Meine erste Ferienpostkarte

… kurz vorm 69sten 6. August

Kaum dass die 7. Kerze auf der kleinen Geburtstagstorte ausgeblasen war, musste sich das Volksschulkind von seinen Urfahraner Hinterhoffreunden verabschieden – Ende der alltäglichen, wunderschönen, völlig unbeschwerten Vor- und ausgedehnten Nachmittage in den wilden Gärten an der damals noch kaum befahrenen Linken Brückenstraße. Schotterberge und Erdhügel wurden bestiegen, Frösche quakten im bräunlichen Teich der Lehmgrube – ein Überrest der Baugrube damals noch junger Wohnblöcke in der Leonfeldnerstraße. Dieses Eldorado tauschte der junge Mann gegen eine dreiwöchige Portion Sommerfrische am Attersee. Ein Prozedere, dass sich auch in den dann folgenden Jahren allsommerlich wiederholen sollte: Ein feriales Alarmsignal, denn mit der Torte am 6. August war faktisch die bessere Hälfte der Schulunterbrechung gegessen, weil nach den 3 Wochen Salzkammergut bloß noch eine Woche im Freizeitköcher übrig war …

N u ß d o r f

Den ersten Stock im Wohnhaus der Tischlerei Haberl teilte man sich mit einer Wiener Ärztefamilie. Deren kleine Julia dürfte schon ihre Unterstufenkarriere begonnen haben und somit gab’s kein wechselseitiges Interesse, zumal der Kandidat da schon längere Zeit für die kleine Seejungfrau schwärmte, die leider im Meer lebte, von der Existenz des Linzer Knaben nichts ahnte und ohnehin nur von Märchenprinzen zu träumen schien. Im Salzkammergut war die Dichte junger Damen mit Fischschwänzen generell gering und so wurde dieses Thema somit vertagt – Erst Jahre danach gelang es dieses „Trauma“ mit dem Video „Pannonia erfolgreich aufzuarbeiten und mehrfach ebenso zur Aufführung zu bringen.

Usancen am Urlaubsort

Das frühmorgendliche Frühstück kurz nach Acht, serviert aufs Zimmer in grünem Gmundner Porzellan war eine Verheißung aus dem hauseigenen Hühnerstall in Kombi mit selbst gefertigter Erdbeermarmelade, 6 Kaisersemmeln und Filterkaffee. Der Jüngste bekam heiße Milch (mit Haut) für sein Kaba-Pulver … Und dann folgte gleich zu Beginn der Tiefpunkt des Tages in Form eines elterlichen Begehrs: Der Sohn möge 2 bis 5 Zeilen in ein „Tagebuch“ absondern, sowie ab&an kleine Rechnungen erledigen. Über allem aber schwebte als Damoklesschwert die Drohung es wäre bis Ende der 2. Attersee-Woche eine Postkarte an die Frau Lehrerin zu schreiben … Ein Unterfangen, das erfolgreich tatsächlich bis zum Fristfinale hinausgezögert wurde. Man hatte sich da dann nur einmal verschrieben, die Radierung war tragbar und so ging die Post am letztmöglichen Montag per Trafik auf die Reise. Die Adressatin befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits im nicht angekündigten Ruhestand. Ein fast gleichaltriges, pädagogisches „Nachfolgemonster“ lauerte da bereits in den Startlöchern ,,,

Vor fast 62 Jahren:

In der Trafik am Weg zum See gabs jedenfalls Micky Maus und täglich ab 9.30 begann Highlife: Nach 15 Minuten war der Badeplatz erreicht und im nu mutierte der Strand zur Schottersandkiste mit Seewasser, in die man kleine Fische locken konnte, die durch die Dampferwellen wieder befreit wurden. Weniger erfreulich: Die langen Wege zu den Mahlzeiten im Dorfwirtshaus, wo Frau Ablinger (Nachbarin der Pension Haberl) die Suppenportionen auf die Teller verteilte und für Mama den Bierwärmer dabei hatte. Beim Rückweg zum See konnte es sein, dass die Lederfabrik das Becken ausließ, das sich dann stinkend über kleine Wasserfälle im begleitenden Bachbett ein heftiges, akustisches Duell mit dem Sägewerk lieferte, bevor die Brühe an der Mündung neben den Badestegen den See verfärbte ! Für Donaustrandbewohner war das damals kein Problem und für den Junior neben Minigolf, zaghaften Tempi und Tischtennis die einzige Action. Schlimmster Minuspunkt: lauter alte Leute über 14 oder gar 20 – schließlich wollte man den bekannten Zahlenraum nicht verlassen – mit 7, also quasi selbst erst im Zahlenraum von 0 bis 10

Dabei wird ja das Zählen ab 20 einfacher, denn da gibt’s dann kein Elf- oder gar ein „Zwölfundzwanzig“. Der komische Opa wird in 12 Monaten 70 (- sprich 7 & eine Null) und das ist in jeder Hinsicht jenseitig ! Feriales Fischen am Attersee (!) löste übrigens beim jungen Opi mit gerade mal 13 einen intensiven, schriftlichen Mitteilungsdrang aus, der ein vielleicht vorhandenes Talent von unsichtbaren Ketten befreite, sich in der Umsetzung perfektionierte und bis heute weiterentwickelt …

Kindergarten & danach

Als Kleinkind war der Opi nicht in den Genuss eines Kindergartens gekommenen. Kindermädchen kümmerten sich um ihn – auch nicht schwach, aber streckenweise doch eher einsam und ohne eine echte Chance Kinderkrankheiten abzustauben. Das war seiner Volksschulzeit vorbehalten. Erst vor drei Jahren durfte nun auch der Opi wenigstens einmal pro Woche in den Kindergarten gehen, wenngleich auch nur zum Abholen. Welch Glück nun für den Pensionisten: Für ihn war so immer ein wenig Weihnacht, oder Ostern angesagt. – Wie in der Welt von Kindern, die noch kaum fremdbestimmt, nur von Mama oder Papa gelenkt nach innen hin autark, wie in wunderbaren Träumen verläuft. Mit etwa 20 begann sich dieses Tor zu schließen – mit 30 war es vorbei  …Arbeit, Projekte waren notwendigerweise wichtiger – Nur ab & an im Filmen blitzte die Kindheit wieder auf und mit ihr das altbekannte Wunderreich. Jetzt durfte der Vertriebene zurückkehren: Wenn die zwei BESTEN vom Kindergarten, über das „Cafe O.“ mit seinen Ischler Krapferl & Eiskugeln, mit dem „Rasenmäher“ durch das Herbstlaub, vorbei an den drei Häusern mit Loch einbiegen in den „Opa-Enkel-Privatweg“, wo sonst eigentlich niemand gehen darf. Dort beim olfaktorisch argen Pechstrommasten werden die Vögel mit süßen Krapferl- oder Tütenresten gefüttert, bevor es über den Regenwurm-Highway mit „ Monsieur‚“ und Blick auf Omas Balkon ins Tal geht  … Ein 40 Minuten wahrlich seliger „Weihnachtsspaziergang“ – unabhängig von der Jahreszeit, aber natürlich am schönsten zwischen Oktober und April ! Und wenn es dann aus dem „Laufenden Meter“ hervorbricht, unvorbereitet ohne jede Vorwarnung und die geringste Chance dem Gesagten folgen zu können, dann müssen wir es uns zusammenreimen. Nicht er wird uns abholen, denn für ihn ist alles klar – wir sollten uns in der Welt fast 4jähriger zurechtfinden. Leute die sich in der Begleitung von Hammerhai & Krake als Dolmetscher befinden, haben es da natürlich wesentlich leichter. Auch Supermänner wie Siegfried, Spiderman & Co könnten helfen, wenngleich man diese dann mit vielen anderen 3jährigen teilen muss. In den letzten 3 Jahren wichen die Meerestiere den Allerweltstars, die nun die Welt, seine Welt gemeinsam mit ihm retten. – Special Guests: Tom & Jerry <<<

Mein Enkel ist ein Held, doch nur wenn jemand für „Mausi“ das Licht im Vorzimmer aufdreht, sonst wird der Gang ins dunkle Klo auch mit 7 noch zur Eroberung einer Drachenhöhle. Denn ohne „Lagerfeuer“ geht bei Nacht auch nach Jahrtausenden nix – egal, ob fast 70jährige bei Lichtausfall im Keller pfeifen, vielleicht ja (etwas cooler) schimpfen, oder der Erstklässler mit 7 & seinen vielen offenen Fragen des Lebens im Dunklen tappt: Irgend etwas macht immer Angst – Rationales oder Irrrationales – Egal: Angst, die sich mit 20 reduziert bis hin zur totalen Eigenüberschätzung in der „Blüte“ des Lebens und dem gleißenden Licht beruflichen Erfolgs. Spätestens nach der inneren/äußeren Midlife-Krise , dann zum 60er spätestens hat sie uns wieder (egal ob wir’s zugeben oder nicht) – die Dunkelheit kehrt zurück, langsam … Neue Antworten auf alte Fragen erweisen sich als notwendig – die alten waren zu unpräzise, oberflächlich, falsch – Ein träger Tsunami der Ungewissheit bahnt sich dabei den Weg entlang des Philosophenworts nun zu wissen, dass man nichts wirklich weiß und so kriechen neue Ängste der Weltennacht den, durch den Alltag und das Alter abgenützten Körper hoch. Abgeklärtheit und Gelassenheit helfen gegen das immer lauernde Dunkel, Routine /Abkürzungen ersetzen Geschwindigkeit … Ungeachtet dessen werden die wachen Erinnerungsfähigen bewusst oder unbewusst wieder zu jetzt großen und damit eher ungeliebten Kindern – kein gröberes Problem, solange diese für sich selbst sorgen können, nicht vehement zur Last fallen, neugierig und tätig bleiben, sodass sie mögliche, aufkeimende Urängste dadurch vertreiben können. Glücklich jene, deren Religion in der Tradition / im Ritus aufgeht – bereit an sich und sein Tun zu glauben und so im Besitz einer Hoffnung zu bleiben …

Zum Finale: >69 ist übrigens das neue 69< – alles andere ist Schwachsinn !!!

