Y O U K I – vorm runden Jubiläum

Youki CIMG1618 titelbild.JPGEs war saukalt in diesem Zirkuswagen, den man den jungen Radiomachern 2002 „aufgeschwatzt“ hatte, denn dem außen sichtbaren Ofenrohr war kein Rauch zu entlocken, da nicht eine einzige, dauernd funktionierende Heizquelle aufzutreiben war. Insgesamt 3 viel zu schwache Elektroöfen gaben der Reihe nach im Verlauf der Woche ihren Geist auf. Wie herrlich angenehm war es in den in den Jahren davor und auch danach in der Zentralsparkasse oder im E-Werk-Kundenbüro – große helle, warme Räume mit eigenen versperrbaren Büros, Internet, Kühlschrank und „Gästebetreuung“ … Hier nun mitten am Platz im Schneegestöber vorm Hotel Greif, das man in der Früh gar nicht verlassen wollte angesichts des beim Frühstück schon durchs Fenster sichtbaren Häuflein Elends des mobilen, extrem auffälligen, aber karg ausgestatteten Studios fror man im damals klimatisch bedingt kalten Herzen von Wels …

DSC03794.JPGyouki5 02.JPGDie Leiden und Freuden des jungen Radio FRECH-Teams aus dem Linzer Medien Gym hier in der zentralsten Stadt Österreichs waren bedingt durch ein jahrelanges Bemühen sich im Bereich Film und Radio einzubringen und Präsentationsflächen und –podien zu erobern.

In den 80er Jahren war man in der Schule eben dabei von Super-8 auf Video umzusteigen, die Filmtage wanderten von Kapfenberg nach Wels ab und als hier im Herbst 84 erstmals der „Red Carpet“ vorm Greif ausgerollt wurde –nicht für jenes Festival für das die Wagner-Büste im 1. Stock dieses Stadttheatersaals steht, sondern für die 1. Österreichischen Filmtage, da war das Fadinger Gym mit einem Vorfilm im Programm vertreten, nachdem man zuvor Direktor Reinhard Pyrker drei Wochen lang bekniet hatte, Jugendfilme für die Präsentation zuzulassen. Und plötzlich waren die Schulfilmer nur ein paar Postfächer und wenige Meter entfernt von Filmstars wie Houchang Allahyari, Said Manafi, Franz Antel, Peter Patzak … sowie Größen des Experimentalfilms wie Dietmar Brehm, Mara Mattuschka und in wilden, übernächtig hochpromilligen Diskussionen am besten aus der Schusslinie, unvermeidlich aber konfrontiert mit Peter Kern, Ernst Schmidt jr., & Co.. – Unvergesslich eine Konfrontation mit dem mittlerweile hoch dekorierten Kameragott Christian Berger, der in seiner vitalen, oft sehr direkten Art in einen Musikfilm-Diskurs hineinplatzte und dabei die neueste, filmische „Schularbeit“ (A. Bruckner – Versuch 1) des Hauses rüde „herabwürdigte“. Da wuchtete sich das Schwergewicht der Schülertruppe hoch mit den Worten: „I hau eam ani“ – Nur mit Mühe konnte Max davon abgebracht werden, den später Oscar nominierten Preisträger der „American Society of Cinematographers“ frontal anzugehen. Auch dieser Zwischenfall konnte nicht verhindern, dass den Filmtagen in Wels nun alljährlich mindestens ein auf Video überspieltes und später auch auf einem solchen Medium produziertes Werk der Fadis zugemutet wurde …

