MAHLERS WINTERREISE

Dieser BLOGBeitrag hätte sich Lektüre & Betrachtung auf einem großen Screen verdient

Mahler_Cover Vorderseite.jpgWinterreise?“ – Was hat das mit Mahler zu tun? Ja, natürlich ist es ein „Liederzyklus“, aber doch wohl von Franz Schubert und nicht von Gustav Mahler ! – Gibt es Parallelen zwischen den „Liedern eines fahrenden Gesellen und dem Schubert´schen Werk?

 Bereits das Mahler-Protokoll 1997 hatte sich beim Festival Toblach mit dem Thema „Mahler und Schubert“ beschäftigt und 2009/10 war nicht der erste Anlauf gewesen die 4 Lieder Mahlers zu visualisieren. Initialzündung waren die Arbeiten von Ken Russell und Titus Leber mit seiner Version der Kindertotenlieder. Bereits Ende 80 entstand das VideoWas mir der Tod erzählt, das dann wenig später 1990 als Coverstory des Film+Video-Magazins zu bewundern war …

25-04-2018 09;58;08.jpg

mahler alt Kopie     Zitat Aufmacher.JPG

LINZER GUSTAV MAHLER VISUALISIERUNG ZUM 100. TODESJAHR

Zum Mahler-Doppeljubiläum 2010/11 (150. Geburtstag / 100. Todestag) entstand in den Studios des Fadinger Mediengyms Linz eine Visualisierung der „Lieder eines fahrenden Gesellen“. Das junge Team konnte einen Großteil der Videoaufnahmen in optimalen Winterlandschaften und im dafür extra präparierten Festsaal erfolgreich abwickeln. Die musikalische Ausgangsbasis bildete eine alte Konzertaufnahme des BLOG-Autors, der auch die Regie bei den Filmarbeiten übernahm.

Begonnen hatte man mit dem Mahler-Projekt in der Erschöpfungsphase des sich in seligem Wohlgefallen auflösenden Linz09-Jahres. So beendete ein plötzlich einsetzendes Schneetreiben die Lateinstunde der „Tödin“ Hannah. Sie und Mahler-Darstellerin Astrid drehten bereits eine halbe Stunde später in der Kirche beim Aloisianum, um wenig später am Pöstlingberg vor der Mariengrotte im winterlichen Wald weiterzumachen. Eine ältere Pilgerin mit Kerze sorgte für die erste Drehpause bevor es wenig später weiterging ins Mühlviertel, wo die Stifter-Linde in Kirchschlag für die Todesszene und später noch einmal im Mai für das „Lindenbaummotiv“ im vierten Gesellenlied des Komponisten herhalten musste …

Der erste Drehtag endete mit der Erkenntnis den so wunderbar gedrechselten Wanderstab auf einer eiskalten Wiese liegen gelassen zu haben, was eine sofortige zweite Fahrt vor der schnell anbrechenden, Dezember bedingt frühen Dämmerung ins Mühlviertel notwendig machte.

Mahler kl.jpg

Das Ende der Filmaufnahmen im Sommer zeichnete sich dann zeitgerecht bei den letzten beiden Szenen in einem Park am Linzer Bauernberg ab: Der doch abrupte „Drehschluss“ erfolgte direkt nach dem Sprung einer Darstellerin von einem Baum auf den rechten Vorderfuß der Regie – Diagnose: „Ruptur der Vene“ …   – Kein wirkliches Problem für den dann folgenden Filmschnitt …

Die vier Lieder schildern die Gefühle & Gedanken eines Gesellen, der in der Zeit seiner Wanderschaft versucht, eine unglückliche Liebschaft zu verarbeiten. Das Sujet des Liederkreises weist insoweit Ähnlichkeiten mit Franz Schuberts Zyklen Die schöne Müllerin und Winterreise auf, die vom Komponisten beabsichtigt sind.

„Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh’ ich wieder aus“ – mit diesen Versen beginnt die „Winterreise“, einer der bekanntesten Liederzyklen der Romantik, mit dem Schubert eine Darstellung des existentiellen Schmerzes des Menschen gelang. Im Verlauf der Lieder wird der Hörer immer mehr zum Begleiter des Wanderers, der zentralen Figur der Winterreise. Dieser hat nach einem Liebeserlebnis, das bereits vor Beginn des Liederkreises abgeschlossen ist, Liebe und Geborgenheit bewusst und aus eigener Entscheidung hinter sich gelassen und zieht ohne Ziel und Hoffnung hinaus in die Winternacht. Eine Reise in das NICHTS? In die Kälte des Todes …

Der Lindenbaum

 Ich mußt’ auch heute wandern
Vorbei in tiefer Nacht,
Da hab ich noch im Dunkel
Die Augen zugemacht.

Und seine Zweige rauschten,
Als riefen sie mir zu:
Komm her zu mir, Geselle,
Hier findst Du Deine Ruh!

 DSC00648.JPG

Das lyrische Ich fühlt sich stark zum Baum hingezogen und muss beim Vorbeiwandern die Augen schließen und sich zwingen, sich nicht umzudrehen, da der Lindenbaum eine ungeheure Anziehungskraft auf es auswirkt. Der Vers Du fändest Ruhe dort lässt sich als Todessehnsucht ausdeuten …

Schuberts Lied und Zyklus hat aber auch spätere Komponisten inspiriert. So sind Gustav Mahlers Lieder eines fahrenden Gesellen sowohl von der textlichen Intention als auch in kompositorischen Details deutlich von der Winterreise bzw. Dem Lindenbaum (viertes Lied bei Mahler: „Auf der Straße stand ein Lindenbaum, da hab ich zum ersten Mal im Schlaf geruht …“) beeinflusst    –  siehe auch 1. Symphonie / im 3. Satz:                            

Auf der Straße steht ein Lindenbaum,
Da hab‘ ich zum ersten Mal im Schlaf geruht!
Unter dem Lindenbaum, der hat
Seine Blüten über mich geschneit,
Da wusst‘ ich nicht, wie das Leben tut,
War alles, alles wieder gut!
Alles! Alles, Lieb und Leid
Und Welt und Traum

(Gesellenlied 4 – Mahler)

Text mit Sängerin.JPG

O Augen blau, warum habt ihr mich angeblickt?
Nun hab‘ ich ewig Leid und Grämen.
Ich bin ausgegangen in stiller Nacht
Wohl über die dunkle Heide.
Hat mir niemand Ade gesagt.
Ade! Mein Gesell‘ war Lieb‘ und Leide!

 (Mahler – Lied 4)

Kassel_Palais_Bellevue_012009IMG_2830.jpg Die Recherchearbeit zum Film führte die Regie zum kleinen Mahler-Theater nach Bad Hall und nach Kassel, wo bei derDocumentanix im Tourismusbüro dokumentiert war über den ehemaligen Kapellmeister, obwohl man über die „Mahler-Treppe“ vom Documenta-Gelände aus dorthin vordringt: „Theater – welches Theater“? – erst über eine Google-Anfrage konnte dieses Mysterium gelöst werden: Das ehemalige Theater versteckt sich heute in einem Museumsbau …  Dabei handelt es sich aber nicht um das berühmte Grimm-Museum, wo die Fadinger ihre fernöstliche Rotkäppchen-VarianteLot Cape Chenpräsentieren durften,   sondern um das Naturkundehaus neben dem neuen, heutigen Staatstheater.

MRG kl.JPGMP sommerempfang LT1 b Kopie a.jpgmahler m Kopie.jpg125 Jahre später begibt sich ein junger weiblicher Mahler-Fan gekleidet wie sein Vorbild auf eine letzte Winterreise, startet das Auto und lauscht der Lieblings -CD …  „Die Lieder eines fahrenden Gesellen“ lassen den Lärm des Gefährts ebenso wie das Grau des Alltags hinter sich und lösen eine Flut von Bildern aus, die sich synchron zur Musik immer mehr verdichten – die “Fahrt der Gesellin” durch die fahle Mahler-Welt zu ebensolcher Musik des verehrten Meisters und ihr letales Ende sind Gegenstand der Fadinger  Visualisierung zum 100. Todesjahr 

toblach-mahler-saal_big.jpgIm Programm der MAHLER-FESTWOCHEN  TOBLACH

Was für ein Mahler-isches Gefühl: Man kommt gerade vom einsamen Toblacher „Komponierhäuschen“, geht auf das „Grandhotel-Festspielhaus“ zu, das in der Abendsonne rötlich erstrahlt – es flattern knatternd die Fahnen mit dem Konterfei des Komponisten und plötzlich steht man vor großen Litfaßsäulen auf denen „Mahlers Winterreise großformatig angepriesen wird …

OLYMPUS DIGITAL CAMERAmahler toblach 1.JPG

HIER  DAS  V I D E O:

Feedback Dr. Partsch.JPG

P7290134.JPGIm Radio-Gespräch >>> mit Maestro Roberto Paternostro

Vor einem Jahr hatte man noch beim und im OÖ. Komponierhäuschen auf dem Areal des Gasthofs Föttinger in Steinbach am Attersee gedreht. – Das Sommerdomizil des „Ferial-Komponisten“, der sich dort bedingt durch seineLärmempfindlichkeitvon der Umwelt abschottete, um die Naturstimmung einzufangen und für die Nachwelt in der 3. Symphonie zu konservieren. Heute befindet sich dieses „Refugium“ auf einem arg hektischen Campingplatz …  –  „Was mir die Blumen auf der Wiese erzählen… (?)

steinbach mahlerDSC00583.JPGsteinbach mahler 3Radio FRECH SteinbachDSC00422.JPGKomponierhäuschenGasthof zum Höllengebirge/Föttinger –Steinbach am Attersee   

47032_123874057665880_2511517_n.jpgSo stand die Filmkamera zwischen Wohnwägen, Luftmatratzen und Surfbrettern. Tage davor war die Suche nach einem duftig gelb leuchtenden Rapsfeld positiv verlaufen: Unterhalb des Freibergsenders war man fündig geworden und so konnte Tödin Anna dort ihren gewundenen „Wanderstab“ statt einer Sense durchs morgendlich taufrische Gras streifen lassen.

mahler 0 Kopie             

„Ging heut morgen übers Feld, Tau noch auf den Gräsern hing“                                (Mahler – Lied 2)DSC00020-web.jpg

Mahler Forschung.JPGMahler Visualisierung.JPGPremiere von „Mahlers Winterreise“ am OK-Mediendeck

Wie so oft fand auch beim Mahler-Film die Erstpräsentation am OK-Mediendeck statt: Claudia Werner (Absolventin / damals Pressesprecherin im Brucknerhaus) – eine sehr gefragte Moderatorin und exzellente Medienfrau führte durch den Abendmahler fest 2Mahler Spezialauswahl B-38mahler festmahler t Kopie.jpg                                    – hier dazu einige Eindrücke im >>> FRECHen RADIO

>>> Mahlers Winterreise– Visualisierung zu den Gesellenliedern (- auf Dorf TV)

Short Version of MAHLERs WINTER JOURNEY in English

DSCN0432

Medien-Feedback zum Film

Manfred Pilsz  (- im Gedenken zwischen Geburts- & Todestag Mahlers)  /  im Gedenkjahr 011

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder …, die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !

AGNUS BENEDICTUS – Mahlers Lehrer Anton Bruckner in einer Visualisierung

Mehr zum Musikfilm-Papst Titus Leber

Obigen BLOG-Beitrag gibt‘ auch als Radio-Sendung: https://cba.fro.at/571457 <<<

GRILLEN im NEO-BIEDERMEIER

Wenn jemand seinen „Weber“ aus dem Haus holt bedeutet dies nicht unbedingt, dass eine Freischütz-Aufführung („Grillen sind mir böse Gäste“) bevorsteht – die dabei zu befürchtende „Wolfsschlucht“-Szene lässt sich da dann auch zumeist ganz anders an:

Tangahöschen, Schürze, Bier, nackter Oberkörper, oder im „todschicken“ Unterhemd und um die Körpermitte dem teuren, eigenen Weber´schen Kugelgrill asymptotisch stark angenähert, schwitzend eingerahmt von eher leicht angekohlten Fleischbatzen – Die Ergebnisse bewegen sich zwischen blutig(er Anfänger), medium & so richtig durch  …   je nach „Grillgut“ mit & ohne Stinkkäse – aber selten vegan für den Mann, der soeben dem (im Gras geparkten) SUV entstieg …

Grillen.JPG

Vom Kühler(?)-Grill zur „Macho-Küche“ …

Ab etwa 25 Grad Außentemperatur erliegt Mann dem Zwang direkt nach dem Verstauen der Audi-A8-Winterreifen den Griller anzuwerfen – selbst in veganen Haushalten. – Da gibt’s halt für den eigenen Verzehr etwas mehr Gemüse – die Tierleichen bringen die Gäste selbst mit und in jedem Fall spielt sich das Ritual im geschützten Bereich von Balkonien oder besser noch im sicheren Geviert der eigenen Gartenhecken ab, aber selbstvernatürlich sichtbar für die direkten, hoffentlich neidischen Nachbarn und bildreich dokumentiert (Mann + Kochschürze schmiedet Essen an urzeitlicher „Esse“) für die immer brav likende eigene „Internetz-Blase“!

                                 Was aber, wenn auch „Andere Kulturen“ zu GRILLEN gedenken?                                                      Mittlerweile ist GRILLEN in Plesching & am Donaustrand in St. Margarethen verboten …

DSCN3059.JPGKorrektiv desPostfaktischen“: Die „Grill-Route“ wurde nicht komplett geschlossen – Im ganz äußersten Zipfel des Lidos von St. Margarethen existiert ein kleines Fleckchen in Uferzone – gewissermaßen ein  „Gallisches Dorf“ des offiziell weiterhin erlaubten Grillens. Durch einen Schilderwald als Demarkationslinie (à la DDR) ist der nunmehr menschenleere Westen vom ach so nahen Osten hermetisch abgeriegelt – aktuell feiertäglich „zugeraucht“ durch einen einzigen Griller ! – Standort: Ein Meter auf östlicher Seite – gegessen wurde aber in lustiger Runde frech auf  westlicher Wiese … vielleicht wird man ja daraufhin zusätzlich einen Wachturm installieren …

DSCN3068.JPG

Der heutige Spazierweg schlängelt sich durch den sommerlichen Linzer Hafen: Auf der asphaltierten Seite der „christlichen“ Seefahrt mit Wikingern und Nibelungen qualmt es munter in den umzäunten Klubarealen. Alle 100 Meter steht eine „Grillage“ mit Besetzung im Unterhemd (- oder auch komplett ohne) und brutzelt voller Inbrunst Schweinsbratwürstel oder ähnliches, während sich gegenüber am Linz09-Schotterstrand an nur zwei kleinen Feuerstellen hart am Ufer und ohne Kochvorrichtung (Kein Hammel – kein Bammel …) deutlich weniger versprengte, bunte Kopftücher als fleckig duftende Unterhemden auf der anderen Seite versammeln …

Also WO ist nun das Problem?

Können die Retter des Abendlands nicht akzeptieren, dass man auch im Morgenland mit dem Grillspieß &-gabel hantiert – ist das etwa gar eine Spur Integration zuviel … ?

                                              Einfach weniger >Scharf anbraten<                                                        „Leute es ist SommerDas ist schlimm genug !“

 Entspannt euch: In Erinnerung an den in Alois Brandstetters Roman zum Grillen verurteilten Primus Feuerbach und dessen finalen „Feuerbestattung der Käsekreiner“ sei etwas Literatur zum „Cool-Down“ in der frühsommerlichen Posting-Hitze empfohlen …  Entspannt LESEN statt geifernd POSTEN …  vielleicht gibt’s da ja dann „Post von Karl-Heinz“!  Aber es wird sein wie immer: Die einen baden halt mit Thilo Sarrazin in dessen „Sarazenenängsten“ und fürchten sich vor „Feindlicher Übernahme“, während die anderen zu Timur Vermes neuem Buch „Die Hungrigen und die Satten“ greifen …  In diesem Sinne viel Spaß beim Grillen, Essen & Lesen …

DSCN3041Ein nicht postender, weder an permanenten Poolspielen, noch Grill-heißer Garten-isolation interessierter Schattensucher (- mit hingeworfenem Grillhandschuh …)

  Hinter zirpenden Grillen & grillenden Grillen, grillen Grillen Grillen am Griller

Begeisterte, beseelt glückliche Grillen, GrillerInnen & GRILLER, die sich in diesem BLOG-Beitrag nicht wiederfinden, sei gratuliert 

POWERPOINT – Pleonasmus „poor“

PP1.JPGPP2.JPG

Und wieder hat Frau Dr. Mara wie sooft recht mit ihrem erfrischenden Beitrag zur scheinbar unvermeidlich grassierenden Seuche „Powerpoint“. Selbst immun bin ich früher in wahre Begeisterungsstürme ausgebrochen, wenn SchülerInnen speziell im Medienunterricht bei anfallenden Referaten (od. VWAs) unkonventionelle Formen der Präsentation wählten und in Retro-Manier womöglich dem Primärmedium der >Freien Rede< den Vorzug gaben, sparsam garniert mit Bildern, Animationen und Kurzfilmen aus eigener Küche – Endlich wieder ein solider Vortrag ohne optisch akustischen Tautologien / Pleonasmen zur 3. Potenz – sprich: 3.0 Powerpoint-Orgien, wo wir sehen was wir lesen können und es uns zum Überdruss auch noch anhören müssen … bis zur allerletzten Folie – eine Begrifflichkeit die noch vom guten alten „Overhead“ übrig geblieben ist …

Die Intention wäre eine Verstärkung des Gesagten durch Visualisierung des Inhalts zu erreichen, ohne nur Schlaf anregend plump zu verdoppeln und so jede Form vager Anteilnahme und Aufmerksamkeit im zartesten Keim zu ersticken. So lässt es sich an, wenn Medien nicht als Mittler oder Beiwerk Verwendung finden, sondern mit Blick auf Laptop-Screens für die ablesenden Vortragenden zu „Autocues“  und somit also zu unverzichtbaren Haltegriffen werden. Ohnehin einfachst verständliche Inhalte sind dabei im Vermittlungsangebot bekömmlichster „Vollkoffer“-Varianten der Rezeption wie auf RTL 2  und anderen Dudel-Dödel-Medien …

Wie wohltuend wäre hier die sonst speziell bei Doku-Filmen oft gescholtene „Bild-Tonschere“ mit diesmal nur scheinbar unpassenden Bildbezügen, die dann aber als Metapher betrachtet im Zusammenhang mit dem Text durchaus Sinn ergeben und so wenigstens anspruchsvollere, betrachtende Zuhörer zum Mitdenken anregen und bei der Stange halten kann … Man wird es zu danken wissen …

gekürzter Leserbrief

Manfred Pilsz

Z Y K A N – „Im Auge des Zyklopen“

Dieser BLOGBeitrag hätte sich Lektüre & Betrachtung auf einem großen Screen verdient

Eine erfolgreiche, filmische Odyssee mit Otto M. Zykan

15-04-2018 15;50;46a.jpg09-07-2013 00;05;35b.jpgEiner der wesentlichsten österreichischen Komponisten, Dadaisten, Pianisten …

Leider NEIN.JPGUNBEDINGT DORT ANSEHEN – KÖSTLICHE  >AKTION<

DSCN9548

Trotz des veritablen Skandals derStaatsoperette, der ihm zusätzlich zu einem gepflegten „Club 2“, eine Diskussion im Parlament, quasi einen „Kirchenbann“ und in Summe  somit einen hohen Bekanntheitsgrad bescherte, musste sich der Komponist Zykan bei Telefonaten mit öffentlich einschlägigen Stellen nach wie vor vorstellen: „Immer wenn ich dort anrief musste ich meinen Namen buchstabieren …“  Eine Situation nicht unähnlich gelagert wie bei Phil Glass, der sich dazu wie folgt bei einem Treffen im Rahmen einer Tagung in Salzburg im Interview äußerte:

1965 begründete der Herr der Wörter und Töne mit Kurt Schwertsik und Heinz Karl Gruber die „Salonkonzerte“ im Wiener Konzerthaus und 1968 das Ensemble „MOB art & tone ART“. 1969 trug er bei den Wiener Festwochen Schönbergs Gesamtwerk für Klavier, das er als erster Pianist auch auf Schallplatte aufnahm, vor – und zwar auswendig. Im gleichen Jahr gab er sein (vorläufig) letztes Klavierkonzert, um sich ganz der Komposition zu widmen. „Seither lebte Zykan als freischaffender Künstler: Hörspiel-, Bühnen- und Filmmusik, die Konzeption und Vertonung von Werbespots und seine Tätigkeit als Interpret der eigenen Werke ermöglichten diese soziale Ausnahmeerscheinung, weiß das schlaue Lexikon „Komponisten der Gegenwart“ zu berichten.

