30 Jahre AEC

Wo IK (Intelligente Kunst) heute auf KI trifft

„Das Museum der Zukunft“ feiert den 30. Geburtstag

Zur österreichischen Millenniumfeier 1996 ist am 2. September in Linz-Urfahr das erste „Museum der Zukunft“ des Landes eröffnet worden: Auf 2.000 Quadratmetern war für 180 Millionen Schilling auf dem Kopf der Nibelungenbrücke das Ars Electronica Center (AEC) entstanden.

Auf fünf Ebenen wurden neue Technologien aus den Bereichen Multimedia, Telemedia und Cybermedia gezeigt. 169 Rechner, vom einfachen PC bis zum größten Grafikcomputer Österreichs, sowie 50 Kilometer elektrische Leitungen hatte das neue Haus, hieß es 1996. Das war zu einer Zeit, in der es weder WLAN noch Cloud-Computing, Smartphones und soziale Medien, Streaming und Chatbots gab. „Kein Mensch hatte je etwas gegoogelt“, steht 30 Jahre später auf der Website des AEC

Die Ars Electronica besaß bei ihrer Gründung im Jahr 1979 noch kein eigenes Haus. Es entstand als reines, zeitlich begrenztes Festival im Rahmen des Internationalen Brucknerfestes. Erst 17 Jahre später, im Jahr 1996, wurde mit dem Ars Electronica Center (dem „Museum der Zukunft“) ein festes, eigenes Gebäude in Linz eröffnet.

Die Jahre ohne eigenes Haus (1979–1995)

  • Der Ursprung: Das Festival wurde am 18. September 1979 von Hannes Leopoldseder, Hubert Bognermayr, Ulli A. Rützel und Herbert W. Franke ins Leben gerufen.

Die Spielorte: Da es kein eigenes Gebäude gab, wich das Festival von Beginn an auf wechselnde Infrastrukturen in Linz aus. Zu den ersten Schauplätzen gehörten das Brucknerhaus und der Linzer Donaupark (wo die berühmte erste Klangwolke stattfand).

1979: Erste Ars Electronica (eröffnet am 18. September im Rahmen des Brucknerfestes) mit der ersten Linzer Klangwolke.

Ab 1980 – 86: Festival-Ausgabe im zweijährigen Turnus.

1987: Einführung des Prix Ars Electronica (erstmalige Vergabe des renommierten Medienkunstpreises).

1988: Motto: Kunst der Szene.  Ma(e)lstrom Südpol

1991: Motto: Out of Control.  STWST-TV

1996: Eröffnung des Ars Electronica Center (AEC) und Gründung des Ars Electronica Futurelab; Motto: Memesis

Die Eröffnung des eigenen Hauses

  • Feste Heimat: Erst 1996 errichtete die Stadt Linz das Ars Electronica Center als ganzjährig geöffnetes Museum und reines „Hauptquartier“ der Organisation. Gleichzeitig wurde das Forschungslabor Futurelab gegründet.

Das Festival als digitaler Nomade

Obwohl das Ars Electronica Center existiert, ist das eigentliche Ars Electronica Festival konzeptionell bis heute ein nomadisches Event geblieben. Es findet nur zu einem kleinen Teil im eigenen Museum statt. Stattdessen „besetzt“ es jedes Jahr wechselnde, oft leerstehende oder ungewöhnliche Großräume in Linz:

  • Frühere Locations: Die Tabakfabrik Linz, das Gelände der JKU und über viele Jahre hinweg die Postcity (das ehemalige Postverteilerzentrum am Bahnhof).
  • Aktuelle Entwicklung (2026): Da die Postcity nicht mehr verfügbar ist, breitet sich das Festival aktuell unter dem Motto „Negotiating Humanity“ an über 40 Schauplätzen direkt in der Linzer Innenstadt aus (darunter das Lentos Kunstmuseum, die Kunstuniversität und die MedUni).

Seit 1995 ist Gerfried Stocker künstlerischer Leiter und Geschäftsführer von Ars Electronica in Linz. Mit einem Team von Künstlern und Technikern entwickelte er 1995/96 die Ausstellungsstrategien deArs Electronica Center (AEC). Zudem betrieb er den Aufbau des Ars Electronica Futurelab, einer Forschungs- und Entwicklungsabteilung im AEC. Ab 2004 erfolgte unter seiner Leitung der Aufbau des Programms für internationale Ars Electronica Ausstellungen und ab 2005 die Planung und inhaltliche Neupositionierung für das 2009 baulich erweiterte Ars Electronica Center

