NEBEL DER ERINNERUNG

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„N E B E L * D E R * E R I N N E R U N G“

M u s i k f i l m – 4 Min 15 (KI-Projekt in Bild & Ton mit Kameradrohne)

Aus der Schwärze des Vorspanns ist das immer lauter werdende Ticken einer Uhr zu vernehmen. Schemenhaft wird in der Dunkelheit zu einem dann anschwellenden Pendelgeräusch der Umriss einer Lampe sichtbar, deren bebilderter Lampenschirm spontan aufflammt, als das Pendel schockartig akustisch zu einem schwingenden Beil mutiert. Wenige Momente später löscht das Klirren eines zersplitternden Glases das Licht. Schreie von Krähen erfüllen das erneute Dunkel (- gleich dem Moment des Todes – dies ist der 1. Plotpoint). Aufkommender Nebel lässt den Zuschauer über einem herbstlichen Baum entschweben – dazu erklingen erste Klaviertöne:

Es war, als hätt’ der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt’.

Das Lied Mondnacht aus dem Eichendorff-Zyklus (1840, op 39) ist wohl eine der populärsten Schöpfungen Schumanns, weil Musik und Dichtung sich hier auf einzigartige Weise ergänzen: Der Text besticht durch betont schlichten, aber tiefe Assoziationen weckenden Ausdruck und führt gleich zu Beginn mit einem Konjunktiv in eine Art Traumsituation – so auch in unserem Musikvideo:

Retrospektiv lösen sich aus dem Nebel alte Pilsz’sche Filmsequenzen, die nicht tautologisch auf den Text bezogen sind, sondern fein abgestimmt auf die Musik gesamtkunstwerklich die Stimmung des Kunstlieds interpretatorisch spür – und sichtbar werden lassen: Aus bleichen Nebelschleiern enthüllt sich ein erstes surreal anmutendes Traumbild – ein Zyklop öffnet sein Auge. Der Blick ruht auf der Blüte einer Mohnfeldaue, bevor auch diese wieder im weißen Dunst vergeht …     

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis’ die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Die besorgen Blicke zweier Mädchen auf eine Sanduhr weichen der Schnitterin, die heut‘ Morgen übers Feld ging, bis der Tau der Gräser in nächtlich stillem Rauschen von Zauberhand in eine Mondkugel verwandelt, mit steigender Dynamik (am Plotpoint 2) Fahrt aufnimmt …

Bilder aus dem vorhandenen Filmmaterial – mit KI bearbeitet

Während die ersten vier Halbverse stets mit der gleichen Melodie gesungen werden, wird bei der Zeile „Und meine Seele spannte …“ harmonisch und melodisch ein neuer Weg eingeschlagen, was den Abflug der Seele hör- und spürbar macht:  

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

In einer (dem Nebel verwandten) Winterlandschaft endet das letzte Verweilen, bevor die Seele über einen zugefrorenen See und verschneite Wälder dem Himmel entgegen segelt. Als sich die Spitzen einer bekannten Basilika aus dem Gewölk schälen, lösen sich im letzten Traumbild eines hell, wabernden Tunnels die finalen Momente der „Heldenreise“ in den Schatten einer „Anderswelt“ auf … Auf dem schon knappen, ersterbenden Atem verlöschen eilends die letzten Worte, die da doch deutlich erahnen lassen: Styx (- nicht Lethe), Elysium … oder doch gar Uterus …?

Erinnerungsbilder in letzten, nächtlichen Momenten zwischen Morpheús und Thánatos

Musik: Robert Schumann “Mondnacht”

Tenor Manfred Pilsz / Klavier Helmut Rogl

Drohnen-Sequenzen – Andreas Kolb

Technik & Schnitt – Uwe Buhrke

Idee, Bildmaterial & Bild-Regie – Manfred Pilsz

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Gewidmet: Rosa Pilsz – der Text Eichendorffs (1837) war eines ihrer Lieblingsgedichte – In der musikalischen Fassung begleitete sie die verwendete Aufnahme bis zum Tode

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Hier unser Musikvideo „N e b e l * d e r * E r i n n e r u n g:

