PUBLIC TRISTAN & ISOLDENS ODEN …

Am 28. 8. zum alljährlichen Finale (Tristan & Walküre) der Bayreuther Festspiele       kurz vorm Todestag von „Mathilde“ in Altmünster  –  31. August 1902Banner.jpgRichards „Isolde“ hatte dort am Traunsee 1878 eine Wagnergrotte errichtet und eine Villa gekauft, die der Meister aber wahrscheinlich nie gesehen hat … 

                   Nach dem GRÜNEN Hügel in Bayreuth:                      Im GRÜNEN GARTEN zu Linz 

 25 Jahre nach der Premiere in Bayreuth erleben wir ab September hier in Linz             (an der Donau) Heiner Müllers Tristan-Inszenierung (*1993)

                                      MarkusPoschner im Gespräch zu „(Public) Tristan“  (FRO)                                                                          („Ohren auf, Zeit mitbringen & warm anziehen“)PV_Slider_web.jpgIm Musiktheater und am 15. 9.  im Rahmen eines Public Viewing –Events: Eine gratis Freiluft-Aufführung, wie bei der Klangwolke ganz im Sinne des antiken Theaters frei zugänglich für alle Bürger. So war es auch bei der Uridee der Festspiele gedacht und in Wagners vertraulicher Mitteilung an seine Freunde vom September 1850. Er wolle die Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ nicht irgendeinem Theater zur UA überlassen:“ Im Freien auf einer Wiese werde er ein einfaches Theater aus Brettern und Balken errichten lassen, die Sänger einladen, den Chor und das Orchester zusammenstellen, in den Zeitungen Einladungen ausschreiben. Der Eintritt sei natürlich gratis. Drei Aufführungen sollten stattfinden, und anschließend werde das Theater abgerissen.“

1876 sollten eintausend Patrone durch den Kauf von Patronatsscheinen zu je 300 Talern die notwendige Summe aufbringen und dafür freien Eintritt zu den geplanten Aufführungen erhalten …  Also ganz so gratis wars dann wohl wieder nicht, aber immerhin ! Und das Festspielhaus wurde auch nach drei Aufführungen nicht wieder weggerissen …  So gesehen sollte auch in Linz der >Public Tristan< friktionsfrei über die Bühne gehen. Allerdings im speziellen Fall:  Kann ein Nachtstück wie Tristan und Isolde auch bereits am „Öden Tag“ (ab 17.00)   „Dem Land, das Tristan meint, der Sonne Licht nicht scheint“ im Garten des Volks funktionieren?

Isolde noch im Reich der Sonne!
Im Tagesschimmer
noch Isolde!

Spätesten wenn der 2. Aufzug anhebt, soll und wird sich langsam das Dunkel der „Liebesnacht“ über dem Public Viewing-Gelände des Parks vor dem Musiktheater ausbreiten …  Garten mit hohen Bäumen vor dem Gemach Isoldes, zu welchem, seitwärts gelegen, Stufen hinaufführen. Helle, anmutige Sommernacht. An der geöffneten Türe ist eine brennende Fackel aufgesteckt. – Jagdgetön. Brangäne, auf den Stufen am Gemach, späht dem immer entfernter vernehmbaren Jagdtrosse nach. Zu ihr tritt aus dem Gemach, feurig bewegt, Isolde.  

O sink hernieder,
Nacht der Liebe,
gib Vergessen,
dass ich lebe;
nimm mich auf
in deinen Schoss,
löse von
der Welt mich los!