O P I

Nachtrag

Otto und Mimi

Was sie am Vortag im Buchstabensetzkasten mühsam zusammengesucht hatten, mussten die Knaben heute mit gespitztem Blei in Steinschrift (- heute geläufig: Großbuchstaben Druckschrift) auf monumentalen Zeilenblättern nachmalen. Solange die Frau Lehrerin durch die Reihen ging, um das Schreibgerät zu prüfen, hatte man mit den Händen am Rücken zu warten – ebenso dann, wenn die viel zu langsam und unsauber „geschriebene“ Endloszeile von ihr erfolgreich nach Fehlern abgesucht wurde. So wurde aus einer Zeile bei Glück die Zahl 3, bei Pech eine zusätzliche Hausübung. In dieser Frühphase ahnt der so gequälte Schulanfänger noch nichts vom Risiko der Tinte, von Tropfen und Flecken, die die Pelikan-Füllfeder speziell eben beim Befüllen am Tisch (neben dem Tintenfassloch) oder (noch schlimmer) am bereits halbfertigen Blatt verursachte. In der Unterstufe erfolgte in Geometrisch Zeichnen diesbezüglich der Tragödie zweiter Teil mittels der Tücke einer Redisfeder oder des Spritzgitters. Der „Freude“ des Schreibens folgte das leise Gestammel des kleinen Volksschülers, wenn er versuchte sein Geschreibsel zu artikulieren. Noch ahnte dieser nicht, dass dies nicht nur „Druckschriftreif“, sondern auch in lateinischer Schreibschrift und kurzfristig auch „dank“ alter Lesebücher in Kurrent von ihm erwartet wurde … In einer der wenigen entspannten Schulstunden wurden Mitte Oktober rohe Erdäpfel in der Mitte auseinander geschnitten und dann wiederum ein mittiges Rechteck mit dem Messer entfernt, die übrig gebliebene Kartoffel sodann mit den nun „erhabenen“  Seitenteilen in rote Farbe getaucht (oder bepinselt) und final auf ein weißes Papier gedrückt. Das patriotische Ergebnis dieses ersten Kartoffeldrucks war dann in >Rot-Weiß-Rot< amTag der Fahnean den Klassenfenstern der alten Schulbaracke zu bewundern, während drin die mühsam auswendig gelernte Hymne als Kinderchor zu hören war …

Wolframs „Abendstern“ & Williams „Star Wars“

10 Jahre Musikheater Linz & Vorboten der KHS Ischl 2024

18.30 – (nur) noch immer 30 Grad auf der elektr. Anzeige des Autos  – soeben hatte man die grüne Halbinsel bei Gmunden erreicht – pünktlich sollte man sein, denn die Übertragung des Konzerts des Brucknerorchesters unter Maestro Poschner würde abgestimmt auf die Sendeminute in ORF III losstarten. Nun aber links Absperrungen zu den Parkplätzen ! Da nähert sich ein Wagen mit Wiener Kennzeichen, im Fond Peter Schöber (Intendant des Senders & Ex-Fadinger) ein kurzes Winken, ein Loch öffnet sich, man beteuert dazu zu gehören und bleibt im Rennen, eine weitere Sperre wird Opfer von Eigeninitiative und am allerletzten Abstellplatz direkt beim Eingang der Motor abgestellt …

G.S.M. – Gesegnet sein Mathilde

Bayreuth-Flair auf dem Grünen Halbhügel am Ufer im langen, abendlichen Schatten der Villa „Traunstein“ – Der aktuelle Bayreuther Siegmund 023 Klaus Florian Vogt war für den erkrankten Stephan Gould eingesprungen – einzige Bedingung des Startenors: Ein fixer Standplatz für sein Wohnmobil (direkt am See) …

Unzweifelhafter Höhepunkt des Abends im Toscanapark: Das finale Duett aus dem ersten Akt Walküre ab den Winterstürmen, die dem Wonnemond wichen …  Sensation des Abends: Die kongeniale Erica Eloff (- zuletzt Eva in den Linzer Meistersingern) … Unweit des Festgeländes, wo sich die Sonne die schönen Augen rot weint, steht in Altmünster die Villa der Wagnermuse Mathilde Wesendonk, die hier am Traunsee am 31. 8. 1902 verstarb. Sie verbindet man mit den gleichnamigen Kunstliedern, Tristan und Isolde, sowie speziell dem Auftakt der Walküre

Solisten: Eröd, Vogt, Eloff

Weiters im erfreulich opulenten Programm: Lohengrin (- hier unterwegs mit Gmundner Schwänen), Tannhäuser erklang nächst Korngolds (r)selberg – später residierte der Komponist der „Toten Stadt“, wie der am Traunsee mit ebenfalls 2 Werken vertretene John Williams in Hollywood … Bruckner, Verdi und Lehar rundeten musikalische Menü im Jahr vor der Salzkammergutkulturhauptstadt glänzend ab ...

Ein Vorlauf zum Festjahr 024 & zum 14. Juli 023

TV-Übertragung in ORF III: https://tv.orf.at/program/orf3/erlebnisbu1846.html

Markus Poschner (Retter der Vorjahrspremiere von Tristan) dirigiert heuer nicht nur wieder im mystischen Abgrund des Bayreuther Orchestergrabens, sondern auch zwei Freiluftkonzerte: https://www.bayreuther-festspiele.de/mitwirkende/musikalische-leitung/

24. Juni – Johannisfest

* * * * * Am Jordan Sankt Johannes stand * * * * *

Exakt am 24. 6. 023 (Johannistag) hat man im Musiktheater am Volksgarten „Die Meistersinger von Linz“ angesetzt – inklusive Johannisnacht-Akt (- schon vorletzte Vorstellung) … Erinnerungen an 5 Johannisnächte im Schloss Wildberg (als Auftakt des dortigen Musiksommers) werden wieder wach …

Vor genau 50 Jahren – der Blogautor weilte sein 1. Mal in Bayreuth – hob sich Mitte Juni in London der Vorhang zur UA-Premiere der Rocky Horror Show … Direkt nach dem gleichnamigen Kinoerfolg, wurde die Picture Show neben dem Musical „Cabaret“ zur treibenden Kraft des Fadinger SchulKabaretts (BSG) nebst u. a. vielen, genialen Horror-Einlagen im Ballgeschehen <<<

St. Johannis samt Nacht ist das sommerliche Gegenstück zum Weihnachtsfest – in beiden Fällen ist es immer zu warm: Schneeschmelze (wie zuletzt) oder Hitzewelle (wie eben erst) ! Aber zur Beruhigung für alle anderen Winterfans: Noch diese Woche werden die Tage wieder kürzer – nur noch ein halbes Jahr bis zur coolen Christmette !

Wie lange „Sommerts“ noch?

Schattenservice im Traxl

„Wagner“ (?) vor Moskau Vereinnahmung eines Künstlers

Von Kufstein nach Eisenstadt

Im Autoradio erklang soeben heftig laut der Jingle des Ö1-Mittagjournals, abrupt unterbrochen durch das Abziehen des Startschlüssels nach erfolgreicher Beendigung des Parkvorgangs eines Cinquecentos mit Linzer Kennzeichen in Front des Arte-Hotels Kufstein. Im selbigen Moment hob überirdischer Orgelklang an – das mächtige Pfeifenwerk der Feste dröhnte zur Begrüßung hoch über der und in die Stadt am Inn … Schon zwei Stunden später flimmerten über die Leinwand des Musikfestsaals im großen Schulzentrum die eingereichten Filme aus Süd- und Westösterreich sowie Südtirol – Sensationeller Höhepunkt gleich zu Beginn: Der hochartifizielle StreifenArmeniavon MMag. J. Rauter.

Die Eröffnungsszene in 2 Schärfenebenen, die sich am Schluss als filmische Klammer des feinen Werks präsentiert. Alles im schlichten SW, passend zur bäuerlich verbalen Kargheit. Dazu schroffe, harte Schnitte (Fleischerbeil), die die Härte des Seins unterstreichen, ebenso wie die kalten Räume und die bewusst optimal gesetzten Gegenlichtaufnahmen. Optimal gecastete und bestens geführte DarstellerInnen. Genial die Spiegelszene – eine innere Rückblende … Köstlich die Idee mit dem Dialog-Dummy und der Milchkuh. Musik im Kontrast zu Erwartungen. Die Story erzählt sich wie von alleine … Kaffee ohne Milch / Film ohne Kitsch – ein cineastisches Erlebnis – unbedingt anschauen, dann werden meine Worte zum verständlichen Erleben … TRAILER <<<

Nebst obigem Lehrbeispiel für Dramaturgie, Kamera, Schnitt und Regie gefiel dem jurierenden Blogautor natürlich auch der eine oder andere Film von Mitbewerbern (wie W. Schwaigers „Metamorphose“ – Bester Beitrag aus dem Pool von Tirol & Vorarlberg …)

Nach Pilsz’schem Plädoyer wurde „Armenia“ von der Jury zum besten Film Kärntens (LM) gekürt. Der Blog-Schreiber gratulierte spontan bereits damals Ende April der erfolgreichen Filmemacherin zum sicheren Staatsmeistertitel …

Diesem zurecht begeisterten, sauber argumentierten Urteil, konnte sich nun im Juni die Jury in Eisenstadt leider nur teilweise anschließen. Aus speziell inhaltlichen Gründen wurde ein anderer Film präferiert … eine dreifache Nominierung und einmalige Auszeichnung wurde „Armenia“ wenigstens ansatzweise gerecht !