04-12-2016 13;03;57.jpgbei zykans2.jpgbei zykans1.jpgWenn man im Garten des Zykan´schen Hauses im Niederösterreichischen Sachsendorf vor oder nach einem Konzert in der „Kulturscheune“ im Garten saß, konnte es schon mal passieren, dass man auf unerwartete Gäste wie den Sänger Wilfried traf. Das war ebenso spontan oder überraschend, wie ein davor zur „Zerstreuung“ des Publikums von Zykan verordneter oder empfohlener Spaziergang über die Felder des kleinen Orts, aber typisch für den unkonventionellen Künstler, der erstmals durch Werke wie „Singers Nähmaschine ist die beste“ oder seine Humanic-Werbungen („FRANZ“) ins größere Blickfeld der Öffentlichkeit geriet …

132302.jpg05-02-2017 15;31;30.jpg

Zykan.JPG

Zyklop.JPGSeither war er auch auf der Wunschliste derer mit denen man am Fadinger Gym unbedingt ein Musik/Medien-Projekt machen wollte, das dann bei einem legendären Frühstück im Linzer Arcotel nach der Klangwolke und einer damit verbundenen Dauerlesung der „Odyssee“ mit dem völlig erschöpften Meister vereinbart werden konnte. Zykan der sonst immer bei den Realisierungen seiner Werke eingebunden sein wollte (wie Komponisten früherer Zeiten) ließ den „Fadis“ jede Menge Freiraum und ermöglichte so ein völlig unbeschwertes Jahresprojekt zu ausgewählten Teilen seiner Klangwolkenmusik. Gerade bei diesem literarischen Thema konnte sich der Virtuose der Sprachkaskaden wie so oft grandios verwirklichen und bot aber auch mit seinen anrührenden Instrumentalstellen ein Eldorado für opulente darauf abgestimmte Bilderfluten.

15-04-2018 15;46;17a.jpg

Zyklop11kl.jpg09-05-2018 19;06;05ZYk.JPGZyklop9.jpgzyk.JPG

15-04-2018 15;57;10.jpg

15-04-2018 15;52;12a.jpgZykan Filmbild.jpgSchon vor den ersten Erfolgen der Visualisierung bestärkte Zykan das junge Filmteam durch Interesse und erfreuliches Feedback. Als der Film dann im Künstlerhauskino neben dem Musikverein Gold abholte, bei den Wiener Bezirksfestwochen lief und beimFestival der Nationenals Siegerfilm reüssierte, zeigte sich der Maestro hoch erfreut und verlieh dem ausführlich Ausdruck in Telegrammen und Briefen 

S I E G beim FESTIVAL DER NATIONEN

15-04-2018-155557-kl

Ebensee Esther

Zykaniade Linz 01.JPG

26-03-2018 20;02;04b.jpgDSC08849.JPGzyklopenvideos 1.JPGBei einer Zykaniadeim Brucknerhaus wurde im Rahmen eines Gesprächsabends mit Wolfgang Winkler „Im Auge des Zyklopen“ ebenso erfolgreich präsentiert wie bei der Ausstellung „Augenmusik“ als wesentlicher Bestandteil der Fadinger Installation während des Brucknerfests der Kulturhauptstadt Linz09. Im letzteren Fall war Zykan bereits drei Jahre tot – Am 25. Mai 06 – dem Himmelfahrtstag – fuhr er in seinem Sachsendorf mit dem Rad ein letztes Mal der Morgensonne entgegen …

Manfred Pilsz   (am Himmelfahrtstag 2018)

DSC01620.JPGDanach  …  bei einem Brucknerfest mit Irene Suchy

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder …, die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !

RADIO-SENDUNG zu ZYKAN & dem ZYKLOPEN-VIDEO  <<<  hier

Zum 50er des „Festival of Nations“

Mehr: Einfach oben beim Beitragstitel anklicken …

BÄRLINALE EBENSEE – In 3 Tagen bist Du REIF

Dieser BLOG-Beitrag hätte sich Lektüre & Betrachtung auf einem großen Screen verdient

Letzte Vorbereitung für die mündliche Matura diesen Montag in der Mittagspause beim Chinesen in Ebensee geht das OK? Du kannst dann am Abend mitfahren nach Linz. Am Mittwoch Vormittag haben wir unser Prüfungsgespräch – Schau Dir noch mal genau das Spezialgebiet und die „Fächerübergreifenden Fragen“ Musik/Medien an. Am Freitag ist Maturafeier – da geht sich das mit der Schlussveranstaltung in Ebensee wunderbar aus, bevor es dann am Montag nach Tunesien geht. Vergiss nicht Deine Projektmappe im Kino …

Ebensee.Fest.E 321.jpgDSC00843n1523314544_30107498_2226.jpgUnd dann traf man sich bei einem Menü A3 mit Frühlingsrolle und Stäbchen im Gastgarten – dort wo gerade der FilmIn 3 Tagen bist Du totgedreht wurde, um pünktlich so etwa gegen 14.15 dann vielleicht die Technik im alten Programmkino wieder anzuwerfen – falls die Jury, das Publikum und die Autoren bis dahin den Weg vom Grill am See in Richtung Leinwand bereits wieder gefunden haben, die alte Gerätschaft funktioniert und tatsächlich alle Filme im richtigen Körbchen platziert sind …  In der Unterkunft war es letzte Nacht wieder viel zu laut – Gäste aus Deutschland haben sich beschwert – das muss anders werden: Im nächsten Jahr werden die Fadinger einfach ins Gästehaus am See ausgelagert. Im Foyer sind neue Tische aufzustellen – für heute ist ein Bus mit Koreanern angesagt, da bräuchte man sicher auch dringend zusätzliche Sitzgelegenheiten und irgend jemand von euch soll auf Englisch übersetzen ! – Das wär doch was für angehende MaturantInnen … oder ?! *

DSC03255.JPG

Fixe „Schul-Jahreszeiten“ im Fadinger Gym:

Schon Mitte der 70er kristallisierten sich mit Gründung der BSG BühnenSpielGruppe                für die involvierten Klassen am Linzer BRG Fadingerstraße eigene                           „Schul-Jahreszeiten“ heraus:

Bis in die 90er – also zu Kabarett-Zeiten gabs kurz vor Weihnachten Filmpremieren, das „Cabaret“ selbst zum Semesterwechsel & Ballzeit war im Herbst angesagt – Später kamen da auch noch die Welser Filmtage und seit Ausbruch des Medien Gyms die Youki und ein Welser Workshop direkt vor Weihnachten dazu …

Das verdichtete sich ganz deutlich ab Herbst 98 mit Einführung des MedienRealGymnasiums

MRG-Kalender:

Ein sattes Schuljahr begann chronologisch mit Radio bei ARS & Brucknerfest im September, es folgten der MLA im Oktober, OÖ im Film Youki im November, Workshop im Dezember … Dann zum Semesterschluss war der Band-Award, bis März, April wurde meist Neues gedreht (Unter- & Oberst.), Fixtermin im Frühling war da dann auch der Dreibrückenlauf und  im Mai wurde nicht nur die mündliche Matura, sondern auch das Schäxpir-Projekt vorbereitet, das jedes 2. Jahr Ende Juni, Anfang Juli über die Bühne ging. Fixpunkt zum Schulschluss war aber auf allen Fälle von 1995 bis 2012 für das Fadinger Team das Festival der Nationen in Ebensee:

ebensee-oberoesterreich-28126.jpgBärlinale  Ebensee

1990 FDN Ebensee 1021993 Ebensee 03

Nachdem das Festival nach 15 Jahren von Kärnten 89 nach Ebensee übersiedelt war wurde es alljährlich von den Fadingern zuerst nur mit Filmen und bereits im Vorfeld des Mediengyms auch mit Publikum & Aktivisten beschickt und schließlich mit einem Team versorgt, das die technische Abwicklung und die Gesamt-Betreuung des Festivals übernahm.

kern kleiner 2Spezial-Jury-Betreuung Peter Kern

War es in den 90ern noch das zu Zeiten der Welser Filmtage von den Fadis gegründeteSchülerfilmprogrammkino SFPK, so war es ab den 2000er Jahren das Mediengym das dafür verantwortlich zeichnete. Drehscheibe vom da an bis zum Schluss war dabei die jetzt in Berlin lebende Absolventin Ruth Wagner, die sich um die wechselnden Teams und den Ablauf der Veranstaltung kümmerte, bei der es alljährlich auch für Fadinger Filme Bronze-, Silber- und Goldbären regnete … Intendant Konsulent Erich Riess durfte sich in dieser Zeit gemeinsam mit den Fadis u. a. auch über den Landeskulturpreis freuen … und weitermachen bis zur 40. Ausgabe

                      Großer LKP für EBENSEE  /  Kleiner LKP für Radio FRECH

2004-06 Ebensee hb 240.JPG

Radio OÖ  –  Gäste bei Wolfgang Winkler zum Festival in Ebensee

Fadinger Team  – „Mädchen für Alles“ *

 Treffpunkt bei Erich am Freitag, in Leonding oder in einem Stadtbüro – Beladen eines LKWs und Fahrt von Linz nach Ebensee mit mehreren PKWs – Abladen und Bezug der Quartiere …

