NEBEL DER ERINNERUNG

Dieser BLOG-Beitrag würd‘ sich Lektüre & Betrachtung auf einem großen Screen verdienen

„N E B E L * D E R * E R I N N E R U N G“

M u s i k f i l m – 4 Min 15 (KI-Projekt in Bild & Ton mit Kameradrohne)

Aus der Schwärze des Vorspanns ist das immer lauter werdende Ticken einer Uhr zu vernehmen. Schemenhaft wird in der Dunkelheit zu einem dann anschwellenden Pendelgeräusch der Umriss einer Lampe sichtbar, deren bebilderter Lampenschirm spontan aufflammt, als das Pendel schockartig akustisch zu einem schwingenden Beil mutiert. Wenige Momente später löscht das Klirren eines zersplitternden Glases das Licht. Schreie von Krähen erfüllen das erneute Dunkel (- gleich dem Moment des Todes – dies ist der 1. Plotpoint). Aufkommender Nebel lässt den Zuschauer über einem herbstlichen Baum entschweben – dazu erklingen erste Klaviertöne:

Es war, als hätt’ der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt’.

Das Lied Mondnacht aus dem Eichendorff-Zyklus (1840, op 39) ist wohl eine der populärsten Schöpfungen Schumanns, weil Musik und Dichtung sich hier auf einzigartige Weise ergänzen: Der Text besticht durch betont schlichten, aber tiefe Assoziationen weckenden Ausdruck und führt gleich zu Beginn mit einem Konjunktiv in eine Art Traumsituation – so auch in unserem Musikvideo:

Retrospektiv lösen sich aus dem Nebel alte Pilsz’sche Filmsequenzen, die nicht tautologisch auf den Text bezogen sind, sondern fein abgestimmt auf die Musik gesamtkunstwerklich die Stimmung des Kunstlieds interpretatorisch spür – und sichtbar werden lassen: Aus bleichen Nebelschleiern enthüllt sich ein erstes surreal anmutendes Traumbild – ein Zyklop öffnet sein Auge. Der Blick ruht auf der Blüte einer Mohnfeldaue, bevor auch diese wieder im weißen Dunst vergeht …     

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis’ die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Die besorgen Blicke zweier Mädchen auf eine Sanduhr weichen der Schnitterin, die heut‘ Morgen übers Feld ging, bis der Tau der Gräser in nächtlich stillem Rauschen von Zauberhand in eine Mondkugel verwandelt, mit steigender Dynamik (am Plotpoint 2) Fahrt aufnimmt …

Bilder aus dem vorhandenen Filmmaterial – mit KI bearbeitet

Während die ersten vier Halbverse stets mit der gleichen Melodie gesungen werden, wird bei der Zeile „Und meine Seele spannte …“ harmonisch und melodisch ein neuer Weg eingeschlagen, was den Abflug der Seele hör- und spürbar macht:  

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

In einer (dem Nebel verwandten) Winterlandschaft endet das letzte Verweilen, bevor die Seele über einen zugefrorenen See und verschneite Wälder dem Himmel entgegen segelt. Als sich die Spitzen einer bekannten Basilika aus dem Gewölk schälen, lösen sich im letzten Traumbild eines hell, wabernden Tunnels die finalen Momente der „Heldenreise“ in den Schatten einer „Anderswelt“ auf … Auf dem schon knappen, ersterbenden Atem verlöschen eilends die letzten Worte, die da doch deutlich erahnen lassen: Styx (- nicht Lethe), Elysium … oder doch gar Uterus …?

Erinnerungsbilder in letzten, nächtlichen Momenten zwischen Morpheús und Thánatos

Musik: Robert Schumann “Mondnacht”

Tenor Manfred Pilsz / Klavier Helmut Rogl

Drohnen-Sequenzen – Andreas Kolb

Technik & Schnitt – Uwe Buhrke

Idee, Bildmaterial & Bild-Regie – Manfred Pilsz

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Gewidmet: Rosa Pilsz – der Text Eichendorffs (1837) war eines ihrer Lieblingsgedichte – In der musikalischen Fassung begleitete sie die verwendete Aufnahme bis zum Tode

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Hier unser Musikvideo „N e b e l * d e r * E r i n n e r u n g:

Ex-Fadinger sind beim Projekt nicht nur in Pilszschen Laufbild-Eigen-Zitaten vertreten:

Dem Fadinger Absolventen Andreas Kolb gelangen im Verlaufe zweier Jahre an längeren Herbst- und Winter-Weekends im Mühl- und Wald4tel ganz wunderbare Drohnenaufnahmen. Stundenlang pilotierte er mit seinem >Kamera-geschulten Auge< (- Keine ARS ohne Kolb’sche Fotos) die fliegende Linse durch dichte Nebelschwaden. Allein der Flug über den winterlichen See und die Pöstlingberg-Sequenz lassen da den Spannungsbogen der Musik in parallelen Bildwelten erblühen. Eine optimal geeignete Auswahl jener hervorragenden, stimmigen Ergebnisse wechseln sich im nun fertigen Musikfilm ab, mit „Found Footage“-Sequenzen Pilsz‘scher Prägung – sprich: Eigenzitaten aus früheren Werken (- Zyklop, Pannonia, Mahler, Ständchen, Ring …)

Die Aufnahme des Kunstlieds stammt aus den 80er Jahren – Blogautor Pilsz und Klavierbegleiter Helmut Rogl haben da immer wieder konzertierten … Fadinger Absolvent Rogl wird Anfang 026 (im Jubiläumsjahr der Schule) seine nunmehr III. Symphonie im Brucknerhaus uraufführen.