Ex-Fadinger sind beim Projekt nicht nur in Pilszschen Laufbild-Eigen-Zitaten vertreten:

Dem Fadinger Absolventen Andreas Kolb gelangen im Verlaufe zweier Jahre an längeren Herbst- und Winter-Weekends im Mühl- und Wald4tel ganz wunderbare Drohnenaufnahmen. Stundenlang pilotierte er mit seinem >Kamera-geschulten Auge< (- Keine ARS ohne Kolb’sche Fotos) die fliegende Linse durch dichte Nebelschwaden. Allein der Flug über den winterlichen See und die Pöstlingberg-Sequenz lassen da den Spannungsbogen der Musik in parallelen Bildwelten erblühen. Eine optimal geeignete Auswahl jener hervorragenden, stimmigen Ergebnisse wechseln sich im nun fertigen Musikfilm ab, mit „Found Footage“-Sequenzen Pilsz‘scher Prägung – sprich: Eigenzitaten aus früheren Werken (- Zyklop, Pannonia, Mahler, Ständchen, Ring …)

Die Aufnahme des Kunstlieds stammt aus den 80er Jahren – Blogautor Pilsz und Klavierbegleiter Helmut Rogl haben da immer wieder konzertierten … Fadinger Absolvent Rogl wird Anfang 026 (im Jubiläumsjahr der Schule) seine nunmehr III. Symphonie im Brucknerhaus uraufführen.

Der musikaffine Bandbegleiter Uwe Buhrke polierte mit seinem KI-tauglichen Studio erst mal das alten Pilsz’sche Bild- und Tonmaterial technisch auf, kreierte gediegene Geräusch/Tonebenen für die Eingangsszene und schuf gemeinsam mit der Regie ein kleines, feines, filmmusikalisches Ganzes … 

>>>Bilder hören – Töne sehen– ganz im Sinne von Titus Leber   <<<

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F O N – Festival of Nations – Ende September

(oben: Im Programmkino – Bühne: Wenger & Gaigg / unten: Mit Said)

Ein „Blaues Wunder“ konnte man zum finalen Weekend beim „Festival der Nationen“ in Lenzing erleben – Esther Wenger (- langjährige Juryleiterin / bekannt durch ihre Regiearbeiten bei „Tatort“, den „Rosenheim-Cops“ und anderen TV-Serien) präsentierte ihr Werk „Das Blaue Wunder“ vor vollbesetztem Programmkino als allerletzten Film in der 53-jährigen Geschichte des Festivals. Leiter Christian Gaigg zieht sich zurück – ob`s und wie`s weitergehen könnte ist noch offen … Nach dem Start in Kärnten in den 70ern, übersiedelte das Festival nach Ebensee (Leitung Erich Riess) und schließlich ins Programmkino Lenzing. Unter den Weekendgästen befanden sich Mitglieder des deutschen und österr. Filmverbands VÖFA, sowie eine Ikone jener einschlägigen Filmwelt: Said Manafi – ein geschätzter, lieber, wichtiger, langjähriger Wegbegleiter des Blog-Autors …

Manfred Pilsz

(u. a. Mitglied der Österr. Film-Autoren <<<)

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Radio-SENDUNGEN & -Beiträge ganz im Sinne unseres Schul-Jubiläums

Im Rahmen des 175er Jubiläums des Traditionsgymnasiums Linz Fadingerstraße, das seit der Geburtsstunde von FRO mit Radio FRECH auf 105,0 vertreten ist, gibt es im SeniorenRadio während des Schuljahrs 025/26 mehrere Sendungen,  in denen Fadinger AbsolventInnen vom Blog-Autor zum Gespräch geladen werden: Den Auftakt in der Dezember-Ausgabe macht die Fadingerin Michi B., die bei ihrem 025er Abstecher von Alaska nach Linz vors FRO-Mikro geholt wurde …                                                                                                                                            

