„DIGITAL ALICE“ IM VIRTUELLEN KANINCHENLOCH

Plötzlich wurde es rundum still: Die Vögel hörten auf zu singen, mit schier rasender Geschwindigkeit verfinsterte sich der Himmel und es kam eine unwirkliche, unheimliche Stimmung auf, die von einem kühlenden, unerklärlich plötzlich auftretenden Wind begleitet war, der jede Menge Staub aufwirbelte, aber leider nicht die störenden Wolken vertrieb …

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So erlebten wir am 11. August 1999 bei unserem Projekt „Sonnenspuren“ die Linzer SOFI (Sonnenfinsternis) am Mediendeck des Offenen Kulturhauses (OK). Zehn Jahre später vermeldeten wir dort Drehschluss für unser Alice-Videoprojekt – hier, wo auch die Premierenabende für die Filmcrews unserer meisten Musikvisualisierungen über die Bühne gingen, hier hatten wir die Wohnung unserer Alice eingerichtet, hier hat sie ihren Laptop aufgeklappt um so durch dieses virtuelle Kaninchenloch in die digitale „Wunderwelt“ zu gelangen bzw. von dieser auf Gedeih und Verderben verschluckt zu werden …

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ALICE WOHNTE SCHON WÄHREND LINZ09 IM OK-MEDIENDECK

Ein Projekt des Linzer Mediengyms Fadingerstraße im Zeitrahmen von 09

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Eine junge Frau spielt in einer modernen Dachwohnung am Laptop erfolgreich und begeistert das PC- Game ALICE. Die Handlung des Spiels ist eine Fortsetzung von Lewis Carrolls Alice im Wunderland und Alice hinter den Spiegeln: Alice hat bei einem Brand des Elternhauses beide Elternteile verloren. Weil sie sich die Schuld am Tod der Eltern gibt, zieht sie sich vollkommen in sich selbst zurück und lebt nun in einer Irrenanstalt. Dort ereilt sie der Hilferuf aus dem Wunderland. Bedingt durch ihren geistigen Zustand ist das Wunderland, welches im Prinzip nur in Alice‘ Fantasie existiert, zu einem bedrohlichen und dunklen Ort geworden, in dem die Herzkönigin ein grausames Terrorregime errichtet hat. Um sich selbst und das Wunderland zu retten, muss Alice zu Waffen greifen und die Herzkönigin besiegen. Ein verlustreicher Kampf gegen das eigene Ich, wie sich herausstellt …

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Diesen Kampf gegen das eigene Ich durchlebt auch unsere junge Studentin, die das Spiel vor allem aus zwei Gründen liebt: Erstens, weil ihr eigener Name ALICE lautet und zweitens, weil sie seit Kindestagen mit der Geschichte vom Wunderland und alle Bewohnern vertraut ist. Während es ihr auch diesmal anfänglich mit Hilfe der Grinsekatze gelingt die Herzkönigin zu überlisten und damit den nächst höheren Level zu erreichen, kann ihr nach der Verwirrung im Spiegelland auch der weiße Hase nicht mehr helfen und so ist sie der Teegesellschaft, Mad Hatters Tücke und dem Blutdurst der Herzkönigin bis zum letzten entscheidenden Schachzug hilflos ausgeliefert. Unmerklich wird sie als Person immer mehr eins mit der Computerwelt bis sie zur Gefangenen und schließlich Opfer des eigenen Spiels wird.

In Rahmen der Sendung EinBlick (315) der Medienwerkstatt Linz ist unsere Alice zum Auftakt der OK-Ausstellung Sinnesrauschim TV und jederzeit im Internet zu sehen:

YOUTUBE

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Bereits im Entstehungsjahr 09 durften wir uns über Erfolge der Visualisierung ALICE bei Wettbewerben im In- und Ausland freuen.

Unseres Hauskomponist Prof. Dr. Helmut Rogl (Fadinger Absolvent) und Wim van Zutphen (mit dem wir schon das John Cage-Projekt gemacht hatten) steuerten die Musik bei und in Wechselwirkung entstand eine Bilderwelt, die nicht nur jede Menge Preise einbrachte, sondern auch der „Aufhänger“ unserer Videoinstallation im Rahmen der Ausstellung Augenmusik während des Linz09-Brucknerfests war und im Foyer während der Pausen in der Konzerthalle an der Donau jede Menge Publikum hatte (wie schon 6 Jahre davor bei unserem Phil Glass-Video „ Die 5. Dimension“)  …

Manfred Pilsz

Radio FRECH zur Alice-Ausstellung im OK

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder …, die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !

 

Ein Gedanke zu “„DIGITAL ALICE“ IM VIRTUELLEN KANINCHENLOCH

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