Klimatisch ist der heurige Mai dem vorjährigen durchaus verwandt, doch ansonsten würde man wohl nicht tauschen wollen –Eine Berlin-Fahrtim „Wonnemonat“ wäre heuer undenkbar zu planen gewesen, die Beschränkungen hätten faktisch ALLES verunmöglicht – so auch die Wagner-Woche(- mangels spielbereiter Opernhäuser)
Im letzten Jahr konnte mannach Bayreuth sogar noch Wagner-Tage im herbstlichen Leipzig dranhängen: Ein „Mauerfall-Tristan“ zum Jubiläum im November – Luxus pur !
… und 30 Jahre davor …
In jener Stadt, in welcher der Meister am 22. Mai 1813 geboren wurde und u. a. auch die Schule besuchte – ein Gebäude, das heute ein Speiselokal beherbergt …
Eine Weltstadt der Kunstmit einer Genie-Dichte, die nur schwer zu übertreffen ist: Von Bach, Telemann über Mendelssohn, Lortzing, Wagner bis hin zu denSchumanns… und natürlich Goethes Faust …
Manfred Pilsz
Hinweisnur für „Digital Naives“:Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder …, die durch einen linken „Maus-Klick“ aktiviert werden können !
Ein 1. Mai-Morgen in der Urfahraner Friedrichstraße – das Blumengeschäft hat nach zwei Corona-Monaten wieder geöffnet. Die Geburtstagsblumen für das Grab des Vaters waren aber bereits am Vortag zu diesem Feiertag gekauft worden. Eine eher ungewohnte Stille umfängt den Besucher des Friedhofs: Nur schwirrende Spatzen entlang der Hecke und das Gurren der Tauben. Normalerweise dröhnte hier voll hektisch in den ersten Maitagen der Urfahranermarkt mit blauem Dunst aus den Lautsprechern des Bierzelts, sowie roten Nelken samt Echo von Reden, Musik und Aufmärschen aus Richtung Hauptplatz …
Urfahranermarkt seit über 200 Jahren (- erstmals: 1817)
Ein Mai der nachdenklich macht, zur Rückschau anregt: Vor genau 75 Jahren am5. Maikurz nach11 Uhrrollten amerikanische Panzer über die Nibelungenbrücke und wurden am Hauptplatz mit weißen Fahnen als sehnlichst erwartete Befreier von der Linzer Bevölkerung willkommen geheißen. Farbaufnahmen als Dokumente des Geschehens:
Bei einem kurzen Spaziergang vom AEC über den leeren Jahrmarktsplatz hinunter zum Flussufer kamen neue Gedanken ins Spiel – diesmal zu markanten Punkten im Jahreskreis, die sich durch starke Ähnlichkeit in Ursprung, Bedeutung und Brauchtum auszeichnen … DieWalpurgisnacht (am Übergang April/Mai) findet im ganz genauen Abstand eines halben Jahres zuSamhainstatt: Der 30. April und der 1. Mai sind quasi die Frühlingsausgabe des 31.Oktobers und 1. Novembers.
Der Gang zwischen zwei Walpurgisfeuern soll reinigen und Seuchen (!) fernhalten (Walpurgis gilt als Schutzheilige gegen Pest, Husten und Tollwut) – Wie siehts da mit Corona aus? – Vielleicht könnte im speziellen Fall aber auch unser aller Landespatron aushelfen, dessen Festtag ja auch den Mai-Anfang markiert …
Am 3. Mai jedoch beendete eine Mail von Prof. Jürgen Binder meine Gedankenspiele zum Mai 2020 und somit auch den inhaltlichen Schwerpunkt dieses BLOG-Beitrags:
> Erich hat uns für immer verlassen <
Liebe Filmfreundinnen und Filmfreunde,
ein unfassbarer Schmerz erfüllt mich zu dieser Stunde. Ein lieber Freund, ein herzensguter Mensch, ein kreatives Energiebündel, unser Obmann und Weg Begleiter auf unseren filmischen Wanderungen ist heute Nacht unerwartet verstorben und erfüllt diese Welt mit einer unvergleichlichen Leere.
Vor ein paar Tagen habe ich mit ihm auf der Terrasse meines Hauses noch ein Bier getrunken, das letzte für eine Ewigkeit.
… wie oftsah man Erich bei Bewerben dokumentierend mit der Kamera sitzen …
In den frühen 90gern stand ein weiß gekleideter Mann barfuß in Sandalen im verschneiten Schulhof des Fadinger Gyms, um im Festsaal an einem Abend unseres Schülerfilmprogrammkinos teilzunehmen. Vital und niemals müde stemmte er die aufreibenden Ebenseewochen.
Ich kann gar nicht glauben, was ich vor wenigen Minuten lesen musste: Unser immer aktiver, agiler, nie kranker Erich ist von uns gegangen. Immer wieder hat er in den letzten Jahren bei Vorstandssitzungen und zuletzt auch bei der Generalversammlung eingemahnt, dass sich der AFL den Kopf zerbrechen müsse, betreffend Obmann-Nachfolge … und jedes Mal (auch zuletzt) wurde dieses Ansinnen von uns abgeschmettert: „Erich – Du bist nicht ersetzbar / Dein rest- & rastloses Engagement in Sachen Film & AFL ist einzigartig – Du bist der personifizierte Linzer Filmklub – Filmvermittler & Klubchef auf Lebenszeit !“ – Und diese >Prophezeiung< hat sich dann nun so ja auch erfüllt !!!
Darüber hinaus war Erich Riess über Jahrzehnte verlässlicher Motor, Organisator/Notar und Begleiter des Festivals der Nationen (Landeskulturpreis und Konsulententitel waren Dank der Landeskultur), weiters Gründer und verlässlicher Betreiber des Festivals „OÖ im Film“ …
All seine Meriten sind ebenso groß, wie die Lücke, die er hinterlässt – unersetzbar als Intendant, Kulturvermittler, als Mensch & guter Freund
Alles Liebe Manfred
Fadinger LINKs zu Erichs Schaffen:
Gedenksendung im Radio unter: https: //cba.fro.at/457531
Erich Riess, in der oö. Kulturszene und darüber hinaus weithin bekannter Filmemacher, Juror und Organisator, ist in der Nacht von 2. auf 3. Mai im 73. Lebensjahr überraschend verstorben.
Riess, der 1947 in Zell am See geboren wurde und schon lange in Linz lebte und wirkte, trat speziell als umtriebiger Veranstalter von Filmwettbewerben wie „Festival der Nationen Ebensee“ (1989 –2012) und „Oberösterreich im Film“ (1988-2019) an die Öffentlichkeit, war von 1978 bis dato Obmann des Linzer Filmklubs „AFL“ und langjähriger höchstdekorierter Funktionär des Verbandes der österreichischen Filmautoren (VÖFA).
Mit seinem Klub AFL stand er in ständigem Kontakt zum OÖ. Volksbildungswerk und vielen anderen Kulturinstitutionen im Lande.
Seine Liebe zum Thema „Film“ fand auch Ausdruck im Aufbau eines „Europäischen Video-Archivs“ (EVA), das aktuell mehr als 20.000 Objekte umfasst und nun einer ungewissen Zukunft entgegengeht. Riess’ vielfältiges Wirken für kreative Filmkultur wurde mehrfach öffentlich gewürdigt, u.a. mit dem „Großen Landeskulturpreis für initiative Kulturarbeit“ für sein „Festival der Nationen“ und dem Titel „Konsulent der oö. Landesregierung für Kulturpflege“.
Nicht nur als Film-Enthusiast, sondern auch als stets hilfsbereiter, einfühlsamer und humorvoller „Lebensberater“ wird er vielen Menschen in diesem Land unvergesslich bleiben.
Dieser BLOG–Beitrag hätte sich Lektüre & Betrachtung auf einem großen Screen verdient
Weder Gralshüter & Monsalvat-Mastermind Gurnemanz noch ein „Tumber Tor“ wie Parsifal hätte das geniale Wagner´sche Textzitat heruntergebrochen auf die prosaische Ausdeutung in Richtung einer „Corona-bedingten“ > Quarantäne < !?!
Z E I T – R A U M
Etymologisch bedeutet Quarantäne 40 Tage in Isolation zu sein – hier wird dann die Zeit zu jenem Raum, den man nicht verlassen soll – gewissermaßen eine Parallele zur 40-tägigen Fastenzeit vom Aschermittwoch bis zum Osterfest. Und so seien denn Gedanken eines Wagnerianers in seiner Corona-Klausur zur ursprünglich, für den Karsamstag im Musiktheater geplanten Premiere des Bühnenweihspiels Parsifal, gestattet … Internationale Medienberichte dämpften spätestens in der 2. Märzwoche Hoffnungen selbst hartnäckigster Zweckoptimisten der Kulturszene und es kam bange Ahnung (sehnsücht´ge Mahnung) auf:
ES WIRD WOHL KEINEN ÖSTERLICHEN, LINZER„PANDEMIE-PARSIFAL“GEBEN !
Einen berühmten Sachs hatte es davor schon VOLLe erwischt:
Bayreuther Tageszeitung
BAYREUTH. „Wahn! Wahn! Überall Wahn!“ – so singt es Hans Sachs in seinem berühmten Monolog in Richard Wagners Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“. Michael Volle, der diese Rolle in den vergangenen Jahren im Bayreuther Festspielhaus sensationell verkörperte, hat derzeit alle Grund, auf den weltweit grassierenden Wahn zu blicken. Denn der berühmte Opernsänger sitzt mit seiner Familie wegen des neuartigen Coronavirus in Quarantäne zu Hause nahe Berlin fest.