Es wird bei der Serie versucht u. a. die (im Rahmen des Jubiläumsprogramm angedachte) Fadi-Female-Thematik reinzunehmen – so auch bei Isa Stein (Künstlerin & Architektin) usw. … Komponist Helmut Rogl wird in einer Jubiläumssendung über seine III. Symphonie (UA Februar Brucknerhaus) sprechen, unser Historiker Egbert Bernauer über den Fortgang des nachhaltigen 175er Buch-Projekts zur „Fadinger Schulgeschichte“ – Die Sendungen sind per LINK (wie immer) auf CBA jederzeit nachzuhören <<<    

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Dr. Helmut S O H M E N

Zum Millenniumswechsel durfte Ihn der Blog-Autor in Linz kennenlernen

Zwei Fadinger AbsolventInnen am Schulhof im Gespräch:

2008: Interview mit Dr. Sohmen (Goldene Matura) durch Verena Duller

Am Staatsfeiertag verstarb in Hongkong eine Fadinger Legende: Der Reeder Helmut Sohmen – Dr. Sohmen maturierte 1958 am BRG Fadingerstraße. Mittels seiner Stiftung ermöglichte der Milliardär es jungen Leuten aus Österreich per Stipendium Kontakte in China zu knüpfen. Er unterstützte immer wieder seine Fadinger Schule & ihre AbsolventInnen – so auch als Großspender bei der 150Jahr-Feier. 

>Die Fadinger gedenken ihres bedeutenden Schülers

Riebes geniale „Venezianischen Vögel“ zieren zentral das Pilsz’sche Domizil

Markus Riebe – Beispielgebender Pädagoge und Pionier für computerunterstützte Kunst sowie digitale Medien – ist nicht mehr unter uns. Für mich war Markus fachlich eine > Natürliche Autorität <, menschlich eine Größe und als Mitstreiter in Sachen Medien unverzichtbar: Ich möchte da nur die Geburtswehen der YOUKI (Wels), oder den Medienarbeitskreis beim LSR OÖ erwähnen. Darüber hinaus hatten wir intensiven Kontakt u. a. beim Filmring der Jugend, sowie als Mitglieder des Linzer Stadt- und OÖ. Landeskulturbeirats

DANK auch für Deine Wertschätzung (Ehrung 016)

Erinnerungen, Bilder, Projekte …, das WESENTLICHSTE jedoch lässt sich kaum oder nicht in Worte fassen – DU aber lebst weiter in Deinen Werken, Deinem Wirken und bleibst UNVERGESSEN >D A N K E für A L L E S<

Wie immer um diese Zeit Gedanken zu:

Gespräch um letzte Dinge <<< RADIO

und etwas Halloween

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte -> dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder … , die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können

WAS PACKEN WIR IN DEN MEDIEN-RUCKSACK?

>>> Kepler-Salon – MO – 17. November: https://www.jku.at/kepler-salon/ereignisse/events/detail/news/was-packen-wir-in-den-medien-rucksack/

Kulturauftakt im Herbst 025: https://leologeslogbuch.blog/2025/10/06/keine-panik-auf-der-titanic-im-herbst-025-von-ars-kw-bis-rosenkavalier/

Auch Christine Schöpf (ORF/ARS) hat uns verlassen

Keine PANIK auf der Titanic – im Herbst 025 von ARS, KW bis Rosenkavalier

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Keine PANIK auf der Titanic Kulturherbst 025

(- ausgehend vom Titel der ARS Electronica 025)

1975 – vor genau 50 Jahren trat Udo Lindenberg mit seinem PANIK-Orchester und Votan Wahnwitz mit der Nummer >>> Der Dirigent (<anklicken) mit großem Erfolg vor sein Auditorium

