PALMPROZESSION 017 – OSTERN Teil 1

Das Folgende hat sich an einem Sonntag – genauer gesagt an einem Palmsonntag zugetragen, aber alles „lief“ anders als sonst – „Palma-nova“ gewissermaßen. Extrem schräg. Ein Sonntag fast so als hätte ihn Kurt Palm inszeniert. Doch genug dieser verkrampften Wortspiele. Und eigentlich begann es ja ganz harmlos. Unser Teilzeit-praktizierender Christ war eine schwache Viertelstunde vor 9.00 aufgebrochen, um die Messe in der Linzer Pfarrkirche zu besuchen. Eine na ja liebgewordene Tradition mit dem erklärten Ziel am Ende der Messe möglichst viele erste Ostereier an allen drei Türen der Kirche zu lukrieren – von einer christlichen politischen Ausrichtung dort an die Gläubigen verteilt und ab heuer aller Voraussicht überwiegend türkis eingefärbt …  Im Jahr davor aber kam alles anders, denn etwa auf der Höhe des „Traxls“ bot sich ein für Palmprozessionen ungewöhnlich hektisches Treiben am sonst eher sehr ruhigen feiertäglichen Taubenmarkt: Männer mit dunklem Teint laufen gehetzt von lauten Motorrädern und anderen weißen Verfolgern durch die Stadt – wie in einem Film der in den nordamerikanischen Südstaaten im 19. Jhd. oder davor hätte spielen können … Oder gar ein neuer Tarantino  – „Palm Fiction“ – Drehbuch by Trump? Doch nein, es handelt sich um ein vorösterliches Szenario mitten in Linz …

„Flüchtlinge“? Und hintern ihnen her: Der fleischgewordene, schwitzende „Shitstorm“ „angsterfüllter“ Mitbürger … Von wegen – nein es ist Marathon – eine Stadt „läuft“ … zur Hochform auf und das am finalen  Zenit der Fastenzeit und oh wie „passend“ als Einleitung zur Karwoche – In der Bibel steht zwar: Jesus näherte sich Jerusalem – da schickte er zwei Jünger voraus – von „Laufen“ war da nicht die Rede und es dürften auch keine 42,195 km zu absolvieren gewesen sein … Und überhaupt die Rennerei war doch bei den Griechen- oder? Jesus verschwendete jedenfalls keinen Gedanken daran per pedes in Jerusalem einzulaufen – Ein Esel wär nicht schlecht … und damit war sicher nicht der an diesem Tag zu spät kommende Palmesel“ gemeint: Er sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt; dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden. Bindet sie los und bringt sie zu mir! Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf der Straße aus, schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Leute aber, die vor ihm hergingen und ihm  folgten, riefen: Hosanna dem Sohn Davids! / Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. / Hosanna in der Höhe!

Der ambitionierte „Möchtegern Kirchenbesucher“ konnte jedenfalls den Taubenmarkt nicht queren und wich beim „Traxl“ mittels Durchgang in Richtung Pestsäule aus, Vorbei an dem Würstelmann der Kindheit, wo der Vater immer ein „Paarl“ mit süßem Senf teilte. Doch heute war auch hier am Linzer Hauptplatz „Bewegungsfrühschoppen“ angesagt. Erst bei der Kunsthochschule konnte der nun schon unchristlich Fluchende in Richtung Pfarrplatz abbiegen, aufgehalten durch nun müde „Athleten“ die auch der Kirchturmspitze zustrebten, aber knapp davor in Wirtshäuser abbogen zumal das Gotteshaus in Quarantäne zu sein schien …

thumb-les-oeufs-de-faberge---presentation-et-histoire-2651Österliche Bußfeiern der Fadis rund um 1980 in der Linzer Stadtpfarrkirche:

Der BLOG-Autor als „Evangelimann“ mit dem Fadinger Kinderchor / Orgel: Furtner

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Der BLOG-Autor als Titelfigur der Parsifal-Bußfeier (Orgel: W. Wöss)

Die Pfarrkirche war umzingelt von Rettungsautos  und relaxed Karten spielenden Einsatzkräften, die augenscheinlich mit „Vorbereitungen aufs Osterfest“ beschäftigt waren, geschützt durch kongeniale Absperrgitter, wie sie der abgewiesene Palmpilger schon zuvor vom Hauptplatz-Irrgarten zur genüge kannte. Auf die Frage wie man zur Kirche vordringen könnte antwortete der gerade ausspielende Rettungsmann mit einem lapidaren: „Goar net“ und auf den Hinweis, dass heute Palmsonntag sei, folgte ein kurzes: „Probiern Sies hoit in an Joahr wieder“. Da auch ein „Hadsch-a“ rund um die christliche „Kaaba“ kein positiveres Ergebnis bescherte ging der „Traxlerianer“ ins Cafe Meier fremd – ein Lokal das immer Erinnerungen an Krakau wachwerden lässt mit seiner charakteristischen Außenfront und den schmalen langen Holzrahmen bis zum Boden. Am Nebentisch ein schwer atmender, noch verschwitzter Vierziger des morgendlichen Viertelmarathons bei einer Halben vom Fass und beim ersten Zug an der nunmehr fünften Zigarette – kein schlechtes Zwischenergebnis für eine schwache halbe Stunde hier im Cafe. Wenn das nur gut geht – Sport muss verdammt gesund sein … Ein „Ironman ohne Filter“, ein typischer Grenzgänger der es dann mit 60 nochmal wissen will und damit als fixer „Infarkt-Man“ vielleicht einen etwas verfrühten Abflug in den Sportlerhimmel hinlegt … (- der rauchfreie Mai 018 hätte ihn eventuell retten können, doch durch die Fortschreibung der „Halbe/Halbe-Situation“ in öffentlichen Lokalitäten, darf er sich und alle anderen inklusive Personal dort weiter dem nicht von ungefähr sogenannten „Blauen Dunst“ aussetzen) Der verhinderte Kirchgänger stellte sich einfach vor es wäre Weihrauch und als er diesen mit seinem Palmbesen teilte, sah er die Turmspitze des Doms und hatte somit sein nächstes Ziel vor Augen. – Dabei notierte er sich, dass er Dombaumeister Schaffer (Ex-Fadi) in eine seiner nächsten Radiosendungen einzuladen könnte – zuständig für den Neuen Dom

Hier kann die > SENDUNG mit DI Schaffer< abgerufen werden

Linz09 Radio FRECH rechts mittlerweile Architektin K. Wöhrer.JPGDSCN2440.JPG2009: Radio FRECH am Domturm / 2018: Dombaumeister DI Schaffer bei Radio FRO

Eine Stunde später als ursprünglich geplant fand der frustrierte „Frühaufsteher“ so doch noch einen klerikalen Unterschlupf nun im nahen Alten Dom, der jedoch nach der „Palmliturgie“ bei seinen nur zwei Türen keine türkisen oder sonstigen Eier im Angebot hatte    – die Fastenzeit hatte ihn noch oder schon wieder fest im Griff. Als man seiner habhaft wurde beim Versuch direkt übers Zielgelände ans andere Ufer des Platzes durchzubrechen quittierte er die Abweisung mit dem Ausbruch: „Jetzt is der Schaas nu immer net aus“, um wenig später im Traxl seinen Unmut mittels sarkastischer Zeilen auf Servietten zu skizzieren …  Den nächsten Linz-Marathon bitte am 24. Dezember mit ausreichendem Frostschutzmittel für „Ice-(wo)men“ an Labstationen oder vielleicht doch eher gleich am 1. Mai –organisiert von rot & dunkelrot mit einer blauen Versorgungseinheit am Urfahranermarkt … 40x Hauptplatz – Brücke – Bierzelt und zurück … 

Wie wärs mit Fronleichnam: „Birken statt Palmen“ – dieses Fest mit früher ausufernden Prozessionen quer durch Urfahr und seinen „Feldaltären“ in der Harruckerstraße oder beim Karlhof als Labstationen würde sich rückblickend viel besser für einen Stadt- Marathon eignen – Laufen als „Ersatzreligion“ – als eine diesmal wahrlich Österliche „Passion“! Nicht in den päpstlichen „Schuhen des Fischers“, sondern in Modellen von Adidas oder Puma …

never chance ....jpgJ.Christ - Herodes.jpgSchon in Kindertagen gabs natürlich auch Sport in der Osterwoche  von Montag bis Gründonnerstag: Berüchtigt waren die Fußballspiele des sonst doch eher wenig „Bewegungs-affinen“ Freundeskreises im Petrin(i)um. In späteren Zeiten war man vorösterlich eher musikalisch unterwegs – während die Schüler (wie dereinst man selbst) sich mit einem Beichtspiegel (!) abmühten und dann aufgrund umfassender Geständnissen zur Belohnung mit drei Vaterunser bestraft wurden, trat man an die Orgel und probte für die Ostermesse. Unvergessen der Auftritt als „Evangelimann“ mit dem Fadinger Kinderchor (– OÖ. Komponist Wilhelm Kienzl) oder der halbe, leicht erwackelte „Karfreitagszauber“ aus Wagners Parsifal, der zur Initialzündung für mehrere Aufführungen von Jesus Christ Superstar wurde – mit bis heute aktiven, sehr erfolgreichen Musikern aus den Fadinger Reihen wie Peter Furtner, Herbert Pichler u. a., Gaststars wie Dietburg Wilflingseder (- damals auch Maria Magdalena der Wiener Produktion).

J.Christ - Herodes 1.jpgJ.Christ - Herodes 2.jpg

Fredi Rauch zum damaligen „J. C.“-Fieber

A. L. Webber hatte jetzt am 22. März 018 seinen 70er <

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Der Große Saal des Brucknerhauses war restlos ausverkauft – „Big Mama Fiedler“ (Zerberus des Fadinger Sekretariats & Besitzerin der größten Ostereiersammlung der Welt – von Wachtel bis Emu) hatte sich voll ins Zeug geschmissen und die Show von Junglehrer Ernst „Deisi“ & Co. (Deisinger, Auer, Kammerstätter, Strobl, Reisinger …) rundum gemanagt. Der Linzer „J.C.“ ist dokumentiert mittels Kritik und der letzten noch erhaltenen Sendung des „Kinderradios“ (ORF OÖ) – einem Vorläufer von „Radio FRECH“ in den 80ern (- schon damals medialer Betreuer der Fadis aber auch von Unterstufler anderer Schulen) …

Manfred Pilsz

ORF „Kinderradio“ zum legendären „J. C.“ der Fadis inkl. Ausschnitte (Brucknerhaus)

ORF OÖ Kinderredaktion.jpg(Fadinger ORF-Kinderradio-Team 81 mit Dir. Dr. Burger)

DSCN2503.jpg              Heuer hätt´s beinahe weiße Ostern gegeben – Palmkätzchen im Schnee …                     (inkl. Umstellung auf Sommerzeit – eine echte Drohung)

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LOT CAPE CHEN – Wildberg, Rogl & Co …

LCC

LOT CAPE CHEN

R O T   K Ä P P   C H E N

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(„Xiao Hong Mao“, wörtlich „kleine rote Mütze“)

 Alles begann mit einer Kamerafahrt auf einem Hohlweg von der Gründbergschleife hinauf zum Imkerhof – durch das offene Autofenster saugte das Objektiv die satten Farben des herbstlichen Waldes bei mehreren notwendigen Takes in sich auf:

Schwarz beginnt es zu fließen – Blätterkonturen werden sichtbar – treiben vorbei. Ein Herbstlicher Bach verwandelt sich in einen vorüberziehenden bunten Wald. Die Seiten wechseln – man befindet sich auf einer Bergstraße – da, plötzlich eine Gestalt in einer Kutte, die versucht den Wagen zu stoppen – Dieser weicht aus. Im Wagenfond kurz das verschreckte Gesicht eines jungen Mädchens – der Wagen fährt hält. Eine Tür öffnet sich – die Fahrerin geht um das Auto herum – ein kleiner roter Rollkoffer wird dem Fond entnommen – ein roter Papierschirm erscheint – die Türen schließen sich – der schwarze Wagen mit roter Schleppe entfernt sich und wird vom Wald verschlungen …

16-10-2018 17;21;36.jpg23-01-2018 13;00;08aRoter Schirm

Mittlerweile hat das kleine Filmteam das Schloss Wildberg erreicht – immer wieder hatte das wunderbare Gemäuer für Dreharbeiten und Veranstaltungen herhalten müssen. Ruth, Johanna & Oliver operierten so auf bekanntem Terrain. Hier war die Pannonia-Filmnacht über die Bühne gegangen – ebenso Musicals wie Das Neue Jerusalem – alles wetterabhängige Freiluftveranstaltungen im Schatten des großen Turms auf der Bühne mit der ewig langen Freitreppe neben dem Burgbrunnen im Innenhof. Hier hatten einige Jahre davor fünf mal hintereinander die Johannisnächte quasi als Eröffnung des Wildberger Musiksommers stattgefunden: Jeweils in der kürzesten Nacht des Jahres sorgten die Fadis gemeinsam mit ihrem geschätzten „HauskomponistenDr. Helmut Rogl für 1A-Stationentheater  an unterschiedlichsten Spielorten des Schlosses bestehend aus Musik und Kabarett zum Thema Wagner. Abende die auch kulinarisch exzellent abgesichert waren und wie alle Wildberger -, sowie sonstigen Fadinger Kultur-Projekte von Ex-Fadi Ingo Kelp technisch optimalst betreut wurden. Winterlich hatte man das Schloss nur einmal als Drehort bei einem Horrorfilm auserkoren. Bei mittlerer Schneelage saß dabei ein Jaguar an der Zufahrt zur Brücke nach wenigen Metern ungeräumter Piste auf und konnte erst am Ende des Drehs von einem nach ganzen zwei eisigen Stunden anrückenden „Gelben Engel“ in Zwergengröße heraus gezogen werden – ein erster Anstoß für den späteren Umstieg der Regie auf einen Cinquecento …   doch zurück zu Lot-Cape-Chen

P5150009.JPGsekt 6Über eine alte Holzbrücke erreicht das Mädchen ein altes Schloss – das Hotel seiner Großmutter. Durch das Schmetterlingshaus gelangt es ins Innere des Gebäudes. An der Rezeption wird ihm ein Zimmer zugewiesen. Dort angelangt öffnet es sein rotes Köfferchen und entnimmt ihm Omas Lieblingsgetränk und ein schwarzes Buch. Angelangt in einen kargen, dunklen Raum, der nur von einem goldenen Rahmen am Boden markiert wird legt sich das Mädchen auf das schwarze Bett, öffnet das Buch und lässt sich von ihm in eine ganz andere, fernöstliche Welt entführen:

Room 1Dort findet es sich selbst wieder in Gestalt einer jungen, asiatisch anmutenden Frau – bedrängt von zwei listigen Geishas, die diese mittels einer Teezeremonie Gefangene eines  Albtraums werden lassen: Elfen, dunkle Gestalten, Wölfe, Drachen, Schwert- und Schattenkämpfer, die als Mangas und „Realfiguren“ ihr Unwesen treiben  …

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LCC – EIN FERNÖSTLICHES, MUSIKALISCHES VIDEO-EXPERIMENT

 Lot-Cape-Chen“ (Wolf & Dragon) ist eine fernöstliche Videovariante des Märchens “Rotkäppchen” – Ang Lees und Zhang Yimous „Eastern“ sowie „Kill Bill“ und andere Filmklassiker der aufgehenden Sonne (Wuxia) standen dabei Pate bzw. werden in dieser Kurzversion „parodiert“. Allein sieben Schülerinnen waren mit der Herstellung von Mangas beschäftigt, die ebenso wie einige Realszenen aus der Bluebox mit Computerprogrammen filmisch belebt wurden. Über weite Strecken gibt´s natürlich auch ganz herkömmlich gedrehte  und verarbeitete Filmbilder. Die Musik zu diesem kleinen Gesamtkunstwerk stammt von Stadt- und Landeskulturpreisträger sowie Absolvent und Ehren-Fadinger Dr. Helmut Roglextra für dieses Projekt von ihm komponiert.   * Hier ein aktuelles > RADIO-PORTRAIT < (H. Rogl auf FRO – 2018) *

On Air

(Lied von & mit H. Rogl – Sänger ist der BLOG-Autor)

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manga 4manga 36Beim üblichen Welser Weihnachtsworkshop im MKH hatte man in nur 2 Tagen auf kleinen Lichttischen alle Manga-Zeichnungen produziert, gescannt und mit den frischen Bluescreen-Szenen der Hauptdarstellerin gemeinsam am PC filmtauglich verarbeitet. Ein gewaltiges Team bestehend aus Zeichnerinnen, FilmerInnen und CutterInnen unter der Leitung von Gerolf Nikolay machte dies im Rahmen der traditionellen Klausur im gratis zur Verfügung gestellten Medienkulturhaus möglich. (Zeichnungen zum Film wurden damals auch in einemNextcomic-Buch verewigt)64.JPG14.JPG44DVD 3.jpg

AIm Beisein vieler Ehrengäste wurde die dann fertige Visualisierung, moderiert vom stellv. Landeskulturdirektor Dr. Stepanek, umrahmt von wahrlich professionellen Schwertkämpfen (Fadis), ausgiebigen Diskussionen und feinem chinesischem Buffet vom gesamten Team präsentiert – die Mangas schmückten die Wände des Saals.

was ist los2006 ging diese Premiere des Musikvideos Lot Cape Chen“ bei der Chinaausstellung im Nordico über die Bühne – im selben Jahr wurde man Landesmeister und errang in Leoben Staatsmeisterschafts-Gold sowie den Preis der Jury (Flamingo). Im Herbst flimmerte LCC beim Animation Screening AniNite, bei der Endrunde der Eurofilmer, im Gebrüder Grimm Museum in Kassel, weiters bei Festivals in St. Petersburg und Tokio über große Leinwände … bei Linz09 im Rahmen der Brucknerfest-Ausstellung „Augenmusik“ als inhaltlicher Bestandteil einer eigenen Installation im Foyer des Brucknerhauses …File_068.JPG

Manfred Pilsz

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KULTUR – JUGEND OHNE MANDAT?!

Mit leichter Verspätung nahm Linz09-Intendant Ulrich Fuchs am improvisierten Podium platz. Der Veranstaltungssaal der Kunsthochschule war bis auf den letzten Stuhl gefüllt. Der damalige Posthof-Musikchef Werner Ponesch war gerade bei seinen Ausführungen, konfrontiert mit Forderungen des jungen „Publikums“ sich wieder selbst auch jenseits des „Heimspiels“ im kurzen Monat Februar das ganze Jahr über mit Eigenproduktionen einbringen zu können, wie dies zB. im Kulturzentrum Hof nach wie vor möglich ist. Weg von bloßer Einladungspolitik ausschließlich arrivierter Kultur für junges & alternatives Publikum hin zu einem offenem Haus – also >back to the roots< als man im Posthof noch ganzjährig mit Eigenproduktionen egal ob am Musik- oder Kabarett-Sektor reüssieren konnte …

WAS WOLLEN JUGENDLICHE  OÖN.jpg20022006b-druck.jpgDas waren noch Zeiten, als man von der der Landestheaterregie die sich das selbst nicht antun wollte, beauftragt wurde ein Musical wieGolfstrom im neuen (alten) Posthof herauszubringen – mit einer freien Gruppe und infiltrierten Fadingern, die damals auch in der Opern-Statisterie von Salome & Hoffmanns Erzählungen im Haus an der Promenade tätig waren. Wenig später war man mit Kabarett-Programmen wie „Urlaubsreif“ und dem Rogl`schen Musiktheater „Angela und der kleine Bär“ dort und anschließend damit auch imStudio Molièrein Wien vertreten …

Doch zurück zum „Jugendkulturparlament“ in der Kunst-UNI: Über 30 Themen wurden vom Plenum an das Podium herangetragen – darunter der Wunsch nach Proberäumen, einem Auto-Kino (- gabs früher auf einem Parkplatz neben der „Plus City“), nach einer Jugendklangwolke (neben der Kinder-KW), nach einem Jugendcafe und es gab auch eine Forderung von „teen open space“, die tatsächlich im Zuge von Linz09 teilweise in Variation umgesetzt wurde …

Dazu hier ein >>> Radio FRECHer 09-Blog-Beitrag von Verena Duller in den OÖN:

DSC08873.JPG2 Ex-Fadis im Radio-Gespräch

Jugendprojekt bei der Eisenbahnbrücke!

Stolz eröffnete man zu Linz Mitte September, statt vor dem Sommer09, einen neuen „Jugendtreff“ bei der Eisenbahnbrücke – Er könnte neben dem „Kinderpunkt“ eine weitere nachhaltige Errungenschaft des 09Jahres werden  …

5 Jahre hat es gedauert, bis endlich eines der vielen Projekte, die im Rahmen des EU-geförderten Projekts „teens_open_space“ Jugendliche zusammen mit DI Dr. Karin Standler und DI Eva Schwab entwickelten, realisiert wurde. „Teens_open_space“ sollte die Stadt Linz jugendgerechter gestalten und verschönern. Leider konnte zuerst keines der Projekte realisiert werden, da sie alle für den Volksgarten konzipiert waren und dieser wegen des Baus des Musiktheaters „tabu“ ist – so die Begründung der Politiker. Als das „Teens_open_space -Team“ vorschlug die Projekte für andere Plätze zu adaptieren gab es auch kein wirkliches Feedback.

Nur ein Team, das von Anfang an ein Projekt für die Donaulände konzipierte war ausdauernd genug.  5 Jahre lang haben sie sich nicht abschütteln lassen, haben 2 Anträge gestellt und wurden von einem Jungpolitiker unterstützt …

Doch wie viele Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren haben solch eine Ausdauer? Wie viele würden für ein Jugendprojekt so viel Zeit investieren und wie viele hätten genug Know-how um 2 Anträge einzureichen? Vor allem, was haben die Jugendlichen von vor 5 Jahren, die damals mit 14 bis 18 Jahren an den Projekten mitgearbeitet haben, heute davon? Die meisten sind vermutlich nicht einmal mehr in Linz, sondern studieren oder arbeiten irgendwo anders.

 Jedoch egal, Hauptsache eines der Projekte wurde realisiert, lange genug hat es ja gedauert. Folglich könnte man sich dafür aber eine dementsprechend herausragende Umsetzung erwarten. Die Ideen der Jugendlichen allerdings wurden leider nur bedingt verwirklicht. Die ursprüngliche Planung, die einen „wetterfesten Treffpunkt“ mit „bewachsenen Seitenwänden“ beinhaltet, der Atmosphäre schaffen und den Ort aus der Durchzugsachse herausnehmen soll, wurde so verändert, dass die neu kreierte Variante genau diese Ziele nicht erreicht. Vielmehr wirkt es, als ob dieser Jugendtreffpunkt die Durchzugsachse noch verstärkt und nur wenig Gemütlichkeit aufkommen lässt.