YOUKI-Geschichte – Erinnerungen

Nachdem es ein Video sogar als Vorfilm ins „Hauptabendprogramm“ des Filmpalasts Greif geschafft hatte, entschloss man sich, um dies zukünftig zu verhindern im Traunparkkino eine eigenen Schiene für den Schul/Schülerfilm einzurichten, wo abwechselnd immer auch Experimentalfilme über die Leinwand flimmerten (- echt legendär: „Gänseblümchen im Wind“) Das „Zentral“, die Räumlichkeiten des Greif und der Treffpunkt in der Pizzeria am Eck, wo Speisen mit Namen der aktuellen Filmtitel serviert wurden, blieben Fixpunkte des heftig umkämpften Festivals in der OÖ. „Provinzstadt“, die in ihrer Kleinheit dieser Veranstaltung volle, ungeteilte Aufmerksamkeit garantierte – ein wesentlicher Vorteil für Festspiele gegenüber Großstädten (siehe auch Bayreuth) – Pyrker verteidigte sein Gesamtkonzept der Filmtage gegen innere & äußere Widerstände („Braune Flecken“) erfolgreich bis Mitte der 90er Jahre. Sein plötzlicher Tod ließ die Filmtage nach Salzburg und schließlich nach Graz abwandern und dort zur Diagonale mutiert aufblühen – vor kurzem stellen dort die nun ehemaligen Youki-Chefs Peter Schernhuber und Sebastian Höglinger (Ex-Fadi) das Direktorium …

DSCN1495.JPG1999 im zweiten Jahr von Medien Gym und Radio FRECH brach in Wels die „Kinova“ aus. Der bekannte Welser Filmemacher Andreas Gruber („Hasenjagd“) mit dem auch die Fadis immer wieder zu tun hatten (Jury, Kooperation) startete einen Versuch, Wels abermals zur Filmstadt zu machen. Schon zu Zeiten von Hans Moser und Theo Lingen wurde hier gedreht und diese Tradition sollte fortgesetzt werden. Doch nach nur einem glücklosen Jahr wurde die Kinova zu Grabe getragen. Die Jugendschiene „Young-Kinova“ hingegen überlebte und wurde als YOUKI zum Markenzeichen der jungen Medienkunst weit über Österreich hinaus. Hans Schoiswohl hatte damit nicht nur ein sofort Landeskulturpreis-würdiges Festival kreiert, sondern kurz davor auch noch pädagogisch geadelt mit dem sogenannten Mediameeting – einem vom Medienarbeitskreis des LSR OÖ. ausgearbeitetes und gemeinsam mit dem PI bundesweit ausgeschriebenen Mediensymposium mit internationalen Gästen in den Räumlichkeiten des Welser Hotels Greif. – Hochkarätige Starreferenten setzten sich mit zukunftsweisenden Impulsthemen aktueller Medienpädagogik auseinander. Die zahlreich anwesenden Teilnehmer aus ganz Österreich waren begeistert von diesem „Hochamt“ der Medienkompetenz. Und von Beginn an (wie bei „Schäxpir“) mitten im Geschehen: Das FRECHe Radio … radio frech mister cinema frank h.JPGGlanzvolle Greif-Openings mit Frank Hoffmann und Barbara Rett standen ebenso am Programm der Youkis, wie der berühmte Medienspaziergang Josef Haders durch die Welser Innenstadt auf dem der Ehrenfadinger bis ins FRECHe Studio begleitet wurde … Auch der MLA (heute im Dschungel Wien ansässig) war damals in Wels beheimatet und schüttete erste Preise für die Fadinger Medienabteilung aus und lud zum Diskurs ein.Youki - Mediameeting im EWW m. Hader.jpg                           Fadinger Ehrenmitglied Josef Hader im FRECHen Studio

FRECH Studio Wels.jpg                                       FRECHes Langzeit-Studio in der Sparkasse

Die YOUKI blühte richtig auf – bedeutet sie als Vorname doch „Gesegnete“ oder ohne den Buchstaben „o“: „Schnee“ & „Schneeblüte“ – passend zum Termin später November. Im Indianischen wird es je nach Schriftzeichen mit „Mut“ oder „Glück“ übersetzt – so auch für die Fadis: Unter den „heimischen“ Preisträgern war mehrmals der „BLONDE ENGEL“ mit seinem Partner „Leichti“ anzutreffen – speziell mit dem legendären Trash Jesus vs. Terminator – Zu diesem Zeitpunkt stand neben dem Schl8hof & X-Außenstellen in der Innenstadt bereits auch das geniale MKH „Medienschloss“ zur Verfügung …Youki Schobi u Leichti DSC09813.JPGP1040722.JPG                                              Genial: YOUKI von der „MASCHEK-Seite“ …