Er habe seit Anfang Februar an der Mailänder Scala für „Salome“ von Richard Strauss geprobt und dort im Ensemble Kontakt mit einem Kollegen gehabt, der positiv getestet worden sei. „Dem habe ich einmal die Hand gegeben bzw. öfters zusammen mit ihm und anderen Kollegen geprobt.“
Übersetzt auf Linzerische Verhältnisse in den Iden des März 020:
„Leider, leider – sagt der S c h n e i d e r“:
Freitag, der 13. März – LANDESTHEATER LINZ UND BRUCKNER ORCHESTER LINZ STELLEN DEN PROBENBETRIEB EIN …
Das Landestheater Linz und das Bruckner Orchester Linz stellen mit sofortiger Wirkung ihren gesamten Probenbetrieb auf Bühnen & in Probesälen in allen Sparten und allen Spielstätten bis auf Weiteres ein. Grund ist der in der künstlerischen Arbeit hohe persönliche Körper-kontakt von Darsteller*innen bzw. die Nähe der Musiker*innen eines Orchesters zueinander – eine rein Coroneske Aussendung …
Wagnerianische Gedanken zum Bühnenweihespiel anlässlich der Corona-bedingten Verschiebung, in ebensolcher Klausur – gewissermaßen in der Einsiedelei des guten Gurnemanz. Weniger als 13 (?) Fragen stehen dabei mitleidig im Raum: Welche Matrix hat der Gral? Ist „Gemeine Atzung“ vegetarisch? Können Blumenmädchen zum Tod führen? Gibt es einen „Good Friday for Future“? – Ist Parsifal etwa gar Amerikaner?
Who the fuck (Trump-Deutsch für: Wer oder was) ist dieses verflixte Corona? – Bis vor kurzem wohl nur ein eher harmloses (?), mexikanisches Bier, oder als „Koruna“ die Tschechische Krone (Koruna česká) … Wie aber konnte diese verdammt unglückliche Buchstabenkombination zu einem virulent gefährlichen Virus mutieren, der nicht nur 100.000ende Menschen in China und im Rest der Welt befällt und Schwerkranke auch zu Tode bringt?
Nur „umsichtige“ Staatenlenker wie der >Ex-Betriebsleiter< der USA sind gewiefte Vordenker und wissen daher auch in solchen Fällen wie der Oster-Hase läuft:
Virus, Virus – gib mir meine Billionen wieder
In den USA, wo das Problem als „Chinavirus“ auftritt, dort von den Demokraten und der Presse erfunden und durch die EU eingeschleppt wurde, hat Donald der „Weise“ zur Sicherheit zuvor das Gesundheitswesen zertrümmert (Obama Kehraus), was ihm vielleicht nachhaltig im Wahlkampf „helfen“ wird … „Make Amerika healthy again“ (?!) Mittlerweile hat sich auch die W.H.O. als ablenkender Sündenbock qualifiziert, oder waren es doch (wie so oft) die Radfahrer, von denen es ja gerade in China immer viel gab, ebenso wie in Holland, wo Corona auch sehr erfolgreich ist – und Belgien sei laut Trump´schen Globus doch die Hauptstadt von „dort“, womit wir wieder bei der EU wären – oder so …
In Zeiten dieser Trump-Administration hätte Wagner wohl niemals auch nur in Erwägung gezogen zu emigrieren:
1876 hatte er als letztes Orchesterwerk denGroßen Festmarschzur 100jährigen Gedenkfeier der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten StaatenG-Dur (WWV 110) geschrieben. Unter WWV 111 firmiert Parsifal (1865–1882) – und auch beim Gralsmusikdrama gibt es einen feinen Bezug zur anderen Seite des Teichs: Bei der Blumenmädchenszene (2. Akt) vermerkte Wagner handschriftlich in der Partitur: „Amerikanisch sein wollend“…
HierSyberbergs filmische Umsetzung der Blumenmädchenszene (Filmregisseur Syberberg war als aktiver Gast der Linzer Premiere geplant)
Vorm Milleniumswechsel gabs in Bayreuth einen Zahnarzt namens Dr. Fasolt – Um Wagners Kronen kümmerte sich ein Dr. Jenkins – ebenso um dessen Ambitionen in Richtung Umzug nach Wild West (> Minnesota / Minneapolis <) Parsifal sollte Amerikaner werden …
„Lieber, sehr geehrter Herr und Freund!
Es kommt mir so vor, als ob mir sehr bald die Geduld im Betreff meiner Hoffnungen auf Deutschland und seine Zukunft ausgehen, und ich dann bereuen dürfte, den Samen meiner künstlerischen Ideen nicht längst schon einem fruchtbareren und hoffnungsreicheren Boden übergeben zu haben. Ich halte es nicht für unmöglich, dass ich mich noch entschliesse, mit meiner ganzen Familie und meinem letzten Werke für immer nach Amerika auszuwandern. Da ich nicht mehr jung bin, bedürfte ich hierfür ein sehr bedeutendes Entgegenkommen von jenseits des Oceans.
Es müsste sich dort eine Association bilden, welche mir zu meiner Niederlassung und als einmalige Bezahlung aller meiner Bemühungen ein Vermögen von einer Million Dollars zur Verfügung stellte, deren eine Hälfte auf meine Niederlassung in einem klimatisch vortheilhaft gelegenen Staate der Union, deren andere jedoch als Kapital.Vermögen in einer Staatsbank zu 5 Prozent anlegbar zu verwenden sein würde. Hiermit hätte mich Amerika Europa für alle Zeiten abgekauft. Die Association hätte ferner den Fond für die alljährlich zu veranstaltenden Festspiele zusammenzubringen, mit denen ich allmählich meine sämtlichen Werke mustergültig zur Aufführung bringen würde: Diese würden alsbald mit der ersten Aufführung meinen neuesten Werkes ‚Parsifal‘ beginnen, welches das bis dahin nirgends anders wo zur Aufführung übergeben würde. Alle künftigen Leistungen meiner Seits, sei es als Leiter von Aufführungen, oder als schöpferischer Künstler, würden, auf Grund des mir übergebenen Vermögens, für alle Zeiten unentgeltlich der amerikanischen Nation angehören.
Mir kam nun in Erinnerung, dass Sie in freundlichem Eifer, bei Ihrem letzten Besuche sich mir erboten, wenn ich eine sogenannte Kunstreise in Amerika machen wollte, meine Geschäfte führen zu wollen. Mögen Sie es nun begreiflich finden, dass ich jetzt auf Sie, und keinen Anderen verfalle, um Ihnen meinen bei weitem durchgreifenderen Gedanken mitzutheilen. Eine blosse Kunstreise, um so und so viel Geld mit Konzertgeben zu verdienen, und dann wieder nach Deutschland zurückzukehren, würde nie meine Sache sein. Nur eine vollständige Uebersiedlung hätte für mich einen Sinn. – Wollen Sie gütigst hierüber ein wenig mit sich zu Rath gehen, und falls Ihnen – gut dünkt, Ihre Ansicht mir mittheilen!
Mit grösster Freundschaft
Ihr hochachtungsvoll ergebener
Richard Wagner 8. Febr. 1880 Neapel.-Villa AngriPosilipo“
For one million dollars and the establishment of an „American“ Wagner Festival like the one in Bayreuth, Wagner would come to America and premiere his latest opera, Parsifal, on the banks of the Mississippi. A Wagner Festival in Winona, perhaps?
As might be expected, even Wagner enthusiasts in America thought this, as one 1880 contemporary musical commentator put it, an „almost insane proposal.“ Dr. Jenkins, between probing Wagner’s molars, must have broken the news to him that there would be no one million dollars waiting for him in Minnesota. One million mosquitoes, yes — but dollars, no.
Wagner never came to Minnesota, but his operas did …
Der W e s t e n hatte es dem Bayreuther Meister immer wieder angetan – so zB. auch Brasilien: Aus der 1857 geäußerten Idee eines „Tristan“ für Südamerika wurde nichts. Die Kautschuk-Operam Amazonas in Manaus gab es da noch nicht. Brasiliens Kaiser Dom Pedro II. war ein “louco por Wagner”, ein eingefleischter Wagnerianer, der 1876 nach Bayreuth reiste, um dort bei den ersten Festspielen den Ring des Nibelungen zu erleben.
– Werner Herzog nimmt 1982 (genau 100 Jahre nach der UA von Parsifal) mit“Fitzcarraldo”filmisch diesen brasilianischen Ball auf …
Carrie Pringle(- klingt doch auch sehr nach Angloamerika) ist der Name des wohl berühmtesten Blumenmädchens aus dem 1882er UA-Parsifal. Diese junge Dame wurde im März 1859 hier in Linz (!) geboren.
In Bayreuth war sie bei den Proben (in die Unterbühne) abgestürzt und dem alten Meister (welchem sie „aufgefallen“ war)auf dessen Wunsch nach Venedig gefolgt. Queen Cosima wirkte „Not amused“ – Wagners Herz auch nicht … Er starb dort 1883 am Canale Grande direkt nachEnde des Carnevals– ein Jahr nach den 1. Parsifal-Festspielen.
Ravello, wo Wagner „Klingsors Zaubergarten“ entdeckte und der Dom von Siena -(Wagners Gralsburg = UA-Bühnenbild in Bayreuth 1882) in Wagners geliebten Italien.
