Am heutigen 13. Feber sei vermerkt, dass 023 die alljährliche (leider im Hochsommer angesiedelte) Pilgerfahrt zum Grünen Hügel im Falle des Blog-Autors nunmehr zum 50. Male über die Bühne gehen wird !
Welch ein privates Jubiläum: Damals im späten Frühling 1973 durfte ein junger Mann nach erfolgreichem Vorsingen, das ihm einen fixen Studienplatz in der hervorragenden Gesangsklasse von Staatsopernsängerin G. Burgsthaler sicherte (mit dem baldigen Einrückungstermin vor Augen) zu einer Zugfahrt ins „Gelobte Land“ aufbrechen. Vom Zielbahnhof Bayreuth, wo er in einem nahen Hotel abstieg, ging’s wenige Minuten nach Ankunft zur Nibelungen-, vorbei an der Walküren- und Meistersinger-Straße hin zur Kreuzung mit der Parsifal- und Tristan-Straße, um letztendlich über die Siegfried Wagner-Allee durch den Park hoch zum Festspielhaus zu laufen. Ja, laufen, denn das Ziel der Hadsch ins Wagner-Mekka war nun zum Greifen nah. Nach einem kurzen Sidestep zu den Büsten Cosimas und des Meisters, verharrte der junge Pilgeram Vorplatz unter dem Balkon und hatte wenige Minuten später das Glück des Süchtigen: Die Tore öffneten sich und eine feine Führung samt Bühnenhaus und Orchestergraben nahm Fahrt auf … eine „Gralsenthüllung“ der besonderen Art …
Bereits eine Stunde nach dem beglückenden Besuch im „Allerheiligsten“ stand der junge Mann an der Gartenmauer, der damals noch geschlossenen Villa Wahnfried. Im Siegfried Wagner-Anbau residierte die hohe Frau Winifred. Dem bußfertigen Pilger blieb so vom Hofgarten aus nur der stille, beseligende Blick auf’s Wagnergrab. Da schließt sich der Kreis des 13. Februars in Erinnerung an den 1. Besuch im Palazzo Vendramin, als man Wochen jenseits des Karnevals voll Ehrfurcht das Sterbezimmer des Meisters betrat …
„Wagner-Eck“ statt „Herrgottswinkel“ mit Valentinsgruß von den „Blumenmädchen„:
M P
Danke für den Internethinweis von Joachim (Wien) betreffend Standard zum 13. 2.
Die Rauch- & Staubschwaden der Silvesternacht sind Geschichte, ebenso der (obige) Goldregen zum Finale der obligaten Operette … Nach den Festtagen und dem wieder unvermeidlichen Jahreswechsel hat uns endlich der Alltag wieder, der nun alle voll der Vorfreude auf die Highlights des 23er Jahres blicken lässt und hier zentral im Fokus:
Schon die letzte Premiere des Vorjahrs war ja mehr als vielversprechen: Eine ganz wunderbare Dornröschen-Produktion – sie ließ den Blog-Autor den Schwanensee-Ausrutscher vergessen. Von Beginn an war die Choreographie zu 100% auf die tolle, großartig musikalische Umsetzung abgestimmt. Man durfte ein Dornröschen erleben, das nur einmal kurz auf den Prinzen angewiesen war, dann aber die Dornen selbst aus dem Weg räumte, um letztendlich eigenmächtig nur scheinbar den Konventionen zu entsprechen – Genial, dieser letzte Blick zum androgynen Feenwesen beim Abgang …
Fast auf den Tag (4. 4. 1868) genau: 155 Jahre nach der UA der Festwiese (Dritten Akt Meistersinger) durch Anton Bruckner mit seinem Sängerbund „Frohsinn„ im Linzer Redoutensaal, findet die Festpremiere zu 10 Jahre Musiktheater am Volksgarten statt
Ein Höhepunkt für jeden Linzer/OÖ. Wagnerianer wird die österliche „Meistersinger“-Jubiläumspremiere. Die musikalische Leitung obliegt dabei natürlich Maestro Markus Poschner, der im Vorjahr die Neuinszenierung des Tristan in Bayreuth mit großem internationalen Erfolg (Eröffnungsvorstellung/Weltweite Radioübertragung <<< ) dirigierte. Heuer wird Poschner am Grünen Hügel abermals das Tristan-Dirigat & ein Open-Air-Konzert übernehmen:
Bemerkungen am Rande: Der legendäre Schustermeister Hans Sachs schrieb im nahen Wels 1513 vor nunmehr genau 510 Jahren seine ersten Meisterweisen.
Nach der Eröffnung des Hauses mit einem Bühnenwerk von Phil Glass wurde der „Linzer Ring“ glänzend mit Rheingold gestartet …
Und im Schuljahr 013/14 entstand bei den Fadis während der 1. Spielzeit des Neuen Musiktheaters das Found Footage-Video „Den Ring muss ich haben“ … Bei dieser Musikvisualisierung des Linzer Mediengyms wurde Found Footage-Material auf die handelnden Personen projiziert und somit verfremdet. Beim Regionalbewerb OÖ./Salzburg 016 kürte die Jury das „Ring-Video“ zum besten Film, der auch bundesweit und beim Festival der Nationen reüssierte:
Filmisch geht’s heuer schon vor Ostern los mit einer regionalen Veranstaltung der VÖFA im berühmten Kino Katsdorf – ausgerichtet vom Linzer Filmklub und dem im unteren Mühl4tel ansässigen „Bunten Fernsehen“. Der Blog-Autor „kuratierte“ eine edle Jury und kommt bei der Präsentation der Filme als Moderator zum Einsatz. Im Bewerbsprogramm wird der neue Schubert-Film des Fadinger Absolvententeams vertreten sein. Beim internationalen Festival im Programmkino Lenzing (wo er schon im Herbst lief) soll die erfolgreiche Produktion „Zueignung“ (R. Strauss) an den Start gehen … Ende April wird „Blogger Pilsz“ in Kufstein Filme aus Westösterreich/Südtirol jurieren und für das bundesweite VÖFA-Festivalauswählen.