Deutlich vor Ausbruch der allerersten ARS`79: Meinen allerersten Kontakt mit der sogenannten KI hatte ich 1968 im genialen Kinofilm “Odyssee 2001 (Regie: Stanley Kubrick) – der sprechende Computer Hal 9000 war quasi eine Art Vorläufer der heutigen ChatGPT-Generation … Marvin Minsky, einer der Gründerväter der KI und einer der Teilnehmer der Dartmouth Conference, diente Stanely Kubrick bei dem Film als technischer Berater mit dem Supercomputer HAL 9000. Durch den Input von Minsky konnte eine für den Zuschauer schlüssige Darstellung der künstlichen Intelligenz gezeigt werden, die zusätzlich wissenschaftlich belegt war. Der Film spiegelt die damaligen Vorhersagen von KI-Forschern wider und gilt weiters als cineastischer Meilenstein der Künstlichen Intelligenz, der viele Technologie-Visionäre bis heute inspiriert. Manchmal überkommt den Blogautor das Gefühl, dass die Menschheit soeben grad dabei ist, genau den selben Fehler zu begehen wie Goethes Zauberlehrling. „Künstliche Intelligenz“ scheint in praktisch fast allen Lebensbereichen das Zauberwort zu sein, das die Antwort auf alle Fragen liefern soll. Oder ist in naher Zukunft etwa die KI gar selbst der „Zauberlehrling“?

Zweifelsfrei berührt das KI-Thema alle Lebensbereiche: Gesellschaft, Ethik, Arbeitswelt – dazu ein Blogbeitrag aus dem 017er (!) Jahr:  https://leologeslogbuch.blog/2017/07/28/schoene-neue-digitale-arbeitswelt/

Meinereiner hat 025 für sich zu seinem KI-Jahr erklärt und so war heuer war ein 1. medialer Versuch angesagt: Ein Gespräch mit der KI – hier nun das Ergebnis: https://cba.media/710987 <<< RADIO

(KI-generiertes LeoLogeLogo)

KI – unser informierter, schneller, quasi „autistischer“ Mitarbeiter

Künstliche Intelligenz ist nicht wirklich intelligent & garantiert emotionsfrei, weiß aber viel … „Maschinen“ denken und fühlen nicht, aber sie leisten – und zwar beachtlich <<<

Bei KI-Werken handelt es sich ganz im Sinne von René Magritte nicht um eine „Pfeife“, sondern um ein, von KI generiertes, digitales Bild einer Pfeife <<< mehr dazu siehe hier

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Botschaften von ARS & Brucknerfest-Eröffnung?

„Der Schoß ist (furchtbar) fruchtbar noch, aus dem das kroch“

(Es wiederholt sich – kommt aber in anderer „Montur“- Zusammenfassung und zum heurigen Diskurs bei ARS und Brucknerfest-Eröffnung …)

Die gegenwärtige Weltlage 025 ist leider nicht futuristisch verklärt, wie wir sie vor Jahren vorauszusehen glaubten, sondern Dank ewig Gestriger rückwärtsgewandter und instabiler denn je. In der digitalen Welt werden Bürger zu Sklaven von Broligarchen, die mittels ihrer Produkte, ihre Kunden in der Hand haben, welche wiederum willig deren „Smarte“ Phones täglich in ihren Händen halten – Herz, Handy & Hirn? Die Inhalte ihrer Handydisplays bestimmen zumeist, wie die User die Welt zu sehen haben: Selbst nächtens liefern sich willfährige Sklaven der algorithmischen Verengung einer aufgedrängten Welt aus, die sie als ihre eigene zu identifizieren glauben, anstatt mit sich und eigenen Gedanken und Gefühlen ins Reine zu kommen …

Demokratische und hier speziell passende, effektive, neue Werte müssen klar sichtbar gemacht werden, damit sie all ihre Anziehungskraft entfalten können. Algorithmen großer Digitalkonzerne sollen darauf programmiert sein ideologisch trennende Mauern zu generieren oder gar noch zu verstärken … Ränder der extrem Rechten & Linken, sowie fundamental religiöse Vertreter haben so dann freien, ungebremsten Zugriff nicht nur aufs junge Wahlvolk …

BILDUNG zu tanken wäre angesagt – – an jeder nur möglichen DENKSTELLE – möglichst SUPER VOLL <<<

Weitere Gedanken dazu würden den Textrahmen des Blogbeitrags sprengen …

So wie’s derzeit rund geht am Planeten: Keine Zeit für Panik <<<

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Klangwolke vs/plus Länderspiel