Vermissen wird man bei der Wagnerschen Theater-Klangwolke den Schutz der Nacht im 1. Akt bei der Trank-Szene / am Schluss und vor allem am Beginn beim Vorspiel zum Drama:   Der Musiker, der dieses Thema sich für die Einleitung seines Liebesdramas wählte, konnte, da er sich hier ganz im eigensten, unbeschränktesten Elemente der Musik fühlte, nur dafür besorgt sein, wie er sich beschränkte, da Erschöpfung des Themas unmöglich ist. So ließ er denn nur einmal, aber im lang gegliederten Zuge, das unersättliche Verlangen anschwellen, von dem schüchternsten Bekenntnis, der zartesten Hingezogenheit an, durch banges Seufzen, Hoffen und Zagen, Klagen und Wünschen, Wonnen und Qualen, bis zum mächtigsten Andrang, zur gewaltsamsten Mühe, den Durchbruch zu finden, der dem grenzenlos begehrlichen Herzen den Weg in das Meer unendlicher Liebeswonne eröffne. Umsonst! Ohnmächtig sinkt das Herz zurück, um in Sehnsucht zu verschmachten, in Sehnsucht ohne Erreichen, da jedes Erreichen nur wieder neues Sehnen ist, bis im letzten Ermatten dem brechenden Blicke die Ahnung des Erreichens höchster Wonne aufdämmert: es ist die Wonne des Sterbens, des Nichtmehrseins, der letzten Erlösung in jenes wundervolle Reich, von dem wir am fernsten abirren, wenn wir mit stürmischster Gewalt darin einzudringen uns mühen. Nennen wir es Tod? Oder ist es die nächtige Wunderwelt, aus der, wie die Sage uns meldet, ein Efeu und eine Rebe in inniger Umschlingung einst auf Tristans und Isoldes Grabe emporwuchsen?. « Richard Wagner an Mathilde Wesendonck – Brief vom 19. Dezember 1859

7216638620_5d6d8c39c8_z.jpgWagner lernte die Muse Mathilde Wesendonck 1852 in Zürich kennen, wo sie als Frau des wohlhabenden Seidenhändlers Otto Wesendonck lebte. Die damals 23-Jährige und Wagner waren voneinander fasziniert, doch zu einem Höhepunkt kam ihr Verhältnis erst in den Jahren 1857/58. Sie trafen sich, schrieben keineswegs nur „platonische“ Briefe und widmeten viele Gespräche der Gedankenwelt Schopenhauers. Die offensichtlichste Auswirkung von Wagners Beziehung zu Mathilde sind die Wesendonck-Lieder. Wagner komponierte diese nach Texten von Mathilde für Klavierbegleitung und instrumentierte das Lied „Träume“ für kleines Orchester.  – Vorstudien zu Tristan: Deutlich zu hören, wenn aus dem Lied „Träume“ das Liebesduett des 2. Aktes hervorquillt und Tristans Erzählung vom „weiten Reich der Weltennacht aus dem Treibhaus-Lied hervorschimmert:

Ich war,  
wo ich von je gewesen,  
wohin auf je ich geh‘  
im weiten Reich  
der Weltennacht.  
Nur ein Wissen  
dort uns eigen:  
göttlich ew’ges  
Urvergessen! 

1. Oktober 1857

So, lieber Freund, da haben Sie auch Ihren ersten Mietzins von mir. Mit der Zeit hoffe ich’s dahin zu bringen, Ihnen die wirkliche Mietentschädigung bieten zu können: vielleicht ist’s nicht gar fern mehr; dann sollen Sie sagen –

„Hei, unser Held Tristan,
wie der Zins zahlen kann!!“
 –

Und so für heute, wie für immer, noch meinen herzlichsten Dank für alles Gute und Freundliche, was Sie mir erwiesen!

Ihr Richard Wagner800px-Villa_Wesendonk_und_Asyl.jpg

Pikanterie: Der Dritte im Schweizer Bunde war Mathildes Gatte Otto Wesendonck – über Jahre Wagners wichtigster Sponsor. Nicht nur stellte er ihm das so genannte „Asyl“ am Züricher „Grünen Hügel“ zur Verfügung, ein Gartenhaus in direkter Nachbarschaft zur Villa Wesendonck, er half dem stets von Geldnöten geplagten Komponisten auch immer wieder mit großen Summen aus. Das Verhältnis zwischen den dreien verewigte Wagner im Tristan im wirklichen Leben war er der Titelheld, Mathilde die Isolde und der betrogenen Otto mimte König Marke – eine klassische Dreierkonstellation: wie im 1. Akt Walküre: Siegmund, Sieglinde und Hunding …  jenes Vorspiel ist versehen mit den Initialen G.S.M. – „Gesegnet sei Mathilde“.  Wagners Frau Minna beendete die Züricher „Dreierbeziehungen“ nachdem sie einen Brief ihres Mannes (die „Morgenbeichte“) abgefangen hatte und drohte alles auffliegen zu lassen. Wagner setzte sich nach Venedig ab …  wo er innerhalb von 6 Monaten den 2. Akt komponiert     iw-caffa-florian-20-665x304.jpg

