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2 2. M a iUrsprünglich hatte man geplant zur BERLINALEan die Spree zu kommen – nun war es doch wohl eher eine angenehm frische Brise „Berliner Luft“ im Mai geworden …
Diesmal erfolgte die Ankunft per S-Bahn nicht wie beim 1. Mal im Winter 82 über die Friedrichstraße, sondernbeim Savignyplatz– ein Außendrehort bei „C A B A R E T„
Willkommen! And bienvenue! Welcome! Fremder, étranger, stranger Glücklich zu sehen Je suis enchanté Happy to see you Bleibe, reste, stay
Der „Welcome-Service“ in Berlin war sensationell: Vomenglischen Königshausbis zur Fadinger Prominenz war wirklich ALLES aufgeboten worden …
Bayreuther Straße – Adresse beim 1. Besuch 1982
Inmitten der Wagner-Woche am 8. Mai – passend zum Datum (auf den Tag ganz genau 74 Jahre nach Kriegsende) gab es in der Deutschen Oper Berlin Mahlers VI. – von der Interpretation her leider eher wenig „Mahler-isch“ (- manchmal zu gerade und direkt, das Verhaltene, Zaghafte, der stille Moment, das Schräge kommt zu kurz) Großartig aber umgesetzt der stampfende Beginn und das immer alles überstrahlende Alma-Thema und ein „Hammer“: Das sich aufbäumende, zerschlagene Finale bis zum letzten Aufschrei … Dabei immer wieder vorm geistigen Auge:Adrian Marthalersfeine Visualisierung…
Die „abgespeckte“ Rienzi-Fassung mit den musikalischen Highlights in derRegie von Philipp Stölzl präsentiert sich in deutscher Wochenschau-Aufmachung mit Anleihen von Charlie Chaplins „Großem Diktator“ bereits während der Ouvertüre, Metropolis und Co. … (bei Chaplin ist es im Original: Lohengrin)
Es riecht intensiv nach Klischee, hat aber andererseits auch seine Berechtigung, wenn man als Regisseur den römischen Volkstribun Rienzi mit dessen total unreflektiert agierenden Adoranten in enge Verbindung bringt: Den italienischen Duce und den Mann aus Braunau, der direkt nach einer Linzer Rienzi-Aufführung im hiesigen „Landschaftlichen Theater“ beschloss auch ein „Volkstribun“ zu werden und dies seinem Freund am nächtlichen Freinberg entrückt erläuterte. Als Freund Kubizek 1939 in Bayreuth als Gast eingeladen war, schilderte Hitler Winifred Wagner das Erlebnis und schloss die Erzählung mit den Worten: „In jener Stunde begann es.“ – Kein Nürnberger Parteitag ohne Rienzi-Ouvertüre …
»Merk, wie’s endet! Acht auf mich!«(- sterbender Fafner)
Hätten die beiden Diktatoren dem prophetisch letalen Ende Rienzis mehr Beachtung geschenkt, dann wäre möglicherweise Wagner die Vereinnahmung des Werks, das er in der „vorrevolutionären“ Zeit (deutlich Vor 1848/49) geschrieben hatte und auch fast allen anderen vielleicht VIELES erspart geblieben:
Rienzi beschimpfte in obiger Art seine Römer, bevor diese den dann Flüchtenden enttarnten, erstachen, aufhängten und verbrannten – dem „Duce“ wurde ein fastidentes Schicksal zuteil und auch im 2. Fall sind die Parallelen im Bunker-Finale in Berlin (Nerobefehl) deutlich sichtbar …
… zu Rienzi abschließend noch eine kurze Anekdote aus Linz:
Die gnadenlosen Register der Alten Dom-Orgel
Allmächt’ger Vater, blick herab!
Hör mich im Staube zu dir flehn!
– obiges dachte auch der Autor dieses Beitrags, als er Anfang der 80er Jahre vor der Bruckner-Orgel im Alten Dom zu Linz stehend KO, hilflos der Wucht dieses edlen Instruments ausgesetzt war, da der Begleiter zuvor im wahrsten Sinne des Wortes „Alle Register gezogen hatte“, um die umfassende Herrlichkeit erstrahlen zu lassen. Nachdem schon an der Brüstung der Orgel-Empore obige Textzeilen verglüht waren und der unerhört ungehört gebliebene Sänger am Orgel-Tisch erschien wurden die größeren Pfeifen vom Windwerk getrennt und ein zweiter etwas erfolgreicherer Versuch Rienzis Gebet über die Rampe zu bringen gestartet …
Nur wenige Wochen zuvor hatte der Autor bei einem Bewerb der Firma seines damaligen Lieblingsgetränks gewonnen: Es sollten dabei möglichst schräge Bezüge zu unterschiedlichsten Kunstarten und -Werken hergestellt werden. Man entschied sich „überraschend“ für den Bereich Oper und gab den Titel „Cola di Rienzi“ ein – & siehe da: Volltreffer – Ein Lieferwagen fuhr vor und versorgte den siegreichen Kandidaten und dessen Familie mit „Coca Cola“ für mindestens zwei Monate … Kein „Sonderzug nach Pankow“ aber immer „Einen Koffer in Berlin„
Manfred Pilsz
PS.: Nicht nur R. Wagner beschäftigte Edward Bulwer-Lyttons „Rienzi“-Stoff. sondern auchFriedrich Engels wagte einen diesbezüglich eigen Dramen-Versuch …
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Ende der Spielzeit 2018/19: Die musikalische Cherubini-Ausgabe der antiken Tragödie passiert auf der prächtigen Linzer Bühne im digital ausgestatteten „Großraumbüro“. Musikalisch top besetzt mit hervorragenden Solisten, ebensolchem Chor und dem Bruckner-Orchester unter dem Stardirigenten Bruno Weil …
Luigi Cherubini mag in seiner 1797 uraufgeführten Oper „Médée“ eine Personifizierung der Revolution gesehen haben, die ja schließlich auch blutig mit der Werteordnung brach und viele ihrer Kinder tötete, und damit Kritik an den Wirren der Zeit geübt haben. Regisseur Guy Montavon verlegte sein Drama um die Bruder- und Kindermörderin in den Trump-Tower, in die nicht minder unbarmherzige Welt der Finanzhaie und Geschäftsimperien.
Am Samstag hatte die Koproduktion mit der Opéra de Nice und dem Theater Erfurt im Musiktheater Premiere. Entscheidender als der heute ohnehin übliche Griff der Regie zur logischen Aktualisierung war die Fassung, die annähernd Cherubinis französisches Original wiederherstellte. Eine Fassung mit gesprochenen Dialogen (im Linzer Musiktheater auf Deutsch) und den Arien und Ensembles in französischer Sprache.
Mit Bruno Weil stand auch ein Dirigent am Pult, der die Musik auf den Punkt brachte und sie in ihrer Dramatik dort beließ, wo sie hingehört, und nicht fälschlich wie die später gespielte und nicht vom Komponisten stammende italienische Fassung zur großen romantischen Oper hochstilisierte. Das bedeutet eine kleine Besetzung, in der die Bläser fein hervortreten können, und Tempi, die eher dem Stil als falsch verstandenem Pathos zugeordnet werden können.
So gelesen schaffte Bruno Weil mit dem höchst engagierten Bruckner Orchester eine ideale Basis für ein dramatisches und dennoch zeitlos aktuelles Musiktheater. Annemarie Woods stellt die Chefetage mit massentauglichem Großraumbüro eines Weltkonzerns auf die Bühne, den Jason, der nach gesellschaftlichem Aufstieg schielt, leitet.
In der Abwärtsspirale
Da reicht Medea, die ihm durch Verrat der eigenen Familie und des Vaterlands zum Sieg verholfen hat, nicht mehr, und er lässt sie zugunsten des blonden Naivchens Dircé fallen. Allerdings ist diese die Tochter des Königs, hier vielleicht des gewichtigen Finanzimperators. Medea sieht keine andere Wahl, als ihre gekränkte Seele zu rächen und aus purem Hass zum Äußersten – der Ermordung der Kinder – zu greifen. Diese Abwärtsspirale psychischer Bedrängnis, die unweigerlich zur Katastrophe führen muss, gelingt der Regie Montavons hervorragend. Das hängt auch damit zusammen, dass sich die Protagonisten – allen voran Brigitte Geller als grandiose Médée – in diese Konzeption ideal einfügen. Faszinierend dabei das Schwanken zwischen Mutterliebe und Gattenhass, der Medea zu einem zwiespältigen, gar nicht so unsympathischen Charakter macht. Geller versteht es, diese Musik höchst dramatisch zu gestalten: keine Callas-Kopie, sondern eine höchst eigenständige Interpretation. Matjaz Stopinsek mimt als Jason jenen Charakter, der zur Befriedigung aller Lüste kalt und berechnend über Leichen geht. Er hat für diese Partie die ideale Stimme, die noch über eine leichtgängige Höhe verfügt und doch dramatisch genug ist, Cherubinis musikalischen Ausbrüchen standzuhalten.
Martin Achrainer ist ein berechnender Despot mit menschlichen Zügen, auch er versteht es, diese Partie nicht nur darstellerisch, sondern auch stimmlich perfekt zu inszenieren.