Untrennbar mit ARS & AEC verbunden: Die >Fadinger<

Die Brucknerklänge der Missa Universalis waren eben verhallt und der Auftrittsnebel hatte im vollbesetzten Festsaal des Fadingergyms eben den Klangwolkenvordenker und –AuslöseHubert Bognermayr auf der Bühne sichtbar werden lassen, als der Kopf von Eela Craig auch schon loslegte: „Nach meiner Vorstellung soll von den Bergen rund um Linz die Musik in den Donaupark geblasen werden und so eine Wolke aus Klang entstehen …“

Wäre dies so eins zu eins passiert, hätte es die Bäume auf der Mayrwiese oberhalb seines elektronischen Försterhauses am Fuß des Pöstlingbergs flachlegen müssen und ebenso die Vegetation am Pfenning- und Freinberg. Letztendlich ist es 79 eine Abspeckversion dieser Vision geworden, aber gewaltig genug, um die verschlafene, noch stinkende Stahlstadt Linz sehr nachhaltig in eine pulsierende, internationale Kulturzone zu switchen und mit der 1. ARS den Ruf als weltweit anerkannte Medienstadt einzuläuten.

Im Jahr davor hatte man mit der begeisterten Aufnahme der Missa Universalis der Gruppe Eela Craig durch das Linzer Publikum im Rahmen des Brucknerfests im Konzerthaus an der Donau den Grundstein zu dieser Entwicklung gelegt. So war nach der Eröffnung (1974) des Brucknerhauses nun doch noch der Ausgangspunkt für ein Alleinstellungsmerkmal eines herbstlichen Fests gefunden. Mit Experimenten wie dem Forum Design oder – Metall, dessen Exponate noch heute im Donaupark zu bewundern (?) sind, war man diesbezüglich nicht fündig geworden  …  Und so lag es denn nun an den Geburtshelfern und jahrelangen Begleitern der Klangwolke Hannes Leopoldseder und vor allem an Walter Haupt einen wahren Siegeszug dieser Idee möglich zu machen, umzusetzen und am Kochen zu halten  …

Die visualisierte KLANGWOLKE ist bis heute Kulminationspunkt beim Startschuss in den KULTURHERBST und Nahtstelle zwischen ARS & Brucknerfest

PK zur Klangwolke 025

>ENDLICH< KULTURHERBST

BRUCKNERFEST026 ERÖFFNUNG <<< (- anklicken)

Dystopische Cumulus Lentia MMXXVI

Was wäre wohl passender als der 2. Satz der IX. Bruckner 1) zu Linz & 2) zu dessen Untergang? Der Wagnerianer in mir muss da einlenken, wenngleich es mir schwerfällt und sich bei jener Thematik und speziell zum 150. Ring-Jubiläum die „Götterdämmerung“ vordergründig und überhaupt aufdrängen würde. Werde ich zu Linzen noch irgendwann eine Wagner-Wolke erleben? – Seit 1983 fordere ich sie nachdrücklich ! Welches Gesamtopus eines Komponisten ist KW-verdächtiger als die leitmotivische „Film-Musik“ des M.a.M. (Meisters aller Meister) Zurück zur Breisach`schen Wolke 026: Optisch/Filmisch begann sie stark, erging sich aber (bei höchsten Erwartungen) in der Folge ab&an in Wiederholungen. Die Tonebene war von Auftakt bis zum Schlussakkord optimal. Besonders berührend: „Und morgen wird die Sonne wieder scheinen“ („Morgen“ – R. Strauss), sowie Bruckners Klavierstück „Erinnerung“.

Die Linzer  A R S  –  geboren aus der M U S I K  …  

Was für eine Aufbruchstimmung begleitet von der Neugier des Publikums herrschte beim „Mitmachkonzert“ 1980, wie neu war der elektronische Sound von Klaus Schulze oder Isao Tomita & die „Pink Floyd -Wolke“. Damals war die Klangwolke noch ein wirkliches Experiment von Walter Haupt und nicht bloß eine „Rundum-Beschallung“ mit Feuerwerk. Malstrom Südpol” und einer der absoluten Höhepunkte: “Out of Control“ – ja man könnte noch viele weitere, exorbitante „Aufmacher“ der folgenden Jahre anführen, die Linz zur „Kulturhauptstadt“ und > city of media arts < werden ließen … Es lebe die ARS, die Wolke, die Goldene Nica und speziell die > u19 < mit ihrem Motto Create Your World“ <<<

Immer wieder gab es u19-Preise der ARS für die MRG-Fadis

ABSOLUTER HÖHEPUNKT IN DER FADINGER ARS-STORY: Die u19 Goldene Nica ging 2006 an die Krmpf Krmpf – Studios – sprich: David sowie Magdalena Wurm & Co. <<<

