Berlin – Mai 019

2 2.   M a iWagner Ei.JPGDSCN6110.JPGUrsprünglich hatte man geplant zur BERLINALE an die Spree zu kommen  –  nun war es doch wohl eher eine angenehm frische Brise „Berliner Luft“ im Mai geworden …

DSCN2153.JPG     … zwischen Dietrich & „Clärchens Ballhaus“ mit Tarantinos „Inglourious Basterds“  …DSCN6240.JPGDSCN2161.JPGDSCN6234.JPG

DSCN6139.JPGDiesmal erfolgte die Ankunft per S-Bahn nicht wie beim 1. Mal im Winter 82 über die Friedrichstraße, sondern beim Savignyplatz ein Außendrehort bei  C A B A R E T

Willkommen! And bienvenue! Welcome!
Fremder, étranger, stranger
Glücklich zu sehen 
Je suis enchanté
Happy to see you
Bleibe, reste, stay

Der „Welcome-Service“ in Berlin war sensationell: Vom englischen Königshaus bis zur Fadinger Prominenz war  wirklich ALLES aufgeboten worden  …DSCN6168F.jpgDSCN6096DSCN6132

DSCN6209.JPG                                         Bayreuther Straße  –  Adresse beim 1. Besuch 1982

Inmitten der Wagner-Woche am 8. Mai – passend zum Datum (auf den Tag ganz genau 74 Jahre nach Kriegsende) gab es in der Deutschen Oper Berlin Mahlers VI.  –  von der Interpretation her leider eher wenig „Mahler-isch(- manchmal zu gerade und direkt, das Verhaltene, Zaghafte, der stille Moment, das Schräge kommt zu kurz) Großartig aber umgesetzt der stampfende Beginn und das immer alles überstrahlende Alma-Thema und ein „Hammer“: Das sich aufbäumende, zerschlagene Finale bis zum letzten Aufschrei  …  Dabei immer wieder vorm geistigen Auge: Adrian Marthalers feine Visualisierung  …

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R I E N Z I

Die „abgespeckte“ Rienzi-Fassung mit den musikalischen Highlights in der Regie von Philipp Stölzl präsentiert sich in deutscher Wochenschau-Aufmachung mit Anleihen von Charlie Chaplins „Großem Diktator“ bereits während der Ouvertüre, Metropolis und Co.  …               (bei Chaplin ist es im Original:  Lohengrin)

Es riecht intensiv nach Klischee, hat aber andererseits auch seine Berechtigung, wenn man als Regisseur den römischen Volkstribun Rienzi mit dessen total unreflektiert agierenden Adoranten in enge Verbindung bringt: Den italienischen Duce und den Mann aus Braunau, der direkt nach einer Linzer Rienzi-Aufführung im hiesigen „Landschaftlichen Theater“ beschloss auch ein „Volkstribun“ zu werden und dies seinem Freund am nächtlichen Freinberg entrückt erläuterte. Als Freund Kubizek 1939 in Bayreuth als Gast eingeladen war, schilderte Hitler Winifred Wagner das Erlebnis und schloss die Erzählung mit den Worten: „In jener Stunde begann es.“                                    –  Kein Nürnberger Parteitag ohne Rienzi-Ouvertüre  …

»Merkwie’s endetAcht auf mich  (- sterbender Fafner)

Hätten die beiden Diktatoren dem prophetisch letalen Ende Rienzis mehr Beachtung geschenkt, dann wäre möglicherweise Wagner die Vereinnahmung des Werks, das er in der „vorrevolutionärenZeit (deutlich Vor 1848/49) geschrieben hatte und auch fast allen anderen vielleicht VIELES erspart geblieben:

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Cola.JPG

„Entartet Volk“

Rienzi beschimpfte in obiger Art seine Römer, bevor diese den dann Flüchtenden enttarnten, erstachen, aufhängten und verbrannten – dem „Duce“ wurde ein fast identes Schicksal zuteil und auch im 2. Fall sind die Parallelen im Bunker-Finale in Berlin (Nerobefehl) deutlich sichtbar  …

DSCN6205.JPG                                 …  zu Rienzi abschließend noch eine kurze Anekdote aus Linz:

Die gnadenlosen Register der Alten Dom-Orgel

Allmächt’ger Vater, blick herab!
Hör mich im Staube zu dir flehn!

 – obiges dachte auch der Autor dieses Beitrags, als er Anfang der 80er Jahre vor der Bruckner-Orgel im Alten Dom zu Linz stehend KO, hilflos der Wucht dieses edlen Instruments ausgesetzt war, da der Begleiter zuvor im wahrsten Sinne des Wortes „Alle Register gezogen hatte“, um die umfassende Herrlichkeit erstrahlen zu lassen. Nachdem schon an der Brüstung der Orgel-Empore obige Textzeilen verglüht waren und der unerhört ungehört gebliebene Sänger am Orgel-Tisch erschien wurden die größeren Pfeifen vom Windwerk getrennt und ein zweiter etwas erfolgreicherer Versuch Rienzis Gebet über die Rampe zu bringen gestartet  …   

Nur wenige Wochen zuvor hatte der Autor bei einem Bewerb der Firma seines damaligen Lieblingsgetränks gewonnen: Es sollten dabei möglichst schräge Bezüge zu unterschiedlichsten Kunstarten und -Werken hergestellt werden. Man entschied sich „überraschend“ für den Bereich Oper und gab den Titel „Cola di Rienzi“ ein  –  & siehe da: Volltreffer  –  Ein Lieferwagen fuhr vor und versorgte den siegreichen Kandidaten und dessen Familie mit „Coca Cola“ für mindestens zwei Monate …DSCN6256.JPG                Kein „Sonderzug nach Pankow“ aber immer „Einen Koffer in BerlinDSCN6211.JPGDSCN6255.JPG

Manfred Pilsz

PS.: Nicht nur R. Wagner beschäftigte Edward Bulwer-Lyttons „Rienzi“-Stoff. sondern               auch Friedrich Engels wagte einen diesbezüglich eigen Dramen-Versuch  …

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder … , die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !

Ein Gedanke zu “Berlin – Mai 019

  1. Lieber Herr ‚fessor,
    herzlichen Dank für die Grüße – sind über den Buschfunk (via Leonding) bei mir angekommen! Ich hoffe es geht gut – wir haben uns wie ich sehe um einen Tag in Berlin verpasst. Bin heute nachmittag hier angekommen. Vielleicht klappt es ja mal zwischen Linz – Wien und Berlin, dass wir uns alle wiedersehen!

    Beste Grüße, Wilfrid (Utz)

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