Von Angst zerfressen spielt Theresa Grabner die Neuerwählte Jasons, die als naive Blonde in High Heels nach dem sexuellen Abenteuer Ausschau hält und doch panisch allein schon vor dem Namen Medeas zusammenzuckt. Sie gestaltet ihre große Arie im ersten Akt höchst überzeugend. Das tat auch Jessica Eccleston mit ihrer großen Arie der Néris im zweiten Akt gemeinsam mit Nadia Perathoner als virtuoser Fagottsolistin. Beeindruckend auch die vielseitigen Leistungen des Chors. Michael Wruss06. Mai 2019 – 00:04 Uhr
Eineinhalb Jahrzehnte davor im Rahmen des Festivals „Zündstoff“:
2003 hatten die Fadinger gerade einmal 6 Stunden Zeit für ihre technischen und Bühnen-Proben, um beim Festival „Zündstoff“ in den Linzer Kammerspielen zu reüssieren. Die professionelle Haustechnikermöglichte für die 70 Minuten Medeadie perfekte Umsetzung von mehr Lichteinstellungen am Computer als bei der Mozart-Oper am Vortag im Großen Haus. Notwendige Voraussetzung für den Erfolg der Fadinger Medea: Intensive Proben im Festsaal der Schule nach einem detailliertes Regiekonzept inkl. Perssonenregie und Technikplan. Selbstverfertigte Videozuspielungen, unzählige Requisiten und Kostüme komplettierten die nun jederzeit abrufbaren Vorbereitungsergebnisse der Produktion.
COMENIUS-PROJEKT: VERGANGENHEIT-GEGENWART-ZUKUNFT
„MEDEA – Zwischen den Zeiten“ – Eine Nachlese:
10 Minuten Applaus, mehrere „Vorhänge“ in den restlos ausverkauften Linzer Kammerspielen, durchwegspositives Feedback von begeisterten TheaterleutenderLandesbühne, sowie ebensolche Kritiken:
> Medea hat sehr gemundet! War ein sehr feiner Abend, mit tollen Einzelleistungen, besonders Band, Ehrlichkeit zu großen Gefühlen und Gesamteindruck formidabel!
Schöne Ostern! Joachim < (Mail von Joachim Rathke)
MUSICAL: „Medea“ in den Kammerspielen
OÖNachrichten vom 9.04.2003
Rache oder Verzeihen
Verzeihen ist menschlich.
So lautete der Appell des BRG Fadingerstraße an die zahlreichen Zuschauer des Musicals „Medea“ in den Linzer Kammerspielen.
Angesiedelt wurde das bekannte Drama über Jason, seinen Verrat an Medea und ihrer unerbittlichen Rache, in der Oberflächlichkeit der Gegenwart. Dabei waren gerade die gesanglichen Leistungen der Darsteller, begleitet von einer Liveband (musikalische Leitung: Egbert Bernauer), von herausragender Professionalität. Zusätzlich zu den mitreißenden Gesängen vom Untergang Jasons und Medea wurde die Handlung durch interessante Videoprojektionen unterstützt. Auch bei den Kostümen haben sich die Schüler und Schülerinnen (Projektleitung: Bernauer/ Pilsz) einiges ausgedacht. Neben einer imposanten Krone gab es Masken und komplizierte Kleider zu sehen.
Das Herz blieb nicht unberührt beim Anblick der verzweifelten Medea, und doch wurde einem die Möglichkeit gegeben, das Ende bloß als eine schreckliche Vision zu sehen.
Die euphorische Aufnahme unseres Musicals Medea durch Publikum & Medien, die im Vorfeld bereits ausgiebig Bericht erstatteten (Volksblatt – Titelblatt & Kultur, OÖN, Rundschau, ORF-TV …) sind Lohn für intensivste Probenarbeit vom Herbst bis zur Endrunde nach den Semesterferien. – In diesen letzten sechs Wochen wurde manchmal bis in die Nachtstunden und auch zum Wochenende an der Umsetzung des Stücks gearbeitet ( zwanzig zusätzliche –natürlich unbezahlte- Wochenstunden waren dabei keine Seltenheit ) – eine Mehrbelastung für Schüler und Lehrer …
Dank jedenfalls –wie immer- an das gesamte Schüler/Absolventen/Lehrerteam und unseren Betreuern am Landestheater, mit deren Hilfe wir es am Aufführungstag in nur 6 Stunden schafften alle Ton- und Lichteinstellungen in kürzester Zeit so in den Griff zu bekommen, dass eine reibungslose Premiere über die Bühne gehen konnte – Allen voran der Technik, der Inspizienz, Fredi Rauch und DANKE : ANKE !
MRG ( – 2003 derzeit: „Medea-Realgymnasium“ )
Anke Held über „Medea“
„Hier in dieser Zeit nur Stress und Oberflächlichkeit …“ – keinesfalls war das der Fall bei der äußerst gelungenen Musicalproduktion Medea des BRG Fadingerstraße. Mit großer Bühnenpräsenz und sehr guten gesanglichen Leistungen überzeugten die jungen DarstellerInnen. Ein ebenbürtiges Lob gebührt der großen Band, die zwar nicht sichtbar, aber um so deutlicher hörbar ihren coolen und fetzigen Sound herüberbrachte. In der nur 65-minütigen kurzweiligen Medea-Fassung gelang es den AkteurInnen, die Aktualität des antiken Stoffes präzise und sehr klar herauszuheben. Spannend wie ein guter Krimi mit vielen guten Choreografien für den Chor und tollen Kostümen wie Frisuren bewies die Fadingerschule, dass uralte Theaterstoffe keinesfalls langweilig sein müssen, ganz im Gegenteil! Ihre Neu-Interpretation des Medea-Stoffes zeigte neue Sichtweisen, etwa die Position Jasons. Auch die Annäherung Kreusas an Jason war recht gewagt und hinterließ vielleicht bei so manchem/r älteren Zuschauer/in sogar ein bisserl Empörung. Am Ende steht keine Lösung, sondern eine Vision im Raum. Das Publikum wird mit Fragen heimgeschickt, die nicht nur das Zusammenleben zwischen Jason und Medea betreffen, sondern grundsätzlicher Art sind. Und das ist gut so, weiter so!
Die damals geladenen Fadinger „Comenius-Gäste“ aus Leek (GB) zur Aufführung:
“ Medea. – The city of Linz has a fine set of theatres and cultural venues.
Part of this is the Schultheaterwochen or School Theatre Week, in which the
Linz schools put on their own production in one of the professional theatre
venues. Our partner school, BRG Fadingerstrasse, put on an exceptionally
fine performance of Medea. This was in the Landestheater a fully equiped
professional stage setting. Staff and students collaborated to perform
Medea – the Classical Greek story of Jason (of the Argonauts) and the
beautiful Medea. Love and Lust, Death and Despair, all the elements of a
typical Greek story were soon to enfold. The stage was dark, excitement
mounted and the scene burst alive to a torrent of light, movement and sound.
The singing was in German of course, so as an English man with very little spoken German this was a potential difficulty – but not at all! The atmospheric music, the emotive dancing, the clear singing voices told the story incredibly clearly. All the actors were BRG students, the music was performed by BRG students, and most of the technical work was BRG students.
Westwood High School productions are always done by Westwood students, with assistance by staff ( and of course the boundless energy and direction of Sally Hansell (Drama) and Stephanie Burns (Music)). It was great to see another school production with so much life and energy, so much enthusiasm, and performed to the exceptional standards that Westwood has come to expect from itself. A major visual experience were the abstract graphics with intertwined shapes and colours projected just above the actors heads onto a screen. These added a dimension of mystery and atmosphere which complemented the mixture of modern and Greek costume expertly and effectively.
Throughout the performance the audience were fully engaged in the story, awaiting with rapt attention the misplaced love, the high emotion and the inevitable death. The whole performance was brilliant. If you can visit Linz later this year in the Autumn, check if the second performance due then is scheduled. The Westwood students and I were thoroughly impressed by a fine performance which would be difficult to beat by any fully professional company. Well done to all concerned – the final applause and curtain calls were well deserved. „
Leek UK
Wiederaufnahme von MEDEA im Tanztheater Maestro 2004
An dieser Stelle sei auf das MEDEA-DOKU-VIDEO (hier unten) verwiesen:
Schüler on stage: „Medea – Zwischen den Zeiten“ (Wiederaufnahme)
Antiker Stoff in neuem Gewand: Medea als Musical in moderner Sprache. Am 27. und 28. Februar 2004 fand die erfolgreiche Wiederaufnahme der Produktion des BRG Fadingerstraße im Tanztheater Maestro statt. Letztes Jahr füllte das Musical die Kammerspiele des Linzer Landestheaters.
Mit „Medea – Zwischen den Zeiten“ setzt das BRG Fadingerstraße seine langjährige Musical-Tradition fort. Medea raubt in der antiken Fassung von Euripides für Jason, in den sie sich unsterblich verliebt hat, das Goldene Vlies und zieht mit ihm in seine Heimat. Nachdem sie zwei Söhne auf die Welt gebracht hat, verlässt Jason sie wegen der schönen Tochter des Königs Kreon. Medea ersinnt furchtbare Rache:sie schickt der neuen Geliebten vergiftete Brautgeschenke und tötet ihre eigenen Kinder, um Jason zutiefst zu verletzen. Das „Musical“ transformiert den antiken Stoff in die heutige Zeit und thematisiert die oberflächliche Schickimickigesellschaft und das Verlassensein in einer fremden Welt. Das Ende bietet eine Neuversion an: Medeas Rache wird aufgehoben im Appell: „Verzeihen ist menschlich“. Der Beitrag umfasst Interviews mit dem Regisseur Manfred Pilsz und dem Komponisten Egbert Bernauer. Dazwischen sind Kommentare der hauptbeteiligten Schüler eingefügt und Auszüge aus der bereits aufgenommenen CD zu hören.
