Festspielsommer 026 – kurze Herbst-Vorschau …

In der Woche der Sommersonnenwende als Trost für alle COOLen, die bei der Pfingsthitzewelle in Schockstarre verfielen: Mit 21. Juni werden die Tage wieder kürzer, die Nächte länger & es geht in Richtung unseres Zielbahnhofs „Weihnachten <<<

Vorerst ist allerdings nach der üblichen Juni-Schafskälte nun der schlaflose Sonnwend- Backofen angesagt …

>34 Grad für alte Herzen<

Gibt es ein Leben nach der WM?

>>> Jederschwaaaaan – nicht zw. Domplatz & Grünem Hügel, sondern ab 10. Oktober in Linz

Alljährlich naht vom Himmel eine Taube

Ein Gralsdrama, eine Pfingstoper mit Taube und Schwan – Heilige Tiere, die auch den Parsifal tangieren. Eingeleitet mit einer ätherischen Ausgabe des wogenden Tristan-Vorspiels … einer instrumentalen Kurzfassung des Stückinhalts: „Das Wunder kommt in die Welt und entschwindet wieder…  anschwellend bis zum Höhepunkt – Da müsste sich dann das finale Tor schließen, sollte irgendwann mal diese Musik bei der „Verabschiedung“ des Blog-Autors im Kreise der Trauernden erklingen

Warum Wunder? Das Spielplan-Motto 026/27 des Linzer Musiktheaters lautet: Zeichen & Wunder – im Falle unseres Schwanenritters: Ein blaues Wunder (aber kein Dresdener Wahrzeichen) – mehr dazu nun hier:

Lohengrin – das WUNDER, an das man GLAUBEN könnte, das durch HinterFRAGEN zerstört wird … sich in diesem Fall auflöst und so uns wieder entschwindet …

Lohengrin – das FREMDE aus einer anderen (besseren) Welt, das eindringt in eine Gemeinschaft wie Parsifal, wie der Holländer … erlöst wird und/od. Erlösung bringt …

Thomas Mann, der sich mit den Werken Wagners intensiv auseinandersetzte und künstlerisch darauf reflektierte wie u. a. in seiner NovelleWälsungenblut präzisiert den empfundenen Farbton, wenn er von seinem „Lohengrin in seiner blau-silbernen Schönheit“ spricht … in einer Rundfunksendung, die im Frühsommer 1954 ausgestrahlt wurde … in zeitlicher Nähe zu den Bayreuther Festspielen, die am 7. August. den „Schwanenritter“ am Spielplan hatten. Es wäre das erste Wagnersche Werk gewesen, das Menschen, die am Tag zuvor geboren wurden dort hätten erleben können …  der 6. August selbst war 1954 extra spielfrei gehalten worden …  und am Vortag hatte man „Parsifal“ (Regie: Wieland Wagner) angesetzt. Sein Bruder Wolfgang war für den „Lohengrin“ zuständig

Und was schreibt der Dichterkomponist selbst zum Lohengrin-Vorspiel? Hier nun also Richard Wagner dazu in einer Schrift aus dem Jahre 1853:  Aus einer Welt des Hasses schien die Liebe verschwunden zu sein: in keiner Gemeinschaft der Menschen zeigte sie sich mehr als Gesetzgeberin. Aus der Sorge um Gewinn und Besitz sehnte sich das Liebesverlangen des menschlichen Herzens endlich wieder nach Stillung, da es in dieser Wirklichkeit nicht mehr zu erfüllen war. Die Vorstellungskraft gab diesem unbegreiflichen Liebesdrang eine Gestalt außerhalb der Wirklichkeit. Unter dem Namen „Heiliger Gral“ glaubten, ersehnten und suchten die Menschen eine tröstende Vorstellung, die als wirklich vorhanden und doch unnahbar fern galt. Dies war das kostbare Gefäß, aus dem einst der Heiland den Jüngern den letzten Abschiedsgruß zutrank, und in welchem dann sein Blut, als er am Kreuze aus Liebe litt, aufgefangen wurde. Dieses Gefäß wird bis heute als Quell unvergänglicher Liebe verwahrt. Schon war der Heilskelch der unwürdigen Menschheit entrückt, als eine Engelschar ihn aus höchsten Himmelshöhen wieder herabbrachte, ihn unter die Aufsicht reiner Menschen stellte, um sie so zu irdischen Streitern für die ewige Liebe zu machen. Diese wunderwirkende Niederkunft des Grales im Geleite der Engelschar und seine Übergabe an hochbeglückte Menschen, wählte sich der Tondichter des „Lohengrin“ als Einleitung für sein Drama aus, um dieses Bild – diese Erläuterung möge mir erlaubt sein – dem Hörer in Tönen vorzuführen:

Zu Beginn verdichtet sich als Ausdruck überirdischer Liebessehnsucht der klarste blaue Himmel zu einer kaum wahrnehmbaren, zauberhaften Erscheinung. In unendlich zarten Linien zeichnet sich mit wachsender Bestimmtheit eine Engelschar ab, die sich aus lichten Höhen unmerklich herabsenkt, indem sie in ihrer Mitte den Gral mitführt. Sobald die Erscheinung deutlicher wird und sichtbar der Erde zuschwebt, entströmen ihr süße, berauschende Düfte: sie wallen wie goldenes Gewölk nieder, und nehmen die Sinne des Betrachtenden bis in die Tiefe seines Herzens gefangen. Bald verspürt er lustvolle Schmerzen, bald beglückende Lust. Der Zauber der Erscheinung weckt in ihm mit unwiderstehlicher Macht alle unterdrückten Liebesbedürfnisse. Sie steigern sich ins Unermessliche, so dass er von der gewaltigen Sehnsucht fast zerstört wird. Noch nie empfand ein menschliches Herz solche Hingebungs- und Auflösungstriebe. Und doch beglückt den Betrachter diese Empfindung. Vor seinen überwältigten Sinnen breitet sich die göttliche Erscheinung aus. Und als endlich der Gral enthüllt wird und dem Blick des Gewürdigten nicht mehr verborgen ist, sendet er aus seinem Inneren Sonnenstrahlen höchster Liebe, leuchtet er weithin sichtbar wie ein himmlisches Feuer und alle Herzen erbeben im Flammenglanz seiner ewigen Glut. Da schwinden dem Betrachter die Sinne; wie ohnmächtig sinkt er nieder. Doch über ihn gießt der Gral seinen Segen aus, mit dem er ihn zu seinem Ritter weiht. Die leuchtenden Flammen dämpfen sich zu mildem Glanz ab. Dieser verbreitet sich wie ein Atemhauch und erfüllt den Anbetenden mit unglaublichem Entzücken. Lächelnd schwebt die Engelschar wieder in die Höhe. Den Ursprung der Liebe, den „Gral“, der auf Erden versiegt war, brachte sie von neuem zu uns zurück. Sie stellte ihn unter die Aufsicht reiner Menschen, in deren Herzen er segnend wirkt. Und im hellsten Licht des blauen Himmels verschwinden nun die Engel, so, wie sie sich zu Beginn genaht hattenAlles löst sich in sphärischem Pianissimo auf …

März 1982: – Linz Ursulinenhof – Konzert des RWVs:

ORF Sendung  10 Jahre RWV Kl.jpg

Althea Bridges                       Manfred Pilsz                Margit Haider

Liebesduett III. Akt Lohengrin (Ausführende im Bild) mit sensationellem Tasten-Orchester, strahlender Elsa und Blut-schwitzendem Blogger – hier: Kritik & Bilder

* * *

Überleitung zum nächsten BLOG-Beitrag: Kundrys Frage: „Sind die Tiere hier nicht heilig?“ ist ein Hinweis darauf wie intensiv sich Wagner in seinem letzten Werk Parsifal mit der Mitleids- / Mitgefühlsthematik gegenüber Mensch, Tier, ja allgemein der Natur im Rahmen seines Interesses betreffend fernöstliche Religionen (auch in anderen Musikdramen) auseinandergesetzt hat. Die Schwäne des (oft) „vegetarischen“ Dichterkomponisten sind wohl der bekannteste Ausdruck seiner Einstellung dazu.

Parsifal (Gent) -auch bei den Wr. Festwochen 026

Über Rienzi, KI-Ring usw. hab‘ ich mich schon in der Mai-Ausgabe verbreitert <<<

* * *

F I L M – N E W S

Rund um den Bundesbewerb 026 der österr. Filmautoren kam von der VÖFA-Präsidiale (Egon. Stoiber / Richard Wagner (!)) die Anfrage, ob ich meinen Blog-Text Jury – eine „Bewertung“ – auch des Ehrenamts für die Jurorenfortbildung zur Verfügung stellen würde. – Ein Begehr, dem ich >sehr geehrt< gern nachkam.

