Mai 026

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1. Mai 026

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1 0 0 Jahre Friedrich Pilsz

Neun Uhr morgens: Nur noch ein letzter Parkplatz direkt beim Seiteneingang des Lentia-Hochhauses. Im Blumenladen bloß ein Kunde, jedoch nur noch zwei Nelken verfügbar, die durch eine Regenbogen-Rose ergänzt wurden. Die Verkäuferin kann auf meinen Geldschein nicht herausgeben. Die letzten Münzen müssen herhalten. 20 Cent fehlen und werden pardoniert … In den letzten Jahren war am 1. Mai-Morgen Hektik angesagt: Jede Menge Leute, die zur Nibelungenbrücke hasteten, um am Hauptplatz den Aufmarsch und die Reden zu verfolgen, oder welche, die sich anschickten hier in Urfahr aufs Jahrmarktgelände vorzudringen, begleitet vom nahen Lärm und der Musik vieler Fahrgeschäfte. Heute hingegen Totenstille am Friedhof. Wirkte die direkt davorliegende Walpurgisnacht etwa noch nach? Spie sie noch keine Elemente ins Bierzelt aus? Ich werde bereits von einer Bildfüllenden Sonnenblume empfangen. Meine Rose steht für die Eins und die Nelken für die beiden Nuller eines runden Geburtstags …

Heute zu seinem 100er steht der Fritz-Opa auf einem Bild ganz oben links auf einem Kunstwerk des Poschacher Steinbruchs, bzw. dampft mit seinem Sprössling auf einem seiner Salzkammergutseen herum (Traunsee / Ferien-Wohnung Mondsee oder 20 Jahre Nußdorf am Attersee) … OA Ing. Pilß (alte Schreibweise) hätte eine gepflegte, entsprechende 100er Feier sicher sehr genossen … (Die Bilder hier unten > u. a. mit Kameramann Magic Manfred < sind als KI-generierte GIFs zu sehen – geniale Kreation: Beate <<<)

  1. Mai Bereits in aller Früh war der Herr OA weg, unterwegs mit seiner roten Nelke im Knopfloch, vom Volksgarten in Richtung Hauptplatz. „Linz feiert Papas Geburtstag“ mit Blasmusik und Aufmarsch – so bot sich dem Sohn in frühen Tagen der 1. Mai dar … Mama „überraschte“ Gemahl und Sohn mit einem Paprikahuhn, Schweinsmedaillon in Bratensoße mit Tomaten oder Schnitzerl mit Kartoffelsalat – alles extrem beliebt bei der kleinen Familie. Alles samt Geburtstagstorte oder Nussroulade – zwar vorhersehbare, aber köstliche Ingredienzien eines so wesentlichen Festtags, die man gern auch zu „Silent Movie“ vorm Fernseher inhalierte, falls ein müttlerlicher Nachtdienst (- der Schwester Oberin) anstand …

Eine Traxlgästin (so rund um die 90 / Gattin eines bekannten Sängers), die dereinst im Sekretariat der Magistratsdienststelle arbeitete, lobte dieser Tage den Herrn Ing. Friedrich P als geschätzten Kollegen im Bauamt, der später als OA & Leiter ins Gesundheitsamt übersiedelte …

Er hatte ein eher kurzes und wahrlich kein leichtes Leben: Der leibliche Vater starb früh (?) – Seine Mutter war zu arm ihn allein groß zu bekommen und so kam der kleine Fritz zu „Zieheltern“: Mit seiner „Gastfamilie“ hatte er ein verdient fürstliches Glück. Man ermöglichte ihm eine gute Kindheit und ebensolche Ausbildung inklusive HTL-Matura.

1944 war Fritz 18, musste an die Front nach Frankreich, wurde dort verwundet und kam in Italien (Rimini) in Gefangenschaft … Zurück zu Linzen wurde der junge Mann in der Folge von einer ehemaligen Lazarettschwester und späteren Oberin geehelicht – DGKS Rosa gebar ihm im August 1954 einen kleinen Leo Manfred – den Blog-Autor …

Nach dem Krieg hatte Fritz die Beamtenlaufbahn eingeschlagen und nach wie vor speziell zum Sohn seiner Familie Fürst einen guten Kontakt: An stillen, heimeligen Winterwochenenden besuchte man Toni mit seiner Frau Lina und den Töchtern in deren Haus (neben dem Blaue Elf-Platz und dem Bratwurstglöckerl). „Onkel Toni“ war es auch, der damals mit seinem schnittigen Opel Rekord den Kleinen von Fritz (damals 4 Jahre) zu seinem ersten Urlaub auf die Turrach brachte … noch mehr dazu unter: “Linde, Titze, Sommerfrische<<<

„Ist das nicht eine wunderschöne Musik und so herrlich gesungen !“ – mit diesen Worten machte der begeisterte Vater, der eben noch (wie sooft) bei Puccinis „Väterchen teures höre“ zerschmolzen war, seinen nachhaltig beeindruckten Sohn (Blog-Autor) erstmals auf Korngolds „Tote Stadt“ und Richard Tauber aufmerksam.