Stell Dir vor, es ist Palmsonntag – und keiner geht hin(weder v. Brecht noch v. Precht) Eigentlich völlig unverständlich, denn ganz Linz bereitet sich auf den Feiertag vor: Am Hauptplatz wurden sogar Tribünen aufgebaut, Sponsoren-Transparente grüßen freudig alle Einziehenden – man ist in freudiger Erwartung, kanns aber sichtlich de facto nicht erwarten: Alles muss wohl eher sehr schnell gehen und schon rein begrifflich scheint eine wahre „Prozession“ auch vom Prozedere her doch nicht wirklich mit der soeben installierten „Zeitnehmung“ (?) kompatibel … Heutzutage „läuft“ es eben anders …
Auch an der heurigen „Palmprozession“(hier dazu abrufbar: 0sterbeitrag 018) werden in Linz geschätzt wieder etwa 20.000 aktiv teilnehmen und weitere 100.000 (?) Fans begeistert zuschauen. Für Jesus und seinen Einzug in Jerusalem läufts dabei allerdings schlecht: Er wird auch diesmal wieder nicht dabei sein können – Reittiere in Form von Eseln sind nicht vorgesehen und so steht er im Schatten auch von einigen wenigen Palmwedlern mit der Stoppuhr im Abseits. Stoppen wird sich dieser Sport-Zirkus allerdings nicht lassen, da die Laufgemeinschaft sichtlich den Palmsonntag nun zu ihrem neuen „Privaten Feiertag“ (- das ist seit heuer ja möglich) auserkoren hat … Die Linzer Stadtpfarrkirche ist bedingt durch den sonntägl. „Fest“-Tag geschlossen ! Anstatt österlicher Beichte im dafür vorgesehenen Stuhl, ist direkt an den alten Kirchenmauern in kleinen, mobilen, chemisch funktionierenden (?) Hüttchen eine körperliche Erleichterung möglich … Der Ansfeldner Beute-Linzer Bruckner (garantiert kein Mara-ThONI) wäre heute in seinen Alten Dom gelaufen und hätte alle verfügbaren Register gezogen und damit die überlauten Beifallskundgebungen draußen gehalten – „Lass mich Deine Leiden singen …“ (und damit wäre ganz sicher nicht der anonyme Kollaps-gefährdete Teilnehmer mit der Startnummer 10.815 gemeint gewesen)
Während beim obigen Linzer E a s t e r-R u n mit über 42 Kilometern ganz Linz zum Lauf-Häuser-Haufen wird, kommen dem traditionell feinen & wesentlich Termin-freundlicheren 3-Brückenlauf(für den jeder durchschnittlich untrainierte „Athlet“ für satte 6 Km auch Eier braucht) besagte Brücken abhanden (- allerdings wird an der Einbringung einer Eisenbahnbrücke Neu derzeit wirklich heftig gewerkt … )
Ein echtes Kreuz mit dem 0sterfest
Rund um die Kirche (und deren österlichen Auftakt-Feiertag) verbreitet sich das neue, städtische Marathon-Fieber wie „Lauffeuer“ … Jedoch darüber zu „Ratschen“ geht laut Brauchtum (wenn überhaupt) eigentlich erst ab Gründonnerstag – also zum Spinat dann … oder so …
So ratscht man den „Englischen“ Gruß (Engel) vom „Good Friday“(<—- mehr hier) bis zur Auferstehung, weil sich da ja die Glocken auf „Kurzurlaub“ in Rom befinden … Vom vormals „greinenden“ Donnerstag bis zum KarFREItag 019 ist es ein langer Weg
Religion ist das EINE – Brauchtum, Tradition & Riten das ANDERE
Wo leitet sich der Name her? – Von der Göttin „Ostara“ (- ein Synonym für „Freia“ mit ihren Goldenen Äpfeln der ewigen Jugend … ) – Erntedank im Herbst oder eben doch Neubeginn eines Frühlings?
Vielleicht kann sich der eine oder die andere Fadingerin noch die gewagten Vivaldi-Choreographien für den Festsaal erinnern – wenn bei „Frühling marschiert ein“ vier Reihe zeitlich gestaffelt die Reise bis vor zur Bühne antraten, bevor zum „Vogel-Konzert“ die „Herrenreihen“ im Slalom zwischen den Damen mäanderten, um dann nach sanftem Wind und Bachläufen beim Gewitter mit ruckartigen Stopps und Minischritten (Blitz & Donner) den Saal zu durchmessen … (hier nun unten im Video die Musik dazu)
Handelt es sich bei 0stern also eigentlich um ein „Frühlingsfest“ und was hat es dabei mit dem Hasen & den bunten Eiern auf sich … ? – Ein durchwegs „Fruchtbares“ Thema
Die 0 s t e r – „L ä u f e“ des Hasen
Der Oster-Hase war bei Laufbewerben schon immer Zweiter- man denke nur an sein berühmt berüchtigtes Igel-Desaster (- ganz zu schweigen von einen „Eagle“)
Hosanna Hey Sanna Sanna Sanna Hosanna Hey Sanna Hosanna Hey JC, JC, you’re alright by me Sanna Hosanna hey Superstar
2019 sei der Marathon-Termin unglücklich auf den Palmsonntag gefallen betonte man von Seiten der Stadt (- wie 2 Jahre davor & vorsorglich auch zu den nächsten !0stern)
2020 wird es in Linz im Haus am Volksgarten zum Ende der Karwoche die Premiere des Bühnenweihespiels Parsifal geben (an der Wiener Staatsoper schon gute, alte Gründonnerstag-Tradition …)
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Auch das Musik/Medienteam des MRG Linz, Fadingerstraße durfte mit IHM und seinem Brucknerorchester Projekte umsetzen … Ein Seitenblick auf den exquisiten Musiker & Pädagogen
Julia Aigner (mittlerweile angehende Musikpädagogin) Luki Greul (jetzt: Web Designer) und Mr. MOVE ON Dr. Albert Landertinger bei der Präsentation des Zauberlehrling-Projekts auf der Bühne des Brucknerhauses (2012)
Auf den Orchester-Schlag genau zersprang ein runder Zauber-Spiegel auf der großen Brucknerhausleinwand in 1000 kleine Glassplitter – das große Wort des Meisters hatte damit den Wahnsinn den der „Zauberlehrling“ ausgelöst hatte beendet. Das sich anschließende Finale des bei der damaligen Präsentation perfekt synchron spielenden Brucknerorchesters (bei der Probe war man mit der exakt auf eine Musikvorgabe geschnittenem Video noch nicht 100%ig auf Deckung) mündete in den begeisterten Applaus des mit jungen Leuten randvollen Großen Saals des Hauses …
Auf der Außenfront desAECs war in übergroßen Leuchtlettern zu lesen: Z a u b e r l e h r l i n g<<< hier das Video ab Min 45
Wenige Monate davor hatte das Projektteam der Fadingerschule das ganze Gebäude samt Deep Space als Drehort für die Visualisierung vonPaul Dukas „Zauberlehrling“zur Verfügung. Ein fauler Praktikant im AEC der in Abwesenheit seiner Chefin Roboter aktiviert, die Kontrolle verliert und so hier Chaos bzw. in der Folge Katastrophen auf der ganzen Welt auslöst …
Eines der gelungensten Musik/Medien-Projekte war somit im Trockenen & sollte den Fadis als Film bei diversen Präsentationen, dem internationalen MLA (Media Award) des Bundesministeriums, oder bei„OÖ im Film“usw. (CineBox / MT) noch viel Freude machen. Motivator und Ermöglicher dieser Projekte des Fadinger MRGs war damals direkt nach dem Kulturhauptstadtjahr09 der Herr überMOVE ON– der umtriebige, missionarisch begeisternde Musikvermittler Dr. Albert Landertinger. Seit nunmehr 17 Jahren widmet sich der Posaunist des Brucknerorchesters mit voller Zugkraft dieser pädagogischen Profession – unterstützt von der kleinen, in einem Kla4 wohnenden und dösendenMaus Topolina… in Linz, aber auch imWiener Musikverein …
Der „BOList“ Landertinger, der 2020 seinen 60er feiern wird ist nicht nur in Linz & OÖ. eine anerkannte Koryphäe – Musikpädagogisch ist er auch häufiger Gast im Wiener Musikverein. Bei seinem Weg von der heimischen Ortskapelle über das Mozarteum bis ins Brucknerorchester eröffnete ihm u. a. Begegnungen mit Karajan oder Giehlen, als er beim Frankfurter RING (R. Berghaus) im Orchestergraben beschäftigt war …
Der 1. Direktkontakt der Fadinger mit dem Brucknerorchester ergab sich bei einemPresto–Sommerempfang im Rosengarten (Pöstlingberg), für den man einen kurzen Film beisteuern durfte – mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass die Verbindung aufrecht blieb und sich nach einem „mEATing“ mitDon Albertoim Linzer Traxl noch verdichtete. Dort wurde kürzlich eine Sendung mit ihm aufgezeichnet: https://cba.fro.at/400990 <—— hier der LINK zur Sendung
Damals 2010 war man dabei übereingekommen, dass die Fadis ein Stück aus den „Bildern einer Ausstellung“ visualisieren dürfen. Eine CD mit 3 ausgewählten Stücken brachte Albert in die Schule mit und man einigte sich nach einer Audio-Präsentation im Klassenteam aufMussorgskis Baba Jaga (russischБа́ба-Яга́) – Wenig später flüchtete ein Mädchen der 4C vor dieser unsichtbaren Hexe begleitet von der Kamera quer durch die wunderschönen Licht-durchfluteten Gänge der Linzer Tabakfabrik, über die Treppen der Warte am Freinberg und den dunklen Dachboden der eigenen Schule. Noch Ende des selbigen Jahres war der fertige Filmmit dem BOLim Brucknerhaus zu erleben und wenig später bei Festivals und diversen Präsentationen (MLA Wien) …
TraumFabrik – Baba Jaga – Hierdas Fadinger Video(inkl. Analyse):
Trotz solcher >Alberto – Leuchttürme< sind wir nicht aus dem „Schneider“ !