Passend zum Ende der Pandemie feiert übrigens die Linzer Pestsäule heuer ihren 300er
>B r u c k n e r< ist immer & überall
Das Bruckner-Jubiläum 024 wirft seine Schatten voraus. Die deutliche Verdichtung von konstruktiven Traxl-Gesprächen zu geplanten, einschlägigen Projekten mit Kreativen aus den Bereichen Musik & Film zeichnet die heurigen Jännerwochen aus …
Die „65plus-Abteilung“ bei FRO hat als Jahresprojekt den 200er des Genius Loci in Planung: Da das Seniorenradio an mehreren Tagen pro Woche um 9.00 eine Stunde >On Air< ist, könnten da dann verteilt auf alle Monate viele Sendungen zum Thema ausgestrahlt werden. Berichte/Features zu Bruckner-Orten in OÖ., Gedenkstätten. Museen, regionale Veranstaltungen aus allen Vierteln des Landes. Vom Ansfeldner in der Literatur bis hin zur Satire soll alles berücksichtigt & beleuchtet werden, Anton Bruckner in der bildenden Kunst, im Film, im Konzert, auf der Bühne …
Premieren des Landestheaters (- ein möglicherweise dann geplantes musikalisches Stück zu od. über Bruckner), Veranstaltungen der LIVA (spez. Brucknerhaus, ARS / KW), Kultur OÖ. (Musik, Theater, Literatur, Film, Volkskultur …), Künstler im Gespräch, ABIL-Symposium, Gschicht’n/Anekdoten zu & rundum Anton Bruckner bis hin zu Querverbindungen zur parallel dann stattfindenden Kulturhauptstadt 024 könnten den Themenkreis abrunden.
So wie das FROhe Seniorenradio möchte es auch derRichard Wagner-Verband Linz/OÖ. ordentlich „Brucknern“ lassen – Projekte, die es wert & billig wären in den offiziellen Katalog des 200er-Jubiläums aufgenommen zu werden !
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Apropos Jahresbeginn
Was ich schon immer zum „Aperschnalzen“ bemerken wollte:
Schon wieder haben (diesmal nicht nur) wir eine schneelose Weihnacht hinter uns. Pünktlich vor den Festtagen schmolz die dünne weiße Decke die sich gnädig über Linz gebreitet hatte. In Umkehrfunktion zur Schafskälte (meist in der 2. Junihälfte) kommt im anderen Halbjahr immer kurz vorm Christkind das Tauwetter (– Tauet Himmel den Gerechten (?) Wolken regnet ihn herab ...)
Eigentlich sollte wenigstens nach der jeweils zu warmen „Wintersonnenwende“ endlich die schneereiche kalte Jahreszeit einsetzen – so wie immer Sommer der glühend Juli & August die Antwort auf die Schafskälte geben, so wäre es die Aufgabe des Januars und Febers dem gelifteten Tourismus, den PistenflöhInnen (jeden Alters) & Schneemann/frau-ErbäuerInnen Freude zu bereiten …
In Linz aber beginnt das Jahr am Vormittag des 1. Jänners vor dem Landhaus mit dem inhaltlich völlig kontraproduktiven Aperschnalzen – sprich: Der Austreibung des Winters, dem „Auspeitschen“ des nicht vorhandenen Schnees, der frühlingshaften Erweckung des fruchtbaren Bodens – Sinnentleerter geht’s wohl nicht ! In anderen Gegenden lässt man sich mit dem „Apern“ wenigstens Zeit bis Ende des Faschings – bei uns begrüßt man den Winter mit einer rüden Verabschiedung und das in uncoolen Zeiten der Klimaerwärmung !!!
Im Jänner sind 2 Linzer Künstler von uns gegangen:
Tom Pohl im FRECH-Gespräch bei „komA“ (Linz09) sowie Ingrid Höller in der Pause einer gemeinsamen Jurierung (OÖ im Film)
Beide waren Gäste bei Fadinger WSs & Projekten: Ingrid in „Cabaret-Zeiten“ & später bei Festivals und Tom auf der Fadinger Bühne bei „Schäxpir“ & zuletzt als Chemielehrer in „komA“
Nach dem traurigen Auftakt mit dem Begräbnis eines Schulkollegen im Jänner, folgte im unheilvollen Februar ein erhellender Schmuckworkshop zwecks Eigenkreation, sowie der Anstoß zu einem Netz-Projekt, das schlussendlich so um Ostern vorerst finalisiert wurde: Dr. E. Bernauer löste mit seiner Buchpräsentation im Keplersalon die dringliche, längstüberfällige Wikipedia-Aktionfür die Fadis aus <<<mehr dazu hier oben im grünen Bereich
In den Iden des März fand die glänzende Premiere des „Parsifal“ im Musiktheater statt. Es folgte in der Karwoche eine weitere Visitation jenes Bühnenweihespiels. Dies war zugleich der ultimative Startschuss fürs Finale der Vorbereitungen zum 40er Jubiläum des Linzer Wagner-Verbands – sprich: Betreuung des Gesamtkonzepts & Kreation einer Filmdoku, die mit Hilfe des Cheftechnikers des Linzer Filmklubs Berndt Pachleitner in dessen Studio mit Erfolg geboren wurde. Er hatte mich auch zum regionalen Filmbewerb „Salzburg & OÖ“ zu Ostern in die Stadt Salzburg begleitet, wo die Nominierungen für den Bundesbewerb im Juni in Tirol von einer Jury vergeben wurden … Für die MRG-Absolventen-Produktion, die knapp vor Ausbruch der Pandemie fertig gestellt worden war, gab es mehrere Auszeichnungen<<< siehe hier
Radio >>> Am 10. Mai ging das RWV-Linz-Jubiläum im Landesmuseum feierlich über die Bühne (-Bilder & BLOG-Beitrag samt LINKs siehe ganz oben)
Kurz davor waren Crossing Europe und eine Moderation beim Linzer Filmklub mit dem LT1-Filmemacher Ali Andress über die Bühne gegangen, sowie die monatliche Koordination für des Donnerstag-Team des Seniorenradios und das Content-Management für die Homepage des RWVs erledigt worden. PK-Besuche & die Gestaltung von Sendungen für FRO laufen da unerwähnt im Hintergrund mit … „TraxlmEATings“ waren auch heuer gut gebucht – allwöchentliche Cafe-Treffs …
Erfreulich (u. a. inhaltlich) die Mail-Zusendung eines heurigen Fadi-Maturanten:
Im September gabs nicht nur ARS & Brucknerfest, sondern auch die sehr gepflegte Filmpräsentation einer ofenfrischen Absolventen-Filmproduktion* beim 50. „Festival der Nation“ im Programmkino Lenzing, sowie eine Schmuckpräsentation bei Claudia Langer in Enns <<< mehr zu beiden Aktionen oben in Grün
… & siehe da: Im Nachspann des Youki-Eröffnungsfilms „Tauchen“ —> Ex-Fadi Sara T. Als Teilnehmer am Diskurs der IG-Filmbildung (Filmakademie) zur Medienpädagogik war auch einer eingeladen (siehe Bild oben / bei der heurigen Eröffnung), der bereits bei der Geburt der Youki im Kreißsaal zugegen war …