Die Musik/Medienweltstadt Linz, die es nach Jahren endlich geschafft hat die Klangwolke terminlich getrennt von der kulturherbstlich 1. Musicalpremiere (siehe später) über die Bühne zu bringen, hatte heuer am KW-Abend auch noch ein Länderspiel auf der Gugl zu stemmen. Wäre die Lederkugel gar im Blauweiß-Stadion gerollt, so hätte es die 1. Fußball-TV-Übertragung mit Musikbegleitung (wenngleich ohne Feuerwerk) gegeben, bzw. eine Wolke mit torbedingten Beifallskundgebungen …

Möge sie wieder zur alljährlichen Tradition werden:

Welch wunderbare Retro-Wolke – und damit ist nicht die „visualisierte –“, sondern die „Klassische Klangwolke“ gemeint, die das Publikum der ersten Stunde seit Jahren vermissen musste. Aus ihr wurde im Verlauf der letzten Intendantenwechsel ein anerkennenswertes „Sozialwölkchen“, das es ermöglichte um wenig Geld ein großes Konzert im Brucknerhaus zu besuchen – ein wunderbarer Gedanke, der allerdings nichts mehr mit der ursprünglichen Intention eines beschaulichen Erlebnisses „klassischer“ Musik im Donaupark zu tun hatte. Heuer war dies wieder gegeben: Mittels der Lautsprechereinheiten der visualisierten Schlagwerkwolke des Vortags, den noch vorhandenen Tribünen, mitgebrachten Stühlen und Decken versammelte sich bei freiem Zutritt ein feines Grüppchen Fans im Donaupark und genoss still, mit konzentrierter Aufmerksamkeit die Übertragung des Konzerts aus dem großen Saal. Unter den Glücklichen: Ihr/Euer Blogbeitragsverfasser, der sich an diesem wunderbaren Abend alters- & standesgemäß auf der „Hommage à Anton Bruckner“ niederließ – einem nicht unwesentlichen Stück Stahl des „Forums Metall“, das vor einiger Zeit aus der „Sandburg“ vertrieben worden war, die beim nächsten Mal während der spärlichen paar Klangwolkenminuten gern auf Beschallung ihrerseits verzichten könnte

Die Musik dabei war >Erste Sahne< – Ludwig vansApotheose des Tanzes, sowie >Filmmusik< – passend zum heurigen Festmotto <<< Jede Menge davon <<< & es schwante sogar etwas Wagner:

Bruckners Kinnlade

„Neo-Wagnerianer“ Jürgen Maurer teilte die Begeisterung des Publikums für die exquisite Streicher-Umsetzung des genial gerafften „Lohengrins“ – Nach einem dumpfen Geräusch direkt am Ende von Akt 2 meinte er spontan: „Das war wohl die Kinnlade von Anton Bruckner

Apropos Bruckner: Heuer gabs nach dem AB-Schwerpunkt 024 keine Veranstaltung des ABILs während des Brucknerfests … 

Wer hat wirklich alle Brucknerfesteröffnungen, ARS Electronicas und Klangwolken miterlebt – Richtig: Der BLOG-Autor

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Medialer „Elch-Test 025“: SOMMERLOCH-TIERE

In den letzten August-Zuckungen verging kein Tag, an dem nicht Elch Emil viele Sommerlöcher in Minuten oder Zeilen österreichischer Medien stopfen musste. Alljährlich darf da mindestens ein Exemplar der Fauna in die Bresche springen – von der Tigermücke bis zum Seeungeheuer. Letzteres ist wohl die bekannteste Ausgabe dieser medialen Spezies: Das Ungeheuer von Loch Ness … Die sonst bei uns so beliebten, wie beheimateten Wölfe und Bären verrichten ihren Schreckensdienst verteilt aufs Jahr. Im Sommer braucht es jedoch spezielle UFOs der Fauna und unappetitliche Grauslichkeiten tierischer Provenienz, wie: Schlangen in der Klomuschel, oder entwichene Raubkatzen, wie zuletzt auswärts, oder vor mehreren Jahren einen Puma bei uns im Mühlviertel, der die Nähe der Landeshauptstadt suchte …  Grund genug für Unterstufenschüler der Fadinger Anfang der 90iger die Videos „Das Ungeheuer von Loch Linz“ und „Jurassic Linz“ zu drehen. Der Pleschinger Streifen der Fadis „Haialarm am Pfenningberg“ (- ein Wels in Linz-Nähe?) fand im Rahmen von Jurierungen nur geteilten Anklang. Ungeachtet dessen wurden das, einem Straußenei entschlüpfte Fadinger Urzeitmonster und der Puma, der im eigenen Gym wütete umso mehr von der Jury, u. a. wegen Medienkritik hoch gelobt & ausgezeichnet <<<