Plädoyer für einen uneingeschränkt freien Musikunterricht mit allen Möglichkeiten, offen für ausführliche Werkbetrachtung, Projekte und Versuche aller Art …
Sollte sich das Kunst-ferne, im engen Rahmen einer vordringlich von der Wirtschaft vorgegebenen, utilitaristisch orientierte Denken am Sektor Bildung weiter einengend endgültig durchsetzen, könnte das Szenario in aller Kürze wirklich flächendeckend so aussehen, wie es Intendant Schneider vor wenigen Wochenbei einer >Diskussion< dargestellt hat: Das Theater und andere Kultureinrichtungen müssen immer intensiver in Sachen Kunstvermittlung tätig werden, da man im allgemeinen Schulwesen Kunst- & Kreativfächer immer mehr ins Eck überflüssiger (?), pädagogischer „Orchideenwelten“ drängt und zwängt (Ein Werke-Kanon im ME-Unterricht von Oberstufen ist spez. seit der „segensreichen“ Zentralmatura de facto nicht mehr existent …) – da wird es ganz viele Landertingers brauchen, um dieses Defizit in der Musiknation Aabzufangen … und die schneit es nicht: Es gibt nur einen Dr.Alberto !!!
EIN FRECHer RÜCKBLICK (- 09 aus der Perspektive des Jugendmedienpartners)
FRECH WAR IMMER UND ÜBERALL
„Keiner verlässt den Außenlift !“ – entfuhr es einem der Insassen des soeben hängen gebliebenen „Fensterputzer-Aufzugs“ – sein Blick haftete wie gebannt an der glatten Außenwand des nun fast fertigen Wissensturms – bloß nicht runterschauen – Dr. E. Watzl hatte seine eben erst geäußerte Idee den fehlenden halben Meter zur offenen Luke im obersten Stock eigeninitiativ zu überwinden wieder ruhig gestellt, als das „50plus-Gefährt“ (- die Jüngeren hatte man dem Stiegenhaus überantwortet) mit einem Ruck kurz absackte, bevor es dann die letzten paar Zentimeter nach oben kroch – Nichts wie raus auf die rettende Plattform, wo bereits das jungeTeam des FRECHen Radiosauf die „Senioren“ wartete (- gar nicht außer Atem und etwas schadenfroh) – Die angekündigte09Pressekonferenzmit Uli Fuchs & Co konnte somit nun über die Bühne gehen …
Linz09 – Vorglühen
Alles begann schon 1998 mit einer Einladung zu „Expertengesprächen“ zum neuen Kulturentwicklungsplan der Stadt Linz . Drei Jahre später folgte das Angebot sich als Mitglied des OÖ. Landes – und Linzer Stadtkulturbeirats einzubringen. Auf Vorschlag von Dr. Chr. Schöpf (ORF/Kultur) erfolgte 04 die Wahl zum Leiter des Arbeitskreises „Koordination – Linz Kulturhauptstadt 2009“ – für 2 Jahre. In der Expertengruppe „Linz 2009“ fanden sich u. a. Peter Androsch (späterer Musikchef von Linz09 und verdienstvoller Erfinder des leider nicht wirklich nachhaltigen Akustikons), Thomas Baum, Silvia Nagl (OÖN) oder Dr. Gabriele Kepplinger (dorfTV) … 2005 wurde ein leider in der Folge nur einmaliger Impuls gesetzt, junge Menschen endlich auf die „Brücke“ des Kulturdampfers zu holen: DasJugendkulturparlament in der Kunst-UNI
Der obige „Aufmacher“ der „Fadi-hp“ hatte ab 07 rechts oben ein 09-Logo
Im Vorfeld der Ausstellung im Schlossmuseum wurde vom Fadinger MRGein Dokuvideo zum November-Pogrom in Linzin Zusammenarbeit mit Zeitzeugen, Experten und der Kultusgemeinde gedreht. Nach derPräsentation der Arbeitwurde in der Folge die Tonspur für eine ORF-Sendung zum Thema verwendet.
Eine Fadinger Absolventin (- wesentliches Mitglied des Teams) beschäftigte sich in ihrer Diplomarbeit an der Grazer UNI mit„Linz09 und der NS-Zeit“ …
2008 war gekennzeichnet durch intensive Probeläufe und Vorbereitungen: Allem voran der offizieller Drehbeginn für„Alice“ (Musikvideo mit Beiträgen von H. Rogl & W. v. Zutphen)und für„Agentin009 rettet dieKulturhauptstadt“ – Letztere Parodie war besonders aufwendig, bedingt durch unterschiedlichste Drehorte für die meist auch Drehgenehmigungen notwendig waren: Spielcasino, Arcotel (mit einer eigenen 009-Suite), Geister- & Grottenbahn, sowie das Autohaus Baschinger mit einer Dodge Viper (über 400 PS) für die „09Fahrstunden“, der „Tiefenrausch08“, das nächtliche Schulhaus, der Winterhafen und das Lentos … Ein 2tägiges, über die Maßen extrem exzessivesWelserWeihnachtsWorkshopmitGerolf Nikolaymachte ein rasches Finalisieren von „Alice“ und „Agentin 009“ möglich – Parallel dazu wurden in zwei anderen Sälen desMedienkulturhaues die Videosequenzen zur 09Musiktheater Produktion „Fadinger Reloaded“ aufbereitet und FRECHe PR-Strategien gemeinsam mit Ex-FadiGerald Wahl ausgetüftelt, der bereits beim „Schaurausch“ für Linz09 im Vorlauf aktiv gewesen war …Erstmals gabs 2008 offiziell ein eigenes Jugendfestspielradio bei ARS & Brucknerfest samt Blog auf der Brucknerhaus-hp unter dem MarkennamenBRUCKNER ON AIR– Begeistertes Feedback fürRadio FRECHdazu vomBrucknerbund OÖ & von der LIVA-Direktion(- Zwei Jahre davor hatte man eingeladen vom ORF Tirol beim Festival in Erlschon erfolgreich geübt …) DasFadinger Mediengym MRG & die Radio FRECHwaren an der Kippe zu Linz09 mal grade 10 Jahre alt …Für Schulprojekte gab es im Vorfeld zu Linz09 ein großes Problem, das eigentlich als Hilfestellung und Auffangbecken gedacht war:I LIKE TO MOVE IT MOVE IT sollte über Künstlervermittlung (- also eigentlich ganz im Sinne der Austria Kulturkontakte) Schulproduktionen begleiten und so überhaupt ermöglichen – eine geordnete, bunte Abfolge von unterschiedlichsten Arbeiten sollte in kleinen Tranchen mit wenig Proben über die Bühne gehen – gemeinsam beworben & verteilt aufs ganze Jahr – Ideal für Newcomer und tödlich für alteingesessene Hasen, die so ihre Identität aufgeben und mit wenigen Proben (unter einer Stunde) auskommen mussten (- allein für „Fadinger Reloaded“ wurde ganze 2 volle Tage direkt in der Hafenhalle geprobt …)
Das Schultheater-Festival „Zündstoff“ wurde aus Kostengründen aufgelöst, da es ab sofort ja ohnehin MOVE IT gab … Die FRECHen Fadis warnten zurecht nicht nur vor einem „Rohrkrepierer“ (- nach 2010 waren die 09MOVER tatsächlich wieder von der Bildfläche verschwunden), sie wurden direkt bei der Intendanz vorstellig und konnten so unabhängig agieren. Nur bei ganz wenigen ihrer Einreichungen klappte es nicht: Schmerzlich das Ballprojekt – und selbst in diesem Fall milderte Intendant UliFuchs als Ehrengast im KV den kurz aufkeimenden Frust der Maturanten.