Im Juli 1857 schrieb Wagner aus Zürich an Julie Ritter, eine mütterliche Freundin, die den Künstler jahrelang mit der Zahlung einer Rente unterstützte: „Lassen Sie sich die Andeutung genügen, daß ich im Begriff stehe, mit großer Überwindung den ,Siegfried‘ auf ein Jahr im Walde allein zu lassen, um mir mit einem ,Tristan und Isolde‘ Luft zu machen.“ Mitte September schließlich war die Dichtung vollendet, dann machte er sich an die Komposition. „Ich hoffe, den Theatern mit diesem Werke eine leicht zu überwindende Aufgabe zu überweisen.“ Da aber hatte sich Wagner wohl geirrt. Zwei Jahre später schrieb er an Mathilde Wesendonk: „Kind! Dieser ,Tristan‘ wird was Furchtbares! Dieser letzte Akt!!! Ich fürchte, die Oper wird verboten – falls durch schlechte Aufführung nicht das Ganze parodiert wird: nur mittelmäßige Aufführungen können mich retten! Vollständig gute müssen die Leute verrückt machen, ich kann’s mir nicht anders denken. So weit hat’s noch mit mir kommen müssen! O weh!“

Nirgends, ach nirgends
find ich Ruh‘:
mich wirft die Nacht
dem Tage zu,
um ewig an meinen Leiden
der Sonne Auge zu weiden.
O dieser Sonne
sengender Strahl,
wie brennt mir das Hirn
seine glühende Qual!
Für diese Hitze
heisses Verschmachten,
ach, keines Schattens
kühlend Umnachten!

Am 6. August 1859 lag die Partitur des „Tristan“ vollständig vor. Alle Versuche aber, das Werk in Szene zu setzen, scheiterten. Mehrere Städte waren für Uraufführung angedacht: Karlsruhe, Paris, Wien, Dresden, Weimar … sogar eine Aufführung in Rio de Janeiro in italienischer Sprache wird in Aussicht genommen. Der Kaiser von Brasilien, Dom Pedro, sollte der Widmungsträger sein. In Wien schließlich begannen nach langen, schwierigen Verhandlungen die Proben. Nach vielem Hin und Her aber und nach Intrigen des Kritikers Hanslick, der die Künstler gegen Wagner einnehmen konnte, wurde die geplante Aufführung nach 77 Proben endgültig abgesagt. Zur Jahreswende 1863/64 war Richard Wagner am Ende.

Er saß in Wien in einer Villen- Etage   in Penzing am Schönbrunner Schlossgarten, die er sich nicht leisten konnte. Über München, wo er am Karfreitag ziellos die Stadt durchstreifend in  einem Schaufenster das Bildnis des kurz zuvor auf den Thron gestiegenen 18-jährigen König Ludwig II. erblickte, ging es über den Bodensee nach Mariafeld, dem Landsitz der Familie Wille in Meilen, 15 Kilometer südlich von Zürich am Ostufer des Sees gelegen. Richtig willkommen war er der Freundin Eliza Wille nicht, das Ehepaar Wesendonck wollte ihn überhaupt nicht sehen. Ein Brief an Mathilde Wesendonck, mit der ihn genau zehn Jahre zuvor leidenschaftliche Gefühle verbunden hatten, die den „Tristan“ inspirierten, ging ungeöffnet an ihn zurück.  Altmünster_Villa_Traunblick.JPG29-08-2016 18;44;36.jpg                                                                                                           Musik Gedenkstätten in OÖ.

„Ich bin anders organisiert, habe reizbare Nerven; Schönheit, Glanz und Licht muss ich haben! Die Welt ist mir schuldig, was ich brauche ! Ich kann nicht leben auf einer Organistenstelle wie Ihr Meister Bach! – . Ist es denn eine unerhörte Forderung, wenn ich meine, das bisschen Luxus, das ich leiden mag, komme mir zu? Ich, der ich der Welt und Tausenden Genuss bereite?“  In einem Brief an Cornelius rief er aus: „Ein gutes, wahrhaft hilfreiches Wunder muss mir jetzt begegnen; sonst ist’s aus!“

Und das „Lohengrin-Wunder“ geschah – es erschien zwar kein Schwan, aber der Sekretär Ludwig des II. überreichte Wagner in Stuttgart einen Ring, ein Bild des Königs und überbringt ihm die Einladung, unter dessen Schutz in München  ausschließlich seinem Werk zu leben. Ein neues Kapitel in Wagners Biografie beginnt. Ohne den jungen bayerischen König, darüber gibt es keinen Zweifel, wären nicht so bald die Uraufführungen von „Tristan und Isolde“ (1865) und den „Meistersingern“ in München über die Bühne gegangen.