So finden wir nun an der Donaulände – Linzer Seite –direkt neben der Eisenbahnbrücke eine „Betonstiege“, die in die „Steigung“ hineingebaut wurde, und als Sitzgelegenheit dienen soll. Zusätzlich zu den Änderungen am Grundkonzept kann man auch eine teils sehr „minimalistische“ Ausführung erkennen, sodass die  sicher grundsätzlich guten Ansätze beinahe zur Unbrauchbarkeit verkommen, so zum Beispiel die Bühne, die vor den treppenförmigen Sitzgelegenheiten steht und eher an ein „Haltestellenhäuschen“ erinnert, als an eine Bühne. Kein WC, kein Stromanschluss … Statt dessen ein „Strand“ –ähnlich minimalistisch-  etwas aufgeschütteter Sand, mit dem wohl die Hunde am meisten Freude haben werden.

Für die ganze Anlage wurden 200.000€ ausgegeben. Diese Summe ist das einzige was einen staunen lässt. Sie lässt vor allem darüber staunen, wie wenig man mit so viel Geld machen kann. – Ganz nach der Devise ein teures Geschenk muss auch ein gutes Geschenk sein.

Vergleichsweise erfolgreiche Umsetzungsbeispiele bei denen die Jugendlichen selbst am Bau aktiv beteiligt waren: Graz, SteyroderEferding (Anm. V. Duller)

DSCN1658.JPG „Wann treffen wir drei wieder zusamm?“
„Um die siebente Stund‘, am Brückendamm.“

Statt der Brücke ragen 2018 nur noch die „Pfeiler der Schande“ aus der Donau … dort wo als Alibi für die Jugend ein „Minimalmeetingpoint“ fernab im nichts eingerichtet wurde – bar jedweder Infrastruktur … (- im Niemandsland weit hinter dem Parkbad & der Eishalle – mit „ohne WCs“, keiner Verpflegung und null Wasser bzw. Strom – wenn man von der Donau mal absieht …)

DSCN1660.JPG                           Winter 2017 (oben) und der kümmerliche Rest „Ende“ 2018DSCN5544.JPGIn der Kunst-UNI forderten damals die Jugendlichen eine nicht nur bloß finanzielle Förderung von „Kultur in der Schule“, sondern auch, dass ihre Projekte u. a. medial ernst genommen werden – ebenso wie die künstlerische Arbeiten einzelner unabhängig & frei agierender junger Leute.

„Ohne eigene Stimme“ bzw. keine altersadäquate Vertretung

Als man im Stadtkulturbeirat während der konstituierenden Phase von Linz09 nachfragte inwieweit sich Kinder und Jugendliche beteiligen und ihre eigenen Wünsche äußern könnten, wurde man wie beim KEP (Kulturentwicklungsplan) an die damalige Stadträtin für Soziales durchgereicht – dort wäre die „Jugendkultur“ gut aufgehoben: Stadtteiljugendzentren, wo „Kultur“ vor allem zur Sedierung Jugendlicher zum Einsatz kommt war damit sichtlich gemeint – fremd bespasst von wohlmeinenden, ambitionierten Sozialarbeitern, ohne wirkliche Möglichkeit sich als junger Mensch selbst einzubringen.

Nun scheint sich in nur wenigen Jahren ja einiges geändert zu haben: Junge Twens werden Bürgermeister, ältere dieser Preisklasse sogar Minister und mit knapp über 30 hat man reelle Chancen Kanzler zu werden. Kinder, Jugendliche, Jüngstwählerinnen, L17erInnen düften aber nach wie vor wohl auch kulturpolitisch im wesentlichen fremdbestimmt sein … oder existiert in Linz nun etwa gar tatsächlich der damals geforderte Jugendkultur-Beirat? Für den Bereich Jugendkultur zeichnen derzeit jedenfalls weder „junge Menschen“, noch „Berufsjugendliche“, sondern (!) zwei Schuldirektorinnen & der Kuddelmuddel-Chef verantwortlich – die machen ihren Job sicher gut, aber kulturelle Eigenbestimmtheit der Jugendlichen sieht anders aus …

Jahre später im Gespräch zum KEP NEU zu obigem (Jahreswechsel 019/20): https://cba.fro.at/457673

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Der Arbeitskreis 7 des Stadtkulturbeirats hatte die Koordination zur Thematik Linz 2009 zum Inhalt und regte unter Punkt 1 speziell Jugendprojekte an und forderte unter Punkt 5 die Etablierung eines Jugendkultur-Beirates als Diskussionsforum für Anliegen & Bedürfnisse Jugendlicher in Hinblick auf 2009 und danach: „Der JKB soll Positionen der Jugendlichen bezogen auf den KEP behandeln und Projektideen für Linz 2009 entwickeln – weiters einen Projektwettbewerb begleiten dessen Ergebnisse von Jugendlichen selbst oder unter maßgeblicher Beteiligung Jugendlicher umgesetzt werden“ …

Was man keinesfalls wollte, das war eine Vereinnahmung von Jugendprojekten durch nicht nachhaltige Dachorganisationen wie sie bei Linz09 diesem Sektor verordnet und übergestülpt wurde – eine Vereinfachung für die Organisation, aber gleichzeitig eine Anonymisierung der einzelnen Bestrebungen und abhängig Machung, die letztendlich dazu führte, dass einzelne und Gruppen von Jugendlichen bzw. Schulkultur nicht mehr im Detail wahrgenommen wurden und so bereits im Folgejahr gemeinsam mit I like to move it – move it (- mutierte noch kurz in „Kukusch“ – letzter Eintrag 2013 …) dem Untergang geweiht waren …  Bedauerlichstes Opfer dieser echt unglückseligen Aktion: Die alljährliche Schultheaterwoche „Zündstoff“ bei der auch die Fadis immer wieder stark vertreten waren – Höhepunkte: „komA“ * bei Linz09* und davor Medea“ in den Kammerspielen … Im Zuge von Linz09 schafften die Fadis es alle ihre über 20 Projekte elegant an „Move it“ vorbei zu moven und weitgehend unabhängig davon ALLES zu organisieren und umzusetzen – darunter auch ein (nach heutigem „Sprech“:) „Leuchtturm-Projekt“ wie das MusiktheaterFadinger Reloaded“ (Egbert Bernauer) im 09Tempel der „Hafenhalle“ – mit x Lichteinstellungen (Kelp) und Video-Sequenzen (Nadlinger/Wurm) auf einem halbdurchsichtigen Nesselvorhang (wie schon zuvor bei „Medea“), mit eigenem Ensemble, tollen Solisten und dem Orchester der Linzer Musikschule, die sich mit vollem Elan unentgeltlich in den Dienst der Sache stellte …

M P

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HIER gehts zur Radio-SENDUNG mit Dr. Egbert Bernauer:  https://cba.fro.at/379166

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AGENTIN 009 – rettet die Kulturhauptstadt

Dieser BLOG-Beitrag hätte sich Lektüre & Betrachtung auf einem großen Screen verdient

Unbenannt.JPGLeichtes, matschiges Schneetreiben, kalte, schwache Windböen, junge Menschen mit langen Mänteln und Pelzhauben – darunter ein Mädchen mit eurasisch wirkenden Gesichtszügen und was hält sie in den Händen? – Zusammengebundene rote Stäbe – sehen aus wie Dynamitstangen ! Plötzlich aus dem Hintergrund zwei Girls mit einem Absperrband – Eine der beiden zieht die Pistole und drängt alle anderen hinter die Absperrung zurück. Für kurze Momente ist die Brücke auf der man sich befindet auf dieser Seite abgeriegelt – direkt vor einem großen Wartehäuschen, an dessen Stelle früher einmal wahrscheinlich der amerikanische Checkpoint untergebracht war -damals als die Stadt nach 45 ins russische Urfahr und amerikanische Linz aufgeteilt war. Davor standen auf der Nibelungenbrücke vier große Reiterstatuen aus der gleichnamigen Sage, die man sich weder direkt nach dem Krieg und auch nicht anlässlich der Kulturhauptstadt wieder aufzustellen traute. Tja, da hatten selbst die berühmten Löwen am Bahnhof  ein besseres Schicksal. Jetzt war hier am Ort jedenfalls eine große Haltestelle untergebracht. 52 mögliche Wege der Errettung der Welt sollten in ihr & mit ihr im Verlauf des Jahres 09 präsentiert werden – in der ultimativen Faschingswoche waren nun jedenfalls die FRECHen Fadinger dran und sorgten so am Faschingsdienstag 2009 für gehöriges Aufsehen. Früher war da „Action“ erst für den Nachmittag eingeplant – es wurde von den Linzer Narren die Figur des Faschings am Urfahraner „Platzl“ (neben der Karl May-Villa) um 15 Uhr auf ein Floss gelegt und der Donau überantwortet – viel humaner als in Venedig, wo er alljährlich am San Marco-Platz verbrannt wird. Zu Linzen war man allerdings nie besonders „Faschings-affin“ – für „Villach abwärts“ hatte man nicht viel übrig: Selbst während Linz09 gabs während der „5. Jahreszeit“ nur einen Umzug, der im wesentlichen von den Umlandgemeinden ausgerichtet wurde. Da hätte man sich doch genauso gut gleich in Rufling an den Straßenrand stellen können um einen ordentlichen Narrenzug zu sehen. Was aber nicht bedeuten soll, dass die Linzer in den Keller lachen gehen – Nein, Linz war immer schon eine Kabarett-Hochburg, jenseits der billigen Schenkelklopfer für ebensolche Büttenreden & „Witze“! Damit nun zurück zum Geschehen auf der Nibelungenbrücke: Nach einem Blitzlichtgewitter bei der Weltrettungshaltestelle wurde der Durchgang beim Brückenkopf wieder freigegeben. Die eben noch Wartenden hatten nun und in den folgenden Tagen auch alle anderen Passanten hier am Brückenkopf  Gelegenheit Informationen über dieses eine von vielen Projekten der Fadinger zu bekommen. Als Eyecatcher diente hier ein übergroßes Plakat vor dem die zu Mittag nun anwesenden Crewmitglieder des Agentin 009 -Films nicht nur posierten, sondern auch Auskunft über diese & andere „Schularbeiten“ des Linzer Mediengyms (MRG) gaben  …

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2 0 0 8  – vor 10 Jahren war Drehbeginn

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Über ein volles Jahr hatte man an der Fertigstellung des sehr aufwendigen 09Films gearbeitet: Das Autohaus Baschinger hatte für Aufnahmen im Bond-Auto eine rote „Doge Viper“ zur Verfügung gestellt, das OK diente mit dem Schau- und Tiefenrausch ebenso als Set wie das Lentos, die Grottenbahn oder das Casino Linz. Das Arcotel stellte eine „Bond009-Suite“ zur Verfügung, die Linz-AG die 09Straßenbahn und das Brucknerhaus die Orgel im großen Saal. Für die recht opulente Ausstattung sorgte die eigene „Textilienkammer“ und wie sooft der Kostümverleih Linz.bond50.jpg009 am 00.jpgbond85.jpg                                                                                     SPECIAL GUESTS