2009:Radio FRECH ist bei den offiziellen Eröffnungfeierlichkeiten überall dabei und startet mit einem 09Blog auf den Kulturseitender Online-Redaktion der OÖN (- jede Woche ein Eintrag von Jän. bis Dez. 09) – weiters erscheinen auch Beiträge auf der OÖN-Kulturseite. Die Fadi-Bond-Parodie„Agentin 009 rettet die Kulturhauptstadt“ wird beim 09Projekt „52 Wege die Welt zu retten“ angenommen. Und so besetzt RadioFRECH am Faschingdienstag die„Weltrettungshaltestelle“ und ist dort eine Woche lang u. a. mit2 Großplakatenvon „Agentin009 rettet die Kulturhauptstadt“ vertreten – ab 1. April wird die Video-Bondparodie 2 Wochen lang auf LIWEST-TV in Linz & Okto-TV in Wien, Graz u. Klagenfurt gezeigt. Großes Projektabschlussfest im OK Mediendeck – Wiederholung im Keplersalon auf Einladung der Intendanz09 …
… mit prominenten Gästen aus der Medien-Landschaft …
Gemeinsam mit Fredi Rauch wurde die Idee entwickelt das nunmehr100 Jahre alte Schulgebäudein der Linzer Fadingerstraße mit seinen Räumen und Gängen indas Stationentheater „komA“zu integrieren – zu 100 % vom Turn- & Festsaal, über die Chemie & Aula bis zur Direktion. Bereits im Vorfeld wurden die Bekennervideos für die Kellersequenz und der Amok-Film für den Schluss im Festsaal gedreht. – Das Fadinger Medienteam übernahm dann auch die Dokus und stellte nach dem Casting fast die Hälfte der SchauspielerInnen (neben dem Ensemble des Landestheaters), sowie alle Führungscrews … Ergänzend zum Erfolgsstück gab es eine gediegene Begleitveranstaltung (Runder Tisch der OÖNmit Exfadinnger Gerhard Lukesch)
Routinemäßig waren die Frechen als Festivalmedium 09 auch wieder beiSCHÄXPIR (Zündstoff) und YOUKI (Blog für die Jugendinternetplattform „Subtext“) vertreten …
Ganz und gar nicht „Repertoire“ war die multimediale Musiktheaterproduktion„Fadinger reloaded“ (- Regie & Visualisierungen) im Rahmen von Linz09 in der Hafenhalle (- beide Vorstellungen fast total ausverkauft) – Allein die Aufstellung des Budgets erwies sich als extrem kompliziert, da die Stadt Linz alle Schulprojekte mit 300.- Euro gedeckelt hatte. Nur mittels Aufsplittung in mehrere Einzelprojekte (Technik, Bühnenbild, Orchester …) war eine Abdeckung gemeinsam mit Bundes- und Landesförderung möglich.Ingo Kelps technische Wunderkiste verwandelte die karge Grundausstattung in ein Inszenierungseldorado mit Nesselvorhang, Vorder- und Rückprojektion, sodass die von den Fadis im MKH vorgefertigten Videos exzellent die Szene veredeln konnten. Stimmbandoperationen, Einspringer 3 Wochen vor der Premiere, nur 3 szenische Proben mit Orchester (- eine davon noch im Festsaal) und Querschüsse aller Art – NICHTS konnte die musikalische Reinkarnation Stefan Fadingers verhindern – pünktlich zum Wagner-Geburtstag ging das Musiktheater über die Bühne !!! – Groß angekündigt im 09Infomagazin „Neuner“& gut verkauft amHauptplatz-Infopoint — > BRAVISSIMO <
Zur Halbzeit konnte man in den Sommerferien im Gelben Haus kurz durchatmen und mit der Linzer Buhlschaft Birgit Minichmayr FRECH über alte Zeiten plaudern (als man im Fadinger Festsaal der Interessierten blöderweise weder eine Kabarett- noch eine Filmrolle anbieten konnte …) – Phil Glass wurde ebenso vors Mikro geholt wie Hubert von Goisern …
Als ob der wöchentlicheOÖN-09Blognicht schon reichen würde, kam mit Ausbruch von ARS & Klangwolke ab Ende August auch noch „BrucknerOnAir“ (Festivalradio samt Blog) sechs Wochen (fast täglich) dazu. Zum Auftakt waren die FRECHen in den Aufbau der Ausstellung „Augenmusik“ involviert und zimmerten vor Ort ihre Kulisse „Augen-Ohr“ zusammen, die samt Abspielgerät als Installation Fadinger Musikfilme dem Publikum im großen Pausenfoyer während des Brucknerfests kredenzte …Peter Schöber – Ex-Fadinger & Intendant von ORF III
Letztendlich blieb das„Linzer Auge“dann doch leider trocken …Unglaubliche Karrieren & Erfolge mit Nachhaltigkeit haben sich bei 09 abgezeichnet: Die „Putzfrau“ desStationentheaters „komA“ist heuteDirektorindes Fadinger Gyms – RegisseurJohn F. Kutilwurde Chef des Theaters für junges Publikumund bekam 2010 den Bühnenkunstpreisim Festsaal „seiner“ Fadingerschule vom LH überreicht.Letzterer beglückte dann Ende des Jahre den „Intendanten“ derFRECHen im Steinernen Saal des Landhauses mit der Kulturmedaille des Landes OÖ …
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AKTUELLER ANHANG
Der Fuchs kehrt in den Bau zurück
Pünktlich zum Ende des 1. Viertels von Linz019 kam IntendantUlrich Fuchsam 1. April (kein Scherz) in sein Lieblingsprojekt09 denKepler-Salonzur ersten, der vier dort im heurigen Jubiläumsjahr geplanten Diskussionen und debattierte mit Rektor Meinhard Lukas über eine fiktionale Kulturhauptstadt Linz019 – moderiert und eingeleitet durch Linz-Kulturdirektor Julius Stieber. Man betonte dabei speziell die Wichtigkeit von thematischen Schwerpunkten wie u. a. der Aufarbeitung der Stadt- Historie bis in die Gegenwart. – Nichts wiederholt sich in der Geschichte 1: 1 – Fuchs sprach aber in diesem Zusammenhang vom Begriff eines „Rezidivs“! Weitere aktuelle Schwerpunkte könnten die Religionen in einem heute säkularisierten, näheren Umfeld darstellen und damit der Verlust eines ethischen Korrektivs … Die „Digitalisierung“ wurde leider im Zusammenhang mit ARS & Linz der „City of Media Arts“ nur ganz kurz angesprochen – müsste aber unbedingt im Falle von Linz019 behandelt werden – inkl. ihrer Bedeutung für den Wandel in der Arbeitswelt und im Gesellschaftssystem. Im Kontext dazu wäre auch dringend die Zukunft von Schule und Bildung dabei zu behandeln. Dauerbrenner wie Migration, bzw. der Mobilität in Metropolen und die grundsätzliche Hinterfragung ob Kulturhauptstädte heute noch Sinn machen, durch Regionen ersetzbar sein sollen, oder ein ganz neues Format angesagt wäre rundeten den weitgesteckten Exkurs zu einemLinz019 ab …
Von FRECH zu FROSCH
Als Uli Fuchs in der Linz09 damals nachfolgenden Intendanz der Kulturhauptstadt Marseille sich als Fußballfan (Jugend-Projekt bei Linz09) auf „Olympique“ freute und unbedingt auch wieder ein Jugendmedium bei der KHS mit an Bord haben wollte (Radio „Grenouille“ = Frosch) wussten die FRECHen, dass sie sich auch wahrlich „nachhaltig“ bewährt hatten … Das Französische Radio wiederum löste mit seinem Namen einen kreativ filmischen Akt bei den FRECHen aus, die daraufhin einen1A Horrorstreifenmit dem Titel„Fête de la Grenouille“drehten …
Zwei Tage vor Weihnachten beschloss man entsprechend des Titels & Inhalts der letzten Nummer vonSchumanns „Dichterliebe“nach Asten zu fahren und „Die alten, bösen Lieder“ auf der Mülldeponie (ausgestattet mit einer „Lizenz“) zu „entsorgen“ ...
Die alten, bösen Lieder, Die Träume bös und arg, Die laßt uns jetzt begraben, Holt einen großen Sarg. Hinein leg ich gar manches, Doch sag ich noch nicht was …
Und so stand Claudia bei milden Wintertemperaturen und gutem Wind, der unsere schwarzen Müllsackbänder an ihren Händen flattern ließ, unsicher, aber entschlossen am Gipfel der Deponie, umzingelt von Kettenfahrzeugen, in sicherem Abstand, aber nahe genug, um filmgerecht ganze Schwärme schwarzer Vögel aufzuscheuchen und so insgesamt die gewünschte Stimmung am Kochen zu halten. Die eine oder andere Schumann-Krähe dieser Deponie dürfte dann wohl auch imTrakl-Filmerfolgreich aufgetreten sein – Raben nicht ausgeschlossen … Als aber dann heftige Böen die Hauptdarstellerin arg ins Wanken brachten und sie einer ihrer schwarzen Fahnen beraubten, wurde eiligst Drehschluss ausgerufen. Wir hätten nicht den Müllberg mit dem Auto hochfahren sollen, denn mittlerweile nach einer halben Stunde Drehzeit war man fast bis zur Bodenplatte eingesunken – und nur mit viel Glück gelang es mittels fremder Hilfe das Fahrzeug wieder flott zu kriegen … Weihnachten somit war gerettet und der Film endgültig abgedreht.
Am Rosenmontag des Jahres 1854 stürzte sich Robert Schumann, geplagt von argen Bipolaren Störungen in den Rhein, wurde gerettet und wenige Tage später auf eigenen Wunsch in die „Irrenanstalt“ in Endenich bei Bonn eingeliefert. Hier nun erst setzt die Visualisierung der 1840 komponierten zyklischen Lieder „Die Dichterliebe“ ein – also gewissermaßen als Rückschau Schumanns auf sein Leben und ganz zentral seine große Liebe: Clara ! An seinem Schreibtisch in Endenich sitzend, zieht ALLES noch einmal an im vorbei – In der Musikvideofassung ist Schumann im heute angekommen, ruft seine Musik per Fernbedienung ab und holt seine Erinnerungen mittels Bilder aus seiner Schreibtischlade …
Weitere Drehorte: Schule, Ölhafen, St. Margarethen, Naturbühne Limonigasse sowie die Gewächshäuser des Botanischen Gartens
Im wunderschönen Monat Mai, Als alle Knospen sprangen, Da ist in meinem Herzen Die Liebe aufgegangen
Hier nun der Film (Blog-Autor = Regie & Gesang / Lieder-Texte):
Das Musikvideo „Eusebius, Florestan und Clara“ wurde u. a. bei den Filmtagen in Wels gezeigt. Preise:Landesmeisterschaft Gold & Titel Staatsmeisterschaft Silber und ein Ebenseer Bär. Hervorragendes Feedback durch das Schumann-Haus Zwickau und die UNI Leipzig, (Prof. Köhler) sowie später dann auch durch die Robert Schumann- Hochschule Düsseldorf …
Der verhinderte Pianist ! / „Florestan & Eusebius“ – Vorboten der Krankheit?
Schumanns unkonventionelles Übertraining am Klavier (Vorrichtungen zur Stärkung der Finger … Lähmung …) führte zu physischen Problemen an der rechten Hand, die in der Folge die Laufbahn als Konzertpianist verunmöglichten.
Zusammen mit seinem Lehrer Friedrich Wieck und einigen Freunden gründete Robert Schumann im April 1834 dieNeue Zeitschrift für Musikund schreibt, wie auch anderen Autoren unter zahlreichen Pseudonymen und Kürzeln. Er selbst verwendete über dreißig, darunter die Namen der fiktiven Figuren Florestan und Eusebius. Florestan verkörperte den leidenschaftlichen (männlichen), Eusebiusden in sich gekehrten (weiblichen) Schumann.
Es schweben Blumen und Englein Um unsre Liebe Frau; Die Augen, die Lippen, die Wänglein, Die gleichen der Liebsten genau.
Wieck wollte sein Wunderkind Tochter Clara nicht an den, wie er meinte: „Eher wenig erfolgreichen“ Schüler Schumann verlieren und versuchte die aufkeimende Beziehung zu beenden. Noch kurz vor der Großjährigkeit Claras strengte das junge Paar erfolgreich einen Prozess an, um kurz danach zu heiraten … Das Glück dauerte knappe 14 Jahre …
Es flüstern und sprechen die Blumen, Und schaun mitleidig mich an: Sei unsrer Schwester nicht böse, Du trauriger, blasser Mann!
