TANNHÄUSER – EINE PATHOLOGISCHE DEMONTAGE

Wenn in der Inszenierung von Romeo Castellucci in der Bayerischen Staatsoper München beim Einsetzen des Pilgermotivs zu Beginn der Ouvertüre von Tannhäuser „Amazonen“ die Bühne betreten, ist die Wagner-Welt noch in Ordnung. Ebenso, wenn bei den folgenden Venus-Klängen von diesen pfeilschnell und genau zur Musik, durchchoreographiert zuerst auf ein projiziertes Auge und dann auf ein Ohr geschossen wird – Liebespfeile auf empfängliche Sinnesorgane, über die dann Tannhäuser in den Schnürboden der Lust hoch turnt.

Mit Erscheinen der Venus in „Mega-Willendorfscher Dimension“ versinkt „Bacchantisches“ sofort in Fleischesunlust (- der gelernte Wagnerianer denkt dabei an die alten, bunten Bilder von Liebigs Fleischextrakt). Angesichts dieses „Fleisch-gewordenen“ Venusbergs sollten auch die Letzten im Publikum verstanden haben, warum der minnigliche Sänger genug von den „Reizen“ seiner Liebesgöttin hat und sich lieber dem Pfeilhagel des ihm folgenden Amazonenschwadrons von Kollegen Amor ausliefert. Dass Frau Venus auch anders kann vermittelt stimmlich vorzüglich Elena Pankratova. Kein Wunder jedenfalls, dass Tannhäuser bei seiner Ode tönt, als hätte sich Tamino in den Berg der Venus verirrt – Klaus Florian Vogt klingt speziell in dieser Rolle manchmal fast lyrisch fragil, ist aber keinen Moment gefährdet unterzugehen – ab und an würde man sich eine heldischere, samtigere Färbung wünschen und nicht dieses „knäbische Timbre“, wenngleich er die immer extrem direkt geführte Stimme bewundernswert sicher zum Einsatz bringt.

Selbst die Wiederkehr der Pfeilmädchen samt Bühnenross mittig in selbiger drapiert in einer Art Liebesgrotte, kann den kühnen Sänger nicht von seiner Rückkehr in die Wartburgwelt abhalten. Dort wird er auch von seinen Sängerkollegen mit Pfeil und Bogen  – diesmal sind es Jagdgeräte und später im 2. Akt Waffen-  empfangen, ja wie eine Beute in die Burg gebracht.

Auch der 2. Akt ist schlüssig und entwickelt sich ebenfalls in einer fließenden, permanenten Metamorphose – diesmal in Form sich bewegender Vorhänge. Es gab wohl noch nie so viele Vorhänge während eines Stücks noch vor dem Schlussapplaus. Manchmal rotieren sie wie tanzende Derwische wunderbar auf die Musik abgestimmt über der sonst eher statisches Szene. Zuckende fleischliche Körper und Pfeilmädchen vermitteln auch in der puritanisch blass beigen Wartburgwelt die Präsenz der Sinnlichkeit. Ohne Pfeile wird diesmal der Bogen

(wie in der Musikgeschichte bekannt) zum Instrument und den Sängern gereicht, die in die Saiten greifen und Tannhäuser das Preislied an die heidnische Göttin entlocken. Dabei wie immer makellos und in alter Bayreuther Diktion der Wolfram von Christian Gerhaher und als „Muster-Landgraf“ wie gewohnt verlässlich Georg Zeppenfeld. Bei der Elisabeth von Anja Harteros wird sehr schnell klar warum alle Vorstellungen ausverkauft sind: … Dich teure Halle „füll“ ich wieder …   Der schlank geführte, exakt wohl tönende Chor tut ein übriges.

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„Der Welt noch einen Tannhäuser schuldig“

Es gibt wohl kein Werk bei dem der Bayreuther Groß-Meister so wenig von seinem Tun überzeugt war, wie bei seiner Wartburg-Saga – „Er sei der Welt noch einen Tannhäuser schuldig“ (Zitat R.W. kurz vor seinem Tod) – und so befinden sich mehrere Varianten davon im Köcher der Theatermacher – Stabführer Kirill Petrenko hat sich für die letztgültige Wiener Fassung (die Wagner selbst dort 1875 inszenierte) entschieden und sorgte wie auch sonst zu München für eine sichere orchestrale Pilgerfahrt vom Hörselberg des ersten Akts bis zur Erlösung  (- doch was löst sich?)