Tristan-und-Isolde-01.jpgAm 15. April 1865, dem Tag der ersten Orchesterprobe, wurde Cosimas und Richards erste gemeinsame Tochter, Isolde, geboren. Wieder eine dieser interessanten Dreier-Konstellation: Sie wurde im Taufregister als eheliche Tochter von Hans und Cosima von Bülow eingetragen, Richard Wagner fungierte als Taufzeuge. Der Tag der Uraufführung begann für Richard Wagner mit der Pfändung seiner Möbel, nachdem er am Vortag vom bevorstehenden Sterben seiner Frau Minna, die in Dresden weilte, erfahren hatte. Schließlich stand Ludwig Schnorr von Carolsfeld vor seiner Tür und gestand ihm unter Tränen, dass seine Frau Malvina infolge ihrer Heiserkeit, verschlimmert durch ein Dampfbad am Vorabend, keinesfalls an diesem Tag singen könne. Das Sängerpaar reiste nach Bad Reichenhall zur Kur und die extra aus halb Europa angereisten Premierengäste reisten wieder aus München ab. In der Münchner Boulevardpresse blühten die Spekulationen über den wahren Grund der Absage. Wagner ermutigte seine beiden „Löwen“, fallweise auch als sein „vielgeliebtes Hummelpaar“ bezeichnet, unermüdlich mittels Briefen, und so konnte am 10. Juni 1865 die Uraufführung tatsächlich unter der Stabführung von Hans von Bülow stattfinden …   eines Werkes, das wie kein anderes Epoche gemacht hat. Mit dem berüchtigten „Tristan“-Akkord begann die musikalische Moderne …

Erstaufführungsdirigent in Bayreuth 1886 war Felix Mottl – Opfer böser Satire:

Was gehst du nur in Mottls Tristan
und hörst dir dieses Trottels Mist an?
Schaff lieber dir ein Drittel Most an,
sauf dir mit diesem Mittel Trost an!

Legendär: Die Proben mit Karl Böhm (Bayreuth – 1962, Wieland Wagner)

Eine der berührendsten Inszenierungen: 1981, Regie, Bühne, Kostüme: Jean-Pierre Ponnelle, (Kollo mit „Labeflaschen“ in den Kulissen), Dirigent: Daniel Barenboim

Tod im Liebesduett. Den „Tristan“-Mythos nährt noch das traurige Faktum, dass der erste Tristan der Operngeschichte, Ludwig Schnorr von Carolsfeld wenige Wochen nach der Uraufführung starb. Er war erst 29 Jahre alt. Damit nicht genug der mysteriösen Schicksalsschläge: Felix Mottl, einer der bedeutendsten Dirigenten des Fin de Siècle, bricht 1911 während des zweiten „Tristan“-Akts im Haus der Uraufführung, dem Münchner Nationaltheater, zusammen und stirbt wenig später. 1968 ereilt den Dirigenten Joseph Keilberth im selben Haus dasselbe Schicksal – nahezu an derselben Stelle wie zuvor Mottl: „So starben wir, um ungetrennt, ewig einig, ohne End‘“, singen Tristan und Isolde. 1200px-Joseph_Albert_-_Ludwig_und_Malwine_Schnorr_von_Carolsfeld_-_Tristan_und_Isolde,_1865eAn der MET NY teilte man einst nach Erkrankung des Heldentenors in der Not die Partie des Tristans auf 3 Sänger auf: Akt 1 meisterte ein lyrischer, Akt 2 ein italienischer Tenor und das mörderische Finale wurde einem „Jugendlichen Helden“ überantwortet …

Garanten für das Linzer Projekt sind Ensemble und Gäste

      Sprich: Heiko Börner und Annemarie Kremer in den Titelrollen, D. Nekel (Marke),          M. Achrainer (Kurwenal), K. Lerner (Brangäne), M. Schmidlechner (Melot) …