DSC06618.JPG2004-06 Ebensee Jeu 082.JPGBesprechungen, Einrichten der Technik und Umrüsten des alten Kinos auf lockeren Festivalbetrieb inkl. Anbringen des „Dekors“ am Samstag. Sonntag: Start des Festivals mit Team 1 und dem Aufbau des Buffets. Täglicher Betrieb von 10.00 bis etwa 23 Uhr mit Pausen zwischen den Filmblöcken und der Mittagsrast auf Bierbänken mit „Langzeitgulasch“ im Kino, einer Taxi-gestützten Grillparty am See (inkl. Traunsee-Taufe der NeuankömmlingInnen) oder Jury-Betreuung mit Menükarte im Hotel Post. Dazwischen: Übersteuerte Mikros, fehlende Filme, die nervige Pausenmarschmusik, brummende Lautsprecher, heftige Diskussionen des Publikums und der AutorInnen mit der Jury in sommerlicher Hitze – trotz Platzregens …

DSC00796.JPGDSC03575.JPGMittwoch fliegender Wechsel mit Team 2 rund um Mittag – inkl. Verabschiedung durch den Chef, Geschenken von Helmut dem Deutschen (- alles was er nicht mehr brauchte: Drucker, Laptop, Kopierer, Fahrrad …) – Heimreise von Team 1 …  Zu den schon recht ausführlich erwähnten Routinearbeiten und der Gästebetreuung kamen da noch Neuanschaffungen & Nachkauf von in Linz vergessener Ausstattung, Aktualisierung der Bewertungsbögen, Begleitung von Ausflügen ins Salzkammergut und die Gestaltung des „Bunten Abends“ dazu …

Ebensee Technik.jpgDSC01122ebensee 06 d.JPGDas Team 3 übernahm am Freitag und war zusätzlich mit der Vorbereitung der Urkunden, der Preis-Bären und des Ablaufs der Abschlussgala beschäftigt. Nach der Schlussbesprechung der Jury wurde am Samstag ein „Best-Off“- Filmprogramm eingespielt, bevor es wie bei der Eröffnung ans Englisch-Übersetzen ging … Mitten drin: Radio FRECHe Einsätze … 2011 Hochstimmung rund um den Mahler-Film

Moderation.JPG4369_8_show.jpgNach dem letzten Pokal war Einpacken angesagt. Am Sonntag begann zeitig der Abbau und am frühen Nachmittag war man dann nach dem Abladen der LKWs in Linz zwei Wochen vor den Großen Ferien mindestens „UrlaubsREIF!

> ABER SCHÖN WAR ES DOCH <

DSC03375 kl.jpg2017-06-03 13.41.43.jpg„Fadis“ mit dem UNICA-Weltfilm-Präsidenten & Friend Dave Watterson

Dave Watterson zu den Fadis

„UNION INTERNATIONALE DU CINÉMA“

feedback GB1.jpg

04-04-2018 12;47;33.jpg

04-04-2018 12;43;22a1997 Ebensee 229.JPGAnd the winner is …   „Im Auge des Zyklopen“

Absoluter Höhepunkt der sommerlichen Festivals am Lido von Ebensee war das Jahr 1997 als mit der Visualisierung der Musik Otto M Zykans der Gesamtsieg bei diesem Internationalen Filmfest an die Fadis ging – Mit der Produktion Im Auge des Zyklopengelang es somit zum 1. Mal einGrand-Slam-Turnier“ des Kurzfilms zu gewinnen – nach dem Erfolg bei den Eurofilmern im Jahr davor (Video-EM 96) mit dem Bruckner-Film „Agnus Benedictus“.

09-05-2018 19;06;05.jpg15-04-2018 15;55;57kl

15-04-2018 15;42;06.jpg

ebensee 06image.jpg

IMG_6874.jpgGaigg Pilsz Diagonale 018.JPGLINK zur FestivalRadiosendung mit Christian Gaigg:  https://cba.fro.at/374194

Programmkino Lenzing.JPGLENZING – vom Traun- an den Attersee

 2013 übersiedelte der neue Festivalchef Christian Gaigg (Weyregg) die Veranstaltung ins Programmkino Lenzing, das sich bereits früher in OÖ. beim Kinderfilmfestival  entsprechend eingebracht hatte und über eine solide Infrastruktur sowie ein passables Netzwerk verfügt …

Lippi.JPG     Juror H. Lippert (Staatsoper Wien) im FRECHen Gespräch mit Hannah

DSCN9777Said Manafi – Doku-Filmer, Juror & Ehren-Fadinger seit den Fimtagen Wels

Profi-Jury und -Autoren (Filmhochschulen) aus allen Kontinenten sorgen noch um eine Spur mehr als in Ebensee für den Flair der großen Filmwelt und das bei einem sogenannten Kurzfilmprogramm … Rund um Pfingsten ist hier nicht nur im Kino alles Leinwand …   – auch in Lenzing konnten die Fadinger bisher 2x die Jugendfilmschiene gewinnen und waren anfangs auch noch, wie schon in Ebensee mit Radio FRECH & im Festival-Team vertreten (- besonders engagiert dabei am Übergang: Astrid Dober)

DSC07560.JPGDSCN9831.JPG

Astrid Dober im Gespräch mit Juror Gerhard Haderer

Manfred Pilsz

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder …, die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !

Radio-Gespräch mit Konsulent Erich Riess <<< hier

SENTA D. – ein Musikvideo

Dieser BLOGBeitrag hätte sich Lektüre & Betrachtung auf einem großen Screen verdient

BSG Kalender8.jpgEin junges Mädchen ist aus dem Fenster gesprungen. Nicht wie bei Wagner von hoher Klippe ins tosende Meer um den Holländer zu erlösen sondern wie in Harry Kupfers Bayreuth Regie. Das mit roten Tüchern drapierte Fenster befindet sich jedoch auf keiner Bühne, sondern im 1. Stock des Fadinger Festsaals und es liegt auch kein entseelter Körper auf dem grauen Schulhofasphalt. Ist Senta einem geheimnisvollen Fremden in dessen bessere, nun wohl gemeinsame Welt gefolgt? – Ein offenes Fenster und viele ebensolche Fragen

Fenster.JPGBSG Video Senta D.jpgDie Stoffbahnen hängen am leeren Fensterrahmen im leichten Wind, ein immer lauteres Rauschen des Meers löst die verklingende Klaviermusik ab und schlussendlich drängen sich Bilder blauer Wellenberge in den Vordergrund um zu erstarren als der Abspann der Visualisierung der paraphrasierten, stark verkürzten Musik des Fliegenden Holländers“ auf der großen Leinwand des Kulturzentrums in der Oslip-Mühle verglüht. Direkt nach dem Applaus darf der Autor für sein junges Team (BSG des BRG Linz, Fadingerstr. 4) Gold und einen Sonderpreis in Empfang nehmen …

>>> K. Warner plays Wagner

HOLLÄNDER – von den Memoiren des Herren von Schnabelewopski bis  H E U T E 

Senta D Gold.jpgSENTA D.aland – die Tochter des gleichnamigen Kapitäns durchwühlt dessen alte Truhe und findet darin nebst Bahnen von rotem Segelstoff ein Mythenbuch in dem jener Fremde abgebildet ist, den sie kurz zuvor auf der Straße beim Museumspark gesehen hatte …

SD15.JPGSD.JPGSenta D   &   ihre Amme

27-04-2018 16;34;16a.jpg

SentaD_07.jpgSentaD_09.jpg29-08-2016 20;42;58.jpgBSG Video Senta D2.jpgDer Schmuck des Holländers war die HBLA-Abschlussarbeit von Ex-Fadi Claudia Langer – eine Art „Takelage“ die dieser über der Schulter trug aus der kleine Masten wie Stacheln heraus ragten. – Mehrere junge Frauen versuchten im Video vergeblich ihn davon zu erlösen. Die Tanzszene wurde durch Claudia Kreiner choreographiert – die damals erst 16jährige Hauptdarstellerin . Den dabei in einer 2. Bildebene darüber gelegten Drehnebel steuerte ohne großen technischen Aufwand Ingo Kelp bei: Ein konzentrisch durchlässiger Kreis auf einem sonst schwarzen Dia und eine kleine  Nebelmaschine machten es möglich …

Video „Senta D.“ (- inkl. ORF-Beitrag dazu)

O P E N E R  ins Videozeitalter am Linzer Fadinger BRG

Unbenannt.JPGLukas, Astrid, Claudia, Yen Sheng

Bis in die 80er hatte man ausschließlich auf Super-8 gedreht & anschließend auf VHS überspielt – ein teures (3 Min: Ganze 7.- Euro) und in der Montage umständliches Unterfangen. 1993 entstand das Musikvideo „Senta D.“ zur „ Holländer“ – Paraphrase des in Südafrika lebenden und lehrenden Komponisten Norbert Nowotny. Die perfekte CD-Einspielung dafür kam von Pianistin Margit Haider. Endergebnis: Hervorragende Feedbacks durch den Komponisten, den Richard Wagner Verband International und durch die UNI Leipzig, die seit damals Musikvideos der BSG bei Lehrveranstaltungen ( Prof. Köhler / Musikpädagogisches Institut ) verwendete. – ebenso die UNI in Kapstadt. Darüber hinaus gabs für „Senta D.“ jede Menge Menge Preise: Titel &  Gold Landesmeisterschaft, ebenso Gold bei der Staatsmeisterschaft, Ebenseer – Bär, Experimentalfilmpreis, Danubiale-Medaille, Innovationspreis des Unterrichtsministeriums ( Krems ), Nominierung für die Video-WM in Argentinien … („Senta“ war da ein wichtiger Meilenstein – Die UNICA Medaille gabs erst etwas 2000) Präsentation des Videos in der Bayreuther „Schallplatte“ und beim Richard Wagner Kongress in Bregenz, wo kurz davor der „Holländer“ auf der Seebühne flog.