Im 3. Akt, nach dem wunderbaren Pilgerchor kippt das Regiekonzept und (zer)stört Alles nachhaltig. Dabei laufen gerade beim berührenden Abendstern und der nachfolgenden Romerzählung Dirigent, Wolfram und der Titelheld zur Höchstform auf, geopfert dem sinnlosen, fehlenden Vertrauen eines Regisseurs in die Tragfähigkeit eines bewährten Stücks und ebensolcher Musik.

„Hagens Körperwelten“ – falsches Stück?

Diese wunderbare Ensembleleistung wird überdeckt durch nervende Schrifteinblendungen zur „Vergänglichkeit“ von einer Sekunde bis zu Milliarden von Milliarden von Milliarden Jahren (Begriffe wir Billiarden, Trilliarden usw. haben sich nicht bis zur Regie durchgesprochen) direkt über den Köpfen der Sänger. Zusätzlich werden hinter den Protagonisten dramaturgisch sinnentleert Leichen in fortschreitenden Verwesungszuständen auf Sockeln mit der Aufschrift „Anja“ bzw. „Klaus“ hin und her chanchiert (- übrigens: Videoprojektion wäre für solch störendes Tun bereits erfunden) – Was will uns dieses Pathologieshow-Schlussbild sagen?

Handelt es sich dabei um einen Hinweis auf die Vergänglichkeit von Besetzungslisten, Theaterzettel, ja des Theaterbetriebs im Allgemeinen? Mit den Intentionen und der Geschichte des Sängers Heinrich Tannhäuser bzw. Wagners Gedanken dazu hat diese Auslegung und Umsetzung rein gar nichts zu tun. Und so bleiben, wie auf der Bühne am Schluss nur Staubhäufchen von dieser Inszenierung übrig. Schade um diesen musikalisch wundervollen und bis zur Rückkehr der Pilger auch sehenswerten Tannhäuser.

Manfred Pilsz

Siehe auch: RWV Linz/OÖ

WhatsApp    „Kulturtechnik 4.0“

Als Vertreter der „Digital Naivs“ bzw. der „Boomers“, beheimatet in den Niederungen des analogen Neandertals, wurde man schon von der binären „Generation X“ der „Nachwirtschaftswunderzeit“ milde belächelt. Mit Ausbruch der „Ars Electronica“ schlossen speziell interessierte Linzer Insider vorübergehend auf und schafften sogar den Spagat von „Interface“ zu „Facebook“. Doch kaum hatte man sich an Mail und SMS gewöhnt wurde auch schon beides von den nunmehr angekommenen „Digital Natives“ nicht mehr beachtet, geschweige denn beantwortet. Denn die „Generation Y“ bewegt sich auf Instagram und jongliert mit Apps. Du denkst dir noch mit einem Blick auf dein old Nokia-Handy: „Vorsicht Leute, demnächst gehen die Buchstaben aus“, als die „Generation Z“ lautstark Oma & Opa auffordert das Fläschchen zu wärmen oder die analogen Windeln zu wechseln, weil „Mama X“ in der Arbeit ist und die ältere „Schwester Y“ jetzt nach der Schule erstmal „Auszeit“ mit dem iPhone benötigt. In dieser Phase könnte man die Vertreterin dieser chilligen „Generation Why“ mitten hinein in die „Work-Life-Balance“ mit einer Frage überfallen: Whats „App“?