> Die MASKEN sahen plötzlich ganz anders aus … <
137 Jahre später wurde heuer in Oberitalien verfrüht der venezianische Carneval abgebrochen – Eine Seuche, die im chin. Wuhan ihren Ausgang hatte, rafft tausende Menschen hinweg ! Nicht auf der Seidenstraße, nicht auf den Spuren Marco Polos kam der Virus an die Obere Adria, sondern mit den „günstigen“ Arbeitskräften der Textilbranche (rund um Mailand) aus Fernost in der Economy Class eines Billigfliegers –„Willkommen“ im „Globalen Dorf“(- Bezeichnung, die in Linz erstmals in den 80ern bei der ARS herumgeisterte / heute haben wir die Geißel des Internethandels sowie das permanente, sinnentleerte „Fluchtverhalten“ unserer überforderten Hamsterrad-Wohlstandsgesellschaft in der Verkleidung des Ferntourismus – legitimiert durch eine weltweite Wellness- und Spaß-Lobby … Freiwillige „Isolation“ der sogenannten „1. Welt“ in gestrandeten Feriencamps und schwimmenden Hotelfestungen … )
An der Donau realisierte man nur sehr langsam den Ernst der Lage: Erst nach dem 5 : 0 für Manchester (und Corona) im leeren Gugl-Stadion fiel amFreitag den 13.März ganz langsam in Linz der Vorhang. Ein Geisterspiel ohne Publikum – das drohte nun auch dem Bühnenweihspiel (- beim „Fidelio“ im Theater an der Wien ging das dann ja auch so über die Bühne)
130 Jahre nach Richard Wagners Tod wurde zu dessen 200. Geburtstag im Zuge derEröffnung des Linzer Musiktheaters2013Parzifal (als Eschenbach/Wagner-Mix)am Vorplatz zum Volksgarten zur Aufführung gebracht: Regie führte Carlus PadrissaMitbegründer der Theatergruppe La Fura dels Baus, die weltweit agiert, bei diversen Großereignissen – u. a. im öffentlichen RAUM – so auch bei der Klangwolke …2020 –„Im verflixten7.Jahr“ nach dem Eröffnungsevent sollte nun alsoPARSIFAL auch im Inneren des neuen Hauses präsent sein. Premiere in der Osterwoche – wie traditionell in Wien (STOP am Gründonnerstag) – Der LinzerKarfreitagszauberwar hier für Karsamstag geplant. Doch ist dies praktikabel? – „Das weiß ich nicht“ – hätte Parsifal geantwortet und es wäre eine wahrlich philosophische Antwort gewesen … Der „Indirekte Bühnenweiheklang Bayreuths“ im Linzer Musiktheater? Wie wird sich der Orchestergraben, nebst Auditorium und Bühnenraum in diesem Fall bewähren?
Opernführer Marcel Prawy >selbst bekennender, praktizierender Wagnerianer< hat immer betont, dassR Wfür alle Lebenssituationen in seinen Werken Entsprechungen und „Erlösungen“ anzubieten hätte – derzeit wär wohl auch für ihn Parsifal die 1. Wahl: In der aktuellen Wiener Inszenierung (Staatsoper) von Alvis Hermanis ist die ganze Gralsgemeinschaft krank !? Das erscheint etwas übertrieben, wenngleich Gralskönig Amfortas bedingt durch seine schmerzende, bemitleidenswerte Wunde, in ratloser Unentschlossenheit tatsächlich auch seine >nach dem Gral< dürstenden< Ritter schwächt. Gurnemanz versucht der siechen Truppe Hoffnung zu geben:
Titurel, der fromme Held, der kannt ihn wohl. Denn ihm, da wilder Feinde List und Macht des reinen Glaubens Reich bedrohten, ihm neigten sich, in heilig ernster Nacht, dereinst des Heilands selige Boten: daraus er trank beim letzten Liebesmahle, das Weihgefäß, die heilig edle Schale, darein am Kreuz sein göttlich Blut auch floß, dazu den Lanzenspeer, der dies vergoß, – der Zeugengüter höchstes Wundergut, das gaben sie in unsres Königs Hut. Dem Heiltum baute er das Heiligtum. Die seinem Dienst ihr zugesindet auf Pfaden, die kein Sünder findet, – ihr wißt, daß nur dem Reinen vergönnt ist sich zu einen den Brüdern, die zu höchsten Rettungswerken des Grales Wunderkräfte stärken
(- soweit „Evangelist“ Gurnemanz)
Eigentlich ist nicht ganz klar warum die Bruderschaft so schwächelt, denn in einem Aufruf in den Medien noch Ende Februar wurde uns verbindlich mitgeteilt, dass das Anforderungsprofil für einen Gralsritter (Ausnahmen: Titurel & Gurnemanz) sich an Jahresringen gemessen doch deutlich unterhalb aller Risikogruppen im allerbesten Mannesalter befindet:
Vor dem verwaisten Heiligtum
in brünst’gem Beten lag Amfortas,
ein Rettungszeichen bang erflehend: –
ein sel’ger Schimmer da entfloß dem Grale;
ein heilig Traumgesicht
nun deutlich zu ihm spricht
durch hell erschauter Wortezeichen Male:
»durch Mitleid wissend,
der reine Tor,
harre sein,
den ich erkor!«
Ich schreite kaum, doch wähn‘ ich mich schon weit … im Raum/Zeit-Kontinuum Musik am Weg in eine5. Dimension …
PARSIFAL: Wer ist der Gral?
GURNEMANZ: Das sagt sich nicht;
doch, bist du selbst zu ihm erkoren,
bleibt dir die Kunde unverloren.
Und sieh‘!
Mich dünkt, dass ich dich recht erkannt:
kein Weg führt zu ihm durch das Land,
und niemand könnte ihn beschreiten,
den er nicht selber möcht‘ geleiten.
PARSIFAL: Ich schreite kaum,
doch wähn‘ ich mich schon weit
GURNEMANZ: Du siehst, mein Sohn,
zum Raum wird hier die Zeit
Lang gehaltene Posaunentöne schwellen sanft an: näher kommendes Glockengeläute. Endlich sind sie in einem mächtigen Saale angekommen, welcher nach oben in eine hochgewölbte Kuppel, durch die einzig das Licht hereindringt, sich verliert. Von der Höhe über der Kuppel her vernimmt man wachsendes Geläute …
GURNEMANZ: (sich zu Parsifal wendend, der wie verzaubet steht)
Nun achte wohl, und lass mich sehn:
bist du ein Tor und rein,
welch Wissen dir auch mag beschieden sein.
Der wunderbar ewig lange 1. Akt erreicht mit der Verwandlungsszene und dem Tönen der Gralsglocken seinen Höhepunkt (Hubert Bognermayr von Eela Craig lieferte einst für MaestroKarajan ein elektronisches Geläut bei den Salzburger Festspielen) – Es wäre spannend Meister Poschner zu befragen, wie das in Linz gelöst wird … wie es mit dem doch massiven Choreinsatz klappt und ob er bei den Stimmen aus der Höhe, wie einst derlegendäre KNA auf das Erscheinen der Taubebesteht …
Was rankt und spinnt sich alles rund um das Bühnenweihfestspiel?
Allein die BegrifflichkeitBühnenweihfestspiel ist Hinweis auf die Sonderstellung, die dieses Abschiedswerk Wagners hat: Er ließ eine 30jährige Sperrfrist für alle anderen Theater verhängen. die erst 1913 endete – kein Komponist vor bzw. nach ihm leistete sich einen solchen „Luxus“ – Das quasi Applausverbot nach dem 1. Akt und das Geschehen auf der Bühne stilisierten das Weihespiel zu einer Ersatzreligion hoch !
Alle Suchenden nach Seele, Gott und Gral sollen nicht in Ferne und Irre schweifen, sondern es mit Selbsterkenntnis versuchen:
„Du bist das“– was durch dich wahrgenommen wird. Du bist all das. Das alles ist deine wahre Natur. Du bist die Gesamtheit deiner Erfahrungen. Du bist nichts anderes als das was gerade ist. Das Absolute ist identisch mit Dir und dem was durch Dich erfahren und erkannt wird.
Schopenhauers Notiz „Tat twam Asi“
Unter die obige Notitz schrieb er: „Das Tier, das du jetzt tötest, bist du selbst …“
Kundrys Frage „Sind die Tiere hier nicht heilig?“
Die geehrte Direktion des Tierschutzvereins in Dresden erlaubt sich der Unterzeichnete um gefl. Mitteilung der Statuten und sonstigen Berichte desselben über dessen Wirksamkeit und Tendenz, sowie um die nähere Angabe der in das Auge gefaßten Agitations-Mittel zur Unterdrückung der medizinischen Vivisektion von Tieren, zu ersuchen, da er gesonnen ist, mit seiner ganzen Familie nach äußersten Kräften dem Verein seinen Anteil zu widmen. Hochachtungsvoll
Richard Wagner
V e g a n e r W a g n e r ?
Dem Fleisch abgeschworen hatten damals auch in Wien einige Künstler, die alle zum Stammpublikum des Cafe Griensteidl zählten wie der Schriftsteller Siegfried Lipiner, der Komponist und Musikjournalist Hugo Wolf oder der Komponist Gustav Mahler (1860-1911). Der sogenannte Lipiner-Kreis berief sich in Anlehnung an Schopenhauer auf eine asketische Mitleidsreligion. Maßgebend für diese Facette des Vegetarismus wurde der 1880 publizierte Essay Religion und Kunst von Richard Wagner (1813-1883). Wagner traf damit offenbar den Zeitgeist junger Intellektueller und für ein kurzes Zeitfenster war es kein Widerspruch, liberal und Wagnerianer zu sein. Bayreuth wurde 1882 anlässlich der Uraufführung des Parsifal zur Pilgerstätte vegetarischer Wagnerianer, wie Friedrich Eckstein berichtete: „Viele Mitglieder unseres Kreises fanden sich bei der ersten Aufführung des >Parsifal< zusammen & wir pflegten uns dort in dem vegetarischen Speisehaus >Frohsinn< an der Ecke der Schulstraße und der Schwarzen Allee zu treffen“. Schilderungen wie diese haben zu der Annahme beigetragen, dass deutschlandweit das erste vegetarische Restaurant auf Initiative Wagners in Bayreuth entstanden sei, wozu es jedoch keine gesicherten Belege gibt. Vermutlich bestand die fleischfreie Speisestätte lediglich temporär während der Festspiele. Richard Wagner selbst war kein Vegetarier, in seinem Umfeld und in den Bayreuther Blättern fanden sich jedoch zahlreiche Vertreter des Vegetarismus …
Grotesk: Liebigs Fleischextrakt wirbt mit Parsifal-Bildern auf den Dosen …
Die vielen Namen Kundrys beschreiben eine Reinkarnationen-Kette, ausgehend von „Herodias“, der Frau des Herodes (die ihre Tochter Salome vor dem König tanzen lässt, um dann das Haupt Johannes des Täufersvon ihm zu fordern) – Da muss auch die legendenhafte Verhöhnung des kreuztragenden Christus geschehen sein, die Kundryin der Folge beichtet. Kundry ist nicht nur ein Wesen in unterschiedlichen Zeiten, sondern auch in mindestens zwei Welten: Sie dient als Gralsbotin der Ritterschaft und Klingsor in dessen Parallelwelt als Verführerin in einer „Matrix der Lüste„, die den Garten der Natur (die reale Welt) zudeckt und verdorren lässt … > Die Matrix als Gegen-Gral <
Kundry & Gurnemanz auf der Suche nach Parsifal im virtuellen Raum: Die Welt ist zu einer Matrix, zu einer Simulation geworden. Leben in einer virtuellen Welt. Ein geheimnisvoller Morpheus sucht zusammen mit Trinity den Auserwählten, den Erlöser, der die Kraft hat, die Welt aus der bösen Macht, der Matrix zu erlösen.