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                                                                                     Intendant Dr. Fuchs

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Das Welser MKH ermöglichte einen ausufernden Weihnachtsworkshop, bei dem Dank Gerolf die Spezialaufnahmen samt Schnitt für „Alice“, ein Musiktheater (Bernie) & die Agentin erfolgten.  Die Intendanz von Linz09 unterstützte uns nicht nur, sondern spielte ebenso mit wie ORF-ZIB- & Gast-Star Tarek Leitner. Auch Hubert von Goisern, dessen Management und Ex-Fadi H-G. Gutternigg von Russkaja konnte man ins Boot holen … Das fertige Video lief  bei der Präsentation am Mediendeck des OKs und fürs 09Büro im extra dafür reser4ten Keplersalon. Dem war ein langes, zwar mühsames, aber erfolgreiches Ringen um Termine & Rechte vorausgegangen …2009_03_11 Bond Abschlussfeier David Wurm 0043.jpg2009_03_11 Bond Abschlussfeier David Wurm 0061.jpg

AGENTIN 009 RETTET DIE KULTURHAUPTSTADT & DAMIT DIE GANZE WELT

Der Film AGENTIN 009 hier in der EinBlick-Sendung ab Min 8.45

https://dorftv.at/video/28619

Graue Bunkermauern – eisiger Nebel – Hubschraubergeräusche – ruuuussische Musik- und Wortfetzen –  Vilnius die Partnerstadt von Linz09 – an der Grenze zu Russland eine schwarze Limousine – Koffer mit wertvollem Inhalt werden getauscht –eine Szene wie in Bond-Streifen zur Zeit des kalten Kriegs –doch in dieser Parodie des Radio FRECH–Teams ist alles total anders: Bond ist blond und weiblich – auch die Gegenspielerinnen sind gefährliche Girls aller Art. Männer sind mit Ausnahme von Dr. Hannibal Lecter nur in Nebenrollen zu finden. Der eine oder andere Bond-Boy darf da und dort auch mal ein paar Sätze mehr absetzen, aber das wars dann schon auch. Opferrollen sind diesmal männlich besetzt. Dennoch werden Bond-Klischees bemüht – handelt es sich doch um eine Parodie – und das sollte natürlich erkennbar bleiben.

bond99Casino 009.JPGDr Hannibal 6

Nach der Eröffnung im fernen Litauen, geht’s nach der typisch Bond´schen Titelsequenz in die gefährdete OÖ. Kulturhauptstadt – In Linz beginnts und endets auch – fast ein ganzes Jahr kämpft Bond als englische Agentin im Auftrag amerikanischer und heimischer „Kunden“ ausgestattet mit der Lizenz zu linzen und zu nerven für das Wohl von Linz09 … 

weltrettung009 a.JPGbond03.jpgAufzeichnen66611009 a.JPGagentin a Kopie.jpgbond129.jpg Unser weiblicher „Zorro“ kletterte dabei die Wände hoch

001.jpgÜber zwei Jahre lang war bei den Fadis ALLES auf die Kulturhauptstadt Linz09 abgestellt: Allem voran das offizielle Linz09-Jugendmedium Radio FRECH, das jederzeit & immer im Einsatz war, wöchentlich einen BLOG-Beitrag für die Online-OÖN beisteuerte und gemeinsam mit der Linzer Musikschule das Bernauer „Musical“ Fadinger Reloaded dank Meister Ingo in der Hafenhalle heraus brachte. Während des Brucknerfests waren die FRECHen als „Bruckner on Air“ mit eigenem Blog auf der Festivalhomepage und bei der Ausstellung „Augenmusik“ mit einer Installation im Foyer des Brucknerhauses präsent. Für das Gedenkjahr08 hatte man ein DokuvideoStrom des Vergessens“ (zur Pogromnacht) gedreht – als Audiomaterial auch für eine Sendung zum Thema von Radio OÖ in Verwendung. Im Rahmen von „Zündstoff“ wurde unter der genialen Regie von John F Kutil das Stationentheater „komA“ szenisch verteilt auf das gesamte Schulhaus mit großem Erfolg nachhaltigem heraus gebracht … Linz09 war für uns Beteiligte eine riesen Anstrengung, aber auch ein beglückendes Erlebnis SPEZIELLEN DANK AN ALLE !

Manfred Pilsz

DSC03138.JPGLandhaus Linz: Agentin 009 mit dem echten österr. OSCAR (für „Die Fälscher“)

Vizebgm. Dr. Watzl & 09Intendant Heller     09Finale.jpg

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B L U E R O S E – „Alice im Kitschland“

Ptuj.JPGDie Nebel der ruhigen Morgenstimmung hatten sich eben gelichtet, waren entschwebt wie die Heißluftballons, die man am Weg von der gebuchten Hütte zum Frühstück im Thermenhotel in Ptuj hatte aufsteigen sehen. Bis 2011 brach man im Herbst so rund um Allerheiligen immer wieder auf, um in dem kleinen Ort an der Straße nach Zagreb zu nächtigen, im slowenischen Warmwasser kurz zu entspannen, in den kleinen Läden skurrile Schnäppchen zu erstehen und beim Festival  „Toti Maribor“ einen Filmpreis entgegenzunehmen. Erst beim allerletzten Mal, als sich die Politik schlussendlich in Marburg nach absolvierter Kulturhauptstadt dieses Filmfest danach nicht mehr leisten wollte, was auch dessen unverwüstlicher Leiter der Industrielle Franc Kopič (Schöpfer der Ebenseer Bären) nicht planieren konnte, bezog man Quartier in der WeinidylleDreisiebenerdirekt an der südsteirischen Grenze. Ein gediegener Aufenthalt (wenngleich der letzte) inmitten der Rebstöcke einer mit Raureif angezuckerten Hügelwelt …

DSC05151.JPGMittlerweile hatte man bereits den hässlichen Einkaufmarktgürtel östlich von Maribor hinter sich gelassen und man brauchte diesmal nicht in die Innenstadt vordringen, um zuerst einen Langzeitparkplatz und dann langwierig den fast immer gut versteckten Veranstaltungsort zu suchen. Ab und an war es wie im Jahr davor ein in einem Großkaufhaus angesiedelter, meist aber sehr feiner prunkvoller Saal oder überhaupt der große, dem Linzer KV nicht unähnliche Festraum eines im Straßengewirr schwer zu findenden Stadtpalais. In jedem Fall zahlte es sich aus die Suche nicht aufzugeben – man wurde mit der formidablen Örtlichkeit dieses internationalen Festivals belohnt. Diesmal ging es allerdings am, in den vielen Folgejahren sehr oft frequentierten Eurozentrum mit seinen Verkaufsebenen und deftigen Cafes vorbei zum kleinen Hausberg, wo im Winter bei guter Schneelage der Skizirkus mit zwei Damenbewerben Halt macht. Es handelt sich gewissermaßen um den Pöstlingberg von Maribor mit Slalomwiese und einem durchaus herzeigbaren Hotel inklusive eines technisch gut ausgestatteten Festsaals in dem die Preisverleihung über die Bühne ging. Alles eingebettet in putzige slowenische Musik- und Showacts, sowie reichlich & gut begleitet von kulinarischen Freuden. Höhepunkt des Abends: Die Überreichung der Hauptpreise – darunter die Auszeichnung in Gold für die Linzer Musik-Visualisierung Blue Rose des Mediengyms Fadingerstraße !

Presse zu Marburg.JPGAlice Rosebud auf der Suche nach dem „Ring der roten Rose, den der Kitschkaiser verzauberte  –  in die eisige, von „Kunstschnee“ umwaberte B l u e  R o s e   . . .     

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Der Blue Rose-Beitrag hier in der EinBlick-Sendung ab Min 33.40

Im Lichtkegel einer Taschenlampe entdeckt Alice auf dem Dachboden eine Truhe. Als sie diese berührt, wird es plötzlich hell und ein überfallsartiges Quaken setzt ein. Genervt wirft sie den Meldefrosch, der die Truhe bewacht, gegen die Wand. Wieder flammt Licht auf, aus dem sich –eben noch ein grüner Frosch- Prinz Elvis löst. Unbeeindruckt öffnet Alice die Truhe und erblickt in ihrem Inneren eine riesige Seifenblase auf deren Oberfläche die Verzauberung des Rosenrings sichtbar wird. Erst jetzt nimmt Alice ihre Maske ab und gönnt sich einen Schluck Absinth, den Prinz Elvis mitgebracht hat. Sekunden später sehen beide Lichtblitze durch das Schlüsselloch der Dachbodentür. Vorsichtig öffnet Alice diese und findet sich wieder in einer  grünen, strahlenden Natur – der wunderschönen, künstlichen, von Schnee umflockten Welt der Absinth–Fee, die Alice zum Kartenspiel zu sich lädt. Gezinkte, den Tod bringende Herz–Königinnenkarten spielt sie gegen die ahnungslose Alice aus. …

 Rose 1.jpgRose 14.jpgDie tückische Absinth–Fee schenkt Alice eine goldene Rose an der sie sich sticht. Die Fee verschwindet, doch –angelockt durch das frische Blut- nähern sich zwei hungrige weibliche Vampire der verzweifelten Alice. Das wehrlose Opfer wird überwältigt und der goldenen Rose beraubt. Doch die Jägerin und der zornige Kitschkaiser samt Gefolge nahen sich dem Geschehen. Was aber muss seine überaus betroffene Verkitschtheit mit seinen erlauchten Augen erblicken: Unsere verblichene Alice in schneewittchenhafter Anmut hingestreckt – Da wird´s dem kitschigen Franzl warm ums schneegekühlte Herz  …

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– „Kitsch as Kitsch can“ für einen wundervollen Blue Rose-Abend, der im vollen Brucknerhaus unter der Leitung des begnadeten Wim van Zutphen und unter der Patronanz von Dir. Wolfgang Winkler am Ende des Faschings 2003 über die Bühne ging. Wim hatte es als Hochschullehrer und Dirigent immer schon verstanden, Kunst und Bildung genial miteinander zu verbinden und auch andere daran teilhaben zu lassen. Projekte wie „Blue Rose“ waren kein Einzelfall. Die Fadinger durften sich über edle Einsätze beim Brucknerfest mit ihrem John Cage-Projekt (Sommer Blog-BeitragWinterhafen“), einem Marionetten-Musikfilm und Musik für „Alice09“ (Blog-Beitrag) freuen. Für Projektleiter Pilsz hatte Wim die Mitarbeit im UNI Graz-Team bei der Erstellung des neuen Musik-Unterstufenlehrplans  und die Einladung als Praktiker zur Abhaltung eines mehrtägigen Seminars im Schlepptau von Dir. Winkler zum Thema „Musik und Medien“ in der UNI-Außenstelle in Oberschützen anzubieten – Alles „Erste Sahne“ mit Golfhotel, aufmerksamen Studenten und auch sonst angenehmem Klima. Dieser Ausflug in die „Erwachsenenbildung“ machte so großen Appetit, dass wenig später weitere Einsätze bei Akademiekursen an der PÄDAK und im Rahmen der Musikschullehrerausbildung im Schloss Weinberg folgten …

3.3.03.jpg1 Blue Rose März Programm BH 03.JPGWim schaffte es, bei seinem Blue Rose-Projekt auch mehrere „Mitstreiter“ des Fadinger Dunstkreises im Abend-Team zu versammeln: Indirekt Gerolf, der sowohl am neuen Film wie auch an der vorausgegangenen genialen „Twosome“-Produktion der Schmuckdesignerin Claudia Langer beteiligt war die wiederum nicht nur einen „Blue Rose-Ring“ für den Abend kreierte, sondern seit ihrer Ausstellung im Brucknerhaus davor auch für die Ehrenringe, die der Musentempel vergibt, verantwortlich zeichnet. Die große Überraschung des Abends war aber zweifellos der tolle Auftritt eines Ur-Fadingers, der bei den ersten Kabarettversuchen und –vorstellungen im BRG beteiligt war: Klaus Melem –— Kontrabassist an der Oper Graz und Musikkabarettist aus Leidenschaft & mit großer Professionalität – mit Patrik Süsskinds einschlägigem Stück lange erfolgreich auf Tour ! So wie unser Blue Rose-Video, das von einem Event & Erfolg zum nächsten eilte …

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TWOSOME – Kunstprojekt (Ring-Film / C. Langer / G. Nikolay / H. Rogl / M. Pilsz                   – sogar die Darsteller dieses Werks waren fast alle Fadis: H. Schober, A. Fallend)

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RICHARD TAUBER – Mit Monokel am Sockel

Tauber von Plattencover

„Ist das nicht eine wunderschöne Musik und so herrlich gesungen !“ – mit diesen Worten machte der begeisterte Vater, der eben noch (wie sooft) bei Puccinis „Väterchen teures höre“ zerschmolzen war, seinen nachhaltig beeindruckten Sohn (Blog-Autor) erstmals auf Korngolds „Tote Stadt“ und den Linzer Ausnahmestimmbandkünstler Richard Tauber aufmerksam. Viele Schallplatten und Radiosendungen später und mitten in der eigenen sängerischen Ausbildung, sowie bei darauf folgenden  Auftritten, speziell auch mit „Tauber-Nummern“ rückte dieser bedeutende „Linzer“ immer wieder ins eigene Bewusstsein und beeinflusste und spornte das eigene Wirken entsprechend an …

tote stadt

Bild aus dem Musikfilm Aria– Szene: Die tote Stadt

Auch der Sänger Josef Oberauer >Tauber-Fan< ehrte 2011 anlässlich des 120. Geburtstags die Linzer Ikone unter den Kollegen mit einem feinen Auftritt in der Herrenstraße direkt vor dem Geburtsort „Hotel Schwarzer Bär“ – schon einige Zeit davor war eine Rap-Fassung des Kultsongs „Dein ist mein ganzes Herz“ („Land des Lächelns“) erschienen …

Zauner Stollen statt Linzer Torte

Die Erinnerungen Richard Taubers an Linz werden allerdings nicht die besten gewesen sein. Als lediges Kind einer Theatersoubrette wuchs er bei Pflegeeltern in Urfahr auf und zog nach der Volksschule 1903 zu seinem leiblichen Vater, einem Schauspieler, nach Wiesbaden.

Das Nordico besitzt heute einen Teil des Tauber-Nachlasses, darunter u. a. seinen Dirigentenstab oder das als Markenzeichen dienende Monokel. – Darüber hinaus eine Schellacksammlung mit Probe- und Erstpressungen und viele Stummfilme aus dem Privatbereich, welche Tauber größtenteils selbst gedreht hat.

1927 eröffnet Viktor Zauner das „Café Esplanade Zauner“ – vormals Café Walther. Das „Esplanade“ wird zum Treffpunkt berühmter Operettenkomponisten wie Franz Lehár, sowie von Sängern wie Leo Slezak und Richard Tauber. Man erzählt sich, dass im Esplanade-Café Franz Lehár Spielschulden und manchmal auch die gekauften Oblaten mit einem schnell komponierten „Liedl“ bezahlte. Lehár, Tauber & Ischl – die heilige Dreifaltigkeit …

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Autoliebhaber Richard Tauber und Sängerkollege Leo Slezak, ca. 1927

»Alljährlich naht von München her ein Tauber! – so schrieb er mir in mein Gästebuch in Egern am Tegernsee. Jeden Sommer sehe ich ihn einige Male, wenn er mit hundertfünfzig Kilometern Geschwindigkeit mit seinem Mercedes zu mir herüberflitzt, begleitet von seinem brüderlichen Sekretär und seiner strengen, aber gerechten Gattin. Kommt er ohne diese, dann geht es ihm wie mir, da kann er tun was er will und darf sich in die lukullischen Absonderungen meiner Wiener Küche restlos vertiefen.« Leo Slezak verfasste diese Zeilen für die erste Richard-Tauber-Biografie von Heinz Ludwigg im Jahr 1928. Den damals schon ebenso berühmten Tenor-Rivalen empfing der komödiantische, um vieles ältere Sänger Leo Slezak gern in Egern am Tegernsee, das ihm zum Alterssitz geworden war. Gut vorstellbar, wie die beiden vollschlanken Herren in bairischen Landen einen Schweinsbraten mit Knödel verzehren, dazu »a Måß« trinken und »der Schmäh rennt«. »Wann kommt der nächste Schwan«, böhmakelt der schlesische Lohengrin, und der oberösterreichische Richardl kontert: „Muasst scho vorlieb nehma mit an Tauber“

Die > Freunde des Musiktheaters < huldigen schon seit Jahren der „Sängerischen Kunstfigur“ mit der von ihnen initiierten Auszeichnung durch das Publikum für verdiente Ensemblemitglieder des Musentempels am Linzer Volksgarten: Der sogenannten  RICHARD TAUBER –MEDAILLE

Zum 70. Todestag veranstalteten die Freunde den überaus gelungenen Abend:Der Mann hinter dem Monokel und rückten dabei Richard Tauber endlich wieder einmal in seiner Geburtsstadt von allen nur erdenklichen Seiten ins richtige Rampenlicht. In diesem Rahmen wurde das Buch „Tauber, mein Tauber“ präsentiert, von SängerInnen gesungen, aber auch mit dem Moderator u. a. über die Bedeutung von „Stimmfächern“ philosophiert – wobei diese mit den Gewichtsklassen von Boxern verglichen wurden. So gesehen war Tauber stimmlich vom Fliegen- (Schlager) bis zum Schwergewicht (Wagner) unterwegs, bis ihn die schlimme Krankheit am 8. Jänner 1948 endgültig aus dem „Ring“ warf …  „Winterstürme wichen dem Wonnemond“

1938 war er vor den Nazis geflohen und mittlerweile im Besitz eines britischen Passes. Am 27. September 1947 gab Tauber seine Abschiedsvorstellung auf der Bühne. Er sang in London den Don Ottavio in „Don Giovanni“ mit nur einem intakten Lungenflügel – im Kreise des berühmten Mozart-Ensembles der Wiener Staatsoper unter Leitung von Josef Krips. Ende 1947 wurde Tauber in London operiert. Am 8. Januar 1948 starb er dort im Alter von 56 Jahren an Lungenkrebs. Beerdigt wurde Richard Tauber im Londoner Bromton Cemetery. Ein Gedenkstein befindet sich auf dem Friedhof in Bad Ischl. In seiner Geburtsstadt Linz erinnert eine Gedenktafel in der Herrenstraße und gerade mal ein kurzer „Tauber-Weg“ auf der Gugl an einen der weltweit bedeutendsten Sänger …

Tauber hatte in London eine eigene Radiosendung – Wir können (nur) einen kleinen, feinen Beitrag auf 105,0 (FRO) anbieten: Buchautorin Heide Stockinger im Gespräch – (2. Beitrag – zwischen Fredi Rauch und dem Team vonStereonarrativ„) …

(hier gehts zum)  RADIO:  https://cba.fro.at/357740

Dein ist mein ganzes Herz – aus der eigenen Küche (Sänger = Blog-Autor 1980)

Manfred Pilsz

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ISCHL – Kulturhauptstadt 2024

O R F  III  AKTUELL  >>>   Welttournee ins Überleben  von Thomas Hackl

Heide Stockinger zu Korngold: https://cba.fro.at/619920

MARONI, MISTLN, METTE …

volksgarten-1024x684.jpgJa bitte Bratwürstel – und nehmen Sie eh Essmarkerl?“ Eine aufgehaltene Hand reichte als Antwort bevor am Christkindlmarkt im Volksgarten Anfang der 70er Jahre drei Würstel mit Sauerkraut und Semmel im Wert von knapp über 20 Schilling über die Budel wanderten. Der einzige Höhepunkt des Tages in der von der Stechuhr recht knapp bemessenen Mittagspause für den jungen „Praktikanten“. Er war frisch in seiner Gesangsklasse, jung und er brauchte das Geld – „Ein Ring, sie zu knechten“ (Tolkien) – Sechs Monate Bundesheer und das eher öde „Hamsterrad“ eines Versicherungsjobs waren total perspektivenfrei und so klammerte er sich an diese kurzen Eindrücke der Freiheit, die ihm das Getriebe des mittäglichen Markts bis zum letzten Würstel bot. So geschehen vor 45 Jahren in zwei Wintern vor dem endgültigen Absprung in die Kunst und an den Katheder im Schuldienst …

MariusRadio-Beitrag mit Marius Huszar (Kulturtaxler09 / damals Kollege in der Versicherung – „Man war jung und brauchte das Geld …“  —>   https://cba.fro.at/429808

Dieser damalige Hoffnungsgedanke befreit von (beruflichen) Zwängen leben zu dürfen, der mittlerweile seine ultimative Erfüllung erfahren hat und täglich ausgiebigst gelebt wird, war früher als Schulkind und am Beginn des Arbeitslebens am ehesten nur in Ferien, Urlaub und der Vorweihnachtszeit gefühlsmäßig erahnbar. In der Folge löste sich dieser Freiheitsdrang in der erfüllten Arbeit, in Projekten und Kunsterlebnissen auf, bis er Mitte 50 im Korsett, das der Schule durch sogenannte Reformen inklusive dieser stupidenEinheitsmaturazugemutet wurde, wieder aus ihm herausbrach … Des Ringes Herr als des Ringes Knecht (R. Wagner)

Hofgasse Adventkalender09 2008.12.13jpg.jpgAllerdings immer wenn es „weihnachtete“ wurde es in all seinen Lebensphasen schöner oder zumindest  erträglich … Was aber macht diesen „Zauber der Adventzeit“ aus mit ihrem Kulminationspunkt rund um den Heiligen Abend – was bewirkt denn diesen Gefühlswechsel in wohlige Hochstimmung? – Die Tatsache, dass es immer kälter, nebliger und dunkler wird? Nun die Mehrheit aller Menschen spricht von diversen Herbstdepressionen, die mit Ankunft des Winters nicht besser werden. Wie soll das dann am „24.“ klappen, wenn man kein Sommerhasser ist? Kann man Weihnachten lernen – sich in die richtige Stimmung versetzen lassen? Will man/frau das überhaupt?

Maroni_tueten02.png

Wenn der Engel des Kommerzes schon Ende September von einem frisch angeworfenen Maronistanderl herab verkündet, dass es an der Zeit wäre vom Sommerschlussverkauf die Wende hin zum Christkindlmarkt recht direkt anzusteuern, so wirft dies doch eher die eine oder andere Fragen auf …

Warum sollte jemand der mit der Kirche nix am Hut hat und Weihnachten „Scheiße“ (?) findet unbedingt dieses inflationäre Fest feiern müssen, selber jede Menge Packerl und womöglich mitten in der Woche kurz vorm Jahreswechsel sinnentleert mehrere Tage frei bekommen? Nun vielleicht handelt es sich ja um eine völlig entnervte Mutter, die dennoch ihren Kindern das traditionelle Fest gönnen möchte, auch wenn sie selbst aus Überzeugung oder finanzieller Überforderung aus ihrer Kirche ausgetreten ist. Möglicherweise stammen die starken Worte von einem Agnostiker, der sich aber prinzipiell, wenngleich nur passiv dem Brauchtum verpflichtet fühlt. Wenn sich die nämliche Person allerdings bloß abseilen und in den Süden fahren möchte, weil man nach Licht und Wärme hungert und daher lieber mit dem Flieger abdüst, dem Rentierschlitten und dem Christkind dabei die lange Nase zeigt, dann werden doch wohl gute Christen einen schönen Urlaub wünschen und fürs Wetter & Gelingen der Aktion zungenfertig einen einen flotten Rosenkranz beten können -oder?

Selbstverständlich sollte dabei kein eigener Urlaubstag für den Weihnachtstrip drauf gehen. Ja, liebe Kirchengemeinde gerade zum Fest der Liebe ist ein Quantum Solidarität angebracht: Und so könnten sich unsere Fernreisenden vielleicht bei Rückkunft mit der Entrichtung einer „Ersatzkirchensteuer“ („Ethikabgabe“) einbringen. Da wünscht man ihnen dann noch viel gerner gesegneten Urlaub und sich selber: Frohe Weihnachten ! Die traditionelle „Herbergssuche“ beschränkt sich im speziellen Fall allerdings auf ein „Hotel Trivago“ im südlichen Indischen Ozean oder in einem edlen Skiort. Obdachlose wie Maria & Josef werden da bestenfalls als Bestandteil der „Flüchtlingsproblematik“ wahrgenommen und im Zuge einer anstehendenKrippen-Impfungmit dem Serum der Beliebigkeit eigenen Tuns erfolgreich verdrängt.

-17-DSC_7962_Krippe_Linzer_Schloss_von_m._Kosmata.JPGNicht nur in katholischen Privatschulen wird seit Ende November heftig an der letzten Stunde vor Weihnachten oder gar an einem Hirtenspiel gearbeitet. Aber auch in der Innenstadt-NMS mit „90 % Türken“ (?) schaut in den neuen politischen Zeiten der Heilige Nikolaus ungebrochen vorbei – kommt er ja doch selbst aus den Gefilden des Halbmonds zu uns. Und auch unser Jesuskind wohnte dort eh a glei ums Eck – wie überhaupt die ganze Römisch Kath. Religion migrantischen Ursprungs ist. Nur Ochs und Esel sind laut gültiger Stallorder zwei waschechte Inländer, „denen man die regionale Abstammung wahrlich ansieht …“

Immer weniger zahlende und noch weniger praktizierende „Katholen“ führen dazu, dass es zu Wien schon mehr Gläubige für Moscheen als für Dome gibt – der Text unserer Bundeshymne im „Land der Berge“ beginnt also konfessionell zu wackeln … das stört wiederum speziell die -warum auch immer „Rom-treuen“-Ausgetretenen, die nicht nur diesbezüglich am lautesten „rum-Mekka-n“ … Man besteht auf den Werten des christlichen Abendlandes und verweist mangels eigener religiöser Übung auf das Brauchtum, ohne zu wissen worum´s genau geht – jedenfalls hat es bezüglich der Bethlehem-Geschichte irgend etwas mit dem „Nordischen“ (?) auf sich – tappt man vermutend im schier ewigen Dunkel entsprechend extremer Breitengrade durch frisch gegoogeltes Halbwissen …

arctic_circle_santa_claus_village_summer_rovaniemi.jpgP7160125.JPGWeihnachten ist jedenfalls sicher nicht, wenn in Rovaniemi im finnischen Lappland im Hochsommer am Polarkreis bei 18 Grad+ ein Weihnachtmann mit Aufklebebart leider auf Mittagspause ist und ein Linzer „Tourist“ mit passenderem Bodymaßindex, wesentlich mehr heiliger Aura und unverkennbar echter Physiognomie dann weinende Kinder trösten darf, dass sogar die dort statt der sonst üblichen Krippenstalltiere agierenden, echten Rentiere ehrfürchtig aufblicken … Kein Mann mit roter Mütze und Schlitten kann jemals unser aller Christkind ersetzen !!! – Aber welche Geschichte kann erklären, warum am stillen See Genezareth „der Schnee leise rieselt“?

Wenn schon, dann sind es alte Sagen aus dem Norden von der „Frau Holle“, die oberhalb von Kassel auch „Frigga“ genannt wird. Gewarnt durch einen schrecklichen Traum des Sohnes beschwört sie alle Pflanzen ihren Spross zu verschonen, doch Misteln hat sie dabei vergessen und so stirbt den jungen Lichtgott durch einen Mistelpfeil, den der listige Loki dem blinden Wintergott Hödur (- nicht ident mit Ullr dem Gott des Bogenschießens & Schneeschuhlaufens) einspannt. Wie Barbarazweige erblühen so trägt diese Pflanze kurz vorm Fest weißen Beeren. Es sind die Tränen der Mutter Frigga oder die Flocken der Frau Holle. Früher waren es Druiden, die mit goldenen Sicheln diese singulären „Winterblüher“ mit ihren weißen Früchten von den Bäumen schnitten, über dem Eingangstor platzierten und so dafür Sorge trugen, dass die Bewohner des Hauses von Frigga geküsst und geschützt wurden – heute kann man Mistelzweige ganz einfach am Linzer Südmarkt kaufen … und dann warten auf die Rückkunft oder Ankunft des Lichts in welcher Gestalt auch immer … „Christus – das Licht der Welt“ -im Zeichen des grünen Adventkranzes oder Lichterbaums … aber ist das nun Weihnachten?

Mistel.jpgWeihnachten ist, wenn arme Kirchenmäuse in Oberndorf am Inn die Orgel auffressen (oder vielleicht doch nur den Blasbalg anknabbern) und so die „Stille Nacht“ als Lied erzwingen. Das wichtigste an diesem Fest ist die Vorfreude, das Warten, eben der Advent mit allem was dazu gehört: Märkte, leuchtende Sterne als Straßenbeleuchtung, das entspannte Suchen nach, oder einfach Finden von Geschenken in den nun schon ab 16 Uhr illuminierten Auslagen. Noch hat sich die Musikberieselung nicht tot gelaufen, noch muss man sie nicht ausblenden. In der Linzer Bischofsstraße mit ihren kleinen, meist alten Geschäften stellt sich ein Wiener Wollzeile-Feeling ein: Alte, schöne Adventkalender, bunte Kugeln, glitzerndes Gehänge, Maroni, Lebkuchen, Zimt lassen die Hitze verblasster, eigener Sommerdepression die in der letzten Woche vorm „24.“ zeitlich & räumlich die größte Entfernung erreicht endgültig vergessen. Niederdruckwetter zieht ganztags eine wundervoll geschlossene Wolkendecke ein – früher wäre an solchen Tagen der winterliche Duft von Koks- & Kohlenheizung den Kaminschloten entströmt und man hätte auch in der Stadt schon das pappende Knirschen des Schnees unter den Schritten und Kufen der Schlitten vernommen. Schnell trifft man noch liebe Bekannte die man nicht unterm Baum antreffen wird. An der Donau und anderen Plätzen der Stadt werden pflanzliche Waldbewohner aller Art im „Nadelstreif“ angeboten. Auf der Suche nach einer großgewachsenen Föhre verrinnt die Zeit von der man erst ab dem 25. wieder genug zur Verfügung hat, denn Post & Mails wollen noch verschickt werden. Doch über allen Wipfeln ist Ruh und so gesellt sich noch eine schlanke Fichte für die Nachbarn und eine Zwergtanne für den Sohn zur festlichen Baumschule dazu. Ein ganz dickes Exemplar wurde immer in die Aula oder den Festsaal der Schule geliefert.

wagnersche weihnacht.JPGDer harzige Nadelduft vermischte sich dort mit diesem ganz typischen Geruch den man auch von den Kabarettproben kannte, der von den seitenverkehrt montierten alten, weißen Fensterverdunkelungen (außen schwarz wegen der Bombennächte) ausging. Am letzten Tag vor den Ferien fanden in der Früh die Premieren der neuesten Super-8-Filme des Hauses kombiniert mit einem eher unkonventionellen, modernen „Hirtenspiel“ und unvermeidlicher Weihnachtsmusik statt – Filme, bei denen in den 70ern noch inhaltlich das Christkind im Mühl4tel gesucht, oder Meister Andersens „Tannenbaum“ in Kirchschlag aus dem Wald geholt wurde – das war man einer Schule in der Bethlehemstraße schon schuldig. Später durften es aber auch verfilmte, eigene Hörspiele wie „Der Gang nach Ragnarök“, Musikfilme wie „Vision Blau“ oder „Tod in Venedig sein“ – jedenfalls immer zwei Monate bevor aus einer ganz ähnlichen Stimmung der Erwartung heraus im Haus das Kabarett als berühmt berüchtigtes „Cabaret“ ausbrach – eine „Bescherung“ ohne Ende …

26-08-2016 14;51;431.jpgAber auch dieses Bauchkribbeln eines frühen Premierenmorgens im Februar, wenn man als erster den leeren, warmen Saal betritt, die Luster aufdreht und in den vorhanglosen Fenstern des knarrenden Eingangsbereichs noch die Schwärze einer kalten Nacht sichtbar wird, kann nicht annähernd mit der kindlichen Vorfreude beim Aufstehen am Tag des Heiligen Abends verglichen werden. Einzig die unglaubliche Langsamkeit die man ersehnt um ja möglichst lang den eigentlichen Höhepunkt wenn das Christkind kommt hinauszuzögern mit dem früher noch extra abgestimmten Kinderprogramm in Schwarzweiß am einzigen Kanal  (wie damals 1 Woche lang zum Sommerferienende während der Rieder Messe) – Da wurde nicht herum gezappt, man durfte schauen ohne zu fragen – alles Spielfilme, Zeichentrick oder regionales Brauchtum … Und heute: Landesstudio, Friedenslicht, ist eh alles erledigt – niemand vergessen? Schau nochmal in die Mails, hat schon irgend jemand zurück geschrieben? Oh, an die hab ich nicht gedacht … Nun aber rasch zurück – andocken an die Kindheit: Einmal noch kurz über die Landstraße, Gesichtsbad, Überraschungsgäste, Durchatmen und dann wieder wie schon vor 60 Jahren rauf auf den Pöstlingberg in die Kirche, Spaziergang vielleicht bis zur Mariengrotte im Wald, bis Kerzen dort zeigen, dass es dunkel wird, ein letzter Besuch auf dem Friedhof bevor sich die Tore schließen und … keinesfalls jetzt schon das Glöckchen – erst noch warten, essen, warten … Und dann: Wohnzimmer, Kerzen, Geschenke, Lieder, Freude, Tränen und Löschwasser für den Baum, der seit gestern mit größten Anstrengungen aufgestellt und ebenso –geputzt unter Verschluss gehalten worden war – Bis „Maria Lichtmess“ soll er halten – teuer genug war er. Nach der Torte bewegt sich der letzte praktizierende Teilzeit-Christ in die ebensolche launige Mette, um die Jubelchöre der Friedenskirche zu verstärken.

Mt Pöstling.jpgGrotte.JPGEs folgen 2 total relaxte Tage bestehend aus schlafen, essen, spielen, reden, essen, schlafen, gefolgt von Tagen winterlicher Freuden ähnlicher Natur bis plötzlich nach einem, dem Kauf von Glücksbringern & Feuerwerk gewidmeten, vormittäglichen Spaziergang, unvermeidlich die schreckliche Silvesternacht, die raueste der Raunächte völlig überflüssig startet, denn die längste Nacht war dann schon zu „St. Thomas“ am 21. 12. !?! – Erinnerungen mit Grausen steigen hoch: Einsame Legospiele, Mutter im Nachtdienst, später mit der Karl Farkas Lachparade und schließlich alljährlich im Countdown des pseudolustig alkoholisierten Umfelds mit dem Zwang in dieser unnedigen Nacht nach dem Null-Uhr-Geballere möglichst lang wach bleiben und die anbrechende Katerlaune der grölend, lallenden „Mitfeiernden“ ertragen zu müssen.

Am Neujahrstag setzt sich dieses böse Erwachen rundum trotz des Neujahrskonzerts fort, nur noch übertroffen von der Katastrophenstimmung am Abend des 6. Jänners, denn da war nun ALLES vorbei und endgültig verdammter Neuanfang angesagt: „Geh ins Bett – Morgen ist wieder Schule“ oder wohlmeinend & noch kürzer: „Schönen (?) Schulanfang !“  In Russland wird Weihnachten erst am 6. & 7. Januar gefeiert, da die russisch orthodoxe Kirche den Julianischen Kalender verwendet. Aber das ist bei den Russen immer so: Die rote „Oktober-Revolution“ ging auch im November über die Bühne. Bei den Deutschen hingegen verläuft immer alles schneller: Das Oktoberfest füllt in München die Bierzelte und Spitäler bereits im September … vielleicht sind deshalb in Bayern auch die Ferien kürzer – und das wollen wir keinesfalls – schon gar nicht zur geruhsamen Zeit der Perchten, Glöckler, Hirten und Engel …                  M. P.

Adeste fideles, laeti triumphantes,
Venite, venite in Bethlehem.
Natum videte regem angelorum:
Venite adoremus, venite adoremus,
Venite adoremus Dominum!

DSCN8796.JPG100 Könige“ vor der Linzer Kapuziner Kirche direkt am Weg  …

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Y O U K I – vorm runden Jubiläum

Dieser BLOGBeitrag hätte sich Lektüre & Betrachtung auf einem großen Screen verdient

Youki CIMG1618 titelbild.JPGEs war saukalt in diesem Zirkuswagen, den man den jungen Radiomachern 2002 „aufgeschwatzt“ hatte, denn dem außen sichtbaren Ofenrohr war kein Rauch zu entlocken, da nicht eine einzige, dauernd funktionierende Heizquelle aufzutreiben war. Insgesamt 3 viel zu schwache Elektroöfen gaben der Reihe nach im Verlauf der Woche ihren Geist auf. Wie herrlich angenehm war es in den in den Jahren davor und auch danach in der Zentralsparkasse oder im E-Werk-Kundenbüro – große helle, warme Räume mit eigenen versperrbaren Büros, Internet, Kühlschrank und „Gästebetreuung“ … Hier nun mitten am Platz im Schneegestöber vorm Hotel Greif, das man in der Früh gar nicht verlassen wollte angesichts des beim Frühstück schon durchs Fenster sichtbaren Häuflein Elends des mobilen, extrem auffälligen, aber karg ausgestatteten Studios fror man im damals klimatisch bedingt kalten Herzen von Wels …

DSC03794.JPGyouki5 02.JPGDie Leiden und Freuden des jungen Radio FRECH-Teams aus dem Linzer Medien Gym hier in der zentralsten Stadt Österreichs waren bedingt durch ein doch jahrelanges Bemühen sich im Bereich Film und Radio einzubringen und Präsentationsflächen sowie –podien zu erobern.

23-01-2018 18;00;09a.jpgIn den 80er Jahren war man in der Schule eben dabei von Super-8 auf VHS – Video umzusteigen, die Filmtage wanderten von Kapfenberg nach Wels ab und als hier im Herbst 84 erstmals der „Red Carpet“ vorm Greif ausgerollt wurde –nicht für jenes Festival für das die Wagner-Büste im 1. Stock dieses Stadttheatersaals steht, sondern für die 1. Österreichischen Filmtage, da war das Fadinger Gym mit zwei Vorfilmen im Programm vertreten, nachdem man zuvor Direktor Reinhard Pyrker drei Wochen lang bekniet hatte, Jugendfilme für die Präsentation zuzulassen. Und plötzlich waren die Schulfilmer nur ein paar Postfächer und wenige Meter entfernt von Filmstars wie Houchang Allahyari, Said Manafi, Franz Antel, Peter Patzak … sowie Größen des Experimentalfilms wie Dietmar Brehm, Mara Mattuschka und in wilden, übernächtig hochpromilligen Diskussionen am besten aus der Schusslinie, unvermeidlich aber konfrontiert mit Peter Kern, Ernst Schmidt jr. & Co..  –  Unvergesslich eine heftige Konfrontation mit dem mittlerweile hoch dekorierten Kameragott Christian Berger, der in seiner vitalen, oft sehr direkten Art in einen Musikfilm-Diskurs hineinplatzte und dabei die neueste, filmische „Schularbeit“ (A. Bruckner – Versuch 1) des Hauses rüde „herabwürdigte“. Da wuchtete sich das Schwergewicht der Schülertruppe hoch mit den Worten: „I hau eam ani“ – Nur mit Mühe konnte Max davon abgebracht werden, den später Oscar nominierten Preisträger der „American Society of Cinematographersfrontal anzugehen. Auch dieser Zwischenfall konnte nicht verhindern, dass den Filmtagen in Wels nun alljährlich mindestens ein auf Video überspieltes und später auch auf einem solchen Medium produzierteWerk der Fadis zugemutet wurde …

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YOUKI-Geschichte – Erinnerungen

Nachdem es ein Video sogar als Vorfilm ins „Hauptabendprogramm“ des Filmpalasts Greif geschafft hatte, entschloss man sich, um dies zukünftig zu verhindern im Traunparkkino eine eigenen Schiene für den Schul/Schülerfilm einzurichten, wo abwechselnd immer auch Experimentalfilme über die Leinwand flimmerten (- echt legendär: „Gänseblümchen im Wind“) Das „Zentral“, die Räumlichkeiten des Greif und der Treffpunkt in der Pizzeria am Eck, wo Speisen mit Namen der aktuellen Filmtitel serviert wurden, blieben Fixpunkte des heftig umkämpften Festivals in der OÖ. „Provinzstadt“, die in ihrer Kleinheit dieser Veranstaltung volle, ungeteilte Aufmerksamkeit garantierte – ein wesentlicher Vorteil für Festspiele gegenüber Großstädten (siehe auch Bayreuth) – Pyrker verteidigte sein Gesamtkonzept der Filmtage gegen innere & äußere Widerstände („Braune Flecken“) erfolgreich bis Mitte der 90er Jahre. Sein plötzlicher Tod ließ die Filmtage nach Salzburg und schließlich nach Graz abwandern und dort zur Diagonale mutiert aufblühen – vor kurzem stellen dort die nun ehemaligen Youki-Chefs Peter Schernhuber und Sebastian Höglinger (Ex-Fadi) das Direktorium …

05-09-2017 22;42;4705-09-2017 23;04;5905-09-2017 23;02;17ADSCN1495.JPG

1999 im zweiten Jahr von Medien Gym und Radio FRECH brach in Wels die „Kinova“ aus. Der bekannte Welser Filmemacher Andreas Gruber („Hasenjagd“) mit dem auch die Fadis immer wieder zu tun hatten (Jury, Kooperation) startete einen Versuch, Wels abermals zur Filmstadt zu machen. Schon zu Zeiten von Hans Moser und Theo Lingen wurde hier gedreht und diese Tradition sollte fortgesetzt werden. Doch nach nur einem glücklosen Jahr wurde die Kinova zu Grabe getragen. Die JugendschieneYoung Kinovahingegen überlebte und wurde als YOUKI zum Markenzeichen der jungen Medienkunst weit über Österreich hinaus. Hans Schoiswohl hatte damit nicht nur ein sofort Landeskulturpreis-würdiges Festival kreiert, sondern kurz davor auch noch pädagogisch geadelt mit dem sogenannten Mediameeting – einem vom Medienarbeitskreis des LSR OÖ. ausgearbeitetes und gemeinsam mit dem PI bundesweit ausgeschriebenen Mediensymposium mit internationalen Gästen in den Räumlichkeiten des Welser Hotels Greif. – Hochkarätige Starreferenten setzten sich mit zukunftsweisenden Impulsthemen aktueller Medienpädagogik auseinander. Die zahlreich anwesenden Teilnehmer aus ganz Österreich waren begeistert von diesem „Hochamt“ der Medienkompetenz. Und von Beginn an (wie bei „Schäxpir“) mitten im Geschehen: Das FRECHe Radio

09-07-2013 00;07;12radio frech mister cinema frank h.JPGmm wels 01.JPG

DSCN7449.JPG>mediamEATing< zu „Greif“-Zeiten immer im kulinarischen Rahmen

Glanzvolle Greif-Openings mit Frank Hoffmann und Barbara Rett standen ebenso am Programm der Youkis, wie der berühmte Medienspaziergang Josef Haders durch die Welser Innenstadt auf dem der Ehrenfadinger bis ins FRECHe Studio begleitet wurde …   Auch der MLA (heute im Dschungel Wien ansässig) war damals in Wels beheimatet, schüttete erste Preise für die Fadinger Medienabteilung aus und lud zum Diskurs ein.Youki - Mediameeting im EWW m. Hader.jpgFadinger Ehrenmitglied Josef Hader im FRECHen Studio

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MLA 10.JPGP1010171.JPGMKH 14.jpgFRECH Studio Wels.jpg                                       FRECHes Langzeit-Studio in der Sparkasse

Die YOUKI blühte richtig auf – bedeutet sie als Vorname doch „Gesegnete“ oder ohne den Buchstaben „o“: „Schnee“ & „Schneeblüte“ – passend zum coolen Termin später November. Im Indianischen wird es je nach Schriftzeichen mit „Mut“ oder „Glück“ übersetzt – so auch für die Fadis: Unter den „heimischen“ Preisträgern war mehrmals derBLONDE ENGEL mit seinem PartnerLeichtianzutreffen – speziell mit dem legendären Trash Jesus vs. Terminator – Zu diesem Zeitpunkt stand neben dem Schl8hof & X-Außenstellen in der Innenstadt bereits auch das geniale MKH „Medienschloss“ zur Verfügung …

youki 03 Schobi und Leicht.JPGP1040722.JPG                                              Genial: YOUKI von der „MASCHEK-Seite“ …                                                            Unbenannt.JPG          FRECH-Studio (Youki 010) – Heute Fingernagelstudio (Busstation KJ) im Bild am Schirm: Ur-Youki (Ketchup-Flasche)

DSC02075.JPGDSC02317.JPGYOUKI-Vater Hans Schoiswohl hat nicht nur dafür gesorgt, dass junge engagierte Leute mitarbeiten konnten, er hat damit auch gleich kommenden Führungskräften den Weg geebnet: Bei der YOUKI und bei Sebastian & Peter in der Folge auch bei der Diagonale …   Alle Guten Wünsche für die jungen Teams der letzten Jahre und für die Zukunft der YOUKI !!!DSCN2629.JPGchefinnen.JPG                                                      radio-celebración-mundial                                                                                         Hier die —>  RADIOSENDUNG (!) zum MEDIENKULTURHAUS

almseegipfel in angenehmer tallage.JPG„Mediengipfel“ – Alljährlich im Sommer traf man sich beim Hans (rechts im Bild) „daheim“ am Almsee zum gemeinsamen Geburtstag (Hans war nur wenige Stunden älter: 5. „vs.“ 6. August 54 / 2 Löwen & ein Leo) – bis Hans zu Beginn des Linzer Kulturhauptstadtjahrs 09 nach schwerer Krankheit von uns ging.