Im „Katamaran“ zwischen Haydn & Liszt

Der Fadinger Absolventenfilm schaffte es der Nominierung entsprechend dank des Jurypräsidenten, eines Bayerischen Funktionsträgers und einer Stufe grad mal aufs Podest in Dosko-City, aber das war’s dann auch schon: Dem gestrengen, ungarischen Juror von derTransylvanischen UNI“ (- kein Scherz) schien unser Schubert-Horror scheint’s etwas zu „blutleer“. Neben dem dreifach nominierten, experimentellen Studenten-Film „Allerseelen“ warDurch die Nacht zu Diraber in jedem Fall auch hier so der erfolgreichste OÖ. Video-Beitrag. (>>> Filme AFL/OÖ. – far below value)

M P

1997 im Rahmen des Public Viewings (vor dem Gruberová-Konzert) beim Schloss Esterhazy in Eisenstadt: Unser Haydn-Video „Der Zauber des Mondgartens“ – bei den Haydn-Festwochen

Ein herzliches DANKESCHÖÖÖN speziell nochmals an den Herrn Direktor in Kufstein, der als Schirmherr der dortigen Veranstaltung immer für einen perfekten Ablauf sorgt und in der Jurybetreuung umsichtigst agiert – Besser geht’s nicht <<<

Cancel Culture – ein Biedermeier 2.0 ?

Ausgehend vom Campus Englisch-sprachiger Hochschulen, wo zuerst „nur“ die Wissenschaft betroffen war, hat eine woke Welle weltweit für heftige, diverse Diskussionen gesorgt:

Metterniche und Präfekten inverser Glaubenskongregationen in Sachen Kunst/Kultur haben seit geraumer Zeit Hochsaison

Waren es zuletzt Straßennamen, die zu ändern wären, da der Geehrte sich nach Jahren als unehrenhaft erwies … Pfitzner muss weg hieß die Devise … andererseits muss sich der legendäre, international bekannte und geschätzte Linzer Sänger Richard Tauber mit einem kurzen Weg(erl) bescheiden – das scheint keinen der Verantwortlichen zu stören … Bei Hans Pfitzner geschah die Aberkennung zu Recht, wenn man sich dessen Äußerungen (1945) genauer ansieht – wie aber ist mit seinem Werk umzugehen, mit seinem Palestrina? – Im speziellen Fall ist dessen Werk erfreulicherweise (noch) nicht von einer quasi „Sippenhaftung“ betroffen. Der Techniker/Erfinder Ferdinand Porsche verlor sein „Weg-Recht“, dessen Produkt aber bleibt in den Garagen reicher „AUTO-chthoner“ u. a. Oberösterreicher … Bei Künstlern ist das anders: Da ist oft nicht nur der Straßenname weg, sondern es wird dann gleich auch das Werk aus dem Regal genommen – sprich: Aufführungsverbot … Im nämlichen Blickpunkt immer wieder auch Franz Stelzhamer, der (vorerst) seine Straße „behalten“ darf …

Derzeit sind Landeshymnen in der Diskussion – so auch das „Hoamatland„:

Bei Stelzhamer ist dasBunte Buchim Diskurs und im „Hoamatland“ die Textstelle:

a Hünderl sein Herrn

Der Alt-LH (siehe grüner Link oben) sieht keine Obrigkeitshörigkeit gegeben

Auch der Blog-Autor hatte beim Absingen keinerlei Assoziationen in diese Richtung …

Für über 90 % der OÖ. Bevölkerung geht es bei der Landeshymne weder um Franz Stelzhamer, noch um Abhängigkeiten, sondern schlicht & einfach um lieb gewonnene Tradition. Der Blog-Autor schmettert voll Inbrunst vor allem die „Dahoam-Strophe“, die in Zeiten der Klimakrise einen wahrlich vorbildhaften Inhalt zu Gehör bringt. Ein Klima-freundlicher Hymnus u. a. gegen sinnlose Flugreisen … der Blog-Autor sieht sich in seiner freiwilligen 500 Km Umkreis-Beschränkung bei „Urlauben“ voll bestätigt ... Alleinstellungsmerkmal des „Hoamatgsangs“: Es gibt im deutschsprachigen Raum keine weitere Hymne, deren Text im Dialekt abgefasst ist ! – Eine sehr emotionale Liebeserklärung, tänzerisch, statt Stechschritt und sonst üblicher, blutig martialischer Parolen …

Liebe Walküren & Walkürinnen <<<

Blöd provokante Überschrift eines WagnerWerk-begeisterten Menschen – mitnichten – eingedenk meines Films Fremdlingin„: Wäre Georg Trakl verantwortlich für den Text unserer Bundeshymne, so wären uns diesbezüglich wahrscheinlich überlange Genderisierungsdiskussionen erspart geblieben; Mit seiner Fremdlingin, Mönchin, Jünglingin hätte er über die „Schmerzverschwisterte“ (seinem Alter Ego) Grete sicher das Weibliche auch im Hymnentext verankert … Aus meiner bescheidenen Sicht wäre die Problematik aus dem Blickwinkel, dass nach Jahrhunderten der männlichen Endungen ab nun die weiblichen obligat wären, völlig unproblematisch gelöst. Mich als UnRuheständlerin oder Pensionistin, Seniorin oder Bloggerin zu bezeichnen würde mir keine wie immer geartete Pein bereiten. Anreden und Bezeichnungen dieser Provenienz könnten (wenn es denn so sein sollte) auch Eingang in heutige Literatur finden, aber bitte keine (wie auch immer angedachten) Eingriffe in wertvolle, künstlerische Texte (Kunstwerke) vorwoker Zeiten – egal ob ihr Kreator heutigen Maßstäben entspricht, oder eben nicht …

Und damit zurück zur Verknüpfung von Kunstschaffenden mit ihren Kreationen: Was wiegt mehr? – Ein hochqualitatives, musikalisches Œuvre mit Weltwerken wie Salome, Rosenkavalier, Heldenleben, Eulenspiegel oder die Tatsache, dass Richard Strauss kurzzeitig Präsident der Reichsmusikkammer war? Stefan Zweig hätte R. Strauss & dessen Schaffen wohl zu 100% exkulpiert !

Wenn in Kunstwerken eigene politische Überzeugungen / Gesinnungen der Schöpfer zum Ausdruck gebracht werden, wenn autobiografisch aufgeladene Werke zum Diskurs stehen, ist dies aus dem Blickwinkel der Biographischen Daten des Künstlers sowie der Entstehungszeit der Werke zu beurteilen – selbiges betrifft Werkinhalt & Text. Wie lange musste sich Ludwig van Beethoven mit seinen Fidelio-Bearbeitungen herumschlagen, um den damaligen, biedermeierlichen Zensurbehörden gerecht zu werden – nach den sich ständigen verändernden, nun gerade woken Usancen des 21. Jahrhunderts konnte er seine Oper allerdings nicht mehr ausrichten … und das gilt für alle produzierenden Künstler früherer Zeiten !

Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan …

& mit ihm auch alle gleichnamigen Apotheken und Süßspeisen?

Schillers aus dem Zusammenhang gerissenes, in Worten leicht verändertes Zitat aus dem „Fiesco“ wird so ganz schnell scheint’s zum unwoken Fiasko <<<

Me too-Kandidat Mozart hat mit dem Schickaneder-Text in der Zauberflöte zwar kein böses N-Wort drinnen, sehr wohl aber die Figur des Monostatos – Mozarts in Wien lebendem Freimaurer-Kollegen & Künstler Angelo Solimann wurde mit ihm ein Denkmal gesetzt. Nach dessen Tod mutierte der kaiserliche Prinzenerzieher zum mehr als fragwürdigen Ausstellungsobjekt (!) in der Vorläuferinstitution des Naturhistorischen Museums des Monarchen zu Wien …  In dieser kontextualen Verdichtung: Was also tun mit Mozart, Schickaneder & ihrem „Machwerk“? Schikanieren? Oder etwa gar: Verbieten? Umändern? Kürzen?

Das Umschreiben oder Verbot von künstlerischen Werken wird weder dem Schöpfer, noch dem Rezipienten gerecht, wäre ein Kahlschlag in der Kunst/Kulturgeschichte und käme einer Kapitulation der Kreativen und deren kultureller Leistung in Summe vor der Willkür selbsternannter „Sittenwächter“ gleich – diese öde, geistig kulturelle „Verzwergung“ ist daher kategorisch abzulehnen !!! – Wurde aber meist auch (noch) nicht wirklich eingefordert …

Es ist Aufgabe der Regie: Werke möglichst ohne Kürzungen und keinesfalls durch Textänderungen (spez. in sängerischen Bereichen) entstellt, so auf die Bühne zu bringen, dass die Dramaturgie als Werknotariat die Inszenierung mit gutem Gewissen absegnen kann und für das Publikum ein bekömmlich breiter Rahmen für freie Interpretation offen bleibt !