J U R A S S I C * L I N Z

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Shrek – umjubelter, grüner Sumpf-Siegfried

Musical, Mythen und Märchen kollidieren inhaltlich in diesem Musikbühnenstück, das in der Regie Werner Sobotkas zum absoluten >MUST< dieser Spielzeit für Alt & Jung wird (- ganz im Sinne des Jahresmottos des Linzer Musiktheaters) – Alles wirkt wie aus einem Guss, in einem ebensolchen Musikbett – liebevoll angereichert mit sinnvollen Details in Wort & Bild, perfekten Tanzeinlagen – sprich: Eine geniale Umsetzung in optimaler Besetzung <<<

Einer nur freie die Braut

Ein Oger namens Shrek, der das Fürchten selbst nie gelernt (sondern nur anderen gelehrt) hat, ist mit einem Esel auf zur abenteuerlichen Heldenreise aufgebrochen, um erfolgreich mittels „Eselsbrücke“ den Feuerwall eines Drachens zu überwinden, der Prinzessin „Fiona“ gefangen hält. – Schreckschraube Lord Farquaad (ein „Zwerg“) möchte sich so mittels dieser zugeführten Braut zum König „hoch heiraten“. Im Gegenzug wird dem unerschrockenen Shrek versprochen, dass dessen Privat-Sumpf bezüglich lästiger Märchenfiguren (Pinocchio bis Rotkäppchen) trockengelegt wird. Schrecklicher Schönheitsfehler jenes Unterfangens: Der Oger verknallt sich in die nächtliche Teilzeit-Ogerin Fiona – damit haben sich zwei (von ihren Eltern wie Hänsel & Gretel) in ihren Kindertagen Ausgesetzte gefunden: Ein schönes Happyend ohne Schreckstarre in einem Bade verdient langer Standing Ovations <<<

  • Gedanken eines Wagnerianers zum Shrek-lich schönen Musical im MT

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Sind halt aso, die jungen Leut‘!

Richard, aber Strauss – Walzer, aber „Rosenkavalier(- >>>Wiener Blutzu Johanns Birthday)

Richard Strauß schuf im Fin de Siècle im Finale einer Zeitenwende mit seinem Rosenkavalier 1911 ein Werk, das inhaltlich im 18. Jahrhundert fast mo-zärtlich („Figaro“) verankert ist, eigentlich jedoch zeitlos daherkommt, wenngleich die Zeit eine Hauptrolle spielt:

Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding.
Wenn man so hinlebt, ist sie rein gar nichts.
Aber dann auf einmal, da spürt man nichts als sie.
Sie ist um uns herum, sie ist auch in uns drinnen.
In den Gesichtern rieselt sie, im Spiegel da rieselt sie,
in meinen Schläfen fliesst sie.
Und zwischen mir und dir da fliesst sie wieder,
lautlos, wie eine Sanduhr.

Oh, Quinquin!
Manchmal hör‘ ich sie fliessen – unaufhaltsam.
Manchmal steh‘ ich auf mitten in der Nacht
und lass die Uhren alle, alle stehn.
Allein man muss sich auch vor ihr nicht fürchten.
Auch sie ist ein Geschôpf des Vaters,
der uns alle erschaffen hat.