Der musikaffine Bandbegleiter Uwe Buhrke polierte mit seinem KI-tauglichen Studio erst mal das alten Pilsz’sche Bild- und Tonmaterial technisch auf, kreierte gediegene Geräusch/Tonebenen für die Eingangsszene und schuf gemeinsam mit der Regie ein kleines, feines, filmmusikalisches Ganzes … 

>>>Bilder hören – Töne sehen– ganz im Sinne von Titus Leber   <<<

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F O N – Festival of Nations – Ende September

(oben: Im Programmkino – Bühne: Wenger & Gaigg / unten: Mit Said)

Ein „Blaues Wunder“ konnte man zum finalen Weekend beim „Festival der Nationen“ in Lenzing erleben – Esther Wenger (- langjährige Juryleiterin / bekannt durch ihre Regiearbeiten bei „Tatort“, den „Rosenheim-Cops“ und anderen TV-Serien) präsentierte ihr Werk „Das Blaue Wunder“ vor vollbesetztem Programmkino als allerletzten Film in der 53-jährigen Geschichte des Festivals. Leiter Christian Gaigg zieht sich zurück – ob`s und wie`s weitergehen könnte ist noch offen … Nach dem Start in Kärnten in den 70ern, übersiedelte das Festival nach Ebensee (Leitung Erich Riess) und schließlich ins Programmkino Lenzing. Unter den Weekendgästen befanden sich Mitglieder des deutschen und österr. Filmverbands VÖFA, sowie eine Ikone jener einschlägigen Filmwelt: Said Manafi – ein geschätzter, lieber, wichtiger, langjähriger Wegbegleiter des Blog-Autors …

Manfred Pilsz

(u. a. Mitglied der Österr. Film-Autoren <<<)

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Radio-SENDUNGEN & -Beiträge ganz im Sinne unseres Schul-Jubiläums

Im Rahmen des 175er Jubiläums des Traditionsgymnasiums Linz Fadingerstraße, das seit der Geburtsstunde von FRO mit Radio FRECH auf 105,0 vertreten ist, gibt es im SeniorenRadio während des Schuljahrs 025/26 mehrere Sendungen,  in denen Fadinger AbsolventInnen vom Blog-Autor zum Gespräch geladen werden: Den Auftakt in der Dezember-Ausgabe macht die Fadingerin Michi B., die bei ihrem 025er Abstecher von Alaska nach Linz vors FRO-Mikro geholt wurde …                                                                                                                                            

Es wird bei der Serie versucht u. a. die (im Rahmen des Jubiläumsprogramm angedachte) Fadi-Female-Thematik reinzunehmen – so auch bei Isa Stein (Künstlerin & Architektin) usw. … Komponist Helmut Rogl wird in einer Jubiläumssendung über seine III. Symphonie (UA Februar Brucknerhaus) sprechen, unser Historiker Egbert Bernauer über den Fortgang des nachhaltigen 175er Buch-Projekts zur „Fadinger Schulgeschichte“ – Die Sendungen sind per LINK (wie immer) auf CBA jederzeit nachzuhören <<<    

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Dr. Helmut S O H M E N

Zum Millenniumswechsel durfte Ihn der Blog-Autor in Linz kennenlernen

Zwei Fadinger AbsolventInnen am Schulhof im Gespräch:

2008: Interview mit Dr. Sohmen (Goldene Matura) durch Verena Duller

Am Staatsfeiertag verstarb in Hongkong eine Fadinger Legende: Der Reeder Helmut Sohmen – Dr. Sohmen maturierte 1958 am BRG Fadingerstraße. Mittels seiner Stiftung ermöglichte der Milliardär es jungen Leuten aus Österreich per Stipendium Kontakte in China zu knüpfen. Er unterstützte immer wieder seine Fadinger Schule & ihre AbsolventInnen – so auch als Großspender bei der 150Jahr-Feier. 

>Die Fadinger gedenken ihres bedeutenden Schülers

Riebes geniale „Venezianischen Vögel“ zieren zentral das Pilsz’sche Domizil

Markus Riebe – Beispielgebender Pädagoge und Pionier für computerunterstützte Kunst sowie digitale Medien – ist nicht mehr unter uns. Für mich war Markus fachlich eine > Natürliche Autorität <, menschlich eine Größe und als Mitstreiter in Sachen Medien unverzichtbar: Ich möchte da nur die Geburtswehen der YOUKI (Wels), oder den Medienarbeitskreis beim LSR OÖ erwähnen. Darüber hinaus hatten wir intensiven Kontakt u. a. beim Filmring der Jugend, sowie als Mitglieder des Linzer Stadt- und OÖ. Landeskulturbeirats

DANK auch für Deine Wertschätzung (Ehrung 016)

Erinnerungen, Bilder, Projekte …, das WESENTLICHSTE jedoch lässt sich kaum oder nicht in Worte fassen – DU aber lebst weiter in Deinen Werken, Deinem Wirken und bleibst UNVERGESSEN >D A N K E für A L L E S<

Wie immer um diese Zeit Gedanken zu:

Gespräch um letzte Dinge <<< RADIO

und etwas Halloween

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte -> dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder … , die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können

WAS PACKEN WIR IN DEN MEDIEN-RUCKSACK?

>>> Kepler-Salon – MO – 17. November: https://www.jku.at/kepler-salon/ereignisse/events/detail/news/was-packen-wir-in-den-medien-rucksack/

Kulturauftakt im Herbst 025: https://leologeslogbuch.blog/2025/10/06/keine-panik-auf-der-titanic-im-herbst-025-von-ars-kw-bis-rosenkavalier/

Auch Christine Schöpf (ORF/ARS) hat uns verlassen

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