Texte, Stücke, Kreationen, Kunstwerke sind immer aus der Zeit ihrer Entstehung zu beurteilen <<<

 Was heute durchaus zu Recht undenkbar und daher auch keinesfalls zu tolerieren ist, war einstmals en vogue – sprich: [ɑ̃ voːk]

Heute schlägt das Pendel in die andere Richtung aus: Woke Sittenwächter wachen nunmehr über Kunst / Kultur

Das Ungeheuer von Woke-Ness?

Unter dem Titel >Kulturelle Aneignung< wurde im heißen Wok woker Kulturwächter einiges hoch und gar gekocht: Da wurden nicht nur Konzerte von Rasta-lockigen Künstlern gecancel(l)t, sondern auch der rote Bruder Winnetou von der Leinwand geholt … „Aneignung“ im positiven Sinn bedeutet aber Fortschritt und Wertschätzung und ist kulturgeschichtlich eine Notwendigkeit – nur so war und ist eine weltoffene, grenzenlose, globale Weiterentwicklung in Kunst & Kultur möglich: Von allerersten schriftlichen Aufzeichnungen, die in der Folge den Weg zu Hochkulturen ermöglichten, bis in die digitale Jetztzeit mit ihren Errungenschaften inklusive offener Fragen zwischen KI & letalem K.O. …

                                                    Von Betroffenheitskultur bis zur Unkultur

Jede(r) spricht bei ALLEM mit …  in einer Demokratie erfreulicherweise möglich und im Sinne von Diversität und Dialektik auch durchaus erwünscht.  Zu häufig werden von Unbedarften allerdings Meinungen zu Fakten geadelt – Bei den meist nicht, oder falsch definierten Begrifflichkeiten wie Kunst, Kultur, Zivilisation bleibt man in Sachen Beurteilung fast immer an der geschmäcklerischen Oberfläche.

Filmemacher Ulrich Seidl (selbst betroffen von Vorverurteilungsunkultur) griff in seinem Kurzfilm  „Bilder einer Ausstellung“ die obige, ganz typische Definitions- & Interpretationsproblematik von Kunst-Rezipienten auf – ausgehend davon, was ein Kunstwerk, ein Bild in verschiedenen Menschen auslöst und wie es sie dazu bringen kann, über sich selbst zu reflektieren und über ihre Lebensumstände, ihre eigenen Gefühle und ihre Obsessionen zu sprechen

Cancel(l)ing hat zu Tun mit Wunsch nach Regeln & Antworten mangels Religion oder Traditionen (Brauchtum) – Eine neue angeblich fortschrittliche, eigentlich aber zutiefst kleinbürgerliche, aus strenger political correctness geborene „Beckmesserische“ Regelkonformität bringt so die noch junge Freiheit der Kunst in Bedrängnis

   Vor- & Rücksicht bei Äußerungen ist durchaus angebracht:

Erst Denken (& damit Freude schenken), dann reden !

Die Unachtsamkeit, wie spez. auch in den UnSozialen Medien mit Sprache umgegangen wird, verträgt in jedem Fall Kontrolle und Korrektive – besonders der Umgang mit fragwürdigen „Witzen“, die weder mit Satire noch Kabarett zu tun haben. Fundamentalismus, politische Ränder usw. charakterisieren sich u. a. dadurch in humorbefreiten Biotopen zu vegetieren ! 

Lisa Eckhart im Diskurs – Instrumentalisierung von heutigen oder historischen Berühmtheiten ist an der Tagesordnung, um so medial weitreichender über bestimmte Thematiken reden zu können … durchaus berechtigt allerdings bei echt peinlichen Erscheinungen wie Trump & Co. – je woker da das Umfeld in solchen Fällen mit Nachdruck agiert, desto besser ! Medien wären dabei aufgerufen nicht alles was solchen Figurenaus dem Maul fällt“ 1 zu 1 zu transportieren, sondern ihnen die Plattformen ihrer Pseudo-Wichtigkeit zu entziehen und statt dessen einem breiten Diskurs als Korrektiv zur Verfügung zu stellen. Solange Machos mit ihrer verbalen „Trump-Gun“ nicht den Mottos „Brain first“ & „Shut up great again“ huldigen, haben woke Wächter à la longue ihre Daseinsberechtigung verknüpft mit der Lizenz möglichst laut ins Horn zu tröten !

Triggern“ ist das neue „Spoilern

Vorwarnungen bei Stücken, Filmen und anderen Kunstwerken, dass Verbrecherisches & Gefährliches passieren wird, erscheint ebenso sinnlos, wie der Hinweis, dass der Genuss von Alkohol einen Schwips oder Rausch hervorrufen, oder Essen in letzter Konsequenz zu Stuhlgang führen könnte. Bisher war am Kunstsektor (zB. Film) die Altersbeschränkung für Kinder & Jugendliche völlig ausreichend. Wer einen soliden Horrorfilm besucht, muss sich von romantischen Sequenzen verabschieden und mit „Splatter-Movie-Bildern“ anfreunden. Man darf erwarten, dass sich das geschätzte Publikum auf den „Konsum“ von Kunstwerken nicht nur am Sektor Oper vorbereitet. In Othello wäre „Black-Facing“ so keine wirkliche Überraschung (!) und auch die Erdrosselung der Gattin Desdemona sollte dem mündigen Rezipienten geläufig sein … (- spez. auch in Zeiten von Google, Wikipedia, Trailern …)

Ein „Black-Facing-Verbot“ würde im Umkehrschluss bedingen, dass sämtliche Schauspieler/Sänger mit nicht weißer Hautfarbe faktisch keine klassischen Rollen spielen dürften – absoluter Schwachsinn. Der ganze abendländisch europäische Werkekanon fiele in diesem Falle flach und Angehörige anderer Kontinente wären wegen kultureller Anmaßung/Aneignung gleichfalls auszuschließen …

In der Inszenierung Harry Kupfers in den 80ern sang der großartige Simon Estes den fliegenden Holländer in Bayreuth: Da wäre „White Facing“ angesagt gewesen und hätte natürlich kein Problem dargestellt – im Text ist vom „Bleichen Mann“ die Rede – wahrlich unfreiwillig komisch – auch wenn man das Libretto metaphorisch auslegen kann ...

Wie politisch, propagandistische „Vereinnahmung von Kunst“ schier umfassend funktionieren kann, zeigt sich bei Richard Wagner: Es kam zu einer „kulturellen Aneignung“ des Komponisten durch den Mann aus Braunau ebenso, wie durch apokalyptische Filme oder heutige, „gleichnamige“ Söldner-Truppen. Auch Wagners Schwiegervater Franz Liszt wurde mittelsOstfanfare im Volksempfänger „krass“ missbraucht. Selbst unpolitischste Komponisten wie Bruckner wurden Teil der Propaganda – im speziellen Fall durch Inthronisation in der Walhalla bei Regensburg. Bei Wagner ist die Sache nicht ganz so einfach, da er in seinen begleitenden Schriften „Inkorrektes“ gestreut hat, andererseits aber ideologisch nicht festmachbar ist, weil er u. a. sowohl von rechts als auch von links „benutzt“ werden kann.

Beim Thema professioneller Recherche ist da meist viel Luft nach oben – Internet-Enzyklopädien und veritable Organisationen sind da nicht ausgenommen … Als Ergebnis schlampiger Internetz-Recherchen wird explizit unverhofft Cosima (Tochter von Franz Liszt) ihr Gatte R. Wagner als Vater zugedacht. Die „Hohe Frau“ hat nach Wagners Tod 1883 tatsächlich eine wesentliche Rolle im sogenannten Bayreuther Kreis bis zu ihrem Tod 1930 gespielt. Gobineaus Ideen wurden da allerdings von Houston Stewart Chamberlain erst ab 1899 verbreitet … & weder R. Wagner noch Cosima erlebten das 3. Reich … Die richtige Adresse wäre da wohl eher Hans von Wohlzogen, von dem sich Bayreuth (spät, aber doch) nun offiziell distanziert.

Zitat Wikipedia:  Gobineau bewunderte Richard Wagner und traf mehrmals mit diesem zusammen. Wagner antwortete ihm mit seiner Schrift „Heldenthum und Christenthum“, worin er die rassistischen Ideen Gobineaus kritisierte und teils zurückwies

„Nehmt die Wäsche von der Leine, die Schauspieler kommen“

Schon wieder so ein inkorrekter Sager – was will uns der Blogautor damit andeuten? Können verbale oder juristische Fehltritte reproduzierender Künstler die Aufführung von Werken in Frage stellen? Für den Film „Corsage“ – wurde dies so zum fast alles abschnürenden Korsett? Der produzierende Künstler ist für Inhalte, Intendant & Kurator für die Auswahl, Regie, Choreographie & Dramaturgie für die Auslegung und Tänzer, Schauspieler, Sänger für die Darstellung verantwortlich – Letztere sind dabei logischerweise nicht sie selbst, sondern stellen „nur“ Kunstfiguren dar – mit Kostüm, Perücke & Maske, Black- & White-Facing all inclusive

Die Floskel „What shall’s“ bringt’s auf den Punkt: Es zeichnet den Schauspieler/Sänger aus. ja es gehört zum Berufsprofil, in fremde Rollen zu schlüpfen, eine(n) andere(n) darzustellen !!!