der_fliegende_hollaender.jpgIn der Bregenzer Inszenierung 1989/90 sprang Senta von ihrem „Erlösungsturm“, der später als „Aufmacher“ vorm Technischen Museum geparkt wurde, in den „Bodensee-Ozean“. Eine Stunt-Szene (32 m), die beim derzeitigen Aufstellungsort Donauinsel Wien nicht anzuraten ist. Mindestens so spektakulär wenngleich ohne „Opern-Bezug“ präsentiert sich das fliegende Schiff beim diesjährigen Dachevent des Linzer OKs – Beim Höhenrausch 2018 müsste Senta einen Sprung nach oben in die Wolkenfluten rund um das tonnenschwere „Luftschiff“ wagen um, wen auch immer zu erlösen …

OK kl.jpgDSCN3345DSCN2855.JPGAuf hohem Bord der bleiche Mann, des Schiffes Herr, wacht ohne Rast“

Probe-in-Bayreuth-1978.jpgRegisseur Harry Kupfer (links), Dirigent Dennis Russel Davies (Mitte) und Simon Estes (rechts), der die Titelrolle der Oper „Der fliegende Holländer“ sang, während einer Probe für die Bayreuther Festspiele 1978 – Simon Estes war dabei ein sensationeller Holländer, aber sicher kein „bleicher“ Mann

Aa.jpg27-04-2018 16;36;36.jpg

Der „Migrant“ Wagner – ein „Ahasver“ wie seine Holländer-Figur

Richard Wagners Zeit in der Hansestadt Riga endete ähnlich unerfreulich wie seine vorigen Engagements in Magdeburg und Königsberg. Bereits vor dem letzten seiner Konzerte am 7. Mai 1839 war die Stelle des Musikdirektors hinter seinem Rücken anderweitig vergeben worden. Wagner beschloss daraufhin, zum großen Sprung anzusetzen. Das Ziel hieß Paris. Wagner nahm vier Wochen lang Französisch-Unterricht. Der gewaltigen Schuldenberg und das Heer der Eintreiber bewogen ihn schließlich zur raschen Flucht. Am 9. Juli begann von Bad Mitau aus, wo die Rigaer Theatertruppe gastierte, eine mehr als dreiwöchige abenteuerliche Reise, die ihm und seiner Frau beinahe das Leben kostete. Der Aufbruch musste heimlich erfolgen, ohne Papiere, damit die Gläubiger in Deutschland nicht durch Passgesuche aufmerksam wurden, und bei Nacht und Nebel, wegen der Patrouillen an der ostpreußisch-russischen Grenze. So gingen Wagner und seine Frau wenig später, beladen mit etlichen Koffern und begleitet von ihrem kurz vor der Abreise zugelaufenen Neufundländer „Robber“, in Pillau an Bord eines winzigen Seglers namens „Thetis“ und stachen in See Richtung Kopenhagen. Zehn Tage später gerieten sie im Skagerrak in einen verheerenden Sturm, der den Kapitän zwang, die Insel Boröya an der Südküste Norwegens anzulaufen. „Sandwike ist’s! Genau kenn ich die Bucht“, heißt es später im „Fliegenden Holländer“. Auch das Toben des Sturmes und die Arbeitsrufe der Matrosen hatten sich unvergesslich eingeprägt als er festgezurrt am Mast um nicht von Bord gespült zu werden dies alles erleben durfte. Ob ihm dabei auch ein Schiff mit roten Segeln erschienen ist? Man weiß es nicht, aber kann es erahnen, wenn die Ouvertüre mit voller Wucht Wogen und Wind ertönen lässt, später auch unterstützt vom „Geisterchor“ und echt klingenden Windmaschinen im Orchestergraben  …

Ein „Freischütz des Ozeans“

Als Kind war der kleine Richard in Dresden am Weg ins Theater oft beim Haus von Carl Maria Weber vorbeigekommen. Dabei konnte er Eindrücke von dessen genialer „Gespensteroper“Freischütz“  erhaschen. Jahre später kommt es hier an der Elbe zur ersten Aufführung des Holländers – einem Werk des gleichen Genres, das mit vielen Parallelen aufwarten kann: Schon bei der Ouvertüre geht es in beiden Fällen motivisch mit der „Verortung“ los – Ist es im einen Fall eine riesige schwarze Fläche, die immer näher kommt, bis man auf einer Lichtung in jenem Wald Jagdhütten, ja ein Dorf erkennen kann, so ist es bei Wagner das Grau des Sturms und wilden Meers. Es folgen musikalisch die Personenmotive der Agathe bzw. der Senta, sowie des Max und des Holländers, bevor eine „Durchführung“ in beiden Opern zum Schluss mit Motiven von Agathe und Senta überleitet … Nach Ensemble-Szenen da wie dort werden die Männer-Rollen vorstellig, erst im 2. Teil folgen die Frauen-Szenen und was des einen „Wolfsschlucht, ist  des anderen „Geisterchor“ …

06-07-2016 18;31;14sw.jpg1993 Ebensee 03 aSenta D 1.JPG

>>> E R I K <<<

Als sich dein Arm um meinen Nacken schlang,
gestandest du mir Liebe nicht aufs Neu‘?
Was bei der Hände Druck mich hehr durchdrang,
sag‘, war’s nicht die Versich’rung deiner Treu‘?

Den Jäger Erik hat es (bei Wagner) an die Meeresküste verschlagen. Der Arme lebt verloren unter Matrosen. Erik der brave Realo der nichts außer seine kleine, nun auch nicht mehr heile Welt gegen den übermächtigen Zauber des Ideal-Bilds des Fremden in die Waagschale werfen kann und im Kampf um Senta verzweifeln muss – ohne jede Chance gegen dieses „Wahnbild“… Im Video der Fadinger steht er zuletzt mit offenen Armen in der Trostlosigkeit des Linzer Ölhafens und wartet dort weiterhin vergebens auf „seine“ Senta …

Manfred Pilsz

Carpenters Nebel des Grauens & viele andere Werke sind im Dunstkreis des „Fliegenden Holländers“ angesiedelt  …

>>> Radio-Beitrag zu Senta D (<<< hier anklicken)

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder …, die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !

„Vollendet das ewige Werk!“ – Musiktheater Linz

Dieser BLOGBeitrag hätte sich Lektüre & Betrachtung auf einem großen Screen verdient

DSCN2445.JPGIn den frühen 80ern begannen die Linzer Opernfans ganz laut von einem neuen Haus zu träumen – so auch ein damaliger Fadinger Junglehrer und Wagnerianer, der gerne den Urfahraner Gründberg mit einem Festspielhaus gekrönt hätte …

Gründberg Linzer Festspielhaus Winter.JPG  22-01-2018 10;20;42.jpg          In den Statuten des neu gegründeten Linzer Wagner-Verbandes wurde der Wunsch nach einem neuen Musiktheater fix verankert. Wenig später fanden sich die Freunde des Linzer Musiktheaters zusammen – eine starke und effiziente Gruppierung, der man sofort beim Startschuss beitrat und die bis heute erfolg- und segensreich aktiv ist.

(Ausschnitt aus einer ORF OÖ Sendung der 80er Jahre)

Blumau 1.jpgBlumau.jpgBild von der „Blumau“ (1957) aus der Sicht eines oberen Stockwerks des damaligen Unfallkrankenhauses (- jetzt wär diese Kameraposition im Bühnenbeleuchtungsturm) Die Schärdinger Milchbar im Bildhintergrund würde sich heute beim Haupteingang des Musiktheaters befinden  …

Ein echterGrüner Hügel für Linz ist es letztendlich nicht geworden (- nicht mal ein Grauer …), aber es hat sich 30 Jahre später dieser Traum der 80er in Form des Neuen Musiktheaters am Volksgarten in wunderschöner Realität & mit großem Erfolg in voller Spartenvielfalt erfüllt !

01.jpg

799990_m0mst1w640h480q80v61397_xio-fcmsimage-20130405195851-006007-515f10dbd34f8-_b45302cc-3fb7-4e13-857c-906fb9a0345b.jpgZur übergroßen Freude hatte man zur Eröffnung auch noch EschenbachsParzivalmit der Musik  des  Bayreuther Bühnenweihefestspiels „Parsifal“ (- inklusive etwas versteckter „Walküre“) als Ope(r)n Air  am großen Portal des neuen Musentempels – umgesetzt durch die genialen spanischen SpezialistenLa Fura dels Baus“ (- damals damit auch in Köln & zuvor mit dem „Ring“ daheim in Valencia) – eine Art visualisierter „Volksgarten-Klangwolke“ – Bild-technisch exquisit abgemischt von Ex-Fadinger Lightdesigner Ingo Kelp … da bleibt kein Wunsch offen !!!

Alles Extras des Hauses & Bühnentechnik – würdig einer Ars Electronica -Stadt durfte man bei Führungen und in der Folge bei der Theaterarbeit erleben. – Lockmittel nicht nur fürs Publikum sondern auch für Regiestars und TOP-Produktionsverhältnisse speziell für modernen Musical-, Tanztheater & Opernbetrieb …

FRECH bei Phil Glass 10.JPGUnd zur Einweihung des Hauses selbst gabs dann als Draufgabe auch noch eine Uraufführung des hochverehrten Phil Glass mit Dennis Russell Davies und dem Brucknerorchester – Herz was willst Du mehr …

Aufzeichnen1.JPGMP Theaterhttp://tvthek.orf.at/archive/Kultur-und-Religion/12396073/Das-Linzer-Musiktheater/12486028      <—-  LINK zum ORF-TV-BEITRAG „NEUES HAUS“

Ein wahrhaftes Glücksgefühl zum Quadrat, dass genau im Wagnerjahr 2013 jenes Haus der Bestimmung  übergeben wurde, das es nun möglich macht ohne jegliche Einschränkungen mit einem entsprechend großen Orchestergraben jene Werke in Linz zur Aufführung zu bringen, die bisher (mit Ausnahmen) nur unzureichend umsetzbar waren. So konnte sich Linz im Jubiläumsjahr 2013 endlich mit nun perfekt passender Kragenweite (auch bei Bühne & Technik) an denRing des Nibelungenheranwagen.