Morpheus glaubt, dass es sich bei dem jungen Computerhacker Neo um eben diesen „Auserwählten“ handelt, der laut eines ominösen Orakels die Matrix bezwingen wird.
Eine Art „Höhlengleichnis“ Platons(- DieUridee des Kinoslässt grüßen)
Morpheus erklärt Neo, dass die Welt, in der er zu leben glaubt, lediglich eine schnöde Simulation ist, er nur ein gefangener Sklave in dieser computergenerierten Traumwelt, der Matrix, sei, und bietet ihm die Befreiung daraus an. Er stellt ihn vor die Wahl in sein bisheriges Leben zurückzukehren oder die Wahrheit über die Matrix zu erfahren. Neo entscheidet sich für die Suche nach Wahrheit, die ihn in die reale Welt bringt.
Trinity küsst Neo – Dieser erhält dadurch neuen Fähigkeiten. Er kann den Code der Matrix nun deutlich sehen und mit seinen Gedanken frei manipulieren. Am Ende dieses (ersten) Films (einer Trilogie) befindet sich Neo dann wieder in der Matrix, aus der er die gefangenen Menschen erlösen will.
Die Androgynität Parsifals: Syberbergs Geschlechterwandel bei der Kussszene
Der analoge Speer (der mit menschlichen Sinnen erfassbaren Natur), dessen Absenz in den Gefilden des Grals, Klingsors mehrdimensionale Welt seiner Matrix möglich machte, ließ dieser nun versinken …
PARSIFAL:
(erfasst den Speer mit der Hand und hält ihn über seinem Haupte)
Mit diesem Zeichen bann‘ ich deinen Zauber. Wie die Wunde er schliesse, die mit ihm du schlugest, in Trauer und Trümmer stürz‘ er die trügende Pracht!
(Er hat den Speer im Zeichen des Kreuzes geschwungen wie durch ein Erdbeben versinkt das Schloss. Der Garten ist schnell zu einer Einöde verdorrt; verwelkte Blumen verstreuen sich auf dem Boden. – Kundry ist schreiend zusammengesunken)
PARSIFAL: Du weisst, wo du mich wiederfinden kannst!
Parsifal – ein Seelenverwandter desInitiationskandidaten Tamino(Zauberflöte) – erlebt das Ende seiner Prüfungen / seiner Heldenreise als > Karfreitagszauber < (Wunder Natur, Salbung, Taufe Kundrys, Rückkehr als König in die Gralsburg …)
„Wie dünkt mich doch die Aue heut so schön“
Das Gras dünkt grüner, die Luft frischer, würziger, als in den Jahren davor …
„Das ist Karfreitagszauber, Herr“
CO2 im „Sinkflug“– kein Kondensstreifen am „Blauen Band“ des Frühlings“
Greta wollte es – Corona erzwingt es: Umweltunverträgliche Kreuzfahr(er)tschiffe werden zu schwimmenden Quarantänegefängnissen – Mehr Stornos als Buchungen – Deutlich weniger Touristenbomber pflügen als CO2-Schleudern durch die bereits etwas sauberere Luft – Peking kann so mittlerweile wieder (im doppelten Sinn) durchatmen …
Eine Handy-App als Virus-Kontaktmelder, eine automatische Fiebermessung („Trau keinem über 37“) und Gesichtsmaskenerkennung in Städten am Zebrastreifen sowie 30-Tage-Bewegungsdaten vom Mobilfunkbetreiber: Im Kampf gegen die Ausbreitung des neuen Coronavirus fährt China seine ganze Überwachungstechnologie auf. Unwirklich scheinende Szenarien werden Realität …
>Klingsors Blumenbordell ist geschlossen – Home-Office – Man(n) nimmt Abstand< Wenige Autos nur, fast leere Gehsteige beim >Osterspaziergang<: Nicht durch des Frühlings holden, belebenden Blick, sondern durch Corona, befreit sind Flur und Bäche, aber nicht vom Eise, sondern wie Venedigs Kanäle: Vom Schmutz … Fische tummeln sich wieder im klaren Wasser …
Was einenNeustart des Spielbetriebes betrifft, wurden 3 Optionen zeitlich in den Raum gestellt: Die optimistischste Variante sah einen Beginn des Probenbetriebes nach Ostern vor, ein weiteres Gedankenspiel beschäftigte sich mit einer möglichen Wiederaufnahme im Mai. Letzter Ausweg: ein Neubeginn mit nächster Spielzeit im Herbst – unter anderem mitLudwig van Beethovens „Fidelio“. DieBayreutherFestspiele 2020 wurden übrigens abgesagt … !!!
Die großeParsifal-Produktion, die am 11. April in Linz Premiere gehabt hätte, sollte in jedem Fall gezeigt werden –das galt für alle drei Szenarien !!! – Letztendlich wird PARSIFAL nun erst in der neuen Saison das Geheimnis des Grals enthüllen …
Der >fürden Palmsonntag< abgesagte Linz-Marathon würde seit Jahren erstmals wieder eine Messe in der Stadtpfarrkirche am besagten Vormittag möglich machen, allerdings macht Corona sogar vor Kirchen nicht halt & so bleiben auch heuer die Pforten geschossen …
AUGENMUSIK-Installation (Brucknerfest Linz09) mit u. a. Rogl-Musikwerken
Helmut Rogl Musicletter #70 – Einladung zur Online-60er-Geburtstagsfeier
Der nicht nur musikalische Ausnahmezustand hat die geplante Uraufführung meiner Sinfonie, op. 66 voll erwischt und auch das Fest zu meinem runden Geburtstag. Gefeiert wird dann eben nur privat in trauter Zweisamkeit!
Aber halt – hier die Einladung: online mitfeiern und dabeisein!
Videoportrait
Danke für das schöne Geburtstagsgeschenk von Manfred Pilsz und Gerhard Bös!
„Einmal Fadinger – Immer Fadinger“ – Absolvent Helmut Rogl war im Verlauf seines Schaffens auch immer wieder an Produktionen seiner ehemaligen Schule beteiligt …
Fidelio ist die Österreichische Nationaloper – Jahrzehntelang war sie (so wie Parsifal obligat am Gründonnerstag) jeden 26. Oktober fix im Spielplan der Wiener Staatsoper, die mit Fidelio nach dem 2. Weltkrieg am 5. November 1955 wiedereröffnet worden war. Ein staatstragendes Werk also – und somit eine passende Wahl für einen lauten, sichtbaren Paukenschlag der Kultur im Beethoven-Jahr in den Medien ! Aufgezeichnet keimfrei ohne Publikum im Haus der UA – Aus der Gattung der Revolutions- und Rettungsoper – ein Werk der Befreiung inmitten der Krise 2020 …
Und spür ich nicht linde, sanft säuselnde Luft? Und ist nicht mein Grab mir erhellet? Ich seh, wie ein Engel im rosigen Duft Sich tröstend zur Seite mir stellet, Ein Engel, Leonoren, der Gattin, so gleich, Der führt mich zur Freiheit ins himmlische Reich.
Beethoven benötigte ganze 3 Fassungen und 4 Ouvertüren (darunter die 3 Leonoren), um sein einziges Opernwerk auf die Welt zu bringen: Die UA der ersten Fassung des Fidelio fand am 20. November 1805 am>Theater an der Wien<statt, jene der nun im TV gezeigten zweiten Fassung ebenda im März des Folgejahrs und die der endgültigen heute gängige Fassung am im Mai 1814 im WienerKärntnertortheater(jetzt Sacher)
Beethovens NEUNTE ist ganz eng verbunden mit Wagners Bayreuth
„Fidelio“ (Theater an der Wien) in der Regie von Christoph Waltz – In Österreich erfolgt die Ausstrahlung am 20. März auf myfidelio.at und im ORF 2(22.30)
K R I T I K
Fidelio im Gödel-Escher-Beethoven-Treppenhaus war im 1. Teil bei der Personenregie teilweise in recht guten Händen. Im Verlauf des 2. Akts jedoch löste sich behutsame Personenführung in der distanziert statischen Konzeptregie auf … – spez. die anfangs wunderbar agierende Marzelline stand im unwirklich wirkenden Schlussbild inmitten der anderen „Roboter“ so verloren herum, wie der Minister (Deus ex machina) Die musikalische Umsetzung war durchwegs bewundernswert, kann aber leider nicht darüber hinwegtrösten, dass die 2. Fassung dieses Werks über große Strecken nicht reüssieren kann (Die große Arie des Florestan … usw. … siehe Video-Beispiele oben) und man sich daher als Rezipient nach der Finalen Fidelio Ausgabe sehnt !