In der letzten Strophe von Mariettas Lied und beim Duett (Beides hat mich emotional ganz stark ergriffen) lautet dort der Text:

Mußt du einmal von mir gehn
glaub, es gibt ein Auferstehn

Im Jahr, als seine Enkelin geboren wurde, ist er von uns gegangen. Die letzte obige Zeile fand bislang nur in Form der Erinnerung statt …

Enkelin Barbara (siehe Drachenbild im Folgetext) ist auch ein Mai-Kind (7.5.)

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150 Jahre B A Y R E U T H im Mai *** Wagner’sche USA-Hymne …

Barrie Kosky hat uns als Osterhase Ende März seinen erfrischenden Siegfried per Übertragung ins Nest gelegt. Dirigent Pappano setzte beim Pausengespräch den Ring-Teil Siegfried mit dem Scherzo einer fiktionalen Ring-Symphonie gleich – eine köstliche Idee. Rheingold wäre da dann allerdings ein gar kurz geratender 1. Satz. In Bayreuth gibt’s heuer analog als “Aufreger” erstmals am Hügel Wagners Rienzi analog, während man dort den Ring der KI überantwortet … Zu Linzen wiederum darf man sich auf die herbstliche Ankunft des Schwanenritters Lohengrin am Donaustrand freuen

Davor aber erobern im Rahmen der 150 Bayreuther Veranstaltungen zum Jubiläum im wunderschönen Monat Mai die Nibelungen die Porzellanfabrik „Walküre“ (nebst der Tristanstraße, hinter dem „Kropf“ im Schatten des Hügels) – unter den Premierengästen: Die Pilsze.

Regie ist in der Besetzungsliste des RINGs026 keine vermerkt … diese übernimmt die KI und bedient sich an kuratiertem Bildmaterial 

…so in etwa könnte ein KI-RING-generiertes Bild am Grünen Hügel 026 aussehen: „Siegfrieda“ & Fafner … Dagegen spricht allerdings, dass ausschließlich 100%iges Bühnenbildmaterial aller Bayreuther Ringe von 1876 bis heute verwendet wird – da wird wohl kein Pilsz’sches Familienmitglied im Drachenmaul auftauchen. Bleibt abzuwarten, ob die KI im Zufallsprinzip analog kuratierte Bilder bloß aneinander reiht, oder das Geflecht der Leitmotive im Sinne der musikalischen Form in Bilderwelten übersetzt und dabei Mutationen generiert. K&K (Kunst per KI) – KI als Werkzeug der Kunst – das könnte Sinn machen <<<

… und wieder handelt es sich um kein kuratiertes Bild für den Ring026, obwohl es der Brunnen Urds oder Mimirs sein könnte, nebst Yggdrasil und der Lichtalben-Wohnstatt, oder etwa Elbenheim (- ganz auch im Sinne der Hobbits), wäre es nicht schlicht und einfach die Poollandschaft im Garten der neuen Bleibe von Veni & Alex …  

Für jene KI würd‘ sich wohl auch mein Entwurf mit dem rubinroten Götterauge eher nicht eignen:

1876 brachen in Bayreuth die ersten Festspiele ausMehr als ein Drittel der 150 Jahre Bayreuth hat der Blog-Autor alljährlich hautnah miterleben dürfen … 026 wird dort erstmals Wagners Rienzi über die Bühne gehen – kein unproblematisches Unterfangen, glaubte sich doch dereinst der Diktator aus Braunau im Volkstribun wiederzuerkennen …

Die Reichsparteitage in Nürnberg wurden jeweils mit der Rienzi-Ouvertüre eröffnet

Die gnadenlosen Register der Alten Dom-Orgel

Allmächt’ger Vater, blick herab!
Hör mich im Staube zu dir flehn!

