Über-Brücken …

…  Über sieben Brücken musst du gehen
Sieben dunkle Jahre überstehn …

7 dunkle Jahre … eigentlich wäre 1 Pandemie-Jahr völlig ausreichend – und das bitte erst wieder im üblichen Abstand eines Jahrhunderts (- zuletzt: Spanische Grippe) – In Linz kennt man diese Usancen und so war mit einer frisch renovierten Pestsäule 2020 bestens auf Covid19 vorbereitet. Mit den 7 Brücken über die Donau wird’s da schon schwieriger (selbst wenn man die Steyregger Übergänge mit einrechnet) … Nun, im Normalfall reichten bisher für alt eingesessene Kernbewohner der Stadt vor der Biegung des Flusses (Lentos) 3 davon völlig aus:

Ende der 80er Jahre wurde er in Linz als ein sogenannter Volkslauf ins Leben gerufen

> Seit 2004 begleitete Radio FRECH den 3-Brücken-Lauf des Kulturzentrums Hof <

Die einzigen FRECHen Sportbeiträge

Alljährlich (meist kurz nach Ostern) begaben sich die Fadinger Medienleute zum Start dieses 6 Km Laufs vors Brucknerhaus für Vorher- und anschließend eilig zum nahen Kulturzentrum für die Nachher-Interviews. Mitglieder des Fadinger MRG-Teams gab’s aber auch unter den Streckenposten & manchmal waren Interviewerinnen auch mit Startnummern zu sehen …

Nach einem bedenklichen Schrumpfen der Zahl einsatzfähiger Brücken hätte man ganz zuletzt die Veranstaltung auch Nibelungenlauf nennen können, da neben dem Wegfall der Eisenbahn-, auch die Voest-Brücke zeitweise nur noch eingeschränkt benutzbar war. 2021 wird es Ende April einen virtuellen Lauf geben (auch für Walker)

Blonde Engel (oben) sind da rein von der Bodenhaftung klar im Vorteil …

DIE NAMENLOSE NEUE

Die Dresdener haben nach wie vor ihr „Blaues Wunder“ – die Linzer haben ein Fluss-überspannendes Wahrzeichen 2016 endgültig verloren

Pontifexe aller Schattierungen haben mittlerweile die Brücken-Dichte zu Linzen wieder deutlich erhöht: Die Voest-Brücke hat so operativ entlastende Bypässe bekommen, beim Freinberg könnte man in geraumer Zeit von einer Hängebrücke huldvoll auf die Westringbrücke darnieder blicken. Das derzeit aktuelle Projekt ist allerdings der frisch eingeschwommene Eisenbahnbrückenersatz, für dessen Taufe bereits ein Name gesucht wird. Nicht nur laut Quotenregelung wäre ein weiblicher Name angedacht: Eine Dohnal-Donauquerung sei da politisch im Fluss – Prinzipiell OK, aber mit wenig Linz-Bezug (- Wien od. das Wein4tel wären da biographisch besser geeignet). Eine Fussenegger-Furt“ wäre hier (OÖ) regional deutlich abgesicherter – mal sehen

Alles auf Schiene ?

Logisch wäre im ehrfürchtigen Gedenken * sowie im direkt kausalen Zusammenhang die Bezeichnung: > Neue Zug-Brücke < (- Ein sehr pfiffiger Vogel unter dem eigenen Dach raunte mir dies zu) – Originell, leitet sich vom Namen der geliebten Vorgängerin her und ist in seiner Doppeldeutigkeit herrlich irreführend … zur Not wäre auch eine Bahn-Brücke (- Gender-Form zu „Zug“) eine Lösung, „Eisenbahn-“ hingegen ein wahres > Sakrileg <* ! (- da fährt die nämliche …bahn drüber)

Aus Urfahraner Sicht war die alte Eisenbahnbrücke immer (völlig bar eines jeden ideologischen Hintergedankens) der linke und die Nibelungenbrücke der rechte Donauübergang. Die Linke Brückenstraße führte hier seit immer schon und ewig zur Eisenbahn-Donauquerung  …     So gesehen könnte man also auch die Taufe einer Linke(n) Brücke ins Auge fassen.

Die anschaulich alliterierende „Bruckner-Brücke“ wäre leicht merkbar und würde wiederum allen Genius-Loci-Fans gefallen, die noch dazu auf die direkte Nähe zum Konzerttempel verweisen könnten und auf das 2024 bevorstehende Jubiläum des Haus & Hof-Komponisten !