Wal-Bericht-Bestattung:

Timmy war der neue Emil – ein Frühsommerlochtier macht 026 zum Wal-Jahr:

Bereits im März ist heuer ein frühes Sommerlochtier gestrandet. Nein, kein Hase vor der Osterinsel, sondern an der Ostseeküste. Und nein, Elch Emil hat nicht tauchen gelernt: Die Wahl fiel diesmal auf einen lebensmüden Meeressäuger, der es verdient gehabt hätte, sich in einem Sandbett zur letzten Ruhe begeben zu dürfen. Trotz klarer Befunde von Wal-Ärzten & -Biologen wurde durch Wal-Helfer die Qual des Tiers sinnlos verlängert. Befeuert durch den Druck von Medien und Tierfreunden sah sich auch die Politik bemüßigt die Wal-Karte auszuspielen und so final zum Tierunwohl beizutragen. Vor Ort und am Tropf der Medien verfolgten abertausende Besorgte, ja die ganze menschliche „Wal-Verwandtschaft“ die Qual des Wals. Und da längeres „Mitleiden“ hungrig macht und keine Wal-Zuckerl zur Verteilung kamen, wird sich wohl ein Großteil all seiner arg betroffenen Wahlbeobachter mit Sushi, Forelle blau, Biobackhühnern und anderen glücklichen Tierleichen auf Tellern eingedeckt haben. Genau diese Wal-Kommission punzierte das halbtote Strandgut im fortgeschrittenen Wal-Alter mit dem Namen Timmy und erdrückte es mit all jener Sympathie, die es den gefischten, gejagten und dem Schlachthof geweihten „Nutztieren“ beharrlich verweigert.

Zusätzlich zu den schwer verschluckbaren Netzteilen hatte sich der arme, alte Timmy damit endgültig auch noch im Internet verfangen – nun gab es kein wie immer geartetes Entkommen mehr. Das übernahmen geldige Schlepper, die den Wal-Greis per Kahn in die Ferne anonymer Untiefen der Nordsee verfrachteten – eine Wal-Fahrt als Wiedergutmachung für abertausende grausame Harpunierungen seit Moby Dick?  Dass jenem Unterfangen kein echter Wal-Erfolg beschieden sein würde war unschwer absehbar. Nach einem letzten, kurzen Abtauchen kann es Timmy mittlerweile rundum egal sein und alle können dem Wal den namentlichen Buckel hinunterrutschen: Seine sterblichen Überreste wurden an der Küste einer dänischen Insel angespült. Den Dänen war klar, dass der Kadaver vorerst in keiner noch so großen Wal-Urne landen wird, da im Falle des prominenten Kadavers eine Obduktion anstand – Timmys Seele hat aber vielleicht bereits ein tierisches Wal-hall als endgültige Wal-Heimat erreicht. Bei seinen glühenden Fans ist er schon aus den Augen, aus dem Sinn …  

Beim medialen Elch-Test 025“ war damals in den letzten August-Zuckungen kein Tag vergangen, an dem nicht Elch Emil viele Sommerlöcher in Minuten oder Zeilen österreichischer Medien stopfen musste. Alljährlich darf da mindestens ein Exemplar der Fauna in die Bresche springen – von der Tigermücke bis zum Seeungeheuer. Letzteres ist wohl die bekannteste Ausgabe dieser medialen Spezies: Das Ungeheuer von Loch Ness … Die sonst bei uns so beliebten, wie beheimateten Wölfe und Bären verrichten ihren Schreckensdienst verteilt aufs Jahr. Im Sommer braucht es jedoch spezielle UFOs der Fauna und unappetitliche Grauslichkeiten tierischer Provenienz, wie: Schlangen in Klomuscheln oder entwichene Raubkatzen, wie vor mehreren Jahren einen Puma bei uns im Mühlviertel, der die Nähe der Landeshauptstadt suchte …  Grund genug für Unterstufenschüler der Fadinger Anfang der 90iger die Videos „Das Ungeheuer von Loch Linz“ und „Jurassic Linz“ zu drehen. Der Pleschinger Streifen der Fadis „Haialarm am Pfenningberg“ (- ein Wels in Linz-Nähe) fand im Rahmen von Jurierungen nur geteilten Anklang. Ungeachtet dessen wurden das einem Straußenei entschlüpfte Fadinger Urzeitmonster und der Puma, der im eigenen Gym wütete umso mehr von der Jury, u. a. wegen Medienkritik hoch gelobt & ausgezeichnet <<<