In der „Guten Alten Zeit“ von „Web 0.0“ schrieb man App noch anders und man meinte damit so etwas wie einen >monkey< … Jedes Mal fällt mir in diesem Zusammenhang diese geniale Urszene aus Stanley Kubricks  „2001 – Odyssee im Weltraum“ ein, in der ein Affe einen Knochen in die Luft schleudert, der in höheren Sphären  zu einem Raumschiff mutiert …

Was hatten wir „Ape-Men“ für eine Freude, als wir sicher auf der Homepage von Web 1.0 angekommen waren und merkten gar nicht, dass wir bereits von den Blogs, Facebook und Twitter des Web 2.0 umzingelt waren. Noch bevor wir diese Welt erreichten war Web 3.0 ausgebrochen. Als naive >Null ohne Punkt< steht man seither am Spielfeldrand und wartet mit offenem Mund staunend auf die vom Unterrichtsministerium prognostizierten „4.0-Avatare“ – jeder ausgestattet mit einem Gratis-Tablet, das eigentlich nicht gebraucht wird, da man ja ohnehin smarte Phones sein Eigen nennt. Aber solange es auch noch Inhalte gibt, die im Zuge der nunmehr digitalen Evolution vermittelt werden und eine kritische Selbstreflexion wach bleibt, sollte es uns analogen Urzeitlern recht sein. Eine vage Hoffnung auf „Entschleunigung“ stirbt zuletzt. Im Vertrauen auf das „Gesetz der Komplementarität der Medien“ und vielleicht gibt’s ja einen überraschenden „Analog-iiie-Schluss“ …

BREITBANDINTERNET & LAPTOPS FÜR ALLE – STATT:  MEDIENERZIEHUNG

„Ihr seid doch das Mediengym: Könnte jemand von euch die Sendung aufnehmen und eine VHS-Kopie anfertigen?“ – oder wenig später: „Könnte das jemand von euch auf den PC überspielen?“

Meistens reduziert man die auf den Medienerlass ausgelagerte und somit auf alle Fächer aufgeteilte    – sprich: Somit praktisch ins NICHTS abgeschobene – Medienerziehung auf die Beherrschung technischer „Finessen“, angewandte Informatik und Gerätekunde, die meist schon wieder Geschichte   ist, bevor noch die frisch gelernten Fertigkeiten abgeprüft wurden …   Wie digital muss / soll Schule sein?

MRG Nachspann LOGO Kopie.jpgInhaltliches, Auswirkungen, Analyse, Kreativität im Umgang mit Medien stehen meist nicht zur Debatte, wenn von Medienunterricht die Rede ist. Auch derzeit geht es in erster Linie um Laptops und Breitbandinternet für ALLE. Da hat man was zum Vorzeigen in bester Auflösung von K4 oder wenigstens Ultra HD-Qualität – vierfach gepixelte Megasuperqualität … da könnte man damit dann einen technisch sensationell tollen Film machen, wenn man wüsste wies geht … vielleicht im Rahmen echter theoretischer und vor allem praktischer Medienerziehung wie bei uns im Fadinger Gym. Kreativität statt ausschließlich kurzlebiger Technikkompetenzen.  MRG – SCHULE FÜR MORGEN = HEUTE !

                                     Empfehlung von Gerfried Stocker (ARS-Chef)

Manfred Pilsz

Siegerprojekt beim internat. Medienbewerb des BM f. Unterricht MLA

M L A  2

Info zum Ring-Film:  Freunde des Musiktheaters zum Film

Radio FRECH

Neuer FADI BLOG

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„Un ballo in maschera 017“ CARNEVALE DI VENEZIA

Die Glocken eines Campanile auf der Höhe des Arsenals sind eben verklungen. Der laute Fischhändler und das Gemüseboot befinden sich im heftigen Morgendialog. Umstehende Kunden versuchen sich hier am kleinen Kanal, der die anschließende Prachtstraße als Überbau enttarnt, durch Zeichensprache und laute Rufe in das Geschehen einzubringen. Gäste des Caffè La Serra nahe des Biennale-Geländes haben sich nach dem Frühstück im kulinarischen Gewächshaus durch die Allee auf den Weg gemacht und biegen soeben in die Via Garibaldi ein. Hier sind die meist älteren Venezianer noch unter sich. Es geht vorbei an kleinen Bars, schmalen Durchgängen und engen Gassen  in denen die nasse Wäsche über den Köpfen in der Brise, die die Morgennebel vertreiben soll flattert. Am Wasser angekommen geht es nun am Ufer über Brücken in Richtung San Marco. Gleich hier nach dem Ende der Garibaldi wird man von ersten Kostümierten begleitet, die sich in Deutsch – oder ist es doch Französisch – unterhalten und sich bei der nun folgenden Kanalquerung die Stufen ersparen, denn der Karneval lässt sich hier barrierefrei an.