Das frisch gebackene Neoexemplar kopiert das charmante Original mit seinen nun ebenfalls 3 Bögen in moderner Form – so entstand u. a. die Idee sie nach den blauen „Donauwellen“ zu nennen … Seefahrer jedoch wissen von Monsterwellen zu berichten, den sogenannten „3 Geschwistern“ – Nun, Pandemien (- wie zuletzt vor 100 Jahren) weisen auch dieses 3 Wellen-Phänomen auf – so gesehen vielleicht doch keine gute Idee ein solches Bauwerk damit zu punzieren …

Warum haben Voest & Nibelungen eine Brücke in Linz?

Einfache Antwort: Warum nicht?

Bei der Voest-Brücke gab es stahlharte Argumente sie so zu benennen. Sollten enttäusche Köglberger-Fans mit dem Ansinnen die neue Brücke nach ihrem Idol zu benamsen scheitern: An Voest wird sicher eisern festgehalten – schon aus LASK-Gründen

Und wie siehts mit Nibelungen aus? Hier haben keine Zwerge über die Donau gesetzt  …

Und auch keine Burgunder … die sind in der Ebelsberger Gegend laut Sage in Richtung Rüdiger von Bechelaren (Bechelaren = Pöchlarn) unterwegs gewesen.

Der Bedarf an Zwergen ist regional völlig abgedeckt durch die Pöstlingberg-Besatzung inklusive (des fahrbaren) Drachen-Angebots  …  – migrantische Nibelungen würden da „Grotten-schlecht“ aussehen

Anmerkung der Redaktion: Für Wagnerianer sind die Nibelungen Untertanen des Zwergenkönigs Alberich. Im Nibelungenlied jedoch bezeichnen sich ab Beginn des 2. Teils (Kriemhilds Rache) die in Worms ansässigen Burgunder als Nibelungen und ziehen über die Donau bis ins „Heunenland“ des König Etzel (- samt finalem Gemetzel)

Man bewahre uns vor einer Burgunder Brücke  … bloß keine „Nibelungen-Noth“!

Wir belassen es einfach beim Namen der nunmehr 80 Jahre alten Brücke, die exakt dort über die Donau führt, wo ab 1500 eine Verbindung zwischen den beiden Ufern bestand.  Kriemhild und wenig später Hagen hatten keine Lust solange zu warten und querten bereits 1200 den Fluss in Oberbayern: Hagen & Co taten dies in Großmehring (nachdem obiger in Pförring wüst den Fährmann erschlagen hatte). In OÖ nächtigte Kriemhild wahrscheinlich in der Schaunburg. Schon vor Eferding zweigte der Weg von der Donau ab und führte in etwa 70 Kilometer direkt – unter Umgehung von Linz (!) – über die Traun zur Enns

Den Nibelungen ist es also nie gelungen nach Linz zu gelangen …

Nihil trotzquam hat obiger Taufname (vom ihrem Täufer einmal abgesehen) seine historische Berechtigung: Bis in die 80er Jahre glaubten viele, die an der Nord/Süd-Achse Linz im Schritttempo gemach passierten, dass es sich hier wohl um eine Nebel-Lungen-Brücke handeln müsse, da man speziell im Winterhalbjahr an vielen Tagen & Nächten kaum die eigene Hand erkennen konnte … > In Linz, da stinkt’s, man riecht, aber sieht es nicht < … wo der Nebel daheim ist: Nibelheim – Lebensraum der Nibelungen …

Nibelheim hier

Durch bleiche Nebel

Was blitzen dort feurige Funken

… das klingt nach Hochöfen, Schlacke und Schmiedehämmern, ist aber aus dem Libretto zu „Rheingold“ und auch Siegfrieds Schmiedelieder wären durchaus passend …

Während Linz09 wurde auf der Nibelungenbrücke eine > Weltrettungshaltestelle < eingerichtet, wo ursprünglich mit dem Projekt „Gefallene Helden“ ein Zeichen gesetzt hätte werden können – Beides wäre möglich gewesen …

VOR GENAU 40 JAHREN:


Im Jahr der 81er Renovierung war die „Traumreichsbrücke“ Drehort für den Fadinger Kubin-Film (oben)Die andere Seite“  (5 Jahre davor war in Wien die Reichsbrücke in die Donau gestürzt)

Was passiert nun eigentlich mit den wunderschönen Bögen der alten Brücke?

Manfred Pilsz

hier ein weiterer Beitrag zur Thematik <<<

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder …, die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !

PS.: > 1600 Jahre Venedig <

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