                                  Inhaltliche Übereinstimmung ist der Nullpunkt jeder Kommunikation                       —  Liebende schweigen

„Musik als Weiterdenken des Textes“ übertitelt Intendant Schneider seine Gedanken zu „Tristan und Isolde“ in der heurigen Sommerausgabe der Mitteilungen der „Freunde des Musiktheaters“ – „Im Schweigen, besser in der Musik liegt die Wahrheit“- und dann lässt     er abschließend den Philosophen Wittgenstein zu Wort kommen:  „ …  wovon man nicht sprechen kann, davon muss man schweigen“- Der prominente Fadinger-Schüler Wittgenstein stellt mit diesem Satz die philosophische Rede schlechthin in Frage (Tractatus logico-philosophicus). Präziser drückt Wagner die „Sprachlosigkeit“ im Tristan mit seinem Parsifal-Zitat aus: „Das sagt sich nicht“ (- Frage nach dem Gral – aber auch hier anwendbar …)

Bei der quasi „halbkonzertant“ eher statischen Heiner Müller-Inszenierung, in Linz originär umgesetzt von dessen damaligem Assistenten und jetzigen Schauspielchef Stephan Suschke, im Bühnenbild von Erich Wonder und ins Licht gesetzt von Altmeister Manfred Voss, wird die geniale Musik Wagners in der Interpretation von Markus Poschner mit dem Brucknerorchester Linz zum wesentlichen Träger und Gestalter des Gesamtkunstwerks. Die „Handlung in ihren drei Aufzügen“ ist > Durch-komponiert < und lässt den Rezipienten nie los – von der 1. Note des Vorspiels bis zur letzten des Liebestods !

In dem wogenden Schwall,  

in dem tönenden Schall, 

in des Welt-Atems  

wehendem All – 

ertrinken,  

versinken – 

unbewußt –   

höchste Lust!

      

Wagners Musikdrama Tristan und Isolde wäre ohne Novalis’ Hymnen an die Nacht undenkbar. Vor allem die Umdeutung der Nacht von Chaos und Bedrohung hin zu einem transzendentalen Raum utopischer Liebeserfahrung spielt eine wesentliche Rolle. solareclipse-TA.jpgDSC00109.JPG220px-Photo_of_Gustav_Mahler_by_Moritz_Nähr_01.jpgalfred-roller-tristan-buehnenbild-richard-wagner-100__v-img__16__9__xl_-d31c35f8186ebeb80b0cd843a7c267a0e0c81647.jpgTöne, zum Bild geronnen!

In der Wiener Hofoper wird am 21. Februar 1903 Bühnengeschichte geschrieben – mit einer überwältigenden Neuinszenierung von Wagners „Tristan und Isolde“. Allein die Besetzung mit Anna von Mildenburg und Erik Schmedes unter dem Dirigat vonGustav Mahler verspricht ein Ereignis der besonderen Art! Doch was den Zuschauer optisch erwartet, übertrifft alles bisher Dagewesene: Raum, Farbe und Licht sind eins mit Musik, Wort und Gestik – ganz im Sinne von Wagners Idee des Gesamtkunstwerks. „Roller hat gefühlt, dass die Dekoration als Ausdruck der seelischen Stimmung sich erst zeigen darf, wenn durch den szenischen Verlauf das Gefühl des Zuschauers so weit ist, dass es jetzt drängt, sich im Bilde zu sehen.“ – Der Linzer Schriftsteller Hermann Bahr (Gatte der Mildenburg) bringt es auf den Punkt.

DSCN3187.JPGDer Bayreuther Meister hat mit seinem Gesamtkunstwerk u. a. die Kunstrichtung Film vorausgeahnt – Es sollte aber eigentlich nicht „Wagner goes Hollywood“ sondern „Hollywood goes Wagner“ lauten. Der orchestrale Wagner-Sound der Filmmusik in L.A. bestimmt nach wie vor trotz digitaler Evolution ihre „Mach-ART“ bis heute ! Kino und Video haben sich ihrerseits mit vielen Visualisierungen und Zitaten bedankt – allein, wenn man sich nur diesbezüglich den Tristan „ansieht“:

A visualization of an experience within music by Ron Hays 1975

„Liebestod“ from Tristan und Isolde aus dem Musikfilm „Aria“ Franc Roddam 1987     Melancholia – ein Endzeitfilm des Regisseurs Lars von Trier aus dem Jahr 2011 …  usw.

