ZAPFEN-STREICH … „Habt (Weihn)-8 !“

                             Warum wurde der folgende Beitrag im Dezember 018 verfasst                                 Weil sich 2x kurz vor Weihnachten das Happyend eines Dilemmas abzeichnete  …

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„Sequel“ /Auslöser:  Februar 2016   –  „Vergatterung“ zur REHA

Der große Zeiger hatte eben erst unentschlossen und dann doch mit einem kleinem Hüpfer und leichtem Nachzittern die „5 vor 12 – Marke“ erklommen. Und genauso fühlte auch ER sich: Wie im 5 vor 12 -Bereich und selbst das nur mit viel Mühe. ER hatte kein Auge zugetan und war viel zu früh losgefahren. Die unbarmherzige Uhr unterstrich dies nachhaltig. Es war so ein typischer Zeitmesser Marke „Bahnhof“ – überdimensional groß, rund und dominant inmitten der dazupassenden Halle, im andauernd diffusen Schwebezustand zwischen Ankunft und Abfahrt. Überladene Gepäckswagen wurden hektisch und extra geräuschvoll durch den halligen Raum geschoben. Plötzlich eroberte eine Gruppe „Römischer Soldaten“ Bild füllend das Zentrum des Geschehens. Unter ihnen unverkennbar Julius Cäsar, der eben dem Aufzug unter der riesigen Uhr entstiegen war und nun imperatorisch laut grüßte. „Morituri te salutant“, dachte der müde Gast, als in seinem Blickfeld ein Pinguin auftaucht, der eben am Nachbartisch einen Cappuccino servierte. Würde der Vogel wohl auch zu ihm kommen, um eine Bestellung aufzunehmen? Ein Blick in die vor ihm liegende Speisenkarte ohne wirklich darin zu lesen führte nur dazu, dass er aufblickend feststellen musste, dass sich Alt-Rom verabschiedet hatte. Ein Römer hatte seine Krücken vergessen. Wunderschöne rote Krücken, die jetzt verloren im Eck bei der Aufzugtür lehnten. Ihm würden ja marineblaue Gehhilfen zusagen, statt der vom Spital zur Verfügung gestellten, öd grauen Krankenkassenvariante. Egal, das passte alles wunderbar zur Situation in der er sich befand: Faschingdienstag als Ankunftstag im „Revital Aspach“ – Beginn einer dreiwöchigen REHA in „Aspach Uralt“. Eigentlich hatte er gar keine Lust etwas zu bestellen, wusste aber, dass volle zwei Stunden (120 Min) totzuschlagen waren. Das hatte man ihm an der Rezeption mitgeteilt. Erst dann war mit der Zimmerzuteilung zu rechnen. Sein Blick schweifte, wie schon in den letzten Minuten immer wieder zu seinem Gepäckswagen auf dem sich das zusammengerollte Unterbett gegen die Decke wölbte. Als letztes Stück Heimat und möglicherweise eine, wenngleich zweifelhafte Garantie, dass die ihm zugewiesene Bettstatt in erträglicher Härte endlich wieder etwas Schlaf ermöglichen würde. Seit der Operation hatte sich Morpheus kaum mehr blicken lassen, außer in widerwilliger, durch kleine blaue Tabletten dazu genötigter Form. Und dies bedeutete Albträume in der Gestalt eines sich permanent mit sich steigernder Geschwindigkeit wiederholenden Horrortrips von wild kreisenden Zahlen, Terminen und permanent wieder und wieder zu erledigenden Aufgaben. Gefolgt von einem nicht zu beschreibenden Gefühl der totalen Erschöpfung am nächsten Morgen, aber begrüßt und kommentiert von einer allzu zufriedenen Nachtschwester der Patient und sein neues Knie hätten nachweislich laut und tief geschlafen.

2016-02-14 09.18.51.jpgDer Hinweis man haben ein Zimmer ohne Teppichboden am Telefon vereinbart und somit verbindlich gebucht, war eben erst gerade beim Gespräch mit der beamteten Rezeptionistin  im Strudel bürokratischer Willkommenskultur unreflektiert versickert. Ein zweiter zaghafter Versuch diesen essentiell wichtigen Punkt im Kontext des leider unvermeidlichen Aufenthalts mit der Dame zu klären scheiterte an der morgendlichen Stimmschwäche und am schwächelnden Kreislauf des Kandidaten. Ein Zimmer mit Teppichboden war atemtechnisch, schlafstrategisch und überhaupt ebenso wenig denkbar, wie Zimmer mit Katze. Letzteres war Gott sei Dank nicht im Angebot. Diese Teppich-Allergie schloss bei ihm schon seit ewig etwa 90 % der heimischen Hotellerie aus bei verzweifelten Buchungsattacken seiner Frau betreffend freie Quartiere für gemeinsame, ohnehin selten gestreute Urlaube.