„Cancel(l)ing“ ist ein also auch diesbezüglich absolutes NO GO <<<

In ergänzter Variation des berühmten Satzes eines ebensolchen österreichischen Kanzlers möchte ich schließen:„Lernen’S ein bissl Kultur-Geschichte <<<

M.P. – ein dicker, alter, weißer Mann (- „OÖ. Mostschädel“ – Kunst statt Alk )

Hinweis nur für „Digital Naives“: Alle Worte dieser türkisen Farbgebung im obigen Blog-Text beinhalten Infos, Bilder, Videos, PDFs usw. …, die durch einen linken „Maus-Klick“  aktiviert werden können & sollen !

Nikolaus Habjan u. a. zu „Cancel Culture“: https://cba.fro.at/509728 <<< (Radio ab Min 13.15)

Im Gedenken an Grace Bumbry

Anmerkungen zu F. Stelzhamer (M. Huszar)

Die Bahn zu den Zwergen

Linzertorte & Stahlindustrie – das kannte man von Linz schon lange vor dem www. … Wenn Bruckner24 zum 200er des Hauskomponisten die Kultur wieder in den Vordergrund rückt, wird man sich bewusst, dass die Kulturhauptstadt09 auch per Klangwolke, Brucknerhaus, AEC, Lentos und Musiktheater in die weite Welt hinausstrahlt und wahrgenommen wird. Ende Mai 023 ist es jetzt aber die edle Pöstlingbergbahn, die seit nunmehr 125 Jahren die Donaustadt & das Zwergenreich des Wahrzeichengipfels miteinander verbindet:

Obiges Video wurde bei Festivals mehrfach von der Jury gewürdigt – darunter auch durch den Sonderpreis für den besten Sprecher – der Blog-Autor fühlte sich diesbezüglich sehr geehrt …

Gemeinsam mit dem Filmer-Kollegen Gerhard Bös durfte man sich nicht nur über jene Auszeichnungen freuen, sondern auch weitere Filmprojekte planen – so ein Portraitvideo zum 60er von Helmut Rogl: https://www.helmutrogl.at/werke/

Der Pöstlingberg war immer gut für Feierlichkeiten – so zB.: Beim 30er (siehe oben) und ganz groß beim 60er:

Happy Birthday Pöstlingzwergbahn

M P

P f i n g s t e n 023

Hier seien noch 2 ganz wesentliche Namen erwähnt: >Klangwolkenvater< Walter Haupt hat uns Mitte Mai verlassen: https://cba.fro.at/408719 <<< (Radio)

und eben erst: Tina Turner, der wir 1988 das Finale unseres Cabarets widmeten:

Bruckner & 10 Jahre Musiktheater

… Blogbeitrag exakt zum Jahrestag des Neuen Musiktheaters …

B R U C K N E R ** 0 2 4

Für FRO bei der PresseKonferenz zu Bruckner 024

Sowie diesbezüglich auch in eigener Sache – sprich: Jubiläumsprojekt für Radio FRO

Sehr geehrte Einreicherin, sehr geehrter Einreicher,

wir danken Ihnen für Ihre Beteiligung am ProjektCall für Anton Bruckner 2024. Es hat uns eine große Anzahl und Vielfalt an Projekten im Spannungsfeld zwischen Tradition und Avantgarde erreicht. Die Auswahl erfolgte durch eine Jury in einem mehrstufigen Verfahren.

Wir dürfen Ihnen mitteilen, dass Ihre Projektidee von der Jury positiv bewertet wurde!

Wir möchten Sie deshalb gerne zu einem Gespräch einladen

Der Dialog zum Projekt fand Ende März in der Landeskultur statt – verbunden mit einem Interview zu Bruckner024 <<<

In FRO(h)sinniger Vorfreude auf’s Brucknerjubiläum und Ischl 024, sowie auf den dann eigenen 70er

Das Jubeljahr 024 beschert uns weiters 15 Jahre Linz09 & 50 Jahre Brucknerhaus

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Vorbotin zum Jubiläum 10 Jahre Musiktheater Linz:

Nach Verdis „Forza“ in der genialen Regie von Peter Konwitschny, der bei der Premiere in Linz seinen 78. Geburtstag gebührend feierte, gab es einen großartigen Arienabend, bei dem nebst Elina Garanca auch Mitglieder der Linzer Ensembles im Rosenkavalier-Finale glänzten … 2013 hatte damals im Rahmen des opulenten Eröffnungsprogramms der „Ex-Linzer“ Kurt Rydl den Ochs gegeben …

Gararanca Rosenkavalier MET

F E S T I V I TÄ T E N

Die Musiktheaterfreunde luden zum Meistersinger- SonntagsFoyer in IHR Haus ein

Markus Poschner sprach im übervollen Keplersalon über Bruckner und lud zu einer Meistersinger-Hauptprobe ins Musiktheater

P R E M I E R E

EINE WAHRLICH WÜRDIGE FESTOPER

In alle Schülerstammbücher schrieb ich:

„Kinder, schafft Neues !“

Richard Wagners Aufruf an die Nachgeborenen nicht in der Anbetung der Asche zu verharren, sondern neugierig zu sein und zu bleiben, immer Neues zu wagen, wurde zum Motto der Neuinszenierung der „Meistersinger“ in Linz. Anton Bruckner hatte 1868 das Neue gewag(ner)t und den Schluss der Festwiese (3. Akt) in den Linzer Redoutensälen aus der Taufe gehoben.

Heuer 2023 wurden die „Meistersinger“ zur Festoper des 10er Jubiläums des neuen Musiktheaters zu Linz. Erste Einblicke ins szenisch musikalische Gewirk gab’s im Rahmen eines stimmig informativen Sonntagfoyers der Freunde des Musiktheaters und bei einer offenen Probe mit Orchester: „Bewahrt euch vor Gespenstern und Spuk, …“ stand auf dem Vorhang zu lesen – Worte des Nachtwächters, die man bei der aktuellen Linzer Werkdeutung dem Kinderchor im Off in die Münder legt – Kindern, die Neues schaffen sollen. Früher sagte man, dass der jeweilige Nachtwächter demnächst den Sachs geben würde – Ganz im Sinne von: „Was Hänschen nicht lernt, singt (den) Sachs nimmermehr …

Mir ist, als wär ich gar wie im Traum

Klein Eva, die im strahlenden C-Dur ihres Kinderzimmers der Spielzeugstadt Nürnberg samt Mega-Plüschteddy, aus der Lade die Spielgefährten ihrer kindlichen Phantasie herausholt: Puppe (Olympia) Magdalena und (Grüßaugust) David, sowie ihren stolzen Ritter Walther, bei dessen Kreation sie selbst Hand anlegt und hofft, dass dieser einen entsprechenden Karrierestart hinlegt. Die Figuren bekommen mit einsetzendem ersten Akt geistlich gestärkt ihre Stimme und damit auch eigene Persönlichkeit. David (genervt von den anderen Lehrbuben, die er am liebsten in einen Kulissenkasten verbannt hätte) versucht eifrig dem Liegestütz übenden, ritterlichen „Spielkameraden“ von Stolzing das Rüstzeug für ein meisterliches Singerdasein zu vermitteln, doch dann bricht die „Harry Pogner-Welt“ der erwachsenen Meistersinger über Evas Traumwelt herein. Im fränkischen Hogwarts regiert die Enge der Tabulatur. Was dort als königliches Schach beginnt (Meister Sachs ist dabei jene Figur zugedacht, die zu überraschenden, befreienden Rösselsprüngen taugt) wird schnell zur Inquisition der Spitzhüte, die in Umkehrfunktion an Nürnberger Trichter erinnern … Eben noch Kandidat bei der sängerischen Reifeprüfung wird der nun „Angeklagte“ von der „ehrenwerten“ Lebkuchen-Mafia über den Jordan geschickt. Hinter den großen Fenstern rollen bereits die Spielbälle des 2. Teils der Geschichte …

Johannisnacht-Pubertät

Nun ja, in der Johannisnacht darfs schon mal „flippig“ werden & ein echter Flipper ist bekanntermaßen der Freund aller Kinder und Große nicht minder lieben auch ihn … Dies bedeutet nun allerdings nicht, dass sich das Musiktheater per Metamorphose in ein Delfinarium an der Pegnitz wandeln würde. Vielmehr wird die Bühne im 2. Akt zu einem riesigen „Nürnberg-Handwerkerhof-Flipperautomaten“ und die handelnden Personen mutieren dabei zu Spielbällen des Geschehens: Alice Eva ist gewachsen (Jahreszeiten glitten an den Fensterscheiben des saalartigen Kinderzimmers vorbei) – Teenie Eve verabschiedet sich von ihrer deutlich kleiner gewordenen Kinderstube und dem nun handlichen Bären, gezoomt in ihre neue Welt. Im 2. Teil des Satyrspiels auf das höfische Minnesängerdrama Tannhäuser von den Lehrbuben zu Mickymaus im Las Vegas der Handwerker umgemodelt. Als Wartburg-Vorläuferin Elisabeth hätte sie nun singen können: „Dich teure Spielhölle grüß ich wieder“ … Statt dessen verstummt Lolita Eva zusehends neben „Landgraf“ Papa Pogner und „Onkel“ Sachs. Keine tröstende „Teestunde“ beim Schuster, sondern Ernüchterung …