„Wie im Traum ich ihn trug,
wie mein Wille ihn wies,
stark und schön
steht er zur Schau:
hehrer, herrlicher Bau!“

NM

DSCN3639.JPG„Den RING muss ich haben“

Bei diesem Ring waren erstmals im Linzer Theaterleben Leute mit Schildern „Suche Karte“ zu sehen, Bayreuther Stammpublikum trieb sich an der Donau herum und sogar einer der gefährlichsten Kartenhaie der Wagner-Metropole pflügte zwischen Kassa und Cafe des neuen Hauses mitten durch die Besucherreihen … Inspiriert durch diese Nöte spät entschlossener Musikdrama-Fans und durch den „Aufmacher“ (- Bezug nehmend auf das Wotan-Zitat) entstand das Fadinger Musik-Video:

RING 014.jpg

https://www.dorftv.at/video/21488    <—  LINK zum Fadinger RING-Film

Ring Freunde

1415_Video am Titelblatt_page_1.jpg       Im Vorfeld zu 15 Jahren Crossing Europe und der OÖ. Landesausstellung 018         (– hier dazu eine  –>S E N D U N G<–  mit Intendantin Dollhofer & Schmuckkünstlerin     Claudia Langer zum Nachhören) richtete man dem Haus am Volksgarten ein Fest aus zum 5. Geburtstag:

DSCN2679kl.jpg

DSCN2687.JPGDSCN2670.JPGFünf Jahre danach: Ein wahres FEST !

Das lange Tauziehen in der Geschichte des Neuen Musiktheaters mit allen Höhen & Tiefen ist nach wie vor präsent. Der sensationelle Standort „Theater im Berg“ ist unauslöschlich auf ewig in den Köpfen aller Beteiligten und die politisch bedingte Aufgabe dieses optimalen, innovativen Linzer Alleinstellungsmerkmals bleibt ein städtebaulich, architektonisch bedauerliches „LEIDER NEIN“ ...

musiktheater_linz_planung_body02_a_2209170musiktheater_linz_01.jpg

Das schmälert allerdings in keinster Weise die Strahlkraft des nunmehrigen Hauses – weder in seinem Erscheinungsbild, noch in seiner Wichtigkeit für das lokale Umfeld und schon gar nicht was das künstlerische Potential betrifft. Nach der überaus tollen Startphase, die dem Haus eine unglaubliche Auslastung, jede Menge an neuem Publikum, Preise und u. a. auch  internationale Anerkennung einbrachte, haben ohne Intermezzo Intendant Schneider samt Team und Maestro Poschner längst den Ball aufgenommen und halten das Kulturflaggschiff mit neuen Programmen und tollen Kooperationen weiter auf Erfolgskurs. Jammern – egal auf welchem Niveau erscheint dabei nicht nur nicht angebracht, sondern ist mehr als entbehrlich ! Neugierde und Aufgeschlossenheit sind gefragt und passen auch wesentlich besser zu einem Linzer Publikum, das im Fokus von Ars Electronica und Linz09 seine Offenheit, Toleranz und damit Intelligenz schon mehrfach unter Beweis gestellt hat.  „Auf denn zum Feste !“

DSCN2689.JPGDSCN26922 aus Generationen vonFadingernrund ums Musiktheater

Auch im Neuen Haus sind die Fadis mit Werken vertreten …

Manfred Pilsz (- aktives Mitglied der „Musiktheaterfreundeseit der Gründung)

In diesem Sinne hier noch ein kurzer Ausschnitt aus dem Tschaikowsky-Film von Ken Russell (mit der berühmten Briefszene der Tatjana) zur heurigen Neuinszenierung von „Eugen Onegin“:

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder …, die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !

„KARFREITAGSZAUBER“ – OSTERN Teil 2

„tat twam asi“  …  G R A L  …  „das sagt sich nicht“  

„Ich schreite kaum, doch wähn ich mich schon weit“ – so die Worte Parsifals, wenn Gurnemanz ihn in die Gralswelt geleitet und ihm mit auf den „Weg“ gibt: „Du siehst, mein Sohn, zum Raum wird hier die Zeit“ … Wer das Areal des Klosters Montserrat bei Barcelona betritt und schon einmal Lohengrins Gralserzählung gehört hat, der wird auch das oben beschriebene Parsifal-Erlebnis erfahren mit und ohne Musik …

 In fernem Land, unnahbar euren Schritten,
liegt eine Burg, die Monsalvat genannt

D gralsburg 2.JPGD montserrat-3.jpgEigentlich hatte Salvador Dali österlich nach Figueres und Cadaqués zu einem Besuch an dessen berühmten Strand von Portlligat nach Katalonien gelockt – spätestens aber im Garten von Schloss Púbol ist Wagner wieder mit dabei – diesmal mit seinem Tristan – Dalis Lieblingsmusik …dali-dalidali port ligat

dali museum 2xdali museum 2JPGdali-theatre-museum.jpgD portlligat dali ostern.jpgDies mutet vielleicht so surreal an wie frischer Pyrenäen-Schnee inmitten intakter Schlepplifte in der „Semana Santa“ oder eine dieser bizarren Osterprozessionen im benachbarten Girona – ein mittelalterlich düster christliches Fest bei dem im Kopf Bilder der Inquisition hoch kochen könnten, garniert mit Heidnische Bräuchen zur Feier der Einkehr des Frühlings. Beim Heimflug vermischten sich letztere Gedanken mit verwandtenCarmina Burana-Szenarien zu einem österlichen „Klangbild“ bis zu Hause im Radio die Gesänge der Mutter aus Goreckis III. Symphonie Erinnerungen an ein Ostern in Krakau wach werden ließen: Am Vortag hatten wir dort damals noch diese wunderbaren jiddischen Lokale im Stadtteil Kazimierz besucht mit ihrer Brotsuppe und der herrlichen Klezmer-Musik. Am nächsten Tag wurden die sehr an Gustav Mahler erinnernden Holzbläserklänge frühmorgens vom schrillen Pfeifen einer alte  Dampflok abgelöst, als wir in Auschwitz bleich aus den alten Waggons der Regionalbahn stiegen … Umgeben von Stille und nicht an der berüchtigten Rampe im benachbarten Birkenau, wo nach „Selektionen“ tausende Menschen gleich nach der Ankunft in den Tod gingen, sondern nur einige hundert Meter entfernt von dem berühmten Tor mit dem sarkastischen Text „Arbeit macht frei“ …

Die im Morgennebel drohenden Schornsteine der ehemaligen Lagerbaracken von Birkenau, oder die verlogene „Idylle“ des „Altersghettos“ Terezin – für jemanden, der seit Jahren auf halber Strecke zwischen Hartheim und Mauthausen lebt ist Golgotha immer gegenwärtig und bleibt gleichermaßen schrecklich. Nicht lange will man hier verweilen – auch Theresienstadt verließ der Besucher in der Karwoche möglichst schnell nach Leipzig, um bei Bach Zuflucht mit der Matthäus-Passion in St. Thomas zu suchen. Oder man nimmt Wagners Spuren, die in dessen Geburtsstadt verblasst sind österlich in Dresden in der Frauenkirche mit dem „Liebesmahl der Apostel“ auf, oder versenkt sich gar wie schon eingangs in die Welt der Gralsglocken des „Parsifal“… Alljährlich lädt die Wiener Staatsoper am Gründonnerstag zum Wagnerschen Bühnenweihefestspiel, das seinen Höhepunkt mit dem „Karfreitagszauber“ im 3. Akt des Werks erlebt …

Sanquine fritz-von-uhde-abendmahl-70-x-43-kunstreproduktion.jpgE P7230021.JPGAnton Bruckner beim letzten Abendmahl (im Bild ganz außen links)

> ZUM RAUM WIRD HIER DIE ZEIT <

Auch die Salzburger Osterfestspiele waren speziell zu Karajans Zeiten dem „Meister aller Meister“ gewidmet – hier wird einem bei Wagners letztem Musikdrama am deutlichsten die Nähe zu Mozarts Zauberflöte bewusst (- schon Ingmar Bergmann hat sie in seiner filmischen Umsetzung in der Pausenszene zart angedeutet) Auch ein Aufführung im Passionsspielhaus des tirolerischen Erl, wo die Fadinger einen Sommer lang bei Gustav Kuhn Festspielradio machen durften, kann verzaubern – hier erlebt man die Besonderheit des Ausnahmewerks das nach Wagners Tod 30 Jahre lang für alle Theater gesperrt war nicht erhaben, authentisch und einmalig wie in Bayreuth. Hier existiert kein Applausverbot nach der „Messe“ des 1. Akts, aber die direkte Verbindung zur umgebenden Natur wie in der Karfreitagsszene dieses Werks:

Wie dünkt mich doch die Aue heut so schön!
Wohl traf ich Wunderblumen an,
die bis zum Haupte süchtig mich umrankten;
doch sah ich nie so mild und zart
die Halme, Blüten und Blumen,
noch duftet‘ all‘ so kindisch hold
und sprach so lieblich traut zu mir.

GURNEMANZ
Das ist Karfreitags-Zauber, Herr!

P met parsifal3.jpgHier lassen auch der Dom von Siena und Klingsors  Zaubergarten in Ravello bei Neapel grüßen – die Blumenmädchen huschen singend durchs Bild. Wie oft waren alle diese hehren Parsifal-Momente musikalisch gezielt so programmiert am Nachmittag des Karfreitags auf Ö1 knapp vor 15 Uhr zu hören – beendet durch eine ca. 30 Sekunden andauernde Schweigeminute eingeleitet durch die Worte: ‚Karfreitag, 15:00 Uhr – im Gedenken an die Todesstunde Christi folgen jetzt einige Augenblicke Funkstille‘. – Danach setzten die Nachrichten das Programm kommentarlos fort.