Dem Oktober mit derYOUKI Wels(- endlich wieder analog im MKH) und dem MLA-Bewerb(- im „Home-Office“ / mit erfolgreicher Fadinger-Video-Beteiligung) folgte ein scheinbar beschaulicher November, der allerdings dazu genutzt wurde die da noch offenen „Baustellen“ eines fast fertigen Alterssitzes zu schließen …
Die Terrazza über den Dächern im Spätsommer 022
Das obige, neue Wappentier, welches sich sommerlich auf der Terrasse nächtens eingeschlichen hatte, charakterisiert übrigens wunderbar den Straßennamen des „aufgestockten“, erweiterten, zukünftigen Lebensmittelpunkts …
Kreationen aus Kinderhand:
„Kreative Schlüsselerlebnisse“ fürs neue Domizil vom 1. Klasse-Enkel Joni (6)
Gefeiert wurde die neue Linzer Burg mit ihren Innenstadtzinnen allerdings zu Wien und zwar rund um den 4. Dezemberin den Rubinfarben des paarweisen 40ers, umspült von Klangwogen der Meistersinger-Premiere in der Staatsoper …
Überraschung vor der Premiere: MPs Eigenkreation „40 x 4. 12. in ROT„ – mit Claudia: Atelier Langer
Ermöglicht durch Verena & Alex, der auch beim „Projekt Wiki-Fadi-Neu“ wesentlich beteiligt war, gelang der Umstieg auf einen neuen PC faktisch reibungslos:
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Hochzeit bei „Schönwetter“ im Mai – das geht gar nicht ! Was mit einem solch waschechten Klischee beginnt, endet zumeist im totalen, bürgerlichen Desaster ! Schon die Hochzeitstage der eigenen Eltern, dekoriert mit Märzenbechern Anfang des gleichnamigen Monats, oder zum Bruckner-Geburtstag am 4. September waren richtungweisend: Winterhalbjahr und da wiederum konsequenterweise November, Dezember oder Jänner … Tja, der November ist immerhin „der Mai des Herbstes“ (samt des eröffnenden Feiertags …)
Die Vorfreude auf den nahen Herbst im späten August oder frühen September hatte den Spielraum nach dem österlich venezianischen Verlöbnis auf knappe 9 Monate eingegrenzt: Der freudige Anlass sollte Barbara getauft werden und so war das Szenario eigentlich schon vorgezeichnet: Es sollte der Namenstag jener Heiligen werden und so kurz vorm Nikolo, neben dem heutigen Radio-FRO-Studio in der Stadtwerkstatt und dem späteren AEC, in der Stadtpfarrkirche Urfahr (Nikolaus-Denkmal) über die Bühne gehen …
Nach einem schmucklosen Formalakt im Standesamt ging’s bei verhangenem Himmel im vollen Kirchenschiff stolpernd, aber Dank Mama Rosa sicher geführt zum Altar – alles natürlich nach engmaschigem Regieplan und in edler Rollenbesetzung: An der Orgel Prof. Paul Kern, ihm zur Seite als Star auf der Empore Althea Bridges und als souveräner „Moderator“ Dr. J. Kammerstätter, Gerlinde E., sowie zwei Fadinger MinistrantInnen, die am Vormittag noch in der Klasse gesessen waren …
In Rückblenden durch die Moderation wurden Erinnerungen an das Kennenlernen im Theater geweckt: „Kiss me Kate“ … Träume der Hauptdarsteller(Innen) traten dabei (noch) nicht in den Vordergrund …
Papagena oder frei nach Hans Sachs: „Der Vogel, der da sang …“
She had other Dreams:
Man beachte im Bild unten das analoge „Twittern“ …
Die Hochzeitsreise verlief ebenso unkonventionell wie die Hochzeit: Es wurde kein vermeintliches „Traumziel“ in der Südsee oder Karibik angesteuert – Nein, es ging mit dem Nachtzug nach Berlin, der ab der DDR-Zonengrenze ohne Heizung auskam. Die für den heurigen Winter propagierten 19 Grad in Büros und öffentlichen Gebäuden waren kein Thema – solch milde Temperaturen standen da nicht zur Diskussion, aber es war eine gute Vorbereitung auf den Tag in Ostberlin. Einquartiert hatte sich das junge Paar in der Bayreuther Straße in Berlin West …
Und dann folgte alljährlich eine Festivität auf die ANDEREN …
Links: Größen von der Stange / Rechts Gehrock: Hilfe vom Schneider zu München
… darunter: Runde Hochzeitsfeste u. a. zum silbernen 25er: „Venedig 07“ …
In Venedig hatte Ostern 82 der offizielle Teil der Zweisamkeit begonnen: Vor einem Schmuckladen auf der Rialto. Dann 07 hatten gerade die Dreharbeiten für Agentin 009 (Linz09) begonnen, als man bei Acqua Alta an der Rialto kurz vor Weihnachten feiernd logierte … 017 reiste man gar zum Carnevale
Wie passend lässt sich doch der > Kurzinhalt < der Wagner’schen „Meistersinger“ an: Junger Mann ersingt sich seine Eva …
„Huldreichster Tag, dem ich aus Dichters Traum erwacht! Das ich erträumt, das Paradies, in himmlisch neu verklärter Pracht hell vor mir lag, dahin lachend nun der Quell den Pfad mir wies; die, dort geboren, mein Herz erkoren, der Erde lieblichstes Bild, als Muse mir geweiht, so heilig hehr als mild, ward kühn von mir gefreit, am lichten Tag der Sonnen, durch Sanges Sieg gewonnen Parnass und Paradies!“
Vor einem Jahr lud der begnadete Puppenspieler Nikolaus Habjan sein Publikum in Bayreuth an den Festspielteich, um dort quasi an Mimirs Brunnen, von dessen Quell der Obergott Weisheit trinken durfte, nachdem er zuvor dafür eines seiner Augen geopfert hatte, musikalisch Gericht zu halten. Und über jener Stätte thront obiger Weltenbaum … am Grünen Hügel war’s tatsächlich eine Esche, auf manch Terrassen: Ein nun herbstlich roter japanischer Fächerahorn …
Schon vor Jahren beschäftigte uns die Baum/Mensch-Klimathematik, als wir in den 90ern in einem Art Altpapier-Labyrinth der Linzer Fa. Bunzl & Biach ein Musikvideo dazu drehten … damals im Fadinger Filmteam: Claudia Langer, die nun schon seit Jahren mit Erfolg im Herbst ihre Schmuckpräsentationen in Enns über die Bühne gehen lässt …
Heuer geschah dies an einem Frei(a)tag (- Freia, die Hüterin der „Goldenen Äpfel“ der Jugend … quasi nordische Hesperiden …) – heute Aktionstag junger Klimaschützer …
Das >Yggdrasil-Amulett<
Richard Wagners Motto: Kinder, schafft Neues(- das ich all meinen SchülerInnen einst ins Stammbuch schrieb) ließ mich das Thema nun wieder aufnehmen: Diesmal sollte ein „Amulett“ entstehen – geschaffen im Rahmen eines Workshops in Enns bei Claudia & Friends … Wichtig war dabei speziell, ob die eigenen Ideen umsetzungsreif sind und so die Machbarkeit so gegeben ist ?!