Garibaldi kl

Bald vermischen sich nach dem „Arsenal“ die Pilger mit den blassen, hauptamtlichen Kostümträgerinnen , die gleich Wegweisern, meist mit extra weiten Röcken neben den Übergängen platziert sind. Spätestens auf der Höhe des Danieli, wenn die kostümierte Maskendichte nur noch durch das rudelweise Auftreten junger quirliger Japanerinnen überboten wird, fallen die letzten Schutzhüllen standhafter Fotokameras. Ein Model im weißen Seidenkleid, das sich eben noch an einer Laternenstange versuchen durfte, wird direkt vor der Seufzerbrücke in wärmende Decken eingeschlagen. Ein eisiger Wind fegt von der Giudecca herüber, wie das erbarmungslose Motiv der Solovioline in Vivaldis Winter.

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Wie aus einer anderen Welt taucht vom Dogenpalast kommend eine grün leuchtende Frühlingsfee auf mit einer Entourage von Hobbyfotografen im Schlepptau, um diese gleich an einen nur in wenigen Metern Entfernung impulsiv posierenden „Schwarzen Schwan“ abtreten zu müssen. Ein übermütig Eitler möchte sich mit einem Selfie dazwischen drängen und wird von der wütenden Meute verjagt und entschließt sich so den fallen gelassenen Frühling zu beglücken. Das für wenige Momente wieder entblößte Dekollete unseres eben erst erfrorenen „robe blanche“ – Models wird nach einem einsamen Take sofort wieder verhüllt. Die Proteste enttäuschter, rasch herbei gestürmter „Karnevals-Paparazzi“ können daran nichts ändern. Statt dessen blitzte die gefühlte Macht von Vivaldis Eisläufer auf und dieser Kälteschock war dann doch deutlich stärker. Das konnte einen bodenlang gewandeten Kardinal nicht abhalten den Schutz der Arkaden aufzugeben, um sich mit einem jungen  Rotkappenwölfchen ablichten zu lassen, während vom Markusplatz Laufstegmusik im Stile des „Rondò Veneziano“ gespickt mit Moderationsattacken herüber dröhnte. Das ging nicht nur dem exponierten Löwen, sondern auch den Glocken schlagenden, gut geeichten  „Mauren“ an die Ohren.

P1060870Beim Dogen

Die Menge der vor dem Caffè Florian Wartenden hat ungeachtet dessen derweilen die Warteschlange der touristischen Dom-Aspiranten übertroffen. Die Tische am Platz davor sind längst von dominanten Möwen besetzt, während sich die anonyme Schar der Tauben mit ebensolchen Masken um beste Foto- und Futterplätze zwischen den Manufaktur-Hütterln bis Aschermittwoch einen erbitterten, immer heftigeren Kampf liefert. Dann heißt es: „Carne vale“ – „Fleisch lebe wohl“ –  zumindest für die nächsten 40 Tage – bevor die Ostertouristen die Lagune erobern …  Und so ist es nun Zeit für einen Besuch in Wagners „Vendramin“ oder im „Teatro La Fenice“ …  Die „Narren“ sind längst gegangen – bis zum nächsten CARNEVALE DI VENEZIA … Eine Trauergondel gleitet durchs dunkle Wasser …

Manfred Pilsz

Venedig Volksblatt

Wagners Cafe

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„Durch die Nacht zu Dir …„ (Horror-Film mit Karnevalsbezug / F. Schubert)

Kubins „Traumstadt“ auf der ANDEREN SEITE

Dem Münchner Ehepaar Anna und Florian Sand wird von einem mysteriösen Unbekannten die Einladung von Claus Patera  -eines Schulkollegen von Florian aus der Salzburger Gymnasialzeit- und ein „Reisescheck“ in der Höhe von 100.000.- DM für den Aufbruch in  die „Traum-Stadt“ Perle überbracht. Die Zivilisationsmüden machen sich auf in östliche Gefilde, wo sie schließlich in einer Wüstenlandschaft ihrem Schicksal überlassen werden.