DSC02075.JPGDSC02317.JPGYOUKI-Vater Hans Schoißwohl hat nicht nur dafür gesorgt, dass junge engagierte Leute mitarbeiten konnten, er hat damit auch gleich kommenden Führungskräften den Weg geebnet: Bei der YOUKI und bei Sebastian & Peter in der Folge auch bei der Diagonale …   Alle Guten Wünsche für die jungen Teams der letzten Jahre und für die Zukunft der YOUKI !!!DSCN2629.JPG                                                      radio-celebración-mundial                                                                                         Hier die —>  RADIOSENDUNG zum MEDIENKULTURHAUS

almseegipfel in angenehmer tallage.JPG„Mediengipfel“ – Alljährlich im Sommer traf man sich beim Hans (rechts im Bild) „daheim“ am Almsee zum gemeinsamen Geburtstag (Hans war nur wenige Stunden älter: 5. „vs.“ 6. August 54 / 2 Löwen & ein Leo) – bis Hans zu Beginn des Linzer Kulturhauptstadtjahrs 09 nach schwerer Krankheit von uns ging.

Sechs Jahre davor als die Welt noch in Ordnung war, saß man in diesem eisig kalten Zirkuswagen, wenngleich diesmal mit über 30 anderen Wärmenden – darunter Presseleuten bestückt mit Mikros und Kameras, denn es war Radio FRECH gelungen Fredi Dorfer vor dessen Auftritt im Greif in das FRECHe Gefährt zu locken. Kabarettkollege Günter Paal hielt den Kontakt mit dem Greif aufrecht, damit man sich nicht sinnlos verquatschen würde. Die Radio FRECHe Moderatorin Sabine Aigner schaffte es, sich im Verlauf des Gesprächs für den dann darauf folgenden Auftritt ins Greif einzuladen mit der Bitte Dorfer möge nicht überziehen, weil sie doch den letzten Zug nach Linz noch erwischen müsse. Gesagt getan – sie war in einer der Logen mit dabei und pünktlich um halb beendete der göttliche Dorfer seinen Abend mit dem Hinweis, dass es heute keine Draufgabe gäbe, da seine heutige Interviewpartnerin jetzt zum Zug müsse …  eine der Sternstunden von Radio FRECH

Dorfer (FRECH Youki).JPGEhrenfadinger Fredi Dorfer im FRECHen ZirkuswagenYouki 02 a.jpg

Pannonia.jpg Oben: Ingos Licht-Workshop / Unten: 2017 Fadis am vorweihnachtlichen MKH-SetDSCN1793.JPGFür die Fadis endete die Youki immer erst so ganz endgültig mit ihren Workshops im MKH kurz vor Weihnachten, wo meistens schon an Beiträgen fürs nächste Jahr gebastelt wurde. Wenn dabei Ex-Fadis mit Oberstuflern zwei Tage in Klausur gingen und Ingo den mit Schaumstoffteilen randvollen Ausstellungsraum mit Licht & Nebelprojektionen in eine Unterwasserwelt verwandelte, Gerolf Alice am PC schrumpfte und durch die Luft fliegen ließ, während Gerry Wahl mit der Achten nach dem ICH suchte, dann war Schulweihnacht nach eigenem Geschmack und mit dem eigenen Team ausgebrochen – das Christkind wartete so faktisch schon im dunklen Nachbarraum … und dann gings flott durch die wunderschön kitschig beleuchtete Weihnachtsstadt vorbei an der Hans Sachs – Gedenktafel gegenüber des MKHs beim Standlmarkt und dem glitzernden Stadtturm schnell zum Bahnhof – denn oft wars schon mal der „23.“  …

DSCN1695DSCN1682.JPG

Manfred Pilsz                                        AUF ZUR XX. YOUKI

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