Sechs Jahre davor als die Welt noch in Ordnung war, saß man in diesem eisig kalten Zirkuswagen, wenngleich diesmal mit über 30 anderen Wärmenden – darunter Presseleuten bestückt mit Mikros und Kameras, denn es war Radio FRECH gelungen Fredi Dorfer vor dessen Auftritt im Greif in das FRECHe Gefährt zu locken. Kabarettkollege Günter Paal hielt den Kontakt mit dem Greif aufrecht, damit man sich nicht sinnlos verquatschen würde. Die Radio FRECHe Moderatorin Sabine Aigner schaffte es, sich im Verlauf des Gesprächs für den dann darauf folgenden Auftritt ins Greif einzuladen mit der Bitte Dorfer möge nicht überziehen, weil sie doch den letzten Zug nach Linz noch erwischen müsse. Gesagt getan – sie war in einer der Logen mit dabei und pünktlich um halb beendete der göttliche Dorfer seinen Abend mit dem Hinweis, dass es heute keine Draufgabe gäbe, da seine heutige Interviewpartnerin jetzt zum Zug müsse …  eine der Sternstunden von Radio FRECH

Dorfer (FRECH Youki).JPGEhrenfadinger Fredi Dorfer im FRECHen ZirkuswagenYouki 02 a.jpg

Oben: Fredi Dorfer im vollen Zirkuswagen / Die längste Zeit allerdings logierten die FRECHen Radiomacher mit ihrem Studio in der Sparkasse (täglich von 9.00 bis 17.00) & nächtigten nobel die ganze Festival-Woche im Greif  …

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YOUKI Auditorium.JPGPannonia.jpg Oben: Ingos Licht-Workshop / Unten: 2017 Fadis am vorweihnachtlichen MKH-SetDSCN1793.JPG

WelserWeihnachtsWorkshops (- im Gedenken an Gerolf)

Für die Fadis endete die Youki immer erst so ganz endgültig mit ihren Workshops im MKH kurz vor Weihnachten, wo meistens schon an Beiträgen fürs nächste Jahr gebastelt wurde. Wenn dabei Ex-Fadis mit Oberstuflern zwei Tage in Klausur gingen und Ingo den mit Schaumstoffteilen randvollen Ausstellungsraum mit Licht & Nebelprojektionen in eine Unterwasserwelt verwandelte, Gerolf Alice am PC schrumpfte und durch die Luft fliegen ließ, während Gerry Wahl mit der Achten nach dem ICH suchte, dann war Schulweihnacht nach eigenem Geschmack und mit dem eigenen Team ausgebrochen – das Christkind wartete so faktisch schon im dunklen Nachbarraum … und dann gings flott durch die wunderschön kitschig beleuchtete Weihnachtsstadt vorbei an der Hans Sachs – Gedenktafel gegenüber des MKHs beim Standlmarkt und dem glitzernden Stadtturm schnell zum Bahnhof – denn oft wars schon mal der „23.“  …

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Manfred Pilsz                                        AUF ZUR XX. YOUKI

FadiMediaBlog

Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder …, die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !

Damals & Heute <—- Hier im Youkizin die Kurz-Geschichte zu 20 Jahre YOUKIDSCN4680.JPG

BONUS-Nachtrag speziell für Peter & Sebastian:

DSCN4712.JPGYOUKI DSC07943https://cba.fro.at/250649

nach 24 Min beginnt oben das Radio FRECHe Fadinger Waterloo“Interview”

Hier noch Fadinger Bilder zur Jubiläums-Youki 018:

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… auch in der Schüler-Jury der Youki (wie seit Jahren: Die Fadis)DSCN4658.JPGDSCN4695.JPGDSCN4703    In der Nightline die Bands:  La Sabotage (Sara)  &   Dives (Tamara)    <—- hier Videos                        Sara & Tamara maturierten 2011 in der selben Fadinger Klasse  …

JUBEL YOUKI 2018 JUBILÄUMS Programm 1

kuratiert von Siegfried A. Fruhauf, Rudolf Agner, Anna Spanlang

Seit 1999 flimmerten ca. 1700 Kurzfilme über die Leinwand. Die Künstlerischen Leitungen haben in ihren Erinnerungen gekramt, alter Kataloge durchgeblättert und ihre Lieblingsfilme rausgesucht:

 „Jesus vs. Terminator“ (Schobi & Leichti & Co, AT 2003, 4:20min) – Youki 2003

Dieser 1. Film aus dem YOUKI Jubelprogramm (zur Eröffnung am 20. Nov. 018 um 19.00) stammt vom mittlerweile berühmten  „Blonden Engel“    – damals noch Schüler am Mediengym Fadingerstraße. Gedreht gemeinsam mit seinem Schul-Freund Matthias L., der nun als Lehrer an einem Wiener Gymnasium erst vor wenigen Wochen genau wie das aktuelle Fadinger Team beim MLA je einen der Hauptpreise (im MQ, Mariahilferstr.) abholen durfte …           (unten dazu 3 Fadinger Generationen im Bild: Pilsz, Wagner, Leichtfried)DSCN4337.JPGYouki  Blonder Engel und Leichti im FRECHen Gespräch.JPG Der „BLONDE“ & Freund Matthias L. bei einer YOUKI im Radio-FRECHen Gespräch                                  Matthias L. wiederum ist der Bruder von Tamara (Dives)

Bei der Jubel-YOUKI-Retrospektive 1 & 2 wurde ein Film schmerzlich vermisst:

PSYCHO  ZAPPIN

Derzeit ist die YOUKI mit allen Chancen & Risken am Weg der Mutation zu einem Studentenfilmfestival (- Programmauswahl) jenseits ursprünglicher Intentionen  …

KURZ & KLEIN ! – KARIKATUR ?

Alles ist kürzer, kleiner dimensioniert … und wird ab und an zur Karikatur?

DSCN1520.JPG„Ring-Trilogie“ war für staunende Wagner-Kenner auf Plakaten beim Eingang zum Theater an der Wien zu lesen. Der Ring –normalerweise im Angebot als Tetrapack- diesmal in nur drei Teilen ohne Vorabend und versehen mit den Titel gebenden Namen: Hagen, Siegfried und Brünnhilde. – In jedem der 3 Fälle wird die bekannte Story jeweils aus der individuellen Perspektive einer dieser Figuren abgehandelt, beginnend mit „Siegfrieds Tod“ (bedingt durch Hagen)   – dem dichterischen Ausgangspunkt des Komponisten …  (Anmerkung der Dramaturgie)

Bei diesem Prozedere werden in Summe ungf. bis zu max. 7 Stunden der Originalfassung „eingespart“ durch inhaltliche Abstriche verbunden mit heftigen, szenischen Umgruppierungen. Am Beispiel Brünnhilde durften wir miterleben wie das mit sanften, musikalisch logischen Übergängen lösbar ist. Dirigent Constantin Trinks holt aus seinem „zwergigen“ Nibelungen-Orchester dabei das Maximum heraus.

DSCN1521.JPGNach der stummen Szene der Ermordung Siegfrieds eröffnet „Wotans Abschied“ garniert mit Rückblenden in die Kindheit Brünnhildens das Tableau aus Sicht der göttlichen Tochter. Ohne Loges Feuer geht es nahtlos über in die Morgen- der Götterdämmerung. In der Folge verlässt dann Siegfried das Walkürenfelsenzimmer ausgestattet mit spielbarem Flügel (Tasten statt Helm) und begibt sich als Trockenschwimmer paddelnd mit den Rheintöchtern auf „Heldenfahrt“ – hiebei sowie davor und danach stolpert die Regie Tatjana Gürbacas immer wieder in fragwürdig parodistisch anmutende Sequenzen …

Bt Karte1.JPGAkt 2:  Durchaus überzeugend funktioniert die Personenregie bei der Waltrauten-Szene in Brünnhildes Mädchenzimmer im Stil eines alten, monochromen Films. Mittels Drehbühne und wenigen gezielten Takten geht es weiter: Gibichs Mannen (hervorragend & köstlich der A. Schönberg-Chor) empfangen ihren Chef „Weichei“ Gunther und dessen Braut mit der „Welle“ /wie im Fußballstadion) – bei der „Doppelhochzeit in Weiß“ geht es in optimaler Personenregie drüber und drunter: Gutrune fällt in Ohnmacht als Siegfried  gruppendynamisch in die totale Defensive gerät. Mitten drin thront ungerührt und unbeweglich (wie ein General in einem Kurosawa-Film) Hagen, bei dem Wotan kurz vorbeischaut um ihm die Splitter seines Vertragssymbols vorbeizubringen aus denen Alberichs Sohn sich den Rache-Speer zimmert.

Im 3.Teil des Brünnhilden-Abends hält man sich im Wesentlichen an die Vorgaben des 3. Akts Götterdämmerung – aufgefettet mit Regieideen, wenn zB. Siegfried durch die Rheintöchter (als Warnung) Mimes Kippa verpasst kriegt oder wenn sie am Schluss die „Starken Scheite“ aus der Kinderstube Brünnhildes requirieren. Wotan darf im Rollstuhl dem Weltenbrand beiwohnen, der in einer sich drehenden, langsam versinkenden Verbrennungshalle von „Wal-statten“ geht …

Plakat.JPGDie „Siegfried“-Variante des 2. Tags wäre sicher von den ausgewählten Szenen und speziell von der musikalischen Umsetzung her auch spannend gewesen, zumal Daniel Brenna (Darsteller Siegfrieds) in der Götterdämmerung am Schluss bedingt durch den Vortag doch stimmlich schon etwas müde wirkte. Prächtig der Hagen von Samuel Youn und alles überstrahlend: Brünnhilde Ingela Brimberg.

„Zurück vom Ring“ (nicht als Zitat gedacht) kann man das Experiment nur bedingt als gelungen bezeichnen, dennoch aber als solches befürworten – wenngleich alle drei Abende zu besuchen wurde nicht in Betracht gezogen – Denn das wahre, originäre Gesamtkunstwerk des „Meisters aller Meister“ (Originalton – Anton Bruckner) ist durch absolut NICHTS zu ersetzen !

Manfred Pilsz

                „Den Ring muss ich haben“ (Video):  http://www.dorftv.at/video/21488 

Ring Video.JPGInfos dazu:  http://www.musiktheater.at/index.php/uveranstaltungen/14-news/veranstaltungen/188-den-ring-muss-ich-haben