(an dieser Stelle folgt am Klavier ein instrumentales „Schluss-Stück“, das ein Ende andeutet, welches allerdings erst beim Nachspiel des 16. Lieds Realität wird)Nach den schlimmen Zeit in Endenich und dem Tod ihres geliebten Roberts, widmete sich Clara wieder der Konzerttätigkeit als gefeierte Pianistin und reüssierte als eine der wenigen (damaligen)Komponistinnen der Musikgeschichte … 40 Jahre nach Robert starb die 7-fache Mutter & beliebte Künstlerin im Todesjahr von A. Bruckner
Ach! jenes Land der Wonne, Das seh‘ ich oft im Traum; Doch kommt die Morgensonne, Zerfließt’s wie eitel Schaum
Manfred Pilsz
Jahre später wagte sich eine junge Ex-Fadingerin anlässlich ihrer Abschlussarbeit an der Linzer Bruckner-UNI auch sehr erfolgreich an die Dichterliebe-Thematik heran:Julia Noa Fischermit„Attosphere“ …
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Intendant Hermann Schneider lud zum kulturpolitischen Diskurs ins Schauspielhaus – eine wichtige Initiative – nicht nur angesichts der Theatervertragsproblematik …
In der „Nachlese“ der OÖN – am Podium vertreten durch Kulturchef Peter Grubmüller, der speziell auch die „Nachwehen“ von Linz09 zum „10er-Jubiläum“ zur Diskussion stellte, wurden fast alle Punkte des Abends kurz repliziert. Ein wesentlicher Aspekt, den Schneider schon am Abend nur kurz einbringen konnte, wurde dabei allerdings ausgespart: Er sprach von einem neu zu sehenden, basalen Bildungsauftrag an das Theater (- früher: begleitend) Ein Faktum, das sich nicht nur durch das jede Kreativität abwürgende Korsett der Zentral-Matura offenbart, die im Sinne der Aus- statt Bildung Kunstvermittlung wenig Raum lässt (Beispiel: Deutsch – Textsorten, statt Literatur usw.) Für die Politik ist unproblematische, anerkannte und durch Umwegrentabilität ausreichend abgesicherte Kunst willkommene „Behübschung“ – Erster Auftrag an die neu geschaffenen Bildungsdirektionen: Einsparungen bei Werteinheiten an höher bildenden Schulen – in der Umsetzungspraxis sprich: Bei den Teilungen in diversen Kunstfächern, sowie bei den ohnehin kaum noch existenten Freifächern und detto unverbindlichen Übungen (- meist Chor, Theater, Literatur, Tanz) und auch bei den angeblich doch der Bildungspolitik heute so wichtigen Neuen Medien (- Kunst im Netz, Schulradios, Filmarbeit …)
Wenn alles zusammengelegt oder gleich ganz eingespart wird, könnte tatsächlich das Theater Subventionen vom Bildungsministerium für seine kulturelle Grundversorgung (nicht nur) junger Bürger rekrutieren … (- so sinngemäß von H. Schneider angedeutet)
„Sehn wir doch das Große aller Zeiten Auf den Brettern, die die Welt bedeuten, Sinnvoll still an uns vorübergehn. Alles wiederholt sich nur im Leben, Ewig jung ist nur die Phantasie; Was sich nie und nirgends hat begeben, Das allein veraltet nie!“
aus Schillers Gedicht: An die Freunde
Werden die „Bühnenbretter“ von nun an mehr oder weniger singulär für jede Form der Kunst/Kulturvermittlung zuständig sein müssen, oder sind alle „Bretter vorm Kopf“ einiger Bildungs“Experten“ endlich im öffentlichen Blickfeld, sodass die Schule auch in Sachen Kunst ihrer Aufgabe wieder nachkommen darf ? – Die Hoffnung stirbt zuletzt !
Dieser BLOG–Beitrag hätte sich Lektüre & Betrachtung auf einem großenScreen verdient
Zum Ende des Weihnachtskreises – 11 Tage vor dem 13. Februar
TAT TWAM ASI – DAS BIST DU
In seiner Zeit als Medienkünstler am Hof des thailändischenKönigs war Titus Leber u. a. gedanklich intensiv mit einem PARSIFAL-Projekt in den Dschungeltempelanlagen Angkor Wat beschäftigt – eine buddhistische Auslegung und Verfilmung des Parsifal – ganz im Sinne Wagners, der dieses Werk aus diesem Geiste heraus schuf … Schon im Jahr 1856 wurde vonWagner die buddhistische Oper„Die Sieger“ angedacht …
Wie dünkt mich doch die Aue heut‘
so schön! –
Wohl traf ich Wunderblumen an,
die bis zum Haupte
süchtig mich umrankten;
doch sah‘ ich nie so mild und zart
die Halme, Blüten und Blumen,
noch duftet‘ all‘ so kindisch hold
und sprach so lieblich traut zu mir
Der Gral kann nicht durch SUCHEN im IRGENDWO gefunden werden, sondern nur im EINS-WERDEN mit sich und der Natur (- im Karfreitagszauber des Parsifal / oder im Tristan – Isoldens Schlussgesang)
In den wonnigen Schwall,
in dem tönenden All,
in des Welt-Atems wehendem All
P A R S I F A L – A BUDDHIST TALE (engl.)Wolfgang Wagnerwar bei einer seiner Fernostreisen von T. Lebers Parsifal-Projekt sehr beeindruckt und lud ihn zu Schlingensiefs Ausdeutung desBühnenweihe-Festspiels nach Bayreuth ein – Schade, dass die Verbindung zur Wagner-Metropole (sicher auch bedingt durch W. Wagners Tod) dann wieder versiegte …
Weihnachten 017: Treffen & Interview werden fürs kommende Jahr ins Auge gefasst. Ab Ostern wird die Planung intensiviert, im Sommer bedingt durch die Hitze ausgesetzt … Eisbär und Feuersalamander können nicht kommen zusammen …
Berlioz – 4. Symphonie „Anima“ – Titus Leber
Dann folgte einBerlioz Déjà-vu bei der 018er ARS– mit der T. Leber seit frühen Tagen eng verbunden ist (P. Weibl) – 2019: Bedeutet 40 Jahre ARS und KW (1979)
Was spricht noch für einen Treff in OÖ? – Ein Domizil am Irrsee … dort vielleicht Nachbar des KomponistenErich Eder de Lastra oder von Otti Schenk …
Nach dem Linzer Kulturherbst 018 konkretisiert es sich: Termine ab Oktober werden vorgeschlagen. Das ausbrechende Afrika-Projekt lässt zwei Zeitfenster zerspringen – Mitte Dezember ein überfallsartiger Auftrag des BKAs (der Tisch im Landtmann neben der Wiener Burg war schon uhrzeitlich fixiert) – letzte Chance vor Weihnachten: Der 3. Advent-Sonntag …
Kurz vor Weihnachten 018 ist es gelungen den österreichischen Synästheten, Multimedia- und Musikfilmpapst Dr. Titus Leber dann doch noch nach Linz zu locken – ein feines Wiedersehen nach fast 40 Jahren
(Angenehm) klirrende Kälte – „High Noon“: Ein Taxi fährt beim Cafe vor & dann welch eine Erscheinung: In Pelzhaube, Pelzkragen – assoziative Bilder werden wieder wach: Ein berühmtes TV-Interview zum Mahler-Film mit Ken Russell–nicht Papst, sondern der Gott aller wissenden Musikfilmer … Ein „5-Stunden-mEATing“ mit Köstlichkeiten & erhellend amüsanten Gesprächen folgen. Dann verlässt man das Traxl mit dem Taxl
„Gott“ Russell
Details und Hintergründe verrät das Gespräch im „Traxl-Eck“, das teilweise für eineR a d i o-Sendung aufgezeichnet wurde: https://cba.fro.at/392466
In den späten 70ern lief im Linzer OP-Kino die Leber Verfilmung von Mahler-Liedern 80/81 hatte dann alles begonnen mit einem Besuch im BRG Traun (Prof. Ruttner), wo sich ein gerade mal 30jähriger Filmer einer Mediengruppe der Schule präsentierte. Wenig später gabs einen Abend im Anderen Kino in Anwesenheit der Regie … Wenige Tage später wurden zwei 7. Klassen BE & ME bestens vorbereitet dort hinbeordert um gemeinsam den Musikfilm „Anima“ zu begutachten, zu analysieren, sowie heftigst zu interpretieren. Im selbigen Monat wurde für die Super-8-Kamera ein Rückspulgerät für Mehrfachbelichtungen angeschafft und wenig später stieg man auf Video um (inkl. Bild/Tonmischer und mehrere Zuspielgeräte) …
Der österreichische Regisseur Titus Leber perfektionierte zu Beginn der achtziger Jahre die visuelle Vertikalmontage. Für seine „Schichtungsmethode“ werden die Filmbilder überbelichtet, damit man sie zu überlagernden Bildsequenzen montieren kann. Diese Technik verdichtet Handlungsabläufe, dient zur Illustration von Visionen, Träumen oder Wahnsinnsszenen und kann mit großer Leichtigkeit das Unvorstellbare und das Unsagbare darstellen. Durch die Schichtung entsteht ein visueller Akkord.
Univ. Prof. Dr. Erwin Ringel erkannte zwischen der „Schichtungsmethode“ von Titus Leber und der Tiefenpsychologie einige Parallelen: „Ein wesentliches Prinzip der Leber’schen Schichtungsmethode besteht nun darin mehrere zu getrennter Zeit und an getrenntem Ort aufgenommene Bildeindrücke durch Überkopierung zu einer Synthese zu verschmelzen. Dies entspricht im bildlichen Bereich genau dem Versuch der Tiefenpsychologie, die Gesamtheit der Person durch Zusammenführung der bewussten Oberfläche mit der unbewussten Tiefendimension zu berücksichtigen.“
In seinem Meisterwerk „Anima“ interpretiert Titus Leber Hector Berlioz’ „Symphonie fantastique“. Berlioz’ Programm zu seiner Musik beinhaltet die Geschichte eines Musikers, der zu Beginn seine Geliebte idealisiert, dann ihre Fehler erkennt und daran zerbricht.