Kasernenort im Salzburgischen.JPGNur die Grundausbildung war doppelt so lang & schlimmer  …

Erinnerungen werden wach:  1 9 7 3   –  45 Jahre danach

Drei volle Wochen inklusive ebensolchem Dienstplan mit bis zu 6 „Anwendungen“ täglich ! (- Tagwache um 6.00 mit Blutdruck messen, Unterwasserübung, Ergometer …) Ihm war schlecht vom Kreislauf. Er hatte in den Nächten davor kaum geschlafen. Also schloss er die Augen und dank der Gnade seiner Schwerhörigkeit verwandelte sich die so gedämpfte Hektik in artverwandte Bilder aus seiner Vergangenheit: Als er eine Woche nach seinem ersten Bayreuth-Besuch an einem viel zu sonnigem Tag in einem Bahnhof im Pongau ankam, um sich von dort aus möglichst zaghaft dem Haupttor des Kasernenareals zu nähern in der Hoffnung nie in ihm anzukommen. Dann betrat er doch im gleißenden, fahlen Licht die unheimliche Weite des Kasernenhofs. Kalte, ja feindliche Umwelt, fern der Linzer Heimat, getrennt von Vater und Mutter, entwurzelt, bedroht von einer langen, endlos scheinenden Verweildauer. Da brauchts kein Brom im Tee um einen Durchhänger zu haben, oder „flammende“ Reden des kommandierenden Oberstleutnants, der seine „Braven Buam“ gefährdet sah durch urbane Rekruten aus den östlichen Städten der Republik und daher oft Kontrollfahrten zu den Kuhfladen-„Gefechtsplätzen“ mit seinem Ford Mustang unternahm, auf dessen Kühlerhaube ein knochiger weißer Stierschädel montiert war. Wenn er dann damit eine Vollbremsung auf der „Sprung vorwärts Deckung – Wiese“ in Form einer Halbpirouette hinlegte & sich leicht texanisch, quasi mit Sombrero aus seinem Westernmobil wuchtete, wusste man sich „gut aufgehoben“ in dieser staatlichen Institution. Ebenso wenn der leider unfreiwillige „Kompanie-Schwejk“ die Übungshandgranate gegen, statt über die Schutz-Wand schoss, oder man wegen angeblicher, sogenannter „Anstiftung zum Kameradschaftsdiebstahl“ (sprich man hatte den Spindschlüssel irrtümlich im Schloss stecken gelassen) zum „Rapport“ befohlen wurde und man als Ergebnis einen blöden   SAmstagSOnntag Latrinendienst ausfasste – verbunden mit einer Streichung des Urlaubsscheins für dieses Wochenende …

Tagwache“  – „Links um – Rechts um !“ – schallt es schroff über den Kasernenhof  …

let the sunshine in - Soldat Pilsz.jpg

ATOM-PIL(S)Z VON LINKs  –  Rechts schaut !

St. Johann ließ ihn über 6 Wochen nicht los – unterbrochen von nur ganz kurzen bewilligten Fluchten nach Salzburg und Linz (!) nach erfolgreichem Schießen und Turmspringen vom 5er des örtlichen Schwimmbads. Der 3. Platz beim Schießen und „Acapulco für Arme“ brachten dem Rekruten immerhin 3 Extra-Tage ein an denen er das nervige Exerzieren am Appellplatz mit anschließender Übung auf der Kuhwiese vergessen konnte. Am Morgen und am späteren Nachmittag war ein junger, „wichtiger“ Leutnant und dazwischen ein recht solider Offizierstellvertreter [OffzStv] für die FuRV (Funkrichtverbindungskompanie) zuständig. Die „Höhepunkte“ ihrer Bemühungen gipfelten in der Verlegung eines fetten Postkabels auf einen Hügel durch die FuRV mit anschließender Coca Cola –Labung (Man glaubt gar nicht wie enorm schwer diese extradicken Kabeln sind – selbst wenn alle 50 cm ein Soldat damit beschäftigt ist) Die Angelobung, zu der die Eltern anreisten und die Abschlussübung inklusive 30 Km-Marsch mit partiellem Einsatz der ABC-Schutzmaske kombiniert mit grauer Antiatom- Regenpelerine ergänzten den ganz „normalen“ Wahnsinn  …  Hauptsache man war somit „vor dem bösen Atom geschützt“  und  „Neue Lage“: 120 Tage …

