang:

Die Sonne knallte ins Gesicht, da brauchte man die Sauna nicht,
ein Schaf war damals froh, wenn man es schor.
Es war wie in Afrika, wer durfte, machte FKK,
doch heut- heut‘ summen alle mit dem lauten Chor:

Wann wird’s ‚mal wieder richtig Sommer, ein Sommer wie er früher einmal war?

Als noch „SommerFrische“ angesagt war <

…  und da und dort ein kleines Sommergewitter oder ein gemütlich abkühlender (Land)regen statt heutiger Unwetter, Muren, Sturzbächen, Schlammlawinen usw.  …  

Manfred Pilsz   (- der nette Herr mit dem Schirm im Wetterhäuschen)

facebook-titelbilder_035.jpgUnbenannt.JPG

„HERBST – ZEITLOSE“

„WER HAT AN DER UHR GEDREHT?“

                        pink-panther-logo-9961AB69EB-seeklogo.com.pngKürbis.JPG

Liebe > ZeitumstellerInnen < !   – nur um „Falschen Irrtümern“ vorzubeugen: Normalzeit“ = Winterzeit !!!

Auskunft zB. bei Wikipedia:

Die in der Regel mit der Zonenzeit übereinstimmende Zeitskala, die ursprünglich ganzjährig und nach Einführung einer Sommerzeitregelung nur noch im Winterhalbjahr als gesetzliche Zeit verwendet wird, bezeichnet man zur Unterscheidung von der Sommerzeit amtlich als Normalzeit oder Standardzeit.

Normalzeit steht für die in einem Staat oder in einem Teil davon normalerweise gültige gesetzliche Zeit, wenn nicht aufgrund einer besonderen Regelung zeitweilig eine davon abweichende Zeit (z. B. Sommerzeit) in Gebrauch ist.

winterzeit-uhr.jpgGegen die Dauerumstellung auf Sommerzeit als Normalzeit spricht schon der Name – jetzt also dann auch noch im geliebten Winter „Sommerzeit“ haben zu müssen !

„Immerwährende Sommerzeit“? – Sicher nicht !

Beliebtes Argument:  Summertime ist doch wesentlich besser wegen der „Dämmerungseinbrecher“ im Winter – Allerdings hätten die dann auch in der Früh eine Chance und am Nachmittag sind noch alle in der Arbeit – spätestens mit Einführung des 12 Stunden-Tags geht sich auch 17.00 sicher nimmer aus – allerhöchstens im Sommer  – möge dies jetzt allen dämmern

Im Gegenzug:  Wie schön sind Adventmärkte, wenns dunkel ist … absofort dann eine Stunde kürzer …   – gilt auch für Punschtrinker ! – Hauptsache es wird in der Früh erst so gegen 9.00 für alle wieder langsam heller. Allen Sommerzeit-Adoranten sollte klar sein, dass da dann auch ihre 6-jährigen Kinder/Enkel im Stockdunklen in Richtung Schule verschwinden – dann jeden Winter etwa 4 Monate lang … 

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Ewige Sommerzeit mit Sonnenbrandgefahr bis 21.00

„Lauschige Nächte im Sommer“ – die wären noch lauschiger und länger, wenn sie schon um 20 Uhr beginnen würden und sich nicht die Gastgärten bis 21.00 auf  etwa 32 (gefühlte 38) Grad aufheizen würden.

Man könnte überhaupt gleich so umstellen, dass die Sonne erst um Mitternacht untergeht und dann täglich für den Sonnenaufgang wieder alles neu justieren … Einfacher wär „natürlich“, wenn all jene sich jenseits des Polarkreises ansiedeln täten – da geht die Sonne gar nie unter und in ein paar Jahren ist es dort dann im Sommer ohnehin so heiß, wie jetzt im Süden – Wir anderen grüßen euch dann aus der Polnacht der jenseitigen Erdkugel …  Tja und da wird dann immer im Halbjahr gewechselt, falls man dazwischen nicht verglühen sollte !

Normalzeitcsm_Sommerzeit_e15862ba89Russland hat nach Protesten sein kurzes, irrtümliches Intermezzo durchgehender Sommerzeit beendet und auf „Ewige Winterzeit“ umgestellt (und das über mehrere Zeitzonen)  –  YESSSSSS !umstellung_auf_die_winterzeit_news_full„Sommer- statt Winteraustreiben“