Ein Weltenkreis (dem Ring des Alberichs nachempfunden) auf dem der Baum Yggdrasil sich rankt – verankert mit seinen 3 Wurzeln, an denen die Nornen – Schicksalsgöttinnen der Vergangenheit, Gegenwart & Zukunft – ihren Faden weben … unter der hohen Baumkrone, die oben den Reif berührt, im Astloch, das der Obergott verschuldete, ist dessen Auge als roter Rubin zu erahnen …
Nornenszene / Götterdämmerung: „Von der Welt-Esche / brach Wotan einen Ast; / eines Speeres Schaft / entschnitt der Starke dem Stamm …“
Dies alles steckt in jenem Workshop-Schmuckstück !!!
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Planet B – A different life is possible – But how? Sollte die ARS 022-Schlussfrage nicht besser lauten: But WHY?
Keplers Garden als Planet Bbei der Ars electronica 022 – eine Insel, eine Zuflucht im Meer scheint’s nicht enden wollender Krisen. Die Menschheit auf permanenter Flucht vor Krieg, Klimakatastrophe, Viren … und/oder vor sich selbst?
V. Export bei Forum Metall / „Alea iacta est“?
Wer A zu seinemProjekt macht, benötigt keinen Plan B
Jede(r) kennt diese Suche nach Planet B– Es beginnt mit kleinen Fluchten vor dem öden (?) Alltag, den man/frau nicht leben will (- aber muss), oder vor der Pension, die herbeigesehnt, nun aber zum bedrohlichen Loch des Leerlaufs mutierte. Und so werden diverse Kuren und Urlaubsreisen zu Fluchtmöglichkeiten in zeitlich begrenzte Scheinparadiese (- das böse Erwachen durch „Repatriierung“ per „umweltfreundlicher“ Airline nach 14 Tagen all inklusive). Reiseveranstalter schleppen die Flüchtigen in mega Pötten über die Meere in Gefilde, wo man in klimatisierten Resorts, das weite Land beschränkt auf 1 km Strand „erlebt“. Betreut von ausgesuchten (- meist schlecht bezahlten), schwitzenden Einheimischen, die dort arbeiten dürfen (?). Gut abgeschirmt von und inmitten einer Sahelzone u. a. der Menschlichkeit, wo wenige 100 Meter entfernt von Völlereien der Spaßgesellschaft im Paralleluniversum der Favelas der Hungertod minütlich seine Opfer findet. In Kolonien hat hier über lange Zeiträume eine wahrlich materielle „Aneignung“ und nie Wiedergutmachung stattgefunden – das ist das Thema und nicht die sogenannte „Kulturelle Aneignung„. Zum Unterschied von nur woken, wären dringend notwendige, echte Robin Hoods nicht nur diesbezüglich froh, den einen oder anderen Winnetou zur Seite zu wissen … Apropos Amerika: Je weiter entfernt eine Destination ist, desto toller kommt das vom Prestige auf „sozialen“ Plattformen des Inter-Netzwerks rüber. Superreiche wieJeff & Elon legen beim ökologischen Fußabdruck in Flugkilometern da noch eins drauf und verlassen kurzfristig den Planeten, wenn auch derzeit (leider) nur für wenige Minuten …
„O Superman“ (Laurie Anderson 1982) – vor genau 40 Jahren: 2. Platz GB-Charts
Ein Galaabend mit Laurie Anderson, DRD, oder die ARS-Eröffnung 022 mit Maki Namekawa waren Höhepunkte des heurigen Planet ARS und sind wie Klangwolke, Musiktheaterpremieren & Brucknerfest nachhaltige, weil längst traditionelle Planet B -Beispiele. Brucknerer & Bayreuth sind für den Blog-Autor ganz typische B Planeten. Aber auch das Fadinger BRG samt MRG, seine BSG Film- und Cabaretprojekte sind diesen persönlichen, himmlischen „Himmelskörpern“ zuzurechnen ….
Bei Anton Bruckner kommt es rein „Initial“ zu einer Synthese von A & B Planeten
Digital pädagogisch auf Kurs sind nur wenige: Leuchtturm BRG Fadinger
Der Planet B der Bildung wäre wie die Kunst ein nachhaltiger Garant, gäbe es da nicht verantwortliche Organe, deren Versagen durch beratungsresistente > Praxis-ferne < Herangehensweise ALLES permanent behindern würde. So ist es nicht hilfreich Bildung auf Ausbildung zu reduzieren, sich utilitaristisch dieser Thematik zu nähern, Kreativität und Kunstin die Orchideen-Abteilung zu verpflanzen, überrascht die absehbaren Pensionierungswellen in den Konferenzzimmern auszublenden und die Lehramtsstudien alljährlich neu umzuschichten. – Eben waren es noch aufgeblähte 6 Jahre Studium an den PHs mit einer beruflichen Einsatzmöglichkeit an Schulen nach 8 Semestern – der Master kann dann bei Bedarf nebenher in 2 Jahren erledigt werden. Neuester Vorschlag: Insgesamt 5 Jahre und wegen des aktuellen Lehrermangels Schuldienst nach bereits 4 Semestern – der Master kann dann ja neben der vollen Lehrverpflichtung in 3 Jahren auf Eigenrisiko abgespult werden. Lehramtskandidaten für Philosophie & Altgriechisch können da in Neuen Mittelschulen derweilen Kochen und das Mangelfach Physik unterrichten. Das neue Digitalfach, das flächendeckend samt vagem Curriculum für Schulen nun zum Herbststart verpflichtend eingeführt wurde, wäre wohl speziell auch eine Option für Junglehrer, denen man locker noch diese Bürde aufs Aug drücken könnte … Wenn dann das bescheidene Gehalt mittel Heizkosten im Frühwinter halbiert wird, schwebt Planet Ü (- Übergewinn) hoch über dem, dann auch in ganz Europa, verteilt auf alle Berufs- & Gesellschaftsgruppen größer werdenen Fixstern A, wie Armut mit dessen, bis zuvor nur in der 3. & 4. Welt sichtbaren Monden: Hunger und Krankheit …
Das Klanggewölk ließ wie immer alles offen – Mythos zw. Bruckner & „Barmusik“:Epen & Mythen, wie Gilgamesch oder die Edda wissen wo besagter Planet B wohnt …
Mit Planet B ist es wie mit dem heiligen Gral: Eine erfolgreiche Suche hat nichts mit der Überwindung von Distanzen zu tun – es ist keine Raum/Zeit-Problematik, sondern ganz frei nach Andre Heller:
„Der wahre Planet B ist im Kopf und ist er dort nicht, dann ist er nirgendwo„
Abschließend möchte der BLOG-Autor die geschätzte LeserInnenschaft und alle anderen „Planetensuchenden“ vom > Kleinen Prinzen < (Insider Nr. 1) grüßen …
M P
Einer, der wie kaum sonst jemand die Natur seines Planeten kannte und liebte, ist leider viel zu früh von uns gegangen:
September 4-ever ein absolutes Top-Datum & „Happy Birthday„
Anfang September: Mit Ende der trägen Augusthitze kehrt endlich das Leben zurück ! Die Scheinwelten der Reiseveranstalter versinken, in den Innenstädten übernehmen wieder Bewohner statistisch die Oberhoheit, auch in den Gastgärten und drängen in die sich herbstlich öffnenden Kulturstätten. Linz ist eine glückliche Stadt: Wenn von Bayreuth über Bregenz bis Salzburg mit Ende der Sommer-Festspiele die Gehsteige hochgeklappt werden, bricht zu Linzen der Kulturherbst aus. Bisweilen auch ohne Rücksicht auf die geschätzten Abonnenten: Wenn nun schon „traditionell“ Musical-Premieren, ohne Rücksicht auf Verluste zeitgleich mit Klangwolken programmiert werden, nur weil unnotwendigerweise, ungesunde Konkurrenz (Stadt/Land) eine „verträgliche“, publikumsfreundliche, vernünftige Lösung scheint’s verunmöglicht?! Prinzipiell aber ist das überbordende Angebot natürlich ein Segen und bedeutet so mit Ausbruch des Monats eine wahre Neugeburt eben auch am Sektor Kunst/Kultur !!! Und direkt am Beginn des Freudentaumels steht am 4. September der Geburtstag von unser aller Meister Anton Bruckner <<<
Mit September öffnen sich auch die Schultore wieder – ein neues Schuljahr hebt ab – (für manchen Enkel ist es das ERSTE – das hat natürlich etwas BESONDERES) – „Altgediente“ SchülerInnen & LehrerInnen sehen das meist gelassener und sehr differenziert: Ferienende hat im zweiten Wortteil die Spaßbremse bereits eingebaut und bedeutet natürlich auch immer einen partiellen Neuanfang. Da werden die Karten nicht immer zu Gunsten aller Beteiligten neu gemischt – Neue Klassen, Lehrer, Umbau, Stundenpläne, neue Verordnungen, Zusammenlegungen usw. sorgen dafür dass dem „Neuanfang kein Zauber innewohnt„!
Zurück also von Hesse zu Genius Loci Anton Bruckner, dem wir heute, heuer zum nun schon 198. (!) Geburtstag gratulieren dürfen – das ganz große Jubiläum im dann „Salzkammergütlichen“ Kulturhauptstadtjahr 2024 lässt bereits heftig grüßen …
In alten Schulzeiten des Blogautors stand Bruckner speziell in der 1. Septemberhälfte im Zentrum des pädagogischen Wirkens: Ausgehend vonARS & Brucknerfestwar Radio FRECH allerspätestens ab U19und der Klangwolke im Einsatz. Das Blog-Projekt „Bruckner on Air“ begleitete jahrelang bis 11. Oktober das dicht bunte Festivalgeschehen. In den 1. Klassen war der Hauskomponist das Eröffnungsthema und im Verlauf des SchülerInnendaseins tauchte er im Jahreslauf bis zur Achten zwischen Moldau-, Zauberlehrling-, Vivaldi-Projekten, Glass, Mahler, Wagner … immer wieder auf – und sei es in Form von diversen Visualisierungen. Im Zuge von Musikvideoprojekten kam es vor heuer genau 35 Jahren zu einem 1. regen Austausch auch mit Übersee:
Das erfreuliche Feedback ließ nicht lange auf sich warten:
Es bedurfte über Jahre hin mehrerer Anläufe im Rahmen eines Schulprojekts der Umsetzung der Bruckner-Thematik in Musik & Bildern gerecht zu werden: „Reiner Tor / Roter Igel“ wurde im 100. Todesjahr final abgelöst durch „Agnus Benedictus“ <<< (Video) // „Agnus B“ gab’s auch als Vortrag beim Brucknerfest2002 (ABIL) …
Beide Bruckner-Filme der Fadingerschule waren große Schritte am Weg zur „Augenmusik„
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Kurzer Nachtrag zum Begriff: „Klassische Klangwolke“
Vom sinnlichen Experiment für ALLE, über kontemplative Frischluftklassik für WENIGE zum niedrigpreisigen Status quo
Bei ihrem Start ’79 und in den 80er Jahren definierte sich die Linzer Klangwolke durch die Visualisierung „Klassischer Musik“ im frei zugänglichen offenen Raum – sprich: Bruckner, Mahler, Beethoven & Co. wurden im Donaupark in Bilder umgesetzt, bei freiem Eintritt für ein möglichst großes Auditorium. In der Folge wurde dann das ursprüngliche Experiment zu einer Institution, welche nunmehr als „Visualisierten Klangwolke“ firmierte – basierend auf Auftragskompositionen (meist verwoben mit Elementen der Klassik). Die ursprüngliche, sogenannte „Klassische Klangwolke“ wurde nur noch auf Leinwänden in Form der Übertragung eines Orchesterkonzerts für einen kleineren Kreis begeisterter ZuHÖRER in frischer Luft bebildert. Seit geraumer Zeit wird die „Klassische (nicht mehr) Klangwolke“ nur noch INDOOR (???) als 0815-Konzertangebot zum sozialen Einheitspreis von 5 Euro verkauft – ein zweifellos niederschwelliges Konzertangebot, das auch gerne angenommen wird, allerdings >Klangwolke< (per Definition) ist es garantiert keine mehr ! Es hat sich ausgewölkt – LEIDER !!!
„Seht da den Herzog von Brabant“
„September-Jubiläumskind“ Werner Herzog feiert dieser Tage den 80er – Seine Regietätigkeit umfasst nicht nur das Filmwerk, sondern auch sein Wirken am Sektor Bühne – Insider erinnern sich sehr gern an dessen Bayreuther Lohengrin … (’87 – also auch vor 35 Jahren)
Krachend landete der schwere Stab des Tanzmeisters am Parkettboden des Saals im Kaufmännischen Verein. Im selben Moment hob der 1. Satz von Antonio Vivaldis Frühling in Form einer Zuspielung ab und die erste von vier Reihen der probenden Eröffnungspaare setzte sich in Bewegung. Die anderen folgten auf Fingerzeig passend zur Musik des Anfangsritornells: „Frühling marschiert ein“ (- samt Echos)
Der Frühling ist gekommen und freudig begrüßen ihn die Vögel mit ihrem frohen Lied
Zum >Thema der Vögel< bewegten sich die Innenreihen wie im Slalom um die einzelnen Tänzer der Außenreihen um abschließend
während die Quellen unter Zephirs Atem
mit süßem Rauschen dahinfließen
gemeinsam auf die Seite der Ausgangsformation zurückzukehren
Die Luft mit einem schwarzen Umhang bedeckend
kommen Blitz und Donner, um ihn anzukünden
Es zogen schwarze Wolken auf und der Donner (schnelle Tonwiederholungen) grollt, während die Solovioline in den zuckenden Triolen den Blitz verkörpert, wird sie immer wieder vom Donnergrollen der tiefen Streicher unterbrochen. Choreographisch lief dazu der Tanzmeister im Rückwertsgang vor den 4 Reihen, die sich zu den Blitzen in „Zwergerlschritten“ eilig bewegten, um beim Donner zu erstarren und so abermals den Saal längsseitig zu queren. Den anwesenden MaturantInnen gefiel speziell diese eine Passage vorzüglich, da sie von LehrerInnen ausgeführt wurde, die dabei „putzig“ rüber kamen. Erinnerungen an das eigene Vivaldi-Projekt in der jeweils 5. Klasse (manchmal auch in der Siebten) wurden wach, als der Tanzmeister sie bei Proben im Festsaal des Fadinger Gyms oftmalig durchs Frühlingsgewitter manövriert hatte …
„Die Vier Jahreszeiten“, das wohl bekannteste Werk von Vivaldi, der für 200 Jahre in der Versenkung verschwunden war und erst in den 30er – Jahren des 20 Jahrhunderts seine wohlverdiente Renaissance erlebt.
Die Vivaldische Konzertform zeichnet sich durch 3–Sätzigkeit aus: Je einen raschen zu Beginn und am Schluss und einen langsamen oder mäßig bewegten Mittelsatz. Den Ecksätzen liegt zumeist ein Ritornell zugrunde, das, unterbrochen von 3- 5 Solostellen, die die Thematik der Tutti – Abschnitte aufgreifen und weiterführen, im laufe eines Satzes 4 – 6 mal, meist leicht verändert, wiederkehren. Vivaldis Mittelsätze hingegen heben sich von ihrer Umgebung in fast jeder Beziehung ab: Langsames Tempo, formale Geschlossenheit (zwei-oder dreiteilige Liedform), ein lyrisch – liebliches Spiel statt virtuosem, auf technische Effekte abzielendes Passagenspiel und der Verzicht auf die Tutti – Soli Folge zeichnen sie besonders aus.
Dieser schematische Aufbau kommt vor allem bei den Konzerten „Frühling“ und „Herbst“ voll zur Geltung. Der „Sommer“ und der „Winter“ weisen im Gegensatz dazu erhebliche Abweichungen vom Ritornellenprinzip auf, das hier nur eine rudimentäre Rolle spielt.
August und Sommer sind Geschichte: Morgendlich wunderbare Donau-Nebelbänke
Eine weitere hochinteressante Besonderheit sind die den Werken beigegebenen Sonette, die wahrscheinlich von Vivaldi selbst verfasst, anlässlich der Widmung an den Grafen von Morzin, nachträglich hinzugefügt wurden. Sofort drängt sich da natürlich die Frage auf, ob wir es etwa mit Programmmusik zu tun haben. Doch scheint dieser Begriff erst seit Hector Berlioz in der Musikgeschichte auf. Die „Jahreszeiten“ bieten weiters keine zusammenhängende Handlung. Sie bestehen aus lose aneinander gereihten musikalischen Bildern. Zweifellos aber nimmt das vorliegende Konzert in der Geschichte der Tonmalerei eine exponierte Stellung ein. Tatsächlich finden wir in den „Stagioni“ dann auch musikalische Nachahmungen wie: Wasser, Wind, Gewitter, der Hund des Hirten, Dudelsäcke, Wild, Jagdhörner und Flinten auf der einen Seite; Torkeln, Gehen, Laufen, Schlafen, Ruhe und Mattigkeit auf den anderen Seite. Sieht man den Begriff Programmmusik aus dem Blickwinkel der deskriptiven Musik, so kann man Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ durchaus in dieses Genre reihen.