DSC00177.JPGDSC00184.JPG

Für Kinder gabs früher strenge Empfehlungen durch Beichtväter und Katecheten eine Kreuzweg-Andacht zu besuchen in der Friedenskirche oder den Pöstlingberg hinauf. Wesentlich ruhiger und somit wesentlich näher am Ostergedanken ist der kurze, beschauliche Kreuzweg beim Ausgang des Zaubertals in St. Margarethen mit seiner imposanten Kreuzigungsgruppe. Einen noch intensiveren, nachhaltigen Eindruck hinterließ diesbezüglich bisher nur der Berg der Kreuze in Litauen …

Siauliai07 Litauen.jpg

Faberzeova-jaja-1200x628.jpgIm benachbarten Russland blieben die einzigartig bemalten Holz- oder Fabergé-Eier in bester Erinnerung – nicht nur in Petersburg wurden man mit einschlägigen Osterläden konfrontiert und fühlte sich so wieder mit der eigenen Kindheit konfrontiert: Jenseits der bunten Eier gabs da im österlichen Nest ein einziges Mal ein “ Elektrokontaktspiel“ – ansonsten höchstes noch Hasen und Lämmer aus Schokolade. Man bastelte so wie schon zu Weihnachten mit Ausschneide-Vorlagen nun eben nicht an einem Kripperl, sondern an einer Hasenwerkstatt die man zusammenklebte, glaubte an den Hasen, freute sich auf die frischen, innen noch feuchten Pinzen mit Rosinen und aufs „Nestlsuchen“ an üblichen Orten – ja und manchmal schneite es dabei kurz …

Manfred Pilsz

(U-Hof-Konzert-Aufnahme mit dem Autor)

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder …, die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !

PALMPROZESSION 017 – OSTERN Teil 1

Das Folgende hat sich an einem Sonntag – genauer gesagt an einem Palmsonntag zugetragen, aber alles „lief“ anders als sonst – „Palma-nova“ gewissermaßen. Extrem schräg. Ein Sonntag fast so als hätte ihn Kurt Palm inszeniert. Doch genug dieser verkrampften Wortspiele. Und eigentlich begann es ja ganz harmlos. Unser Teilzeit-praktizierender Christ war eine schwache Viertelstunde vor 9.00 aufgebrochen, um die Messe in der Linzer Pfarrkirche zu besuchen. Eine na ja liebgewordene Tradition mit dem erklärten Ziel am Ende der Messe möglichst viele erste Ostereier an allen drei Türen der Kirche zu lukrieren – von einer christlichen politischen Ausrichtung dort an die Gläubigen verteilt und ab heuer aller Voraussicht überwiegend türkis eingefärbt …  Im Jahr davor aber kam alles anders, denn etwa auf der Höhe des „Traxls“ bot sich ein für Palmprozessionen ungewöhnlich hektisches Treiben am sonst eher sehr ruhigen feiertäglichen Taubenmarkt: Männer mit dunklem Teint laufen gehetzt von lauten Motorrädern und anderen weißen Verfolgern durch die Stadt – wie in einem Film der in den nordamerikanischen Südstaaten im 19. Jhd. oder davor hätte spielen können … Oder gar ein neuer Tarantino  – „Palm Fiction“ – Drehbuch by Trump? Doch nein, es handelt sich um ein vorösterliches Szenario mitten in Linz …

„Flüchtlinge“? Und hintern ihnen her: Der fleischgewordene, schwitzende „Shitstorm“ „angsterfüllter“ Mitbürger … Von wegen – nein es ist Marathon – eine Stadt „läuft“ … zur Hochform auf und das am finalen  Zenit der Fastenzeit und oh wie „passend“ als Einleitung zur Karwoche – In der Bibel steht zwar: Jesus näherte sich Jerusalem – da schickte er zwei Jünger voraus – von „Laufen“ war da nicht die Rede und es dürften auch keine 42,195 km zu absolvieren gewesen sein … Und überhaupt die Rennerei war doch bei den Griechen- oder? Jesus verschwendete jedenfalls keinen Gedanken daran per pedes in Jerusalem einzulaufen – Ein Esel wär nicht schlecht … und damit war sicher nicht der an diesem Tag zu spät kommende Palmesel“ gemeint: Er sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt; dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden. Bindet sie los und bringt sie zu mir! Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf der Straße aus, schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Leute aber, die vor ihm hergingen und ihm  folgten, riefen: Hosanna dem Sohn Davids! / Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. / Hosanna in der Höhe!

Der ambitionierte „Möchtegern Kirchenbesucher“ konnte jedenfalls den Taubenmarkt nicht queren und wich beim „Traxl“ mittels Durchgang in Richtung Pestsäule aus, Vorbei an dem Würstelmann der Kindheit, wo der Vater immer ein „Paarl“ mit süßem Senf teilte. Doch heute war auch hier am Linzer Hauptplatz „Bewegungsfrühschoppen“ angesagt. Erst bei der Kunsthochschule konnte der nun schon unchristlich Fluchende in Richtung Pfarrplatz abbiegen, aufgehalten durch nun müde „Athleten“ die auch der Kirchturmspitze zustrebten, aber knapp davor in Wirtshäuser abbogen zumal das Gotteshaus in Quarantäne zu sein schien …

thumb-les-oeufs-de-faberge---presentation-et-histoire-2651Österliche Bußfeiern der Fadis rund um 1980 in der Linzer Stadtpfarrkirche:

Der BLOG-Autor als „Evangelimann“ mit dem Fadinger Kinderchor / Orgel: Furtner

08-11-2017 16;59;21.jpg

Der BLOG-Autor als Titelfigur der Parsifal-Bußfeier (Orgel: W. Wöss)

Die Pfarrkirche war umzingelt von Rettungsautos  und relaxed Karten spielenden Einsatzkräften, die augenscheinlich mit „Vorbereitungen aufs Osterfest“ beschäftigt waren, geschützt durch kongeniale Absperrgitter, wie sie der abgewiesene Palmpilger schon zuvor vom Hauptplatz-Irrgarten zur genüge kannte. Auf die Frage wie man zur Kirche vordringen könnte antwortete der gerade ausspielende Rettungsmann mit einem lapidaren: „Goar net“ und auf den Hinweis, dass heute Palmsonntag sei, folgte ein kurzes: „Probiern Sies hoit in an Joahr wieder“. Da auch ein „Hadsch-a“ rund um die christliche „Kaaba“ kein positiveres Ergebnis bescherte ging der „Traxlerianer“ ins Cafe Meier fremd – ein Lokal das immer Erinnerungen an Krakau wachwerden lässt mit seiner charakteristischen Außenfront und den schmalen langen Holzrahmen bis zum Boden. Am Nebentisch ein schwer atmender, noch verschwitzter Vierziger des morgendlichen Viertelmarathons bei einer Halben vom Fass und beim ersten Zug an der nunmehr fünften Zigarette – kein schlechtes Zwischenergebnis für eine schwache halbe Stunde hier im Cafe. Wenn das nur gut geht – Sport muss verdammt gesund sein … Ein „Ironman ohne Filter“, ein typischer Grenzgänger der es dann mit 60 nochmal wissen will und damit als fixer „Infarkt-Man“ vielleicht einen etwas verfrühten Abflug in den Sportlerhimmel hinlegt … (- der rauchfreie Mai 018 hätte ihn eventuell retten können, doch durch die Fortschreibung der „Halbe/Halbe-Situation“ in öffentlichen Lokalitäten, darf er sich und alle anderen inklusive Personal dort weiter dem nicht von ungefähr sogenannten „Blauen Dunst“ aussetzen) Der verhinderte Kirchgänger stellte sich einfach vor es wäre Weihrauch und als er diesen mit seinem Palmbesen teilte, sah er die Turmspitze des Doms und hatte somit sein nächstes Ziel vor Augen. – Dabei notierte er sich, dass er Dombaumeister Schaffer (Ex-Fadi) in eine seiner nächsten Radiosendungen einzuladen könnte – zuständig für den Neuen Dom

Hier kann die > SENDUNG mit DI Schaffer< abgerufen werden

Linz09 Radio FRECH rechts mittlerweile Architektin K. Wöhrer.JPGDSCN2440.JPG2009: Radio FRECH am Domturm / 2018: Dombaumeister DI Schaffer bei Radio FRO

Eine Stunde später als ursprünglich geplant fand der frustrierte „Frühaufsteher“ so doch noch einen klerikalen Unterschlupf nun im nahen Alten Dom, der jedoch nach der „Palmliturgie“ bei seinen nur zwei Türen keine türkisen oder sonstigen Eier im Angebot hatte    – die Fastenzeit hatte ihn noch oder schon wieder fest im Griff. Als man seiner habhaft wurde beim Versuch direkt übers Zielgelände ans andere Ufer des Platzes durchzubrechen quittierte er die Abweisung mit dem Ausbruch: „Jetzt is der Schaas nu immer net aus“, um wenig später im Traxl seinen Unmut mittels sarkastischer Zeilen auf Servietten zu skizzieren …  Den nächsten Linz-Marathon bitte am 24. Dezember mit ausreichendem Frostschutzmittel für „Ice-(wo)men“ an Labstationen oder vielleicht doch eher gleich am 1. Mai –organisiert von rot & dunkelrot mit einer blauen Versorgungseinheit am Urfahranermarkt … 40x Hauptplatz – Brücke – Bierzelt und zurück … 

Wie wärs mit Fronleichnam: „Birken statt Palmen“ – dieses Fest mit früher ausufernden Prozessionen quer durch Urfahr und seinen „Feldaltären“ in der Harruckerstraße oder beim Karlhof als Labstationen würde sich rückblickend viel besser für einen Stadt- Marathon eignen – Laufen als „Ersatzreligion“ – als eine diesmal wahrlich Österliche „Passion“! Nicht in den päpstlichen „Schuhen des Fischers“, sondern in Modellen von Adidas oder Puma …

never chance ....jpgJ.Christ - Herodes.jpgSchon in Kindertagen gabs natürlich auch Sport in der Osterwoche  von Montag bis Gründonnerstag: Berüchtigt waren die Fußballspiele des sonst doch eher wenig „Bewegungs-affinen“ Freundeskreises im Petrin(i)um. In späteren Zeiten war man vorösterlich eher musikalisch unterwegs – während die Schüler (wie dereinst man selbst) sich mit einem Beichtspiegel (!) abmühten und dann aufgrund umfassender Geständnissen zur Belohnung mit drei Vaterunser bestraft wurden, trat man an die Orgel und probte für die Ostermesse. Unvergessen der Auftritt als „Evangelimann“ mit dem Fadinger Kinderchor (– OÖ. Komponist Wilhelm Kienzl) oder der halbe, leicht erwackelte „Karfreitagszauber“ aus Wagners Parsifal, der zur Initialzündung für mehrere Aufführungen von Jesus Christ Superstar wurde – mit bis heute aktiven, sehr erfolgreichen Musikern aus den Fadinger Reihen wie Peter Furtner, Herbert Pichler u. a., Gaststars wie Dietburg Wilflingseder (- damals auch Maria Magdalena der Wiener Produktion).