 – obiges dachte & sang auch der Autor dieses Beitrags, als er Anfang der 80er Jahre vor der Bruckner-Orgel im Alten Dom zu Linz stehend KO, hilflos der Wucht dieses edlen Instruments ausgesetzt war, da der Begleiter zuvor im wahrsten Sinne des Wortes „Alle Register gezogen hatte“, um die umfassende Herrlichkeit erstrahlen zu lassen. Nachdem schon an der Brüstung der Orgel-Empore obige Textzeilen verglüht waren und der unerhört ungehört gebliebene Sänger am Orgel-Tisch erschien, wurden die heftigsten Pfeifen vom Windwerk getrennt und ein zweiter etwas erfolgreicherer Versuch Rienzis Gebet über die Rampe zu bringen gestartet  … mehr zu RIENZI hier (anklicken) <<<

12 Tage vor Wagners Geburtstag kam es 1876 anlässlich der Weltausstellung in Philadelphia zur UA des an ihn herangetragenen Auftragswerks „Großer Festmarsches zur Eröffnung der hundertjährigen Gedenkfeier der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Nordamerika“  – Wagner verlangte als Honorar für die Komposition 5000 Dollar, eine für die damalige Zeit sehr große Summe. Aufgebracht wurde das Geld von dem Festfeier-Frauenverein, die sich wünschten, das Werk möge ihnen gewidmet sein … Würde Trump dieses Werk kennen – Er hätte sich längst als wahrer Komponist eingetragen & 10.000 Musiker engagiert, um es unter seinem neuen Triumphbogen am eigenen Geburtstag (zum 250er der USA-Unabhängigkeit) ertönen zu lassen ...

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Wem’s bis hier her wieder mal zuviel Wagner war, dem kann ich einen kurzen, echt befreienden Monaco Franze anbieten:

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BUCH DES MONATS <<< (Infos dazu hier anklicken)

Bereits im ersten Monat nach dem Erscheinungstermin war ein Viertel der Auflage unseres Buchs „Die Fadingerschule“ über den Ladentisch gegangen. Das Werk ist abholbar für nur 29.- Euro in der Direktion des ehrwürdigen Hauses und liegt bei Morawa am Hauptplatz (vormals: Alex) und bei Fürstelberger (Promenade beim Traxl-Cafe) auf. In Kürze wird Dank eines Ex-Fadingers (der dies ermöglichte) im Kurier (OÖ) ein Artikel zu diesem nachhaltigen Projekt erscheinen …

Unser aller Ingo ermöglichte nicht nur technisch den Festakt zum 175er Jubiläum der Fadinger in ihrem Saal der Säle, sondern er erschuf auch wieder das Ton/Licht-Interieur der heurigen Musical-Produktion in Gmunden – ein herrlicher Abend <<<

C O M M U N A L E

FRECHe Jung-Radio-Aktive interviewten bei der Communale026-PK – AltFadinger Pilsz fotografierte sie dabei – mehr war nicht zu tun, da TechnikerInnen der Landeskultur ohnehin die PK (in Bild & Ton) auch für ihn aufzeichneten – ExFadinger Markus Gnad (Presse Land OÖ) machte dies wieder möglich. Beim abendlichen „Opening“ im U-Hof war als Auftakt jener Jingle zu hören, den die Radio-FRECHen für ihr Communale-Projekt kreiert hatten – erst dann folgte die Festfanfare – Alles einmoderiert vom Festival-Intendanten Martin Honzig …

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Dombaumeister i. R. Wolfgang Schaffer verstorben

Der Linzer Dombaumeister Wolfgang Schaffer war ein Fadinger – im Dezember 025 ist er nach langer schwerer Krankheit von uns gegangen …

Alturfahraner kennen noch gut die Schaffer-Gründe – dort wurde zwischen vielen Kleingärten im Bereich zwischen Haupt- und Wildbergstraße Holz gelagert und in der Zimmerei verarbeitet. Heute steht an diesem Ort das Lentia-Hochhaus. Der Betrieb gehörte dem Vater Wolfgang Schaffers. Wolfgang wurde nach der Volksschule in der Stifterstraße ein Fadingerschüler, der nach seinem Studium in Wien letztendlich in seiner Heimatstadt Linz mit eigenem Architekturbüro (erfolgreiche Projekte) und als Dombaumeister Karriere machte.

Dombaumeister DI Schaffer beim Interview mit Radio FRECH (Kathie rechts ist heute auch Architektin)

Wolfgang Schaffer wird in seinen weithin sichtbaren Arbeiten, seinem Werk sowie als unvergessener Freund und bewundernswerter Mensch weiterleben.

Gegen Ende seiner beruflichen Aktivzeit war Wolfgang noch bei mir im Radio-FRO-Studio: Hier eine Radiosendung mit Wolfgang auf Basis eines Gesprächs in noch besseren Tagen: https://cba.media/768109

Manfred

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