In den 30 Jahren des AECs gab es immer wieder Kooperationen zwischen der ARS und den Fadingern – oft unter ganz unkonventionellen, analogen Ansinnen: So bat die ARS einst um alle vor Schulbeginn entbehrlichen Overheads für eine Aktion im AEC (- verständlich, denn für uns Fadinger gab es keine vergleichbar flexible Beleuchtung bei unseren Filmen). Das AEC war der sensationell originäre Drehort für unser Musikvideo „Der Zauberlehrling“ (P. Dukas), das vom AEC auf seiner nächtlichen Außenhaut in großen Lichtlettern mehrfach angekündigt wurde – ein Projekt gemeinsam mit dem Brucknerorchester (- mehrere erfolgreiche Aufführungen im großen Saal des Brucknerhauses auf der großen Leinwand begleitet vom Orchester …)

Auf den Orchester-Schlag genau zersprang ein runder Zauber-Spiegel auf der großen Brucknerhausleinwand in 1000 kleine Glassplitter – das große Wort des Meisters hatte damit den Wahnsinn, den der „Zauberlehrling“ ausgelöst hatte beendet. Das sich anschließende Finale des bei der damaligen Präsentation perfekt synchron spielenden Brucknerorchesters (bei der Probe war man mit dem exakt auf eine Musikvorgabe geschnittenen Video noch nicht 100%ig auf Deckung) mündete in den begeisterten Applaus des mit jungen Leuten randvollen Großen Saals des Hauses …

Wenige Monate davor hatte das Projektteam der Fadingerschule das ganze Gebäude samt Deep Space als Drehort für die Visualisierung von Paul Dukas „Zauberlehrling“ zur Verfügung. Ein fauler Praktikant im AEC der in Abwesenheit seiner Chefin Roboter aktiviert, die Kontrolle verliert und so hier Chaos bzw. in der Folge Katastrophen auf der ganzen Welt auslöst  …

Eines der gelungensten Musik/Medien-Projekte war somit im Trockenen & sollte den Fadis als Film bei diversen Präsentationen, dem internationalen MLA (Media Award) des Bundesministeriums, oder bei „OÖ im Film“ usw. (CineBox / MT) noch viel Freude machen. Motivator und Ermöglicher dieser Projekte des Fadinger MRGs war damals direkt nach dem Kulturhauptstadtjahr09 der Herr über MOVE ON – der umtriebige, missionarisch begeisternde Musikvermittler Dr. Albert Landertinger.

Heuer 026 im Doppeljubiläumsjahr (175er der Fadis & 30er des AECs) dient das Fadinger-Gym als Ort einer ARS-Ausstellung:  

Im BRG Fadingerstraße – einer Schule mit einem ausgeprägten Medien- und Kunstschwerpunkt – werden beim Ars Electronica Festival 2026 hochkarätige internationale Kunstprogramme präsentiert – meinte die KI auf Anfrage betreffend die ARS026 …

Besonders beeindruckend: Das riesige Nashorn (Installation des israelischen Künstlers Itamar Gov), das fast den ganzen Turnsaal ausfüllte. Ein Werk zur Thematik Rhinozerisierung – dies bedeute im Hebräischen sinngemäß, sich autoritärem Gedankengut zu öffnen und sich unhinterfragt der Meinung anderer anzuschließen, hieß es.

Im Fadinger Eingangsfoyer traf ich dann noch auf Peter Androsch, der da u. a. mit seinem Gusen-Projekt vertreten war.

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Der BLOG-Beitrag schließt leider mit einer traurigen Meldung:

Das großartige Original Erni Mangold hat uns verlassen

Unter unserem Balkon der Mondseer Wohnung stand einst stundenlang im „Tratsch“ mit den Nachbarn (vom Landestheater) zur ebnen Erd‘: Heinz Reincke mit Gattin Erni Mangold. Am Irrsee teilte man sich den Badeplatz mit Heinz Marecek, wenn dieser Otti Schenk am jenseitigen Ufer besuchte … so bekam man automatisch einiges aus der Wiener Künstlerszene mit …

Mein letztes Vergnügen mit der wunderbaren Mangold hatte ich in Windhaag bei Dreharbeiten zu einem Landkrimi mit Josef Hader – Ich gestaltete damals eine meiner ersten Sendungen als Vertreter des FRO-SeniorInnen-Radios – unterstützt von Astrid Dober: https://cba.media/351443

Die große Erni Mangold und ein unbedeutender Fan

Manfred Pilsz

(- seit 1979 bei jeder ARS, Klangwolke & bei jedem Brucknerfest)

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder … , die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !

PS.: JETZT bei der Fadinger Direktion sylvia.baeck@bildung.gv.at bestellen: Die Fadinger Schulgeschichte – Buch von Dr. Bernauer, den Jubiläumsjahresbericht 025/26 – Letzte Printausgabe forever ! InteressentInnen am neuen Fadinger Alumni-Verein (VERS-Nachfolge) können dort ihre Mailadressen/Postadressen deponieren … Fadinger Sekretariat: vanessa.krieg@bildung.gv.at