Ein wahrlich gedenkwürdiger Tag, um den RWV Linz/OÖ (Richard Wagner Verband) & über 45 Jahre Bayreuth kurz aus eigener Sicht zu dokumentieren …
Oben: Wagner Villa„Wahnfried“ und rechts der original „Lift-Knopf“ – aus den Tiefen desNeubaus (Museumstrakt) gehts von der modern eingerichteten Keller-Etage, die sich prominent auf Gruft-Höhe befindet (- wo der Schöpfer die Ruhe fand) hinauf ins Heiligtum des altehrwürdigen > Wahnfrieds < – wo sein Wähnen Frieden fand …
„Am stillen Herd in Winterszeit, wann Burg und Hof mir eingeschneit …“
Während der Jahrzehnte langen Regentschaft von Wolfgang Wagner kam immer wenige Tage vor dem Fest an den Donaustrand die alljährliche Weihnachtspost aus Bayreuth … Stolzings Lied und Siegmunds Winterstürme hatten Pause – die Stunden rund um den 24. gehörten dann Liedern wieJosef Kronsteiners „Heut ist der Himmel fließend worn“und/oder dem „Grünen Wunder“ desTannhäuser-Finales …
DieserDonald ist ein großer Wagner-Fan
1976 war die Liebe zu Wagners Werk gerade einmal 10 Jahre jung … Mit ganzen 12 Lenzen umwaberten erstmals Wartburg-Chöre und ebensolche von Rom-Pilgern vermischt mit Rienzi und dräuender Nibelheim-Nacht, das bis dato eher mozärtlich umschmeichelte Ohr des Blog-Autors. Die Königin der Nacht musste dem 2. Akt vonTristan & Isoldelangsam weichen und die Zauberflöte verwob sich mit dem Reich von Klingsor, seinen Blumenmädchen und den holden Auen desKarfreitagszaubers… Schwäne begleiteten von nun an den hoffnungsfrohen „Jungwagnerianer“ durch sein neues Wunderreich, das vomPlattengeschäft „Bräuer & Weineck„mit immer neuen Aufnahmen versorgt wurde: Singles, LPs und letztendlich teure Gesamtaufnahmen …Wagner-Altar des jungen Fans
Die Enge der Bühne des KVs ließ im Untergangsszenario der Götterdämmerung fast genau 1 Jahr vor dem Aufbruch & derBrucknerhauseröffnungeinen geschwächten Kontrabassisten samt Instrument in die Arme des Blog-Autors in die erste Reihe danieder kommen. Im selbigen Jahr 1973 kam es zum Erstkontakt mit Bayreuth: SchulkollegeSiegfried Gressl, der bereits nach der Unterstufe beschlossen hatte Schauspieler zu werden, war soeben im Stadttheater Coburg auf der Bühne gelandet und hatte den damals jungen Soldaten (heutigen Alt-Blogger) zu seiner Premiere eingeladen mit Wohnrecht im eigenen Appartement und der Möglichkeit das nahe Bayreuth zu besuchen …
Direkt am Bahnhof im Hotel „Reichsadler“ wurde an 2 Mai-Tagen logiert, inklusive Besuch am Festspielhügel und am Wagner-Grab, das im Unterschied zu Wahnfried vom Hofgarten aus zugänglich war. Die Wagner-Villa selbst wurde damals noch von den „Wagners“ benutzt. Das Museum befand sich neben dem Schloss am Ende des Hofgartens. Gleich beim 1. Besuch freundete man sich mit der Leiterin Frau Strobel an , die für wackere Wagner-Jünger immer ein offenes Herz und die eine oder andere „Reliquie“ in petto hatte. Nicht minder jungen Pilgern zugetan war der Bayreuther Archivar Carolus Giessel … Sein Kunsthandel am Schlossberglein hatte immer mal eine Überraschung parat, seine Ausfahrten ins Umland endeten höchst kulinarisch … Und junge Linzer durften auch damit rechnen, dass er zu Besuch ins Wolfinger an die Donau kam … Wenig später wurde in diesem Hotel der RWV Linz etabliert …
74: Nicht nur das eigene Debüt als Teil des Hügel-Publikums stand in diesem Jahr an, sondern das Bruckner-Jubiläum & passend dazu die Eröffnung des Brucknerhauses – inkl. einerNeu-Bayreuth-Ausstellung im Herbst jenes Jahres – Als diese da im Foyer aufgestellt wurde, fielen dem Blog-Autor einige Ungereimtheiten auf, die dieser den Verantwortlichen mitteilte. Man war zuerst skeptisch, ließ aber dann nach ersten begründeten Korrekturen die Beschriftungen der Inszenierungen doch ändern. Am Folgetag wurde es von Wolfgang Wagner bei der Ausstellungseröffnung abgesegnet. Wenig später durfte man den Festspielleiter beim neugegründeten Zweigverein der Linzer Wagner-Freunde als Ehrengast und Gesprächspartner begrüßen … denn 1976 im Jubiläumsjahr der 100. BT-Festspiele bebte es am 6. Mai (wenige Tage vor Wagners Geburtstag) während einer konzertanten Aufführung der Walküre im BH so heftig, dass dies als aufrüttelndes Zeichen gedeutet wurde einen Zweigverein der Grazer Wagnergesellschaft in Linz zu gründen:
„Verbandsnotar“Dr. Helge Fosenwar nicht nur Rechtsbeistand des jungen RWVs und seiner Gründungsmitglieder (Ehepaar Kinateder, Prof. Höfer & Pilsz), die sich mit einem größeren Geldbetrag eingestellt hatten, sondern auch Ermöglicher vieler Aktivitäten & Projekte. Aus einer zuletzt großen, toll geplanten Aktion wurde leider nichts mehr: Eine eigene Holländer-Inszenierung für das Sommertheater in Freistadt. Der Blog-Autor hätte dabei Regie führen sollen – ein riesiges „Baldachin-artiges“ Segel (- Rot anleuchtbar) über den Köpfen der Zuschauer und der Open Air-Bühne war bereits Teil des Konzepts … Leider verstarb Dr. Fosen allzu bald …
Wann dann die Flur vom Frost befreit, und wiederkehrt die Sommerszeit, was einst in langer Wintersnacht das alte Buch mir kund gemacht, das schallte laut in Waldes Pracht, das hört ich hell erklingen: im Wald dort auf der Vogelweid da lernt ich auch das Singen …
1978 kam obiger junger Mann in den Genuss eines Stipendiums – damals noch stolzes Mitglied der exquisiten GesangsklasseBurgsthaler
Genial auch bei einer der „Wienwochen“: ImSerapionstheater „Die Heilige Hochzeit“ – eine Sicht des experimentellen Theaters auf Wagners „RING“ (- 1983 Wien & Graz)
Ein weiterer mentaler „Möglichmacher“ war nebenProf. Georg Höferein andererehem. Lehreram BRG Fadingerstraße, der aufmerksam vor allem die Jugendprojekte imDunstkreis zwischen Schule & RWVspeziell am Sektor Musik & Film gefällig verfolgte … Und so kam es noch vor der Jahrtausendwende zur Übergabe von alt ehrwürdigen Insignien (Gewandung) derInnung der Meistersinger zu Linzan den jungen Kollegen (Autor), der sich scheints u. a. durch sein missionarisches Tun dafür qualifiziert hatte: Opernfahrten für junge Leute nach Wien & München, Auftritte mit ihnen bei Abenden des RWVs im Hotel Wolfinger, „Rekrutierung“ von StipendiatInnen für Bayreuth … Speziell bei den kabarettistischen Abendveranstaltungen und später bei den fünf Wildberger Johannisnächten wurde ein Wagner-Bild präsentiert weit weg vom Mief des rechten Ecks, irgendwo zwischen dem royalenSchwärmer Ludwig IIund derlinkslinken revolutionären Phase (!)des „Meisters aller Meister“ …
Auch jenseits der Schule (für die Eltern-Generation) standen Bus-Reiseleitungen ins „Gelobte Land“ an der sommerlichen Tagesordnung
Der RWV Linz erlangt vor Jahreswende 81/82 die Eigenständigkeit und wird Konzertveranstalter
Was Winternacht, was Waldespracht, was Buch und Hain mich wiesen, was Dichtersanges Wundermacht mir heimlich wollt erschließen …
Die Presse nahm es mit den „Bezeichnungen“ manchmal nicht so genau und so wurde aus einem „Chef-Ideologen“ (= Schriftführung) schnell auch mal der Boss des RWVs … Vorsitzende oder Präsidentin einer solchen Institution zu sein verlangt allerdings mehr als 150 % Einsatz – dafür muss man im wahrsten Sinne des Wortes leben !!! Egal ob in beruflichen Chefpositionen oder wie im vorliegenden Fall bei einer „Kultur-NGO“ … Das sind keine „Nebenbei-Jobs“ – da ist Herzblut gefragt – ganz speziell bei Ehrenämtern (Filmklub, Musiktheaterfreunde – überall, wo man es hautnah erlebt) Kinateders gibts nur einmal, aber auch DI Wolfgang Weitzer undKatharina Milanollohaben sich voll eingebracht. Nun hat DDr. Irene Jodl das Erbe vonEva und Franz Kinatederübernommen und darf den RWV in digitalen Zeiten und Social Media auf Kurs halten. Die Nähe zum Linzer Musiktheater & die Offenheit gegenüber dem Neuen sollen dabei neben Wagner deutlich im Zentrum stehen ! – Ganz im Sinne des Wagner-Spruchs: Schafft NEUES, Kinder ! (- Fixe Stammbuch-Eintragung für all meine Klassen)
Wagner Kongresse in Budapest, Regensburg, Venedig, Bayreuth … das hört sich alles nach elitärem Genussprogramm an – und in der „2. Reihe“ ist das auch so: Da steigen wunderbare Bilder einer ungarischen Boheme bei nächtlichem Schneefall, Tristan im Teatro la Fenice und vieles mehr auf. Wenn man allerdings in Abläufe, Vorbereitungen und inhaltlich in solche Großveranstaltungen eng eingebunden ist, dann wird sehr schnell die Kür Pflicht – Ein Beispiel für viele Termine und Aufgaben. Allein vom zeitlichen Aufwand, völlig ungeeignet für ein beruflich, wie auch sonst künstlerisch umtriebiges Gründungsmitglied des RWV Linz … der Blog-Autor trat lieber auf, schrieb für Medien, machte gelegentlich Sendungen und Beiträge fürs Landesstudio (Radio OÖ & Ö1) und drehte mit seinen jungen Teams Musik-Filme:
„Zurück vom Ring“ – jene Schlussworte Hagens, die sich Karl Ridderbusch (Bild oben) bei seiner konzertanten „Götterdämmerung“ im Linzer Brucknerhaus schenkte, indem er am Schluss die Kantine der Bühne vorgezogen hatte, beamen uns noch einmal in die späten 70er der Verbandsgeschichte zurück, als hoher „Hügelbesuch“ in Linz anstand. Nach Sohn Wolfgang beehrte die Schwiegertochter vonMeister Wagner den RWV:Der Erstkontakt mit FrauWinifred Wagnerverlief für den, damals noch sehr jungen Blog-Autor etwas schroff: „Holen sie mir erstmal Zigaretten“ – erst nach Rückankunft mit der gewünschten Ware, durfte man sich auch mit dem vorgefertigten Fragekatalog für die Abend-Moderation nahen – Alles zu seiner Zeit und nach vorgegebenen Regeln !
Die Hohe Frau von einst sprach ihr Urteil schon nach der Generalprobe zum RING 76„Jetzt„, klagte Winifred Wagnerin der Familienloge, „sind wahrhaft die Irren los.“
Frau Wagner irrte. wie *dort so hier: DerChereau-Ring 76war genial, wenngleich es natürlich auch schwächere Momente in der Umsetzung des Riesenwerks gab. Mit dem Auftritt des Schaukel-Drachens (Siegfried) konnte damals so manch junger Linzer nichts anfangen, ließ sich zu negativen Applaus-Äußerungen hinreißen und wurde daraufhin von einer eher national eingestellten, jungen Französin verprügelt … >Wagner & Bayreuth< – u. a. auch Synonyme für Theaterskandale & Rekorde:
Bei der letzten und legendäre Vorstellung der Götterdämmerung am 25. August 1980, bei der es den wohl längsten Schlussapplaus der Theatergeschichte gab, war man im Publikum bis zur allerletzten Sekunde dabei: Er dauerte eine Stunde und 29 Minuten, es wurden 101 Vorhänge gezählt … (- es wurde in voller Spielfilmlänge getrampelt, getrommelt & BRAVO gerufen, dass die Hütte wackelte)
2. Akt einer Begegnung – Geladen in Bayreuth (Empfang für RWVs):
Syberbergs Video war eine gute Vorbereitung … Einladung im Siegfried Wagner-Anbau neben Wahnfried in Bayreuth: Die > Hohe Frau < wird am Treppenabsatz von illustrer Runde erwartet – FeindbildH. Kupfer(*Regie Holländer 78) ist lautstark in aller Munde – man verachtete das „Kellerkind“ des deutschen Regietheaters & der Felsenstein-Schule in vorauseilendem Gehorsam. Man(n) buckelte, stand stramm, Hacken knallten zusammen – Teaparty in Walhall ? – Bilder & eine ganz eigenartige Grundstimmung an einem illustren Ort – das ALLES grub sich in der Erinnerung ein … „Wolfsgeruch“?
Vor fast genau 40 Jahren verstarbWinifred Wagnerin Überlingen am BodenseeSyberbergs Winifred Portraitwar interessant, sein Parsifal-Film (1982 / anlässlich der Neuinszenierung des Bühnenweihespiels am Musiktheater nun auch wieder in Linz zu sehen) & weitere seiner anderen Werke (Ludwig der II., Karl May usw.) wirkten ebenso befruchtend auf die eigenen Arbeiten, wieWerner Herzog (Lohengrin-Regie 87) oder speziellTitus Leber& GigantKen Russell! (- Lisztomania)
Wagnerianer verspüren prinzipiell den inneren Drang sich missionarisch zu betätigen und so wurde bereits in Zeiten noch deutlich vor der 1. Klangwolke das Radio im Fenster positioniert, um auch unbedarften Mitmenschen die Freuden der Klassik zu erschließen – speziell im Sommer bei Ausbruch der Salzburger und (!) Bayreuther Festspiele. Bei Spaziergängen wurde der tragbare Kassettenrecorder entsprechend aufmagaziniert und da durfte neben Originalen für dergleich missionarische Zwecke schon auch mal eine Light-Variante wie Warner plays Wagner erklingen usw. … In späterer Folge passierte die „Wagneriansierung“ auf deutlich höherem Niveau im eigenen Musikunterricht, durch Einführungsvorträge auch jenseits des Wagner – Verbandswesens (Seminar für Studenten) sowie über die Stipendienstiftung …
– ORF-Winkler/Pilsz-Sendung Teil 1
– ORF-Winkler/Pilsz-Sendung Teil 2 (Sport)Großer Dank an Dir. Winklerfür sein immer > Offenes Ohr < und die Ermöglichung vieler Schulprojekte (- u. a. Glass-Film oder den Bruckner on Air – Blog) – oben im Bild mit seiner Gattin und DI Weitzer. Am linken Bildrand dieser Steiermark-Achse: Begleiter und Komponist im RWV > Helmut Rogl<, der nun 2020seinen 60erfeiert …
<<<Ein Gesprächsabend mit Theo Adam – fürs Radio …
BAYREUTH- & RWV-NACHWUCHS
(1987)
Wagner & Humor: Lesungen mit der Kabarett-Crew der Fadinger & „Johannisnächte“
mit Helmut Rogl (- u. a. auch Konzertbegleiter & Filmkomponist)
In Bayreuth war & ist esdie Studiobühne, die herrliche „Kleinkunst“ zum Thema Wagner in den Innenhofbei Steingräberbringt:
Im Nordbayerischen Kurier wars der Rappl, der mit Witz Wagner in Bareith unter die Leit mit seinen Texten und Schallplatten brachte – oder hier im Radio >>>
Die Fadinger starteten einen 1. Versuch einer filmischen Umsetzung der Wesendon(c)klieder
. . .
Mit „Wagner für Tasten“ gelang es dem RWV Linz nicht nur ein Konzert von Margit Haider im Brucknerhaus zum Stadtjubiläum von Linz zu verewigen, sondern auch mit Hilfe von Wolfgang Winkler & dem ORF eine CD auf den Markt zu bringen – mit einer Nachhaltigkeit, dass es auch zu einemHaider-Konzertin der Villa Wahnfried kam und die Holländer-Traumfantasie als musikalische Basis für die Visualisierung zum Video „Senta D“ verwendet werden konnte …
Ein herzliches DANKESCHÖÖÖN für > die Begleitung in der & die Welt der Musik < -sowie die musikalische Unterstützung bei vielen Projekten ! (Agnus Benedictus…)
In den 90ern wurde die Schriftführung an Margit Hueber übergeben, da die Schaffung des Medien-Gyms alle Zeit der Welt verlangte und sie so ohnehin optimal besetzt war … Einschlägige Projekte & mediale Auftritte in Sachen Wagner gab es aber natürlich weiterhin:
1995 kam man mitDr. Gottfried Wagner (Enkel von Winifred) nach dessen Vortrag beimABIL (Brucknerfest)schnell ins Gespräch. Bei einer Stadtrundfahrt unterwegs zwischen Pöstlingberg und Theater, endete diese „Spritztour“ mit dem Auto nach einem Anruf (!) schließlich im ORF OÖ, wo im Studio spontan mit Fremd-Moderation der folgende Sendungsbeitrag entstand:
FILM-PROJEKT „W E S E N D O N C K L I E D E R“ II
https://dorftv.at/video/7100<<< Unter diesem LINK:„Isoldens Oden an die Nacht“(Start des Videos im Rahmen der Sendung ab 11´30´´)
Schon unser Anton Bruckner profitierte im 19. Jahrhundert von der immer Wagner-freundlichen Aufführungspraxis des „Landschaftlichen Theaters zu Linz“ – Er selbst führte 1868 noch vor der UA der Meistersinger in München den „Schlusschor“ mit dem Sängerbund Frohsinn in den Redoutensälen erfolgreich auf !
Montag – 6. Mai 1872
Wagners Bezug zu Linz (nebst Bruckner): „Guter Bahnhofskaffee“ auf der Durchfahrt nach Wien (- Linz als unbedeutende „Fußnote“ von Cosimain ihren Aufzeichnungen) Dass Richards bevorzugtes Blumenmädchen Carrie Pringle1859 hier an der Donau geboren wurde, dürfte der Tagebuch-schreibenden Liszt-Tochter entgangen sein … Ungeachtet dessen ist der Wagner-Clan in Linz heute würdig vertreten durch die Jazz-SängerinVerena Maja Lafferentz — Kunst- / Musikalienverlag (Bruckner, Glass usw.)Hannah Baumgartner bei Linz09 (- heute: Presseabteilung des Landestheaters) im Gespräch mit Ururenkelin Verena Wagner. Gleich nach Eröffnung des neuen Linzer Musiktheaters startete man mit einem RING in exquisiter Besetzung – Vergleiche mit ganzgroßen Stimmender Vergangenheit lagen in der Luft.Als großartige Idee der neuen Festspielleitung ist das Projekt„Wagner für Kinder„zu verbuchen – der legendäreChereau-Ring-Wotanschließt sich dieser Meinung bei einem gemeinsamen Besuch auf der Probebühne des Grünen Hügels an ...
Anlässlich des neuen Linzer Rings passend zu Wotans Zitat aus dem Vorabend „Rheingold“
Nicht nurdie LeitmotivtechnikWagners hielt Einzugin der Filmgeschichte, sondern generell der Gesamtkunstwerkgedanke. Der lichtlose Publikumsraum, mit seinem unsichtbaren Orchester und dem indirekten Klang – Jeder Bayreuth-Neuling glaubt bis kurz nach Öffnen des Vorhangs am „Grünen Hügel“ in einem Kinopalast zu sitzen. Als sich beim eigenen ersten RING 1974 der Iris-Vorhang auftat, erzeugte dies im selben Moment den Eindruck einer Projektion – Georges Mélièsließ grüßen …
Der „Linz-aktive“Klaus Schulze(Ars Electronica) war extrem „Wagner-affin„ in seinem Schaffen … Wagner ist immer & überall zugegen …
Der Haderer von Bayreuth: Klaus Häringschuf wunderbare Karikaturen: Auflockerung: B. A. Zimmermann: Sinfonie in einem Satz – Musique pour les soupers du Roi Ubu: VII. Marche du décervellage<<<Marsch der Gehirnzermantschung – zuletzt zu hören beim Neujahrskonzert 2020 des Brucknerorchesters …
„Klimatöse“ Gedanken zu „Maria Lichtmess“ (2. 2. – Ende des Weihnachtskreises) Irgendwo im „Wilden Westen“ auch „Murmeltiertag genannt …
Marcel Hirscher war es sicher nicht, der nach dem wieder viel zu heißen Sommer 019 in grässlichem „Neusprech“ den Winter „abgeschalten“ hat … Da hätte man ihn echt zu unrecht gescholten – Es lohnt sich noch immer, dass man einschaltet, wenn im TV Skirennen aller Arten übertragen werden, zumal auch jetzt ÖstereicherInnen zum Schluss am Podium ab und an zu bewundern sind. Dass die Rennen meist aber auf isolierten weißen Bändern mitten im Grünen stattfinden – das sollte uns zu denken geben ! – Kunstschnee-Inseln, die mit Einsatz von Kanonen nächtens für den „Winter“-Sport zurückerobert werden …
Der Winter hat keine „Schan(g)ze“
Der Februar ist normalerweise der winterliche August mit umgekehrten Vorzeichen. Wir hatten zu Beginn des besagten Monats 2020 erschreckende 14 Grad plus an Nachmittagen in der Sonne – kombiniert mit bedrohlicher Frühjahrsmüdigkeit im sogenannten „Hochwinter“ – Für unverbesserliche Sommer-Adoranten: Das wäre vergleichsweise so, als hätten wir am 1. August eine Tageshöchsttemperatur von etwa 16 bis maximal 18 Grad … das würde zwar den Wunschvorstellungen des Blog-Autors entsprechen, aber wohl nur in Island zu einem Kollaps in örtlichen Freibädern führen.
„Weiße Weihnachten“ – seit Jahren nicht nur ein frommer Wunsch, sondern auch ein einzementiertes Fremdwort zu dieser Wintersonnenwende – Ende Juni hingegen sind die Sonnwendfeuer kaum einmal durch „Kälteeinbrüche“ gefährdet … Frei aller „Schlechtwetter“-Gedanken konnte man beim Wildberger Musiksommer fast immer dieJohannisnächte auch im Freien zelebrieren.
Das waren noch feine > Kleine Eiszeiten < als Antonio Vivaldi im 18. Jhd. in Venedig seinen Schlittschuhläufer übers Eis schicken konnte …
Vergleicht man konsequent das Winter- mit dem leider dominanten Sommer-Halbjahr, so entspricht der 1. Mai (mit seinen hoffnungsvollen „Eisheiligen“ zur Monatsmitte) dem 1. November, der März dem September und der launische April in Blütenpracht dem Oktober ähnlich in den Herbstfarben (- da konnte es früher schon mal in beiden Monaten auch kurz schneien …) – Linz war im Unterschied zum Ausnahme-Vorjahr im Dezember & Jänner nur wenige Stunden 2x etwas angezuckert. Das wäre so, wie wenn es im Juni/Juli bloß mal 2 knappe Badetage mit grad mal 30 Grad im Sortiment gäbe … Die willfährige Schön-Wetterfee hätte Auftrittsängste, aber uns EisbärInnen & SchneemännInnen wärs eine gewaltig große Genugtuung !!!
Mit zornigen Grüßen von der immer kleiner werdenden Auftau-Scholle – in Vorahnung einer spätestens nach Ostern dräuenden >Sommerdepression< (Tropennächte inkl.) ! M P
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Irgendwie sahen die LinzerInnen so um 1900 gar nicht nach Herbst/Winterdepression aus & Schnee gabs von „Holle in Fülle“ – selbst noch in den 60ern – erinnert sich der hier schreibende Zeitzeuge …
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31. Jänner * Geburtstag von Phil Glass
In den späten 70ern wurde man als medial interessiert & informierter Rezipient per ORF-Kultur erstmalsmittels Ausschnittenaus Einstein on the Beach (1976) auf einenPhilip Glassaufmerksam. Die anderen beiden Teile seiner Trilogie taten ein übriges: Satyagraha1980 und 1984 Akhnatenmit u. a. der sowunderbaren Begräbnisszene(- wurde im Jahr der Fadinger Glass-Visualisierung sogar beim Ball als Musik für die Eröffnung verwendet / in guter Gesellschaft mit Bruckner: Einmarsch mit dem Beginn des 2. Satzes der IX.) Der Wunsch selbst einmal Glass-Musik in Bilder umzusetzen kam 1982 auf, alsKoyaanisqatsiüber die Linzer Kinoleinwände flimmerte …
Das Donau Festival Krems an der Donau schenkte den Österreichischen Glass-Fans 1988 in Schwechat am Flughafen das Projekt1000 Airplanes on the Roof – Fast 15 Jahre später durfte sich das Fadinger Mediengym mit einer Visualisierung an diesem Werk erfolgreich einbringen – Welch ein Glück: Kurz davor war ein Werk für vier Streicher (Kammermusik von Glass) vom Brucknerhaus für die Fadinger aufgezeichnet worden, musste aber aus technischen Gründen dann einbehalten werden …
Der 1. Glasse Direktkontakt passierte im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung am Mozarteum in Salzburg – Endergebnis: Segen des Meisters und ein Interview …
Vermittler und >Möglich-Macher< Dir. Winkler
Nach der Veranstaltung gings mit Wolfgang Winklers Auto dann in gefühlt knapper, „Lichtgeschwindigkeit“ nach Linz … eine Nahtoderfahrung, die sich allerdings als sehr wertvoll für die inhaltliche Umsetzung erwies …
Unten: Erweitertes Team bei der Pressekonferenz im Brucknerhaus (vorm Fest) Im ehemaligen Kassen-Foyer des Brucknerhauses lief das Video
Neues Volksblatt – Kultur
Das Philip-Glass-Fieber hat auch die Schüler/-innen des Linzer Medienrealgymnasiums Fadingerstraße erfasst. Ein halbes Jahr haben sie sich unter Leitung von Manfred Pilsz mit dem Glass-Opus „1000 Airplanes on the Roof“ beschäftigt und es in das 20-minütige experimentelle Musikvideo „Die fünfte Dimension“ umgesetzt. Für den Komponisten wurde eine eigene US-Fassung erstellt, auch Dennis Russell Davies zeigte sich sehr angetan. Derzeit ist das Video im Info-Point im Brucknerhaus zu sehen, es gibt aber Verhandlungen, es — parallel zur Glass-Oper „The Voyage“ — im Oktober im Landestheater und im Programmkino Moviemento zu zeigen.
Dear Manfred. I was very happy to hear that our video/film project received
an important award. Congratulations!
And best wishes to everyone who worked on the project! Would it be possible for me to have a DV-copy for my archives?
Also, best wishes for the holiday season. Philip Glass
Sent: Friday, January 02, 2004 3:22 AM
„Die Fünfte Dimension“ – Phil Glass auf dorfTV: https://dorftv.at/video/26584(Video-Anfang: Nach etwa 4 Min der EinBlick-Sendung / davor: Mozarts Veilchen)
Wie bei einem Spielfilm gibt es bei dieser Videoarbeit einen klaren dramaturgischen Aufbau, der ganz eng verknüpft mit der musikalischen Vorgabe einhergeht:
Mit den ersten Tönen hebt sich aus dem schwarzen Vorspann ein gleichfarbiges Tuch und legt damit ein Glas (engl. – glass) frei, das sich zur strömenden Musik mit Wasser füllt. – Auf diese Glasmetapher und das Tuch treffen wir auch bei den letzten Bildern direkt vom Abspann – eine ganz deutliche filmische Klammer – von der gleichartigen Musik zu Beginn und am Schluss unterstrichen ! (Prolog zu Teil 1)
Nach einer längeren Einleitung in der u. a. durch das Zackenmuster eines Musik-Visualisierungscomputerprogramms (J. Dießl) sehr beschaulich eine Laborsituation suggeriert wird, beginnt mit dem Auflösen einer Tablette im Wasserglas –aus der der Titel der Visualisierung hervorsprudelt- und einer deutlichen Steigerung von Dynamik und Tempo der Musik der eigentliche Handlungsablauf:
Der Astralkörper unserer jungen Patientin scheint sich durch einen gemalten Tunnel in flüssiges Licht zu schweben um dort als verpuppter Fötus um seine Freiheit zu kämpfen. Ein Abstieg in die Vergangenheit ? Bilder eines Mahnmals und schwarze Gestalten auf der Todesstiege in Mauthausen beleben die bedrohliche Dimension einer traumatischen Uterussituation. 18 Schläge in der Musik markieren den ersten Plotpoint, der Teil 1 von Teil 2 und damit Vergangenheit von Gegenwart trennt.
Zum ersten Mal bewegt sich das Ultraschallbild – Zeitwesen der Gegenwart bringen das weiße, weite Kleid einer unschuldigen Freiheit, die von unserer Protagonistin mit Jubel begrüßt wird, während die Gestalten des Gestern die Papierberge der Vergangenheit umkreisen. – Alter trifft auf Jugend – längst Vergessenes holt die Gegenwart ein …
Ein riesiges Glas wird zum gläsernen Kerker – zur unvermuteten Grenze – Plotpoint 2
Die Musik der kleinen, permanenten Fortschreitungen
Im Video zeigt sich diese manchmal fast unmerkliche Metamorphose am deutlichsten und gelungensten im dritten getanzten Teil der Umsetzung:
Die Blitzmuster auf der hinteren Bildebene deuten die innere Aufgeregtheit in der Musik und in der Seele des Mädchens hin. Abtastende Bewegungen mit Händen und Beinen die mit abrupten Richtungswechseln in der Musik einher gehen, wechseln ab mit dem gespannten Lauschen nach Engelszungen, die sehr bald als Echo der eigenen Stimme erkannt wird. Die Hektik weicht aus der Musik – strömendes Wasser löst die blitze ab. Doch als immer wiederkehrende schroffe Tongebilde dem Opfer unsichtbare aber undurchdringbare Grenzen aufzeigen bricht erneut Panik aus. Musik und Wasser beginnen zu toben. Unsere Tänzerin droht unterzugehen – wird jedoch immer wieder hochgerissen durch ihre eigene Stimme, die sie nicht mehr hören will … Nur eines will sie noch: Das Ende. Dieses kommt nach einer mehrfachen Steigerung plötzlich durch einen überraschenden Motivwechsel. Sie ist am Ziel der Erkenntnis angelangt – dem eigenen Spiegelbild das sie im Glas erkennt – Plotpoint Nr. 3 / Epilog – Erschöpfung – der Bogen ist überspannt – und so wird die Frau vom Zeitsog einer rückwärtsläufig raffenden Musik von ihrer Borderline getrennt und durch die eigenen Bilderwelten an den Ausgangspunkt zurück versetzt. Der Hypnosestein wird entfernt –das Labor leert sich – das Glas wird zugedeckt – Nachspann …
Eine Bilderflut –im Detail abgestimmt auf die Musik- saugt den Betrachter bereits mit dem Einsetzen der Hypnose in den Film hinein. Das natürliche Gefühl des Rezipienten für Form und Farben – für Musik und Bildsymbole ermöglicht einen rein emotionalen Zugang zu dieser Visualisierung. Ein unbedingtes Verstehen müssen< soll eher einem >neugierigen Erahnen und Erfühlen wollen< weichen, dann ist auch ohne umfassende Recherche der lustvolle Umgang mit diesem Filmgenre möglich.
Analyse – aus einem Jury-Gespräch …
Visualisierte Glass-Musik –
Gelungener Kontext zum Eintauchen in den weiten Raum der Seele
Frei von Erwartungen und bereit mich auf das Werk „D I E 5. D I M E N S I O N“ einzulassen -von dem mir lediglich bekannt war, dass eine Person in einen trance-artigen Bewusstseinszustand gleitet- haben mich Film und Musik schlichtweg aufgesogen. Die Bildüberflutung am Beginn des Filmes analog zur Verwirrtechnik für eine Trance-Induktion durch einen Hypnotiseur erleichterte das Eintauchen in einen Zustand einer großen Weite. Durch die Symbolsprache des Films getragen von dieser sphärischen Musik wird ein Rahmen geschaffen in dem Berührung mit dem weiten Raum des Transpersonalen möglich ist. Gezielte Reflexion und Austausch des Erlebten mit etwas Abstand zum Film bereiten einen fruchtbaren Boden für Neues, Begegnung und Fülle.
Dr. Bernhard T h a l ha m e r (Kommunikation/ NLP/ Psychologie)
Zum „50er“ gabs von Linz Kultur & Tourismus eine nette Überraschung – die „Schularbeit“ kam 2004 prominent zum Einsatz:
Akt 1:Vorstellung aller Charaktere (bis zum Zwischenspiel) – 50 Sek
Ein Veilchen auf der Wiese stand, Gebückt in sich und unbekannt; Es war ein herzigs Veilchen.
Da kam eine junge Schäferin Mit leichtem Schritt und muntrem Sinn Daher, daher, Die Wiese her, und sang.
Akt 2:„Der Traum der Gärtnerin“ – 30 Sek
Ach! denkt das Veilchen, wär ich nur Die schönste Blume der Natur, Ach, nur ein kleines Weilchen, Bis mich das Liebchen abgepflückt Und an dem Busen mattgedrückt! Ach nur, ach nur Ein Viertelstündchen lang!
Akt 3:„Die Ausgrenzung“ (bis zum am Boden liegenden Blumentopf) – 40 Sek
Ach! aber ach! das Mädchen kam Und nicht in Acht das Veilchen nahm, Ertrat das arme Veilchen. Es sank und starb und freut’ sich noch: Und sterb ich denn, so sterb ich doch Durch sie, durch sie, Zu ihren Füßen doch. (bis hierher: Goethe)
Das arme Veilchen!
Epilog:Die Abfahrt & der Nachspann – 50 Sek
Es war ein herzigs Veilchen (- Mozarts Anhang)
Preise beim Eurofilmfestival & bei der LM OÖ
Manfred Pilsz
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Constanze – geboren am 5. Jänner*
– Das mozärtliche >Frauenbild<? Das „Bildnis“ des Wolferl Amade (- Mozart-Klischee heute)
Nicht „Das Bildnis des Dorian Gray“steht zur Debatte, sondern ein „Bildnis“ im ganz direkten Mozart´schen Zusammenhang. Es geht dabei um die bekannte Arie aus jenem Singspiel, welchesein hehres Zauberinstrumentim Titel führt, ausgestattet mit einem „Helden“, der gleich zu Beginnverfolgt von einem Schlangendrachenin Ohnmacht fällt. Nach dessen Rettung vor diesem Untier durch das „Matriachat“ in Gestalt der drei Damen der „Königin der Nacht“ bekommt Antiheld Prinz Tamino in Mozarts Singspiel „Zauberflöte“ ein Bildnis der Tochter dieser „Fürstin“ überreicht. In daraufhin heftig aufkeimender Liebe singt er (um beschreibenden Worten ringend) die „Bildnisarie“ !
Bildnisse der Constanzen *
Die Visualisierung der „Bildnis-Arie“
Beim Versuch dieses Musikstück zu visualisieren wurde derOperninhalt samt Paminabeiseite geschoben und statt desseneine Constanze (Mozarts Gattin im Heute *) mit dertypischen Post ihres Wolferlsbeglückt: In einem dem Packerl beiliegenden Brief ist vom Bildnis der „Schönsten Frau“ die Rede, das er ihr hier nun schicken würde, was „Mozart-Kennerin“ Constanze in wilde Wallungen grenzenloser Eifersucht verfallen lässt. Die Vorbereitungen für den gemeinsamen Besuch eines abendlichen Tanzfests werden so kurzfristig unterbrochen, um der Sache auf den Grund zu gehen …
Welches „Weibsbild“ ist es diesmal?
Dies Etwas kann ich zwar nicht nennen! Doch fühl‘ ichs hier wie Feuer brennen. Soll die Empfindung Liebe sein? Ja, ja! die Liebe ist’s allein. O wenn ich sie nur finden könnte! O wenn sie doch schon vor mir stände! Ich würde – würde – warm und rein – Was würde ich! – Sie voll Entzücken An diesen heißen Busen drücken, Und ewig wäre sie dann mein
Nur wenig später „spiegelt“ sich das nahe Happy End in ihrem Antlitz wider … ALLES wieder paletti im Hause Mozart …. Ein vergnüglicher Abend auf einem der üblichen Maskenbälle („Wadenmessen“ inkl.) kann beginnen …
Im 91er Jahr des 18. Jahrhunderts wurde die von seinem Logenbruder Schikaneder bestellte & teilweise getextete Zauberoper von April bis Juli in „Gartenhaus-Klausur“ (in Wien) von Mozart fast fertig komponiert und dann auch gleich mit SängerInnen geprobt. Der vermeintliche Märchenstoff ist ganz dicht an derFreimaurer-Thematik. Die im Inhalt vorkommende Initiationsriten, die Figur des Oberpriesters Sarastro und die Zahl 3, die u. a. auch bei den 3 Knaben & Damen schlagend wird, verweisen sehr deutlich darauf, dass die beiden Schöpfer des Werks damit intensiv vertraut waren … Für die filmische Umsetzung hat dieser Umstand (- abgesehen von der Anzahl der Darstellerinnen) allerdings keine wirkliche Bedeutung ...
Bei „Post für Constanze“ (019) waren neben Hauptdarstellerin Hannah (Absolventin) diesmal nicht nur in Nebenrollen, sondern auch bei der Technik (Licht, Kamera) u. a. Aktiv-Fadinger der Sechsten/Siebten – sprich: jetzige Oberstufler beteiligt …
Die Tonaufnahme zum Film stammt von einem Konzert aus den 80ern, das der Blog- und Film-Autor im (alten) Mühltalhof (mit Robert Holzer) gab …
„Trazom“ liebte es rückwärts zu sprechen und zu schreiben … auch in Briefen … >Unsere Constanze „HannaH“ hätte da mit ihrem Palindrom keine Probleme gehabt< „O Genie, der Herr ehre Dein Ego!“<—auch hier „spiegelt“ sich was … Derfnam
Zweiter„Perücken-Film“ in der Geschichte der Fadinger: 1997 hatte man als Vorprogramm im Rahmen eines Open Airs für das Gruberova- Konzert (Schloss Eisenstadt / Anreger: Intendant Reicher) das feine Musikvideo „Der Zauber des Mondgartens“ (J. Haydn) produziert … (im obigen Bild links: Hannah Eigl 2019 & rechts: Claudia Kreiner 1997)
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Richard Strauss war mit den Salzburger Festspielen von Anfang an eng verbunden: Zum 150. Geburtstag vonW. A. Mozart dirigierte er 1906 ein Festkonzert. Er gehörte neben Max Reinhardt, Hugo von Hofmannsthal und Franz Schalk dem Kunstrat der Salzburger Festspielhaus-Gemeinde an und übernahm 1917 dessen Präsidentschaft. Als seine Festspielidee dann in die Realität umgesetzt wurde, sah man R. Strauss zunächst gerne am Dirigentenpult bei Mozart-Opern. Im Unterschied zu Bayreuth widmete sich Salzburg nicht nur einem Komponisten … neben W. A.Mozart wurde Richard Strauss einer der Hauptvertreter des Festspielspielplans … u. v. a.
„Beethoven im Rucksack“ – Herwig Zens hat Beethovens Pastorale bei einem Schulausflug in Baden bei Wien als Projekt verfilmt und bei den Filmtagen in Wels im Traunparkkino gezeigt … dort wo auch die Fadinger Filme liefen …
Siehe: Zens-ORF-Doku– ab Min 15.35 (Beethoven im Rucksack)