Als sie plötzlich mitten in diesem steinernen Meer eine mitteleuropäisch anmutende, alte Kleinstadt vor sich ausgebreitet sehen, die von einem Fluss umspült wird. Der Himmel ist bedeckt von Wolken, die Perle abschotten von der Außenwelt, vor der sengenden Sonne    schützen und ihren Bewohnern ein frischeres, milderes Klima garantieren …

Die „Filmkulisse“ ist Weltkulturerbe in Kubins Urheimat Böhmen

In den frühen Siebzigerjahren, als diese Szene über die heimischen Kinoleinwände flimmerte, war der soeben malerisch beschriebene Drehort  (–80 Km von Linz entfernt-)  hier kaum jemandem geläufig und dämmerte unberührt vor sich hin – fern der Tourismuskarawanen. Noch verhinderte der dichte eiserne Vorhang einen schnellen Blick auf die „Andere Seite“ und damit auf das mittlerweile allseits bekannte und beliebte Krumau an der Moldau, das der deutsche Regisseur Johannes Schaaf für seine Verfilmung von Kubins „Anderer Seite“ ausgewählt hatte. Unvergessen bleiben die Aufnahmen im Theatersaal des Schlosses, die Färberszene an der Moldau, der Leichen tragende Schimmel, der durch die alten Gassen geistert, oder der Beginn der Finalszene im unteren Schlosshof. In den Film-Bildern und Sequenzen kollidieren die Welten von Kafka, Trakl, Bosch, Dali, Buñuel, E. T. A. Hoffmann mit dem wahlverwandten, surrealen „Traumgewölk“ von Alfred Kubins literarischer Vorlage.

Kafkas Schloss ist integraler Bestandteil des Traumreichs … dieser Welt der permanenten Entschleunigung … des „Auf der Stelle – Tretens“, eines plötzlichen Fallens ins Bodenlose. Der nahtlose Übergang von Realität in Traum, der spätestens vollzogen ist, wenn das Ehepaar von einem mittelalterlichen Zwerg vom Rand der Wüste in die Traumstadt geleitet, von deren Bewohnern taxiert wird, wie Glucks Orpheus auf der Suche nach Eurydike beim Übergang am Styx  ins Paradies. Kubins „Traum im Traum“ lässt die Erkenntnis von der Dualität unserer Welt und der Zusammengehörigkeit der Gegensätze der jeweils „Anderen Seiten“ gipfeln im Finalsatz seines Romans, der im Film nicht ausgesprochen wird:

„Der Demiurg ist ein Zwitter“

Es wäre schön gewesen Schaafs „Traumstadt“ im Rahmen des Alfred Kubin-Hypes eingebunden in den Aufführungsreigen rund um Opernaufführung, Ausstellung und Konzerte wieder einmal hier in Linz (oder Krumau) erleben zu dürfen.

Manfred Pilsz                                                                                        Text – Frühjahr 017

„DIE ANDERE SEITE“ – ein faszinierendes Stück Literatur des Zeichners Alfred Kubin – ALS OPER IN LINZ – 1973 verfilmt von J. Schaaf in Krumau an der Moldau und Anfang 80 in der Fadinger Studios …

Bild zu unserem KubinFilm 1980 DIE ANDERE SEITEFilm „Die andere Seite“ (Harrer, Maretka, Scherfler, Barta)

LINK zum Beitrag:

CINEMATOGRAPH – hier wars zu sehen ! – Radio: https://cba.fro.at/351443

„Vorwärts zu Bruckner“

Wieviel Bruckner braucht das Fest?  Wieviel Fest braucht die Stadt?