„Wie duftet hold der Flipper“

Walther von Stolzing macht einen Boxenstopp bei Eva, befreit diese von gleichaltrigen Schickimickis. Sachs nimmt sich im Gegenteil zu Hans-Dampf-in-allen-Gassen im flächendeckenden Wahn wie ein Fremdkörper aus, bis auch er (gleich Donner) den Hammer auspackt. Falco Beckmesser (sensationell: Martin Achrainer) hingegen ausgestattet mit Pomade und „Keytar“ fügt sich als Ergänzung wunderbar ins neue Bild, in dem menschliche Spielbälle das Chaos der Prügelfuge einleiten und beflügeln. Nicht „Junge Römer“, sondern ebensolche Nürnberger beenden aber auch den Spuk der Glühwurmabteilung. Schade, dass man zu den originellen Bratwurst-Bumpern keine mechanischen Flipperfinger angedacht hatte, mit denen man ganz deutlich abgestimmt auf die Musik die Kugeln ins Spiel hätte befördern können – synchronisiert mit Meister Poschner und seinem wunderbares BOL, wie bei Lichtorgeln der 70er Jahre (- Vielleicht sollte man ja bei einer anderen Inszenierung ein so gesteuertes BOL-Billard in Betracht ziehen) …

Wahn,Wahn, überall Wahn

Im 3. Aufzug wird die junge Frau Eva in die phantasiebefreite Öde einer Wahnwelt gebeamt. Vom www. ihrer Wunderland-Wagner-Welt ist nur noch der Flipperautomat übrig. Sachs sucht in dieser einsamen Perspektivenlosigkeit seinen ganz persönlichen „Wahnfrieden“, als David und das Erscheinen von Walther ihn zu neuen Taten ermuntern. Ein Morgentraum wird zur Weise, deren Taufe das traumhafteste Quintett der Musikhistorie gebiert. Hier verschmelzen die Bilder und Wünsche von Eva, Walther, „Jungfer Lene“, David und Sachs (des Linzer Ensembles) zu einem unsagbar überirdischen Klang.

Doch schon während dessen dringt die Außenwelt in diese Idylle vor. Ein Gabelstapler liefert Holzcontainer, die Spielautomaten zum Inhalt haben – beschriftet mit Komponistennamen … Gesponsert von den aufmarschierenden Zünften, den Meistersingern als Paten? Die ursprüngliche Tristesse eines Bunkers weicht einer Festplatzenge, umzingelt von Meister-Flippern, die sich nach der Blamage von Beckmesser zu einer Reihe ordnen, um Walthers Preislied den passenden Rahmen zu geben. Eva jedoch beginnt den nun würdigen Meistermann wieder in ihren Ritter rückzubauen und zu maskieren – den so nun logischen, aber für alle doch überraschenden Satz hat sie in ihre Rolle einverleibt: Nicht Meister ! Nein ! Will ohne Meister selig sein (- musikalisch wurde nichts verändert, nur hohe Männer- gegen Frauenlage getauscht) Da hebt es selbst Meister Sachs aus den Angeln, doch im Inhalt seiner Schlussansprache findet sich auch Eva wieder, denn sie möchte ihre kindliche Phantasie und Kreativität behalten, frei im Spiel und in der Kunst. Es ist an der jeweils nächsten Generation, den Kindern also, das Neue (spielerisch) aus dem Wissen um Tradition heraus zu schaffen – dass alles blüh und wachs vermerkt freudig dann wohl auch Meister Sachs ! (- Bei den vielen Vorhängen am Schluss verbeugten sich Schustermeister und Stadtschreiber versöhnlich gemeinsam)

Hier gilt’s der Kunst !

(- ein vielschichtig verwendetes Zitat von Eva)

… nur ist’s nicht leicht zu behalten und das ärgert unsre Alten?

Wird man bei den Wagnerianern das „Unmut-Motiv“ hören – eng verwandt den wilden Tönen aus Nibelheims Nächten. Ich dachte nicht, da das Linzer Publikum ganz im Sinne des Meisters fast immer offen für das Neue war ! Ein paar Buh-Rufer gabs dann doch, aber auch Freund Beckmesser hatte das vorgefertigte Ergebnis bereits auf seiner Tafel stehen. Ein Diskurs wär‘ spannend, bei dem man sich nicht in der geschmäcklerischen Meinungsblase versteckt, sondern Argumente im Detail zum Vortrag kommen !

Verdiente BRAVI für die intelligente, liebevolle und detailreiche Inszenierung (Paul-Georg Dittrich für Konzept- & Personenregie), entsprechendes Bühnenbild, tolle Kostüme, großartige Licht- und Video-Umsetzung, Farb- und Lichtwechsel exakt abgestimmt auf die Musik, passendes Freeze & bewusst gesetzte überlange Pausen, spielfreudige, bestens disponierte GesangssolistInnen, strahlende Chöre und einen Festspiel-Maestro Markus Poschner samt Super-BOL <<<

Wenn gar auch der MERKER bei einer MEISTERSINGER-PREMIERE voll des Lobes ist, so sollte dies Sixtus und KollegInnen zu denken geben:

So inszenierte, individuelle Traumausdeutung statt öder „Reclam-Inszenierung“ ist gefragt !!!

Es war wohl ein Schneider zur Hand, der viel Mut hatt‘ und Verstand

Manfred Pilsz

Bayreuther Diskurs zu: Hier gilt’s der Kunst

Herzliche GRATULATION ans gesamte TEAM in wechselnder Besetzung !!!

Richard Wagner Verband International zu den Meistersingern von Linz <<<

Musiktheater Linz 5Jahres-Jubiläum <<<

Radiosendung zu den Meistersingern: https://cba.fro.at/616331 <<<

PRESSE / OÖN / VOLKSBLATT

Reflexion zu den Meistersingern – Haiden am DO

Kosky in Bayreuth 017

40 Jahre RWV Linz

* * *

Sidestep 1: Musical-Frühling-Gmunden:

Briefe von Ruth

In Sachen Musical verlockte die Weltpremiere der Briefe von Ruth in Gmunden schon 023 zu einem Sidestep ins Salzkammergut024 – ExFadi, Sponsor & Lightdesiger Ingo Kelp war da wie immer voll dabei !

Gisle Kverndokks & Aksel-Otto Bulls Musical BRIEFE VON RUTH in der Produktion des Musicalfrühling Gmunden ist in sieben Kategorien (u.a. Bestes Musical, Beste Komposition und Bestes Buch) für den Musicaltheaterpreis 2023 der deutschen Musicalakademie nominiert.

Das Referenzprojekt der Kulturhauptstadt präsentierte sich als glänzender Erfolg

Sidestep 2: Osterfestspiele Salzburg 023 „Westbam meets Wagner

Kritik zur Salzburger Dance- & Electronic-Wagner-Night <<< Party-Stimmung?

U. a. mit dabei im musikalischen Team: Der Sänger der Band YELLO

Film-Frühling 023

Dr. Esther Wenger: Regisseurin & u. a. Chef-Jurorin des Filmfestivals der Nationen

Der Filmklub Linz ist mit einem hochkarätigen Gesprächsabend ins Vereinsjahr 023 gestartet: Die vielbeschäftigte, erfolgreiche, deutsche TV-Serienregisseurin Esther Wenger (Bergdoktor, Rosenheim Cops, Tatort) berichtete dabei über ihre letzten Arbeiten. Der Abend im Haus der Volkskultur wurde für Radio FRO aufgezeichnet – RADIO-LINK: https://cba.fro.at/611976   <<<                                                                          

Nach dem schon davor ebenso gut besuchten Vortrag zum ThemaSprechen, Stimme und Sprache  im Film“, hat der Linzer Filmklub gemeinsam mit dem „Bunten Fernsehen“ im Kino Katsdorf am 25. März das regionale Filmfestival OÖ/Salzburg ausgerichtet.  Die Zusammenarbeit mit Heinz Martinek & seinem medialen Team war erstklassig !!!

Das Mediengym aus der Linzer Fadingerstraße, dessen 09Radio FRECH heuer den 25er feiert, war bei dieser Veranstaltung mit dem erfolgreichen AbsolventenvideoDurch die Nacht zu dir“ vertreten.