Auffällig: Sommerlochtiere nehmen bei uns an Größe zu. Begonnen hat’s bei uns mit einer Katze – sprich: Dem Puma aus dem Mühl4tel. Ihm folgten einige große, animalische Aliens, bis im Vorjahr ein Elch das Loch ausfüllte. „Elefantöses“ wurde übersprungen, denn diesmal war es gar gleich das riesige Flossentier – eine weitere Steigerung wäre wohl nur noch durch eine Rückkehr ins gute, alte, schottische Loch Ness möglich …

Aber vielleicht wird’s ja mal ein Insekt, das die Herzen der Menschen öffnet: Riesenhornisse, Monsterameise und dergleichen würden sich anbieten … Außenseiterchancen hat vielleicht die „IQ-Kuh mit dem Besen“, falls sie dann nicht bereits Mageninhalt ihrer kurz begeisterten Fans oder anderer selbst ernannter „Tierschützer“ geworden ist …

Für unsere Sommerurlauber an dieser Stelle abschließend noch eines meiner liebsten NIA-Urlaub-Videos:

* * *

Passend zum Schulschluss hier die beiden Medienrucksacksendungen (KeplerSalon):

(- im 2. Teil der 2. Sendung sind weiters Festspiel-Infos verpackt …)

Im Rahmen des Medienrucksack-Abends im KeplerSalon wurde das Thema Medienbildung in der Schule abgearbeitet & diskutiert

Die Ausgangssituation für die Umsetzung der Medienbildung an Schulen könnte nicht komplexer sein. In der Abendmoderation sprach ich bei unterschiedlichsten Schulen mit Medienschwerpunkten u. a. von kleinen Dampfern und Flugzeugträgern – Schulen, die in Summe mit 2 Wochenstunden pro Klasse auskommen müssen und speziell berufsbildende Einrichtungen im Oberstufenbereich, die für Theorie, praktische Medienbildung usw. viele fix vorgesehene Stunden im Wochenplan zur Verfügung haben, während man in der Schwerpunkt-AHS Projekte jenseits des Stundenplans nur in unverbindlichen Übungen oder gar in der Freizeit verwirklichen kann. Da ist es dann auch schwer umsetzbar eine Medienklasse mit 24 Schüler:Innen gleichzeitig mit einem Projekt (für welches auch max. 5 Leute gereicht hätte) zu beschäftigen. Zwei Wahlpflichtfachgruppen bis zu einer Größenordnung von etwa 12 (oder weniger) wären da unabdingbar praktikabler. Dies kann aber nur funktionieren, wenn bei einem Wahlpflichtangebot die Schüler:Innen zuerst aus den Schwerpunkt-Fächern des Hauses wählen (so wie in den 7. Kl. Zwischen ME & BE) und erst dann aus dem restlichen Wahlpflichtangebot. Im Falle meiner ehemaligen Wirkungsstätte wäre so zuerst aus den Bereichen Naturwissenschaften, Medien und Robotik zu wählen, denn es kann nicht sein, dass im speziellen Fall ein Fach wie „Briefmarkensammeln“ gleichwertig im Rennen ist. Das erzeugt Beliebigkeit statt klarer Unverwechselbarkeit und bringt womöglich einen Schwerpunkt wegen einer einzigen fehlenden Anmeldung um die zweite Wahlfachgruppe des jeweiligen Jahrgangs. Naturwissenschaftliche Schwerpunkte haben einen breiter angelegten Fächerkanon als die beiden anderen Schwerpunkte. Hier bestünde aus meiner Sicht die Möglichkeit eine Großgruppe Bio/Physik/Chemie … anzubieten und dann auf zwei Gruppen aufzuteilen (ohne sich wechselseitig zu konkurrieren … aber das wissen alle Fachleute des Hauses garantiert wesentlich besser.

Dass Gratislaptops und Gerätekunde keine wirklich ultimativen Lösungsansätze zur Thematik schulischer Medienbildung sind, dürfte mittlerweile auch bei der Politik angekommen sein …

Wir bleiben dran <<< & die nächsten „Medienrucksacktage“ im Herbst 026 sind in Planung …

Bei einem KeplerSalon mit E. Bernauer https://dorftv.at/video/37059 Anfang Juni konnte das Buch „Die Fadingerschule nebst anderen Büchern des Autors im dortigen Rahmen von der Fa. Fürstelberger (Promenade) angeboten werden (29.- Euro).

M P

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder … , die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !