Als Schüler wären wir in den 60ern in Volksschule und Unterstufe gescholten worden, hätte jemand in Wort & Schrift eine Ampel „umgeschalten“ ! Diese wäre sofort auf DUNKELROTumgesprungen und hätte man den Hörfunk eingeschalten, so wäre es sofort in der Sendung „Achtung – Achtung – Sprachpolizei“ thematisiert, ein Auslöser für Lachstürme geworden. Heute blinkt die Ampel nicht mal GELB, wenn vom Minister, über Medienvertreter bis hin zum Schalterbeamten alle gleichgeschalten ohne finales „T“ auskommen. Derzeit reagiert bloß noch manchmal das Rechtschreibprogramm des PCs drauf, falls es nicht ausgeschalten ist. Vielleicht wird es ja im Sinne einer quasi neudeutschen, weichen Endungswelle grammatikalisch freigeschalten … Die Hände gefalten, ersuche ich bevor alles umgestalten wird, dass diese sprachlich mega öde Fehl(er)schaltung nicht abgeschalten, sondern endlichwiederabgedreht wird !!!
Manfred Pilsz
„Die Sprache ist immer lebendiger und jünger als ihre arthritischen Leibwächter“, hat Hans Magnus Enzensberger schon anno 1979 geschrieben. Wo ist die Grenze zwischen einer Sprachentwicklung und einer Verschluderung?
Für besonders SCHLAUE (- nur DIE dürften DAS):
Es ist genau verkehrt herum. Geschalten ist die alte Form und geschaltet die neue. Im Althochdeutschen war scaltan nämlich ein starkes Verb der Klasse VIII (im Mittelhochdeutschen möglicherweise auch); wäre es nicht in die schwache Konjugation gewechselt, dann würden wir es heute wie halten konjugieren, also ich schalte, er schält, ich schielt, ich habe geschalten) – Info aus dem Netz …
Für Ludwig Wittgenstein ist die Welt alles, was der Fall ist. Dies erläutert er näher in seinemTractatus logico-philosophicus:„Die Welt ist die Gesamtheit der Tatsachen *, nicht der Dinge. Was der Fall ist, die Tatsache, ist das Bestehen von Sachverhalten.“
Wittgenstein kannte Trump * nicht, aber möglicherweise den Schulkollegen Hitler … Und es ist Tatsache, dass beide in Klassen der K. k. Staats-Realschule in der Linzer Steingasse gingen – das spätere Realgymnasium in der Fadingerstraße. Und es ist der Fall, dass man als Lehrer und Schüler des Hauses immer wieder sehr direkt damit konfrontiert wurde: Da wurden am Vortag Mitglieder einer Gruppe aus Tel Aviv mit Schulkultur aus Österreich begeistert und 24 Stunden später drehte das japanische Fernsehen Sequenzen für eine Zeitgeschichte-Doku …
Die Geschichtsabteilung der Fadingerschule brachte sich in den Diskurs oft mit Ausstellungen und Einladungen ein – so war u. a. die Cellistin Anita Lasker Wallfisch Gast im Festsaal des Hauses. Das Mediengymnasium produzierte eine Doku mit und über Ceija Stojka, weiters 2008 im Vorlauf von Linz09 zur November-Pogromnacht 38 in Kooperation mit der Israelitischen Kultusgemeinde Linz und Prof. Dr. John (JKU) bzw. das Video „Mit Pauken und Trompeten“ (Musik & Krieg) zum 5. Mai 2000 (mit dem ORF OÖ) …
In einer Zeit in der man bei Linz09 zwar das Projekte wie „Die Kulturhauptstadt des Führers“ durchführte, sich aber nicht traute die vier alten Reiterstandbilder an der Nibelungenbrücke aufzustellen, endlos über Löwen diskutiert, Statuen im Nordico versteckt ist es mutig und zeugt von Offenheit, dass die Linzer Schule in Kooperation mit der Tabakfabrik dem Künstler die Möglichkeit bietet im öffentlichen Raum seine Sichtweise in jugendrelevanter und ebenso –verständlicher Art in der Bildsprache heutiger „Digital Natives“ zu präsentieren.
Ob es angemessenere Formen des Umgangs mit der Thematik gäbe und ob verbale Informationen zum Inhalt/Hintergrund der Arbeit zum Verständnis notwendig sind, kann man andenken, aber eines ist fix: Es wäre allemal schlimmer die „Geschichte“ unter den Teppich zu kehren ! Nicht nur Künstler, Genre-Rezipienten und Jugendliche werden diese artifizielle, auf junge Menschen abgestimmte, neue Form des IN SITU-Gedankens (Projekt von Linz09) begrüßen !
Manfred Pilsz
„Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen“
Und noch eine Bemerkung zur BIG (dem Gebäudeeigentümer): Dieses Werk bedeutet u. a. zusätzlich eine deutliche Wertsteigerung der grau grauslichen Betonwand, die man keinesfalls als „bloß“ temporäre Kunst mit einem fixen (womöglich frühen) Enddatum punzieren sollte.
Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder …, die durch einen linken „Maus-Klick“ aktiviert werden können !
„Late-Summer has brocken“ – YESSSSSSSS – Es lebe der coole Kulturherbst !!!
2 0 2 4 –Brucknerjubiläum ante portas … aber derzeit im Schatten vonCorona.Während das ABILbereits kapitulierte, hält das Brucknerhaus die Stellung und versucht denBruckner/Brahms Schwerpunkt 020über die volle Distanz zu bringen. Gleichzum Auftaktgibts bei der heurigen Eröffnung „Liszt vom Allerfeinsten“ (-wenngleich „belastet„ … (?) – mit all den Hintergrund-Infos: Keine Bedenken !!!) – die „Wächter der Zeit“ nicken bedächtig (mehr dazu noch später)
Komponisten, die nach ihrem Tod für Propagandazwecke (aus welchen Gründen und von welchen Regimen & Ideologien auch immer) vereinnahmt wurden, können nicht dafür zur Rechenschaft gezogen werden … und deren Werke schon gar nicht !!!
„Kontroverse“ (Motto des Brucknerfests 020)
Die „Neue deutsche Welle“ des 19. Jahrhunderts – sprich: Die Vertreter der „Musik der Zukunft“ (- wie Liszt, Wagner & auch Anton Bruckner)vs. „Traditionalisten“ (-unter ihnen federführend der nicht minder geniale Johannes Brahms mit seinem breit aufgestellten Werk) – Es hätten sich viele Beispiele zur Eröffnung 020 angeboten – es ist nicht die „Tragische“, sondern die „Akademische“ (Fest-)Ouvertüre geworden – in jedem Fall eine weitere gute Wahl fürs Opening 2020:
„Warum wird auf dem Rücken der Kultur eine politische Korrektheit ausgetragen, die in der Politik ihren Platz hätte?“ Während im Politischen die Grenzen des Sagbaren ausgeweitet würden, würden sie in der Kunst immer mehr beschränkt.
Lisa Eckhart (- anlässlich ihrer Ausladung in Hamburg)
Das sagen auch die „Wächter der Zeit“, die sich wundern wie sehr die inkorrekte Politik & Gesellschaft (Besserwisser u. a. in allen extremen, ideologischen Ausrichtungen … bis hin zu egomanischen Fake-Kalibern Trump’scher Ausprägung …) im Namen von „Political Correctness“ Kunst und Kultur in ihrer Freiheit beschneiden. Dabei werden Werke entstellt, „Denkmäler“ demontiert oder demoliert. Dass man Werke und ihre Schöpfer immer aus der Entstehungszeit & ihrem Umfeld heraus verstehen und nicht ver-, sondern beurteilen muss, wird mangels Kenntnis dessen immer weniger bedacht oder absichtlich beiseite gerückt.
Der permanent “MeToo”-gefährdete Mozart liefert allein mit seiner Zauberflöte so viele Angriffsflächen (Rassismus / Frauenfeindlichkeit …), dass selbst begeisterte Notare seiner Werke alle Paragraphen zum Schutz derselben dabei ziehen müssten. Apropos: Wagners RING wurde im Lichte des deutschen Strafrechts beleuchtet (- mit Augenzwinkern / Unterschied: Bei den nicht ganz so Klassik-affinen „Besserwissern“ fehlts mit Sicherheit an Humor (- der in seiner intelligenten Ausgabe jede Menge Hintergrundkenntnis voraussetzt – siehe wiederum Lisa Eckhart) „Hochkulturkritik“ ohne blassen Dunst geht gar nicht (- geschmäcklerische Urteile ausgenommen, aber die sind ohnehin nur subjektiv relevant) Vorverurteilungen, falsche Auslegungen durch Rezipienten, den Zeiten geschuldete Usancen und Konservativismus hat es immer gegeben (- Die Inzest- Problematik in Wagners Walküre beschäftigte & befruchtete selbst andere Künstler : „Wälsungenblut„ (Th. Mann) … ) Dass aber eine Salome oder Elektra ab & an auch heute wieder Startprobleme haben könnten, liegt doch u. a. am Verlust des Bezugs zu Werken der Antike: „Moderne“ Lehrpläne sparen fast den gesamten Werke-Kanon der Literatur, der Kunst, des Musiktheaters, sowie die wichtige, weil erhellende, parallele Auseinandersetzung mit ihren (re- und) produzierenden Künstlerpersönlichkeiten zugunsten heute so „wesentlicher“ ,utilitaristischer, anderer „Lebensnotwendigkeiten“ (?) gänzlich ein.
Es bräuchte unbeirrbare, starke Persönlichkeiten, die unbeeindruckt von diversen Querschüssen selbsternannter Richter und Zensoren Beschneidungen & Vernichtung alter Werke verhindern und trittsicher trotz Gegenwinds mutig voran gehen, ja selbst diktatorischen Populisten und Pandemien die Stirn bieten.
Der „Groß-Stern des Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich“seine Kunst & Kultur gebührt der so überaus mutigen Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler und ihrem kongenialen Team !
Sie hat mit der makellosen Abwicklung der künstlerisch hochwertigen Salzburger Festspiele im Jubiläumsjahr des Corona-Sommers 2020 ein weithin sichtbares Fanal gesetzt, an dem sich der gesamte Kulturherbst hochranken kann – BRAVISSSIMO !!!
Über denMakart-Stegund die spätsommerlich schattigen Gassen geht’s ab in den Festspielbezirk, wo gerade der heurig letzte Jedermann am Domplatz tobt, eingehüllt intenorale Lieder, Arien, herrliche Zugaben, gelabt im Gastgarten des „Sarastro“ …
Kein einziger Corona-Fall während des Salzburger Festspielmonats!!! – sprich: Sollte die „Ampel“ nicht auf dunkelrot springen, müssen Kultureinrichtungen(mit ihren disziplinierten Künstlern und einem ebensolchen Auditorium) ab jetzt unbedingt geöffnet bleiben !!!!!
In Linz setzte man für September/Oktober 020 unverzagt ARS, Klangwolke und das Brucknerfest, sowie Musiktheaterpremieren auf den herbstlich opulenten Speiseplan des coronesk ausgehungerten Publikums. – Streaming allein macht auf Dauer dabei niemand glücklich …
Jetzige & verlorene Linzer Klänge(M. Pilsz / 1954 bis heute):
Der Klang beim Gehen über die Holzbohlen der Eisenbahnbrücke, scharfes Quietschen von alten Garnituren der Straßenbahn an der Biegung in Urfahr, die pfeifende Diesellok am Bahnhof nebenan, am Pichlingersee schneiden 2 entgegenkommende Züge mit einem Knall die Luft auseinander – „Überschallmomente“ im Badebetrieb, das Fahren der knarrenden Holzgarnituren der Bergbahn über die Zwischenräume der Schienen, ein morgendlich sattes Gurren der Tauben jenseits des Taubenmarkts – Wiederentdeckung während der Corona-Klausur, kalter Wind & knirschende Rodeln am winterlichen Gründberg beim Haselgraben, die Gesänge der Fronleichnamsprozession in Urfahr – direkt vorm heutigen Androsch-Atelier, vormittäglich Marktmusik und –durchsagen am Urfahraner Friedhofareal Anfang Mai, der Pistolenschuss am Beginn des 3-Brückenlaufs (inklusive aufmunternder Rufe nebst bellender Lautsprecher), Grottenbahnstimmung –das Rumpeln und Pfauchen des Drachenzugs –samt halliger Märchenmusik, die Wasservögel beim JKU-Teich, vom Wind verwehte Musikproben durch offene Fenster der Bruckner-UNI (früher KONSI) oder der Musikschule und im Hinterhof des Theaters, 3 Schüler spielen stumm, aber heftig atmend Fußball hinterm Petrinum – die harte Ballberührung verliert sich auf dem riesigen Feld, eine angenehm gedämpfte Gesprächs- und Frühstücks-Geschirr-Atmo im „Traxl“-Cafe …
Glockenspiel am Hauptplatz im Wettkampf mit den Innenstadtkirchtürmen, Proben zur Klangwolke über riesige Lautsprecherboxen dies- und jenseits der Donau – dabei reißt der Ton unvermittelt ab – setzt aber sofort wieder fff ein, die Schrankenanlage beim Bahnhof Urfahr setzt sich in Bewegung, die Stromabnehmer der alten Bergbahn wechseln die Fahrtrichtung und die der Obusgarnitur schleifen beim Fahren nach der Neuen Heimat beim „Haashaus“ vor St. Martin an der Oberleitung, der Wind bringt das Blätterdach des einsamen Baums neben dem 9er-Turm in Gaumberg zum Rauschen, Eisstockschießen beim Lehnerwirt in Urfahr und auf eher gar zu dünner Eisdecke am Pleschingersee, Ruder- und Motorbootgeräusche im Winterhafen – dazu: Phil Glass beim Gehen im Kopfhörer mit kurzer Rast beim rostigen Anker mit der Aufschrift Fafner (altes Baggerschiff DDSG), ferne Arbeits- und Teichgeräusche bei der alten Freitreppe im Landwirtschaftskammerpark am Bauernberg, gedämpftes Brodeln im Nebel der spätherbstlich morgendlichen Stadt – bedingt durch Watte einer ersten Schneedecke, Eichkätzchen flüchten vor schlurfenden Schritten im herbstlichen Laub am Weg neben dem Bach im Urnenhain – im Kopf: Richard Strauss „Allerseelen“, der Enkel summt während er mit dem Opa Eis schlürfend an der Mauer des botanischen Gartens entlang schlendernd – läuft & springt, eine Sense wird durch ein Rapsfeld nahe der Zaubertalstraße getragen – die Kamera geht mit – im Kopfhörer: Gustav Mahlers Gesellenlied Nr. 2, in den noch jungen 80er-Jahren dringen aus dem Alten Dom die Klänge einer Oster-Andacht der Fadingerschule: „Der Evangelimann“ von W. Kienzl– die Szene mit Kinderchor, Orgel und dem Blog-Autor löst sich in der Weite des sakralen Raums auf …
… wahrscheinlich auf seiner „Geburtstagsparty“ * …
Eine spätmittelalterliche Stadt erwacht – Türmer blasen – das Stadttor öffnet sich – berittene Jäger tauchen ein in umliegende Wälder – Bruckners „Romantische“ nimmt ihren Lauf … (Bruckners“Zizipe“ seiner Waldmeise inklusive) …
X u n d bleiben !!!
Manfred Pilsz („Urzeit-Klangwölkner“)
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Wahrheit wagt‘ ich kühn zu sagen, und die Ketten sind mein Lohn.
– Nicht an dieser Aussage Florestans dockt das Regiekonzept Schneiders an, sondern bei dessen Engel Leonore: Ich seh‘, wie ein Engel im rosigen Duft sich tröstend zur Seite mir stellet, ein Engel, Leonoren …
Die Frau als zentrales Thema des Stücks, das bei der Uraufführung unter dem Titel Fidelio oder die eheliche Liebe (Schluss) firmierte. Schon beim „Fidelio-Projekt“ der ARS-Nacht 020 war die Rolle der Frau im Fokus des Geschehens: Tolle musikalische Sequenzen aus dieser Revolutions/Rettungsoper dienten dabei im „Stop & Go“-Modus als verbindendes Gerüst der Aktion …
Bei Schneiders Bühnenkonzept sickert die Frauengestalt einer modernen, thematisch verwandten Kammeroper bereits im 1. Teil (vor der Pause) in die Fidelio-Interpretation ein – dann folgt die Einsprengung – und bleibt auch im Beethoven-Schlussteil präsent …
(Die gesprochenen Sonnleitner/Treitschke-Dialoge sind gestrichen)
Auszug aus dem Filmprogramm des internationalen Festivals:
„Post für Constanze„ – ein Absolventenprojekt (mit Beteiligung von SchülerInnen) des MRG Linz Fadingerstraße
Einer unter 100 Top-Filmen:
Es kommt einer Sensation gleich, dass man es heuer geschafft hat in das Programm des „Festivals der Nationen“ aufgenommen zu werden – neben Autoren wie Kameramann Horst Hubbauer oder gar Virgil Widrich, der in Hollywood 2002 für den Kurzfilm-Oscar mit „Copyshop“ nominiert war und dem Berlinale-Siegerfilm „Umbra“ …
Fridays for Culture – 25. September 020 in Lenzing:
Alles Lei(n)wand:
Auf dem „Heißen Stuhl“ erfolgreich im „Verhör“ durch die Jury:
Mehrmals bereits war das Fadinger MRG für die UNICA nominiert (Senta D / Argentinien, Agnus Benedictus / Niederlande usw. … 2000 erhielt man bei der Jahreshauptversammlung der VÖFA eine Ehren-UNICA … heuer ist überraschend das immer wieder erfolgreiche Fadinger Absolventenprojekt „Zueignung“ (- eine Richard Strauss – Kunstliedvisualisierung) im UNICA-Programm: https://leologeslogbuch.blog/2018/09/08/zueignung-habe-dank/
Im internationalen BEST OF PROGRAMM hier die österreichischen Filme:
Feedback durch den UNICA-Präsidenten Dave Watterson:
Als wir die UNICA 2020-Filme zum ersten Mal sahen, bemerkte ich zu Jan, dass die Österreicher die Anforderungen perfekt verstanden hatten. Die meisten eurer Filme brauchten keine Sprache, obwohl es bei Manfred Pilsz‘ Film geholfen hat, Strauss zu kennen. „Die Vergangenheit in mir“ war berührend und aus atemberaubenden Bildern zusammengesetzt. „Neulich am See …“ war einer der klugen Scherze von Dieter Leitner. „Zeitreise“ war eine sehr clevere Idee, die wunderbar umgesetzt wurde.
Eure Wahl hat meiner bescheidenen Meinung nach das beste Programm ergeben. Es hatte für jeden etwas zu bieten.
Der 6. 8. ist wahrlich nicht ausschließlich ein Datum des Schreckens (Japan 1945 / oder T. W. Adornos letzter Tag – Er wurde keine 66 …)
& vor genau 114 Jahren am 6. August drehte der Grottenbahndrache die 1. Turmrunde– Vier Jahrzehnte soll obige „unterirdische“ Pöstlingbergaufnahme alt sein – damals dürften scheints auch einige Zeitgenossen des abgebildetenBlog-Protagonisten * einen milden Sommer „bemäntelt“ haben … (- bei den Zwergen ist es nie so arg warm)
2020–alsder Sommerwiederauffrischte:Sommerfrische, wie in Kindertagen, als mit ganzen 25 Grad die einmalige Rekordmarke Ende Juli oder Anfang August erreicht war und noch keine Festspielbesuche in Bayreuth anstanden, da man in den 60ern dafür ja doch wohl noch zu jung war …
Sensationell C O O L für Tropentage – 12 Min Laufzeit pro Halbtag reichen aus !
Nach demmüden Winter 19/20hatte man sein Anrecht auf einen milden Sommer angemeldet, aber sicher ist sicher, also wurde nach einem bedrohlich heißen April während der Corona-Isolation ein gewaltiger „Ice-Dragon“ in häuslichen Gefilden installiert, um gewappnet zu sein … Statt dessen riss der kühlere Unterton des (schon in den letzten Jahren immer wieder erfreulichen) Monats Mai auch im Juni und Juli nicht wirklich ab und an manchen Regentagen stimmte man freudig, ja fast peinlich berührt in den Jubel 020 mit ein: „Es lebe das Grundwasser – Es lebe möglichst hoch“!
Wozu in die Ferne schweifen – in einer frisch begrünten Stadt wie Linz !
LINDEN ALS FEIGENBLATT ?
„Es grünt so grün, wenn Linzer Linden blühen“ – Grüne Minioasen inmitten einer großen Betonwüste, aber besser ein Anfang mit Stecken, als ein Ende mit „eh schau wissen“ … Zwergbäumchen (Steckerl) in Trögen – ganz nach dem Motto: „Bloß kein Loch in der Zupflasterung riskieren“ (- nachhaltig ist GRÜN ohnehin nicht: Siehe Herbst) – von 30 bis zu zehn Meter hohen Bäumen war in den Medien die Rede & so Vorfreude geschürt worden … Dass selbst die Straßenbahn und die frisch renovierte Pestsäule (Corona-Alt) mehr Schatten spenden, als die nun eingetroffenen, ab- & angezählten, kleinen Topfpflanzen der angelieferten Alibi-Bewaldung ist wenig aufbauend, aber Rom wurde auch nicht an einem Tag beschattet … (oder so …) – Ein über-, statt „Unter den Linden“ ist es zu Linz (derzeit) nur geworden !
Apropos Bonsai:Das gestattet in keinster Weise einer Hochkultur-fernen politischenGruppierung sichdarüberlustig zu machen, nachdem sie selbst erst kürzlich wieder einmal durch eine unqualifiziert peinliche Äußerung in Sachen Kunst entbehrlich auffällig wurde. Jene Leute, die einst auch unverzeihlich das Projekt Theater im Berg torpedierten und keine Gelegenheit auslassen dasLinzer Musiktheateranzupatzen, ja in Frage zu stellen, präsentierten durch ihren Wortführer das unsinnige Ansinnen das Museum Lentos in ein (oder das)Linzer Casinoumwandeln zu wollen, da dieses derzeit ja ohnehin nur „Randgruppen“ bedienen würde … Die durch Corona ausgehungerten, großen „Randgruppen“ (?) der Rezipienten aller möglichen Kunstrichtungen & Kultur-Institutionen freut sich auf einen ungetrübten Linzer Kulturherbst und jetzt erst mal auf labenden Output des einzigen „Gallische Dorfs“ in der fragilen Welt der Festspiele: „Möge die Übung gelingen“ ! (- Nach der 1. Premierenrunde sieht es ganz danach aus) >Endlos schallendes BRAVISSIMO für Salzburg & die mutige Präsidentin samt Team<
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Reisewarnung betreffend das Kultur-Erzbistum an der Salzach – sicher nicht !
Habjans Berti Blockwardt zu „Im Salzkammergut, da kann man gut lustig sein„
Erstmals seit 1973 wird der „Grüne Hügel“ (- Wagners Vatikan) vom Blog-Autor 020 sommerlich nicht besucht. Diesmal geht eszum Jubiläum >100 Jahre Salzburg< an die Salzach – Unweit des Mondsees war die W. A. Mozart/Richard Strauss-Stadt nicht nur Jedermanns/fraus kulturelles Ziel, sondern ab den 70ern auch im engeren, eigenen Interesse: Domplatzerinnerungen mit Senta Berger & Curd Jürgens kommen da hoch – als man von Fenstern der Residenz aus (wie in Logen) das Spiel vom Leben & Sterben des reichen Mannes zum Nulltarif genüsslich verfolgen durfte …
Jedermann – Ansichtskarte (Mitte der 70er)
Zwischendurch besuchte man den Zwergerlgarten, fuhr zu den Wasserspielen oder man gab sich kontemplativ frühherbstlich an nahen, kühlen Friedhofsmauern St. Peters und in der nicht ganz so ruhigen LinzergasseTrakl´schen Gedankenhin …
Die Karajan´sche Regentschaft an der Salzach brachte u. a. auch wieder die Ursprünge des Festspielgedankens in den Fokus: Es waren nicht große Metropolen, in denen man sich im Sommer musikalisch „erfrischte“ – Schon zu Kaisers Zeiten emigrierte die Wiener Gesellschaft zur Urlaubszeit nach Ischl, Wagner erachtete das kleine Bayreuth, als idealen Ort, an dem sich die Pilger gänzlich & ausschließlich nur mit seinem Werk zu beschäftigen hatten (- am Vormittag bei Einführungen & ab 16 Uhr am „Hügel“) – „So geht Festspiele“ – das war auch dem Triumvirat Max Reinhardt, Richard Strauss und Hugo v. Hofmannsthal klar, als man sich für die „Provinzstadt“ Salzburg entschied. Unter Karajan wurde neben den Fixsternen W. A. Mozart& R. Strauss noch deutlicher der Bayreuther Meister zum unverzichtbaren Schwerpunkt in hiesigen Spielplänen:
Neben den Karajan’schen Osterfestspielen, unvergesslichen Wagner-Besetzungen und -Inszenierungen mit technisch aufwändigen Einspielungen / Filmen (Sony usw.), blieben auch prächtige, intelligente Interpretationen der Jahre danach in Erinnerung:
Zuletzt prophetische Bilder in der genialen Salzburger Salome Inszenierung
Kafkaeske dunkle Figuren mit Hüten und ihren maskenhaft rot geschminkten halben Gesichtern – Optisch starke Bilder – damals noch als surreal bezeichnet – jetzt 2020 in Form des Mund/Nasenschutzes leider alltägliche reale „Normalität“ …
Ein «Covid fan tutte» wird es laut Intendanz nicht geben !
Ein Jubiläumsprojekt: Kunst am Makartsteg in Salzburg (beteiligt Ex-Fadingerin Anna)
Nicht nur ein alte Meister – wie Hans Sachs & Co, sondern auch ein Großteil des edlen Kreises des geschätzten Festspiel-Auditoriums gehört 2020 zur sogenannten Risikogruppe …
Der R W V I kann immer wieder mit originellen G’schichten (wie oben) aufwarten …
Auch der „H ü g e l“ meldete sich nun zu Wort:
Die Bayreuther Festspiele 2020 sind seit Monaten abgesagt. Aber so komplett ohne eine Veranstaltung hält es vor Ort am traditionellen Eröffnungstermin des 25. Juli keiner aus. Darum wird ein Zeichen gesetzt: Durch ein Eröffnungskonzert (- Selbiges ist leider auch das Abschlusskonzert) mit Christan Thielemann und Mitgliedern des Festspielorchesters – Schauplatz ist dabei um 16.00 die Villa Wahnfried, das einstige Wohnhaus Richard Wagners. 400 Personen dürfen sich vor dem Areal „versammeln“ – Alle anderen vor ihren PCs:
Im Vorjahr (Tannhäuser) war noch das dichtgedrängte „Grabsingen“ am Vormittag des Eröffnungstags hinter Wahnfried möglich – heuer genau 365 Tage danach wäre ein solches Bild undenkbar …
Leider, leider hat auch die Studiobühne Bayreuth „W. O.“ (Wagner Over) gegeben:
– ahnte der leider schon verstorbene, geniale Karikaturist & Freund Klaus Häring …
https://www.festspiele-online.de/Bayreuther Festspiele im Netz:… ob das wohl ohne Quarantäne machbar sein wird, oder befindet er sich (wie das Bild zeigt) ohnehin bereits in einer Art Isolation?
Manfred Pilsz (- seit 1973erstmals nicht VOR ORT, sondern fern des Grünen Hügels)
Hinweis nur für „Digital Naives“:Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder …, die durch einen linken „Maus-Klick“ aktiviert werden können !
… nicht von ungefähr hat die Trump-Partei diesen Elefanten als Logo, denn er sitzt im US-Politik-Porzellanladen in Washington D. C. & „Trumpetet“ deftige Tweets.
PS.: Sollte bei uns der Baby-Elefant als „Tier des Abstands“ wirklich ausgedient haben: Wie wärs mit dem Stangen-Maß eines nicht untypischen österreichischen 16-Enders?
Dieser BLOG–Beitrag hätte sich Lektüre & Betrachtung auf einem großen Screen verdient
2 0 2 0 zum 2 0. MAL M L A
20Jahre >MediaLiteracyAward < aus dem Blickwinkel des FadingerMRGs Linz – Blogbeitrag – gestaltet u. a. mit dem umfangreichenProjektmaterial (1999 – 2019) desFRECHen Schülerradios:
Erfreulich, dass es so feine Jubiläen wie den20erdesMLAs gibt, sonst müsste man das diesige Jahr 2020 wegen Wertlosigkeit beim Ausgabeschalter gleich wieder postwendend retournieren …
Eine kurze C hr o n o l o g i e des M L A (aus Material von Jahresberichten, AbsolventInnen, der MLA-hp usw. … )
Als imHerbst 1998das MedienRealGymnasium in der Linzer Fadingerstraße als eigener Schulzweig aus dem traditionellen RG hervorging, blickte man in diesem Haus schon auf jahrelange Radio- und Filmarbeit zurück – geboren aus der Idee medialer Aufzeichnung und Verbreitung von Produktionen derBühnenSpielGruppeund der Umsetzung von Musik in Bildern: „Töne sehen / Bilder hören“ (Musikfilme – Musik & Medien) – Zusammenarbeit mit anderen Schulen und Kulturinstitutionen war dabei angesagt: Wenige Jahre davor war es mangels geeigneter Plattformen zur Gründung des SchülerFilmProgrammkinos gekommen (- im Fadinger Festsaal liefen pro Semester 1x Filme aus österreischischen Schule / während eines Comenius-Projekts auch Werke aus anderen europäischen Klassenzimmern … ) Bereits 1984 war man mit Video bei den Österreichischen Filmtagen Welsvorstellig geworden – so liefen dort schon Filme der Fadinger, als wenig später im Traunparkkino im Rahmen des Filmfests in Wels ein Schülerfilmblock installiert wurde und es dort 1990 so zum ersten Österreichischen Schülerfilmfestival kam. Die Linzer Fadinger durften auch 92 beim 2. Festival diesmal in Linz im Phönix als Technik und mit Filmen dabei sein. 1996 war man dann in Wiener Neustadt beim SchülerInnen/Medien/Festival geladen … Gerhard Ordnung(<<<hier Infos zu & von ihm) taucht dabei in dieser Vorlaufphase des MLAs immer wieder namentlich auf und war neben Erich Riess (VÖFA, Linzer Filmklub AFL,Festival der NationenundOÖ im Film) ein ebenso wesentlicher Wegbegleiter dorthin, wie YOUKI-Vater Hans Schoiswohl in der Folge ab den späten 90ern … In jener Zeit geschah es, dass erste, medial auffällige Schulen, wie dieWMS Loquaiplatz von lernbegierigen, wahlverwandten Partnerinstituten visitiert wurden. Alternative Medien, wie Radio FROerhielten damals die Lizenz zu senden und stellten interessierten Schulen Sendeplätze in Aussicht … Am Filmsektor war ´97 in OÖ die Oberbank Mediarte die Initialzündung, die speziell auch medial den Diskurs beflügelte:
Alles in & mit Ordnung– 20 Jahre später …
1999 war mit Ausbruch der Young Kinova (kurz: YOUKI) ein geeigneter Ankerplatz für ein medienpädagogisches „Best Practice – Projekt“ in Aussicht. Und als man sich 2000 im Rahmen der YOIKI entschloss als Fixum ein MediaMeeting zu installieren war der Deal perfekt … DerMediaLiteracyAward konnte in aller Ruhe ausgebrütet werden … Flankierend waren dabei Preise neben den Youkis im Angebot … In OÖ wurde beim LSR ein eigener Medienarbeitskreis (mit Fadinger Beteiligung) eingerichtet (Fachinspektor HR Markus Riebe) …
FRECHe Festival-Sendung (Schülerradio auf FRO & ORF)
2001: Hochoffizieller Start des 1. MLAbei der YOUKI in Welsmit der Thematik; Transmission / Sprachen (- die Fadinger durften sich über den Transmission-Youki freuen) Die medienpädagogische Initiative erregte Aufmerksamkeit auch durch Promis wie Josef Hader („Spaziergang“) und Frank Hoffmann (Gala im Greifsaal) …
2003:Alle 135 eingereichten Projekte (u. a. auch aus dem Ausland) wurden mit Hilfe eines Fragebogens begutachtet und bewertet. Die Linzer Fadingerschule lieferte einen Beitrag für die „Medienimpulse“ (Bruckner-Projekt) & war bei der Youki 03 unter den Hauptpreisträgern zu finden: „Jesus vs. Terminator“ – Trash vom Feinsten …
2004: Die media literacyawards – für die besten und innovativsten medienpädagogischen Projekte an europäischen Schulen – wurden heuer nun schon zum dritten Mal vom Bildungsministerium vergeben. Die Preisverleihung fand am 26. November 2004 im Rahmen des Internationalen Medienfestivals YOUKI in Wels statt. NEU heuer im Programm: 2 Teaching Awards, sowie 2 Spezialpreise, diesmal keine Print-Kategorie, statt dessen neu dabei ein Award für Multimedia …
2005: Bereits zum vierten Mal dürfen wir die Gewinnerinnen und Gewinner des media literacy awards [mla] bekannt geben – Ermittelt wurden die besten & innovativsten medienpädagogischen Projekte an europäischen Schulen. Im Rahmen der YOUKIwurde beim MLAauch der Teaching Award vergeben …
Da wir je Hauptkategorie (Video, Radio, Multimedia und Print) nur einen Preis und drei Anerkennungen vergeben, haben wir uns auch heuer dazu entschlossen Spezialkategorien aufzustellen, um besondere Leistungen zu würdigen, die in den Hauptkategorien keine Berücksichtigung finden konnten: „Teaching“ und „Integrative Medienbildung“ (- juriert von der Medienabteilung des BMBWK)
2006: Dermedialiteracyaward [mla] geht in die nächste Runde, diesmal – zum ersten Mal – in Wien. Auch heuer, bei der fünften Wiederholung des Wettbewerbs, konnte sich die Jury durch eine unglaubliche Fülle von Projekten (knappe 200 Stück) wühlen. Das ist ein Indikator dafür, dass der kompetente und reflektierte Umgang mit Medien und deren Inhalten immer größeren Stellenwert an europäischen Schulen einnimmt. –Die Fadingerkommen in diesem Jahr mit FRECH doppelt zum Einsatz:Gabriele Woldan vermittelt einen Radio WS in Graz & ein Projekt alsFestspielradio in Erl (ORF Tirol).
2007:Hosea Ratschiller (- heute Moderator bei den „Pratersternen“) führte damals gemeinsam mit Florian Danhel durch die MLA-Tage / Radio Frech war wieder dabei …
2008: Beim MLAwurde eine neue Kategorie eingeführt: Der Interkulturelle Dialog Renate Holubek übernimmt ihren Platz auf der „Brücke“ …
Ein üppig originelles Rahmenprogramm jeweils von der Eröffnung am Mittwoch bis zum Finale am Freitag sorgte alljährlich beim MLA(speziell „Fii“ am musikalischen Sektor) für Abwechslung, Auflockerung & Überraschungen. Medienpädagogischer Diskurs, oft verpackt in Spielen & Gesprächen, Kontakte in Pausen, Einsichten in Projektarbeit, Befruchtung durch kreative Ergüsse im Rahmen von ebensolchen Präsentationen – das alles macht den M L A aus. Sein Team fungiert dabei als Mutmacher, Vermittler, Rutschen-Leger in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter (-meist Einzelkämpfer) – Diese erfahren hier die oft versagte Würdigung und Wertschätzung u. a. in Form von Preisen, sowie durch eine unvergleichbar tolle Präsentationsplattform (manchmal sogar in ministerialer Nähe) … die oft (auch medial) belächelte Schul-KULTUR wird hier definitiv ERNST GENOMMEN !!!
2009: Gabriele Woldan lädt zu 10 Jahre Schülerradio ins Parlament – Ö1 ist dabei. Fachtagungen(Dietmar Schipek) während desMLAs werden ab 09 jährlich obligat … Treffpunkt für die Teilnehmer: Das schwebende Café Leopold im MQ direkt neben und hoch über dem „Dschungel“-Camp des MLA, wo anschließend das„World-Café„ inkl. Diskurs jeweils am Nachmittag für einschlägig interessierte Lehrer über die Bühne ging …
2010: Bei den MLA–Kategorien ab 010: Neue Medien, Inclusion und für die Fadinger gibts eine Einladung zu den „Video-Specials“ …
2011: Das Projekt „TraumFabrik“ bekommt im Rahmen des MLAWien (- dem vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur international ausgeschriebenen >media literacy award<) einen Hauptpreis in der Kategorie „Medienbildung“ von der Jury zugesprochen … Alle PreisträgerInnen_mla 2011
2013: Zu den selben Bedingungen (wie im Jahr davor) geht der MLAüber die Bühne: Man hatte am Ende des letzten Schuljahres die Projekte eingereicht, wird eingeladen, begibt sich mit der Bahn und den jungen Preisträgern nach Wien, bezieht dort zu Mittag des Eröffnungstags (immer am Mittwoch) das Quartier im Hotel Ibis (U1 Station Volksgartenstraße) Anschließend gings meist zum Gartenbaukino (Viennale-Zentrum / Parallelfest zum MLA) – gleich daneben im Cafe Prückl (- bester aller Topfen-Strudel) spätmittagliche Sichtung des Festivalprogramms – dann mit der Straßenbahn zur Oper – Treff & Besprechung mit dem eigenen Team im Café Griensteidl – Abmarsch zum MQ in den „Dschungel“ zur Eröffnung des MLA (Einchecken, 1. Interviews (- auf der Liste wie immer „Kiku & Fii“ & vielleicht ja wieder eine Ministerin) … Nightline und/oder ein Lokal auf der Strecke ins Hotel, wo in jedem Fall kurz nach 8.00 die Frühstückssemmeln am Tisch standen … Vormittags Preise, am Nachmittag Filme und Fachtagung, am Abend mEATing mit Absolventen in feinen Wiener Lokalen … noch ein gediegener Vormittag – Großer Dank an Renate, Dietmar und Karl – Rückreise (im günstigen Fall) mit einer Trophäe im Rucksack …
FRECHes Interview mit Virgil Widrich, dessen Film „Copyshop“ 2002 für einenOscarin der KategorieBester Kurzfilmnominiert war …
2014: Ab dem MLA HALLOWIEN 014 gab es den Audio-, statt des Radio-Preises. Zwei alte Haudegen des MLA–Gründungsjahres wurden zum 60er mit einer take-off-Tropäe überrascht … Großen Dank an die Ausrichter des MLAs !
Prof. Helene Siebermair & Team sind ab sofort für die Fadis beim MLA erfolgreich
2016: „Herzlichen Dank für die vielen, vielen Einsendungen“ – Es wurden insgesamt 520 Projekte beim media literacy award [mla ] 2016 eingereicht. – Diesmal gab es auch Preise für Mediendidaktik & Multimedia … Kikuberichtete wie immer drüber …
2017:Es wurden in Summe 505 Projekte beim media literacy award [mla ] 2017 gemeldet – Die Fadis mischten dabei wie immer voll mit & Kiku berichtet drüber …
Präsentationen und Meetings:
………………………………………………………………………………………………………………………………………………….. 2018: Insgesamt wurden 563 Projekte beim m l a 2018eingereicht …
Fadinger als MultiMediaSieger
3 Generationen Fadinger beimMLA:Sendung hier aufrufen>>>Radio FRECHsendet seit 20 Jahren u. a. auch vomMLA …
2019:wurden insgesamt 520 Projekte beim media literacy award [mla] 2019 eingereicht …Auch in diesem Jahr fand wieder eineFachtagungstatt.KIKUwie immer dabei …FRECH-Sendung mit MLA-Beitrag: https://cba.fro.at/431425
Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freund/innen des media literacy awards [mla], der media literacy award [mla] ist Geschichte (2001–2023)! Die Website mediamanual.at wird mit 1. Februar 2024 eingestellt. Das medienpädagogische Projekt mediamanual.at / media literacy award wird seit Jahresbeginn 2024 vom österreichischen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung nicht mehr unterstützt. Im Namen der gesamten Redaktion bedanken wir uns bei allen Lehrenden, Schülerinnen und Schülern für die vielfältigen, kreativen und lehrreichen Projekte zur Medienbildung. Vielen Dank für Ihr/Euer Vertrauen und Ihre/Eure Wertschätzung! Renate Holubek Dietmar Schipek redaktion@mediamanual ………………………………………………………………………………………………………………………………..
Der MLA als immens wichtige Präsentationsbühne und Wertschätzung für Medienbildung ist durch nichts zu ersetzen <<<
Die gerade heute so unabdingbar wichtige umfassende Medienbildung ist weder durch das, in den meisten Schulen (mangels Lehrer & Knowhow) nur zaghaft umgesetzte Fach Digitale Grundbildung fix im Bildungsalltag verankert, noch durch die gerade veröffentlichte Neufassung des schon ewig zahnlosen Grundsatzerlasses zur Medienbildung.
Des „Kaisers neue (?) Kleider“
Das Unterrichtsprinzip Medienerziehung ist auch in der, für Nichtfachleute geradezu unverständlichen Neufassung https://rundschreiben.bmbwf.gv.at/media/2022_12.pdf nicht einmal im Ansatz eine Lösung des lang verschleppten, jetzt virulenten Problems fehlender Medienerziehung in Zeiten wie diesen. Kenner wissen: Unterrichtsprinzip bedeutet: Alle sollen, aber kaum einer tut es … und wenn, dann ohne wirkliche eigene Kompetenz: Medienbildung in allen Fächern – wie soll das ernsthaft klappen?
Betonung der Dringlichkeit von Medienbildung
Durch das allmähliche Verschwinden von redigierten Massenmedien und ihre Ablösung durch kollektiv gestaltete soziale Medien und mittels Algorithmen kuratierter, homogen konstituierter Blasen nimmt die ohnehin große Bedeutung von Medien für Meinungsbildung und Informationsbeschaffung noch zu. Medienbildung trägt zur Umsetzung von europäischen und internationalen Bildungszielen bei, indem alle Kinder und Jugendliche befähigt werden sollen, digitale Informationen und Medienhalte abzurufen, zu analysieren, kritisch zu bewerten und zur Meinungsbildung heranzuziehen … Passagen im Erlass des Ministeriums, wie diese, sind inhaltlich fast ident mit meinen BLOG-Überlegungen & -Ausführungen zur ARS 023 … Umso unverständlich fragwürdiger ist dann aber die Herangehensweise an eine mögliche Umsetzung durch eine Reduktion auf ein Unterrichtsprinzip, statt der flächendeckenden Einführung des Fachs Medienbildung, bzw. einer angemessenen Förderung von Schwerpunktschulen!
Wenn die Don-Kosaken im Spätsommer in der Stiftskirche von Mondsee auftraten, gab es in den 2000er-Jahren einen fixen Gast unter den Zuhörern – Er war aber auch bei Festspielen anzutreffen und bis zuletzt, wenigstens am heiligen Abend mit der Gitarre im Einsatz …
Gerade einmal ganze 10 Jahre ist das Fadinger Schulhaus älter als der Doyen dieser Institution, der von seinen 100 Lebensjahren fast die Hälfte als Schüler und Lehrer hier tätig war ! Hundertschaften von Schülern führte er in Mathematik und Physik an der damaligen Linzer Realschule von der Unterstufe bis zur Reifeprüfung – Viele Absolventen, HTL-Ingenieure sowie Akademiker der JKU und anderer technischer UNIs profitierten von seinem Unterricht – darunter auch einige spätere Fadinger (Fach)Kollegen …
An dieser Stelle herzlichen Dank an alle ehemaligen Schüler, Kollegen und anderen Trauernden , die in großer Zahl zu seiner Verabschiedung kamen, oder sich postalisch mit Worten des Beileids und der Wertschätzung einstellten !
Die Jahre, die ihm zuletzt so „großzügig geschenkt“ wurden, waren nicht nur das Ergebnis seiner bedürfnislosen, gesunden und sportbetonten Lebensweise, sondern vor allem eine gerechte Entschädigung für seine nicht leichte Kindheit und die schrecklichen Kriegsjahre, die in seinem Fall bedeuteten: Deutsche Luftwaffe – Bordfunker sowie Ausbildner von 1940 bis 1944 und anschließend bis 1945: Luftwaffenfelddivision an der Ostfront, wo er schlussendlich in Russische Gefangenschaft kam …
Der kleine Karl war Halbwaise ab dem 5. Lebensjahr
Hinein geboren in die krisenhaften Jahre nach dem Ende der alten österreichischen Monarchie und des 1. Weltkriegs, geprägt durch eine starke, strenge Mutter wuchs er auf in einem patriachal bestimmten Umfeld. Er selbst erwähnt in seinen eher knapp gehaltenen Aufzeichnungen den Katecheten , der als damals noch allmächtiger Dorfpfarrer gestreng mit seinen Schülern verfuhr, ebenso wie speziell eine seiner 4 VolksschullererInnen, die für „Bestrafungen“ mit dem Rohrstaberl bekannt war.
Wenn er wieder einmal priesterlich gezüchtigt worden war, konnte es schon passieren, dass Mutter Maria, die Rote Gastwirtin, Trafikantin & Landwirtin die Schürze ablegte und Hochwürden eine Standpauke hielt, dass es ausschließlich ihr vorbehalten sei den Sohn körperlich zu strafen, falls dies notwendig sei …
Und noch eine weibliche Fürsprecherin hatte der kleine Karli: Klassenkollegin Mitzi verbiss sich in Sympathie für ihn, sowie im eigenen Interesse im Unterschenkel jener sadistischen hohen Geistlichkeit … daraus wurde eine Freundschaft fürs Leben …
Erst seinen Aufenthalt bei den Sängerknaben beschreibt er wortwörtlich als nun einkehrende „Normalität“ – Hier entwickelte sich die Liebe zur Musik, der er zuerst mit der Zither frönte. – Gleichzeitig blieb er aber der wilde, oberösterreichische Bauernbub: Wie der junge Haydn, der einstens die kaiserliche Baustelle in Wien erkletterte, bestieg der kleine Karl zum Missfallen seiner Lehrer und Erzieher ein Reiterstandbild am Heldenplatz.
Auffällig wurde er aber auch durch seine geistigen Begabungen, sodass der Hauptschüler zur Aufnahmsprüfung aus Deutsch und Mathematik an der Linzer Fadingerschule zugelassen wurde und bravourös bestand. „Nur männliche, würdige respekteinflößende Professoren, die für gute Schuldisziplin sorgen“, schwärmt er noch später: „Fallweise wurden Maturanten als Ganginspektoren eingesetzt“ – ein erklärtes Ziel des neuen Unterstuflers, der stolz sein „Dunkelblaues Studentenkapperl mit Silber- und später in den höheren Klassen mit Goldborte trug und es in Kauf nahm, täglich als Bahnschüler in aller Früh aus Wartberg nach Linz und am Abend im Winter erst bei Dunkelheit wieder ins Mühlviertel heim fahren zu müssen. Wie freute sich kleine Realschüler, wenn er eine DG-Arbeit schreiben durfte und es vor den Festern schneite … Diese Liebe, speziell zu den Naturwissenschaften ließ ihn alles Ungemach vergessen und zielgenau, exakt, diszipliniert mit großem Erfolg seine Matura anzusteuern !
Auch die Malerei hatte es dem leidenschaftlichen Zeichner angetan, wie man auf der Parte sehen kann – das Winterbild ist signiert mit Karl Traunmüller – ein Beispiel für viele … Diese Begeisterung für die bildende Kunst wurde ebenfalls in seiner Fadingerschule geweckt !
Wie später seine Tochter Eva spielte auch er bereits als Kind Lehrer: „Ich unterrichtete die Nachbarskinder und benotete sie“. In diesem Sinne nahm Karl 1946 sein Studium, das er in Wien nach seiner Einberufung zum Militär 6 Jahre davor unterbrechen musste, diesmal in Graz wieder auf und schloss es in kürzester Zeit mit der Mathematik / Physik-Lehramtsprüfung für AHS bereits Anfang 1949 ab. Da er zuerst in diversen Hauptschulen im Mühlviertel zum Einsatz kam, legte er auch noch sieben Prüfungen für diesen Schultyp ab, bevor er letztendlich 1954 als AHS-Professor an seiner Fadingerschule einstieg und hier bis zu seiner Pensionierung 1982 tätig war.
– Ganz getreu dem Motto: „Einmal Fadinger – immer Fadinger“
Anfangs viele Altlehrer, wenig Junglehrer, nur drei Frauen – liest man in seinen privaten Anmerkungen Trotz spürbarer Alters-Hierarchie spricht er im Rückblick auf sein eigenes Junglehrerdasein und auch in der Folge von wohltuender Kollegialität, wenngleich er eine spürbare Schieflage in der Fächerwertschätzung ortet: Geistes- vor Naturwissenschaft … Die später starke Zunahme von Lehrern und Schülern und ein dadurch zu kleines Schulgebäude, die daraus resultierende Aufstockung des Gebäudes (verbunden mit Lärm, Schmutz) goutiert er nicht. Doch Dank des Asyls im Physikkabinett mit 2 Kollegen entkam er dem Platzmangel und der Unruhe im Konferenzzimmer. Eine zunehmende Abflachung der professoralen Gesetztheit durch Sprache und Gehabe mancher Kollegen vermerkt der 53jährige frisch gekürte Herr Oberstudienrat kritisch ab den 70ern … ein wahrhafter Studienrat, wie er im Buche steht !
Die jungen Fachkollegen lagen dem Einführenden in das Schulpraktikum (Er war an dessen Entwicklung an der UNI Klagenfurt beteiligt) aber bis zuletzt am Herzen und fachlich wahrlich zu Füßen. Nicht nur für sie konnte er sich in unterschiedlichen Gremien, wie dem Schulgemeinschaftsausschuss einsetzen. Er war darüber hinaus beliebter Begleitlehrer bei Schulschikursen, unterrichtete am BFI, an der AMS, engagierte sich für das Rote Kreuz, das ihn mehrfach belobigte – ebenso wie der LSR und das Bundesministerium …
(- zuletzt auf seinem Schreibtisch)
Trotz des beruflichen Engagements, kam aber auch das Private nicht zu kurz.: Schon in der Studienzeit und an der Seite des frisch gebackenen Lehrers war die um 9 Jahre jüngere Elfi zu sehen. Gemeinsame Bergwanderungen und Spuren im Schnee endeten am Traualtar – übrigens mit den Voigts, mit denen man noch viele anderen Wagnisse & Erlebnisse teilt –ebenso wie mit Gerlinde, Lothar & Fritz – sprich: Mit der mittlerweile riesigen Großfamilie ! In seinem 38. Lebensjahr schenkte Elfi ihrem Karl eine kleine Eva, die später in seinen Fußstapfen mit ihm steile Hänge hinunterwedelte und wie er das Lehrerdasein wählte.
Vom Roller war man aufs Auto umgestiegen und so wurde nach der Wartberger Fixzeit in den Ferien auch immer eine kleine Urlaubsreise eingeplant: Italien, Jugoslawien … in jedem Fall war das Meer fixes Ziel der Jungfamilie. Später genoss man auch diverse Studienreisen & Kreuzfahrten. Mit den Enkeln schloss sich langsam der Kreis dann an der Adria wieder.
Die Brettl schnallte er spät ab, Faustball wurde bis 85 gespielt und beim Schwimmen war nur eine ausdauernder, als er selbst: Seine Elfi ! – Im Sommer war man mit 90 faktisch täglich mit den Voigts im „Pregart’ner Freibad“ bei den Zetis …
Bis zu seinem 95er fuhr er mit dem Auto und löste die Beispiele zur Mathematik-Matura aller möglicher OÖ. Schulen alljährlich mit Bravour. – Erst ab der „Neuen Einheits-Matura“ verlor er das Interesse daran …
> Sein 100. Oktoberfest <
Wer Karl Borromäus getauft wurde, ist schon allein des Namens wegen verpflichtet so verflixt alt zu werden, wie es sich anhört ! Die ehemaligen Schüler feierten ihren „Trafo“ Traunmüller –wie er mit niemals laut ausgesprochenem Spitznamen von ihnen genannt wurde bereits im Vorfeld, indem sie ihn (wie schon oft davor) abholten und hochleben ließen …
Unter den „Offiziellen Gratulaten“: Fadinger Absolvent Präsident Dr. Leitl, sowie der Landeshauptmann und die Linzer Stadtpolitik, die sich nun in einem Beileidschreiben zurückerinnert:
Sehr geehrter Herr Professor Pilsz!
Es ist mir ein Anliegen, Ihnen zum Ableben Ihres Schwiegervaters, Herrn Prof. Karl Traunmüller am 23.05.2020, mein aufrichtiges Beileid auszusprechen.
Ich ersuche, meine Anteilnahme vor allem auch seiner Gattin Elfriede, aber auch allen weiteren engen Familienangehörigen auszudrücken.
Gerne und mit einem Lächeln denke ich an die Feier zu seinem 100. Geburtstag zurück, die er noch im Kreise seiner Familie genießen konnte und die an einem wunderschönen sonnigen Tag stattfand.
Leider war es Herrn Prof. Traunmüller nicht vergönnt, noch „100 Plus“-Geburtstage zu feiern, aber sein Lebenswerk bleibt in Erinnerung – auch in der Stadt Linz.
Für die jetzt sehr schwere Zeit wünsche ich allen Angehörigen viel Kraft und den so wichtigen familiären Zusammenhalt.
In stillem Gedenken
Karin Hörzing Vizebürgermeisterin
Altes Rathaus, Hauptplatz 1, 4041 Linz
– man beachte die Signatur des Bildes …
Von dem Schlaganfall zum 95er hatte er sich gut erholt, begann aber deutlich leiser zu treten. Das schwächer werdende Hörern und Sehen erschwerte die Kommunikation, doch durch TV und Tagespresse blieb er mitten im Geschehen, verfolgte Diskussionen, nahm auch selbst immer wieder Stellung zu tagespolitischen Themen, las Fachliteratur und beschäftigte sich bis zuletzt mit Thematiken des Bereichs der Philosophie und Religion.
(- zuletzt auf seinem Schreibtisch)
In alter, geistiger Frische und für seine „100“ in solider körperlicher Gesundheit, startete der Vater, Groß- und Urgroßvater so mit Zuversicht in sein 2. Jahrhundert …
Sein erreichter Status: Seit 4 Jahren Urgroßvater eines Jonathans, seit 37 Jahren Schwieger- & stolzer Groß-Vater von Barbara & Alexander, sowie seit 68 Jahren Ehemann seiner Elfi …
Kein Wunder, dass einem so geeichten 100jährigen selbst ein Virus wie Covid 19 nichts anhaben konnte: Er marschierte während der Isolation (wie sein Kollege Captain Tom in England, allerdings seit den Iden des März) täglich bis zu einer halben Stunde durch das langgezogene Vorzimmer seiner Wohnung, ohne deshalb (wie dieser) zum Ritter geschlagen zu werden, dafür aber ohne Rollator, um genau diesen auch in Zukunft nicht zu benötigen.
Sein strebsamer Fleiß wurde jedoch diesmal nicht nachhaltig belohnt:
Auch geistig bis zuletzt auf voller Höhe, ließ er es sich nicht nehmen, für alle Traunmüllers im Weingarten Nr. 3 noch vor Ostern die Steuererklärungen mit der Lupe in der Hand ohne Taschenrechner selbst zu erledigt … bevor ihn sukzessive körperlich die Kraft verließ:
„Die Welt wird jetzt für mich immer leiser und dunkler“
hatte er zur Mitte seiner 90er gemeint – ohne zu klagen, nur als Feststellung realistisch in den Raum gestellt. Nun aber im Mai 2020 wurde es für ihn zur finalen Gewissheit: Eintragung in seinem Kalender: Ende des Gehens …
Es begann zwar nicht harmlos mit einer Fahrt ins Spital, beruhigte sich aber zu Beginn des Aufenthalts. In der Folge allerdings kam es zu Tiefen und schwächer werdenden Höhen: Der bis zuletzt wache Geist wurde zum Gefangenen in einem Körper, dessen Funktionen sukzessive heruntergefahren wurden.
Bis inkl. 22. Mai hatten wir aber Hoffnung, dass es auch diesmal wieder gut ausgehen könnte. Dann ging ALLES ganz schnell … und aus unserer Sicht (sowie nach letzten Äußerungen von ihm) ganz in seinem Sinne …
2017 kam es zum letzten Besuch seiner Heimat Wartberg anlässlich der „Eisernen Hochzeit“ – Sein Blick ruhte zufrieden auf den vertrauten Fluren neben der weithin sichtbaren, wunderschönen Wenzelskirche: Hinter der Wegbiegung – „Drüben hinterm Dorfe“ war dabei schon >DerLeiermann< seiner „Winterreise“ zu hören – Ihm ist er nun gefolgt …Bild von Karl Traunmüller
Manfred O mio babbino caro – wie schon einmal am Grabe – einstens im Jahre 1983
Klimatisch ist der heurige Mai dem vorjährigen durchaus verwandt, doch ansonsten würde man wohl nicht tauschen wollen –Eine Berlin-Fahrtim „Wonnemonat“ wäre heuer undenkbar zu planen gewesen, die Beschränkungen hätten faktisch ALLES verunmöglicht – so auch die Wagner-Woche(- mangels spielbereiter Opernhäuser)
Im letzten Jahr konnte mannach Bayreuth sogar noch Wagner-Tage im herbstlichen Leipzig dranhängen: Ein „Mauerfall-Tristan“ zum Jubiläum im November – Luxus pur !
… und 30 Jahre davor …
In jener Stadt, in welcher der Meister am 22. Mai 1813 geboren wurde und u. a. auch die Schule besuchte – ein Gebäude, das heute ein Speiselokal beherbergt …
Eine Weltstadt der Kunstmit einer Genie-Dichte, die nur schwer zu übertreffen ist: Von Bach, Telemann über Mendelssohn, Lortzing, Wagner bis hin zu denSchumanns… und natürlich Goethes Faust …
Manfred Pilsz
Hinweisnur für „Digital Naives“:Worte dieser Farbgebung verstecken Infos, Bilder …, die durch einen linken „Maus-Klick“ aktiviert werden können !
Ein 1. Mai-Morgen in der Urfahraner Friedrichstraße – das Blumengeschäft hat nach zwei Corona-Monaten wieder geöffnet. Die Geburtstagsblumen für das Grab des Vaters waren aber bereits am Vortag zu diesem Feiertag gekauft worden. Eine eher ungewohnte Stille umfängt den Besucher des Friedhofs: Nur schwirrende Spatzen entlang der Hecke und das Gurren der Tauben. Normalerweise dröhnte hier voll hektisch in den ersten Maitagen der Urfahranermarkt mit blauem Dunst aus den Lautsprechern des Bierzelts, sowie roten Nelken samt Echo von Reden, Musik und Aufmärschen aus Richtung Hauptplatz …
Urfahranermarkt seit über 200 Jahren (- erstmals: 1817)
Ein Mai der nachdenklich macht, zur Rückschau anregt: Vor genau 75 Jahren am5. Maikurz nach11 Uhrrollten amerikanische Panzer über die Nibelungenbrücke und wurden am Hauptplatz mit weißen Fahnen als sehnlichst erwartete Befreier von der Linzer Bevölkerung willkommen geheißen. Farbaufnahmen als Dokumente des Geschehens:
Bei einem kurzen Spaziergang vom AEC über den leeren Jahrmarktsplatz hinunter zum Flussufer kamen neue Gedanken ins Spiel – diesmal zu markanten Punkten im Jahreskreis, die sich durch starke Ähnlichkeit in Ursprung, Bedeutung und Brauchtum auszeichnen … DieWalpurgisnacht (am Übergang April/Mai) findet im ganz genauen Abstand eines halben Jahres zuSamhainstatt: Der 30. April und der 1. Mai sind quasi die Frühlingsausgabe des 31.Oktobers und 1. Novembers.
Der Gang zwischen zwei Walpurgisfeuern soll reinigen und Seuchen (!) fernhalten (Walpurgis gilt als Schutzheilige gegen Pest, Husten und Tollwut) – Wie siehts da mit Corona aus? – Vielleicht könnte im speziellen Fall aber auch unser aller Landespatron aushelfen, dessen Festtag ja auch den Mai-Anfang markiert …
Am 3. Mai jedoch beendete eine Mail von Prof. Jürgen Binder meine Gedankenspiele zum Mai 2020 und somit auch den inhaltlichen Schwerpunkt dieses BLOG-Beitrags:
> Erich hat uns für immer verlassen <
Liebe Filmfreundinnen und Filmfreunde,
ein unfassbarer Schmerz erfüllt mich zu dieser Stunde. Ein lieber Freund, ein herzensguter Mensch, ein kreatives Energiebündel, unser Obmann und Weg Begleiter auf unseren filmischen Wanderungen ist heute Nacht unerwartet verstorben und erfüllt diese Welt mit einer unvergleichlichen Leere.
Vor ein paar Tagen habe ich mit ihm auf der Terrasse meines Hauses noch ein Bier getrunken, das letzte für eine Ewigkeit.
… wie oftsah man Erich bei Bewerben dokumentierend mit der Kamera sitzen …
In den frühen 90gern stand ein weiß gekleideter Mann barfuß in Sandalen im verschneiten Schulhof des Fadinger Gyms, um im Festsaal an einem Abend unseres Schülerfilmprogrammkinos teilzunehmen. Vital und niemals müde stemmte er die aufreibenden Ebenseewochen.
Ich kann gar nicht glauben, was ich vor wenigen Minuten lesen musste: Unser immer aktiver, agiler, nie kranker Erich ist von uns gegangen. Immer wieder hat er in den letzten Jahren bei Vorstandssitzungen und zuletzt auch bei der Generalversammlung eingemahnt, dass sich der AFL den Kopf zerbrechen müsse, betreffend Obmann-Nachfolge … und jedes Mal (auch zuletzt) wurde dieses Ansinnen von uns abgeschmettert: „Erich – Du bist nicht ersetzbar / Dein rest- & rastloses Engagement in Sachen Film & AFL ist einzigartig – Du bist der personifizierte Linzer Filmklub – Filmvermittler & Klubchef auf Lebenszeit !“ – Und diese >Prophezeiung< hat sich dann nun so ja auch erfüllt !!!
Darüber hinaus war Erich Riess über Jahrzehnte verlässlicher Motor, Organisator/Notar und Begleiter des Festivals der Nationen (Landeskulturpreis und Konsulententitel waren Dank der Landeskultur), weiters Gründer und verlässlicher Betreiber des Festivals „OÖ im Film“ …
All seine Meriten sind ebenso groß, wie die Lücke, die er hinterlässt – unersetzbar als Intendant, Kulturvermittler, als Mensch & guter Freund
Alles Liebe Manfred
Fadinger LINKs zu Erichs Schaffen:
Gedenksendung im Radio unter: https: //cba.fro.at/457531
Erich Riess, in der oö. Kulturszene und darüber hinaus weithin bekannter Filmemacher, Juror und Organisator, ist in der Nacht von 2. auf 3. Mai im 73. Lebensjahr überraschend verstorben.
Riess, der 1947 in Zell am See geboren wurde und schon lange in Linz lebte und wirkte, trat speziell als umtriebiger Veranstalter von Filmwettbewerben wie „Festival der Nationen Ebensee“ (1989 –2012) und „Oberösterreich im Film“ (1988-2019) an die Öffentlichkeit, war von 1978 bis dato Obmann des Linzer Filmklubs „AFL“ und langjähriger höchstdekorierter Funktionär des Verbandes der österreichischen Filmautoren (VÖFA).
Mit seinem Klub AFL stand er in ständigem Kontakt zum OÖ. Volksbildungswerk und vielen anderen Kulturinstitutionen im Lande.
Seine Liebe zum Thema „Film“ fand auch Ausdruck im Aufbau eines „Europäischen Video-Archivs“ (EVA), das aktuell mehr als 20.000 Objekte umfasst und nun einer ungewissen Zukunft entgegengeht. Riess’ vielfältiges Wirken für kreative Filmkultur wurde mehrfach öffentlich gewürdigt, u.a. mit dem „Großen Landeskulturpreis für initiative Kulturarbeit“ für sein „Festival der Nationen“ und dem Titel „Konsulent der oö. Landesregierung für Kulturpflege“.
Nicht nur als Film-Enthusiast, sondern auch als stets hilfsbereiter, einfühlsamer und humorvoller „Lebensberater“ wird er vielen Menschen in diesem Land unvergesslich bleiben.