J.Christ - Herodes 1.jpgJ.Christ - Herodes 2.jpg

Fredi Rauch zum damaligen „J. C.“-Fieber

A. L. Webber hatte jetzt am 22. März 018 seinen 70er <

JC Duo.jpg

C 81.JPG

08-11-2017 17;14;39.jpg08-11-2017 17;12;41a.jpg

Der Große Saal des Brucknerhauses war restlos ausverkauft – „Big Mama Fiedler“ (Zerberus des Fadinger Sekretariats & Besitzerin der größten Ostereiersammlung der Welt – von Wachtel bis Emu) hatte sich voll ins Zeug geschmissen und die Show von Junglehrer Ernst „Deisi“ & Co. (Deisinger, Auer, Kammerstätter, Strobl, Reisinger …) rundum gemanagt. Der Linzer „J.C.“ ist dokumentiert mittels Kritik und der letzten noch erhaltenen Sendung des „Kinderradios“ (ORF OÖ) – einem Vorläufer von „Radio FRECH“ in den 80ern (- schon damals medialer Betreuer der Fadis aber auch von Unterstufler anderer Schulen) …

Manfred Pilsz

ORF „Kinderradio“ zum legendären „J. C.“ der Fadis inkl. Ausschnitte (Brucknerhaus)

ORF OÖ Kinderredaktion.jpg(Fadinger ORF-Kinderradio-Team 81 mit Dir. Dr. Burger)

DSCN2503.jpg              Heuer hätt´s beinahe weiße Ostern gegeben – Palmkätzchen im Schnee …                     (inkl. Umstellung auf Sommerzeit – eine echte Drohung)

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder …, die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !

LOT CAPE CHEN – Wildberg, Rogl & Co …

LCC

LOT CAPE CHEN

R O T   K Ä P P   C H E N

LCC chin

(„Xiao Hong Mao“, wörtlich „kleine rote Mütze“)

 Alles begann mit einer Kamerafahrt auf einem Hohlweg von der Gründbergschleife hinauf zum Imkerhof – durch das offene Autofenster saugte das Objektiv die satten Farben des herbstlichen Waldes bei mehreren notwendigen Takes in sich auf:

Schwarz beginnt es zu fließen – Blätterkonturen werden sichtbar – treiben vorbei. Ein Herbstlicher Bach verwandelt sich in einen vorüberziehenden bunten Wald. Die Seiten wechseln – man befindet sich auf einer Bergstraße – da, plötzlich eine Gestalt in einer Kutte, die versucht den Wagen zu stoppen – Dieser weicht aus. Im Wagenfond kurz das verschreckte Gesicht eines jungen Mädchens – der Wagen fährt hält. Eine Tür öffnet sich – die Fahrerin geht um das Auto herum – ein kleiner roter Rollkoffer wird dem Fond entnommen – ein roter Papierschirm erscheint – die Türen schließen sich – der schwarze Wagen mit roter Schleppe entfernt sich und wird vom Wald verschlungen …

16-10-2018 17;21;36.jpg23-01-2018 13;00;08aRoter Schirm

Mittlerweile hat das kleine Filmteam das Schloss Wildberg erreicht – immer wieder hatte das wunderbare Gemäuer für Dreharbeiten und Veranstaltungen herhalten müssen. Ruth, Johanna & Oliver operierten so auf bekanntem Terrain. Hier war die Pannonia-Filmnacht über die Bühne gegangen – ebenso Musicals wie Das Neue Jerusalem – alles wetterabhängige Freiluftveranstaltungen im Schatten des großen Turms auf der Bühne mit der ewig langen Freitreppe neben dem Burgbrunnen im Innenhof. Hier hatten einige Jahre davor fünf mal hintereinander die Johannisnächte quasi als Eröffnung des Wildberger Musiksommers stattgefunden: Jeweils in der kürzesten Nacht des Jahres sorgten die Fadis gemeinsam mit ihrem geschätzten „HauskomponistenDr. Helmut Rogl für 1A-Stationentheater  an unterschiedlichsten Spielorten des Schlosses bestehend aus Musik und Kabarett zum Thema Wagner. Abende die auch kulinarisch exzellent abgesichert waren und wie alle Wildberger -, sowie sonstigen Fadinger Kultur-Projekte von Ex-Fadi Ingo Kelp technisch optimalst betreut wurden. Winterlich hatte man das Schloss nur einmal als Drehort bei einem Horrorfilm auserkoren. Bei mittlerer Schneelage saß dabei ein Jaguar an der Zufahrt zur Brücke nach wenigen Metern ungeräumter Piste auf und konnte erst am Ende des Drehs von einem nach ganzen zwei eisigen Stunden anrückenden „Gelben Engel“ in Zwergengröße heraus gezogen werden – ein erster Anstoß für den späteren Umstieg der Regie auf einen Cinquecento …   doch zurück zu Lot-Cape-Chen

P5150009.JPGsekt 6Über eine alte Holzbrücke erreicht das Mädchen ein altes Schloss – das Hotel seiner Großmutter. Durch das Schmetterlingshaus gelangt es ins Innere des Gebäudes. An der Rezeption wird ihm ein Zimmer zugewiesen. Dort angelangt öffnet es sein rotes Köfferchen und entnimmt ihm Omas Lieblingsgetränk und ein schwarzes Buch. Angelangt in einen kargen, dunklen Raum, der nur von einem goldenen Rahmen am Boden markiert wird legt sich das Mädchen auf das schwarze Bett, öffnet das Buch und lässt sich von ihm in eine ganz andere, fernöstliche Welt entführen:

Room 1Dort findet es sich selbst wieder in Gestalt einer jungen, asiatisch anmutenden Frau – bedrängt von zwei listigen Geishas, die diese mittels einer Teezeremonie Gefangene eines  Albtraums werden lassen: Elfen, dunkle Gestalten, Wölfe, Drachen, Schwert- und Schattenkämpfer, die als Mangas und „Realfiguren“ ihr Unwesen treiben  …

1R lotcapechen17R18R

LCC – EIN FERNÖSTLICHES, MUSIKALISCHES VIDEO-EXPERIMENT

 Lot-Cape-Chen“ (Wolf & Dragon) ist eine fernöstliche Videovariante des Märchens “Rotkäppchen” – Ang Lees und Zhang Yimous „Eastern“ sowie „Kill Bill“ und andere Filmklassiker der aufgehenden Sonne (Wuxia) standen dabei Pate bzw. werden in dieser Kurzversion „parodiert“. Allein sieben Schülerinnen waren mit der Herstellung von Mangas beschäftigt, die ebenso wie einige Realszenen aus der Bluebox mit Computerprogrammen filmisch belebt wurden. Über weite Strecken gibt´s natürlich auch ganz herkömmlich gedrehte  und verarbeitete Filmbilder. Die Musik zu diesem kleinen Gesamtkunstwerk stammt von Stadt- und Landeskulturpreisträger sowie Absolvent und Ehren-Fadinger Dr. Helmut Roglextra für dieses Projekt von ihm komponiert.   * Hier ein aktuelles > RADIO-PORTRAIT < (H. Rogl auf FRO – 2018) *

On Air

(Lied von & mit H. Rogl – Sänger ist der BLOG-Autor)

line_black_paws

54dreh.7JPG

manga 4manga 36Beim üblichen Welser Weihnachtsworkshop im MKH hatte man in nur 2 Tagen auf kleinen Lichttischen alle Manga-Zeichnungen produziert, gescannt und mit den frischen Bluescreen-Szenen der Hauptdarstellerin gemeinsam am PC filmtauglich verarbeitet. Ein gewaltiges Team bestehend aus Zeichnerinnen, FilmerInnen und CutterInnen unter der Leitung von Gerolf Nikolay machte dies im Rahmen der traditionellen Klausur im gratis zur Verfügung gestellten Medienkulturhaus möglich. (Zeichnungen zum Film wurden damals auch in einemNextcomic-Buch verewigt)64.JPG14.JPG44DVD 3.jpg

AIm Beisein vieler Ehrengäste wurde die dann fertige Visualisierung, moderiert vom stellv. Landeskulturdirektor Dr. Stepanek, umrahmt von wahrlich professionellen Schwertkämpfen (Fadis), ausgiebigen Diskussionen und feinem chinesischem Buffet vom gesamten Team präsentiert – die Mangas schmückten die Wände des Saals.

was ist los2006 ging diese Premiere des Musikvideos Lot Cape Chen“ bei der Chinaausstellung im Nordico über die Bühne – im selben Jahr wurde man Landesmeister und errang in Leoben Staatsmeisterschafts-Gold sowie den Preis der Jury (Flamingo). Im Herbst flimmerte LCC beim Animation Screening AniNite, bei der Endrunde der Eurofilmer, im Gebrüder Grimm Museum in Kassel, weiters bei Festivals in St. Petersburg und Tokio über große Leinwände … bei Linz09 im Rahmen der Brucknerfest-Ausstellung „Augenmusik“ als inhaltlicher Bestandteil einer eigenen Installation im Foyer des Brucknerhauses …File_068.JPG

Manfred Pilsz

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder …, die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !