„DIE 5. DIMENSION“ / Phil Glass -Work

Dieser BLOGBeitrag hätte sich Lektüre & Betrachtung auf einem großen Screen verdient

31. Jänner * Geburtstag von Phil Glass

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In den späten 70ern wurde man als medial interessiert & informierter Rezipient per ORF-Kultur erstmals mittels Ausschnitten aus Einstein on the Beach (1976) auf einen Philip Glass aufmerksam.  Die anderen beiden Teile seiner Trilogie taten ein übriges: Satyagraha 1980 und 1984 Akhnaten mit u. a. der so wunderbaren Begräbnisszene      (- wurde im Jahr der Fadinger Glass-Visualisierung sogar beim Ball als Musik für die Eröffnung verwendet / in guter Gesellschaft mit Bruckner: Einmarsch mit dem Beginn des 2. Satzes der IX.) Der Wunsch selbst einmal Glass-Musik in Bilder umzusetzen kam 1982 auf, als Koyaanisqatsi über die Linzer Kinoleinwände flimmerte  …

Das Donau Festival Krems an der Donau schenkte den Österreichischen Glass-Fans 1988 in Schwechat am Flughafen das Projekt 1000 Airplanes on the Roof   – Fast 15 Jahre später durfte sich das Fadinger Mediengym mit einer Visualisierung an diesem Werk erfolgreich einbringen  –  Welch ein Glück:  Kurz davor war ein Werk für vier Streicher (Kammermusik von Glass) vom Brucknerhaus für die Fadinger aufgezeichnet worden, musste aber aus technischen Gründen dann einbehalten werden  …

13. 9. 02 GlassDer 1. Glasse Direktkontakt passierte im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung am Mozarteum in Salzburg  –  Endergebnis: Segen des Meisters und ein Interview  …

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Vermittler und >Möglich-Macher< Dir. Winkler

 Nach der Veranstaltung gings mit Wolfgang Winklers Auto dann in gefühlt knapper, „Lichtgeschwindigkeit“ nach Linz …   eine Nahtoderfahrung, die sich allerdings als sehr wertvoll für die inhaltliche Umsetzung erwies  …

Merker Bild.JPG           Unten: Erweitertes Team bei der Pressekonferenz im Brucknerhaus (vorm Fest)24-07-2014 18;26;57.jpgHof 1.JPGHof 2.JPGVideo-Istallation Brucknerfest 02 2a.JPG                    Im ehemaligen Kassen-Foyer des Brucknerhauses lief das VideoBrucknerhaus.jpg

Neues Volksblatt – Kultur
Das Philip-Glass-Fieber hat auch die Schüler/-innen des Linzer Medienrealgymnasiums Fadingerstraße erfasst.                                                             Ein halbes Jahr haben sie sich unter Leitung von Manfred Pilsz mit dem Glass-Opus „1000 Airplanes on the Roof“ beschäftigt und es in das 20-minütige experimentelle Musikvideo „Die fünfte Dimension“ umgesetzt. Für den Komponisten wurde eine eigene US-Fassung erstellt, auch Dennis Russell Davies zeigte sich sehr angetan. Derzeit ist das Video im Info-Point im Brucknerhaus zu sehen, es gibt aber Verhandlungen, es — parallel zur Glass-Oper „The Voyage“ — im Oktober im Landestheater und im Programmkino Moviemento zu zeigen.

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From: „Philip Glass

To: < Manfred Pilsz >

 Dear Manfred.  I was very happy to hear that our video/film project received
an important award. Congratulations!

And best wishes to everyone who worked on the project! Would it be possible for me to have a DV-copy for my archives?
Also, best wishes for the holiday season.  Philip Glass

 Sent: Friday, January 02, 2004 3:22 AM

„Die Fünfte Dimension“ – Phil Glass auf dorfTV:  https://dorftv.at/video/26584             (Video-Anfang: Nach etwa 4 Min der EinBlick-Sendung / davor: Mozarts Veilchen)

Wie bei einem Spielfilm gibt es bei dieser Videoarbeit einen klaren dramaturgischen Aufbau, der ganz eng verknüpft mit der musikalischen Vorgabe einhergeht:

Mit den ersten Tönen hebt sich aus dem schwarzen Vorspann ein gleichfarbiges Tuch und legt damit ein Glas (engl. – glass) frei, das sich zur strömenden Musik mit Wasser füllt. – Auf diese Glasmetapher und das Tuch treffen wir auch bei den letzten Bildern direkt vom Abspann – eine ganz deutliche filmische Klammer – von der gleichartigen Musik zu Beginn und am Schluss unterstrichen ! (Prolog zu Teil 1)

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Nach einer längeren Einleitung in der  u. a. durch das Zackenmuster eines  Musik-Visualisierungscomputerprogramms  (J. Dießl)  sehr beschaulich eine Laborsituation suggeriert wird, beginnt mit dem Auflösen einer Tablette im Wasserglas –aus der der Titel der Visualisierung hervorsprudelt- und einer deutlichen Steigerung von Dynamik und Tempo der Musik der eigentliche Handlungsablauf:

Der Astralkörper unserer jungen Patientin scheint sich durch einen gemalten Tunnel     in flüssiges Licht zu schweben um dort als verpuppter Fötus um seine Freiheit zu kämpfen. Ein Abstieg in die Vergangenheit ? Bilder eines Mahnmals und schwarze Gestalten auf der Todesstiege in Mauthausen beleben die bedrohliche Dimension einer traumatischen Uterussituation. 18 Schläge in der Musik markieren den ersten Plotpoint, der Teil 1 von Teil 2 und damit Vergangenheit von Gegenwart trennt.

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Zum ersten Mal bewegt sich das Ultraschallbild – Zeitwesen der Gegenwart bringen das weiße, weite Kleid einer unschuldigen Freiheit, die von unserer Protagonistin                mit Jubel begrüßt wird, während die Gestalten des Gestern die Papierberge der Vergangenheit umkreisen. – Alter trifft auf Jugend – längst Vergessenes holt die Gegenwart ein …

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Ein riesiges Glas wird zum gläsernen Kerker – zur unvermuteten Grenze – Plotpoint 2

Die Musik der kleinen, permanenten Fortschreitungen

Im Video zeigt sich diese manchmal fast unmerkliche Metamorphose am deutlichsten und gelungensten im dritten getanzten Teil der Umsetzung:

Die Blitzmuster auf der hinteren Bildebene deuten die innere Aufgeregtheit in der Musik und in der Seele des Mädchens hin. Abtastende Bewegungen mit Händen und Beinen die mit abrupten Richtungswechseln in der Musik einher gehen, wechseln ab mit dem gespannten Lauschen nach Engelszungen, die sehr bald als Echo der eigenen Stimme erkannt wird. Die Hektik weicht aus der Musik – strömendes Wasser löst die blitze ab. Doch als immer wiederkehrende schroffe Tongebilde dem Opfer unsichtbare aber undurchdringbare Grenzen aufzeigen bricht erneut Panik aus. Musik und Wasser beginnen zu toben. Unsere Tänzerin droht unterzugehen – wird jedoch immer wieder hochgerissen durch ihre eigene Stimme, die sie nicht mehr hören will … Nur eines will sie noch: Das Ende. Dieses kommt nach einer mehrfachen Steigerung plötzlich durch einen überraschenden Motivwechsel. Sie ist am Ziel der Erkenntnis angelangt – dem eigenen Spiegelbild das sie im Glas erkennt – Plotpoint Nr. 3 / Epilog – Erschöpfung – der Bogen ist überspannt – und so wird die Frau vom Zeitsog einer rückwärtsläufig raffenden  Musik von ihrer Borderline getrennt und durch die eigenen Bilderwelten an den Ausgangspunkt zurück versetzt. Der Hypnosestein wird entfernt –das Labor leert sich – das Glas wird zugedeckt – Nachspann  …

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Eine Bilderflut –im Detail abgestimmt auf die Musik- saugt den Betrachter bereits mit dem Einsetzen der Hypnose in den Film hinein. Das natürliche Gefühl des Rezipienten für Form und Farben – für Musik und Bildsymbole ermöglicht einen rein emotionalen Zugang zu dieser Visualisierung. Ein unbedingtes Verstehen müssen< soll eher einem >neugierigen Erahnen und Erfühlen wollen< weichen, dann ist auch ohne umfassende Recherche der lustvolle Umgang mit diesem Filmgenre möglich.

Analyse – aus einem Jury-Gespräch  …

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 Visualisierte Glass-Musik –

Gelungener Kontext zum Eintauchen in den weiten Raum der Seele

Frei von Erwartungen und bereit mich auf das Werk „D I E  5. D I M E N S I O N“
einzulassen ­ -von dem mir lediglich bekannt war, dass eine Person in einen trance-artigen Bewusstseinszustand gleitet- ­ haben mich Film und Musik schlichtweg aufgesogen.
Die Bildüberflutung am Beginn des Filmes ­analog zur Verwirrtechnik für eine Trance-Induktion durch einen Hypnotiseur ­erleichterte das Eintauchen in einen Zustand einer großen Weite. Durch die Symbolsprache des Films getragen von dieser sphärischen Musik wird ein Rahmen geschaffen in dem Berührung mit dem weiten Raum des Transpersonalen möglich ist. Gezielte Reflexion und Austausch des Erlebten ­ mit etwas Abstand zum Film bereiten einen fruchtbaren Boden für   Neues, Begegnung und Fülle.

Dr.  Bernhard   T h a l ha m e r   (Kommunikation/ NLP/ Psychologie) Glass Tunnelbild authentic art.jpg

Zum „50er“ gabs von Linz Kultur & Tourismus eine nette Überraschung – die „Schularbeit“ kam 2004 prominent zum Einsatz:

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D O N A U SO M M E R   2 0 0 4

MRG Film ernst eder  mrg logo.jpgDSC00149kl.jpg50ger-Wünsche Wassershow  Donausommer 04 S.jpg

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Das B I M E Z des Landes OÖ bot das Schulprojekt des MRGs für Oberstufe an  …

d e r    O B I G E

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder …, die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !

 

Radio FRECHes Wiedersehen bei Linz09DSC09052.JPG

Bonus-Anhang: Wunderbare Glass-Grüße aus Tirol:

2 Gedanken zu “„DIE 5. DIMENSION“ / Phil Glass -Work

  1. Wow!
    Hier auf der Reha sitzt an meinem Tisch der Schuldirektor eines etwas elitären – wie er sagt “leistungsorientierten” -Privatgymnasiums. Was glaubst du wohl, was er von der Fadingerschule als besonders bemerkenswerte Leistung ansieht??? 👍

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: 20 Jahre FRECHes MRG | LEO LOGEs LOGBUCH

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