Den Sommer, den wir für heuer wieder endlich hinter uns haben, eröffnet Vivaldi mit dem musikal. Motiv der „Mattigkeit durch Hitze“ – überraschend, denn der Komponist lebte als Lehrer & „Prete Rosso“ (Roter Priester – Anspielung auf Vivaldis hellrote Haarpracht) in einem Venedig der „Kleinen Eiszeit„, das ihm auf Grund zugefrorener Kanäle die Idee eines Eisläufers lieferte:
Man geht auf dem Eis und zwar mit langsamen Schritt aus Furcht, bei unvorsichtiger Bewegung hinzufallen.
Man geht schnell, rutscht aus und fällt zu Boden; geht erneut auf dem Eis und läuft schnell, bis das Eis kracht und zerbricht.
Man hört sie aus der eisernen Pforte heraustreten, Südostwind, Nordwind und alle Winde im Krieg. So ist der Winter, wie er Freude bereitet.
Diese Kleine Eiszeit hatte nicht nur ein kurzzeitig kälteres Klima, sondern auch eine etwas andere Flora anzubieten: Holz, das in dieser Form nur damals im Angebot war, als die großen, bis heute bedeutenden Geigenbauer in Oberitalien / Mitteleuropa einen Streicherboom auslösten und Instrumente in die Welt setzten, die bis heute als unnachahmlich gelten und u. a. aus diesem Grund einen hohen Wert besitzen.
Kommen wir damit zur Lieblingsjahreszeit des Blogautors:
Dem H e r b s t
Die Dorfleute feiern mit Tanz und Gesang die Freuden einer ertragreichen Ernte, und durch den Trank des Bacchus angeregt, beenden viele die Freude im Schlummer.
Jedermann ist des Tanzens und Singens müde, die milde, angenehme Luft und die Jahreszeit laden jeden ein, sich der süßen Last des Schlafens hinzugeben.
Am Beginn des Herbstes ist die Stimmung, wie im dritten Satz des „Frühlings“, im rustikalen Milieu angesiedelt. Dementsprechend sind auch die Eingangsritornelle von einer gewissen Ähnlichkeit. Das tänzerische Motiv drückt dieses Mal Erntefreuden aus. Auf – und absteigenden Triolen und die hin und her wogenden steilen 32 – Läufe vermitteln die Vorstellung des torkelnden Ganges von Betrunkenen.. Nach einer stark veränderten Reprise des Ritornells klingen diese beiden Zwischenspiele in zwei Takten noch einmal kurz durch, um sodann wieder motivisch an die Szene aus dem „Frühling“ angelehnt, die ausschlafenden Betrunkenen darzustellen. Die Zecher werden aber vom Tutti des Tanzliedes aufgeschreckt.
2. Satz: Adagio. In der dritten Schlummerszene der „Stagioni“ liegt das poetischste Stück des ganzen Zyklus vor. Getragen vom Cembalo
In der bildenden Kunst: Die 4 Jahreszeiten des genialen Arcimboldo (1573)
Zum 3. Satz gab es für das SchülerInnen-Team wieder eine Chorographie in der losen Grundaufstellung eines Kreises, der entgegen des Uhrzeigersinn die reitenden Jäger darstellen sollte, unterbrochen von diagonal laufenden Hornbläsern und letztendlich vom fliehenden Wild, das im Slalom durch die Jäger läuft, immer kürzer & kürzer, um letztendlich von Kugeln getroffen nieder zu sinken.
In der Morgendämmerung kommen die Jäger von der Jagd mit Hörnern und Flinten und Hunden; das wilde Tier flieht und sie folgen der Spur.
Ermattet und verschreckt durch den Lärm der Flinten und Hunde versucht das verwundete Tier zu fliehen, doch es erliegt seinen Wunden.
Das Ritornell dieses Jagdgemäldes hat als Zentralmotiv ein Quintsignal. Nach diesem Ritornell folgt das erste Zwischenspiel, das sich, ähnlich wie jenes im ersten Satz, motivisch an die Ritornellthematik – Auszug der Jäger – anlehnt. Hornrufimitationen durch die Streicher. Erst nach dem zweiten Ritornellabschnitt beginnt die eigentliche Jagd, die aus drei Bildern (= Zwischenspielen) besteht. Zunächst stellt Vivaldi das fliehende Wild (Dreiklangstriolen der Solovioline).Flintenknall (Tonrepetitionen der Violinen, Violen und Celli) und die gierigen Hunde (Orchesterrauschen) dar. Im letzten Bild erreicht die Jagd ihren Höhepunkt: das getroffene Wild springt nicht mehr (keine Triolen, nur mehr Läufe), die Hundemeute ist ihm dich auf den Fersen. Antonio Vivaldi verdeutlicht dies durch das ständige Wechselspiel der Motive. Plötzlich stockt der Lauf – das verwundete Wild ist gestürzt. Wir „sehen“ den mühsamen, erfolglosen Versuch wieder Aufzustehen (Anstieg in Sekunden), doch das Tier verendet. Am Schluss wird das Ritornell, nun als Triumphlied für die heimkehrenden Jäger wiederholt.