Titus Lebers „Schichtungsmethode“ lässt sich ideal mit Videotechnik umsetzen. Und so produzieren wir seit Jahren im Geiste unseres Vorbilds Dr. Titus Leber Musikvideos mit Langzeitdoppelbelichtungen auf unterschiedlichen Bildebenen, die synchron auf die Tonebenen der Musik abgestimmt sind. Unsere Film/Video -Gruppe BSG erarbeitet das jeweilige Konzept zur Visualisierung im ME-Unterricht -die Umsetzung selbst passiert dann in einer unverbindlichen Übung.
Um die Technik der Schichtungsmethode näher zu erläutern, sei exemplarisch unser Musikvideo „Im Auge des Zyklopen“ angeführt:
Grundlage des Videos ist Otto M. Zykans „Odyssee“. Dr. Irene Suchy beschreibt die Musik zu „Der Tod der Freier“ folgendermaßen: „Hier verschmilzt Abstraktion und Bildhaftigkeit zu einer spezifischen, authentischen Einheit. Hier wird Sprache zur Musik ohne Verzicht auf die konkrete Aussage. Der „Tod der Freier“ vermittelt neben der Musikalisierung der Sprache unschwer die Aufregung eines Sportreporters, dem es angesichts der dramatischen Vorgänge den Atem verschlägt…“
Zykans „Der Tod der Freier“ wird mit einem sich drehendem Blutwirbel in der ersten Bildebene umgesetzt. Während Blutstropfen abgestimmt auf die Wortmusik, die vom Tod der Freier berichtet, fallen, erscheinen auf der zweiten Bildebene zwei Gestalten, die um das Schicksal der Helden kämpfen. Während man die Kämpfer noch immer auf der einen Bildebene sieht, blickt man in das blutgetränkte Auge des Zyklopen, in dem man die todgeweihten Freier sowie die gefangenen Mägde erkennen kann.
Natürlich beschränkt sich die Gestaltung von Musikfilmen nicht nur auf die „Schichtungsmethode“. Häufig wird zum Beispiel Animationstechnik angewendet – denken wir nur an „Fantasia“, Beatles – Filme oder an den Kultstreifen „The Wall“.
Wie man der Fachbereichsarbeit von Esther V. entnehmen kann waren die Jungfilmer speziell der 80er / 90er mit der Theorie und Praxis (Pflicht- & Kür-Programm: „Anima“) vertraut und ab und an holte man sich sogar Feedback direkt vom großen Meister … (zB. beimBruckner-& Zykan-Film):
Titus Leber feiert 2021 seinen 70er / Wagners Parsifal wird 2022 ganze 140Möge es ihm & den Fans vergönnt sein, den „Friedhof der Projekte“ (- Zitat T. Leber) möglichst klein zu halten – Seinem Parsifal sollte Raum und Zeit gegeben werdenAuch Syberberg hatte seine Chance …
Manfred Pilsz
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Reif für „KünstlicheIntelligenz“ & Digitale Welten?
Angstfreie analoge Wesen, die sich ohne einlullende Scheuklappen auf Breitband-Pfaden in digitale Sphären vorwagen und sich an den Vorteilen dieser neuen Welt erfreuen. Damit dies so allen Menschen vergönnt ist, müsste man (?) sie darauf allerdings entsprechend entschlossen & schnell vorbereiten …
„Das Niveau auf dem man hier nun diskutiert … wird dem Ernst der Lage nicht gerecht“
– soweit ein Zitat (Min 37) von Richard David Precht zur Halbzeit der TV-Diskussion „Im Zentrum“, in Reaktion auf Beschwichtigungsworthülsen von Politik und Gewerkschaft, gefolgt von allgemeiner „Schnapp-Atmung“ bei dem von ihm prognostizierten, unvermeidlichen „Bedingungslosen Grundeinkommen“ …
In den darauf folgenden Tagen: Kein wirkliches (auch nicht) mediales Echo auf den inhaltlich elloquentest, vom Philosophen Precht angeregten Diskurs, bei dem von seiner Seite kein einziges, schwammiges „Gegenargument“ unwidersprochen blieb.
Wie in „Schockstarre“ nimmt zur Sicherheit niemand die heiße Kartoffel auf – stattdessen kommen bloß lauwarme Ladenhüter medial in die Schlagzeilen:
Im „Spätherbst“ unseres derzeitigen Schulsystems diskutiert man viel lieber über jahreszeitlich angepasste Ferien, glaubt mit Laptops und Gerätekunde, die bereits alt aussieht bevor noch die Glocke ertönt, junge Menschen u. a. auf ein Arbeitsleben vorbereiten zu können, das es dann so gar nicht mehr geben könnte. Waschechter Medienunterricht in Theorie und Praxis mit Reflexion des Mediengebrauchs wäre gefragt und ein gezielter Schwerpunkt in Förderung von Kreativfächern wäre zu setzen – neben den Grundfertigkeiten & angewählten Vertiefungen …
Das Wichtigste aber: Das Problem ist das System – Lasst die Lehrer wieder in Ruhe frei arbeiten – weg mit dem Reform-Korsett, sonstigen Knebelungen, der Evaluierungsflut und sonstigen Irritationen …
KI, digitale Welt bedingen neue Gesellschaftsmodelle & Wertvorstellungen – das sind die längst überfälligen, jetzt dringlichsten Themen, denen sich Staat / Politik endlich stellen muss !
Autobahnstation Ansfelden: 1999 – Ein grauer Abend in der Woche nach Ostern: Ein rotes, altes Gefährt biegt klappernd auf eine fast leere Asphaltfläche ein und bremst abrupt – der Motor stirbt ab. Aufspringende Türen umstehender Autos spucken im Stakkato Fahrer aus, die sich alle hektisch dem Geschehen nähern. Das Fenster der „Ostblockkarre“ wird herunter gekurbelt und es kommt zur „konspirativen“ Übergabe von Dokumenten in Plastikfolien. In einem Fall wird Geld nachgereicht und gleich gezählt. Manche Fahrer beginnen querfeldein miteinander zu quatschen – man scheint sich lose oder enger zu kennen. Nach fünf Minuten löst sich mit dem Aufheulen des Motors der roten Limousine die Szenerie aus einem eher ruralen Agentenfilm auf. Die Ausstellung der Visa für Russland kann ihren Lauf nehmen …
Juni 99: Die Aeroflot-Maschine landet weich am Flughafen Moskau-Scheremetjewo. Es war der Einladung durch die russischen Filmer geschuldet, dass sich die strikten Einreiseformalitäten nur auf das Zeigen des Passes beschränkten und man sich so bereits nach wenigen Minuten im Bus auf der Höhe von Chimki befand. Auffällig hier direkt am Stadtrand von Moskau das Jeschi-Denkmal: Jeschi (auch Protiwotankowye jeschi; russisch: Противотанковые ежи für Panzerabwehrrigel) Das 1966 eröffnete Denkmal liegt bei Kilometer 23 (gemessen ab dem Stadtzentrum Moskau) der breiten Leningrader Chaussee und markiert den der russischen Hauptstadt nächstgelegenen Ort, den Teile der deutschen Wehrmacht am 2. Dezember 1941 bei ihrem Vorstoß auf Moskau erreicht hatte. Nur ein paar Offiziere eines Erkundungstrupps haben von hier die Zwiebeltürme des Kreml gesehen – durchs Scherenfernrohr … und damit war dann ihr Wahn vom „Schrebergarten im Ural“ auch schon wieder ausgeträumt (- Zitat frei nach „Bockerer“ -alias Mundl) …
Besagter Bus brachte die Filmer-Community ins zentral neben dem Stadion gelegene Hotel Yunost. Noch am ersten Abend drängten zwei der österreichischen Filmer die Gastgeber ihnen die Möglichkeit eines Besuchs desRoten Platzeszu eröffnen. „Keine Alleingänge – wesentlich zu gefährlich“ – also mit 2 Taxis in die Moskauer Nacht zur Basilius-Kathedrale. Dort ging es dann per pedes mit den beiden Taxlern fünf Meter dahinter als Security weiter vorbei am Lenin-Mausoleum, den dunklen Nadelhölzern, die dort Spalier bildeten und dem Kaufhaus GUM bis zum Manege-Platz … Bilder, die sich erst bei der Rückfahrt ins Hotel wieder langsam auflösten … Vor dem Hotel grimmige Wachmannschaften mit Waffen in den Händen …Amnächsten Morgen gings zur Lomonossow UNI direkt über der Moskwa auf der anderen Seite – ein gewaltiger Anblick mit einer Aussichtsterrasse an der etwas vorgelagerten Straße, über die dann, diesmal am helllichten Vormittag, ein weiteres Mal derRote Platzfrequentiert wurde. Diesmal waren manwesentlich näher am Lenin-Mausoleum dran und wagte sich in den inneren Kreml-Bezirk vor, wo ein Übertreten des Mittelstreifens der Besucherstraßen mit lauten Pfiffen und Befehlen gemaßregelt wurde. Unser deutscher Gast Dr. Ludwig kaufte am Platz vor dem berühmten Gum in nur wenigen Minuten alle verfügbaren Russenmützen, um sie anschließend auch an Passanten weiterzuverschenken. Ähnlich gestaltete sich sein Besuch in der Filmakademie, wo er einer Studentin zu einer Summe ein Bild abkaufte mit der er sie für mindestens 2 Semester aller finanzieller Sorgen enthob. Hier im altehrwürdigen Institut für Kinematographie sorgte dies für gehörige Verwirrung – 1919 vonWladimir Gardingegründet handelt es sich um die älteste Filmhochschule weltweit. Berühmte Lehrer waren dort einst tätig – u. a. Sergei EisensteinoderLew Kuleschow. Ein Besuch in den Synchronstudios und bei einer Probe der engagierten Schauspielabteilung rundeten dieses Filetstück unseres Moskauaufenthalts ab …