Festivalstimmung im K i n o *** K a t s d o r f

Nach den Iden fand am 25. März im feinen Programmkino Katsdorf das regionale Festival des Verbands österreichischer Filmautoren statt. Als Veranstalter fungierten der Linzer Filmklub AFL und das Team des Regionalmediums „Buntes Fernsehen“. 24 Videos aus OÖ und Salzburg hatte es geschafft für diese Veranstaltung nominiert zu werden. Erfahrene Juroren (darunter u. a. Dr. Paul Stepanek) wählten für das dann bundesweite Festival der VÖFA 023 Anfang Juni in Eisenstadt sieben Filme aus und vergaben Sonderpreise. Als bester oberösterreichischer Film wurde das Absolventen-Projekt des Linzer Mediengyms „Durch die Nacht zu dir“ ausgezeichnet und bekam den Sonderpreis für eine filmische Erzählung sowie den Preis der VÖFA. Weitere Sonderpreise für die beste Idee & Kamera gingen an den exzellenten, experimentellen Film „Allerseelen“ von Michael Keplinger. Beide Videos sind bereits auch im Rahmen internationaler Kurzfilmfestivals gelaufen – der Musikspielfilm des Fadinger Absolventinnenteams „Durch die Nacht zu dir“ beim Festival der Nationen 022

LANDESMEISTER 023: Es darf (wie oben in der Schlussszene) gefeiert werden Belohnung für 3 Jahre Arbeit (während Corona) an diesem Filmprojekt

Das Absolvententeam des 13er Jahrgangs: Maja Vidakovic & Marlene Penn, die während Corona den Schubert-Horrorfilm „Durch die Nacht zu dir“ gedreht haben, waren auch in der Statisterie am Fernsehschirm bei „Soko Linz“ (ORF) zu bewundern:

SOKO M

Als Moderator im Einsatz: Der BLOG-Autor …     

Während der Juryberatungen fanden für Gäste und Autoren Gespräche mit Jürgen Binder (AFL) und Heinz Martinek (Buntes Fernsehen) sowie den Bürgermeistern Herbert Fürst (Engerwitzdorf) und Sepp Wall-Strasser (Gallneukirchen) zu den Themen Situation & Probleme in der Filmklubszene (Ausrichten von Veranstaltungen, Nachwuchs, Ziele …), Ehrenamt, Kulturvermittlung & – Politik statt – umrahmt von passenden Filmmusikklängen des Streicherensembles der LMS Gallneukirchen.

Am selbigen Wochenende , an dem auch bei der Diagonale die Preise vergeben wurden

Der nunmehr bereits 8. Film-Landesmeistertitel OÖ seit 1993 (Filmographie <<<<) für den BLOG-Autor & seine jungen Teams

(2 Meistertitel davon im UnRuhestand)

M P (- Ende April dann selbst in der Jury in Kufstein)

Musik der LMS Gallneukirchen und richtungsweisende Worte durch VÖFA-Präs. Peter Glatzl sowie Unica-Beauftragten (Filmautoren weltweit) Wolfgang Allin (Wiesbaden), dessen Gattin Angelika als kunstaffine Jurorin fungierte

Mit der VÖFA-Nadel verdient ausgezeichnet: Berndt Pachleitner (AFL)

Herzlichen DANK für alle Unterstützer unseres kleinen Festivals – spez. auch die Stadt-Kultur Linz

Filmfestivals haben beim Bunten Fernsehen Tradition: Goldener Delfin

Alle AFL-Filmklub-Bilder im BLOG stammen von Heidelinde Volkert

TV-Beitrag zum Festival: https://teambuntesfernsehen.at/rueckblicklms2023

Verachtet mir die Meister nicht !

KOTHNER

Der Sänger sitzt !

BECKMESSER

Fanget an !

Kaum ein musikdramatisches Werk Wagners bietet soviele Linz/OÖ-Bezüge wie „Die Meistersinger“

Der legendäre Schustermeister Hans Sachs (Hauptfigur der obigen Oper) schrieb als wandernder Geselle im nahen Wels 1513 vor nunmehr genau 510 Jahren seine ersten Meisterweisen. Gemeinsam mit dem zweiten großen Zentrum dieser Sangeskunst in der Stadt Steyr, machte Wels Oberösterreich zur wichtigsten heimischen Region der Meistersingerei, die keinen diesbezüglichen Vergleich mit all den süddeutschen Metropolen scheuen muss. Wirtschaftlich prosperierten diese zwar mehr, da sie keinen Gegenwind der Herrschenden verspürten, aber künstlerisch war man auf Augenhöhe und durch die Walz fand ein reger Austausch statt: In Nürnberg wurden Meisterlieder aus Steyr gesungen …

Der Meistersang ist eine Kunstpraxis der frühen Neuzeit und ruht auf drei Säulen: Dem Zunftwesen, der frühneuzeitlichen Stadt und der Reformation. Der Meistersang hat sich bei uns in den Kronländern nur in Mähren und in Oberösterreich bemerkenswert entwickelt und eine Zeit lang gehalten. Zwei Städte verschafften durch europaweit industrielle Bedeutung ihren Zünften Wohlstand und Selbstbewusstsein, Iglau mit seiner Tucherzeugung und Steyr mit dem Metall verarbeitenden Gewerbe. In zwei weiteren garantierte deren Stadtherrschaft der lutheranischen Gesangspraxis den nötigen Rückhalt, in Eferding die der Starhemberg, in Wels jene der Polheim – damals war dort im Schloß die „Singschul“ – heute residiert in den Gemäuern die Musikschule der Stadt.

Eine quasi Vorlauforganisation des Richard Wagner Verbands Linz

In Linz kam es zu einer Meistersinger-Innung erst lange nach der Hochblüte zu einer Zeit, als diese Kunstform längst ausgedient hatte: 6 Jahre nach Wien 1886 erfolgte die Gründung in Linz. Maximal 25 Mitglieder waren zugelassen – unter ihnen u. a. Bruckner-Biograph August Göllerich. Ein sonorer Lehrer der Fadingerschule gehörte nach der Auflösung 1938 zu den Bewahrern dieser Institution. Noch vor der Jahrtausendwende kam es zur Übergabe von alt ehrwürdigen Insignien (Gewandung) jener Innung der Meistersinger zu Linz an einen jüngeren Kollegen (Blog-Autor), der sich scheints u. a. durch sein missionarisches Tun dafür qualifiziert hatte:  Opernfahrten für junge Leute nach Wien & München, Auftritte mit ihnen bei Abenden des RWVs im Hotel Wolfinger, „Rekrutierung“ von StipendiatInnen für Bayreuth  …  Speziell bei den dortigen kabarettistischen Abendveranstaltungen und später bei den fünf Wildberger Johannisnächten … Genau 90 Jahre nach der späten Geburt der Linzer Meistersingerei im 19. Jahrhundert wurde hier in der OÖ. Landeshauptstadt 1976 der hiesige Wagner-Verband installiert.

Fast auf den Tag genau 155 Jahre nach der UA des Festwiesenfinales (Ende 3. Akt Meistersinger) am 4. April 1868 durch Anton Bruckner mit seinem Sängerbund „Frohsinn“ im Linzer Redoutensaal, findet heuer am 8. 4. die Festpremiere im glanzvollen Rahmen von 10 Jahre Musiktheater am Volksgarten statt.

Wann dann die Flur vom Frost befreit,
und wiederkehrt die Sommerszeit,
was einst in langer Wintersnacht
das alte Buch mir kund gemacht,
das schallte laut in Waldes Pracht,
das hört ich hell erklingen:
im Wald dort auf der Vogelweid
da lernt ich auch das Singen.

Ein Höhepunkt für jeden Linzer/OÖ. Wagnerianer wird diese österliche Meistersinger -Jubiläumspremiere. Die musikalische Leitung obliegt dabei natürlich Maestro Markus Poschner, der im Vorjahr die Neuinszenierung des Tristan in Bayreuth mit großem internationalen Erfolg (Eröffnungsvorstellung/Weltweite Radioübertragung <<< ) dirigierte. Heuer wird Poschner am Grünen Hügel abermals das Tristan-Dirigat & ein Open-Air-Konzert übernehmen.

Alteingesessene Wiener Opernfreunde kennen die wahrlich feine Musik- und Theaterzeitschrift „Der Merker“ (1909 – 2022) – und jetzt den formidablen Online-Merker … Der Name leitete sich vom Merker, dem Beckmesser in Richard Wagners Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ ab. Der Bewahrer & i-Tüpferl-Reiter Beckmesser wurde der Inbegriff für rückwärtsgewandte, kleinliche Kritik: Im Bruckner-Jahr 024 wird in jenem Zusammenhang wohl oft der Name Eduard Hanslick fallen, der den Wagnerianer aus Ansfelden durch seine „Beckmessereien“ zur Verzweiflung brachte. Ursprünglich hieß die Figur des Merkers: Hans Lick / Hanslich ein Wagner’scher Wink mit dem Zaunpfahl, den der Komponist betreffend Endfassung des Opernwerks schlauerweise unterließ.

BECKMESSER

Ein saures Amt,
und heut zumal!
Wohl gibt’s mit der Kreide manche Qual!
(Er verneigt sich gegen Walther.)
Herr Ritter, wißt:
Sixtus Beckmesser Merker ist;
hier im Gemerk
verrichtet er still
sein strenges Werk.
Sieben Fehler gibt ein Euch vor,
die merkt er mit Kreide dort an:
wenn er über sieben Fehler verlor,
dann versang der Herr Rittersmann.

Der Merker ist im Meistergesang jene Person, die die Berücksichtigung von Kunstgesetzen prüft – im Minnesang die typische Figur des Aufpassers und „Liebeverhinderers“ …

 „Die bürgerliche Minne“

Der Meistersang hängt in seiner Auffassung von Sprache und Dichtung an der Welt des alten Handwerks, sowohl in seinen kulturellen Praktiken als auch in der strengen Regulierung der „richtigen“ Kunst. Das poetisches Formenspektrum geht auf die „zwölf Meister“ zurück, also der Poeten des (späten) Mittelalters, darunter Walther von der Vogelweide, Klingsohr, Konrad von Würzburg usw.