Stand der Dinge zum Kalenderwechsel 2016/17

Der bevorstehende Wechsel auf der Kommandobrücke unseres in die Jahre gekommenen Musikkultur-Flaggschiffs „Brucknerhaus“ sorgt im Moment wieder einmal für mehr oder weniger Sinn stiftende Wortmeldungen aus manch politischen und sonstigen Ecken. Viele davon sind als Fragen oder schlimmer noch als schlagwortartige, einfache und meist negativ besetzte Antworten verpackt. Da wird in Verbindung mit einem Brucknerfest, das pausieren sollte von Klangwolken gesprochen, die sich längst überlebt haben und eingestellt werden sollten, ohne sofortigen Einspruch, dass diese Wolke ja eigentlich dem Dunstkreis der Linzer   ARS entsprungen ist, als zentrale Veranstaltung dieser firmiert und maximal ein Bindeglied  zu Bruckners Fest darstellt – also auch nicht einfach wegrationalisiert werden kann …

bruckner on air III neu 1MedienReal-Gym Linz  …..  Bruckner  …..   On Air

Als im ersten ARS-Jahrzehnt Walter Haupt noch als Wolken-Supervisor das Klangexperiment evolutionär betreute und nicht jeder Wölkner wie heute alljährlich bei Null beginnen musste, bot sich dieser Fixpunkt im Kulturgeschehen noch günstiger und künstlerisch effektiver dar.

Was ist geblieben von der kulturellen Linzer Aufbruchstimmung der 70iger aus der dieses nunmehr ungeliebte Fest und die ARS entsprungen sind? Jetzt über 40 Jahre später sieht es wohl eher nach Abbruchstimmung aus. Ein fröhliches „Linz lebt auf“ der 80er ist der Tristesse eines drohenden „Linz gibt auf“ gewichen. Kulturelle Institutionen budgetieren und programmieren mit einem immer dickeren Sparstift, den sie von der öffentlichen Hand gereicht bekommen, mit dem Auftrag, dass immer weniger für gleich viel an Qualität und   vor allem Auslastung reichen muss. Ein Ergebnis dieser Diät: Abgespeckte Klangwolken.

Im Falle der „Klassik-Wolke“ kam es zur Reduktion auf ein „Stehkonzert“ im Saal …

Im Tennis würde man von einem Doppelfehler sprechen, denn ursprünglich war die Idee der Wolke: „Musik im offenen Raum“ – also eine Übertragung in den Donaupark als kühnes Klangexperiment und im Sinne von „Kultur für Alle“ vorgesehen. – Spannend und frei von Schwellen und Schranken jeder Art. Früher saß man auf einem Hocker im Gras oder stand    in der von Musik durchtränkten Natur … jetzt steht man dicht gedrängt im Saal, was für den Veranstalter den Vorteil birgt, dass sicher kein Sessel im Parkett frei bleibt …

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Noch billiger käme es scheints, wenn Bruckner eine Zwangs-Pause machen würde – manche wünschen sich gleich eine „Generalpause“ – im Sinne von „Brücken abbrechen“ und darin hätte man ja leider Übung. Zitate wie „Das ewige Abspielen ein und derselben Symphonien“ befeuern nur diese Denkweise, sollen uns aber nicht aus der (Brucknerschen) Fassung bringen in der wir sie gerade hören, denn der Meister und die Macher des Fests haben sich in jedem Falle dabei etwas gedacht.

Bei den „Muster-Festspielen“ in Bayreuth werden seit 1876 ausschließlich zehn Werke „rauf und runter gespielt“ – in x Inszenierungen. Allerdings handelt es sich um Musikdramen und dafür gibt’s erfahrungsgemäß mehr Publikum als für Instrumentales. Außerdem sind die Wagnergemeinden größer als die des Ansfeldener Kollegen. Man hat eingedenk dessen bei der Gründung 1974 das Brucknerfest ganz gezielt fern der Sommerspielkonkurrenz nach    den Großen Ferien im wesentlichen im spielfreien September zwischen dem Brucknerschen Geburts- und Todestag angesetzt und gleich zu Beginn mit Experimenten und Werken verwandter Komponisten angereichert (- solange es kein Neues Musiktheater gab, konnte   man so im Brucknerhaus konzertante Wagner-Werke erleben)