 

Isoldens Oden an die Nacht  (Projekt am MRG Linz)    – hier das RWVI-Feedback 22-01-2018 09;48;26DSCN3524.JPGMusik/Medien-Projekte

Nach einem ersten Versuch unter dem Titel „Mathilde“ in den 80ern wagte man sich am MRG in der Linzer Fadingerstraße 10 Jahre später wieder an die Umsetzung der Musik in Bilder heran und hatte nachhaltig großen Erfolg: Mit der Visualisierung der Wesendonck-Lieder unter dem Titel Isoldens Oden an die Nacht gelang es dem Medien-Gym die Jury zu überzeugen und Österreichische Film-Staatsmeisterwürden in Innsbruck 1999 zu erlangen …   „20 Jahre Medien-Gym“

 Plakat.JPGRadiosendung: Isa Stein / Linzer Tristan  <— Hier

Wagner Forschungsstätte Haus Wahnfried zu „Isoldens Oden“

Gesang: Lieselotte Brehm / Klavier: Helmut Rogl / Regie: Der BLOG-Autor

dali_castell_pubol-1.jpg16952_11.jpg84551-01.jpgVisualisierung muss nicht unbedingt in bewegten Bildern stattfinden, wenngleich Musik selbstverständlich unverzichtbar wie der Film eine zeitliche Komponente aufweist. Beispiele, dass es auch anders geht belegen der surreale Wagnerianer Salvador Dali & und der Bayreuther Leibfotograph Siegfried Lauterwasser, dem  heuer im Zuge des Herbstlichen Tristans eine Ausstellung gewidmet hätte werden sollen – ausgerichtet vom „Linzer“ Wagnerspross Verena Lafferentz …   Nun gibts Filmisches zu Wieland Wagner

8071156c0438a0db9ff3709cace894fd.jpgFile_065.JPGWieland Wagner „Tristan“ in Neu-BayreuthWieland 52Wieland 62 a

> Public Tristan < hier rechts auch als 2. Beitrag einer  —>   R a d i o s e n d u n g

                                   M a n f r e d    P i l s z

DSCN1075.JPGP T F.jpg

Den Beitrag findet man auch unter: Freunde des Linzer Musiktheaters sowie RWV Linz

… und Maestro Poschner hatte recht:

Was sich beim RING (ab 2013) schon deutlich abzeichnete ist seit dem heurigen TRISTAN nun endgültig Gewissheit:  LINZ ist eine WAGNER-STADT !!!

Inszenatorisch ließ der ehemalige Heiner Müller-Assistent (jetziger Schauspielchef) Stephan Suschke bei der gelungenen „Wiederbelebung“ der Bayreuther Produktion vergleichsweise zu 1993 zwischen den Protagonisten scheints mehr Nähe zu – die Erinnerung an den damaligen Hügel-Tristan ist nach 25 Jahren allerdings trügerisch …

Das Allerwesentlichste dieses sensationellen Erfolgs hat aber die musikalische Seite dazu beigetragen: Wie so oft (und diesmal ganz besonders) wäre „Wagner-Apostel“ Bruckner stolz auf sein Orchester gewesen, das mit Markus Poschner am Pult abhob zu einem wahren Höhenflug in des Welt-Atems wehendem All …  Dabei waren auch die hervorragenden Solisten bei ihm bestens aufgehoben: Heiko Börner & Annemarie Kremer sensationell als Tristan und Isolde, aber auch Brangäne Dshamilja Kaiser und Kurwenal Martin Achrainer konnten sich hören und sehen lassen. Insgesamt ist die Leistung des gesamten Linzer Ensembles (inkl. Chor) mehr als bewundernswert ! Nach 25 Jahren den Bayreuther TRISTAN in dieser Perfektion auf der größer dimensionierten Linzer Bühne (4:3 auf 16:9) erleben zu dürfen, sprengte alle noch so hohen Erwartungshaltungen – DANK DENN ALLEN ! ALLEN DANK !!!  DSCN3797.JPG         Durchgehend hervorragendes mediales Feedback zum Linzer Tristan und ein                                                       unnötiger „Ausrutscher“ in der „Presse“

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder … , die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !

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