Soweit die Marschallin im Verlauf des Stücks … „Time is fleeting“

Von der Aussage her würde man glauben eine „Reife Frau“ vor sich zu haben – vermutlich ja, aber nicht nach Jahresringen: Die 32jährige hat an ihrer Seite den „androgynen“ Ottavio (17), der als junger „Rosenkavalier“ dem alten (?) Baron Ochs von Lerchenau (urspr. Mitte 30) die Braut Sophie (17) zuführen soll – eine Geschichte, die schon bei Tristan und Isolde gründlich schief gegangen ist … Der Ochs und die Marschallin würden da dann zum alten König Marke mutieren …

Apropos Wagner – diesmal ist es nicht der Blogschreiber allein, der „Richard’sche Vergleich anstellt: Bei der PK vor der Premiere hörte man von der Regie (Intendant Schneider), dass sie die Marschallin „wahlverwandt“ mit dem Sachs verorte und auch sonst die „Meistersinger“ ums Eck schauen … So gesehen würd‘ zum Ochs dann wohl der Beckmesser (?) passen usw. …

Zurück zur fließenden Zeit: Bei der Linzer Inszenierung beginnt man mit dem 1. Akt im 18., dem zweiten im Fin de Siècle, um letztendlich dann in unser aller Gegenwart zu landen – vom Adel, über das Großbürgertum ins offene Jetzt – Zeitsprünge, die quasi im Zeitraffer zeigen, dass ewige Themen sich nur in neuen Hüllen jederzeit fortsetzen <<< Im 1. Teil befinden wir uns zu Linz jedenfalls in originalen Gefilden eines empfangsbereiten Wohnschlafgemachs. Großartig Erica Eloff als Marschallin inmitten eines bunten Treibens, aus dem stimmlich weiters Angela Simkin (Octavian) und >der Sänger< Simon Yang herausstechen. Und damit zu Akt 2:

Das „Himmelbett“ der Marschallin teilt sich und steht als Zwillingssofa verteilt im nunmehr schmucken Salon im Hause Faninal – den Raum beherrscht „Die Sünde“ – ein Gemälde von Franz von Stuck. Faninal, ein neureicher Allergiker (- Allergie gegen den Ochs?) und Tochter Sophie werden vom Rosenritter (Silberkostüm – ohne Schwan) Octavian überrascht. Das dicke Ende erscheint in Form des anlassigen Ochsen, der die Waffe des obigen „Toreros“ zu spüren bekommt. Und so landen auf den beiden (nun) Pflege-Sofas der kränkelnde Schwiegerpapa Faninal (Adam Kim) und der so arg ausgestochene Baron – der Salon wird zum Seniorenhotel: „Ihm zur Nooooocht“ (- so mehr als beachtlich vorgetragen von Dominik Nekel)

Im 3. Akt finden wir uns im Rahmen eines wunderbar (von BOL & Maestro Poschner) umgesetzten Vorspiels in einer Disco wieder – eingeleitet durch DJ Loris (Christine Hinterkörner, die u. a. statt des kleinen „Mohren“ durchs Stück geistert). Im Verlauf wird die Disco quasi zum „Laufhaus“: Der Ochs (bei Schneider mittlerweile beinahe zur Harvey Weinstein-Karikatur mutiert) brät dort wieder mal Octavia(n) an, der/die eine herrlich agierend b‘schwipste „Animation“ abgibt.

Im roten Kabrio erscheint die Marschallin (gleich einer „Dea ex machina“) und beendet den Spuk: „Leupold, wir geh’n!“ – Happy End in der Bar zum weißen Hai(- siehe Tresen auf der Bühne) – Treffpunkt der High-Society … Großartiges sängerisches Duett-Finale (Angela Simkin & Fenja Lukas) – In Summe: Ein herrlich schräger >>> Rosenkavalier mit einer tollen Teamgesamtleistung: Egal ob Orchester, dessen Chef, Chor, Soli, Ensemble, Regie, Bühnenbild, Kostüme …   – sprich: unbedingt sehens– & hörenswert <<<

  • ein ganz spezieller Sänger des Sängers <<< zu dessen 90er

Für Tanzfans ein MUSS: Shakespear’s Dream <<<

Manfred Pilsz

Radiosendung zum BLOG-Beitrag: https://cba.media/738673

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Kepler Salon – Vorschau November: https://www.jku.at/kepler-salon/ereignisse/events/detail/news/was-packen-wir-in-den-medien-rucksack/

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte -> dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder … , die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können