Die Jäger heben das Wild hoch und tragen es aus den Saal …
Ein älterer Mann, müde, unentschlossen, der dann jedoch plötzlich sehr zielorientiert sein betagtes Knie mit einem „Wundermittel“ behandelt, um anschließend unheimlich dynamisch in der hauseigenen Werkstatt an einem eigenen, verschütteten Traum für die Enkelin zu basteln …
– ein sehr emotional angelegter Werbeclip, der beim Blogautor zwar keine Kauflust bezüglich orthopädischer Erleichterung im Beinbereich auslöst, aber jedesmal Erinnerungen an die Motivation zur Erlangung des A-Scheins wachruft: Den Wunsch (wie weiland der „Fürst-Opa„) eine Beiwagenmaschine zu pilotieren – mit einem großen Hund als Beifahrer, dessen lange Ohren, nebst Fell und Schal im Fahrtwind wehen …
Das kurze Filmchen und der eigene Enkel haben zwar das Mitfahrtier relativiert, allerdings die alten Beiwagenambitionen wieder befeuert – wenngleich nur in Form von Erinnerungen an ein bronzefarbenes Matchbox-Modell, das der schreibende Knabe einst von seinem liebevollen Kindermädchen geschenkt bekam:
Ganz zu schweigen von verblichenen Bildern der Führerscheinprüfung mit argen Theoriefragen zum Salzburgring und der Zitterpartie beim praktischen Teil: Nur ein Kandidat schwindelte sich am Hindernis in der engen Kurve des Prüfungsparkours erfolgreich vorbei … der Rest landete hart auf der Schotterpiste, was den anwesenden Fahrlehrer so in Rage versetzte, dass er sich selbst auf das zweiräderige Gefährt schwang und akkurat letztendlich als einziger gegen die Ente (2CV) donnerte, die eben erst all seine Fahrschüler zu Fall gebracht hatte. Zuvor hatte sich der gestrenge Prüfer des zusätzlichen B-Scheinkandidaten beim Einsteigen den rechten Daumen im Rahmen der Beifahrertür eingezwickt, sodass er diesen permanent bis zuletzt nach oben streckte. Dermaßen abgelenkt irritierten den armen Mann die Fehler des Kandidaten nur peripher und standen somit dem Doppelerfolg des Autors dieser wahren Kurzgeschichte nicht im Wege …
Heute wäre der bedächtige PKW-Lenker allerdings nicht (mal mehr) in der Lage irgend ein Motorrad anzustarten – weder mit 2 noch/oder mit 3 Rädern !
Alljährlich im September findet in Venedig das älteste Filmfestival statt. Seit 1932 werden dort am Lido die begehrten Löwen von der Jury vergeben. Vom Alter her sind das einige Lenze mehr als beim Festival der Nationen – dort im Kinopalast Lenzing (Attersee) sind diese fast zeitgleich im September als Preise gefragt ... (- von bis zu 2000 * EinreicherInnen)
FadingerSiegerfilm zur Halbzeit – Musikvideo zum 50er
Im Siegerfilm-Szenenbild 1997 ganz außen links: Sebastian Höglinger – Heute einer der beiden Chefs der Diagonale Graz (- vormals: Leitung der YOUKI Wels)
Heuer feiert das internationale Festival der Nationen im September seinen 50er
Seit das Filmfestival 1989 von Kärnten nach Ebensee übersiedelte, beteiligte sich dieLinzer Fadingerschule alljährlich mit Videos und als Team aktiv bei der rundum Betreuung der Veranstaltung (Technik & Radio).
Auch nachdem Christian Gaigg vonErich Riess die Leitung übernahm und nun bereits >10< Jahre erfolgreich das Programmkino Lenzing bespielt, sind die Fadinger u. a. mit ihren Absolventen-Produktionen im Programm vertreten – so auch heuer, diesmal mit dem Musikhorrorvideo „Durch die Nacht zu dir“ (Franz Schuberts „Ständchen“) – als Linz-Repräsentanten unter 90 Filmen im gut besetzten internationalen Starterfeld der Jubiläumsausgabe (21. bis 26. Sept. 022) …
Ein vielfach großes Starterfeld * musste sich der Vorjury der Kurzfilmfestivals stellen. Die meisten Werke, die es in die finale Auswahl geschafft haben, stammen von 1A FilmstudentInnen. Der Block der Österreichischen Filmautorenumfasst 10 Videos.
Für die Tonspur dieser Visualisierung griff nicht (- wie obiges Bild vermeinen ließe) Liederfürst Franz Schubert daselbst in die Tasten, sondern es handelt sich um eine alte Konzertaufnahme aus den 80ern mit H. Rogl und dem Blog-Autor als Interpreten …
Zu Sommerbeginn (Juni 022) durfte das Fadinger Absolventenfilmteam der Mozart-Visualisierung „Post für Constanze“ (zuletzt in Lenzing gelaufen) über Silber und die Nominierung für einen der 10 Hauptpreise beim „Festival der Österreichischen Filmautoren“ in Tirol jubeln.
Manfred Pilsz
Hinweis nur für „Digital Naives“: Worte dieserFarbgebung(türkis ?) verstecken Infos, Bilder …, die durch einen linken „Maus-Klick“ im BLOG-Text aktiviert werden können !
Auch heuer gab’s wieder jede Menge Promi-Beteiligung: Karikaturist Gerhard Haderer (Ehrenjuror) hielt die Eröffnungsrede, unter den Filmautoren fanden sich u. a. der Salzburger „Jedermann“ Philipp Hochmair, sowie Leni Gruber und unter den Schauspielern Simon Schwarz. Kammersänger Herbert Lippertsamt Band war Act bei der „Bosna-Party“ am Attersee …
OÖN – WAS IST LOS:
Nach einer Vorbesprechung am vormaligen Drehort im Traxl ging’s am 23. 9. 022 zur Präsentation des neuen Films ins Programmkino Lenzing (Festival der Nationen)Im Nachmittagsblock um 14 Uhr flimmerte das „Ex-Fadingerwerk“ erfolgreich dort vor gut besuchtem Haus über die Breitleinwand … Im Anschluss daran übernahm Maja V. (stellvertretend für das Absolvententeam) die Präsentation der gemeinsamen Arbeit – der Blogautor konnte sich genussvoll im Kinostuhl zurücklehnen …
Teamplayer Maja konnte im Jurygespräch fast alle offenen Fragen im Dialog klären. Einhellige Meinung: Eine saubere Arbeit, die alle möglichen Facetten des weiten Horrorgenres und Szenen bekannter Filme anstupst und in eine logische, verständliche Auflösung mündet. Der Musikvisualisierung wurden abschließend im Publikumsdikurs u. a. durch die Vöfa-Chefjurorin Rosen gestreut. Neben der glasklaren Dramaturgie (!) wurde u. a. die Schauspielerische Leistung gelobt – speziell auch der Hauptdarstellerin (Cafe- & Finalszene)
Maja im guten Fachgespräch speziell mit Juryleiter Kai Widmo Meyer (Videodesigner in der Oper in Bremen & Darmstadt – also Insider in Sachen Musik & Bild)
Ungeachtet dessen ist uns Frau Dr. Wenger abgegangen (- derzeit Regie: „Tatort“)