ABC Maske mit Regenschutz gegen Atombombe

Obiges war kein Ausschnitt aus einer Aufführung der Kabarettgruppe „Schlabarett“ – Diese schilderte perfekt 1 : 1 ihre „Militärerlebnisse“ – allerdings zu einer Zeit als man schon die Wahl hatte vor die Zivi-Kommission zu treten und man nicht automatisch bei der „Stellung“ mit damals noch 89 Kg Lebendgewicht als athletisch eingestuft und voll tauglich den Pionieren zugewiesen wurde und erst nach Bitten & Protest zum dann eigenen Entsetzen dem Funkrichtfunkverband (?) der „Gebirgsjäger“ im alpin bergigen St. Johann im Pongau zugwiesen wurde. Ein „Gebirgsjäger“ – der bereits bei einem Höhenunterschied von ganzen fünf Metern mit Schwindelgefühlen gesegnet war. Hindernisbahn sollte die Kaserne nach Möglichkeit auch keine aufweisen … Tja …

Unter der Regierung Kreisky II wurde auf Druck pazifistischer Verbände der Zivildienst eingeführt – inkl. gefürchteter Zivildienstkommission – Fredi Dorfer, Roland Düringer & Co hatten bereits das zweifelhafte „Vergnügen“  …

Genial: Atompilz von Links (obiges Video unbedingt anschauen !)06-07-2013 12;43;00kl.jpg06-07-2013 12;43;00akl.jpg08-12-2018 14;34;06.jpgEhrenfadinger Fredi Dorfer war so frei den Fadis zum 10er-Jubiläum seines „Schlabaretts“ eine Adaption des Atompilzes zu gestatten – eines der letzten Kabarettprojekte (siehe oben) in den 90ern im BRG Linz  …

06-04-2018 19;51;28kl.jpgSchulfreund Siegi Gressl (im Bild oben als Operettenbuffo später auch Tatort-Darsteller) war kurz davor beim Versuch eines Militärsender dabei gewesen, den man allerdings zwischenzeitlich wieder eingespart hatte …

Also konnte ein dahingehender Versetzungsantrag nicht bewilligt werden, sehr wohl aber wurde dann dem Begehr nach einer Linz-nahen Kaserne entsprochen, um es dem unbescholtenen Rekruten zu ermöglichen sein Gesangsstudium mit nun einsetzendem Herbst in „Angriff“ nehmen zu können (- nach bereits vor Einrückung erfolgter, recht erfolgreicher Aufnahmeprüfung)

So wurde aus dem irrtümlichen Schützen der FuRV-Kompanie der Gebirgsjäger im salzburgischen St. Johann noch im August ein Wehrmann der HZA (Heereszeuganstalt mit hohem ZivilistInnenanteil) in der oö. Panzer-Kaserne Wels. Der Start dort geriet geradezu grenzgenial in der etwas separierten Telefonzentrale inmitten einer Schar junger „Telefonfräulein“  …