Durch weite Waldstücke gelangten wir an einem Nachmittag nach Sagorsk – sprich ins Dreifaltigkeitskloster von Sergijew Possad. Mehrere Stunden wandelten wir durch das Areal der weitläufigen Anlage hier im Nordosten Moskaus. Einzigartig: Das hektische Treiben im Inneren der Hauptkirche – hier wurde zentral auf einer Art Marktplatz neben Betenden laut verhandelt, gebügelt, gesungen und gegessen. Es wurden Waren angeboten, Kleintiere gesegnet und verkauft. Popen in langen schwarzen Gewändern kamen und gingen, zogen sich um und verschwanden hinter goldenen Türen. Überhaupt war dieser ausufernde Raum, der sich nach hinten im Dunkel auflöste, prächtig und bestand größtenteils aus Ikonenmalerei, wie schon die Kirchen im Kreml – würde man dort im ehemals kommunistischen & heutigen, russischen Machtzentrum wohl eher so nicht vermuten …
Wieder angekommen in Moskau gab es einige gewagte „Selbstversuche“ die Stadt mit der Metro zu erkunden – nicht einfach für Unkundige der zyrillischen Schriftzeichen. Nur 2 Möglichkeiten gab es da für den Unbedarften: Entweder wie schon in der ersten Nacht gemeinsam mit dem „Schul-Kollegen“ Richard dem Schlauen aufzubrechen, oder aber sich das SchildRoter Platz (Красная площадь) einzuprägen und mit richtigem Stationen-zählen ganz allein den Ausstieg in Hotelnähe schaffen. Hilfreich war dabei auch die doch sehr unterschiedliche Ausgestaltung dieser U-Bahn-Prunk-Hallen mit Mosaiken, Statuen bis hin zu Luster-artigen Lampen …
Und dann raste der Nachtzug – früher: „Roter Pfeil“ Krasnaja Strela (Красная Стрела) – in die Stadt von Peter den Großen – in jedem Wagon befand sich ein dampfender Samowar … Doch statt eines Frühstücks gabs noch im Morgengrauen die freudige Begrüßung durch die Filmer von St. Petersburg – verbunden mit einer raschen Fahrt ins Quartier und dem Versprechen baldiger Labung im Offizierskasino direkt neben der Peter & Paul-Festung an der Newa (Нева) …
Ein Postsowietisches Hotel an einer breiten Ausfallstraße in der Nähe eines Parks – hier wurde in einem Holzanbau nicht nur genächtigt, hier gabs auch günstigen Kaviar und dankenswerter Weise (angesichts russischer Dimensionen) eine eher nahe U-Bahnstation: Metro Petersburg: Man steht vor einer Wand hört die U-Bahn einfahren – plötzlich öffnen sich Türen in der Wand – Leute steigen aus und ein – die Wand schließt sich und dahinter setzt sich die Metro in Bewegung. Wenig später war man beim Literatur-Cafe am NevskyProspekt oder an einem der vielen, nun touristisch erschlossenen Kanälen der Stadt. Am Vortag noch im Mariinsky bei Tschaikowskys Schwanensee und nun in einem der gepflegtesten Kinderfilmstudios, wo mit Legetrick gearbeitet wurde. Mentor Dr. Ludwig beglückt die junge Crew mit einer Einladung ins frisch eröffnete Mc Donald’s.
Tschaikowsky – Genie und Wahnsinn ist ein britischer Spielfilm aus dem Jahr 1970. Er behandelt das Leben des russischen Komponisten Pjotr Iljitsch Tschaikowsky Regie: Ken Russell.
Weiße Nächte Petersburg – das bedeutet rund um die 2. Juni-Hälfte bis zu 19 Stunden Tag. – Unter diesem Titel existiert in der Stadt aber auch ein feines, für alle offenes Filmfestival …„Isoldens Oden an die Nacht“(kurz davor zum Staatsmeister in Innsbruck gekürt) und andere Fadi-Videos liefen hier vorher und danach …
Hinterhof: Ein Gitter geht auf, Cafe-Tische werden entfernt, in einem Saal entrollt sich eine Leinwand, Sesselreihen entstehen neu, Durchsagen über trichterförmige Lautsprecher, es wird dunkel, zwei Stunden Kurz-Film sind angesagt … Es wird hell, Durchsagen – die Gruppe wird sanft hinausbugsiert – Wer aufsteht, dem wird der Sessel unter dem Hintern weggezogen – noch in Hinausgehen hat sich das „Kino“ in einen Nachtklub verwandelt – das Scherengitter schließt sich … Die Gruppe begibt sich in einen Seminarraum – Große Schachteln: Wodka wird ausgepackt, russische Musik eingespielt. Der einzige Antialkoholiker verlässt die „Fete“ (- beim Abflug hatten ihn die Russen endgültig aufgegeben und auch mit Cola zugeprostet …) und möchte die Umgebung „erkunden“ – der Bus kommt ja erst in etwa einer halben Stunde – Nach dem 3. komplett identischen Plattenbau: Abbruch des Projekts, da die Chance nicht mehr zur Gruppe zurückzufinden mit jedem Meter der Entfernung quadratisch zunahm …
Am Weg nach Peterhof kam man mit dem Bus vorbei an jener Stelle, wo bereits am 7. September 1941 das Leid für Leningrad seinen Ausgang nahm, als 1. deutsche Panzer vor der Stadt eintrafen – direkt an der Endstation der russischen Straßenbahn bei Urizk (- heute Siedlung bzw. Munizipaler Kreis Urick des Rajons Krasnoje Selo) … siehe:„Die Tragödie von Leningrad“ (Urizk – Seite 3 – „Der Beginn“)Unweit davon am Meer gelegen: Das 99 noch immer vom Krieg gezeichnete Anwesen Strelna – halb verfallen präsentierte sich der Palast in der Morgensonne – hier hatte sich die Deutsche Wehrmacht zwischen Leningrad und Oranienbaum (Lomonossow) festgekrallt. So wie auf der anderen Seite der Stadt am Ladoga-See bei Schlüsselburg – um sie auszuhungern …
Schostakowitsch (als Feuerwehrmann) auf die Titelseite des Time Magazins
Während der Belagerung entsteht u. a. hier dieLeningrader Sinfonieals Zeichen des ungebrochenen Überlebenswillens – Komponist Dimitri Schostakowitsch wurde so zum Helden – Legendäres Konzert in Leningrad am 9. August 1942 …
Zeugenaussageist ein Biographischer Film (T. Palmer) aus dem Jahr 1988 und hat das Leben und Wirken des sowjetischen KomponistenDimitri Schostakowitsch(gelitten) unterJosef Stalin (u. a. in Form einer Gegenüberstellung) zum Thema
Peterhofpräsentiert sich wie ein übergroßes, langgestrecktes „Bayrisches Linderhof“ mit noch wesentlich prächtigeren Kaskadenund nicht neben Oberammergau, sondern an der Ostsee am westlichen großen Tor Russlands gelegen. Nicht nur die üppigen Wasserspiele, sondern die gesamte Anlage ließ sofort das Bild Ludwig des II. vorm geistigen Auge entstehen – dieses kleine Weltwunder war 41 bis 44 den heftigsten Kampfhandlungen rund um Leningrad ganz unmittelbar ausgesetzt … Letztendlich aber konnte die damalige Rote Armee sowohl Lenin-, als auchStalingraderfolgreich verteidigen.
„Ras-Putin“ tanzt in Puschkin
Das nächste Ziel der österreichischen Filmer war im Süden der Stadt zu finden:Puschkin (russisch: Пушкин; bis 1918 Царское Село, Zarskoje Selo (Zarendorf) Später: Krasnoje Selo (russisch für Schönes Dorf) mit dem Jekaterinen– Palais …
ImKatharinenpalastkonnte damals 1999 ein nur unvollständigesBernsteinzimmerbesucht werden. Erst in den 2000ern wurde es vervollständigt. Bevor es aber in Fußbodenschonern durchs Palais ging, musste einem recht dringlichen Wunsch der Russen nachgekommen werden: Als der Bus die Türen öffnete ertönte Musik – eine uniformierte Kapelle in alter Tracht hatte am Parkplatz Aufstellung genommen und beschloss nach der Begrüßung einen Wegzoll: Durchlass erst nach einem getanzten Walzer – Österreicher müssen das können … Nach 13 Jahren Balldirektion war es unumgänglich sich für die Gruppe zu opfern. Schon nach den ersten Drehungen des Blog-Autors mit Austro-Russin Larissa rief der enthusiasmierte Delegationsleiter der Petersburger Filmer fragwürdig begeistert:„Raspuuutintanzt wieder !“
Am nächsten Tag ging es mit einer Kiste Russen- Cola in Richtung Flughafen, wo eine umgebaute alte Tupolew auf die Österreicher wartete – der Verschlag für den „Bombenwerfer“ war noch zu erahnen – dazu Stewardessen (Matroschkas wie nach einer Bauvorlage), die nach etwas verspätetem Eintreffen des einzigen First-Class -Passagiers mit einem „Duschvorhang“ am Mittelgang den Beginn des zweitklassigen Areals markierten und trotz des bevorstehenden, ausschließlichen Überlandflugs mit Schwimmbewegungen laut gestikulierend ihre schicken Rettungswesten propagierten – angesichts einer möglichen Wasserung im Neusiedlersee … Nach zwei Extrarunden über Schwechat (– wegen zu früher Ankunft – bedingt durch Rückenwind) und einer eigenen Gangway für den einzigen „erstklassigen“ Gast war für die österreichischen Filmer Abspann & Abschied angesagt …
Manfred Pilsz
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