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Nicht Frühjahrs- oder Osterfestspiele sind die Heilsbotschaft, sondern spontane Kreativität und konsequente, verlässliche Kontinuität sind gefragt. Publikum (egal ob jung oder alt) will sicher sein, dass es bekommt, was namentlich versprochen wird – Wo Bruckner drauf steht muss auch Bruckner drin sein ! Was es dazu braucht ist u. a. ein Management, dem man die Begeisterung für die Sache abkauft – im wahrsten Sinne des Wortes.  –  Ein Mensch, der jenseits seiner Netzwerke, neben Geschäftssinn und Kunstverständnis Begeisterung für sein Tun auf andere übertragen kann und neben einer unverwechselbaren Marke eine Identität zu kreieren versteht, die das Konzerthaus an der Donau ebenso ins Bewusstsein aller holt, wie das derzeit nicht wirklich ins festliche Geschehen integrierte Bruckner-Geburtshaus mit seinem nach St. Florian führenden symphonischen Wanderweg, wo es seit geraumer Zeit im Sommer rund um Ferragosto (Brucknertage Mitte August) heftig „Brucknert“. Es sollte ein feines Gesamtpaket geschnürt werden, das alle OÖ. Gedenkstätten, Bruckner-Orte, -Kirchen, -Orgeln, ja -Speisen umfasst und so auch den internationalen Brucknerfans angeboten werden von Tokio bis Connecticut (USA), wo 2016  der traditionelle „Brucknerathon“ wie jedes Jahr im September stattfand. Das Linzer Brucknerorchester bringt sich dabei als künstlerischer Botschafter im In- und Ausland sowie medial ein, nebst seiner Brückenfunktion zum Musiktheater und der Landeskultur im Allgemeinen. ABIL und Bruckner-UNI können die wissenschaftliche Dokumentation bereitstellen und so die Erstellung von Literatur zur Thematik ermöglichen, die ab und an auch durchaus breitenwirksam ausfallen sollte …

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Der designierte STOP-Direktor Roščić reüssierte bei seiner Bestellung mit dem Konzepttitel „Vorwärts zu Mahler“ und von eben diesem Bruckner-Schüler G. Mahler stammt das Zitat:

„Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.“

Bruckner selbst war ein aufgeschlossener Neuerer mit dem es die Aschenhüter nicht immer gut meinten und so kann es für Linz und sein Fest nur lauten: „Vorwärts zu Bruckner“

Manfred Pilsz

(Seit 74 bei allen BFs zugegen, ab 79 bei jeder KW und ARS                                                       Mitgestalter von KEP alt & neu / Mitglied bei SKB & LKB)               TEXT – Jänner 017

Volksblatt:  vorwärts zu bruckner

„Erinnerung“ A. Bruckner  –  M. Haider für den Film „Agnus Benedictus“

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Obiger Film war auch Gegenstand eines Vortrags beim internationalen Brucknerfest
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Uns ist in alten maeren wunders vil geseit …

Zu End‘ ewiges Wissen !
Der 
Welt melden Weise nichts mehr …

Ein BLOG nicht nur für „Wagnerianer“, „Fadinger“, „Bekennende Linzer“, „Cineasten“, „Filmer“, „Videoten“, „Radio-Aktive“ & „-Fans“, sondern auch für alle ANDEREN spez. der 50er, 60er, 70er, 80er, 90er und 2000er Jahre (beiderlei Geschlechts)

Ein BLOG so richtig zum LESEN mit viel Text, aber auch Bildern, Videos …

Text, Bild- und Tondokumente für jetzt, später, ALLE, u. a. Familie, Kinder, Enkel …

Wissen ist Erinnerung

Wer schwingt sich in diesem Sinne auf
hier nun im Netz zu weben in

LEO LOGEs LOGBUCH

                                                     (LEO: * 6. 8. / LOGE)

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WHO  IS  WHO <<< mehr hier im Detail

OÖN  / Kulturmedaille / usw. … 

(- gefertigt aus ChatGPT-generierten Bildern)