„Jom Kippur“- Krieg

Der Krieg begann mit einem Überraschungsangriff Ägyptens und Syriens am 6. Oktober 1973, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, auf dem Sinai und den Golanhöhen, die sechs Jahre zuvor von Israel im Zuge des Sechstagekrieges erobert worden waren. In den Österreichischen Kasernen wurden Leute für UN-Einsätze angeworben und die Bereitschaft erhöht. Während sich in der zivillastigen Welser HZA niemand fand, der in Wüstenkriege verwickelt werden wollte, trudelte wenig später die Karte eines FuRV-„Kameraden“ aus Kairo ein …  Der telefonierende Wehrmann in Wels war mittlerweile in den Kommandoturm umquartiert worden & absofort in Soldangelegenheiten tätig und für die „Essenskarten“ der Kompanie zuständig. Auf die Art und Weise konnte er Kameraden glücklich machen, einem freundlichen, älteren, kränklichen Wachtmeister die Arbeit erleichtern und er hatte Ansprache durch den 2. Schreiber – einen eben fertigen Juristen, der die Welser Gepflogenheiten schon gut kannte. War der Vizeleutnant (Spieß) außer Reichweite gabs Coca Cola-Pausen beim Turmstübchen am Dach (- Lehnstühle & Kühlschrank inkl.) Der gemeinsame „Dienst“ beschränkte sich auf die periodisch notwendige, rituelle Verbrennung des Inhalts des Geheimpapierkorbs (- dazu natürlich hier keine Angaben) – Eine einmalige Indiskretion bescherte den beiden Soldaten allerdings ein dabei plötzlich einsetzender Herbststurm, der „anregendes“ in der Trafik gekauftes Bildmaterial des Majors über die Wiese wirbelte und so kurzfristig unter die Leute brachte  …  Das Welser Klima erwies sich als gut und beständig: Kein Auslandseinsatz – statt dessen mit ausbrechendem Herbst nun Beginn des Studiums, geblockt bzw. am späten Nachmittag und Abend. Das war möglich durch den täglichen Dienstschluss um 16 Uhr, am Freitag auch früher und bedingt durch die kurze Zeit dieses Zustands: Nach starken drei Monaten war der Spuk vorbei. Bis dahin hieß es aber täglich um einen Überzeitschein anzusuchen, der es ermöglichte den letzten Personenzug nach Kallham nehmen zu können, um so knapp vor Mitternacht das Haupttor zu passieren.

Auf Google Maps sieht der Welser Komandoturm aus wie dazumal.JPGGoogle-Maps machts möglich: Der Welser Kommandoturm wie dazumal  …

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Adjustierung verbessern !

Nachdem der Oberst (auch in seiner Funktion betreffend die Militärmusik) ab und zu Gäste empfing brauchte er einen „Pfeifendeckel“, der Speis & Trank servieren konnte ohne dabei gleich unangenehm aufzufallen – und so bediente er sich abwechselnd seiner Schreiber. Einem in der Panzergarage gemobbten Jungmann konnte man durch Kontakte zum Oberst und Dank eines guten Tags des Vizeleutnants einen gepflegten Reinigungsdienst im Turm verschaffen, was den Kameraden so glücklich machte dass er beschloss den Schreibern am folgenden Tag das Frühstück ans Bett zu bringen – so gut so schlecht: Denn im Moment dieser „Morgengabe“ tauchte aus dem nichts der OvT (Offizier vom Tag) in der Unterkunft auf – noch bevor das weiche Ei geköpft war. Der Spieß wurde verständigt und damit war der alte Wachtmeister 2 Tage mit seinen Rechnungen alleine beschäftigt, denn der Schreiber durfte in dieser Zeit einen großen Lastwagen ent- und beladen. Ein Schwielen förderliches Unterfangen, das sich wenig später fast wiederholte, als Wehrmann „Schreiber“ nach einem überknöchelten (!) Weekend in Hausschuhen zur Standeskontrolle erschien. Erst nach Rücksprache mit der SAN-Abteilung nahm der Vize von einer seiner drakonischen Strafen Abstand und beließ es bei einer Verwarnung. Noch glimpflicher ging ein letztlich doch nicht ganz so wirklich routinemäßiger, morgendlicher Besuch in der Kasernenküche über die Bühne. Längst hatte man sich dort auf ein eher unmilitärisches „Guten Morgen“ nach dem Parken des Dienstrades verständigt, als an einem Wochenbeginn im November-Grau unvermittelt mit lauter Stimme ein Unbekannter das freundliche, eher zivile Ritual des Frühaufstehers harsch unterbrochen wurde. Als der Mantel von den Schultern des aufgebrachten Mannes rutschte wurden drei Goldsterne sichtbar …  aus der edlen Zornesröte des erregten Offiziergesichts quoll ein fordernd angriffiges: „Machen sie eine Meldung Wehrmann – hat man ihnen das hier nicht beigebracht?! – Darauf ein eher zögerlich verhaltenes „Herr Hauptmann, Wehrmann  …“     – und dann ein Wunder: Ein Unteroffizier unterbrach die Szene: „Telefon Herr Hauptmann“!                                               