So wie der bürgerliche Meistersang in den aufblühenden Städten die Nachfolge des höfischen Minnesangs antrat ( – siehe u. a. die > AAB-Form < des Minne- oder Meistersangs), so ist bei Wagner das Satyrspiel der Meistersinger dem Tannhäuser entsprungen: In beiden Werken > gilts der Kunst <  Weitere Parallelen werden schnell sichtbar: Zwei Bässe – sprich: Der Landgraf von Thüringen auf der Wartburg des 13. Jahrhunderts und Goldschmied Veit Pogner Mitte des 16. Jhds. zu Nürnberg an der Pegnitz bestimmen die Soprane Nichte Elisabeth und Tochter Eva jeweils als Preis für ein Wettsingen, das die Tenöre Heinrich und Walter mit mehr oder weniger Erfolg bestreiten. Die Baritöner Sachs und Eschenbach sorgen für einen „versöhlichen“ Ausgang …

Während selbst Kunz Vogelgesang, Walther von der Vogelweide, sowie auch die vier Edelknaben,  Lehrbuben und Chöre ihre Entsprechung finden, bleiben David, Magdalena, Venus und Beckmesser diesbezüglich „außen vor“ …

Selbst Johann Nestroy nahm sich des Wagner’schen Minne-Stoffs an und schuf die Parodie „Die Keilerei auf der Wartburg

Im 19. Jahrhundert taucht in OÖ die Frage auf: „Wer war Heinrich von Ofterdingen, den die Meistersinger zu ihren zwölf alten Meistern zählten“? Diese wurde literarisch beantwortet:

Tannhäuser ein Oberösterreicher?

Der zur schreibenden Zunft gehörende Anton Ritter v. Spaun (Bruder Joseph war ein Freund und Förderer von Franz Schubert) machte in seinem eher „mutmaßenden“ Buch „Heinrich v. Ofterdingen und das Nibelungenlied“ (verfasst in Linz 1840) diesen zu einem Angehörigen des heimischen, traungauischen Geschlechts der Freien von Oftheringen (am westlichen Abhang des „OÖ. Waldgebirges“ Kürenberg) zu einem Sohn des 1161 urkundlich bezeugten Adelram von Oftheringen und schrieb ihm (gleich Schlegel) das Nibelungenlied, sowie außerdem auch noch den Laurin, Biterolf und die Klage zu. Wenig später (1880) verschmolz Julius Wolff in seinem Epos Tannhäuser gar Heinrich von Ofterdingen, den Kürenberger & eben Tannhäuser in der Trinität einer lebenden Figur zum (OÖ ?) Dichter des Nibelungenliedes.

Was blieb vom Herrendienst, Frauendienst & Gottesdienst der Ritter

Insgesamt versteht sich der Meistersang in der weitestgehend religiösen Thematik seiner Lieder auch als Gottesdienst – gesungen wurde in Kirchen. Im späteren, idealtypischen Fall wurde die Meistersingerei in Form regelmäßiger Singschulen betrieben.

Das Regelwerk der Meistersinger wird als „Tabulatur oder Schulregister“ bezeichnet (Puschmann 1888, 2. Tractat, 10). Eine Barstrophe (Formschema A-A-B) setzt sich zusammen aus dem Aufgesang, bestehend aus dem Stollen (A) (auch Gesätz genannt) und dem metrisch und musikalisch gleichen Gegenstollen (auch Gebäude genannt), sowie dem Abgesang (B)

DAVID

… die Frösch, die Kälber-, die Stieglitzweis‘, die abgeschiedne Vielfraßweis‘; der Lerchen-, der Schnecken-, der Bellerton; die Melissenblümlein-, die Meiranweis‘, gelb Löwenhaut-, treu Pelikanweis‘; die buntglänzende Drahtweis‘ …

WALTHER

Hilf Himmel! Welch endlos Tönegeleis!

DAVID

Das sind nur die Namen; nun lernt sie singen, recht wie die Meister sie gestellt. Jed‘ Wort und Ton muß klärlich klingen, wo steigt die Stimm und wo sie fällt; fangt nicht zu hoch, zu tief nicht an, als es die Stimm erreichen kann. Mit dem Atem spart, daß er nicht knappt, und gar am End ihr überschnappt; vor dem Wort mit der Stimme ja nicht summt, nach dem Wort mit dem Mund auch nicht brummt. Nicht ändert an Blum und Koloratur, jed‘ Zierat fest nach des Meisters Spur. Verwechseltet Ihr, würdet gar irr; verlört Ihr Euch, und kämt ins Gewirr: wär‘ sonst Euch Alles auch gelungen, da hättet Ihr gar versungen!

Auch die Karrieren sind dem Handwerk nachgebildet, denn analog zu Lehrjahren, Gesellen- und Meisterprüfung rückt der Meistersänger vom Schüler, der „die Tabulatur wissen“ muss, über den „Dichter“, der auf eine fremde Strophe und Melodie ein neues Lied machen kann, zum „Meister“ auf, der einen neuen „Ton“ erfunden hat. Und schließlich sind die geselligen Praktiken des Meistersangs handwerklich: Das Zusammentreffen und Wettsingen, das Beurteilen durch den „Merker“ und die Auszeichnung der Gewinner.

Wahn! Wahn!
Überall Wahn!

Wohin ich forschend blick
in Stadt- und Weltchronik,
den Grund mir aufzufinden,
warum gar bis aufs Blut
die Leut sich quälen und schinden
in unnütz toller Wut?

Ein Kobold half wohl da: –
ein Glühwurm fand sein Weibchen nicht,
der hat den Schaden angericht’t. ­
Der Flieder war’s: –
Johannisnacht! 

Auf Schloss Wildberg gab’s eine Zeit lang alljährlich zum Auftakt des Musiksommers in alter Fadinger Kabarett-Tradition zum Gaudium des Publikums als Stationentheater die „Johannisnächte“ <<< (hier klicken)

M P

Meister-Insignien der Würde, wie etwa die Kette, tragen heute bei festlichen Anlässen bestenfalls noch die Bürgermeister …

Hier noch als Bonustrack: „Volkseigener Wagner“ <<< (Bronner, Wehle)

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Wohin ich forschend blick
in Stadt- und Weltchronik

2 4 . F E B R U A R

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Obiger Beitrag als R A D I O SENDUNG <<<

Jahresrückblick 022 <<<

Auf der Donau zu Linz schwammen früher die Baggerschiffe Fasold & Fafner (Wagnerianer bei der DDSG) und es ankert wie in alten Zeiten die Pegnitz (Fluss in Nürnberg) auch derzeit im Winterhafenbecken …

Eine weitere Fußnote zu den Wagnerschen Meistersingern:

Wagner war in seinem Leben von etwa 16 Hunden umgeben: Die Dogge LEO sorgte mit einem Biss in Wagners Daumen dafür, dass die „Meistersinger“ erst mit 2 Monaten Verspätung das Licht der Bühnenwelt erblickten …

Obige Überschrift anklicken und ab nach Bayreuth 023

50 Jahre Bayreuth

1 3. F e b r u a r + V e n e d i g

140. Todestag des Meisters

Am heutigen 13. Feber sei vermerkt, dass 023 die alljährliche (leider im Hochsommer angesiedelte) Pilgerfahrt zum Grünen Hügel im Falle des Blog-Autors nunmehr zum 50. Male über die Bühne gehen wird !

50 Jahre Bayreuth

Welch ein privates Jubiläum: Damals im späten Frühling 1973 durfte ein junger Mann nach erfolgreichem Vorsingen, das ihm einen fixen Studienplatz in der hervorragenden Gesangsklasse von Staatsopernsängerin G. Burgsthaler sicherte (mit dem baldigen Einrückungstermin vor Augen) zu einer Zugfahrt ins „Gelobte Land“ aufbrechen. Vom Zielbahnhof Bayreuth, wo er in einem nahen Hotel abstieg, ging’s wenige Minuten nach Ankunft zur Nibelungen-, vorbei an der Walküren- und Meistersinger-Straße hin zur Kreuzung mit der Parsifal- und Tristan-Straße, um letztendlich über die Siegfried Wagner-Allee durch den Park hoch zum Festspielhaus zu laufen. Ja, laufen, denn das Ziel der Hadsch ins Wagner-Mekka war nun zum Greifen nah. Nach einem kurzen Sidestep zu den Büsten Cosimas und des Meisters, verharrte der junge Pilger am Vorplatz unter dem Balkon und hatte wenige Minuten später das Glück des Süchtigen: Die Tore öffneten sich und eine feine Führung samt Bühnenhaus und Orchestergraben nahm Fahrt auf … eine „Gralsenthüllung“ der besonderen Art …

Bereits eine Stunde nach dem beglückenden Besuch im „Allerheiligsten“ stand der junge Mann an der Gartenmauer, der damals noch geschlossenen Villa Wahnfried. Im Siegfried Wagner-Anbau residierte die hohe Frau Winifred. Dem bußfertigen Pilger blieb so vom Hofgarten aus nur der stille, beseligende Blick auf’s Wagnergrab. Da schließt sich der Kreis des 13. Februars in Erinnerung an den 1. Besuch im Palazzo Vendramin, als man Wochen jenseits des Karnevals voll Ehrfurcht das Sterbezimmer des Meisters betrat …

Wagner-Eck“ statt „Herrgottswinkel“ mit Valentinsgruß von den „Blumenmädchen:

M P

Danke für den Internethinweis von Joachim (Wien) betreffend Standard zum 13. 2.