HELD AUS DEM TRAFO – Bayreuth 2018

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Was bringt den Leipziger Maler Leo Rauch und dessen Frau Rosa Loy dazu ihren Bayreuther Lohengrin in Bühnenbild und Kostümen „Blau“ auszustatten? Nun, die Synästheten Thomas Mann und Wagners Lebensabschnittsapostel Friedrich Nietzsche hatten wie Rauch bei dieser Musik die Assoziation „Blau“ untermauert durch Wagners Begleit-Schrift aus dem Jahre 1853 zum Vorspiel der Grals-Oper: „Und im hellsten Licht des blauen Himmels verschwinden nun die Engel, so, wie sie sich zu Beginn genaht hatten“

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Beim Bayreuther Lohengrin 2018 passiert allerdings gerade beim Vorspiel von dem sich diese Farb-Empfindungen herleiten optisch genau gar nix ! Das „Blaue vom Himmel“ zeigt sich erstmals in der folgenden Szene in der König Heinrich in der Aufmachung eines tapferen Schneiderleins auf versprengten Porzellanisolatoren vor einem verschmorten Teil (Gerichts-Linde?) im „Auenland“ an der Schelde (?) vor einem nicht (mehr) intakten Trafo bei Zähler-Stand Null zu Gericht sitzt – Perfekt in Spiel und Stimmführung der oft bewährte Georg Zeppenfeld . Das Bühnenbild (- ein Stimm-tragender Rundhorizont) nährt dabei gewisse Gedanken an flämische Malerei des 17. Jahrhunderts, allerdings mit einem inhaltlich kontrastierenden Interieur surrealer Wirkung, wie beispielsweise einem alten, aufgelassenen Umspannwerk. Romantik trifft auf Technik …  Metropolis-Ästhetik erscheint im Land „Blauen Blume“ …  Wer käme bei dieser obigen Beschreibung (ohne Einleitung) sofort auf die Idee, es könnte sich um Lohengrin handeln. „Elektra“ wäre namentlich wohl eher angesagt. Spätestens beim dreifachen Heroldsruf wäre man sicher beim richtigen Richard gelandet, wenngleich dieser diesmal eigentlich bereits deutlich vor den Festspielen laut erschallte:

 Wer hier im Gotteskampf zu „singen“ kam
für Elsa von „Bayreuth“, der trete vor,
der trete vor!

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JA an der Elbe – NEIN am Main

 Beim ersten Ruf von Maestro Thielemann beließen es Anna Netrebko und Piotr Beczala bei einer Elb-Erscheinung in Dresden. Man reüssierte zwar vor begeistertem Publikum in der Sächsischen Semper-Oper, aber Bayreuth 2018 wurde von den beiden Stars vorerst negiert, zumal man sich sprachlich nicht genug firm wähnte.

Beim 2. Ruf kniff 3 Wochen vor der Premiere Roberto Alagna – Ihm fehlte der III. Akt & auch ihm mangelt es an Deutsch-Kenntnissen. In früheren nicht so „trüben Tagen“ wäre in solchen Fällen ein ohnehin am Grünen Hügel die Walküre dirigierender Domingo spontan eingesprungen, aber heutzutage müsste man da schon einen ordentlichen Mangel an Telramund haben …

 „Siegreicher Mut“

 Der 3. Ruf spülte mit leichter Verzögerung nun doch Piotr Beczala am roten Main ans Land. So im Festspielbezirk angelangt, hatte er gerade mal drei Wochen Zeit sich in der heurigen Bayreuther Neuinszenierung mittels intensiver Proben einzugewöhnen – ein mutig, hehres Unterfangen. Als ihn einst der Schwan zur Karriere abholte war seine erste Station das Landestheater Linz. Hier sang er  u. a. den Werther, Belmonte (Die Entführung aus dem Serail) oder Lenski (Eugen Onegin) …

2019 soll Anna Netrebko mit ihm am Hügel mindestens 2x die Elsa geben …   Zum heurigen Auftakt war es die geniale Anja Harteros, die den „Retter von Bayreuth“ mit seinem italienischen Charisma in der Stimme erfolgreich herbei flehte.

Neo Rauch taucht Bühnenbild von Lohengrin in Blau  Bayreuther Festspiele.jpg

WAGNER AUS DER STECKDOSE

                      „Er ist der geheimnisvolle Fremde, der auch der Künstler sein könnte.                                                                      Ein Energielieferant, der am Ende scheitert“

Obiges Zitat stammt von Neo Rauch – Sein Lohengrin trägt eine Montur, die ein Elektriker in den 30er Jahren hätte tragen können. Nach Neuenfels´Rattengrinder letzten Bayreuther Schwanenritter-Inszenierung (auf Ratten) heuer also ein „Free Electric Man“im „Blaumann“ – Zum Jubiläum der Bayreuther Bühnenelektrik 1888 (?)

Er kam mit seinem „Ars Electronica-Schwan“, sah die leeren Akkus des flügellahmen Elfenvolks der Brabanter und siegte im Luftkampf als Ritter des Digitalen gegen den recht analogen Telramund, dem er dabei seinen Rechten Flügel kappte – eine insgesamt sehr kindliche Bühnenlösung (Märchen wäre hier eine billige „Ausrede“ / Anime eine glatte Übertreibung) – Die Regie schafft es auch immer wieder nicht nur technisch absolut illusionsbefreite Szenen-Übergänge zu kreieren … (Wechsel bei vollem Licht)

Christian Thielemann komplettiert mit seinem vorzüglichen Lohengrin-Dirigat den vollen Kanon der am „Grünen Hügel“ üblichen 10 Werke. Nach Felix Mottl (1856 bis 1911) ist er der Einzige, der das bis dato geschafft hat. Nur bei Chor/Solisten-Ensemble am Schluss des ersten Akts wirkte die „Apotheose“ musikalisch wenig homogen und drohte zu zerflattern …

Über dem Nachtstück des 2. Akts liegt die Nesselvorhang –Projektion Rauchs wie Elektro-Smog. Der Trafo wird in der Folge zum Techno-Tempel. Manchmal (speziell im 3. Akt) etwas schrill, die sonst perfekte, in ihrer Karriere leider letzte Ortrud Waltraud Meiers.

O r t r u d  f i r s t: „Entweihte Götter“

1993 war sie die Isolde in jener Heiner Müllers Tristan-Inszenierung, die jetzt im Herbst im Linzer Musiktheater zu erleben ist. Sie vermisst heftig die gute, alte Bayreuther Atmosphäre: Als man sich noch ohne Probleme ganz familiär zu einer Orchesterprobe im Festspielhaus jederzeit einfinden konnte – heute ist das Gebäude ein Hochsicherheitstrakt …  und Waltraud Meier eine Idealbesetzung wie eh und je …

Es folgte fast „Regie-befreit“ die „Münster-Szene“ – sprich: Trafo mit orangem „Vorzelt“ (Oranje ?)  30 Minuten lang werden zum hochzeitlichen Interruptus Blumen gestreut. Das entsprach  nicht unbedingt den Ansprüchen, die man an die Regie eines Achim Freyer Schülers Yuval Sharon stellen darf. Hatte er doch 2016 Erfolg an der Wiener Staatsoper mit Péter Eötvös’ „Tri Sestri“. Der Probelauf für Bayreuth war die Walküre in Karlsruhe.

„Tesla-grin“

Im III. Akt holte die Regie auch noch die „Me-too“-Debatte ins schon schwankende Schwanenboot: Die Liebesnacht mit dem hinreißend gesungenem Duett von Elsa und ihrem Ritter findet elektrisch aufgeladen („Sei meines Herzens Glühen nah“) im Trafo-Häuschen statt, mit einer „Kabel-Fesselung“ Elsas – spätestens hier brennen die inszenatorischen Sicherungen durch   (- garniert mit einem kurzen Stromausfall bei Vorstellung 2 der Serie) – Der nicht geerdete Telramund verbrutzelt ante portas …  „Motten-grin“ legt die Flügel ab, die man ihm zwecks Integration im Elfenreich verpasst hatte, deklariert sich souverän mit einer 1A-Gralserzählung inklusive verglimmender Chor-Deko (Glühwürmchenstandarten geht langsam der Saft aus). Die mittlerweile nicht mehr blaue, sondern orange Elsa bekommt für Bruder Gottfried einen farblich abgestimmten mit Horn, Ring und Schwert ausgestatteten „Schulranzen“ umgehängt, bevor dieser als Inkarnation des seligen Raumflugschwans in Gestalt eines putzig elektrifizierten Grünen Männchens (neue Farbe) die Bühnenmitte erleuchtet. Vom Outfit bestens qualifiziert als kleiner grüner Kaktus von Brabant wird er von der großen Schwester Hand in Hand in den Kindergarten der Umsetzungen gebracht – auch die Kugeln aus der „Mottenkiste“ dürften nun Wirkung zeigen: Alle strecken endgültig die Flügel …  und wenn sie nicht gestorben sind, dann singen sie in diesem Ambiente auch nächstes Jahr wieder so herrlich – und allein dafür zahlt es sich schon aus !

Edle „Leihgaben“ unseres Musiktheaters

Neben „Lohengrin für die Kleinen“ gabs auch noch R. Strauss für Erwachsene mit 2 aus dem derzeitigen Linzer Musiktheater-Ensemble: Matthäus Schmidlechner und Mathias Frey agierten ganz hervorragend im Judenquintett der sensationellenSalomean der Salzach – unter der formidablen Stabführung von Franz Welser-Möst („Global-Linzer“) Herzlichen Glückwunsch

 Zwei „Linzer“ in Bayreuth:

Neben dem „Linzer“ Piotr Beczala war Stephen Gould, der mit seinem fabelhaften
Tannhäuser an der OÖ. Donau seine Wagner-Karriere begann, am Grünen Hügel vertreten. Auch heuer reüssierte er wieder als Bayreuther Tristan und als gefeierter Siegmund in der „Domingo-Walküre“. Apropos Dirigat – Es ist kein Greis im grauen Gewand, wenn gleich es manchmal etwas müde, extrem langsam und leise daher kommt … Gefühl für Sänger ist angesagt. Schluss des 1. und Beginn des 2. Aufzugs verliefen nicht ganz friktionsfrei, was auch das Publikum mit einem doch leichten Schlussmurren kund tat. Hauptproblem war aber sicher das Ankämpfen gegen Castorfs Bilder und sinnentleerte Bühnenaktionen: Russische SW-Propagandafilme an jeder nur unpassenden Stelle („Wotans Abschied“ mit Zündschnur & deplaziert frühem „Feuerzauber“ ), marode Erdölpumpen, die sich asynchron ins Geschehen reklamieren – Regie, die weder der Musik, noch der Wagnerschen Dramaturgie vertraut  – eine „Dekonstruktion“ ohne die Konstruktion je verinnerlicht zu haben … Es sei hier ein Zitat der Regie bemüht: Da kriege ich das Kotzen !

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Dagegen und mit 34 Grad Außentemperatur im Backofen Festspielhaus hatte der Maestro zu kämpfen – als passenden „Höhepunkt“ gabs von der Regie noch eine brennende Riesentonne als wärmenden Flammenring – „Hundstage in Bayreuth“ – Nur eines will ich noch: Das Ende !

launchy-view-1374505742878_1374512948029810.jpg– Und Wotan wurde erhört: Man stieg heuer nur noch in den rudimentären „Baku-Rest-RING“ von Frank Castorf (Rohöl-gold, Crocodile Siegie und Odessa-dämmerung waren bereits eingemottet) – der zeitlose, Ideologie-offene Revoluzzer Wagner wird es zu danken wissen …

Manfred Pilsz

Wetterzauber.JPGGanz wesentlich am Hügel indoor : Donners „Wetterzauber-Fächer“ 

Klimaerwärmung oder doch ein Irrtum:

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PS.: Die 1. Festspiele ohne den viel zu früh verstorbenen Karikaturisten Klaus Häring

25-04-2018 10;26;20.jpgDSC03937walhalla heute.jpg… grüß auch die holden Wunschschesmädchen …

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„NIE SOLLST DU MICH BEFRAGEN“ (!?)

„Wer nun dem Gral zu dienen ist erkoren“

LOHENGRIN – Welch Wunder „SCHWANt“ den Staunenden?

Aus fragiler Stille höchster, sphärischer Streicherklänge sammeln sich Töne zu schwellenden Klangwogen, die am Höhepunkt der Apotheose sich über dem Auditorium wie aus einer übervollen Schale segensreich ergießen – so auch an diesem Nachmittag im Dunkel eines Saals. Die langsam anschwellende Musik hatte eben das leicht Knarren des Holzbodens geschluckt, als aus der ersten Bankreihe eine Mädchenstimme leise Blau sagte – „Ich empfinde es als Blau“  Ein dankbares Lächeln war dem Bartgeflecht des Gesichts das sich in Richtung der Wortmeldung umdrehte zu entnehmen – ein junger Mensch hatte signalisiert scheints am Auftritt des Wunders Teil haben zu können. Meist hapert es anfangs allein an der Bereitschaft, oder dem Selbstvertrauen sich dem Unbekannten der hehren Kunst auszuliefern und gar noch die schier unbezwingbare Schwelle sich verbal zu veräußern, zu überwinden. Früher konnte man den drängenden, inneren, missionarischen Auftrag wesentlich häufiger erfolgreich wahrnehmen und hat dabei positive Bestätigung erfahren: Da wurden gut gebuchte Busreisen für Interessierte zu den Opernhäusern an Wochenenden nach Wien und München organisiert, kombiniert mit Einführungsvorträgen an langen Nachmittagen im Schulhaus. In den 2000er Jahren konnte man die Oberstufe in Klassenstärke im Musiktheater meist nur noch bei Hauptproben im Rahmen des Vormittagsunterrichts antreffen. Am Abend war es eine Hand voll Leute bei Heulern wie „La Boheme“ oder „Rigoletto“ …   Ein paar Jahre davor erschien der Gralsritter wenigstens noch einer kleinen Gruppe von 12 Wagemutigen konzertant im Linzer Brucknerhaus …   Wie kann man sich dem Licht des Grals entziehen? Dem fürs ganze Leben wonnig infizierten Lehrer schien dies unverständlich, doch lag es auf der Hand: Die musikalische Sozialisierung durch das Elternhaus fand nicht mehr wie in den 60er, 70er und ab und an in den 80er Jahren noch meist klassisch geprägt oder neugierig offen statt, sondern ganz anders oder gar nicht. „Trendige“, analoge „Zeitgeist-Medien“ sprangen ein und letztendlich das Internetz – das gab den wenigen missionarischen „Einzelkämpfern“ nur noch wenig Chancen & Freiräume …  – „Mission Impossible“?

Der Trojanische Schwan.JPG„Trickreiche Missionierung“

So mutet das zarte Blau aus dem Off als wahres Wunder an. In diesem Fall ist es egal, ob der Rest im Dunkel des Saals aus Hausübungsmachern, Handy-Interessierten oder „Lernen für Prüfung“-Leuten besteht …  es wird aber wahrscheinlich auch weitere Probanden geben, die sich ebenso auf die Aura des Grals eingelassen haben und die mittels Zeichnungen zu anderen erfreulichen und für sie durchaus genauso richtigen Visualisierungen kommen, aber diese EINE hat eben das ultimativ wahlverwandte Farbempfinden Blau geäußert und das lässt alles andere in duftigem Rosa erscheinen … „Blau, von opiatischer, narkotischer Wirkung“ empfand diese Musik einst auch Wagners Lebensabschnittsapostel Friedrich Nietzsche …

Neuschwanstein.jpgUnd was schreibt der Dichterkomponist selbst zum Lohengrin-Vorspiel? Hier nun also Richard Wagner dazu in einer Schrift aus dem Jahre 1853:  Aus einer Welt des Hasses schien die Liebe verschwunden zu sein: in keiner Gemeinschaft der Menschen zeigte sie sich mehr als Gesetzgeberin. Aus der Sorge um Gewinn und Besitz sehnte sich das Liebesverlangen des menschlichen Herzens endlich wieder nach Stillung, da es in dieser Wirklichkeit nicht mehr zu erfüllen war. Die Vorstellungskraft gab diesem unbegreiflichen Liebesdrang eine Gestalt außerhalb der Wirklichkeit. Unter dem Namen „Heiliger Gral“ glaubten, ersehnten und suchten die Menschen eine tröstende Vorstellung, die als wirklich vorhanden und doch unnahbar fern galt. Dies war das kostbare Gefäß, aus dem einst der Heiland den Jüngern den letzten Abschiedsgruß zutrank, und in welchem dann sein Blut, als er am Kreuze aus Liebe litt, aufgefangen wurde. Dieses Gefäß wird bis heute als Quell unvergänglicher Liebe verwahrt. Schon war der Heilskelch der unwürdigen Menschheit entrückt, als eine Engelschar ihn aus höchsten Himmelshöhen wieder herabbrachte, ihn unter die Aufsicht reiner Menschen stellte, um sie so zu irdischen Streitern für die ewige Liebe zu machen. Diese wunderwirkende Niederkunft des Grales im Geleite der Engelschar und seine Übergabe an hochbeglückte Menschen, wählte sich der Tondichter des „Lohengrin“ als Einleitung für sein Drama aus, um dieses Bild – diese Erläuterung möge mir erlaubt sein – dem Hörer in Tönen vorzuführen:

 Zu Beginn verdichtet sich als Ausdruck überirdischer Liebessehnsucht der klarste blaue Himmel zu einer kaum wahrnehmbaren, zauberhaften Erscheinung. In unendlich zarten Linien zeichnet sich mit wachsender Bestimmtheit eine Engelschar ab, die sich aus lichten Höhen unmerklich herabsenkt, indem sie in ihrer Mitte den Gral mitführt. Sobald die Erscheinung deutlicher wird und sichtbar der Erde zuschwebt, entströmen ihr süße, berauschende Düfte: sie wallen wie goldenes Gewölk nieder, und nehmen die Sinne des Betrachtenden bis in die Tiefe seines Herzens gefangen. Bald verspürt er lustvolle Schmerzen, bald beglückende Lust. Der Zauber der Erscheinung weckt in ihm mit unwiderstehlicher Macht alle unterdrückten Liebesbedürfnisse. Sie steigern sich ins Unermessliche, so dass er von der gewaltigen Sehnsucht fast zerstört wird. Noch nie empfand ein menschliches Herz solche Hingebungs- und Auflösungstriebe. Und doch beglückt den Betrachter diese Empfindung. Vor seinen überwältigten Sinnen breitet sich die göttliche Erscheinung aus. Und als endlich der Gral enthüllt wird und dem Blick des Gewürdigten nicht mehr verborgen ist, sendet er aus seinem Inneren Sonnenstrahlen höchster Liebe, leuchtet er weithin sichtbar wie ein himmlisches Feuer und alle Herzen erbeben im Flammenglanz seiner ewigen Glut. Da schwinden dem Betrachter die Sinne; wie ohnmächtig sinkt er nieder. Doch über ihn gießt der Gral seinen Segen aus, mit dem er ihn zu seinem Ritter weiht. Die leuchtenden Flammen dämpfen sich zu mildem Glanz ab. Dieser verbreitet sich wie ein Atemhauch und erfüllt den Anbetenden mit unglaublichem Entzücken. Lächelnd schwebt die Engelschar wieder in die Höhe. Den Ursprung der Liebe, den „Gral“, der auf Erden versiegt war, brachte sie von neuem zu uns zurück. Sie stellte ihn unter die Aufsicht reiner Menschen, in deren Herzen er segnend wirkt. Und im hellsten Licht des blauen Himmels verschwinden nun die Engel, so, wie sie sich zu Beginn genaht hatten. Alles löst sich in sphärischem Pianissimo auf …

Hier nun die Entsprechung der Erscheinung dieses Wunders im Bühnenweihefestspiel:

(aus dem anderen „Gralsmusikdrama“ Parsifal)

Guremanz

Ihm neigten sich in heilig ernster Nacht
dereinst des Heilands sel’ge Boten:
daraus der trank beim letzten Liebesmahle,
das Weihgefäss, die heilig edle Schale,
darein am Kreuz sein göttlich Blut auch floss,
dazu den Lanzenspeer, der dies vergoss
der Zeugengüter höchstes Wundergut,
das gaben sie in unsres Königs Hut.
Dem Heiltum baute er das Heiligtum.
Die seinem Dienst ihr zugesindet
auf Pfaden, die kein Sünder findet,
ihr wisst, dass nur dem Reinen
vergönnt ist, sich zu einen
den Brüdern, die zu höchsten Rettungswerken
des Grales Wunderkräfte stärken.
 

Lohengr.II.Akt_L54t.c9c0b7cd.jpgLohengrin 1954 (7. August)

Thomas Mann, der sich mit den Werken Wagners intensiv auseinandersetzte und künstlerisch darauf reflektierte wie u. a. in seiner NovelleWälsungenblut“)  präzisiert den empfundenen Farbton, wenn er von seinem „Lohengrin in seiner blau-silbernen Schönheit“ spricht … in einer Rundfunksendung, die im Frühsommer 1954 ausgestrahlt wurde … in zeitlicher Nähe zu den Bayreuther Festspielen, die am 7. August. den „Schwanenritter“ am Spielplan hatten. Es wäre das erste Wagnersche Werk gewesen, das Menschen, die am Tag zuvor geboren wurden dort hätten erleben können …  der 6. August selbst war 1954 extra spielfrei gehalten worden …  und am Vortag hatte man „Parsifal“ (Regie: Wieland Wagner) angesetzt. Sein Bruder Wolfgang war für den „Lohengrin“ zuständig – ausgestattet mit einem sensationellen Sängerteam in dem inNeu-Bayreuthneben Windgassen und Nilsson auch schon Theo Adam vertreten war, den der damals Neugeborene Jahre später in Linz interviewen durfte (siehe Bild) …

22-01-2018 09;34;46.jpgIm Gespräch mit KS Theo Adam 

Alljährlich naht vom Himmel eine Taube

 Ein Gralsdrama, eine Pfingstoper mit Taube und Schwan – Stichworte, die auch den Parsifal charakterisieren. Eingeleitet mit einer ätherische Ausgabe des wogenden Tristan-Vorspiels … einer instrumentalen Kurzfassung des Stückinhalts: „Das Wunder kommt in die Welt und entschwindet wieder“ …  anschwellend bis zum Höhepunkt – Da müsste sich Tor schließen, sollte die Musik bei der „Verabschiedung“ des Autors im Kreise der Trauernden erklingen …

Lohengrin – das WUNDER, an das man GLAUBEN sollte und das durch HinterFRAGEN zerstört werden kann … das sich in diesem Fall auflöst und so wieder entschwindet …

Lohengrin – das FREMDE aus einer anderen (besseren) Welt, das eindringt in eine Gemeinschaft wie Parsifal, wie der Holländer … erlöst wird und/od. Erlösung bringt …

  Lohengrin ist blau, sagt also auch der nicht unbedeutende Maler der Gegenwart Neo Rauch – Doch ist BLAU allein genug? Nun, die Neuinszenierung in der Regie von Yuval Sharon („Schüler“ von Achim Freyer) wird es uns zeigen …

Flügelstürmer statt Flügelhelme <– Hier Infos

                     … Schwan, Taube, zuletzt in Bayreuth: Ratten & heuer „Insekten“ (?)                                        – in jedem Fall ein tierisch gutes Stück !

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Wann geht der nächste Schwan?

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Das waren noch Zeiten als Werner Herzog den Gralsritter hier durch einen Laser-Tunnel auftreten, oder Günther Ücker ihn von seiner rotierenden Nagel-Scheibe ausspucken ließ …

Manfred Pilsz

– ein ansonsten eher anaLOGEr Wagner-„Influencer“                                                           (früher gern auch: „Apostel“ oder „Apologet“)

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Liebesduett III. Akt Lohengrin (Ausführende im Bild) mit sensationellem Tasten-Orchester, strahlender Elsa und Blut-schwitzendem Blogger – hier: Kritik & Bilder

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„FLEXIBILITÄT“ & DIGITALISIERUNG …

                                                                 Stand der Dinge Juli 2018Eines der wesentlichen, höchst aktuellen Streitthemen betrifft zurecht die höchst notwendige „Flexibilisierung“ der Arbeitszeit, die allerdings in Good Old Austria kurzsichtig total rückwärts orientiert ausgelegt wird: Im analogen Denken „Neo“-„liberaler“ Greise heißt es:  Es sei ein Gebot der Stunde(n), dass Mitarbeiter (weitere)  zwei Stunden („freiwillig“) länger arbeiten („dürfen“) müssen, wenn es ab und zu eine sogenannte betriebliche „Notwendigkeit“ gibt – Soweit die eine Sicht der Wirtschaft – sanktioniert von nicht unwesentlich bestimmenden Teilen der hiesigen Politik.

Anstellen statt Umstellen

Flexibel in Guten wie in Schlechten Zeiten – sprich: Freiwillig 12 Stunden, wenns floriert kompensiert durch zwangsweise „Freizeit-Blöcke“ bei flautenbedingter Kurz-Arbeit …  Dabei könnte man genauso gut Leasing-Arbeiter in rosigen Phasen zum Zug kommen lassen, anstatt tatsächliche und angeblich„Freiwillige“ zu Zuschlagfreien Extrastunden zu „nötigen“. Wohin soll das ganze führen: Arbeiten bis 100 und das möglichst 25 (!) Stunden am Tag – aber natürlich: Freiwillig (!), sonst: Kündigung als einzige „Aufstiegschance“ …  (- ein anderer, neutraler Grund wird sich finden)

Weniger Geld für Kindergärten vom Bund !(?)

Herzfreie Kopfgeburten jenseits von zu umgehenden Betriebsvereinbarungen und ausgeschalteten Gewerkschaften mit teils unmenschlichen Familienperspektiven …Extrembeispiel: Eine allein erziehende Mutter (funktioniert aber auch mit Eltern, die als  Vollzeit-Doppelverdiener in Erscheinung treten müssen) ist dann von 8 bis 20 Uhr im Job   (- hierbei sind zeitlich die „zumutbaren“ An- & Abfahrtswege noch nicht eingerechnet !)   – Kindergärten haben dann längst geschlossen und sollte es sich um Schulkinder handeln, so hat auch die Ganztagsbetreuung da längst das Handtuch geworfen (- natürlich könnte man diese gesellschaftlich wirtschaftlich verordnete „Zertrümmerung“ von Kinder-Elternbindung im Sinne einer opti- und maximalen „Aufrechterhaltung“ der Wirtschaft ja auch noch bis in die Nacht-Stunden verlängern oder gleich „Internate“ einrichten. Und in den „passenden“ Phasen des „Zeitausgleichs“ kann dann ohnehin ausreichend „qualitativ“ (?) auf die „Bedürfnisse“ der Kinder und so „eingegangen“ werden … Dass sich SchülerInnen (Nomen est eh schau wissen) da gerade möglicherweise im Unterricht befinden, könnte stören (!) – aber nur solange nicht auch hier die Wirtschaft per Politik abgestimmte Stundenpläne herausgibt und sich ein-bildet am besten gleich selbst vorgeben zu müssen wie „nützliche“ > Aus-Bildung < auszusehen hat ! Besserwisser werden hier anmerken: „Lächerlich – Was würden denn da seit Jahren die Leute im Schichtdienst machen? Antwort: Wenn Schichten 12 Stunden oder länger dauern wäre die gelieferte Qualität der Arbeit zu hinterfragen. In jedem Fall ist die Gesundheit gefährdet ! Schichten verlaufen im Normalfall geordnet und nicht überfallsartig „flexibel“ …

Bei soviel „Freiwilliger“ Arbeit bleibt dann aber wohl keine Zeit mehr für „Freiwillige Feuerwehr“, diverse Rettungsdienste und all die anderen für den Staat bis dato so billigen Hilfsdienste für die eigentlich eben dieser zuständig wäre und in der Folge à la longue gesehen auch dann selbst wird dafür gerade stehen müssen. Schon jetzt sind private Kulturinitiativen, Kulturvereine dem Pensionistenstand überantwortet, da Jugend und arbeitende Bevölkerung schon jetzt über keine freien Zeit-Ressourcen mehr verfügen –es bleiben ja kaum mehr als 8 Stunden Schlaf.

Wer unbedingt geblockt mehr arbeiten will, der konnte dies auch schon bisher tun – besser bezahlt, ohne „Gewissenszwang“ und innere Auskunftspflicht (- Gründe fürs >Warum Nicht<)

… und das ALLES in der DIGITALEN Morgendämmerung …

 – sprich: Unsinnig gestriges Gezänke 

 Nun wogt der Streit zwischen „Flexi-billi(g)-sierung“, erlaubt geblockter Freizeit, „Selbstbestimmung“ & gewerkschaftlichen Schlagworten wie „Lohnraub“ im „Hier & Jetzt“ sinnlos wild hin & her. Eins werden mit der Firma – quasi eine Ehe eingehen mit dem Arbeitgeber, wie in Japan und Südkorea (Suizid-Rate) – wo allerdings jetzt ein zukunftsorientiertes Umdenken in Richtung der Reduktion von Arbeitszeit einsetzte    (- siehe auch Anhang: Dr. Mara / OÖN). In der Alpen-Republik an der Donau hingegen werden Jahrzehnte alte Forderungen „endlich“ im „Sinne“ der Wähler umgesetzt.

Dabei „denkt“ und agiert man allerdings total an den Anforderungen und Problemen unserer Zeit vorbei. Man kann nicht 5 vor 12 in Sachen der Digitalisierung einen möglichen 12-Stunden-Tag auch nur ansatzweise als Lösung von Zukunftsproblemen am Sektor Arbeit abfeiern. In kürzester Zeit wird uns der Segen der digitalen Welt nicht nur unliebsame Arbeiten abnehmen und uns vielleicht sogar ein zuviel an unerfüllter Freizeit schenken. Da wird es diesmal dann nicht reichen für andere Versäumnisse ersatzweise oder als Ablenkung Routen zu schließen. Die böse „Wirtschaftsmigration“ käme diesmal eruptiv von innen – mit viel Glück nicht revolutionär, sondern kanalisiert durch eine unverzichtbare, typisch österreichische Sozialpartnerschaft.

Nicht Flüchtende (aus welchen Gründen auch immer) sondern Roboter aller Art werden uns Arbeitsplätze kosten – aber nicht nur am „Fließband“ wie einst, sondern hinauf bis in die „oberen“ Etagen. Denn im Unterschied zur Industriellen Revolution werden sich als Ersatz nur eher ganz kleine, hochqualifizierte Arbeitsfelder auftun, wo nur einige wenige durch „Umschulung“ in den dann raren Genuss neuer Betätigungsmöglichkeiten kommen werden.

Unverzichtbar sicheren Banken am Beschäftigungssektor werden sind dann die derzeit noch schlecht bezahlten Sozialberufe wie Pfleger, das Schulwesen oder Kreativjobs, Denkfabriken und die Computer-Welt … Anstatt engagierte, talentierte Kindergärtnerinnen und das gute Pflegepersonal zwangsweise zu „akademisieren“ wäre es vernünftig wirklich dafür Begeisterte einfach so wesentlich besser zu bezahlen – beseelte, gute Pflege benötigt nicht unbedingt einen „Bachelor“ am Krankenbett. Man wird auch beim Pensionsalter umdenken müssen und es senken: Für Schwerarbeiter ein Segen – allerdings für schwerverdienende Schreibtischtäter unverständlich – für Sesselklebende Politiker egal – die könnens eh bis zum Abwinken aussitzen als Mandatare oder in „Aufsichtsräten“ …  In jedem Fall müsste hier die Politik ansetzen und nun rasch Lösungen anbieten, die Gesellschaft und ihre eingefahrenen Denkmuster umstrukturieren und die Menschen dringend und umfassend darauf vorbereiten. Die letzten Landtagswahlen sind längstens vorbei …Man sollte nicht zu langsam, aber um so sicherer die wesentlichen Themen -formuliert im „Neusprech“- auf Augenhöhe fokussieren, diese schleunigst implementieren und das verdammte Momentum nutzen, um so dann sagen zu können zwar spät, aber vielleicht    doch noch bevor sich irgendjemand radikalisiert, fast alles richtig gemacht zu haben !

Da wäre vor allem Flexibilität im Denken angesagt:

Gerade in der jetzigen > Übergangsphase < zur Digitalisierung erscheint eine Flexibilisierung in Richtung einer Ausweitung von möglicher Arbeitszeit extrem kontraproduktiv. Vielmehr müsste man sich im Sinne der gerechten Aufteilung der dann noch vorhandenen Arbeit von der täglichen Dauer eher an (je nach Bedarf immer kürzer werdenden) Teilzeit-Modellen orientieren – natürlich bei vollem Lohnausgleich – gesichert durch den, durch Digitale Umstellung erwirtschafteten Mehrwert der Betriebe (Effizienzgewinne) und die dann hoffentlich endlich bezahlten Steuern & diesbezüglich eingetriebenen Schulden von globalen Großkonzernen

Angesichts der totalen Umstrukturierung von Gesellschaft & Arbeitswelt bedingt durch die Digitalisierung wird ein > Bedingungsloses Grundeinkommen < eine vernünftige und so unabdingbar notwendige Konstante darstellen …

Hier weitere Infos zur Thematik DIGITALISIERUNG UND ARBEIT

M P

Nicht viele Menschen haben das Privileg wie der Autor dieser Zeilen einen Beruf zu haben, der als totale erfüllte Berufung empfunden und gelebt werden darf. Da bereiten Wochenenden, Abendstunden, Ferien und Urlaube angereichert mit tatsächlich freiwilliger Arbeit keine Pein. Unzählige, unglückliche Arbeitnehmer hingegen warten sehnsüchtig auf den nächsten Urlaub und letztendlich auf die Pension – aber nicht weil sie nicht arbeiten wollen, sondern wegen der Rahmenbedingung begleitet von Unsicherheit und daher permanenten Existenzängsten. Gepaart mit fortschreitendem Alter kann speziell auch bei körperlicher Arbeit das erlösende Ziel nur das Ende des wackeligen Hamsterrads Arbeit sein:  Der Ruhestand …

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20 Jahre FRECHes MRG

Dieser BLOGBeitrag hätte sich Lektüre & Betrachtung auf einem großen Screen verdient

20 Jahre F… ganz unabhängig von der Medien-Enquete im Juni …

                        Hier gleich zu Beginn die FRECHe Radio-Sendung zum Jubiläum:                                                                                  https://cba.fro.at/383834                                                                     Unter dem Titel: 20 Jahre – 20 Stimmen werden 20 Jubiläumssendungen von Radio FRO ausgestrahlt – die FRECHen Fadinger haben EINE davon gestaltet

2018 gibt es viele denkwürdige 8er-Zahlen – Das Fadinger Filmteam – dokumentiert vom  Radio des Hauses (und umgekehrt) – war im Verlauf der letzten 20 Jahre und davor immer wieder auch jenseits von Gedenkjahren medial bei Geschichtsprojekten im Einsatz: Schon in den 80er Jahren entstand ein Super-8-Film im Steinbruch von Mauthausen zu Texten von Paul Celan. In der Folge drehte man vor Ort bei einer Gedenkveranstaltung mit Kompositionen des Fadinger Absolventen Dr. Helmut Rogl (Memento) eine Dokumentation. Dessen Musik spielte auch bei einer Veranstaltung am 5. Mai 2000 (zum 55. Jahrestag der Befreiung) am Linzer Hauptplatz eine ganz wesentliche Rolle – „Mit Pauken und Trompeten“ (Musik und Krieg) – Ein Film dazu wurde im ORF Landesstudio Linz zur Aufführung gebracht. In Kooperation bediente sich der ORF zuletzt für eine Sendung zur „Pogrom“-Nacht am Tonmaterial eines Films den die Fadinger zu dieser Thematik 2008 für Linz09 gedreht hatten.

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Jenseits der Aufarbeitungen rund um die Schulgeschichte der „Fadinger“ soll davon losgelöst  hier nun aber das Jahr 1998 Erwähnung finden: Damals wurden die beiden Schul-Zweige MRG (Medienreal-Gym) & NRG (Naturwissenschaftliches Realgym) ins Leben gerufen. An der Wiege dieser teilw. neuen Ausrichtungen der ursprünglichen „Mathematischen Realschule“ in der Linzer Fadingerstraße standen übrigens fast ausschließlich NaturwissenschafterInnen wie Prof. Turnwald, die das NRG belebte und am Dampfen hielt – gemeinsam mit den Professoren Brehm (Leitung), Deisinger und Prof. Lenz beim MRG, der einerseits die Nähe des Einsatzes technischer Medien zum Realgymnasialen Profil hervorhob, sowie die Bezüge zu DG & Informatik bzw. andererseits auf die langjährige Medienarbeit im Haus verwies. Weiters sei hier vor allem Prof. Edhoffer erwähnt, die sich in die MRG-Zweigleitung mit vollem Impetus einbrachte und Prof. Sturm, sowie die nunmehrige Direktorin Prof. Bäck, die die Print-mediale Abteilung abdeckten. Absolvent Ingo Kelp gab & gibt technischen Support …        

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Hier ein FRECHes Gespräch Dr. Helmut Sohmen (berühmter Absolvent):

24-07-2014 18;31;46kl.jpgNach 20 Jahren Kontinuität (- ein ganz wesentliches Erfolgsrezept !) kann das MRG nicht nur auf viele Preise & Lob zurück blicken, sondern befindet sich auch jetzt in den besten Händen: Prof. Siebermair und ihr junges Team mit Prof. Reisenberger & Co. sind sichere Garanten für die Zukunft dieses Schwerpunkts und von Radio FRECH  – Dauerpräsenz, Teamgeist, Kreativität, Netzwerken, verlässlicher Einsatz … sorgen wie in früheren Tagen auch jetzt für optimalen Output, mediales Feedback, Anerkennung, viele Pokale, Spaß, attraktive Kooperationen usw. …

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Zahlreiche AbsolventInnen des MRGs und der Vorfeld-Gruppierung BSG (in den 70er bis 90er Jahren) sind mit ihrem einschlägigen beruflichen Erfolgen Zeugen für die Effektivität auch des praktischen Angebots dieses Schwerpunkts in Sachen Medien an einer AHS. Als ALLES begann war das MRG weit und breit im allgemein bildenden Bereich die einzige Schule die diese Ausrichtung anbot und man war bar erstaunt in welcher Größenordnung und über welche Zeiträume Langzeitprojekte im Medien-Gym verwirklicht wurden – ohne Paragraphenreiterei und ohne Angst auch jenseits des Stunden- und Lehrplans aktiv zu werden – auch an Wochenenden und in den Ferien – mit und ohne Segen der „Obrigkeit“ ––> „Kultur-NGOs“ (- Schüler wie Lehrer)

„Schule darf / soll Spaß machen“:

Obiger Gast im OÖ-HEUTE-Beitrag des ORF-Landesstudios

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Krumau.JPGDie MRG-Pilotklasse & KV OStR. Chr. Eh bei Projektpartnern im winterlichen Krumau

Linz09 agentin Tipps zu tarek leitner.jpgWie hieß es früher immer bei LSR: „Toll was ihr macht – weiter so, aber erzähl uns keine Details“ – wohl wissend, dass VIELES nur möglich war jenseits des SCHUGs …  Eine „Österreichische Lösung“ kann hier durchaus hilfreich sein, wenn man mit etwas Risiko, Ruhm und Ehre statt Geld zufrieden ist und sich nicht wirklich fürchtet unter diesen Umständen auch zu scheitern …fadinger filmdreh 3kl02-09-2016 17;56;57Speziell noch in der Ära Präsident Riedl wurden für den LSR viele Doku-Arbeiten am Film- und Radio-Sektor erledigt – man war Mitglied beim Medien-Arbeitskreis des LSR und auch bei Institutionen wie dem „Filmring der Jugend“ vertreten (- Video50 Jahre Filmring“  –  der Film beginnt bei 36.30)

1994 hatte man knapp vor 100 J. Film das Schülerfilmprogrammkino SFPK gegründetSFPKMRG FRECH DSC06776

Seit den 70er Jahren wurden Kabarettvorstellungen zur eigenen Freude und später auch für Gäste & Medien (Kabarettsendung am Sonntag in Ö1) akustisch und in der Folge sogar mit Kameras aufgezeichnet. Tonbänder waren günstig und man konnte damit umgehen, hatte man doch in der eigenen Schulzeit schon einen eigenen Tonbandklub gegründet (inkl. Hörspielideen usw.) – Film war hingegen teuer (3 Min Super-8: über 7.- Euro) – das bedingte nur kurze Ausschnitte aus den Kabarett-Programmen und meist etwa max. 15 Minuten dauernde Musikfilme. Im dann ausbrechenden Videozeitalter wurde es nicht bloß billiger, sondern auch das Synchronisieren und Schneiden einfacher. Erste Preise stellten sich ein …   09-07-2013 00;12;21.jpg

                      Großer LKP für EBENSEE  /  Kleiner LKP für Radio FRECH

Die Fadis als x-fache Landesmeister, direkt zum fulminanten Zweigstart dann auch noch Staatsmeister („Isoldens Oden an die Nacht“). Kleiner Landeskulturpreis für initiative Kulturarbeit    (1x für Film 97 & 1x für Radio 2000). Im Zuge der eigenen Tätigkeit als „Freier Mitarbeiter“ beim ORF Landesstudio OÖ. (Musikabteilung / Chef: W. Winkler) kam es u. a. zur Betreuung der Sendung „Kinderradio“ (Nachrichten verfasst und gelesen von Unterstuflern unterschiedlicher Schulen / fix natürlich dabei: Die Fadis) – später folgte für Oberstufler „Soundcheck“ (Lieblingsbands für Ö3). Jeder Einsatz von Musik musste nach Sekunden und Interpreten genau aufgelistet für die Verwertungsgesellschaft dokumentiert werden (- bei eigenen Sendungen konnten Freie Mitarbeiter nicht auf ein Sekretariat zurückgreifen – ein immer wieder eher mühsames Unterfangen). Weiters gab es detaillierte Vorgaben („Sendeuhr“ sowie „Blattlinie“). Geschnitten wurde bis in die 90er mit der Schere analog – die Bandabfälle landeten in Papierkörben. Die Musik suchte man sich mit Einkaufskörbchen im Schallarchiv zusammen, oder brachte sie von zu Hause auf Platten, Tonband und Musikkassetten mit.

             FROh zu sein bedarf es wenig und wer FROh ist, ist ein König <FROsinn.JPG07-07-2013 08;27;24kl.jpg04-04-2018 12;21;25.jpg

Als man 1998 beim Startschuss des Zweigs auf der Suche nach einem praktischen Betätigungsfeld für das geplante MRG-Radio war, stellte sich sehr schnell heraus, dass auch bei den nun frisch mit Rundfunklizenzen ausgestatteten neuen Stationen wie LIFE oder Arabella nur ganz wenige Themen-gebundene Minuten pro Woche für ein echtes „Schülerradio“ im Angebot wären. Welch ein Segen, als über den Ex-Fadinger Michael Rammer (damals Ziwi bei HOFe) eine sensationelle Kooperation mit dem Kulturzentrum HOF zustande kam. Dort wiederum war man froh für die feinen Sendestunden bei FRO („Umkehrfunktion“ v. ORF), die das Land OÖ. anteilsmäßig gekauft hatte, jemanden gefunden zu haben, der das auch rechtens leisten wollte und konnte …   Dann wurde „Gecastet“, geprobt & die PR-Maschine ordentlich angeworfen …

PR-Aktionen – war man gewohnt speziell durch die lange Balltradition  …28-07-2014 12;51;01.jpg28-07-2014 12;52;34.jpgDscn0106.jpgumzug 1.JPGumzug 2.JPG13FD0@homerouter a.jpg!cid_512B4A24-4765-45B4-B2CB-354C6BAB1ED5.jpg13FD0@homerouter.jpg                                    …  und so auch rund um das 98er Jahr  …

26-03-2018 20;07;02c.jpg10-01-2017 14;31;02.jpg16-03-2017 20;02;01b16-03-2017 20;02;01aBallwerbung auf der Landstraße für „Love me SENDER“ – Motto des Herbst-Balls 98 

                                              FRO war & ist für die Fadis OPTIMAL !                                                Fehlte nur noch ein zündender, passender Name fürs Radio, der dann an einem längeren Nachmittag im schattigen Gastgarten der „Hofkneipe“ bei einem echt intensiven „Pago-Marathon“ gefunden wurde:

 FadingerRadioEducationCooperationHof

MRG frech_radioMRG FRECH Studio I kl07-07-2013 09;08;27b„Der Start von Radio FRECH war für unser Team der Maturaklasse ein spannendes Erlebnis, da wir erstmals in Audiotechnik geschult wurden. Ich erinnere mich, wie wir im Kulturzentrum Hof Studio den Jingle aufgenommen haben und wie oft wir die Aufnahme wiederholen mussten, bis es dann endlich gut genug war. Mein Highlight war, dass ich als 17-Jährige Star-Kabarettist Alfred Dorfer interviewen durfte – unvergesslich. Ich bin sicher,   dass Radio FRECH und das MRG dazu beigetragen haben, meine Karriere als Journalistin                 zu beginnen. Danke an Manfred Pilsz und das Fadinger-Team für alle Erfahrungen!“                 (Mag. Michaela Baumgartner, Alaska / 1998 im Pilotteam der FRECHen)

HMS MRG Fadinger 1.JPGMOTTO:   „WIR SIND FRECH & IHR SEID GUT UNTERRICHTET

Am 20. Oktober 1998 knallte nach dem Läuten der Schulglocke am Nachmittag im Festsaal des Fadingergyms ein Sektkorken. Das junge Radioteam, das erst vor den Großen Ferien im Kulturzentrum Hof akribisch gecastet worden war, hatte soeben der Ausstrahlung der ersten Sendung ihres FRECHen Radios beigewohnt. Damals war es noch der Dienstag, an dem vierzehntägig die jeweils neueste Ausgabe von FRECH >on air< stolz präsentiert wurde …

DSCN6551.JPG         Seither werden pro Jahr etwa 24 Sendungen (per 60 Min) produziert = 1 Tag                  Das macht in 20 Jahren 20 volle Tage Radio (- über CBA: jederzeit & weltwelt)          Hier dazu der LINK: https://cba.fro.at/247851
FRECHe-Radiotorte

15 Jahre FRECH.JPGFRECH jetzt Mittwoch um 16 Uhr auf FRO (105,0) oder jederzeit auf CBA

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16-03-2017 20;06;42a05-09-2017 20;00;48

Der Werbewert fürs Haus ist laut PR-Spezialist Gerry Wahl (Ex-Fadi): Sechsstellig !!!                             (-speziell wenn man die Öffentlichkeitsarbeit samt Aktivitäten des MRGs mit einrechnet …)

Die Kooperation mit dem Kulturzentrum Hof ermöglichte auch Dreharbeiten, Ausstellungen, Tanzabende und Theateraufführungen auf der dortigen Bühne:Wienerwald.jpgfrech europa doku.JPG

Media  Literacy Award

MLA 12MLA 08-11-2012 19;30;57DSCN3490MLA Teaching Award DSCN9560        3 Awards für Radio & Video („Teaching-Awardexklusive) beim internat. MLA            (> media literacy award <) des Unterrichtsministeriums

Baba Yaga.JPGTraumFabrik (Musikvideo / Greul & Team)

                      https://dorftv.at/video/3860    <<< Start des Videos ab: 22´28´´

2012: Wenzl-Preis des Landes OÖ für Radio FRECH

MRG WenzlpreisIMG_6843klWenzl Preis Foto.JPGars sTIXDie alljährlich produktiven Jahreszeiten das Medien-Gyms waren:

Der Nachsommer (meist noch in den Ferien) und HERBST mit Kooperationen bei ARS und Brucknerfest, Ballvorbereitungen fürs „Oktoberfest“ der Maturanten im KV, Teilnahme am MLA in Wien, bei „OÖ im Film“, an der YOUKI in Wels (jeweils sowohl als Preisträger als auch aktiv mit dem Radio) und ausrichten des Weihnachtworkshops im Medienkulturhaus. Der WINTER bescherte uns lange Dreharbeiten zu neuen Filmen, eine Dokumentation des Band-Awards im Posthof und mit dem dann ausbrechenden FRÜHLING Radio-aktive Begleitung des 3-Brücken-Laufs, gefolgt von Vorbereitungen zum Jugendtheaterfestivals „Schäxpir“, das Ende Juni ebenso über die Bühne ging wie dasFestival der Nationenin Ebensee (- jetzt: Lenzing) und direkt zum SOMMER überleitete: Juli und August liefen 2 Best-Of-Sendungen „Ferien-FRECH“. Einmalige Fünfte Jahreszeit: FRECH als Jugendmedienpartner der Kulturhauptstadt Linz09

2009 war FRECH offizielles Jugendmedium der KulturhauptstadtFRECHe TIPS April 08 FLinz09 DSC09986a.jpgLinz09 OÖN BLOG09 FRECH TEAM.jpgMit eigenem BLOG war man 2009 bei den OÖN (- 54 Wochenbeiträge) vertreten

Bereits 2006 war das FRECHe Radio für den ORF Tirol bei den Festspielen Erl tätigTIPS 8.8.ERL Eröffnung 16ERL Eröffnung 8.JPG

6c österreich.JPGIMG_5159.JPGKrmpf Krmpf Studios in Gold – bei der ARS

DSC09019.JPG„Augenmusik“ – Fadinger Installation beim Brucknerfest09

                                                        „BOA – Bruckner On Air“:                                                                                      5 Jahre lang (2008 bis 2012) gab es bei Brucknerfest/ARS einen FRECHen BLOG

File_075.jpgMRG FRECH auf der Titelseite Ministerium klMRG FRECHMinisterin 19 10 BM Ö1

                        ORF  –  10 Jahre SCHÜLERRADIO des Ministeriums mit FRECH (auf Ö1):                  

05-09-2017 20;04;53klDrehscheibe des Comeniusprojekts in Prag: Ex-Fadi Prof. M. MartinPrag 3.jpg 2001 feierte man im „Rausch“ der damals Neuen Zweige eng verknüpft mit dem Comenius-Projekt das Jubiläum 150 Jahre BRG

ORF Radio OÖ zum Jubiläum:

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festakt_19                                                                          LSR Präsident Dr. Riedl

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05-09-2017 18;52;54a.jpgclaudiakreiner_wasistlos

Hier das Medien-Feedback zu 150 Jahre Fadinger

Für Spezial-Projekte wie bei der Ausstellung Rudolf der II. (Landesmuseum) oder mit der ARS, dem Brucknerorchester („Baba Jaga“ & „Zauberlehrling“ <– hier Video & Konzert) war das MRG immer zu haben …  und wenn der ORF (meist das Landesstudio) oder ein Printmedium rief war selbst die Unterstufe im Voll-Einsatz …

20x war man mit Radio & Videos bei der YOUKI in Wels vertreten (x Preise)youki.JPG_DSC6335.jpgPannonia 2.JPGRauch.JPG

Auftragsfilme, Musikvideos & Kulturradio

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FRECHes Festivalradio bei „Schäxpir (seit Anbeginn / 2002)

28-04-2017 12;39;40.jpg2017-06-22 16.59.34

Radio & Rundum-Betreuung beim internat.Festival der Nationen (Ebensee) bei dem die Fadis auch viele „Gold-, Silber- & Bronze-Bären für ihre Videos abholten und einmal sogar mit Im Auge des Zyklopenden Siegerfilm stellten !Zyklop.JPGDen Intentionen des Österr. Musikfilmpapstes Titus Leber & dem Motto „Bilder hören – Töne sehen“ folgend, schafften es die Fadis mit ihrem Bruckner-Film „Agnus Benedictus“ (96) und dem Phil Glass-Video „Die 5. Dimension (2003) bei den Eurofilmer2x die „Video-EM“ (Goldenes Filmband) zu gewinnen …5. Dimension Glass.jpgProjektion des Fadinger Phil Glass-Videos beim Donausommer auf eine Wasserwand

Kunst und Medienpädagogik

2000 gabs die UNICA-Ehren-Medaille des FilmweltverbandsUNICA Medaille.jpg

Hier >>>  MRG-Ballwerbung im Internet 2012

Viele Siegerfilme bei OÖ im Film – zuletzt: Herbst 2017

In der Gegenwart startklar für die Zukunft:

MRG Vorher Nachher.JPGMRG Film ernst eder  mrg logo.jpg

Hier der FRECHe Trailer – von Max MatschinerLinz09 P3120006MRG Nachspann LOGO Kopie.jpgDas heute immer schon MorgigeRealGymnasium

                      MRG  ProjektFeedback (Startphase) und  FRECHe Begegnungen (Bilder)                         In abgespeckter Form ist ALLES auch im Jahresbericht 2017/18 nachzulesen …

Manfred Pilsz

An dieser Stelle: DANK & ANERKENNUNG für ALLE, die dies ALLES möglich gemacht haben und dafür sorgen, dass es auch jetzt & in Zukunft so positiv weitergeht. DANK & ANERKENNUNG wurde mit Beginn des MRGs (- also etwa ab der Jahrtausendwende) alljährlich zum Schulschluss all jenen SchülerInnen zuteil, die sich bei Medien-Projekten besonders einbrachten ! Schon zu Zeiten der BühnenSpielGruppe (Cabaret & Film) war es üblich gewesen besonders engagierten SchülerInnen im Verlauf der 8 Klasse die Ehrenmitgliedschaft zu verleihen  …

Heutiges Feedback des Kulturzentrums HOF und von Radio FRO

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Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder …, die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können !

Das „Emeritierte Dekanat“ des MRGs „TRAXLt“ immer wieder …

Mathe / Matura als Spitze des Eisbergs

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Dr. Schacherreiter spricht in seinem Gastkommentar zur Zentralmatura (nicht nur betreffend Mathematik) völlig zurecht von einem Käfig aus Regeln und Richtlinien, von einem Korsett   – gedacht (wahrscheinlich) als Konstrukt aus Haltgriffen, die aber auch jenen aufgezwungen werden die sie nicht brauchen und so nun seither in streng verordneter „Selbstbeschränkung“ (re)agieren müssen – Schüler, wie Lehrer

Kreatives Potential wird somit leider bereits allzu bald erstickt in der engmaschigen Vorbereitungsphase der Oberstufenklassen – Abgestimmte Schulbücher und Lehrplan geben hier keinen Spielraum. Auch Interessen und besondere Begabungen bleiben auf der Strecke …

„Das ist nicht mein Kaffee“

Aus einem verzweigten Netz von Bildungs-Autobahnen (Education-Highways) wurden enge Hohlwege und nervige Einbahnen durch die nun mittlerweile Navi-Abhängige durchgelotst werden. Dabei kommt es natürlich sofort zu Problemen in Baustellen-Abschnitten (und von denen gibt es viele im System) bei und am Weg zur „Neuen Matura“. In „verfahrenen“ Situationen vermeldet das Navi: „Bitte wenden“ – und dem sollte man Folge leisten. Aber nicht mit Gegen- oder neuen Reformen, sondern durch vorsichtiges Sanieren, da sonst ein Kreisverkehr ohne Ausfahrt entsteht, der dann endgültig alles zum Erliegen bringen könnte. Mögen viele Navi-befreite „Selbstfahrer“ wieder „Freie (!) Fahrt“ aufnehmen (dürfen) – speziell im Sinne der „Kreativ-Fächer“ auch bei der mündlichen Matura !

Manfred Pilsz

L e s e r b r i e f

MAHLERS WINTERREISE

Dieser BLOGBeitrag hätte sich Lektüre & Betrachtung auf einem großen Screen verdient

Mahler_Cover Vorderseite.jpgWinterreise?“ – Was hat das mit Mahler zu tun? Ja, natürlich ist es ein „Liederzyklus“, aber doch wohl von Franz Schubert und nicht von Gustav Mahler ! – Gibt es Parallelen zwischen den „Liedern eines fahrenden Gesellen und dem Schubert´schen Werk?

 Bereits das Mahler-Protokoll 1997 hatte sich beim Festival Toblach mit dem Thema „Mahler und Schubert“ beschäftigt und 2009/10 war nicht der erste Anlauf gewesen die 4 Lieder Mahlers zu visualisieren. Initialzündung waren die Arbeiten von Ken Russell und Titus Leber mit seiner Version der Kindertotenlieder. Bereits Ende 80 entstand das VideoWas mir der Tod erzählt, das dann wenig später 1990 als Coverstory des Film+Video-Magazins zu bewundern war …

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LINZER GUSTAV MAHLER VISUALISIERUNG ZUM 100. TODESJAHR

Zum Mahler-Doppeljubiläum 2010/11 (150. Geburtstag / 100. Todestag) entstand in den Studios des Fadinger Mediengyms Linz eine Visualisierung der „Lieder eines fahrenden Gesellen“. Das junge Team konnte einen Großteil der Videoaufnahmen in optimalen Winterlandschaften und im dafür extra präparierten Festsaal erfolgreich abwickeln. Die musikalische Ausgangsbasis bildete eine alte Konzertaufnahme des BLOG-Autors, der auch die Regie bei den Filmarbeiten übernahm.

Begonnen hatte man mit dem Mahler-Projekt in der Erschöpfungsphase des sich in seligem Wohlgefallen auflösenden Linz09-Jahres. So beendete ein plötzlich einsetzendes Schneetreiben die Lateinstunde der „Tödin“ Hannah. Sie und Mahler-Darstellerin Astrid drehten bereits eine halbe Stunde später in der Kirche beim Aloisianum, um wenig später am Pöstlingberg vor der Mariengrotte im winterlichen Wald weiterzumachen. Eine ältere Pilgerin mit Kerze sorgte für die erste Drehpause bevor es wenig später weiterging ins Mühlviertel, wo die Stifter-Linde in Kirchschlag für die Todesszene und später noch einmal im Mai für das „Lindenbaummotiv“ im vierten Gesellenlied des Komponisten herhalten musste …

Der erste Drehtag endete mit der Erkenntnis den so wunderbar gedrechselten Wanderstab auf einer eiskalten Wiese liegen gelassen zu haben, was eine sofortige zweite Fahrt vor der schnell anbrechenden, Dezember bedingt frühen Dämmerung ins Mühlviertel notwendig machte.

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Das Ende der Filmaufnahmen im Sommer zeichnete sich dann zeitgerecht bei den letzten beiden Szenen in einem Park am Linzer Bauernberg ab: Der doch abrupte „Drehschluss“ erfolgte direkt nach dem Sprung einer Darstellerin von einem Baum auf den rechten Vorderfuß der Regie – Diagnose: „Ruptur der Vene“ …   – Kein wirkliches Problem für den dann folgenden Filmschnitt …

Die vier Lieder schildern die Gefühle & Gedanken eines Gesellen, der in der Zeit seiner Wanderschaft versucht, eine unglückliche Liebschaft zu verarbeiten. Das Sujet des Liederkreises weist insoweit Ähnlichkeiten mit Franz Schuberts Zyklen Die schöne Müllerin und Winterreise auf, die vom Komponisten beabsichtigt sind.

„Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh’ ich wieder aus“ – mit diesen Versen beginnt die „Winterreise“, einer der bekanntesten Liederzyklen der Romantik, mit dem Schubert eine Darstellung des existentiellen Schmerzes des Menschen gelang. Im Verlauf der Lieder wird der Hörer immer mehr zum Begleiter des Wanderers, der zentralen Figur der Winterreise. Dieser hat nach einem Liebeserlebnis, das bereits vor Beginn des Liederkreises abgeschlossen ist, Liebe und Geborgenheit bewusst und aus eigener Entscheidung hinter sich gelassen und zieht ohne Ziel und Hoffnung hinaus in die Winternacht. Eine Reise in das NICHTS? In die Kälte des Todes …

Der Lindenbaum

 Ich mußt’ auch heute wandern
Vorbei in tiefer Nacht,
Da hab ich noch im Dunkel
Die Augen zugemacht.

Und seine Zweige rauschten,
Als riefen sie mir zu:
Komm her zu mir, Geselle,
Hier findst Du Deine Ruh!

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Das lyrische Ich fühlt sich stark zum Baum hingezogen und muss beim Vorbeiwandern die Augen schließen und sich zwingen, sich nicht umzudrehen, da der Lindenbaum eine ungeheure Anziehungskraft auf es auswirkt. Der Vers Du fändest Ruhe dort lässt sich als Todessehnsucht ausdeuten …

Schuberts Lied und Zyklus hat aber auch spätere Komponisten inspiriert. So sind Gustav Mahlers Lieder eines fahrenden Gesellen sowohl von der textlichen Intention als auch in kompositorischen Details deutlich von der Winterreise bzw. Dem Lindenbaum (viertes Lied bei Mahler: „Auf der Straße stand ein Lindenbaum, da hab ich zum ersten Mal im Schlaf geruht …“) beeinflusst    –  siehe auch 1. Symphonie / im 3. Satz:                            

Auf der Straße steht ein Lindenbaum,
Da hab‘ ich zum ersten Mal im Schlaf geruht!
Unter dem Lindenbaum, der hat
Seine Blüten über mich geschneit,
Da wusst‘ ich nicht, wie das Leben tut,
War alles, alles wieder gut!
Alles! Alles, Lieb und Leid
Und Welt und Traum

(Gesellenlied 4 – Mahler)

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O Augen blau, warum habt ihr mich angeblickt?
Nun hab‘ ich ewig Leid und Grämen.
Ich bin ausgegangen in stiller Nacht
Wohl über die dunkle Heide.
Hat mir niemand Ade gesagt.
Ade! Mein Gesell‘ war Lieb‘ und Leide!

 (Mahler – Lied 4)

Kassel_Palais_Bellevue_012009IMG_2830.jpg Die Recherchearbeit zum Film führte die Regie zum kleinen Mahler-Theater nach Bad Hall und nach Kassel, wo bei derDocumentanix im Tourismusbüro dokumentiert war über den ehemaligen Kapellmeister, obwohl man über die „Mahler-Treppe“ vom Documenta-Gelände aus dorthin vordringt: „Theater – welches Theater“? – erst über eine Google-Anfrage konnte dieses Mysterium gelöst werden: Das ehemalige Theater versteckt sich heute in einem Museumsbau …  Dabei handelt es sich aber nicht um das berühmte Grimm-Museum, wo die Fadinger ihre fernöstliche Rotkäppchen-VarianteLot Cape Chenpräsentieren durften,   sondern um das Naturkundehaus neben dem neuen, heutigen Staatstheater.

MRG kl.JPGMP sommerempfang LT1 b Kopie a.jpgmahler m Kopie.jpg125 Jahre später begibt sich ein junger weiblicher Mahler-Fan gekleidet wie sein Vorbild auf eine letzte Winterreise, startet das Auto und lauscht der Lieblings -CD …  „Die Lieder eines fahrenden Gesellen“ lassen den Lärm des Gefährts ebenso wie das Grau des Alltags hinter sich und lösen eine Flut von Bildern aus, die sich synchron zur Musik immer mehr verdichten – die “Fahrt der Gesellin” durch die fahle Mahler-Welt zu ebensolcher Musik des verehrten Meisters und ihr letales Ende sind Gegenstand der Fadinger  Visualisierung zum 100. Todesjahr 

toblach-mahler-saal_big.jpgIm Programm der MAHLER-FESTWOCHEN  TOBLACH

Was für ein Mahler-isches Gefühl: Man kommt gerade vom einsamen Toblacher „Komponierhäuschen“, geht auf das „Grandhotel-Festspielhaus“ zu, das in der Abendsonne rötlich erstrahlt – es flattern knatternd die Fahnen mit dem Konterfei des Komponisten und plötzlich steht man vor großen Litfaßsäulen auf denen „Mahlers Winterreise großformatig angepriesen wird …

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HIER  DAS  V I D E O:

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P7290134.JPGIm Radio-Gespräch >>> mit Maestro Roberto Paternostro

Vor einem Jahr hatte man noch beim und im OÖ. Komponierhäuschen auf dem Areal des Gasthofs Föttinger in Steinbach am Attersee gedreht. – Das Sommerdomizil des „Ferial-Komponisten“, der sich dort bedingt durch seineLärmempfindlichkeitvon der Umwelt abschottete, um die Naturstimmung einzufangen und für die Nachwelt in der 3. Symphonie zu konservieren. Heute befindet sich dieses „Refugium“ auf einem arg hektischen Campingplatz …  –  „Was mir die Blumen auf der Wiese erzählen… (?)

steinbach mahlerDSC00583.JPGsteinbach mahler 3Radio FRECH SteinbachDSC00422.JPGKomponierhäuschenGasthof zum Höllengebirge/Föttinger –Steinbach am Attersee   

47032_123874057665880_2511517_n.jpgSo stand die Filmkamera zwischen Wohnwägen, Luftmatratzen und Surfbrettern. Tage davor war die Suche nach einem duftig gelb leuchtenden Rapsfeld positiv verlaufen: Unterhalb des Freibergsenders war man fündig geworden und so konnte Tödin Anna dort ihren gewundenen „Wanderstab“ statt einer Sense durchs morgendlich taufrische Gras streifen lassen.

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„Ging heut morgen übers Feld, Tau noch auf den Gräsern hing“                                (Mahler – Lied 2)DSC00020-web.jpg

Mahler Forschung.JPGMahler Visualisierung.JPGPremiere von „Mahlers Winterreise“ am OK-Mediendeck

Wie so oft fand auch beim Mahler-Film die Erstpräsentation am OK-Mediendeck statt: Claudia Werner (Absolventin / damals Pressesprecherin im Brucknerhaus) – eine sehr gefragte Moderatorin und exzellente Medienfrau führte durch den Abendmahler fest 2Mahler Spezialauswahl B-38mahler festmahler t Kopie.jpg                                    – hier dazu einige Eindrücke im >>> FRECHen RADIO

>>> Mahlers Winterreise– Visualisierung zu den Gesellenliedern (- auf Dorf TV)

Short Version of MAHLERs WINTER JOURNEY in English

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Medien-Feedback zum Film

Manfred Pilsz  (- im Gedenken zwischen Geburts- & Todestag Mahlers)  /  im Gedenkjahr 011

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AGNUS BENEDICTUS – Mahlers Lehrer Anton Bruckner in einer Visualisierung

Mehr zum Musikfilm-Papst Titus Leber

Obigen BLOG-Beitrag gibt‘ auch als Radio-Sendung: https://cba.fro.at/571457 <<<

GRILLEN im NEO-BIEDERMEIER

Wenn jemand seinen „Weber“ aus dem Haus holt bedeutet dies nicht unbedingt, dass eine Freischütz-Aufführung („Grillen sind mir böse Gäste“) bevorsteht – die dabei zu befürchtende „Wolfsschlucht“-Szene lässt sich da dann auch zumeist ganz anders an:

Tangahöschen, Schürze, Bier, nackter Oberkörper, oder im „todschicken“ Unterhemd und um die Körpermitte dem teuren, eigenen Weber´schen Kugelgrill asymptotisch stark angenähert, schwitzend eingerahmt von eher leicht angekohlten Fleischbatzen – Die Ergebnisse bewegen sich zwischen blutig(er Anfänger), medium & so richtig durch  …   je nach „Grillgut“ mit & ohne Stinkkäse – aber selten vegan für den Mann, der soeben dem (im Gras geparkten) SUV entstieg …

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Vom Kühler(?)-Grill zur „Macho-Küche“ …

Ab etwa 25 Grad Außentemperatur erliegt Mann dem Zwang direkt nach dem Verstauen der Audi-A8-Winterreifen den Griller anzuwerfen – selbst in veganen Haushalten. – Da gibt’s halt für den eigenen Verzehr etwas mehr Gemüse – die Tierleichen bringen die Gäste selbst mit und in jedem Fall spielt sich das Ritual im geschützten Bereich von Balkonien oder besser noch im sicheren Geviert der eigenen Gartenhecken ab, aber selbstvernatürlich sichtbar für die direkten, hoffentlich neidischen Nachbarn und bildreich dokumentiert (Mann + Kochschürze schmiedet Essen an urzeitlicher „Esse“) für die immer brav likende eigene „Internetz-Blase“!

                                 Was aber, wenn auch „Andere Kulturen“ zu GRILLEN gedenken?                                                      Mittlerweile ist GRILLEN in Plesching & am Donaustrand in St. Margarethen verboten …

DSCN3059.JPGKorrektiv desPostfaktischen“: Die „Grill-Route“ wurde nicht komplett geschlossen – Im ganz äußersten Zipfel des Lidos von St. Margarethen existiert ein kleines Fleckchen in Uferzone – gewissermaßen ein  „Gallisches Dorf“ des offiziell weiterhin erlaubten Grillens. Durch einen Schilderwald als Demarkationslinie (à la DDR) ist der nunmehr menschenleere Westen vom ach so nahen Osten hermetisch abgeriegelt – aktuell feiertäglich „zugeraucht“ durch einen einzigen Griller ! – Standort: Ein Meter auf östlicher Seite – gegessen wurde aber in lustiger Runde frech auf  westlicher Wiese … vielleicht wird man ja daraufhin zusätzlich einen Wachturm installieren …

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Der heutige Spazierweg schlängelt sich durch den sommerlichen Linzer Hafen: Auf der asphaltierten Seite der „christlichen“ Seefahrt mit Wikingern und Nibelungen qualmt es munter in den umzäunten Klubarealen. Alle 100 Meter steht eine „Grillage“ mit Besetzung im Unterhemd (- oder auch komplett ohne) und brutzelt voller Inbrunst Schweinsbratwürstel oder ähnliches, während sich gegenüber am Linz09-Schotterstrand an nur zwei kleinen Feuerstellen hart am Ufer und ohne Kochvorrichtung (Kein Hammel – kein Bammel …) deutlich weniger versprengte, bunte Kopftücher als fleckig duftende Unterhemden auf der anderen Seite versammeln …

Also WO ist nun das Problem?

Können die Retter des Abendlands nicht akzeptieren, dass man auch im Morgenland mit dem Grillspieß &-gabel hantiert – ist das etwa gar eine Spur Integration zuviel … ?

                                              Einfach weniger >Scharf anbraten<                                                        „Leute es ist SommerDas ist schlimm genug !“

 Entspannt euch: In Erinnerung an den in Alois Brandstetters Roman zum Grillen verurteilten Primus Feuerbach und dessen finalen „Feuerbestattung der Käsekreiner“ sei etwas Literatur zum „Cool-Down“ in der frühsommerlichen Posting-Hitze empfohlen …  Entspannt LESEN statt geifernd POSTEN …  vielleicht gibt’s da ja dann „Post von Karl-Heinz“!  Aber es wird sein wie immer: Die einen baden halt mit Thilo Sarrazin in dessen „Sarazenenängsten“ und fürchten sich vor „Feindlicher Übernahme“, während die anderen zu Timur Vermes neuem Buch „Die Hungrigen und die Satten“ greifen …  In diesem Sinne viel Spaß beim Grillen, Essen & Lesen …

DSCN3041Ein nicht postender, weder an permanenten Poolspielen, noch Grill-heißer Garten-isolation interessierter Schattensucher (- mit hingeworfenem Grillhandschuh …)

  Hinter zirpenden Grillen & grillenden Grillen, grillen Grillen Grillen am Griller

Begeisterte, beseelt glückliche Grillen, GrillerInnen & GRILLER, die sich in diesem BLOG-Beitrag nicht wiederfinden, sei gratuliert 

POWERPOINT – Pleonasmus „poor“

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Und wieder hat Frau Dr. Mara wie sooft recht mit ihrem erfrischenden Beitrag zur scheinbar unvermeidlich grassierenden Seuche „Powerpoint“. Selbst immun bin ich früher in wahre Begeisterungsstürme ausgebrochen, wenn SchülerInnen speziell im Medienunterricht bei anfallenden Referaten (od. VWAs) unkonventionelle Formen der Präsentation wählten und in Retro-Manier womöglich dem Primärmedium der >Freien Rede< den Vorzug gaben, sparsam garniert mit Bildern, Animationen und Kurzfilmen aus eigener Küche – Endlich wieder ein solider Vortrag ohne optisch akustischen Tautologien / Pleonasmen zur 3. Potenz – sprich: 3.0 Powerpoint-Orgien, wo wir sehen was wir lesen können und es uns zum Überdruss auch noch anhören müssen … bis zur allerletzten Folie – eine Begrifflichkeit die noch vom guten alten „Overhead“ übrig geblieben ist …

Die Intention wäre eine Verstärkung des Gesagten durch Visualisierung des Inhalts zu erreichen, ohne nur Schlaf anregend plump zu verdoppeln und so jede Form vager Anteilnahme und Aufmerksamkeit im zartesten Keim zu ersticken. So lässt es sich an, wenn Medien nicht als Mittler oder Beiwerk Verwendung finden, sondern mit Blick auf Laptop-Screens für die ablesenden Vortragenden zu „Autocues“  und somit also zu unverzichtbaren Haltegriffen werden. Ohnehin einfachst verständliche Inhalte sind dabei im Vermittlungsangebot bekömmlichster „Vollkoffer“-Varianten der Rezeption wie auf RTL 2  und anderen Dudel-Dödel-Medien …

Wie wohltuend wäre hier die sonst speziell bei Doku-Filmen oft gescholtene „Bild-Tonschere“ mit diesmal nur scheinbar unpassenden Bildbezügen, die dann aber als Metapher betrachtet im Zusammenhang mit dem Text durchaus Sinn ergeben und so wenigstens anspruchsvollere, betrachtende Zuhörer zum Mitdenken anregen und bei der Stange halten kann … Man wird es zu danken wissen …

gekürzter Leserbrief

Manfred Pilsz

Z Y K A N – „Im Auge des Zyklopen“

Dieser BLOGBeitrag hätte sich Lektüre & Betrachtung auf einem großen Screen verdient

Eine erfolgreiche, filmische Odyssee mit Otto M. Zykan

15-04-2018 15;50;46a.jpg09-07-2013 00;05;35b.jpgEiner der wesentlichsten österreichischen Komponisten, Dadaisten, Pianisten …

Leider NEIN.JPGUNBEDINGT DORT ANSEHEN – KÖSTLICHE  >AKTION<

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Trotz des veritablen Skandals derStaatsoperette, der ihm zusätzlich zu einem gepflegten „Club 2“, eine Diskussion im Parlament, quasi einen „Kirchenbann“ und in Summe  somit einen hohen Bekanntheitsgrad bescherte, musste sich der Komponist Zykan bei Telefonaten mit öffentlich einschlägigen Stellen nach wie vor vorstellen: „Immer wenn ich dort anrief musste ich meinen Namen buchstabieren …“  Eine Situation nicht unähnlich gelagert wie bei Phil Glass, der sich dazu wie folgt bei einem Treffen im Rahmen einer Tagung in Salzburg im Interview äußerte:

1965 begründete der Herr der Wörter und Töne mit Kurt Schwertsik und Heinz Karl Gruber die „Salonkonzerte“ im Wiener Konzerthaus und 1968 das Ensemble „MOB art & tone ART“. 1969 trug er bei den Wiener Festwochen Schönbergs Gesamtwerk für Klavier, das er als erster Pianist auch auf Schallplatte aufnahm, vor – und zwar auswendig. Im gleichen Jahr gab er sein (vorläufig) letztes Klavierkonzert, um sich ganz der Komposition zu widmen. „Seither lebte Zykan als freischaffender Künstler: Hörspiel-, Bühnen- und Filmmusik, die Konzeption und Vertonung von Werbespots und seine Tätigkeit als Interpret der eigenen Werke ermöglichten diese soziale Ausnahmeerscheinung, weiß das schlaue Lexikon „Komponisten der Gegenwart“ zu berichten.

04-12-2016 13;03;57.jpgbei zykans2.jpgbei zykans1.jpgWenn man im Garten des Zykan´schen Hauses im Niederösterreichischen Sachsendorf vor oder nach einem Konzert in der „Kulturscheune“ im Garten saß, konnte es schon mal passieren, dass man auf unerwartete Gäste wie den Sänger Wilfried traf. Das war ebenso spontan oder überraschend, wie ein davor zur „Zerstreuung“ des Publikums von Zykan verordneter oder empfohlener Spaziergang über die Felder des kleinen Orts, aber typisch für den unkonventionellen Künstler, der erstmals durch Werke wie „Singers Nähmaschine ist die beste“ oder seine Humanic-Werbungen („FRANZ“) ins größere Blickfeld der Öffentlichkeit geriet …

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Zyklop.JPGSeither war er auch auf der Wunschliste derer mit denen man am Fadinger Gym unbedingt ein Musik/Medien-Projekt machen wollte, das dann bei einem legendären Frühstück im Linzer Arcotel nach der Klangwolke und einer damit verbundenen Dauerlesung der „Odyssee“ mit dem völlig erschöpften Meister vereinbart werden konnte. Zykan der sonst immer bei den Realisierungen seiner Werke eingebunden sein wollte (wie Komponisten früherer Zeiten) ließ den „Fadis“ jede Menge Freiraum und ermöglichte so ein völlig unbeschwertes Jahresprojekt zu ausgewählten Teilen seiner Klangwolkenmusik. Gerade bei diesem literarischen Thema konnte sich der Virtuose der Sprachkaskaden wie so oft grandios verwirklichen und bot aber auch mit seinen anrührenden Instrumentalstellen ein Eldorado für opulente darauf abgestimmte Bilderfluten.

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Zyklop11kl.jpg09-05-2018 19;06;05ZYk.JPGZyklop9.jpgzyk.JPG

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15-04-2018 15;52;12a.jpgZykan Filmbild.jpgSchon vor den ersten Erfolgen der Visualisierung bestärkte Zykan das junge Filmteam durch Interesse und erfreuliches Feedback. Als der Film dann im Künstlerhauskino neben dem Musikverein Gold abholte, bei den Wiener Bezirksfestwochen lief und beimFestival der Nationenals Siegerfilm reüssierte, zeigte sich der Maestro hoch erfreut und verlieh dem ausführlich Ausdruck in Telegrammen und Briefen 

S I E G beim FESTIVAL DER NATIONEN

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Ebensee Esther

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26-03-2018 20;02;04b.jpgDSC08849.JPGzyklopenvideos 1.JPGBei einer Zykaniadeim Brucknerhaus wurde im Rahmen eines Gesprächsabends mit Wolfgang Winkler „Im Auge des Zyklopen“ ebenso erfolgreich präsentiert wie bei der Ausstellung „Augenmusik“ als wesentlicher Bestandteil der Fadinger Installation während des Brucknerfests der Kulturhauptstadt Linz09. Im letzteren Fall war Zykan bereits drei Jahre tot – Am 25. Mai 06 – dem Himmelfahrtstag – fuhr er in seinem Sachsendorf mit dem Rad ein letztes Mal der Morgensonne entgegen …

Manfred Pilsz   (am Himmelfahrtstag 2018)

DSC01620.JPGDanach  …  bei einem Brucknerfest mit Irene Suchy

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RADIO-SENDUNG zu ZYKAN & dem ZYKLOPEN-VIDEO  <<<  hier

Zum 50er des „Festival of Nations“

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