1385476339Waffenrad_H_1_freisteller_web_resized_960.jpgDer „Goldfasan“ eilte in den Gang neben der Küche und der Wehrmann entschwand nach einer kurzen Schrecksekunde durch die andere Tür an der Rückseite, startete eilends sein bereitstehendes Waffenrad und gelangte so im Zickzackkurs unentdeckt zum Kommandoturm – in der Hoffnung, dass ihn auf Nachfrage kein Küchenbulle enttarnt und es sich um keinen Gast des Herrn Oberst handelt. Denn auch zu Wels waren SAMSONe nicht sonderlich beliebt und äußerst gefährlich. Der nächtliche Flughafen war extrem spooky und der sonntägliche Beschuss der Panzergarage durch unbekannte Aggressoren konnte erst durch das beherzte Herbeitelefonieren des OvTs beendet werden. Jugoslawische Mitbürger hatten von ihrem Garten aus störende Vögel unter Beschuss genommen, sodass die Querschläger gegen die Glaswände des Vorbaus prasselten. Oberst sei Dank gabs für die „Retter des Vaterlandes“ keine quasi Anhebung des militärischen Rangs. – Schon beim sommerlichen 30Km-Marsch traute man sich in der Pause nicht mal durch Alle Neune auf der Kegelbahn aufzufallen und auch im Rahmen der unnedigen, tiefwinterlichen Gefechtsübung kurz vorm seligen Abrüsttermin war den Schreibern klar: Bloß keine „Kecks“ & damit eine Beförderung zum Gefreiten, Korporal oder gar schneidigen Zugsführer zu riskieren und schon gar nicht so kurz vor Weihnachten – sonst blühen später alljährlich ausgiebige Miliz- anstatt kurzer & überschaubarer Waffenübungen (insgesamt 60 Tage) …

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Aber war die Wehrdienstmedaille in Bronze der krönende Schlusspunkt?

Eiszelt Basislager am Pfenningberg

 Einberufungsbefehl nach nur wenigen Wochen im Schuldienst? – dem Administrator des Hauses war die zornige Enttäuschung im Tonfall deutlichst anzumerken – Nein, nein nur eine Waffenübung konnte den aufgebrachten Stundenplaner nur langsam beruhigen. Wenige Nächte später ein böses Erwachen: Eisige Kälte – es war rund um Nikolaus – stockdunkel, hartes Lager … erst beim Versuch aufzustehen realisierte der aus seinen Träumen Gerissene, dass er nicht zuhause war, sondern in einem Militär-Zelt, das hartgefrorenen sich wie Beton anfühlte, sich unter Garantie nicht öffnen ließ, da auch der Reißverschluss vereist war. Und so blieb dem nun wieder kurz Teilzeitsoldaten nichts anderes über, als die steife Behausung mit vollem Körpereinsatz aus der Verankerung zu lösen und durch den Spalt unten ins Freie zu kriechen. Die restliche Mannschaft hatte sich bereits in noch möglichen „Öffnungszeiten“ rund ums Feuer inmitten der Militär-Tipis versammelt und dämmerte so dem Morgengrauen entgegen. Den Panzer-„Angriff“ der nächtlichen Übung hatte man hier im Freigelände des TÜPl Treffling unterm Pfenningberg gut überstanden, zumal die ach so bedrohlichen Kettenfahrzeuge nur in den Köpfen der Übungsleiter existierten und der Beschuss ausschließlich durch erhellende Leuchtraketen erfolgte …  Schon in Kindertagen hatte der spätere „Soldat wider Willen“ diese Gegend bedrohlich als Mondlandschaft taxiert und seinen Vater bei einer Wanderung zur Umkehr bewogen …

Noch am Vormittag wurde zuerst die „Zeltstadt“ und schließlich in Ebelsberg die mehrtägige Übung abgebrochen. Der zivile Advent konnte ausbrechen – die Welt war wieder in Ordnung. Dieser Ausflug ins Grüne, das sich über Nacht in eine klirrend solide, schneebedeckte Eiswelt verwandelt hatte, war nach dem Grundwehrdienst der erste und zugleich letzte Einsatz (mit der Waffe) zur Erhaltung der immerwährenden Neutralität … Schuldienst und ein stärker werdendes Asthma beendeten die steile militärische Karriere des Wehrmanns …   (Antrag: 76 / Finale Entscheidung: 81)

Kompanie ruht ! – Wegtreten !

Manfred Pilsz   (Der unmilitärischte Schütze & Wehrmann – seit geraumer Zeit a D)

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder …, die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !

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